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Dez 31 2008

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Der Sternhimmel im Monat Januar 2009

Der Sternhimmel im Januar 2009Beobachtungszeit 15. Januar 2009, 22:00 Uhr MEZ

Im Norden

Der Große Wagen befindet sich jetzt fast senkrecht über dem NO Horizont. Die hinteren Kastensterne fünfmal verlängert führen zum Polarstern und zum Sternbild Kleiner Bär. Unter den Kastensternen des Kleinen Bären erkennt man den Kopf des Drachen, der jetzt fast die tiefste Stellung über dem Nordhorizont erreicht hat. Die übrigen Sterne des Drachen schlängeln sich zuerst in Richtung Westen und anschließend gegen den Uhrzeigersinn um die Figur des Kleinen Wagens herum. Das unscheinbare Sternbild Giraffe hat nun ebenfalls den Zenit erreicht. Links unterhalb davon leuchten die auffälligen Sterne der Kassiopeia. Darunter und halbhoch über dem NNW Horizont, sieht man auch den Kepheus. Ziemlich horizontnah steht noch die Wega in der Leier und Deneb im Schwan.

Im Osten

Genau im Osten ist soeben das Frühlingssternbild Löwe vollständig aufgegangen. Darunter erkennt man schon, gute Horizontsicht vorausgesetzt, den Planeten Saturn. Rechts vom Löwenkopf befindet sich der Krebs, in dem bei relativ dunklem Himmel auch die Krippe oder Praesepe erkannt werden kann. Darunter sind schon Hals und Kopf der Wasserschlange aufgegangen. Rechts neben dem Krebs befindet sich auch Prokyon im Kleinen Hund. Darüber stehen die beiden Sternketten der Zwillinge, mit den Hauptsternen Castor und Pollux. Die schwachen Sterne des unscheinbaren Sternbild Luchses befinden sich jetzt ebenfalls genau im Osten und oberhalb vom Löwenkopf. Im NO erkennt man den Großen Bären, der im Laufe der Nacht immer höher steigen wird. Rechts der Deichsel des Großen Wagens, erkennt man auch das kleine Sternbild der Jagdhunde.

Im Süden

Das markante und helle Wintersternbild Orion hat soeben den Meridian überschritten. Darunter ist das recht auffällige Sternbild des Hasen und rechts davon der Fluss Eridanus erkennbar. Oberhalb des Orion, erkennt man die Zwillinge und rechts davon den Stier, der von den beiden Sternhaufen Hyaden und Plejaden geprägt wird. Nun befindet sich auch das gesamte Wintersechseck, die durch die Sterne Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Sirius im Großen Hund, Procyon im Kleinen Hund und Pollux in den Zwillingen gebildet wird, fast genau im Süden. Der Große Hund, mit dem hellsten Stern des gesamten Himmels Sirius, ist nun ebenfalls vollständig über dem SSO Horizont erschienen. Darüber und genau im SO, befinden sich die schwachen Sterne des Einhorn und das Sternbild Kleiner Hund. Capella im Sternbild Fuhrmann hat soeben den Meridian erreicht und prangt recht auffällig über unseren Köpfen.

Im Westen

Der Westhimmel wird von den Sternbildern Perseus, Andromeda, Dreieck und Widder, dominiert. In mondlosen Nächten kann mit bloßem Auge im Sternbild Perseus, der Doppelsternhaufen h und Chi und in der Andromeda die Andromedagalaxie erkannt werden. Im SW befindet sich noch ein großer Teil des Herbststernbild Walfisch und rechts davon die Fische. Im NW steht das Himmels-W, oder Kassiopeia, ebenfalls noch halbhoch über dem Horizont. Rechts oberhalb des Pegasusquadrats, welches kurz vor dessen Untergang steht, erkennt man auch das unscheinbare Sternbild Eidechse.

Der Mond

Am 1. Januar des neuen Jahres befindet sich die fünf Tag alte Mondsichel ca. 11° nördlich der Venus im SW. Am 4. Januar ist schließlich das erste Viertel erreicht. Am Abend des 7. Januars kommt es zu einer Bedeckung der Plejaden, die durch die hohe Stellung des Mondes am Abendhimmel schon mit einem Fernglas gut zu beobachten ist. Am 8. befindet sich der Mond in der Nähe von Aldebaran im Stier. Am 11. ist Vollmond. Einen Tag später steht der Mond in der Nähe der Krippe im Krebs. Danach begegnet er Regulus am Abendhimmel des 13. Am 15. Januar befindet sich unser Erdtrabant ca. 6 Grad südlich von Saturn. Das letzte Viertel ist schließlich am 18. des Monats erreicht und hier begegnet der abnehmende Mond Spica in der Jungfrau. Zwei Tage später steht er dann nur einige Grad neben Antares im Skorpion. Zum letzten Mal können wir den abnehmenden Mond am Morgen des 23. Januar sehen. Neumond ist schließlich am 26. Januar. Am vorletzten Tag des Monats kommt es zu einer engen Begegnung zwischen Mond und Venus, wobei der Abendstern nur wenige Grad unterhalb der 4 Tage alten Mondsichel zu beobachten ist.

Die Planeten

Der flinke Planet Merkur steht am 4. Januar in größter östlicher Elongation am Abendhimmel (Winkelabstand zur Sonne 19,3°). Durch die recht steile Lage der Ekliptik, kann der Planet noch bis Mitte Januar in der frühen Abenddämmerung und mit -0,5 mag dicht über dem Horizont aufgefunden werden.

Venus, steht in diesem Monat mit -3,5 mag recht hoch über dem SW Horizont als Abendstern am Himmel. Am 14. Januar erreicht sie ihre größte östliche Elongation (Winkelabstand zur Sonne 47,1°). Am 23. kommt es zu einer engen Begegnung mit Uranus (Venus 1,4° nördlich). Der Planet geht dann bis Monatsende immer später unter.

Mars ist in diesem Monat leider unbeobachtbar und hält sich am Taghimmel auf.

Jupiter durchläuft am 24. des Monats seine Konjunktion mit der Sonne und bleibt deshalb bis März unbeobachtbar. Nur erfahrene Beobachter könnten ihn noch zu Beginn des Monats tief im SW aufspüren.

Saturn wird im Laufe des Monats immer besser sichtbar und überschreitet gegen 2 Uhr im Sternbild Löwe den Meridian. Er ist Anfang des Monats stationär und beginnt seine Oppositionsschleife. Danach wandert er rückläufig durch den Löwen. Sein Ringsystem ist nur noch wenig geöffnet und erscheint als schmaler Strich im Fernrohr. Anfang September wird die Erde die Ringebene von Süden nach Norden passieren.

Uranus ist nur für kurze Zeit am Abendhimmel sichtbar und bewegt sich rechtläufig durch den Wassermann.

Neptun im Steinbock ist noch schwieriger zu beobachten und befindet sich zu Beginn des Monats tief im Südwesten. Am 12. Februar steht er schließlich in Konjunktion mit der Sonne.

Der Zwergplanet Pluto, mit einer Helligkeit von 13,9 mag, wird Ende des Monats am Morgenhimmel sichtbar.

Helle Kometen und Planetoiden

Am 10. Januar 2009 durchläuft der Komet C/2007 N3 (Lulin) sein Perihel und taucht danach am Morgenhimmel auf. Wenn die Helligkeitsprognosen stimmen, erreicht der Schweifstern zum Monatsende die 6. Größenklassen! In der zweiten Februarhälfte könnte Lulin dann mit 4,5 mag auch für das bloße Auge sichtbar werden.

Der periodische Komet 144P/Kushida befindet sich im Stier und damit in sehr günstiger Beobachtungsposition am Abendhimmel. Die Helligkeit beträgt momentan zwischen 9,0 und 9,5 Magnituden.

Die Helligkeit des Kometen C/2006 W3 Christensen beträgt momentan 9,5 bis 10 mag und ist damit ca. 3,5 Größenklassen heller als erwartet. Er ist äußerst günstig am Abendhimmel platziert, befindet sich im Sternbild Eidechse und bleibt somit die ganze Zeit über zirkumpolar. Im Sommer 2009 könnte er die 8. Größenklasse überschreiten und ein schönes Feldstecherobjekt werden.

Der Komet C/2008 A1 McNaught wechselt zu Beginn des Monats an den Morgenhimmel. Die Helligkeit wird bis Mitte Januar unter 10 mag fallen.

Ceres (1) im Sternbild Löwe steht am 25. Februar in Opposition zur Sonne. Sie wird am 17. Januar stationär und eilt dann rückläufig durch den Löwen. Anfang des Monats kulminiert der 7,9 mag helle Zwergplanet um 4:39 Uhr, Ende des Monats um 2:42 Uhr. Ceres ist dann mit 7,2 mag Helligkeit sehr leicht im Fernglas sichtbar.

Pallas (2) befindet sich im Sternbild Eridanus und ist durch ihre südliche Position erst im Februar sichtbar. Sie überschreitet dann Anfang Februar in ca. 15° Höhe den Meridian. Anfang diesen Monats beträgt ihre Helligkeit 8,0 mag und gegen Ende 8,2 mag. Ihre Kulminationszeiten verfrühen sich von Anfangs 0:52 Uhr auf 23:49 Uhr MEZ.

Vesta (4) kann noch in der ersten Nachthälfte aufgesucht werden. Sie eilt rechtläufig durch das Sternbild Walfisch. Ihre Helligkeit beträgt Anfang des Monats 7,6 mag und am Ende 8,1 mag. Sie kulminiert am 1. Januar um 19:22 Uhr, am 31. schon um 17:43 Uhr.

Meteorströme

Zu Beginn des Monats sind die Quadrantiden im Sternbild Bootes recht günstig zu beobachten. Der beste Beobachtungszeitraum für diesen Meteorstrom liegt vermutlich in den frühen Morgenstunden des 3. Januar, wenn der Mond schon untergegangen ist. Das Maximum selber ist für Europäer nicht zu beobachten, weil es am Taghimmel stattfindet. Die Zenitrate liegt einige Stunden vor dem Maximum bei 80 Meteoren pro Stunde, während des Maximums sogar bei 120. Die Eintrittsgeschwindigkeit der Teilchen beträgt 41 km/h.

Weitere Grafiken und Infos können auf der Seite Sternhimmel meiner Homepage eingesehen werden.

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1 Kommentar

  1. Andreas

    Ab sofort stelle ich in einem Artikel den Sternhimmel und den Planetenlauf für den aktuellen Monat vor. Postum habe ich jetzt die Beschreibung für den Januar 2009 veröffentlicht. 😀

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