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Jun 01 2015

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Der Sternhimmel im Monat Juni 2015

Der Lauf des Mondes

Am Abend des 1. Juni können wir den fast vollen Mond nur 1 ½ Grad nördlich von Saturn im Sternbild Waage auffinden. Am nächsten Abend ist auch die Vollmondphase erreicht.
Nach der Vollmondnacht befindet sich der Mond am 3. des Monats in seiner südlichsten Lage auf der Ekliptik im Sternbild des Schützen. In den darauffolgenden Nächten verschieben sich die Aufgänge des Mondes immer mehr in die zweite Nachthälfte. Dabei wandert er weiter in östlicher Richtung die Ekliptik entlang und passiert nacheinander die Sternbilder Steinbock und Wassermann. Am 9. Juni steht der abnehmende Halbmond (Letztes Viertel) in den Fischen. Schließlich können wir den Mond am Morgen des 13. Juni zum letzten Mal vor Neumond als sehr schmale Sichel in der Dämmerung aufspüren. Am 16. des Monats ist Neumond.
Am 19. Juni können wir versuchen, die sehr schmale Mondsichel in der Abenddämmerung über dem westlichen Horizont zu entdecken. Etwas oberhalb der Sichel steht auch die Venus als unübersehbarer Abendstern. Am darauffolgenden Abend befindet sich die Sichel schon 8 ½ Grad östlich der Venus und nur 5 ½ südwestlich vom Riesenplaneten Jupiter. Zum Sommeranfang am 21. Juni passiert der Mond den Hauptstern Regulus im Löwen 4 ½ südlich und erreicht am 24. Juni, als abnehmender Halbmond (Letztes Viertel), das Sternbild Jungfrau. In der Nacht vom 26. auf den 27. Juni wandert er am Hauptstern Spika vorbei. Am 27. des Monats kommt es kurz vor Mitternacht zu einer Bedeckung des 5,4 mag hellen Stern My Librae am dunklen Mondrand, die auf einer Linie von Kassel über Erfurt bis nördlich nach Chemnitz streifend verläuft. Zum 28. des Monats erreicht der zunehmende Mond abermals den Saturn in der Waage und steht dann 2 ½ nordwestlich des Ringplaneten und am 29. Juni 8 Grad nördlich von Antares, dem Hauptstern des Skorpions.

Die Planeten

Der flinke Planet Merkur entfernt sich nach seiner unteren Konjunktion mit der Sonne am 30. Mai schnell in westlicher Richtung und steht am 24. Juni in einer größten westlichen Elongation zu unserem Zentralgestirn. Trotz 22,5 Grad Winkelabstand von der Sonne, reicht es aufgrund der flachen Ekliptiklage am Morgenhimmel nicht für eine Morgensichtbarkeit des innersten Planeten unseres Sonnensystems für unsere Breiten. Auch die enge Begegnung mit der schmalen Mondsichel am 15. des Monats, nur einen Tag vor Neumond und mit 2 ½ Bogenminuten Abstand, entgeht uns. Am 2. Juni erreicht Merkur das Aphel seiner Bahn und ist dann 69,8 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.

Die Venus beherrscht immer noch den Abendhimmel und bleibt noch rund 2 Stunden nach Sonnenuntergang über dem westlichen Horizont sichtbar. Am 6. Juni erreicht die Venus mit 45°24′ ihre größte östliche Elongation von der Sonne. Am 3. Juni wechselt sie vom Sternbild Zwillinge kommend in den Krebs und anschließend, ab 26. Juni, in den Löwen. Dabei nähert sich die Venus dem Planeten Jupiter an und passiert ihn in Ende des Monats, in einem Abstand von nur 25 Bogenminuten. Davor, am 13. Juni, steht die Venus weniger als 1 Grad nördlich der Praesepe (M 44) im Krebs und am 20. Juni gesellt sich die schmale zunehmende Mondsichel zum Planetenduo in der Abenddämmerung. Am 6. Juni zeigt sich unser Schwesterplanet zur Hälfte beleuchtet, die so genannte Dichotomie tritt ein. Die Venus ist dann knapp 24 Bogensekunden groß. Der Durchmesser wächst bis zum Ende des Monats auf gut 32 Bogensekunden. Gleichzeitig nimmt auch der Beleuchtungsgrad ab, so dass sich der -4,6 mag helle Abendstern als Sichel zeigt. Am 1. Juni geht die Venus um 0:39 Uhr erst nach Mitternacht unter. Bis zum Monatsende verfrühen sich die Untergangszeiten auf die Zeiten vor Mitternacht um 23:26 Uhr Sommerzeit.

Unser roter Nachbarplanet Mars im Sternbild Stier steht am 14. Juni in Konjunktion mit der Sonne und hält sich mit ihr am Taghimmel auf. Am Tag der Konjunktion befindet sich der Planet 2,57 AE bzw. 384 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Des Weiteren beginnt am 18. des Monats auf der Nordhalbkugel des Mars der Frühling. Am 25. Juni wechselt der Rote Planet schließlich in die Zwillinge. Erst im August taucht der Planet wieder am Morgenhimmel auf.

Der -1,8 mag helle Jupiter ist ein Objekt für die erste Nachthälfte und wandert am 10. Juni rechtläufig vom Sternbild Krebs kommend in den Löwen. Die Sichtbarkeit des im Teleskop scheinbar 33 Bogenminuten großen Planeten am Abendhimmel reduziert sich drastisch. Die Elongation zur Sonne nimmt ab von anfangs 66 Grad auf 43 Grad. Außerdem wird es auch immer später dunkel. Somit steht Jupiter bei Einbruch der Dunkelheit schon tief im Westen. Zu Beginn des Monats sinkt der Riesenplanet um 1:20 Uhr unter die westliche Horizontlinie und am 30. Juni bereits um 23:32 Uhr Sommerzeit. Die Venus nähert sich vom Westen her dem Jupiter, so dass es am 20. Juni zu einer netten Konstellation kommt, zusammen mit der zunehmenden Mondsichel, die 5 Grad südlich am Riesenplaneten vorbei läuft. Am 30. Juni holt die Venus, auf ihrem Lauf entlang der Ekliptik, Jupiter schließlich ein und zieht etwas weniger als eine Vollmondbreite südlich am Riesenplaneten vorbei.

Saturn stand im Vormonat in Opposition zur Sonne und bewegt sich weiter rückläufig durch die Waage. Der Ringplanet steht bei Einbruch der Dunkelheit niedrig im Südosten und ist mit 0,3 mag Helligkeit immer noch ein auffälliges Gestirn am Nachthimmel, obwohl er sich langsam aber sicher vom Morgenhimmel zurückzieht. Am 1. Juni steht Saturn um 0:21 Uhr im Süden und geht um 4:49 Uhr unter. Am 30. Juni kulminiert der Planet bereits um 22:20 Uhr und sinkt um 2:50 Uhr Sommerzeit unter die westliche Horizontlinie. Am 1. und 29. Juni zieht der zunehmende Mond in geringem Abstand am Ringplaneten vorbei.

Uranus wird zum Monatsende hin am frühen Morgenhimmel sichtbar. Der grünlich erscheinende, 3,5 Bogensekunden große und scheinbar 5,8 mag helle Planet wandert dabei immer langsamer werdend durch die Fische und zieht im letzten Monatsdrittel an Zeta Piscium (4,9 mag) vorbei. Am 1. Juni geht Uranus um 3:00 Uhr auf. Bis zum Monatsende verfrühen sich die Aufgangszeiten auf 1:08 Uhr Sommerzeit.

Der äußere Planet unseres Sonnensystems Neptun kommt am 12. Juni im Sternbild Wassermann zum Stillstand und setzt zu seiner Oppositionsschleife an. Anschließend bewegt er sich wieder rechtläufig am Himmel. Mit einer Helligkeit von 7,9 mag und 2,3 Bogensekunden Durchmesser ist der Planet nur ein Objekt für Ferngläser und Teleskope und steht am frühen Morgen tief über dem südöstlichen Horizont. Am 1. Juni geht Neptun um 1:55 Uhr Sommerzeit auf. Am 30. Juni erreicht er die östliche Horizontlinie bereits zwei Stunden früher.

Der Zwergplanet (134340) Pluto kann als 14,1 mag helles im Sternbild Schütze mit 30 cm Öffnung und mehr aufgefunden werden und ist ein Objekt für die zweite Nachthälfte. Allerdings ist er im dichten Meer der Hintergrundsterne unser Milchstraße nur schwer zu finden. Er bewegt sich rückläufig durch den Schützen und steht erst am 6. Juli in Opposition zur Sonne. Am 14. Juli 2015 wird die NASA-Raumsonde New Horizons am Pluto vorbeifliegen.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Seit einem halben Jahr sehr helle Komet C/2014 Q2 (Lovejoy) kann in der 1. Monatshälfte noch leicht mit einem Fernglas aufgespürt werden. Danach sind kleine bis mittlere Instrumente erforderlich, um den Kometen im Sternbild Kleiner Bär aufzufinden. Er steht auch in den kurzen und hellen Juninächten zirkumpolar hoch in Richtung Norden und wandert am letzten Tag des Juni vom Polarstern kommend in Richtung Kasten des Kleinen Bären und damit sehr dicht an Beta UMi vorbei. Die Helligkeit sinkt von anfangs 8,5 auf unter 10 mag ab.

Der periodische Komet 22P/Kopf läuft auf seiner Bahn durch die Jungfrau in Richtung Süden und ist nur in großen Instrumenten beobachtbar. Auf seiner Wanderung durch dieses Sternbild kommt er an zahlreichen Galaxien vorbei. Mitte Juni begegnet der Schweifstern die 12 mag hellen Galaxie NGC 4457. Am 23. und 24. Juni steht der Komet in der Nähe der 11 mag hellen Galaxie NGC 4527. Die Helligkeit steigt im Laufe des Monats von anfangs 13 auf gut 12,5 mag.

Der Zwergplanet (1) Ceres wird am 6. Juni im Sternbild Steinbock rückläufig und setzt zu seiner Oppositionsschleife an. Am 29. Juni wechselt der Zwergplanet ins Sternbild Mikroskop. Die Helligkeit steigt von anfangs 8,3 auf 7,9 mag. Damit ist das größte Objekt im Asteroidengürtel schon mit einem Fernglas erkennbar. Am 1. Juni geht Ceres um 1:43 Uhr Sommerzeit auf und am 30. Juni bereits um Mitternacht. Zur Zeit umkreist die NASA-Raumsonde Dawn Ceres und liefert reichlich Daten vom Zwergplaneten.

Der Asteroid Nr. 2 Pallas kommt am 12. Juni im Sternbild Herkules wieder in Opposition zur Sonne und erreicht eine maximale Helligkeit von 9,4 mag. Damit fällt die diesjährige Opposition des Kleinplaneten nicht besonders günstig aus. Zum Monatsende hin ist die Helligkeit auf 9,5 mag leicht abgesunken. Zu Beginn des Monats kulminiert Pallas um 2:10 Uhr. Ende des Monats steht der Asteroid schon um 23:48 Uhr Sommerzeit hoch im Süden.

(4) Vesta taucht in der Monatsmitte im Sternbild Fische wieder am Morgenhimmel auf und wandert bis zum Monatsende in den Walfisch. Ihre Helligkeit steigt leicht von anfangs 7,7 auf 7,6 mag. Am 1. des Monats geht der Asteroid um 2:53 Uhr auf. Am letzten Tag des Monats erreicht sie bereits um 1:24 Uhr Sommerzeit die östliche Horizontlinie. Am 29. Juni kann Vesta in der Nähe von 13 Ceti (5,2 mag) aufgefunden werden. Ihr gegenseitige Abstand beträgt am Morgen nur 8 Bogenminuten.

(15) Eunomia bewegt siech durch das Sternbild Fische und Pegasus und wird in der zweiten Juniwoche wieder heller als 10 mag. Am 1. Juni geht Eunomia um 1:33 Uhr Sommerzeit auf und am 30. Juni, nun 9,7 mag hell, bereits zwei Stunden früher.

Der Asteroid (129) Antigone kommt am 23. Juni im Grenzbereich der Sternbilder Schwanz der Schlange und Schlangenträger in Opposition zur Sonne und erreicht eine Helligkeit von 9,8 mag. Bis zur zweiten Juniwoche hinein beträgt die Helligkeit noch unter 10 mag. Die Kulminationszeiten des Himmelskörpers verfrühen sich von anfangs 2:52 Uhr auf 0:32 Uhr Sommerzeit. Am 25. Juni steht Antigone nur 4,5 Bogenminuten vom 5,8 mag hellen Stern SAO 142083 entfernt.

(532) Herculina kann im Kopf der Schlange aufgefunden werden und geht zu Monatsbeginn um 0:08 Uhr durch den Meridian. Bis zum Monatsende verfrühen sich die Meridiandurchgänge auf 21:58 Uhr Sommerzeit. Die Helligkeit geht im Laufe des Monats allerdings von anfangs 9,2 auf 9,8 mag wieder zurück.

Meteorströme

Vom 19. Mai bis 14. Juni sind die Tau-Herculiden aktiv. Sie gehen auf den Kometen 73P/Schwassmann-Wachmann zurück und erzeugen lediglich 2 Meteore pro Stunde. Die Geschwindigkeit der Teilchen beträgt dabei 15 km/s. Das Maximum der Tau-Herkuliden wird am 3. Juni erwartet. Der Radiant steht in unseren Breiten und zum Maximumszeitpunkt fast im Zenit. In Zukunft, besonders in den Jahren 2022 und 2049, könnte es zu höheren Aktivitätsraten kommen.

Seit 1966 werden zwischen dem 10. und 20. Juni die Juni-Lyriden beobachtet. Ihr Aktivitätsmaximum erreicht der Meteorstrom am 16. Juni zur Neumondzeit. Gewöhnlich werden kaum mehr als 5 Meteore pro Stunde registriert, die mit einer Geschwindigkeit von 31 km/s in die Erdatmosphäre eindringen. Im Jahr 1996 kam es aber zu einer deutlich höheren Rate. Der Radiant befindet sich im Sternbild Leier, nur wenige Grad vom Hauptstern Wega entfernt, und steht demzufolge im Juni sehr hoch am Himmel. Ein Ursprungskörper für die Juni-Lyriden ist nicht bekannt.

Die Juni-Bootiden sind vom 22. Juni bis 2. Juli aktiv und stammen vom kurzperiodischen Kometen 7P/Pons-Winnecke ab. Das Maximum wird in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni erwartet. Allerdings ist die Zenitrate variabel und so gering, dass sie in der Regel kaum auffällt. Im Schnitt sind nicht mehr als 5 Meteore pro Stunde sichtbar. Der Radiant steht im nördlichen Teil des Sternbilds Bärenhüter und demzufolge am Abend sehr hoch am Himmel. Gegen Morgen besitzt der Radiant immer noch eine Höhe von 40 Grad. Am besten beobachtet man in Süddeutschland bzw. von Südeuropa aus, da die Nächte dort noch deutlich dunkler sind als im Norden der Republik. Eine Beobachtung lohnt sich, da der Strom in verschiedenen Jahren Aktivitätsausbrüche zeigte. So stieg im Jahr 1998 die Zenitrate für kurze Zeit auf 100 Meteore pro Stunde und im Jahr 2004 auf 50 Meteore pro Stunde an. Weitere Ausbrüche gab es in den Jahren 1916 und 1927. Der zunehmenden Mond geht in diesem Jahr aber erst nach 2 Uhr unter und stört die Beobachtung gegen Mitternacht. Die Teilchen der Juni-Bootiden erzeugen mit 18 km/s extrem langsame Spuren. Somit lassen sich die Teilchen des Stroms sehr gut von sporadischen Meteoren unterscheiden.

Die ekliptikalen Meteore der Anthelionquelle (nach älteren Quellen als Sagitariiden bezeichnet) sind im gesamten Monat Juni aktiv und kommen im Juni aus Richtung des Sternbilds Schütze. Aufgrund der geringen Höhe des Ausstrahlungspunktes über dem Horizont, sind im Durchschnitt nur ein bis zwei Meteore pro Stunde sichtbar. Die Eintrittsgeschwindigkeit der Teilchen liegt um 30 km/s.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel im Juni 2015

Der Sternhimmel am 15. Juni 2015 um 23:00 MESZ

Im Norden

Zu unserer Standardbeobachtungszeit hat die bekannte Figur des Großen Wagens, der zum Sternbild Großer Bär gehört, seine höchste Stellung im Zenit schon längst überschritten und steigt nun wieder langsam zum Nordwesthorizont herab. Die beiden hinteren Kastensterne des Wagens fünfmal verlängert zeigen direkt auf den Polarstern, der exakt die Nordrichtung angibt. Der Polarstern ist der letzte Deichselstern des Kleinen Bären, dessen Wagenkasten sich jetzt ziemlich genau auf 12 Uhr Position und somit in seiner höchste Stellung über dem Nordhorizont aufhält. Direkt rechts und oberhalb des Kleinen Bären gelegen erkennt man das Sternbild Drache, der sich um den Kleinen Bären herumwindet. Der rautenförmige Kopf des Drachen wird in der nächsten Stunde ebenfalls den Zenit erreichen.
In mittlerer Höhe im Nordosten, unterhalb von Kleiner Bär und Drache, entdecken wir das Sternbild Kepheus, in dem man die Form eines Hausdaches vermuten kann. Darunter befindet sich die Kassiopeia, die die Form des Buchstabens „W“ besitzt und demzufolge im Volksmund auch als Himmels-W bezeichnet wird. Sie hat ihre untere Kulmination schon längst überschritten. Hingegen hat das Sternbild Perseus gerade seine niedrigste Stellung erreicht und befindet sich nun genau über dem Nordhorizont. Ebenfalls in Horizontnähe, westlich des Perseus gelegen, funkelt die gelblich leuchtende Capella im Sternbild Fuhrmann gemächlich vor sich hin. Oberhalb des Fuhrmanns und unterhalb der schwächeren Sternen des Großen Bären stehen noch die aus deutlich schwächeren Sternen bestehenden unscheinbaren Sternbilder Luchs und Giraffe.

Im Osten

Die östliche Himmelsgegend wird jetzt vom imposanten Sommerdreieck dominiert, das sich in halber Höhe über dem Horizont befindet. Es wird durch die drei hellen Sterne Deneb im Schwan, Wega in der Leier und Atair im Adler gebildet. Genau zwischen Adler und Schwan befinden sich die kleinen unscheinbaren Sternbilder Delfin, Pfeil und Füchschen. Das Band unserer Heimatgalaxie, die Milchstraße, verläuft mitten durch das Sommerdreieck hindurch von links oben kommend zum südöstlichen Horizont herab. Unter einem dunklen und transparenten Landhimmel, sowie bei guter Horizontsicht im Südosten, sollte man auch schon die helle Schildwolke im Sternbild Schild, die neben dem Milchstraßenzentrum der auffälligste Teil unserer Heimatgalaxie ist, erkennen können.
Oberhalb des Sommerdreiecks entdecken wir das Sternbild Herkules und einen Teil des Drachen, mit seinem markanten rautenförmigen Kopf. Im Nordosten gehen schon die ersten Sterne des Herbststernbilds Pegasus auf. Darüber erkennt man das unscheinbare und nur aus schwachen Sternen bestehende Sternbild der Eidechse und noch weiter höher im Nordosten den Kepheus.

Im Süden

Blicken wir hoch in Richtung Süden hat das Sternbild Bärenhüter, mit seinem auffällig hell und orange erscheinenden Hauptstern Arktur, den Südpunkt schon längst überschritten. Links daneben finden wir das Sternbild Nördliche Krone, das gerade den Meridian passiert. Noch weiter in Richtung Osten steht der Herkules, der in der nächsten halben Stunde seinen höchsten Punkt im Süden erreichen wird. Nun ist auch die beste Zeit, den Kugelsternhaufen Messier 13 im Herkules zu beobachten. Dieser befindet sich etwas unterhalb vom rechten oberen Kastenstern des Herkules und ist unter einem dunklen mondscheinlosen Himmel als blasser Lichtfleck mit bloßem Auge zu sehen.
Unterhalb des Sternbilds Nördliche Krone steht der Kopf der Schlange, die vom mächtigen Schlangenträger im Südosten getragen wird. Hier steht mit Messier 5 ein weiterer heller Kugelsternhaufen in Reichweite kleiner Teleskope. Unterhalb der Schlange geht gerade das Sternbild Waage durch den Meridian. Links daneben erkennt man den nördlichen Teil des Sternbilds Skorpion, mit seinem rötlich funkelnden Hauptstern Antares. Oberhalb des Kopfes des Skorpions, im Grenzgebiet zur Waage, befindet sich zurzeit der Ringplanet Saturn, der in der nächsten halben Stunden den Meridian überschreiten wird. Halbhoch im Südwesten stehen noch die Galaxiengebiete des Sternbilds Jungfrau, mit dem hellen und weißlich leuchtenden Hauptstern Spica.

Im Westen

Im Westen verschwinden nun langsam aber sicher die letzten Frühlingssternbilder. Der mächtige Löwe nähert sich jetzt immer weiter dem Westhorizont. Auch der unscheinbare Krebs, westlich des Löwenkopfes gelegen, ist schon im Horizontdunst verschwunden. In diesem Gebiet stehen die beiden hellen Planeten Jupiter und Venus über dem Westhorizont und bieten dem Beobachter einen beeindruckenden Anblick. Die beiden Planeten werden in der nächsten Stunde im Nordwesten untergehen. Dicht über dem Nordwesthorizont funkeln noch die beiden hellen Hauptsterne Kastor und Pollux in den Zwillingen munter vor sich hin.
Hoch im Südwesten steht der Bärenhüter, mit dem hellen Hauptstern Arktur. Das Sternbild Großer Bär befindet sich ebenfalls noch in günstiger Beobachtungsposition hoch im Westen. Unterhalb der Wagendeichsel des Bären entdecken wir das unscheinbare Sternbild der Jagdhunde und noch weiter tiefer, das nur aus schwachen Sternen bestehende Sternbild Haar der Berenike. Unterhalb des Haars der Berenike befindet sich die Jungfrau. Dicht über dem Südwesthorizont verschwinden gerade die beiden unscheinbaren Sternbilder Rabe und Becher unter dem Horizont.

Weitere, ausführlichere Informationen zum aktuellen Sternhimmel gibt es auf der Seite Sternhimmel.

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