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Apr 01 2017

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Der Sternhimmel im Monat April 2017

Der Lauf des Mondes

Am 1. Tag des Monats finden wir den zunehmenden Mond im Sternbild Stier und nur 5 ½ Grad östlich von Aldebaran. Am 3. April befindet sich der nun zur Hälfte beleuchtete Mond im Ersten Viertel und 5 ½ Grad östlich von Alhena (Gamma Geminorum) im Sternbild der Zwillinge. In den darauffolgenden Nächten wandert der Erdtrabant weiter durch die Sternbilder Zwillinge und Krebs und befindet sich am 6. des Monats nur noch 5 Grad westlich von Regulus, dem Hauptstern im Sternbild Löwe. Am 10. April können wir beobachten, wie der fast volle Mond nur 2 Grad nördlich des Riesenplaneten Jupiter in der Jungfrau vorbeizieht und am 11. schließlich die Vollmondphase mit dem Ostervollmond erreicht wird.
Nach der Vollmondnacht geht der Mond immer später über dem östlichen Horizont auf und wird mehr und mehr ein Objekt für die zweite Nachthälfte. Am Karfreitag, dem 14. April, findet eine interessante Sternbedeckung statt. Dabei wird der 4,0 mag helle Stern Gamma Librae gegen 1:45 Uhr vom abnehmenden Mond bedeckt. Diese Bedeckung dauert rund 1 ½ Stunden, bis der Stern an der unbeleuchteten Seite wieder austritt. Am Morgen des 15. April finden wir unseren stiller Begleiter 9 Grad nördlich des Hauptsterns des Skorpions Antares im Schlangenträger. In den darauffolgenden Nächten läuft er am Saturn vorbei, wobei er am Morgen des 17. April nur 5 Grad nordöstlich des Ringplaneten im Schützen zu finden ist. Schließlich wird am 19. des Monats das Letzte Viertel im Sternbild des Steinbocks erreicht. An den darauffolgenden Morgenden geht die Mondsichel erst kurz vor Beginn der Morgendämmerung auf, wenn er das Sternbild Wassermann durchquert. Voraussichtlich zum letzten Mal macht sich die dünne Mondsichel am Morgen des 24. April bemerkbar, wenn sie eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang über dem Osthorizont erscheint. Neumond ist am 26. April. Nur einen Abend später kann man in der Abenddämmerung des 27. April versuchen, die sehr dünne Mondsichel mit Hilfe eines Feldstechers aufzuspüren. Deutlich besser sichtbar steht die Sichel aber am 28. April über dem westlichen Horizont, gerade einmal 8 ½ Grad südöstlich des Planeten Mars. Am frühen Abend wird auch der 1,1 mag helle Stern Aldebaran vom Mond bedeckt. Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne vielerorts aber noch über dem Horizont. Das Bedeckungsende findet kurz nach 21:00 Uhr in der hellen Abenddämmerung statt, was mit Feldstechern und Teleskopen beobachtet werden kann. Am letzten Abend des Monats steht der Erdtrabant abermals in der Nähe des Sterns Alhena (Gamma Geminorum), nur 2 ½ Grad nordöstlich dieses Sterns.

Die Planeten

Der flinke Planet Merkur kann zu Monatsbeginn gegen 20:15 Uhr Sommerzeit noch in der Abenddämmerung aufgefunden werden und kommt am 1. April, mit 19 Grad Abstand, in eine größte östliche Elongation von der Sonne. An diesem Abend steht er kurz nach dem Ende der bürgerlichen Dämmerung noch 12 Grad hoch im Westen. Im Laufe des Monats nähert er sich weiter der Sonne an und verschwindet dann in der zweiten Aprilwoche wieder vom Abendhimmel. Am 1. April geht der -0,1 mag helle Planet um 21:35 Uhr unter. Nach dem 7. April lohnt es sich dann nicht mehr, nach Merkur Ausschau zu halten, da auch seine Helligkeit bereits auf 1,2 mag abgenommen hat. Am 10. April wird Merkur stationär und eilt dann rasch rückläufig auf die Sonne zu, die er am 20. April auch erreicht. Er steht an diesem Tag in unterer Konjunktion zu unserem Zentralgestirn.

Die Venus ist Morgenstern und stand in der letzten Märzwoche in unterer Konjunktion zur Sonne. Im April kann sie bereits rund eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang tief über dem östlichen Horizont aufgefunden werden. Am 13. April wird die Venus stationär und wandert dann rechtläufig durch die Fische. Im Teleskop ist zu Beginn des Monats eine 58 Bogensekunden große schmale Sichel (Beleuchtungsgrad 3 %) erkennbar, die im Laufe des Aprils immer kleiner und breiter wird. Ende April beträgt ihr scheinbarer Durchmesser nur noch 38 Bogensekunden und der Beleuchtungsgrad des Venusscheibchens 25 %. Am 1. April geht die Venus um 5:37 Uhr Sommerzeit auf. Am 30. April erreicht sie mit -4,8 Magnituden Helligkeit auch ihren größten Glanz und erscheint an diesem Morgen bereits eine Stunde früher über dem östlichen Horizont.

Unser roter Nachbar Mars kann nach wie vor niedrig über dem Nordwesthorizont am Abendhimmel aufgefunden werden und bewegt sich am 12. April vom Sternbild Widder kommend in den Stier. Seine Helligkeit geht in diesem Monat weiter zurück und beträgt Ende April nur noch 1,6 Magnituden. Im Fernrohr erscheint Mars als 4 Bogensekunden großes Scheibchen das kaum Einzelheiten zeigt und zu 97% beleuchtet ist. Erst im Juli 2018 lohnt es sich dann wieder, einen Blick auf Mars zu werfen, wenn dieser in eine günstige Opposition zur Sonne kommt. Die Untergangszeiten des Roten Planeten kurz, vor 23 Uhr Sommerzeit, bleiben im gesamten Monat April über nahezu konstant.

Der Riesenplanet Jupiter kommt am 7. April 2017 im Sternbild Jungfrau wieder in Opposition zur Sonne und ist deshalb die gesamte Nacht über beobachtbar. Mit einer Helligkeit von -2,5 mag, ist Jupiter nach dem Mond und Venus das auffälligste Objekt am Nachthimmel und hält sich in der Nähe von Spica in der Jungfrau auf. Zum Oppositionszeitpunkt befindet sich der Riesenplanet 666 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Nun ist auch die beste Zeit, die auffälligen Bänder und Wolkenwirbel in der Jupiteratmosphäre sowie seine 4 hellsten Monde zu beobachten. Denn in den nächsten Jahren wird der Riesenplanet in südlicheren Gefilden des Tierkreises abtauchen und von Mitteleuropa aus, aufgrund seiner weitaus geringeren Horizonthöhe, nicht mehr all so gut beobachtbar sein. Im Fernrohr erscheint das deutlich abgeplattete Jupiterscheibchen am Äquator 44,3 Bogensekunden groß. Die rückläufige Wanderung des Planeten am Sternhimmel ist gut am 4,4 mag hellen Stern Theta Virginis nachvollziehbar, an dem der Riesenplanet am Morgen des 6. April, in weniger als 10 Bogenminuten südlichem Abstand, vorbeilaufen wird. Am 1. des Monats geht Jupiter um 20:03 Uhr auf und erreicht um 1:39 Uhr seine höchste Stellung im Süden. Am 30. April erfolgt der Jupiteraufgang bereits um 17:49 Uhr und der Meridiandurchgang um 23:28 Uhr Sommerzeit. Am 10. April steht der fast volle Mond oberhalb des Planeten.

Der Ringplanet Saturn kommt am 6. April zum Stillstand und bewegt sich anschließend wieder rückläufig durch den westlichen Teil des Sternbilds Schütze. Damit beginnt auch seine diesjährige Oppositionsperiode. Der 0,4 mag helle Planet ist nach wie vor am Morgenhimmel beobachtbar und geht zum Monatsende hin bereits rund eine halbe Stunde nach Mitternacht auf. Zu Beginn des Monats erscheint Saturn um 2:17 Uhr über der südwestlichen Horizontlinie und Ende April bereits um 0:20 Uhr Sommerzeit. Aufgrund der niedrigen Stellung über dem Horizont von knapp 18 Grad, macht sich die Lufunruhe unangenehm bemerkbar, so dass kaum Einzelheiten auf der scheinbaren 17,9 Bogensekunden großen Planetenkugel sichtbar werden. In südlicheren Gefilden steht der Saturn aber deutlich höher über dem Horizont. Wir blicken zur Zeit auf die Nordhalbkugel des Planeten. Sein auffälliges Ringsystem ist mit 26 Grad nahezu vollständig geöffnet. In der Nacht vom 16. auf den 17. April zieht der abnehmenden Mond in nur 5 Grad Abstand an Saturn vorbei.

Uranus steht am 14. April in den Fischen in Konjunktion zur Sonne und bleibt den gesamten Monat über unsichtbar. Am Tag der Konjunktion befindet sich der grünlich leuchtende Planet 3,131 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Erst Anfang Juni taucht Uranus wieder am Morgenhimmel auf.

Auch der äußere Planet unseres Sonnensystems Neptun ist nach seiner Konjunktion mit der Sonne im März noch nicht am Morgenhimmel beobachtbar. Erst Ende Mai bzw. Anfang Juni erscheint Neptun wieder am Morgenhimmel.

Der Zwergplanet (134340) Pluto kommt am 20. des Monats im Schützen zum Stillstand und setzt zu seiner Oppositionsschleife an. Allerdings ist er mit einer Helligkeit von 14,2 mag im Sternengewimmel der Milchstraße schwierig aufzufinden und nur in großen Teleskopen, knapp 3 Grad südlich des 2,8 mag hellen Stern Pi im Schützen, beobachtbar. Am 10. Juli kommt der Zwergplanet schließlich in Opposition zur Sonne. Seine Aufgänge verfrühen sich im Laufe des Monats von anfangs 3:43 Uhr auf 1:50 Uhr Sommerzeit.

Helle Kometen und Planetoiden

Der periodische Komet 41P/Tuttle-Giacobini-Kresák steht bei uns zirkumpolar am Nachthimmel und wandert zu Beginn des Monats vom Schwanz des Drachens in den nordöstlichen Bereich des Herkules. Dabei zieht er in einem relativ großen Abstand südlich am Wagenkasten des Kleinen Bären vorbei. Leider ist der Komet zur Zeit etwas schwächer als erwartet, so dass er während seiner Sonnennähe am 13. April nur eine Helligkeit um 7 mag erreichen wird. Aufgrund seiner Erdnähe erscheint der Schweifstern recht diffus mit einer 10 bis 15 Bogenminuten großen Koma. Trotzdem sollte Tuttle-Giacobini-Kresák bereits in lichtstarken Ferngläsern und Teleskopen sichtbar sein. Allerdings sind Helligkeitsausbrüche des Kometen keine Seltenheit, so dass er seine Helligkeit und sein Erscheinungsbild womöglich noch etwas steigern könnte. Am 3. April wandert er an Thuban (Alpha Draconis, 3.6 mag) und am 19. den Monats an Alwaid (Beta Draconis, 2.8 mag) vorbei, die sehr gut als Aufsuchhilfe für den Kometen dienen können.

Der erst am 9. März 2017 vom australischen Amateurastronomen Terry Lovejoy entdeckte Komet C/2017 E4 (Lovejoy) ist am Morgenhimmel und kurz vor dem Einsetzen der astronomischen Dämmerung tief im Osten beobachtbar. Er wandert im April von Kopf des Pegasus, in die Andromeda und anschließend in das Sternbild Dreieck. Leider wird der Komet zu Monatsende von unseren Breiten aus gesehen nicht mehr beobachtbar sein, weil die Morgendämmerung auch immer früher einsetzt. Der Komet ist schon ein interessantes Objekt für Ferngläser und Teleskope. Zur Zeit befindet sich Komet Lovejoy im Ausbruch und könnte noch in der 1. Aprilwoche die Grenze für das bloße Auge überschreiten!

Der kurzperiodische Komet 71P/Clark ist noch im Schlangenträger am Morgenhimmel beobachtbar und kulminiert in gut 20 Grad Höhe über dem Südhorizont. Dabei erreicht er zum Ende des Monats hin eine Helligkeit von 10 mag. Er nähert sich in dieser Zeit weiter der Sonne an und verschwindet dann im Mai von unserem Himmel.

Der Komet C/2015 V2 (Johnson) ist ebenfalls schwächer als erwartet und im nördlichen Bereich des Herkules auffindbar und somit zirkumpolar. Ende April befindet er sich bei Einbruch der Nacht bereits 50 Grad hoch am Himmel und somit in sehr guter Beobachtungsposition. Seine Helligkeit sollte im April zwischen 8 und 9 mag betragen, so dass er ebenfalls bereits in lichtstarken Ferngläsern und kleinen Teleskopen beobachtbar ist. Im Teleskop ist eine knapp 3 Bogenminuten große Koma mit kleinem Schweifansatz erkennbar. Am 16. April kann der 3,0 mag helle Stern Tau Herculis gut als Aufsuchhilfe dienen, denn Komet Johnson wird den Stern in weniger als 1 Grad Abstand nördlich passieren.

Der 9,0 mag helle Zwergplanet (1) Ceres ist nur noch kurz nach Beginn der Nacht zu beobachten und verschwindet schon Ende April in der Abenddämmerung. In dieser Zeit wandert Ceres vom Sternbild Widder in den Schützen. Die Untergänge verfrühen sich von anfangs 22:55 Uhr auf 22:09 Uhr Sommerzeit.

Der Asteroid (4) Vesta kann zunächst noch rechtläufig in den Zwillingen, südlich von Pollux, aufgefunden werden und wechselt am 24. April schließlich in den Krebs. Ihre Helligkeit geht weiter zurück von anfangs 7,6 auf 7,9 mag. Am 1. April sinkt Vesta um 4:45 Uhr unter die westliche Horizontlinie und am 30. April bereits um 3:11 Uhr Sommerzeit. Am 8. April steht der Asteroid nur 6,5 Bogenminuten nördlich des 5,3 mag hellen Stern 76 Geminorum. Am 24. April wandert der Asteroid in nur 4 Bogenminuten Abstand am 6,3 mag hellen Stern 4 Cancri vorbei, der sehr gut als Aufsuchhilfe für den Himmelskörper dienen kann.

Asteroid Nr. 12 Victoria wandert durch die Jungfrau und wird am 14. April wieder heller als 10 mag. Bis zum Ende des Monats ist die Helligkeit wieder auf unter 10 mag zurückgegangen. Am 19. April 2017 steht Victoria schließlich in Opposition zur Sonne und erreicht eine maximale Helligkeit von 9,8 mag. Am 1. April erreicht Victoria um 2:24 Uhr ihre höchste Stellung im Süden. Am 30. April steht der Asteroid bereits um 0:04 Uhr Sommerzeit im Meridian.

(14) Irene kann zunächst noch mit einer Helligkeit von 9,7 mag im Sternbild Löwe aufgefunden werden. Ab dem 14. April wird der Himmelskörper wieder schwächer als 10 mag. Zu Beginn des Monats erreicht Irene um 22:28 Uhr den Meridian und Ende April bereits um 20:43 Uhr Sommerzeit.

Der Asteroid (29) Amphitrite kann ebenfalls im Löwen aufgefunden werden. Ihre Helligkeit sinkt allerdings von anfangs 9,8 mag zu Monatsbeginn, schon nach der 1. Aprilwoche wieder auf unter 10 mag. Am 1. April erreicht Amphitrite um 23:00 Uhr Sommerzeit ihren höchsten Punkt über dem Südhorizont. Am 30. April steht der Asteroid bereits zwei Stunden früher im Süden.

Meteorströme

Vom 16. bis 25. April tauchen die Lyriden auf, deren Ausstrahlungspunkt sich rund 7 Grad südwestlich von Wega im Sternbild Leier befindet. Mit 49 km/s handelt es sich um mittelschnelle Meteore, mit einem nicht sehr ausgeprägten Maximum am 22. April gegen 14 Uhr MESZ. Die beste Beobachtungszeit des Meteorstroms zum Maximumszeitpunkt liegt in den Stunden zwischen 22 Uhr und 4 Uhr morgens, wenn der Radiant der Lyriden in guter Beobachtungshöhe am Himmel steht. Zum Maximumszeitpunkt sind im Schnitt etwa 10 bis 20 Sternschnuppen zu erwarten – darunter auch einige helle Exemplare. In diesem Jahr fällt das Maximum der Lyriden fast mit dem Neumond zusammen, so dass der Mond nicht stören wird. Die Lyriden sind immer wieder für Überraschungen gut: Im Jahr 1982 wurden zum Beispiel 90 Meteore pro Stunde beobachtet. Ein weiterer Ausbruch fand im Jahr 1922 statt, als 100 Meteore pro Stunde registriert wurden. Als Ursprungskörper des Meteorstroms gilt der langperiodische Komet C/1961 G1 Thatcher, der eine Umlaufzeit von 415 Jahren besitzt.

Die sporadischen Meteore aus der Ekliptikregion, auch Anthelionquelle genannt, sind ebenfalls im gesamten Monat April zu beobachten. Die Radiantenposition bewegt sich in diesem Monat vom Sternbild Jungfrau in die Waage. Durch die südliche Deklination des Radianten sind im Schnitt nicht mehr als 1 bis 2 Meteore pro Stunde sichtbar, die Eintrittsgeschwindigkeiten von 30 km/s besitzen.

Die Alpha-Viginiden, deren Radiant sich rund 20 Grad westlich der Anthelionquelle befindet, sind ebenfalls um den 22. April herum sichtbar und zeigen nur wenig Meteore, die mit Geschwindigkeiten von 21 Kilometer pro Sekunde in die Erdatmosphäre eindringen und damit ebenfalls sehr langsam sind.

Im letzten Aprildrittel tauchen auch schon die ersten Eta-Aquariden auf, die eine Eintrittsgeschwindigkeit von 66 Kilometern pro Sekunde aufweisen. Aufgrund der niedrigen Radiantenstellung über dem Horizont, erzeugen die Eta-Aquariden lange Spuren am Nachthimmel.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel am 15. April 2017 um 23:00 MESZ

Im Norden

Blicken wir zu unserer Standardbeobachtungszeit senkrecht nach oben in Richtung Zenit, entdecken wir das Sternbild des Großen Bären mit der einprägsamen Figur des Großen Wagens. Das bekannteste aller Sternbilder der Nordhalbkugel hat nun seine höchste Stellung hoch über unseren Köpfen erreicht. Um den Polarstern aufzufinden – und damit die Nordrichtung zu bestimmen – verlängern wir die beiden hinteren Kastensterne des Wagens um das Fünffache. Der Polarstern ist Teil des Sternbilds Kleiner Bär, dessen Kastensterne in der nächsten Stunde ihre höchste Stellung im Norden einnehmen werden. Weiter östlich schlängelt sich das Sternbild Drache um den Kleinen Wagen herum. Weiter westlich vom Kleinen Bären gelegen können aufmerksame Beobachter noch die schwachen Sterne der unscheinbaren Sternbilder Giraffe und Luchs ausmachen. Unterhalb des Polarsterns hat soeben der Kepheus seine tiefste Stellung über dem Nordhorizont überschritten. Westlich vom Kepheus entdecken wir noch die Kassiopeia, das „Himmels-W“. Im Nordwesten steht der Perseus und etwas oberhalb dieses Sternbilds der helle Stern Capella im Fuhrmann. Im Nordosten steigen die Sommersternbilder Schwan und Leier, mit den hellen Hauptsternen Deneb und Wega, ebenfalls langsam wieder höher und aus dem Horizontdunst hervor.

Im Osten

In mittlerer Höhe im Osten befindet sich das Sternbild Bärenhüter, dessen rötlicher Hauptstern Arktur der auffälligste Stern in diesem Himmelsabschnitt ist. Er ist ein Wegweiser für die Frühlingssternbilder. Vom Bärenhüter ausgehend steht oberhalb dieses Sternbilds die Figur des Großen Wagens, dessen Deichsel nun genau in Richtung Ostpunkt zeigt. Die Kastensterne befinden sich noch weiter höher in Richtung Zenit. Rechts von der Deichsel ausgehend befinden sich die Jagdhunde und noch weiter im Südosten, und westlich von Arktur gelegen, das Haar der Berenike. In diesem Sternbild, das nur aus schwachen Sternen besteht, kann man in einer klaren mondlosen Nacht den Coma-Sternhaufen Melotte 111 erkennen. Unterhalb des Bärenhüters befinden sich das Halbrund des Sternbilds Nördliche Krone, der unscheinbare Herkules sowie der Kopf der Schlange, die vom mächtigen Schlangenträger getragen wird. Die Sterne des Schlangenträgers befinden sich aber noch zum größten Teil unter dem Osthorizont. Ein weiterer Stern, dicht über dem Nordosthorizont, zieht unsere Blicke auf sich. Hierbei handelt es sich um den hellen und weiß leuchtenden Hauptstern Wega im Sternbild der Leier. Noch weiter höher steht der rautenförmige Kopf des lang gezogenen Sternbilds des Drachen.

Im Süden

Die Frühlingssternbilder haben nun zu unser Standardbeobachtungszeit endlich den gesamten Südhimmel eingenommen. Der hellste Stern in diesem Himmelsabschnitt ist der auf halber Höhe stehende Arktur im Bärenhüter. Arktur zeigt auf einen weiteren hellen Stern in geringer Höhe über dem Südosthorizont: Es ist der helle und weißlich leuchtende Hauptstern Spica im Sternbild der Jungfrau, in der zur Zeit der Riesenplanet Jupiter steht. Er ist nach Mond und Venus zur Zeit das hellste Objekt am Nachthimmel und die gesamte Nacht über beobachtbar. Das auffälligste Sternbild in diesem Himmelabschnitt ist aber der mächtige Löwe, der soeben seinen höchsten Punkt im Süden eingenommen hat. Die zahlreichen Galaxien des Virgo-Galaxienhaufens, etwas weiter östlich vom Schwanz des Löwen gelegen, befinden sich nun ebenfalls in optimaler Beobachtungsposition im Süden. Oberhalb des Löwen steht der unscheinbare Kleine Löwe. In mittlerer Höhe im Südwesten und rechts vom Löwen gelegen, sind die schwachen Sterne des Krebses nur unter einem wirklich dunklen Himmel auszumachen. Oberhalb der Jungfrau und östlich vom Löwen, können wir noch das unscheinbare Sternbild Haar der Berenike mit dem Coma-Sternhaufen entdecken. Noch weiter höher in Richtung Zenit befinden sich die unscheinbaren Jagdhunde. Blicken wir in Richtung Südhorizont, direkt unterhalb der Sternbilder Jungfrau und Löwe, erkennen wir das Sternbild Becher und westlich davon das Sternbild des Raben. Das eher unscheinbare und nur aus schwachen Sterne bestehende aber sehr ausgedehnte Sternbild der Wasserschlange, schlängelt sich vom Südwesten in mittlerer Höhe ausgehend in Richtung Südosthorizont herab.

Im Westen

Im Westen stehen noch einige helle Sterne und Sternbilder des Winterhimmels über dem Horizont. Zu den auffälligsten Sternbildern gehören die Zwillinge, mit den beiden Hauptsternen Castor und Pollux, die in der nächsten Stunde den Westhorizont erreichen werden. Rechts von den Zwillingen gelegen bereitet sich auch der Fuhrmann, mit der hellen und gelblich leuchtenden Capella, zum Untergang vor. Im Nordwesten sinkt nun endlich auch der Perseus langsam zum Horizont herab. Bei optimaler Horizontsicht fallen noch Beteigeuze, der linke Schulterstern des Orion, sowie Aldebaran im Stier auf. Auf der anderen Seite des Westpunktes erkennt man noch Prokyon im Sternbild Kleiner Hund und darüber den Krebs. Hier können wir in einer mondscheinlosen Nacht den Sternhaufen der Praesepe, auch Krippe genannt, erkennen. Oberhalb vom Krebs befindet sich der Kopf des mächtigen Löwen. In Zenitnähe können wir das Sternbild Großer Bär entdecken. Zwischen Zwillinge, Fuhrmann und Großer Bär befindet sich noch die unscheinbare Sternenkette des nur aus schwachen Sternen bestehenden Sternbilds Luchs.

Weitere, ausführlichere Informationen zum aktuellen Sternhimmel gibt es auf der Seite Sternhimmel.

Der Sternhimmel im Frühjahr 2017

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