27 | 032009
Geschrieben von Andreas um 19:59 Uhr - Beitrag kommentieren
…lautet das Motto zwischen dem 2. und 5. April 2009. Dieses internationale Projekt, anlässlich des Internationalen Jahres der Astronomie (IYA2009), hat als Aufgabe, so vielen Menschen wie möglich die Wunder des Weltalls näher zu bringen. Viele Sternfreunde, Volkssternwarten, astronomische Vereine und Institutionen haben weltweit und rund um die Uhr gemeinsame Beobachtungen des Sternhimmels geplant und hoffen natürlich auf ein reges Interesse der Öffentlichkeit. Laien, die zum ersten Mal durch ein Teleskop blicken, sind besonders angesprochen, um die ersten teleskopischen Entdeckungen Galileo Galileis vor 400 Jahren nachzuvollziehen. Die Initiatoren hoffen auch, dass insbesondere Privatpersonen mit eigenen Teleskopen Freunde, Nachbarn und Kollegen einladen, um gemeinsame Beobachtungen durchzuführen.
Neben der praktischen Beobachtung gibt es natürlich noch einige andere interessante Veranstaltungen zum Thema Astronomie in zahlreichen Städten und Regionen. Welche Veranstaltungen an diesen Tagen stattfinden, kann im Terminkalender auf der Webseite des nationalen Komitees zum IYA nachgelesen werden. Und selbst die größten und modernsten Teleskope der Welt bieten in Form eines 24-stündigen Webcasts, einen kleinen Einblick hinter die Kulissen an. weiterlesen
...lautet das Motto zwischen dem 2. und 5. April 2009. Dieses internationale Projekt, anlässlich des Internationalen Jahres der Astronomie (IYA2009), hat als Aufgabe, so vielen Menschen wie möglich die Wunder des Weltalls näher zu bringen. Viele Sternfreunde, Volkssternwarten, astronomische Vereine und Institutionen haben weltweit und rund um die Uhr gemeinsame Beobachtungen des Sternhimmels geplant und hoffen natürlich auf ein reges Interesse der Öffentlichkeit. Laien, die zum ersten Mal durch ein Teleskop blicken, sind besonders angesprochen, um die ersten teleskopischen Entdeckungen Galileo Galileis vor 400 Jahren nachzuvollziehen. Die Initiatoren hoffen auch, dass insbesondere Privatpersonen mit eigenen Teleskopen Freunde, Nachbarn und Kollegen einladen, um gemeinsame Beobachtungen durchzuführen.
Neben der praktischen Beobachtung gibt es natürlich noch einige andere interessante Veranstaltungen zum Thema Astronomie in zahlreichen Städten und Regionen. Welche Veranstaltungen an diesen Tagen stattfinden, kann im Terminkalender auf der Webseite des nationalen Komitees zum IYA nachgelesen werden. Und selbst die größten und modernsten Teleskope der Welt bieten in Form eines 24-stündigen Webcasts, einen kleinen Einblick hinter die Kulissen an.
In Deutschland findet am Samstag den 4. April auch der 7. bundesweite Astronomietag statt. Aufgerufen hat die Vereinigung der Sternfreunde (VdS), die in diesem Jahr den alljährlich im September stattfindenden Astronomietag in den Zeitraum von "100 Stunden Astronomie" verlegte. Auch in diesem Jahr werden mehr als 200 astronomische Einrichtungen sich daran beteiligen.
Während dieses Astronomie-Marathons steht unter anderem auch der zunehmende Mond sehr hoch über dem abendlichen Horizont. Mit Hilfe eines Fernglases oder kleinen Teleskops lassen sich entlang des Terminators zahlreiche Krater, Berge und Täler beobachten. Außerdem bietet der Planet Saturn, der im Sternbild Löwe in sehr günstiger Beobachtungsposition steht und die ganze Nacht beobachtet werden kann, ebenfalls einen interessanten Anblick im Teleskop. In diesem Jahr kommt es nämlich zur Ringkantenstellung, so dass die berühmten Ringe des Planeten nur sehr schmal erscheinen.
Ich persönlich habe bei gutem Wetter einen Besuch der Volkssternwarte Doberlug-Kirchhain geplant, die einen öffentlichen Vortrags- und Beobachtungsabend veranstalten. Falls es regnen sollte, wäre ein Besuch des Herzberger Planetariums ebenfalls eine Möglichkeit (siehe auch den Newseintrag auf meiner Homepage). Bleibt nur zu hoffen, das diesmal das Wetter mitspielt, weil die letzten Astronomietage der vergangenen Jahre buchstäblich ins Wasser fielen. :D
Weiterführende Links
Internationale Webseite zu 100 Stunden Astronomie
Der deutschlandweite Astronomietag 2009
International Year of Astronomy 2009
Internationales Jahr der Astronomie in Deutschland
Internationales Jahr der Astronomie in Österreich
Internationales Jahr der Astronomie in der Schweiz
Tags » Astronomie, Astronomietag, IYA, Sternwarte, Veranstaltung «
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24 | 032009
Geschrieben von Andreas um 17:37 Uhr - 3 Kommentare
Bevor der Komet C/2007 N3 Lulin wieder in den weiten des Weltalls verschwindet, musste ich ihn noch einmal sehen und vor allem zeichnen. Ursprünglich hatte ich ja vor, ihn öfters zu beobachten und sogar eine kleine Beobachtungskampagne geplant, die leider dem schlechten Wetter Ende Februar zum Opfer fiel. Nun sah ich ihn abermals am letzten Donnerstag dem 19. März 2009, durch meinen 70 mm Refraktor.
Lulin hatte ich schon zwei Tage vorher mit dem Bresser 10×50 Fernglas gesichtet. Anfangs hatte ich sogar Schwierigkeiten, ihn im reichen Sternfeld des Sternbilds Zwillinge aufzufinden. Und dann war ich ziemlich überrascht, wie deutlich seine Helligkeit und Größe in den letzten 2 ½ Wochen abgenommen hat. Der Komet hatte viel von seinem ursprünglichen Glanz verloren.
Im Lidlscope, bei 28facher Vergrößerung, zeigte sich eine viel kleinere und blassere Koma als Anfang März bei meiner letzten teleskopischen Beobachtung. Die innere Koma war zwar heller als die äußere und etwas länglich gestreckt, im Allgemeinen zeigte sich der Komet aber ziemlich diffus. Indirekt meinte ich auch einen kurzen, schwachen und rund 2′ langen Schweifansatz wahrzunehmen, der in östlicher Richtung verlief. Die Größe der visuell sichtbaren Koma schätzte ich diesmal auf ungefähr 7′. Die Helligkeit nur noch auf 7,3 mag.
Bevor der Komet C/2007 N3 Lulin wieder in den weiten des Weltalls verschwindet, musste ich ihn noch einmal sehen und vor allem zeichnen. Ursprünglich hatte ich ja vor, ihn öfters zu beobachten und sogar eine kleine Beobachtungskampagne geplant, die leider dem schlechten Wetter Ende Februar zum Opfer fiel. Nun sah ich ihn abermals am letzten Donnerstag dem 19. März 2009, durch meinen 70 mm Refraktor.
Lulin hatte ich schon zwei Tage vorher mit dem Bresser 10x50 Fernglas gesichtet. Anfangs hatte ich sogar Schwierigkeiten, ihn im reichen Sternfeld des Sternbilds Zwillinge aufzufinden. Und dann war ich ziemlich überrascht, wie deutlich seine Helligkeit und Größe in den letzten 2 ½ Wochen abgenommen hat. Der Komet hatte viel von seinem ursprünglichen Glanz verloren.
Im Lidlscope, bei 28facher Vergrößerung, zeigte sich eine viel kleinere und blassere Koma als Anfang März bei meiner letzten teleskopischen Beobachtung. Die innere Koma war zwar heller als die äußere und etwas länglich gestreckt, im Allgemeinen zeigte sich der Komet aber ziemlich diffus. Indirekt meinte ich auch einen kurzen, schwachen und rund 2' langen Schweifansatz wahrzunehmen, der in östlicher Richtung verlief. Die Größe der visuell sichtbaren Koma schätzte ich diesmal auf ungefähr 7'. Die Helligkeit nur noch auf 7,3 mag.
Tags » Astronomie, Beobachtung, Bericht, Komet, Lulin, Zeichnung «
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21 | 032009
Geschrieben von Andreas um 19:43 Uhr - Beitrag kommentieren
Entertainment Weekly hat das erste offizielle Cast Foto für die nagelneue Serie des Stargate-Franchise - Stargate Universe – veröffentlicht!
Das Bild zeigt von oben links beginnend: Ming-Na (Camille Wray), Justin Louis (Colonel Everett Young), Jamil Walker Smith (Sgt. Ronald Greer), Brian J. Smith (Lt. Matthew Scott), Lou Diamond Phillips (Colonel Telford), Alaina Huffman (Sgt. Tamara Johansen), David Blue (Eli Wallace), Elyse Levesque (Chloe Armstrong) und Robert Carlyle (Dr. Nicholas Rush).
Außerdem zeigte der amerikanische SCI FI Channel gestern Abend, während des zweistündigen Serienfinales von Battlestar Galactica, einen 30 Sekunden langen Teaser Trailer. Die Pilotfolge mit dem Titel “Air” soll schon in diesem Herbst in Amerika ausgestrahlt werden.
Entertainment Weekly hat das erste offizielle Cast Foto für die nagelneue Serie des Stargate-Franchise - Stargate Universe - veröffentlicht!
Das Bild zeigt von oben links beginnend: Ming-Na (Camille Wray), Justin Louis (Colonel Everett Young), Jamil Walker Smith (Sgt. Ronald Greer), Brian J. Smith (Lt. Matthew Scott), Lou Diamond Phillips (Colonel Telford), Alaina Huffman (Sgt. Tamara Johansen), David Blue (Eli Wallace), Elyse Levesque (Chloe Armstrong) und Robert Carlyle (Dr. Nicholas Rush).
Außerdem zeigte der amerikanische SCI FI Channel gestern Abend, während des zweistündigen Serienfinales von Battlestar Galactica, einen 30 Sekunden langen Teaser Trailer. Die Pilotfolge mit dem Titel "Air" soll schon in diesem Herbst in Amerika ausgestrahlt werden.
Tags » News, SciFi, Serien, SGU, Stargate, Video, Web «
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20 | 032009
Geschrieben von Andreas um 18:01 Uhr - Beitrag kommentieren
…und das ist nicht nur irgendeine Standardfloskel um Besitzer von Kaufhausteleskopen Mut zu zusprechen. Ich glaube fast jeder der mit der Astronomie anfängt, kauft sich als Einsteigergerät eines im unteren Preissegment.
Auch ich bekam vor fast 15 Jahren mein erstes Teleskop zum Geburtstag geschenkt und das in einer Zeit, wo Teleskope noch relativ teuer waren. Heutzutage würde man schon einen kleinen Apo fürs Geld bekommt. Aber ich möchte jetzt nicht über meinen ehemaligen katadioptrischen 6 Zoll Newton mit kugelförmig geschliffenen Hauptspiegel sprechen, den ich vor einigen Jahren an meinen Kumpel Ron abgetreten habe. Immerhin hatte ich 9 lange Jahre Freude mit diesem Gerät.
Vor zwei Jahren kaufte ich mir bei einem Lebensmitteldiscounter in Lübben das Bresser Skylux 70 – auch liebevoll Lidlscope genannt – für knapp so viel Geld, wie auch Öffnung in Millimetern vorhanden sind. Und ich bin immer noch erstaunt, was ein kleines Teleskop auch bei Deep Sky Beobachtungen leisten kann. Voraussetzung ist natürlich ein dunkler Himmel, der logischerweise durch nichts zu ersetzen ist und einen hohen Einfluss auf eine erfolgreiche Beobachtung hat. Leider hat der Discounter es im letzten Jahr aus dem Sortiment genommen. Allerdings ist es noch bei diversen Online-Händlern und über ebay verfügbar. Im Gegensatz zu den meisten Kaufhausteleskopen besitzt es eine ordentliche Optik und eine relativ stabile Montierung. weiterlesen
...und das ist nicht nur irgendeine Standardfloskel um Besitzer von Kaufhausteleskopen Mut zu zusprechen. Ich glaube fast jeder der mit der Astronomie anfängt, kauft sich als Einsteigergerät eines im unteren Preissegment.
Auch ich bekam vor fast 15 Jahren mein erstes Teleskop zum Geburtstag geschenkt und das in einer Zeit, wo Teleskope noch relativ teuer waren. Heutzutage würde man schon einen kleinen Apo fürs Geld bekommt. Aber ich möchte jetzt nicht über meinen ehemaligen katadioptrischen 6 Zoll Newton mit kugelförmig geschliffenen Hauptspiegel sprechen, den ich vor einigen Jahren an meinen Kumpel Ron abgetreten habe. Immerhin hatte ich 9 lange Jahre Freude mit diesem Gerät.
Vor zwei Jahren kaufte ich mir bei einem Lebensmitteldiscounter in Lübben das Bresser Skylux 70 - auch liebevoll Lidlscope genannt - für knapp so viel Geld, wie auch Öffnung in Millimetern vorhanden sind. Und ich bin immer noch erstaunt, was ein kleines Teleskop auch bei Deep Sky Beobachtungen leisten kann. Voraussetzung ist natürlich ein dunkler Himmel, der logischerweise durch nichts zu ersetzen ist und einen hohen Einfluss auf eine erfolgreiche Beobachtung hat. Leider hat der Discounter es im letzten Jahr aus dem Sortiment genommen. Allerdings ist es noch bei diversen Online-Händlern und über ebay verfügbar. Im Gegensatz zu den meisten Kaufhausteleskopen besitzt es eine ordentliche Optik und eine relativ stabile Montierung.
Am 22. Januar 2009 beobachtet ich mal wieder mit diesem Gerät, welches ich normalerweise zum Schnellspechteln im Winter und für Mond- und Kometenbeobachtungen verwende. Der Vorteil eines kleinen Teleskops ist nicht von der Hand zu weisen: Es ist relativ schnell eingepackt, aufgebaut und auch ausgekühlt. So fuhr ich nach dem Abendessen zu unseren Beobachtungsplatz.
Am Platz angekommen präsentierte sich ein wunderbar klarer Himmel. Venus stand als gleißend heller Abendstern im Südwesten. Leider herrschte schlechtes Seeing vor, aber ich wollte sowieso nicht hoch vergrößern. Die Wintermilchstraße spannte sich ungewohnt deutlich von Horizont zu Horizont und quer über den Himmel. Die Zenitgegend und die Sternbilder Kleiner Bär und Orion waren mit schwachen Sternen überfüllt. Auch konnten die südlichen Sterne des Großen Hundes knapp über dem Horizont erkannt werden. Der in diesem Sternbild gelegene offene Sternhaufen M 41 war als kleines Wölkchen in nur 10° Höhe erkennbar. Ein Beweis, für einen sehr transparenten Himmel und eine überdurchschnittlich gute Grenzgröße von rund 6,8 mag!
Der Orionnebel M 42 war mit mittlerer Vergrößerung einfach überwältigend und hatte die Form einer Möwe mit ausgebreiteten Schwingen mit hell und dunkel Variationen. Selbst mit dieser geringen Öffnung zeigte der Nebel zahlreiche Strukturen. Auch das so genannte Fischmaul, eine Dunkelwolke die ins Nebelzentrum ragt, stand im guten Kontrast zu ihm im Okular. Die Trapezsterne konnten bei höherer Vergrößerung schon getrennt werden. Nördlich des Nebels war sogar der Reflexionsnebel um die Sterne 42 und 45 Ori sichtbar.
Danach ging es zum eindrucksvollen Offenen Sternhaufen M 35 nebst Begleiter in den Zwillingen. Der Begleiter NGC 2158, ebenfalls ein Offener Sternhaufen allerdings weit im Hintergrund gelegen, kann normalerweise ab einer Teleskopöffnung von 100 mm sicher erkannt werden. Mit 70 mm war es mir aber ohne Probleme möglich den Haufen als kleines Wölkchen, 15 Bogenminuten südwestlich von M 35, zu identifizieren.
Überrascht war ich dann von NGC 2175 im Orion, der als Offener Sternhaufen nicht gerade viele Sterne aufzuweisen hatte. Das Besondere daran war, und was ich erst hinterher erfuhr nachdem ich am nächsten Tag mein Sternkartenprogramm konsultierte, dass ich tatsächlich den Emissionsnebel NGC 2174 um den Sternhaufen erkannt habe. Und das ohne Nebelfilter! Zuerst ging ich davon aus, hier schwache und unaufgelöste Sterne vor mir zu haben. Schon bemerkenswert für ein so kleines Gerät.
Auch beim Galaxienpaar M 81 und M 82 im Großen Bären zeigten sich schon einige Details. Beide Galaxien standen bei mittlerer Vergrößerung noch im selben Gesichtsfeld. Insbesondere bei der zigarrenförmigen Galaxie M 82 zeigten sich einige Strukturen. Ich meinte, unregelmäßige Helligkeitsvariationen im Galaxienkörper wahrzunehmen. Interessant, weil Strukturen eigentlich erst bei größerer Öffnung zu erwarten sind.
Man sieht also, dass einige Anfängerteleskope zu unrecht ein Schattendasein führen und auch mit diesen Geräten interessante Beobachtungen möglich sind. Denn selbst Besitzer von Billigheimern sind heutzutage besser ausgerüstet als Galilei. :)
Link zum vollständigen Bericht auf meiner Homepage...
Tags » Astronomie, Beobachtung, Bericht, Deep Sky, Privat, Teleskop «
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17 | 032009
Geschrieben von Andreas um 12:25 Uhr - Ein Kommentar
Ich kann es einfach nicht mehr hören, wenn gewisse Politiker und besonders ein Direktor des Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsens versuchen, den Grund für den schrecklichen Amoklauf des 17 jährigen Tim K. in einer Realschule in Winnenden auf so genannte “Killerspiele” zu reduzieren und ein Verbot dieser Medien fordern. Das hat zur Folge, dass Millionen von Spielern, auf Grund ihres Hobbys, bevormundet, diffamiert und gleichzeitig an den Pranger gestellt werden.
Nun ich muss zugeben, dass ich ab und zu selbst diese Spiele spiele. Allerdings würde ich mich nicht als typischen Gamer bezeichnen. Dann schon eher meinen Bruder, der einen Großteil seiner Freizeit am Rechner oder an den Konsolen verbringt.
Als ich am 11. März gegen Mittag zum ersten Mal von diesem Amoklauf hörte, ahnte ich schon, dass wieder einmal die Debatte um ein verschärftes Waffenrecht und Jugendschutzgesetz, im Zusammenhang mit Ego-Shootern (populistisch auch “Killerspiel” genannt), aufkommen wird. Und so war es dann auch, als eine Fernsehmoderatorin einen Reporter fragte, ob der Täter Gewaltspiele gespielt hat. Die Medien hofften hier wohl inständig, dass die Polizei auf Tim K. Rechner Counter Strike finden würde. Und hier muss sich der aufgeklärte Zuschauer, im Zusammenhang mit dieser reißerisch aufgearbeiteten Berichterstattung, auch fragen, ob die Medien schon mal was von journalistischer Ethik gehört haben. Bei einer einer gewissen Tageszeitung mit den 4 großen Buchstaben bin ich es ja gewohnt, aber dass auch die “seriöse” Presse oder sogar die öffentlich Rechtlichen auf den Zug aufspringen um Quote zu machen, ist weniger verständlich. weiterlesen
Ich kann es einfach nicht mehr hören, wenn gewisse Politiker und besonders ein Direktor des Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsens versuchen, den Grund für den schrecklichen Amoklauf des 17 jährigen Tim K. in einer Realschule in Winnenden auf so genannte "Killerspiele" zu reduzieren und ein Verbot dieser Medien fordern. Das hat zur Folge, dass Millionen von Spielern, auf Grund ihres Hobbys, bevormundet, diffamiert und gleichzeitig an den Pranger gestellt werden.
Nun ich muss zugeben, dass ich ab und zu selbst diese Spiele spiele. Allerdings würde ich mich nicht als typischen Gamer bezeichnen. Dann schon eher meinen Bruder, der einen Großteil seiner Freizeit am Rechner oder an den Konsolen verbringt.
Als ich am 11. März gegen Mittag zum ersten Mal von diesem Amoklauf hörte, ahnte ich schon, dass wieder einmal die Debatte um ein verschärftes Waffenrecht und Jugendschutzgesetz, im Zusammenhang mit Ego-Shootern (populistisch auch "Killerspiel" genannt), aufkommen wird. Und so war es dann auch, als eine Fernsehmoderatorin einen Reporter fragte, ob der Täter Gewaltspiele gespielt hat. Die Medien hofften hier wohl inständig, dass die Polizei auf Tim K. Rechner Counter Strike finden würde. Und hier muss sich der aufgeklärte Zuschauer, im Zusammenhang mit dieser reißerisch aufgearbeiteten Berichterstattung, auch fragen, ob die Medien schon mal was von journalistischer Ethik gehört haben. Bei einer einer gewissen Tageszeitung mit den 4 großen Buchstaben bin ich es ja gewohnt, aber dass auch die "seriöse" Presse oder sogar die öffentlich Rechtlichen auf den Zug aufspringen um Quote zu machen, ist weniger verständlich.
Je weiter die Woche also voran schritt, desto mehr lief alles auf das Thema "Waffen" und "Killerspiele" hinaus. Was die meisten Politiker aber vergessen haben, dass unsere Ellenbogengesellschaft wohl eine gewisse Mitschuld trifft. Denn keiner wird als Amokläufer geboren. Die Gesellschaft macht einen psychisch labilen Menschen erst zu solchen Tätern.
Natürlich ist es dann nur recht und besonders billig einen Sündenbock zu suchen und die Symptome zu bekämpfen und nicht die Krankheit selber. Deshalb taucht diese "Killerspiel"-Debatte wieder aus der Versenkung auf.
Deutschland hat eines der schärfste Jugendschutzgesetze weltweit. Das Gesetz sagt hier eindeutig aus, dass nur Jugendliche Medien konsumieren dürfen, die für ihr Alter auch geeignet sind. Und es ist auch legitim, dass solche Medien nicht für Jugendliche unter 18 Jahren freigegeben werden oder sogar eine Indexierung erfahren. Ich habe allerdings kein Verständnis, wie einige Politiker es fordern, dass auch Erwachsene durch ein striktes Verbot von Gewaltspielen bzw. -filmen benachteiligt werden sollen. Dies käme schon einer Zensur gleich.
Letzten Endes sind auch die Eltern in der Verantwortung, weil sie normalerweise kontrollieren müssten, welche Medien ihre Sprösslinge konsumieren und wie lange die Kinder zum Beispiel vor dem Computer sitzen. Man sagt dazu auch Eigenverantwortung und Medienkompetenz. Aber mit was sollen sich unsere Kleinen auch beschäftigen, wenn bei immer mehr Freizeitangeboten der Rotstift angesetzt wird oder erst gar nicht vorhanden sind?
Natürlich ist es am bequemsten, einfach den Nachwuchs vor einen flimmernden Kasten zu setzen, damit die Plagen wenigstens für einige Stunden Ruhe geben anstatt mit den Kindern über ihre Alltagsprobleme zu sprechen. Und meistens kennen sich die Sprösslinge sowieso besser mit den neuen Medien aus als ihre Eltern. Deshalb ist ein Verbot, sollte es das denn jemals geben, in Zeiten des grenzenlosen Internets wohl kaum durchzusetzen - zumal das Bundesverfassungsgericht hier auch noch ein Wörtchen mitzureden hätte. ;)
Unmöglich auch das, nennen wir es mal populistische und polarisierende Gesabbel, einiger "Experten", die irgendwelche kausalen Zusammenhänge zwischen dem Konsum solcher Spiele und echter Gewalt sehen wollen und auch vor dreiste Lügen nicht zurückschrecken, um ihre fadenscheinigen Argumente zu stützen. Wie Hohn klingt nämlich auch der so genannte "Kölner Aufruf", wo ein Zusammenhang konstruiert wird, dass Computerspiele Teil einer industriellen und militärischen Verschwörung sein sollen. Nach Ansicht der Autoren dieses Pamphlet, sollen so genannte "Killerspiele" die Hauptschuld an der Verrohung der Gesellschaft und inbesondere unserer Jugend tragen.
Jeder Interessierte sollte sich einmal den Kommentar der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur und diesen Blog-Artikel zum "Kölner Aufruf" zu Gemüte führen.
Tags » Games, Kritik, Medien, Politik «
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