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Apr 18 2009

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Galaxientour durch die Jagdhunde

Zeichnung des Kometen C/2009 F6 Yi-SWANAm 14. April 2009 war ich zum ersten Mal in diesem Jahr mit meinem 8″ GSO Dobson beobachten. Trotz des guten Wetters Anfang April, verhinderte eine Krankheit und der Dienst um die Osterfeiertage eine Beobachtung. So war ich doch noch froh, dass das Wetter und besonders Murphy ein Einsehen mit mir hatte.

Geplant hatte ich diesmal eine Galaxientour durch das Sternbild Jagdhunde. Neben den bekannten und sehr hellen Messier-Galaxien wie M 51, M 63 und M 94, konnte ich auch 5 mitunter sehr lichtschwache Neuzugänge aus dem NGC-Katalog in meiner Liste der beobachteten Deep Sky Objekte aufnehmen. Besonders angetan war ich von der superdünnen und ziemlich lichtschwachen edge-on Galaxie NGC 5023, die ich nur indirekt sehen konnte. Ein wirklich faszinierendes Objekt, die sich als geisterhafte dünne Lichtnadel in meinem 17 mm Hyperion Okular präsentierte. Interessant, dass ich sie mit 8 Zoll Öffnung überhaupt erwischen konnte. Aber sicherlich waren auch die zenitnahe Stellung und der dunkle Himmel, mit einer geschätzten Grenzgröße von 6,7 Magnituden, für eine erfolgreiche Sichtung ausschlaggebend. Insgesamt wurden in dieser Nacht 15 Galaxien beobachtet!

Auch ein weiteres interessantes Objekt konnte ich verbuchen: Am 26. März wurde von einem südkoreanischen Amateurastronom der Komet C/2009 F6 Yi-SWAN entdeckt. In unserem Breiten ist der Komet momentan zirkumpolar. Vor der Beobachtung hatte ich nur auf eine Sternkarte geschaut und mir das Zielgebiet im Sternbild Kassiopeia, in der der Komet zu finden war, eingeprägt. Leider hatte ich es versäumt, mir eine Aufsuchkarte der Region auszudrucken bzw. die Kometen-Datenbank in meinem Palm Planetarium zu aktualisieren. Na egal, ich versuchte es trotzdem ihn aufzuspüren. 😀
Nach kurzer Suche mit dem 32 mm Übersichsokular nahm ich schließlich einen nahezu runden, diffusen und ca. 3 Bogenminuten großer Fleck wahr – deutlich heller als 9 mag. Auch mit höherer Vergrößerung ließ sich der Fleck nicht auflösen. Allerdings erschien jetzt das Zentrum leicht sternförmig. So war ich mir fast sicher, hier tatsächlich den Kometen vor mir zu haben. Auch meinte ich, farblich einen leichten Stich ins Grüne wahrzunehmen. Ich skizzierte noch schnell die Position des Objekts mit den hellsten Umgebungssternen, damit ich die Position und die Natur des Objekts später am Computer überprüfen konnte. Und tatsächlich bestätigte sich die Sichtung des Kometen.

Einen umfangreicheren Bericht über die Beobachtung, mit allen Beschreibungen der gesichteten Objekte, kann auf meiner Homepage nachgelesen werden. 🙂

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