Okt 24 2008

Lichtsmog Petition ade?

Der Petitionsausschuss des Bundestages hat am 13. Oktober 2008 die „Petition zur Bekämpfung der Lichtverschmutzung“ durchgenommen. Allerdings ist es um die Anti-Lichtverschmutzungskampagne wieder etwas ruhiger geworden.

Über 8000 Menschen haben diese Petition mit ihrer Unterschrift gezeichnet mit der Hoffnung, dass sich auf diesem Sektor endlich etwas tut – bevor Deutschland vollends im Lichtermeer der Städte absäuft und Astronomie von unseren Breiten aus nicht mehr möglich ist. Außerdem stört die Beleuchtung nachtaktive Tiere und Zugvögel im besonderen Maße.

Aber es scheint wohl so, dass wieder mal nichts verwertbares dabei herausgekommen ist! 🙁

Die Petition richtete sich u.a. gegen den immer größer werdenden Lichtsmog von Straßen- und Gebäudebeleuchtung, Leuchtreklame und Lichteffektgeräten (Skybeamer) von Diskotheken, um hier mal eine verbindliche Regelung und gesetzliche Rahmenbedingung zu schaffen. Der Vorteil wäre natürlich auch ein verbesserter Blick auf den Sternhimmel für uns Hobbyastronomen, der Artenschutz sowie mit der einhergehenden Energieeinsparung auch ein Beitrag zum Klimaschutz.

Seien wir mal ehrlich: Welcher Bürger, der sich um die Finanzkrise in diesen Tagen Sorgen macht, interessiert sich denn schon für ein paar Hobbyastronomen, die einen dunklen Himmel vorzufinden wünschen? Oft wird auch das Thema Beleuchtung mit Sicherheit gleichgesetzt. Das Thema Energieersparnis und Umweltschutz bleibt hier oft auf der Strecke.
Wir haben aber in der letzten Woche eindrucksvoll erleben dürfen, wie das von uns allen finanzierte Milliardenpaket des Bundes für den Finanzsektor innerhalb von 24 Stunden durchgeboxt wurde. Aber bei unserem Thema stehen natürlich keine wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund. 😉

Dass übermäßig viel Licht für den Menschen und für bestimmte nachtaktive Tiere schädlich ist, steht außer Frage. Das Traurige ist aber, dass es nach wie vor keine gesetzlichen Regelungen für Grenzwerte von Lichtemission existieren, obwohl schon einige europäische Länder (wie Slowenien) Gesetze verabschiedet haben, den Lichtsmog einzudämmen bzw. zu bekämpfen.

Viele Politiker haben das Problem zwar erkannt, halten es aber nicht wichtig genug, um hier mal Abhilfe zu schaffen.

Mehr zum Thema und zur Petition bei der Fachgruppe Dark Sky und auf KOSMOlogs hier und hier

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2 Kommentare

    • Andreas on 11. Februar 2009 at 12:33
      Author

    „Konzept gegen zu helle Nächte“ siehe Artikel auf Astronews.com:

    Ziel des Projekts ist es, die bisherigen vereinzelten Forschungsarbeiten in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Daraus werden dann innovative Beleuchtungskonzepte zunächst für Gebiete in Berlin und Brandenburg entwickelt. Die Öffentlichkeit und speziell Anwohner sollen von Beginn an einbezogen werden, denn ohne die breite Akzeptanz in der Bevölkerung ist ein solches Konzept nicht umzusetzen.

  1. Ich würde sofort meine Stimme geben um die Lichtverschmutzung zu mindern.
    Wer kennt das nicht das er Abends in den Himmel schaut der eigentlich klar ist , aber keinen einzigen Stern entdecken kann…Schade sowas, wenn man bedenkt wie atemberaubend schön der sternenhimmel sein kann…

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