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Aug 05 2016

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Tristan und andere Exponate im Naturkundemuseum in Berlin

Nun ist er also da, mein 500. Artikel hier im Blog. In den letzten 2 Wochen habe ich endlich auch die Besuchermarke von 500.000 in meinem Blog überschritten. Ich habe mir schon länger überlegt, welcher Artikel der 500. sein soll und habe mich dafür entschieden, den Artikel meinem Lieblingsmuseum zu widmen: dem Museum für Naturkunde in Berlin. Nach etwas über 4 Jahren Pause, war mal wieder die Zeit Reif für einen ausgiebigen Besuch.

Der Große Saal mit den ausgestellten Skeletten von Dinosauriern aus dem Jura

Der Große Saal mit den ausgestellten Skeletten von Sauropoden wie Diplodocus, Brachiosaurus und Dicreasaurus aus dem Jura

Ein Vorteil, wenn man alleine das Museum besucht ist, dass man sich den Exponaten ausgiebig widmen kann. Man ist nicht in Zeitdruck und muss gleichzeitig nicht auf eventuelle Begleiter Rücksicht nehmen. So konnte ich die dort ausgestellten interaktiven Schautafeln auch mal lesen und für mich interessante Neuigkeiten erfahren. Aufgrund der Ferienzeit in Berlin und Brandenburg, war das Museum schon am Vormittag deutlich überlaufen. Viele Kinder besuchten mit ihren Eltern das Museum und es war schön anzuschauen, dass die Kinder tatsächlich großes Interesse an den Exponaten zeigten. Vielerorts wurden die Eltern mit Fragen gelöchert, worauf sie u.a. selbst keinerlei Antworten wussten. 😀

Lebensgroßes Modell einer Libelle aus dem Zeitalter des Karbons

Lebensgroßes Modell einer Libelle aus dem Zeitalter des Karbons

Die große Dinosaurieraustellung des Juras finde ich immer noch am Interessantesten. Vor allem der Brachiosaurus (der neuerdings taxomisch zu Giraffatitan gestellt wird) fasziniert ungemein. Die Aufstellung des Skelett wurde während der Schließung von 2005 bis 2007 überarbeitet. Es ist das größte freistehende Dino-Skelett der Welt. Aber auch andere Saurier wie Kentrosaurus, Allosaurus, Dysalotosaurus, Elaphrosaurus sowie Dicraeosaurus und Diplodocus, die von einer deutschen Expedition um Werner Janensch 1909 bis 1913 in den Tendagaru-Schichten in Tansania gefunden wurden, sind erwähnenswert und dort im großen Saal ausgestellt.

Blick vom Saal "Erde & Kosmos" auf die Saurierausstellung

Blick vom Saal „Erde & Kosmos“ auf die Saurierausstellung des Naturkundemuseums

Auf der linken Seite, vom Haupteingang aus gesehen, können die Besucher hübsche Exponate aus den Eichstätter und Solnhofer Schichten bewundern. Leider vermisste ich am Stand der Flugsaurier den best erhaltenen Abdruck des Archaeopteryx, der wohl recht kurzfristig aus der Ausstellung entfernt wurde. An seiner Stelle war nur eine nackte Tafel am Ende des Saales vorhanden. Bei meinem letzten Besuch vor knapp 4 Jahren, war der kleine Verwandte unser heutigen Vögel ein Highlight des Museums.

Fische, Amphibien, Ammoniten und Krebse aus dem Solnhofener Plattenkalken

Fische, Ammoniten und Krebse aus dem Solnhofener Plattenkalken in Mittelfranken

Weiter ging es dann zur Ausstellung „System Erde und Universum“, wo die Besucher den Lebenslauf der Gesteine in Erfahrung bringen konnten. Für Hobbyastronomen ist dieser Abschnitt des Museums besonders interessant. Neben dem Aufbau unserer Erde, des Sonnensystems und des Universums, werden auch über die Gefahren von Meteoriteneinschlägen aufgeklärt. Unter anderem wurde erläutert, welche Auswirkung ein Meteoriteneinschlag auf die Stadt Berlin haben würde. Im Treppenhaus des Museums werden Meteorite aller Arten ausgestellt: vom einfachen Chondrit, über Pallasiten bis hin zum Oktaetrit ist alles vorhanden. In einem Nebenraum, gleich neben der Dinosaurierausstellung, kann man dann die verschiedensten Mineralien bewundern. Leider wird man von der schieren Vielfalt der Exponate förmlich erschlagen.

Schwerer Eisenmeteorit

Schwerer Eisenmeteorit

Ein weiteres Highlight stellt für mich die 12 Meter lange und 4 Meter hohe Biodiversitätswand dar, mit ihrem hübschen und vor allem noch lebensechten Präparaten der verschiedensten Tierarten. Und auch die Ausstellung von Tiermodellen ist besonders erwähnenswert: Schließlich sieht man nicht alle Tage, wie eine Fliege oder eine Ameise in 30-facher Vergrößerung erscheint. Seit meinem letzten Aufenthalt vermisst habe ich aber die hübschen Dioramen in einem Nebenflügel des Gebäudes sowie Fossilien aus anderen Zeitaltern der Erdgeschichte. Dafür konnte man durch zahlreiche Mikroskope schauen und zum Beispiel dem Leben in einem Heuaufguss beiwohnen oder ein Fertigpräparat eines Hundeflohs bewundern.

Übrigens wird gleich eine neue Ausstellung vorbereitet die der Rosetta-Mission der ESA zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko und der Kometenforschung im Allgemeinen gewidmet ist. Diese Ausstellung findet am 8. August 2016 ihre Premiere!

Tristans Original-Schädel - der besterhaltenste Schädel eines T-Rex überhaupt

Tristans Original-Schädel – der besterhaltenste Schädel eines T-Rex überhaupt

Das Highlight meines diesjährigen Besuchs war aber TRISTAN. Hierbei handelt es sich um ein 66 Millionen Jahren altes, 12 Meter langes und 3,63 Meter hohes Original-Skelett eines Tyrannosaurus rex aus dem Maastrichtium (Oberkreide). Die Überreste wurden im Jahr 2012 in der Hell-Creek-Formation in Montana (USA) entdeckt. Es zählt zu den besterhaltensten Skelett dieser Art weltweit. Außerdem ist das einzige Originalskelett dieser Gattung, was in Europa ausgestellt ist. Vor allem die Geschichte, wie das Skelett nach Berlin gelangt ist, ist spannend. Denn kein naturhistorisches Museum wollte es kaufen, obwohl es in dieser Art wohl einzigartig ist. Ein gesamter Flügel des Museums ist dem Skelett Tristans gewidmet, dass eine ungewöhnliche dunkle Färbung aufweist, was wahrscheinlich durch Einlagerung verschiedener Tonminerale während der Fossilisation zurückzuführen ist. Der Schädel von Tristan gilt als besterhaltenster Schädel eines T-Rex überhaupt. Dieser zeigt neben einem verlängerten Zahn, auch eine eigentümliche Knochenwucherung am linken unteren Kieferknochen. Man vermutet, dass Tristan an einer schweren Entzündung oder einem Tumor litt. Wahrscheinlich ist der Dinosaurier durch diese Erkrankung auch zugrunde gegangen und wurde dann in einem Bachbett für die Nachwelt erhalten. Der Schädel auf dem Skelett ist übrigens eine Kopie des Originalschädels, der in einer separaten Vitrine bewundert werden kann.

Noch bis 2018 kann Tristan in Berliner Naturkundemuseum bewundert werden und es bleibt zu hoffen, dass Tristan auch in Zukunft den Berliner Besuchern erhalten bleibt.

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1 Kommentar

  1. Stefan Gotthold

    Herzlichen Glückwunsch, 500 Artikel und 500k Besucher ist schon ne Hausnummer. Und das Naturkundemuseum ist auch eines meiner Highlights in Berlin. Bin gern dort. Vor allem in der Planetenausstellung.

    LG
    Stefan

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