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Jul 07 2009

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Mondfotos mit einfachen Mitteln

Was machen Hobbyastronomen, die vorzugsweise Deep Sky Objekte beobachten bzw. fotografieren, wenn unser stiller Begleiter am Himmel steht und mit seinem hellen Licht alles überstrahlt? Richtig, es mal mit der Mondfotografie zu versuchen…

Weil zum 12. Südbrandenburger Sternfreundetreffen am 2. Mai neben Saturn nur der Mond beobachtet werden konnte, wollte ich unseren Erdtrabanten mit meiner alten Canon Powershot A80 4 Megapixel Digitalkamera aufnehmen. Um das zu erreichen, stellte ich den Mond im Teleskop scharf und hielt die Kamera einfach ans 40 mm Plössl Okular meines Dobsons.

Terminatorregion des Mondes im Roh- und fertigen Bild

Diese Methode ist wirklich die einfachste und schnellste Methode ist, brauchbare Mondfotos mit dem geringsten Zeit- und Kostenaufwand zu gewinnen. Wer eine komfortablere Methode bevorzugt, kann natürlich auch eigens dafür angefertigte Okularadapter zur Okularprojektion verwenden, die es im astronomischen Fachhandel zu kaufen gibt. Der Vorteil daran ist, dass die Bilder nicht verwackeln, schärfer werden und auch Okulare mit geringeren Brennweiten verwendet werden können. Ich wollte aber möglichst günstig zu solchen Fotos kommen und nicht extra einen Adapter für meine Zwecke kaufen. 🙂

Das Wichtigste bei der Aufnahmen sind vor allem Konzentration und eine ruhige Hand. Fotografiert wird mit der Kamera eigenen Belichtungsautomatik, die die Belichtungszeit und die Blende selbst wählt. Es ist nur darauf zu achten, dass die Belichtungszeiten nicht all zu hoch werden, weil sonst der Mond überbelichtet wird und zum Teil Unschärfen durch das Zittern der Hände entstehen. Man kann auch den eingebauten optischen Zoom der Digitalkamera verwenden, um den Mond möglichst optimal ablichten zu können. Die Kamera muss am Okular so lange hin und her bewegt werden, bis keine Vignettierung mehr auftritt und der Mond deutlich und gut sichtbar auf dem Kamerabildschirm erscheint. Man muss aber peinlichst darauf achten, die Augenlinse des Okulars und das Objektiv der Kamera nicht zu verkratzen. Danach wird mit der Kamera scharf gestellt und ausgelöst. Mit dieser Methode sollten gleich mehrere Fotos am Stück aufgenommen werden. Am Ende können die besten und schärfsten Bilder am heimischen Computer ausgewählt werden.

Für das bearbeiten der Bilder verwende ich meistens Fitswork und Photoshop.
Für den ersten Versuch bearbeitete ich die Bilder in Photoshop und nahm erst einmal eine Tonwertkorrektur vor. Einen eventuell vorhandenen Farbstich der Mondaufnahme kann man vorher noch mit dem verschieben des Weiß- und  Graupunktes bei allen drei Farbkanälen (Rot, Grün, Blau) im Histogramm oder mit Hilfe des Befehls Farbton/Sättigung ausbügeln. Damit hellere und dunklere Gebiete auf dem Mond besser hervortreten, kann man anschließend die Gradiationskurve so weit einstellen, dass am Ende ein ausgewogeneres Bild entsteht. Um Krater und Gebirgszüge etwas plastischer wirken zu lassen und minimale Unschärfen zu beseitigen, sollte man dann noch eine unscharfe Maske anwenden.

Beim zweiten Versuch verwendete ich die Freeware Fitswork. Mit dem Befehl „Iteratives Gauss schärfen“ bekommt man sogar noch ein besseres Ergebnis als mit einer unscharfen Maske. Hier sollte ein wenig mit den Einstellungen experimentiert werden, um das beste Ergebnis zu erhalten. Ich ließ die Werte auf Standardeinstellung und ließ die Prozedur 2 Mal durchlaufen. Das bearbeitete Bild kann sich schon sehen lassen und der Unterschied zwischen der „Rohaufnahme“ ist sogar recht auffällig.

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