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Feb 29 2012

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Winterliche Fotosession am Abendhimmel

Jeden Monat veröffentliche ich auf meiner Webseite unter der Rubrik „Sternhimmel“ interessante Konjunktionen der hellen Planeten mit dem Mond. Deshalb war ich schon sehr gespannt auf die Zusammenkunft der Sichel des zunehmenden Mondes mit den beiden Planeten Venus und Jupiter, die zur Zeit sehr gut am Abendhimmel zu sehen sind. Leider zeigte sich der Himmel in den letzten Tagen stets wolkenverhangen, so dass ich leider mitsamt meiner Kamera zu Hause bleiben musste. Am 26. Februar gelang es mir dann endlich doch noch die schon etwas breitere Mondsichel zwischen Jupiter und Venus abzulichten. Auch Merkur, der Ende Februar/Anfang März seine beste Abendsichtbarkeit in diesem Jahr hat, konnte ich beobachten.
Kurz nach Sonnenuntergang fuhr ich raus an meinem angestammten Platz im Lübbener Ortsteil Treppendorf. Durch den Regen der letzten Tagen waren die Felder und Wiesen zum Teil überschwemmt, so dass ich mir gleich zu Beginn nasse Füße holte.

An diesem Abend fotografierte ich überwiegend mit dem Canon EF-S 18-55 IS II Kit-Objektiv meiner EOS 600D und nahm eine kurze Serie mit unterschiedlichen Belichtungszeiten und kleinerer Blende auf. Bei fortgeschrittener Dämmerung entdeckte ich dann auch unseren innersten Planeten Merkur schon recht niedrig über dem Westhorizont. Leider war ich dann doch zu faul, mein Sigma 55-200 mm Tele an der Kamera zu montieren, so dass die Ausschnittsvergrößerung, die den flinken Planeten als hellen Lichtpunkt zeigt, hier erstmal ausreichen muss. Merkur ist auf dem Foto links neben einem Ast und unterhalb eines (verwirbelten) Kondensstreifens erkennbar.

Merkur über dem Westhorizont

Planetenkonstellationen auf Fotos sind besonders in der Morgen- und Abenddämmerung nett anzuschauen, weil der Himmel in der Nähe des Horizonts stets farbenfroh erscheint und dann erst allmählich ins dunkelblaue übergeht. Ich wähle dann möglichst eine Baumgruppe oder ähnliches als Vordergrundmotiv. So erscheint das Foto nicht eintönig und die Stimmung wird regelrecht eingefangen. Besonders laubfreie Bäume in der kalten Jahreszeit machen sich hier besonders gut, da die kahlen Äste einen wunderschönen Kontrast zum Dämmerungshimmel bilden.

Seit einigen Wochen bin auch stolzer Besitzer eines Cokin P830 Weichzeichners, um die hellen Sterne der Sternbilder, ähnlich wie auf Sternkarten, hervortreten zu lassen. Auffällig an dem unteren Foto ist, dass der weichzeichnende Effekt des Filters für helle Planeten und für den Mond schon fast zu stark erscheint. Hier würde der etwas schwächer weichzeichnende P820 wohl deutlich bessere Ergebnisse liefern.

Jupiter, Mond & Venus versinken langsam im Westen

Kurz vor Ende meiner kurzen Fotosession montierte ich dann noch das Walimex 8 mm Fisheye-Objektiv an die Kamera. Ich bin nach wie vor begeistert von diesem Objektiv, weil damit schöne Übersichtsaufnahmen des Sternhimmels möglich sind. Gegen 19:35 Uhr zeigte sich dann auch die ISS im Westen, die langsam in Richtung Osten zog. Ich konnte sie schließlich unterhalb des Orion ablichten, wie sie allmählich in den Erdschatten eintauchte.

Die Internationale Raumstation verschwindet im Erdschatten

Da ich an diesem Abend noch Nachtschicht hatte und mich für den Dienst vorbereiten musste, packte ich gegen 19:45 Uhr die Ausrüstung zurück in den Kamerarucksack. Später, auf der Fahrt zur Arbeit, konnte ich dann nördlich von Lübben und gegen 21:09 Uhr für einen Sekundenbruchteil das Verlöschen eines Boliden beobachten. Dieser war deutlich heller als die Venus und zog seine Bahn 20 bis 30 Grad rechts von unserem Planetentrio in Richtung Nordwesthorizont herab.

Im März gibt es abermals die Gelegenheit, die hellen Planeten am Abendhimmel zu beobachten. Mars steht am 3. März in Opposition zur Sonne. Merkur ist bis zum 11. März noch über dem westlichen Horizont zu sehen. Der Abendstern Venus nähert sich langsam dem Riesenplaneten Jupiter an und begegnet ihn dann ab Mitte März. Und auch die Mondsichel steht in der letzten Märzwoche wieder in der Nähe der hellen Planeten: So zum Beispiel am 25. des Monats, knapp 4° westlich von Jupiter, und am darauffolgenden Abend nur 2° südlich der Venus!

Clear-Sky Blogger Stefan Gotthold, mit dem ich kurz vor meinem Aufbruch noch in Kontakt stand, konnte ebenfalls die Zusammenkunft von Venus, Jupiter und dem Mond auf seinen Kamerachip bannen.

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1 Kommentar

  1. Stefan

    Das sind echt schöne Bilder. Mir gefällt das erste am Besten, das ist dir wirklich sehr gut gelungen!

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