Blogbeitrag

04 | 012013

Astronomische Jahresvorschau 2013, Teil 4 – Meteorströme und Jahreszeiten

Geschrieben von um 0:00 Uhr

Perseid über dem VLT © 2010 ESO/S. Guisard

Wie man in den vorhergehenden Artikeln der astronomischen Jahresvorschau 2013 nachlesen kann, gibt es in diesem Jahr wieder zahlreiche Highlights an unserem Himmel, die es Wert sind, beobachtet zu werden. So bin ich schon auf die Sichtbarkeit der beiden hellen Kometen gespannt. Ich werde das Erscheinen zeichnerisch wie auch fotografisch dokumentieren. So bleibt zu hoffen, dass diesmal deutlich mehr Artikel in meinem Blog erscheinen. Für jeden Interessierten, die kein eigenes Teleskop besitzen und mehr über astronomische Himmelserscheinungen erfahren möchten, kann der Besuch einer Volkssternwarte oder Planetarium ans Herz gelegt werden. Die Vereinigung der Sternfreunde e.V. plant auch in diesem Jahr, einen Astronomietag stattfinden zu lassen. So findet der 11. Tag der Astronomie am Samstag dem 16. März 2013 statt. An diesem Abend steht neben dem Mond auch die hellen Planeten Jupiter und Saturn am Abendhimmel. Und auch der Komet C/2011 L4 Panstarrs kann zum Tag der Astronomie beobachtet werden.

Bleibt zum Abschluss dieser astronomischen Jahresvorschau noch die Meteorströme und die Termine der Jahreszeiten zu nennen. Über das Jahr verteilt sind zahlreiche Sternschnuppenströme am Himmel sichtbar, von denen einige sehr ergiebige sind, andere wiederum in ihrer Aktivität stark schwanken. Zum Abschluss bleiben dann noch die wichtigsten Meteorströme sowie der Zeitpunkt der Jahreszeiten zu nennen:

Quadrantiden

Der Radiant der Quadrantiden befindet sich im Sternbild Bärenhüter. Sie sind vom 1. Januar bis 5. Januar aktiv und besitzen mittlere Eintrittsgeschwindigkeiten von 41 km/s. Das Maximum von 120 bis 200 Meteoren pro Stunde findet in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar statt. Der Mond steht kurz vor dem 1. Viertel und stört die Beobachtung in den Stunden nach Mitternacht. Der Ursprunsgkörper der Quadrantiden ist der Asteroid 2003 EH1, der wahrscheinlich der Kern des ehemaligen Kometen C/1490 Y1 ist.

Lyriden

Die Lyriden kommen aus dem Sternbild Leier und sind vom 16. bis 25. April die ganze Nacht über sichtbar. Das oft nicht sehr ausgeprägte Maximum von 18 Meteoren pro Stunde findet in der Nacht vom 21. auf den 22. April statt. In einigen Jahren gab es starke Ausbrüche von mehr als 300 Sternschnuppen, so dass sich auf jeden Fall eine Beobachtung des Meteorstroms lohnt. Die Teilchen des Stromes dringen mit einer Geschwindigkeit von 49 km/s in die Erdatmosphäre ein und erzeugen mittelschnelle Sternschnuppen. Am 25. April ist Vollmond, so dass die Lyriden Opfer des zunehmenden Mondes werden. Als Ursprungskörper gilt der Komet C/1861 Thatcher.

Eta-Aquariden

Zwischen dem 19. April bis 28. Mai sind die Eta-Aquariden am Morgenhimmel sichtbar, mit einem Maximum von 85 Sternschnuppen pro Stunde am 6. Mai. Da der Radiant im Sternbild Wassermann im Mai nicht sehr hoch über dem Horizont steht, machen sich in unseren Breiten deutlich weniger Meteore bemerkbar. Der abnehmende Mond stört die Beobachtung der Eta-Aquariden diesmal nicht. Mit 66 km/s handelt es sich um sehr schnell Meteore, die aufgrund des niedrigen Radiantenstandes lange Leuchtspuren zeigen. Der Ursprungskörper der Eta-Aquariden ist kein geringerer als der Komet 1P/Halley.

Südliche Delta-Aquariden

Die südlichen Delta-Aquariden sind zwischen dem 12. Juli und 19. August aktiv. Der Radiant liegt 3 Grad westlich von Delta Aquarii und erreicht in unseren Breiten zum Maximumszeitpunkt, in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli, gut 25 Grad Höhe über dem Horizont. Bei optimalen Bedingungen und hohem Radiantenstand sind bis zu 20 Meteore sichtbar, die mit einer Geschwindigkeit von 41 km/s in die Erdatmosphäre eindringen. Leider wird der im 1. Viertel stehende Mond und die früh einsetzende Morgendämmerung die Beobachtung dieses Meteorstroms massiv behindern.

Perseiden

Der bekannteste Meteorstrom des Jahres sind die Perseiden, dessen Radiant sich im Sternbild Perseus befindet. Sie tauchen zwischen dem 17. Juli bis 24. August auf und sind vorrangig am späten Abend bis zum Morgengrauen hin sichtbar. Das Maximum, mit einer stündlichen Zenitrate (ZHR) von mehr als 100 Sternschnuppen, findet in der Nacht vom 11. auf den 12. August statt. Der Mond stört die Beobachtung nicht, weil er rund 1 Stunde vor dem Ende der astronomischen Dämmerung unter dem Horizont verschwinden wird. Als Ursprungskörper der 59 km/s schnellen Meteore gilt der periodische Komet 109P/Swift-Tuttle.

Draconiden

Die Draconiden im Sternbild Drache, auch nach ihrem Ursprungskörper dem Kometen 21P/Giacobini-Zinner Giacobiniden genannt, sind die ganze Nacht über vom 7. bis 11. Oktober sichtbar. In den meisten Jahren werden in der Maximumsnacht am 8. Oktober nur wenig Meteore registriert, die mit einer äußerst langsamen Geschwindigkeiten von 18 km/s auf die Erdatmosphäre treffen und deshalb sehr gemächlich über den Himmel ziehen. Im Jahr 2011 gab es mit einer stündlichen Zenitrate von 600 aber eine deutlich gesteigerte Aktivität. Der Mond stört die Beobachtung der Draconiden nicht, weil dieser schon weit vor Mitternacht untergeht.

Orioniden

Die Orioniden im Sternbild Orion sind vom 2. Oktober bis 7. November aktiv. Das Maximum des mit 30 Meteoren pro Stunde nicht sehr aktiven Stroms ist in der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober zwischen Mitternacht und der Morgendämmerung zu erwarten. Mit 66 km/s handelt sich um sehr schnelle Meteore. Als Ursprungskörper gilt auch hier der Komet 1P/Halley. In diesem Jahr stört der noch nahezu voll beleuchtete Mond massiv die Beobachtungen der Orioniden.

Der Leoniden-Meteorsturm aus dem Jahr 1833 (E. Weiß: "Bilderatlas der Sternenwelt")

Der Leoniden-Meteorsturm aus dem Jahr 1833 (E. Weiß: “Bilderatlas der Sternenwelt”)

Leoniden

Neben den Perseiden im August zählen auch die Leoniden, die scheinbar aus dem Sternbild des Löwen zu kommen scheinen, zu den bekanntesten Meteorströmen des Jahres. Alle 33 Jahre zeigen die Leoniden stärkere Ausbrüche mit hohen Zenitraten, die mit der Umlaufzeit des Ursprungskörpers, dem periodischen Komet 55P/Temple-Tuttle, korreliert ist. So wurden im Jahr 1998 340 und in den Jahren 1966 und 1866 mehrere Tausend Sternschnuppen pro Stunde registriert. Der berühmteste Ausbruch der Leoniden fand allerdings im Jahr 1833 mit mehr als 200.000 Sternschnuppen pro Stunde statt! In normalen Jahren sind die Leoniden, die mit einer Geschwindigkeit von 71 km/s auf die Erdatmosphäre treffen, eher unauffällig. So auch wieder in diesem Jahr. Sichtbar sind die Leoniden vom 10. bis 23. November zwischen Mitternacht und dem Morgengrauen. Das Maximum, mit im Schnitt 50 Meteoren pro Stunde, findet in der Nacht vom 17. auf den 18. November statt. Weil am 17. November Vollmond ist, werden noch deutlich weniger Leoniden sichtbar sein.

Geminiden

Zu den stärksten Meteorströmen des Jahres, aufgrund der kalten Witterung meistens relativ unbeachtet, zählen die Geminiden. Der Radiant befindet sich ungefähr 1 Grad nordwestlich vom Hauptstern Kastor in den Zwillingen. Der Meteorstrom ist zwischen dem 7. bis 17. Dezember die ganze Nacht über sichtbar und erzeugt aufgrund der geringen Eintrittsgeschwindigkeit der Teilchen von 35 km/s lange flache und zum Teil sehr helle Meteorerscheinungen. Zum Maximum, in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember, sind bis zu 120 Sternschnuppen sichtbar. In diesem Jahr findet das Maximum kurz vor Vollmond statt, so dass die meisten Geminiden-Meteore durch den aufgehellten Himmel nicht sichtbar sind. Als Ursprungskörper der Geminiden gilt der Asteroid (3200) Phaethon, der ein “erloschener Komet” zu sein scheint.

Die Jahreszeiten

Das Jahr 2013 ist nach dem Gregorianischen Kalender ein Gemeinjahr mit 365 Tagen. Am 2. Januar um 6 Uhr steht die Erde mit 0,98329 AE oder knapp 147,1 Millionen Kilometer in Sonnennähe (Perihel). Am 20. März beginnt um 12:02 Uhr MEZ auf der Nordhalbkugel der Erde der Frühling (Tagundnachtgleiche). Am 21. Juni um 07:04 Uhr MESZ ist Sommeranfang (Sonnenwende) und damit der längste Tag des Jahres. Die Sonne geht an diesem Tag in meiner Heimatstadt Lübben um 4:45 Uhr auf und erst um 21:28 Uhr Sommerzeit wieder unter. Am 5. Juli um 16 Uhr steht die Erde am weitesten von der Sonne entfernt, im Aphel ihrer Bahn. An diesem Tag trennen uns 1,01674 AE oder 152,1 Millionen Kilometer von unserem Zentralgestirn. Herbstbeginn (Tagundnachtgleiche) ist am 22. September um 22:44 Uhr MESZ. Am 21. Dezember beginnt um 18:11 Uhr MEZ schließlich der Winter mit der Wintersonnenwende. An diesem kürzesten Tag des Jahres geht die Sonne um 8:10 Uhr auf und verschwindet um 15:55 Uhr wieder unter der Horizontlinie.

Sommerzeit

Die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) geht gegenüber der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) um eine Stunde vor. Sie gilt voraussichtlich vom 31. März bis 27. Oktober 2013.

Astronomische Jahresvorschau 2013, Teil 1 – Planetenlauf
Astronomische Jahresvorschau 2013, Teil 2 – Das Finsternisjahr
Astronomische Jahresvorschau 2013, Teil 3 – Asteroiden und Kometen

Letzte Änderung am: 4. Januar 2013

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