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Mrz 30 2012

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Das war der 10. Tag der Astronomie

Am 24. März 2012 fand nun schon zum 10. Mal der bundesweite Astronomietag mit der „Langen Nacht der Planeten“ statt. Auch diesmal war uns wieder der Wettergott hold, so dass bei sonnigem Wetter am Tag und überwiegend klarem Himmel in der Nacht beobachtet werden konnte. Die Highlights waren die hellen Planeten Venus, Mars, Jupiter und Saturn sowie die zunehmende Mondsichel mit ihrem aschgrauen Licht über dem westlichen Horizont. Leider zeigten sich dann gegen 22 Uhr einige hohe Wolkenfelder. So musste die Beobachtung zum Teil unterbrochen werden. Wenigstens nutzen mehr Gäste als im vergangenen Jahr die Gelegenheit, die Sternwarte zu besuchen, hier und da einen Blick durch die aufgestellten Teleskope zu werfen oder einem Vortrag zu lauschen. Auch ich war wieder Gast bei den Kirchhainer Sternfreunden in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster), die wie auch im letzten Jahr ein interessantes Programm für die Besucher auf die Beine gestellt haben.

Auf dem Platz hinter der Sternwarte stehen schon die Teleskop für die Besucher bereit

Bevor ich in Richtung Volkssternwarte aufbrach, traf ich mich mit beide Astrokumpels Uwe und Mario in Finsterwalde. Nach einem Kaffeeplausch ging es dann am frühen Abend zu den Kirchhainer Sternfreunden. Diese öffneten ihre Tore leider erst um 17 Uhr, so dass es für Sonnenbeobachtung schon fast zu spät war. Unser Zentralgestirn versteckte sich nämlich schon zum Teil hinter den angrenzenden Bäumen und Gebäuden. Auf der Sonne selber war an diesem Tag nur eine kleine Fleckengruppe sichtbar.
Vor dem Eingang zur Sternwarte hatten die Kirchhainer wieder den obligatorischen Grillstand aufgebaut. Auch ein Glücksrad stand nebenan, das besonders von den jüngeren Gästen intensiv genutzt wurde. Auf der Beobachterterrasse standen auch schon die Teleskope bereit und warteten in Parkposition auf die kommende Nacht. Wir bauten unsere Fernrohre auf dem Platz hinter der Sternwarte auf, wo schon die Teleskope der einzelnen Vereinsmitglieder standen.
Bis zum späten Abend füllte sich der Platz langsam, bis unsere Geräte sehr bald regelrecht umlagert wurden. Diesmal gab es gleich zwei sehr gut besuchte Vorträge zum aktuellen Sternenhimmel. Der Vortragsraum der Sternwarte quoll sprichwörtlich über, so dass einige Gäste keinen Platz mehr fanden und stehen mussten. Leider hatte ich nicht die Gelegenheit, einen der Vorträge zu lauschen, da sich in der Zwischenzeit eine kleine Schlange an meinem Teleskop gebildet hatte. Viele wollten mal einen Blick durch das Okular werfen und den Mond oder die Planeten am Abendhimmel beobachten.

Schmale Mondsichel mit Erdschein am Abendhimmel

Auch für nicht Astronomen gut sichtbar stand schon kurz nach Sonnenuntergang die schmale zunehmende Mondsichel unterhalb von Jupiter und Venus. Bei niedriger Vergrößerung beeindruckten vor allem der Erdschein und die plastisch erscheinende Kraterlandschaft der vom Sonnenlicht beschienenen Mondseite. Venus zeigte sich fast zur Hälfte beleuchtet, so dass ein junger Beobachter sogar meinte, unseren Erdtrabanten im Gesichtsfeld zu haben. Um das Licht des Abendsterns etwas zu dämpfen, benutzte ich einen Blaufilter, was zum Teil für Verwirrung sorgte. Jupiter stand schon etwas tiefer und präsentierte gut sichtbar zwei seiner Äquatorialbänder und die hellen Galileischen Monde.

Mond, Jupiter, Venus und Plejaden am westlichen Abendhimmel

Später als es dunkler wurde, nahm ich auch den Mars mit hoher Vergrößerung ins Visier: Hier war ich aber nicht sicher, ob die Besucher die Dunkelstrukturen auf unserem roten Nachbarplaneten auch wirklich erkennen konnten. Auf Grund der Vergrößerung lief der Mars sehr schnell aus dem Okulargesichtsfeld hinaus. Auch das eher schlechte Seeing erschwerte die Beobachtung und vor allem die Fokussierung. Neben den Planeten stellte ich noch den Orionnebel ein, der selbst in der fortgeschrittenen Dämmerung zahlreiche Strukturen zeigte und hier und da einige Begeisterungsstürme auslöste. Überrascht war ich, dass einige Besucher schon astronomisches Vorwissen mitbrachten. So hantierte ein kleiner und etwas altkluger Junge geschickt mit meinem Dobson herum. Eine Dame, die im letzten Jahr ihren Urlaub in Peru verbrachte, schwärmte vom südlichen Sternenhimmel mit einem auf dem auf dem Kopf stehenden Sternbild Orion. Der Ansturm legte sich schließlich erst gegen 21 Uhr. Viele besuchten dann noch den Grillstand, um sich zu stärken oder eine Kleinigkeit zu trinken. Viele fanden sich auch auf der Terrasse oder in der Sternwartenkuppel ein, um den Planeten Saturn zu beobachten, der noch tief über dem östlichen Horizont stand. Bevor auch ich meine Beobachtung beendete und mich zum Fachsimpeln unter die Leute mischte, schubste ich den Dobson in Richtung der Galaxie Messier 95 mit der Supernova SN 2012aw. Die Position der Supernova konnte ich mit Hilfe einer Sternkarte eindeutig identifizieren.

Bis kurz nach 23 Uhr waren die meisten Besucher auch schon verschwunden. Peter Taubert, der Vereinsvorsitzende der Kirchhainer Sternfreunde, teilte mir dann noch mit, dass deutlich über 100 Leute die Sternwarte besuchten. So war der 10. Tag der Astronomie auch für die Kirchhainer Sternfreunde ein voller Erfolg.

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3 Kommentare

  1. Ente

    Wieder sehr schön geschrieben!
    Bekommst ein Bienchen!
    Die Besucherzahlen kann ich nun so bestätigen, wie du sie genannt hast. Wir haben letzten Mittwoch noch mal grob durchgezählt.

    P. S.
    Wer war denn der kleine altkluge Junge? Stefan?

  2. Andreas

    Ne, Stefan war das nicht. 😉 Irgendeiner von den jüngeren Besuchern.

  3. Teleskop Fan

    Sehr schöner Artikel, wenn man auf diesen Tag zurückblickt!
    Wow und die Besucherzahlen sind wirklich hervorragend. Auch wenn das schon ein paar Jährchen her ist, ein großes Lob von mir!
    Beste Grüße
    Peter

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