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Jul 01 2016

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Der Sternhimmel im Monat Juli 2016

Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats befindet sich die abnehmende Mondsichel am Morgenhimmel im Sternbild Stier und ungefähr 11 Grad vom offenen Sternhaufens der Hyaden entfernt. Am 2. Juli können wir unseren stillen Begleiter nur rund eine Vollmondbreite westlich von Aldebaran, dem Hauptstern des Stiers, und inmitten der Hyaden aufspüren. Nur einen Morgen später steht die schmale Sichel dann zum letzten Mal in der Dämmerung über dem Osthorizont, bis am 4. Juli schließlich die Neumondphase erreicht ist.
Aufgrund der flachen Ekliptiklage am Abendhimmel, müssen uns dann noch bis zum 7. des Monats gedulden, bis wir die nun wieder zunehmende Sichel des Mondes niedrig im Westen in der Abenddämmerung aufspüren können. Sie befindet sich an diesem Abend nur 3 Grad unterhalb von Regulus, dem Hauptstern im Löwen. Am Abend des 8. Juli hat der Mond Regulus bereits hinter sich gelassen und steht nach Sonnenuntergang bereits höher über dem Horizont, genau zwischen Regulus und dem Riesenplaneten Jupiter, der sich im selben Sternbild aufhält. Am 9. Juli ist der Mond bereits an Jupiter vorbeigewandert und befindet sich nur 5 ½ Grad südöstlich des Riesenplaneten. In den nachfolgenden Nächten durchwandert der Mond das Sternbild Jungfrau und hält sich am 11. Juli nur 7 ½ Grad nordwestlich vom Hauptstern Spica auf. Nur einen Abend später steht der zunehmende Halbmond (Erstes Viertel) im selben Abstand östlich von ihr. Der zunehmende Mond bewegt sich weiter in Richtung Osten und erreicht nun das Sternbild der Waage, wo wir ihn am 14. des Monats 7 Grad nördlich unseres roten Nachbarn Mars sehen können. Nur einen Abend später befindet er sich oberhalb von Antares im Skorpion und nur 5 Grad nordwestlich von Saturn. In den nachfolgenden Nächten durchwandert unserer stiller Begleiter nacheinander die Sternbilder Schlangenträger und Schütze. Am 20. des Monats ist Vollmond.
Nach der Vollmondnacht befindet sich der Erdtrabant im Steinbock und wird in den nächsten Nächten mehr und mehr ein Objekt für die zweite Nachthälfte. Nun durchwandert der Mond Gebiete des Himmels, die nur schwache Sterne enthalten. Am 27. des Monats steht er im Letzten Viertel im Sternbild Walfisch. Gleichzeitig befindet er sich auch in Erdnähe. Am Morgen des 29. Juli können wir ihn abermals in den Hyaden aufspüren, wenn er sich nur 4 ½ westlich vom Hauptstern Aldebaran aufhält. Am Nachmittag gegen 13:39 Uhr kommt es auch zu einer Bedeckung von Aldebaran am Taghimmel, die allerdings nur im Südwesten Deutschland, im Südwesten Österreich und in der Schweiz beobachtbar ist. Vorher wird um 5:27 Uhr bis 6:28 Uhr der 3,9 mag helle Stern Gamma Tauri vom Mond bedeckt. Am letzten Morgen des Monats steht die Mondsichel schließlich in den Zwillingen und nur 5 Grad westlich von Alhena (Gamma Geminorum) entfernt.

Die Planeten

Der flinke Planet Merkur steht am 2. Juli, mit 46 Millionen Kilometern Abstand zur Sonne, im Perihel seiner Bahn und erreicht schließlich am 7. Juli 2016 die obere Konjunktion. Demzufolge ist er nicht beobachtbar. Am Tag der Konjunktion befindet er sich 1,33 AE bzw. 199 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Bis zum Ende des Monats wächst sein östlicher Winkelabstand zu unserem Zentralgestirn auf gut 22 Grad an. Aufgrund seiner 7 Grad südlicheren Deklination zu unserem Zentralgestirn, reicht das in der Regel nicht für eine Abendsichtbarkeit des innersten Planeten unseres Sonnensystems. Eventuell lässt sich bei sehr guten Bedingungen ab der Monatsmitte der Planet mit Hilfe eines lichtstarken Fernglases aufspüren. Denn am 16. Juli beträgt der Abstand zwischen Merkur und helleren Venus nur noch 1 Vollmondbreite oder 32 Bogenminuten!

Unser Schwesterplanet Venus stand im Vormonat in oberer Konjunktion zur Sonne und wird langsam wieder am Abendhimmel sichtbar. Am 11. Juli erreicht sie das Perihel ihrer Bahn und befindet sich an diesem Tag 107 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Sie kann etwa ab der Mitte des Monats mit lichtstarken Instrumenten sehr niedrig über dem Westhorizont aufgefunden werden. Für eine freisichtige Beobachtung unseres Nachbarplaneten reicht das aber noch nicht, obwohl ihr östlicher Winkelabstand am Monatsende bereits 15 Grad beträgt. Am 16. Juli kann die Venus zusammen mit Merkur im Teleskop beobachtet werden.

Mars ist nach wie vor ein auffälliges Gestirn am Nachthimmel und bewegt sich immer schneller werdend rechtläufig durch das Sternbild Waage. Der Planet kann bis zur Mitte des Monats aber nur noch bis Mitternacht gut beobachtet werden und steht zu seiner Kulmination nur 20 Grad hoch über dem Horizont. Somit wird er im Laufe des Monats mehr und mehr ein Objekt für die erste Nachthälfte. Bis zum Monatsende verlagert er seine Untergänge auf die Zeit um Mitternacht. Am 1. Juli steht der Rote Planet um 21:43 Uhr im Meridian und geht um 1:53 Uhr unter. Bis zum 31. Juli verfrühen sich die Meridiandurchgänge auf 20:11 Uhr und die Untergänge auf 0:05 Uhr Sommerzeit. Dabei geht seine Helligkeit von anfangs -1,4 auf -0,8 mag zurück. Die Beleuchtungsphase sinkt ebenfalls von 93 auf 88%. Auch der scheinbare Durchmesser des Marsscheibchens schrumpft, aufgrund der wieder größer werdenden Entfernung zur Erde, von anfangs 16 auf nur noch 13 Bogenminuten.

Jupiter, rechtläufig im Sternbild Löwe, steht bei Einbruch der Dunkelheit schon im Westen. Dabei verkürzt er seine Sichtbarkeit im Laufe des Monats drastisch wobei sein östlicher Winkelabstand zur Sonne zum Ende des Monats auf 43 Grad zurückgeht. Auch seine scheinbare Helligkeit geht zurück von anfangs -1,9 auf nunmehr -1,7 Größenklassen. Zu Beginn des Monats geht Jupiter um 0:13 Uhr unter. Bis Ende Juli verfrühen sich die Untergänge auf 22:23 Uhr Sommerzeit. Am 4. Juli erhält Jupiter Besuch von der NASA Raumsonde Juno, die in einen Orbit um den Riesenplaneten einschwenken wird.

Saturn stand im Vormonat in Opposition zur Sonne und kann zu Beginn des Monats immer noch die ganze Nacht nördlich von Antares im Skorpion beobachtet werden. Zum Monatsende wird er aber mehr und mehr ein Objekt für die erste Nachthälfte. Dabei bewegt er sich immer langsamer werdend rückläufig durch den Schlangenträger und kommt Ende Juli fast zum Stillstand. Auch seine Helligkeit geht leicht zurück von anfangs 0,2 auf 0,3 mag. Zu Beginn der Nacht steht Saturn im Südosten und erreicht am 1. Juli um 23:02 seinen höchsten Punkt im Süden, wobei er nur knapp 20 Grad Horizonthöhe erreicht. Sein Untergang erfolgt um 3:17 Uhr. Am 31. Juli steht Saturn bereits zwei Stunden früher im Meridian und verschwindet um 1:14 Uhr Sommerzeit unter die südwestliche Horizontlinie. In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli wandert der zunehmende Mond, in nur 3 Grad Abstand, nördlich an Saturn vorbei.

Der grünlich leuchtende Planet Uranus im Sternbild Fische kann immer besser am Morgenhimmel aufgefunden werden und geht ab der Monatsmitte bereits vor Mitternacht auf. Am 30. Juli wird der 5,9 mag helle Planet stationär und beginnt seine Oppositionsperiode. Damit ist er theoretisch schon mit bloßem Auge erkennbar. Zu Beginn des Monats erfolgt der Uranusaufgang um 1:08 Uhr Sommerzeit. Ende Juli erscheint er bereits zwei Stunden früher über der östlichen Horizontlinie.

Der äußere Planet unseres Sonnensystems Neptun bewegt sich rückläufig durch den Wassermann und verlagert seine Aufgänge in die Zeit vor Mitternacht. Damit wird der in einer bläulichen Farbe leuchtende und nur 7,8 mag helle Himmelskörper immer besser in der zweiten Nachthälfte sichtbar. Der 3,7 mag helle Stern Lambda Aquarii kann dabei als Aufsuchhilfe für den fernen Planeten dienen, weil er sich nur ein halbes Grad nördlich des Planeten befindet. Anfang Juli geht Neptun um 23:55 Uhr auf und steht um 5:21 Uhr im Süden. Bis zum Monatsende verfrühen sich seine Aufgänge auf 21:56 Uhr und seine Meridiandurchgänge auf 3:21 Uhr Sommerzeit. Am 23. Juli erhält Neptun Besuch vom abnehmenden Mond. Der gegenseitige Abstand der beiden Himmelskörper beträgt gegen 4 Uhr morgens nur noch 2 Grad.

Der Zwergplanet (134340) Pluto im Sternbild Schütze steht am 7. Juli in Opposition zur Sonne. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 14,1 mag, ist der entfernte Himmelskörper nur in großen Teleskopen zu beobachten, wobei ein Auffinden, aufgrund des Sternenreichtums der Milchstraße, eine Herausforderung ist. Das Suchgebiet für den Zwergplaneten befindet sich zwischen den Sternen Omicron und Pi im Schützen. Am Oppositionstag befindet sich Pluto 32,11 AE bzw. 4,804 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, was einer Lichtlaufzeit von 4 Stunden und 27 Minuten entspricht. An diesem Tag geht Pluto um 21:03 Uhr auf und erreicht um 1:13 Uhr seinen höchsten Punkt im Süden. Sein Untergang erfolgt um 5:19 Uhr Sommerzeit. Vor einem Jahr, am 14. Juli 2015, flog die NASA Raumsonde New Horizons an Pluto vorbei und übermittelte faszinierende Bilder dieser fremden Welt.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2014 S2 (PANSTARRS) kann bei Einbruch der Dunkelheit im Sternbild Löwe in rund 10 Grad Höhe über dem Westhorizont aufgefunden werden. Er ist zur Zeit immer noch heller als erwartet und mit einer Helligkeit von 11,5 mag in mittleren Teleskopen beobachtbar.

Der Zwergplanet (1) Ceres taucht im Juli wieder am Morgenhimmel auf und kann im Sternbild Walfisch beobachtet werden. Auch seine Helligkeit steigt leicht von anfangs 9,1 auf 8,8 mag. Die Aufgänge von Ceres verfrühen sich von anfangs 2:09 Uhr auf 0:27 Uhr Sommerzeit.

Der Asteroid (2) Pallas bewegt sich rückläufig durch den Pegasus und steigert seine Helligkeit von 9,9 auf 9,4 mag. Im zweiten Augustdrittel erreicht der Himmelskörper schließlich die Opposition zur Sonne. Am 1. Juli steht Pallas um 4:24 Uhr im Süden und am 31. Juli bereits um 2:12 Uhr Sommerzeit.

(8) Flora zieht ihre Bahn durch den Schlangenträger und wird zur Monatsmitte wieder schwächer als 10 mag. Zu Beginn des Monats steht der 9,7 mag helle Kleinplanet um 23:24 Uhr im Süden und am Ende des Monats bereits um 21:11 Uhr Sommerzeit.

(18) Melpomene kann im Sternbild Fische aufgefunden werden und wird am 14. Juli wieder heller als 10 mag. Bis zum Monatsende steigert der Asteroid seine Helligkeit auf 9,6 mag. Ihre Aufgänge verfrühen sich von anfangs 0:54 Uhr auf 23:40 Uhr Sommerzeit.

Asteroid Nr. 20 Massalia erreicht am 1. August im Sternbild Steinbock die Opposition zur Sonne und wird nur wenige Tage heller als 10 mag. Zu Beginn des Monats steht die 9,9 mag helle Massalia um 3:38 Uhr im Süden. Ende Juli erfolgt ihr Meridiandurchgang schon um 1:16 Uhr Sommerzeit. Am 20. Juli kann der 5,9 mag helle Stern SAO 139798 als Aufsuchhilfe dienen. Der gegenseitige Abstand beträgt nur 5,5 Bogenminuten.

(349) Dembowska kann im Sternbild Südlicher Fisch aufgefunden werden und wird ab dem 21. Juli wieder heller als 10 mag. Bis zum Monatsende steigert der Asteroid seine Helligkeit auf 9,8 mag. Am 1. Juli kulminiert Dembowska um 4:34 Uhr Sommerzeit im Süden. Am 31. Juli erfolgt der Meridiandurchgang des Asteroiden bereits um 2:23 Uhr.

Meteorströme

Zwischen dem 12. Juli und 19. August sind die recht unauffälligen Südlichen Delta-Aquariden aktiv. Das Maximum ist in der Nacht vom 28. auf den 29. Juli in den Stunden nach Mitternacht zu erwarten. Aufgrund der südlichen Deklination des Radianten und demzufolge niedrigen Radiantenstandes über dem Horizont, sind von Mitteleuropa aus maximal 5 Meteore pro Stunde sichtbar. Die abnehmende Mondsichel wird die Beobachtung der Südlichen Delta-Aquariden in diesem Jahr nicht stören. Der Ausstrahlungspunkt des Meteorstroms befindet sich ungefähr 3 Grad westlich von Delta Aquarii und erreicht in unseren Breiten nur eine Höhe von knapp 25 Grad über dem Horizont. Von südlichen Standorten aus, z.B. in Namibia, wo der Radiant deutlich höher steht, sind etwa 15 bis 20 Sternschnuppen von 3 bis 5 mag Helligkeit sichtbar, die mit mittelschnellen Geschwindigkeiten von 42 km/s in die Erdatmosphäre eindringen.

Die Alpha-Capricorniden treten zwischen dem 3. Juli bis 15. August in Erscheinung. Die mit 23 km/s recht langsamen Meteore sind die ganze Nacht über beobachtbar und zeigen mitunter recht lange Bahnen. Das Maximum findet in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli statt. Bei dunkleren Himmel sind bis zu 10 Meteore pro Stunde sichtbar – davon auch einige sehr helle Exemplare. Nach neusten Forschungen ist der fast erloschene Komet 169P/NEAT (auch bekannt als Asteroid 2002 EX12) für den Teilchenschauer verantwortlich. Auch dieser Meteorstrom profitiert von einem südlicheren Standort.

Gegen Ende des Monats tauchen auch schon die ersten Perseiden auf, die aber erst im August ihr Maximum erreichen und ihren Radianten noch in der südlichen Kassiopeia haben. Anfang August wandert der Radiant schließlich in die nördlichen Bereiche des Perseus. Mit 60 Kilometern pro Sekunde handelt es sich dabei um sehr schnelle Teilchen, die gut von den anderen Strömen im Juli zu unterscheiden sind.

Auch die Meteore der Anthelionquelle aus der Ekliptikregion sind aktiv, die ähnliche Eintrittsgeschwindigkeiten, um 30 Kilometer pro Sekunde, wie die der Südlichen Delta-Aquariden und Alpha-Capricorniden zeigen und deshalb schwierig zu unterscheiden sind. Im Laufe des Monats bewegt sich der Radiant von Sternbild Steinbock kommend in den Wassermann.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel am 15. Juli 2016 um 23:00 MESZ

Der Sternhimmel am 15. Juli 2016 um 23:00 MESZ

Im Norden

Das Sternbild Großer Bär, mit der bekannten Figur des Großen Wagens, steigt zu unserer Standardbeobachtungszeit langsam wieder herab und befindet sich nun in mittlerer Höhe im Nordwesten. Verlängern wir die hinteren Kastensterne des Wagens um das Fünffache, stoßen wir auf den Polarstern, der exakt die Nordrichtung angibt. Der Polarstern gehört zum Sternbild Kleiner Bär, dessen Wagenkasten nun die höchste Stellung über dem Nordhorizont gerade überschritten hat und ebenfalls wieder herabsteigen wird. Oberhalb des Kleinen Bären erreicht der Drache gerade seine höchste Stellung im Norden, auch obere Kulmination genannt. Der markante und auffällige Kopf des Drachen befindet sich dabei genau über uns im Zenit. Der restliche Körper schlängelt sich um die Figur des Kleinen Wagens herum.
Östlich des Polarsterns entdecken wir das Sternbild Kepheus, das die Form eines Hausdaches besitzt. Darunter steigt nun auch die Kassiopeia, die auch als „Himmels-W“ bekannt ist, langsam wieder höher. Bei guter Horizontsicht funkelt direkt über dem Nordhorizont, und damit in ihrer unteren Kulmination, die gelblich leuchtende Kapella im Sternbild Fuhrmann munter vor sich hin. Direkt oberhalb vom Fuhrmann können die schwachen Sterne des Sternbilds Giraffe und des Luchs kaum erkannt werden. Zwischen den Sternbildern Kassiopeia und Fuhrmann hat auch der Perseus seine untere Kulmination gerade überschritten.

Im Osten

Blicken wir hoch in Richtung Osten fällt zuerst das Sommerdreieck auf. Es wird aus den hellen Sternen Deneb im Schwan, Wega in der Leier und Atair im Adler gebildet. Durch diese drei recht auffälligen und einprägsamen Sternbilder verläuft die helle  Sommermilchstraße in Richtung Südhorizont herab. Zwischen Adler und Schwan stehen noch die kleinen und eher unscheinbaren Sternbilder Füchschen und Pfeil, wobei das Sternbild Füchschen, inmitten der Sommermilchstraße gelegen, aufgrund seiner schwachen Sterne nicht gerade einfach zu erkennen ist. Östlich vom Schwan entdecken wir den Kepheus. Darunter befindet sich in mittlerer Höhe das eher unscheinbare Sternbild der Eidechse und noch weiter in Richtung Norden die Kassiopeia.
Direkt über den Horizont ist das Sternbild Pegasus nun vollständig im Osten erschienen. Der linke obere Kastenstern gehört aber schon zum Sternbild Andromeda, die sich weiter östlich und nahezu parallel zum Horizont erstreckt. Rechts oberhalb vom Kopf des Pegasus entdecken wir noch das kleine Sternbild Füllen und die einprägsame Figur des Delphins. Dicht über dem Ost- und Südosthorizont sind schon die ersten Sterne der Herbststernbilder Wassermann und Steinbock aufgegangen.

Im Süden

Der Süden wird nun vollständig vom mächtigen Schlangenträger eingenommen, der sich in mittlerer Höhe über dem Horizont befindet. Darüber steht das eher unauffällige Sternbild Herkules, dass soeben den Meridian überschritten hat. Östlich vom Herkules gelegen befindet sich die Leier mit der hellen Wega. Noch weiter im Südosten sind die Sternbilder Schwan, Füchschen, Pfeil und der Adler sichtbar. Westlich vom Herkules gelegen entdecken wir noch die Nördliche Krone, darunter stehen Kopf und Hals des Sternbilds Schlange.
Tief über dem Südhorizont hat nun der Skorpion, mit seinem rötlichen Hauptstern Antares, schon längst den Meridian überschritten und bereitet sich wieder auf seinen Untergang vor. Weiter westlich vom Skorpion erkennen wir die Waage, in dem zur Zeit unser roter Nachbar Mars zu finden ist. Er hat seine Oppositionsperiode schon letzten Monat erreicht. Etwas oberhalb vom Hauptstern des Skorpions entdecken wir auch den Planeten Saturn im Sternbild Schlangenträger. Der Schütze, östlich des Skorpions gelegen, wird in der nächsten Stunde den Meridian überschreiten, befindet sich aber noch dicht über dem Südosthorizont. In diesem, in einer Art Teekanne nachempfundenen Sternbild, befindet sich das Zentrum unseres eigenen Milchstraßensystems. Dieser Himmelsabschnitt ist von südlicheren Breiten als Mitteleuropa aus noch deutlich besser zu erkennen und sehr eindrucksvoll. In diesem Himmelsabschnitt verlaufen nämlich die hellsten Teile der Milchstraße mit vielen interessanten und hellen Deep-Sky-Objekten. Am Südhimmel hingegen stehen Schütze und Skorpion nahe des Zenits. Oberhalb des Schützen ist noch das unscheinbare Sternbild Schild mit der hellen Schildwolke erkennbar. Hierbei handelt es sich um eine ausgedehnte und besonders auffällige Sternenwolke inmitten der Sommermilchstraße.

Im Westen

Die beiden Sternbilder Großer Bär, mit der markanten Figur des Großen Wagens, und Bärenhüter, mit dem hellen orange leuchtenden Hauptstern Arktur, sind die auffälligsten Sternbilder in diesem Himmelsabschnitt. Sie befinden sich in mittlerer Höhe über dem westlichen Horizont und werden im Laufe der Nacht weiter in Richtung Horizont hinabsteigen. Oberhalb dieser beiden Sternbilder befindet sich der Drache. Unterhalb der Deichsel des großen Wagens entdecken wir noch das kleine unscheinbare Sternbild der Jagdhunde und darunter das Haar der Berenike. Östlich des Bärenhüters gelegen steht das markante Sternenrund der Nördlichen Krone und noch etwas höher der unscheinbare Herkules. Dort können aufmerksame Beobachter, etwas unterhalb des rechten oberen Kastensterns des Herkules, den Kugelsternhaufen M 13 selbst mit bloßem Auge auffinden. Und auch der Kugelsternhaufen M 5 im Kopf der Schlange, das unterhalb der Nördlichen Krone zu finden ist, kann unter sehr guten Bedingungen mit bloßem Auge erkannt werden.
Im Westen verschwinden mit den beiden Sternbildern Jungfrau und Löwe nun auch die letzten Frühlingssternbilder von der Himmelsbühne. Die Vorderpranken des Löwen sind dabei schon längst untergegangen. Bei guter Horizontsicht entdecken wir noch den Riesenplanet Jupiter genau im Westen, unmittelbar vor seinem Untergang. Und auch die restlichen Sterne des Löwen, zusammen mit der Jungfrau, werden bald folgen.

Weitere, ausführlichere Informationen zum aktuellen Sternhimmel gibt es auf der Seite Sternhimmel.

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