11 | 122011
Geschrieben von Andreas um 20:00 Uhr - Beitrag kommentieren
Nach den Pleiten, Pech und Pannen mit der Sonnenfinsternis am 4. Januar und mit der Mondfinsternis am 15. Juni diesen Jahres konnte ich am Samstagabend zumindest den teilverfinsterten Mond durch einige Wolkenlücken beobachten. Um die Finsternis optimal zu verfolgen, fuhr ich gegen 15:30 Uhr raus zu einem höher liegenden Standort im Lübbener Stadtteil Treppendorf. Der Mond sollte an diesem Abend gegen 15:51 Uhr noch total verfinstert aufgehen. Allerdings sah ich den Mond erst gut 25 Minuten später durch ein kleines Wolkenloch. Da stand er aber schon knapp 3 Grad über dem Horizont und war gut 1/4 aus dem Kernschatten herausgetreten. weiterlesen
Nach den Pleiten, Pech und Pannen mit der Sonnenfinsternis am 4. Januar und mit der Mondfinsternis am 15. Juni diesen Jahres konnte ich am Samstagabend zumindest den teilverfinsterten Mond durch einige Wolkenlücken beobachten. Um die Finsternis optimal zu verfolgen, fuhr ich gegen 15:30 Uhr raus zu einem höher liegenden Standort im Lübbener Stadtteil Treppendorf. Der Mond sollte an diesem Abend gegen 15:51 Uhr noch total verfinstert aufgehen. Allerdings sah ich den Mond erst gut 25 Minuten später durch ein kleines Wolkenloch. Da stand er aber schon knapp 3 Grad über dem Horizont und war gut 1/4 aus dem Kernschatten herausgetreten.
Da der Mond ständig hinter den horizontnahen Wolken verschwand, hatte ich diesmal nur weniger Zeit zu experimentieren. Von den zwei Stunden am Beobachtunsgort, konnte ich unseren verfinsterten Erdtrabanten gerade einmal 15 Minuten im Blickfeld halten, bevor die nächst größere Wolkenbank mir einen Strich durch die Rechnung machte und die Beobachtung vorzeitig beendete. So entstanden leider nur wenig Bilder von diesem imposanten Himmelsschauspiel. Zumindest ergab sich in meinem 10x50 Fernglas, das ich auf ein stabiles Fotostativ geklemmt hatte, ein phantastischer Anblick. Der Erdschatten tauchte die dunklen Maria und die Strahlenkratern in ein eigentümliches rotes Licht. Besser wäre es aber gewesen, die Kamera an den Okularauszug eines Fernrohrs zu klemmen. Denn mit dem 55-200 mm Sigma-Objektiv konnte der Anblick im deutlich höher vergrößernden Feldstecher nicht annähernd so eindrucksvoll wiedergegeben werden.
[caption id="attachment_4014" align="aligncenter" width="305" caption="Aufgang des teilverfinsterten Mondes über dem Nordosthorizont"][/caption]
Nebenbei gelang mir auch in Richtung Südwesten den Abendstern über einer scharf begrenzten Wolkenbank abzulichten. Die Venus wird in den kommenden Monaten noch ein unübersehbares Highlight am abendlichen Winterhimmel werden.
[caption id="attachment_4020" align="aligncenter" width="485" caption="Die Venus zeigt sich als Abendstern"][/caption]
Die nächste totale Mondfinsternis findet in den Morgenstunden des 28. September 2015 statt. Davor gibt es von Deutschland aus noch zwei Halbschattenfinsternisse an 28.11.2012 und 19.10.2013, die nicht weiter auffällig sind, sowie eine partielle Mondfinsternis am 25.04.2013 zu sehen, bei der der Vollmond nur den südlichen Teil des Kernschattenkegels streift.
Aufnahmedaten:
10. Dezember 2011, Canon EOS 600D und Sigma DC 55-200mm
Bild 1: 16:34 Uhr MEZ, f=200mm, ISO-200, F/5.6, 1/15s
Bild 2: 16:35 Uhr MEZ, f=200mm, ISO-200, F/5.6, 1s
Bild 2: 16:29 Uhr MEZ, f=55mm, ISO-100, F/4, 1/20s)
Tags » Astronomie, Beobachtung, Bericht, Foto, Mondfinsternis, Sonnensystem «
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06 | 042011
Geschrieben von Andreas um 19:00 Uhr - 2 Kommentare
Am 2. April 2011 fand nun schon zum 6. Mal der AstroTreff Schwarze Elster (ATS) am HTT Standort in Jeßnigk statt. Insgesamt hatten sich an diesem Abend 8 Sternfreunde eingefunden, um gemeinsam zu beobachten. Neben dem Vorsitzenden des AstroTeams Elbe-Elster Ralf Hofner und Hauptsponsor der Elsterland-Sternwarte Michael Möckel – der auch an diesem Abend nicht einmal die Sternwarte verließ – waren noch Stefan Simon und zwei weitere Sternfreunde des Vereins anwesend. Später stießen noch Mario Richter und Uwe Pilz zum Beobachtertrupp hinzu.
Ich traf gegen 18 Uhr auf der Jeßnigker Nordwiese ein und hatte endlich einmal die Gelegenheit, die Sternwartenkuppel zu besichtigen und mich ein wenig länger mit Michael über sein Sternwartenprojekt zu unterhalten. Leider fand an diesem Abend wieder eine Festveranstaltung im Vereinshaus statt, so dass sich die Sternfreunde im Schatten der Elsterland-Sternwarte postieren mussten, um vom Weißlicht nicht gestört zu werden. Während des Aufbaus besuchten uns einige Gäste von der Veranstaltung und löcherten uns mit Fragen. Nebenbei konnten sie auch einen Blick durch die aufgestellten Teleskope riskieren. weiterlesen
Am 2. April 2011 fand nun schon zum 6. Mal der AstroTreff Schwarze Elster (ATS) am HTT Standort in Jeßnigk statt. Insgesamt hatten sich an diesem Abend 8 Sternfreunde eingefunden, um gemeinsam zu beobachten. Neben dem Vorsitzenden des AstroTeams Elbe-Elster Ralf Hofner und Hauptsponsor der Elsterland-Sternwarte Michael Möckel - der auch an diesem Abend nicht einmal die Sternwarte verließ – waren noch Stefan Simon und zwei weitere Sternfreunde des Vereins anwesend. Später stießen noch Mario Richter und Uwe Pilz zum Beobachtertrupp hinzu.
Ich traf gegen 18 Uhr auf der Jeßnigker Nordwiese ein und hatte endlich einmal die Gelegenheit, die Sternwartenkuppel zu besichtigen und mich ein wenig länger mit Michael über sein Sternwartenprojekt zu unterhalten. Leider fand an diesem Abend wieder eine Festveranstaltung im Vereinshaus statt, so dass sich die Sternfreunde im Schatten der Elsterland-Sternwarte postieren mussten, um vom Weißlicht nicht gestört zu werden. Während des Aufbaus besuchten uns einige Gäste von der Veranstaltung und löcherten uns mit Fragen. Nebenbei konnten sie auch einen Blick durch die aufgestellten Teleskope riskieren.
An diesem Abend beobachtete ich eine Menge schwacher NGC-Galaxien in den Sternbildern Großer Bär, Löwe und Jungfrau. Der überwiegende Teil dieser Galaxien waren "neue" Objekte der 11. bis 12. Größenklasse. Zwar zeigte sich in der Nähe des Horizonts etwas Dunst, in Richtung Zenit herrschte aber eine gute Durchsicht, so dass gegen Ende der Beobachtung SQM-L Werte von 21,57 mag/arcsec gemessen werden konnten. Die Spiralarme in der Whirlpoolgalaxie Messier 51 waren in meinem 8 Zoll Dobson andeutungsweise erkennbar und die Spiralstruktur in Messier 101 zumindest zu erahnen. Durch Uwe Pilz 12,5 Zoll Dobson waren die Spiralarme in den beiden Galaxien natürlich viel deutlich und vor allem direkt zu sehen. Leider war das Seeing nicht ganz so optimal. Der Anblick des oppositionsnahen Ringplaneten Saturn im Sternbild Jungfrau war leider kein Vergnügen.
[caption id="attachment_3285" align="aligncenter" width="485" caption="Im Vordergrund mein 8" Dobson-Teleskop, im Hintergrund Stefan Simon mit seinem Schmidt-Cassegrain"][/caption]
Neben den Galaxien des Frühlingshimmels konnte ich auch zum 1. Mal Mrk 421 (UGC 6132) im Großen Bären beobachten. Dieses 400 bis 500 Millionen Lichtjahre entferntes BL-Lacertae Objekt war überraschend einfach zu sehen. Die Galaxie bildet zusammen mit dem 6 mag hellen 51 Ursae Majoris und einem etwas schwächeren Stern 7. Größe eine Art Dreieck. Ich schätzte die Helligkeit von Mrk 421 auf rund 12 Größenklassen. Durch diesen Erfolg motiviert, wollte ich noch einen Schritt weiter gehen. Zu diesem Zweck nahm ich noch den Quasar 3C 273 aufs Korn. Das Objekt befindet sich 2,4 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Jungfrau. Der "Karkoschka" war mir eine sehr große Hilfe, da in diesem Buch auch eine Aufsuchkarte des Objekts abgebildet war. Somit konnte ich den 12,8 mag hellen Quasar im Sternenfeld relativ leicht identifizieren. Insgesamt beobachtete ich in dieser Nacht rund 30 Objekte.
Einen etwas ausführlicheren Bericht zum 6. ATS in Jeßnigk folgt demnächst noch auf meiner Homepage.
Tags » Astronomie, ATS, Beobachtung, Bericht, Brandenburg, Jeßnigk «
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04 | 032011
Geschrieben von Andreas um 0:00 Uhr - Beitrag kommentieren
Lange ist es her, dass ich mit meinen Astrokumpels gespechtelt habe. Zum letzten Mal während des 11. HTT im September 2010. Deshalb fuhr ich letzten Samstag nach Finsterwalde, um mich dort mit Mario und Uwe zu treffen. Nach dem Kaffee und einer netten Gesprächsrunde mit Mario und seiner Frau, ging es kurz vor 20 Uhr zum neuen Beobachtungsstandort südlich von Finsterwalde, der direkt neben einem Solarpark in einem ehemaligen Tagebaugebiet liegt. Auch Stefan von den Kirchhainer Sternfreunden hatte sich uns angeschlossen.
Wir fuhren einen staubigen und mit Schlaglöchern nur so übersäten Waldweg entlang – der sicherlich nicht gerade förderlich für diverse Newtonoptiken gewesens ist – und trafen kurz nach 20 Uhr am Beobachtungsstandort ein. Leider waren die Sichtbedingungen nicht so wie erhofft. Am Himmel zeigte sich leichter Dunst. Auch war das Seeing grottig. Unsere Beobachtungswiese, mit sehr guter Rundumsicht, liegt direkt am Waldrand und ist durch einen Zaun vom angrenzenden Solarpark getrennt. Auch in Richtung Wald gibt es einen Zaun, so dass Beobachter hier keine nächtlichen Besucher zu fürchten haben. weiterlesen
Lange ist es her, dass ich mit meinen Astrokumpels gespechtelt habe. Zum letzten Mal während des 11. HTT im September 2010. Deshalb fuhr ich letzten Samstag nach Finsterwalde, um mich dort mit Mario und Uwe zu treffen. Nach dem Kaffee und einer netten Gesprächsrunde mit Mario und seiner Frau, ging es kurz vor 20 Uhr zum neuen Beobachtungsstandort südlich von Finsterwalde, der direkt neben einem Solarpark in einem ehemaligen Tagebaugebiet liegt. Auch Stefan von den Kirchhainer Sternfreunden hatte sich uns angeschlossen.
Wir fuhren einen staubigen und mit Schlaglöchern nur so übersäten Waldweg entlang - der sicherlich nicht gerade förderlich für diverse Newtonoptiken gewesens ist - und trafen kurz nach 20 Uhr am Beobachtungsstandort ein. Leider waren die Sichtbedingungen nicht so wie erhofft. Am Himmel zeigte sich leichter Dunst. Auch war das Seeing grottig. Unsere Beobachtungswiese, mit sehr guter Rundumsicht, liegt direkt am Waldrand und ist durch einen Zaun vom angrenzenden Solarpark getrennt. Auch in Richtung Wald gibt es einen Zaun, so dass Beobachter hier keine nächtlichen Besucher zu fürchten haben.
Nach dem Aufbau der Teleskope - meines hatte ich diesmal nicht mitgenommen - wurden einige Standardobjekte beobachtet. Neben dem Orionnebel, standen auch einige helle Galaxien des Frühlingshimmels in den Sternbildern Löwe, Haar der Berenike, Jagdhunde und Großer Bär auf dem Beobachtungsprogramm. Die Whirlpoolgalaxie in den Jagdhunden und NGC 2403 in der Giraffe zeigten, trotz der nicht idealen Bedingungen, schon andeutungsweise ihre Spiralstruktur. Am beeindruckendsten fand ich aber den Emissionsnebel NGC 2359 im Sternbild Großer Hund, der auch als "Thor's Helm" bekannt ist. Der Planetarische Nebel NGC 2438 im Sternhaufen Messier 46 im Achterdeck und der Rosettennebel, mit seinem eingebetteten Sternhaufen NGC 2244, im Sternbild Einhorn, waren ebenfalls nett anzusehen.
Wir beobachten überwiegend mit Marios 8 Zoll Newtonteleskop, da Stefan leider sein Stromkabel für die LXD75 Montierung zu Hause vergessen hatte und Uwes zusammengelötetes Kabel nicht an den Stromanschluss der Montierung passte. So bugsierte Stefan nach dem Aufbau aus Frust kurzerhand sein Teleskop wieder ins Auto.
Ich muss doch immer wieder staunen, wie gut das Go-To bei Marios EQ-6 Pro funktioniert. Bekanntlich habe ich schon von Anfang an mit meiner LXD55 Montierung Probleme. Das Go-To meiner Montierung konnte erst durch ein Update des Autostars im letzten Jahr etwas verbessert werden. Trotzdem bin ich nach wie vor noch nicht zufrieden mit dem Teil. Irgendwann muss sicherlich eine neue Montierung her.
[caption id="attachment_3122" align="aligncenter" width="485" caption="Sternspuren um den nördlichen Himmelspol - 58 x 30 Sek., ISO-400 bei f/4, 18 mm Brennweite"][/caption]
Zwischen der Beobachtung nahm ich noch einige kurz belichtete Bilder mit feststehender Kamera auf. Weil der Himmelhintergrund auf den Bildern, die mehrere Minuten am Stück belichtet wurden, immer etwas hell und leicht rötlich erscheint, besonders wenn leichter Dunst oder Lichtverschmutzung die Sicht ein wenig trüben, belichtete ich einige Dutzend Bilder mit ISO-400, voller Blendenöffnung und 30 Sekunden in Richtung des nördlichen Himmelspols und Orion. Später zu Hause setzte ich die Aufnahmen mit Hilfe des kostenlos erhältlichen Tools Startrails zusammen. So erhielt ich recht ansehnliche Strichspuraufnahmen. Leider gab es weit und breit kein geeignetes Vordergrundobjekt, so dass die Aufnahmen doch etwas langweilig erscheinen.
[caption id="attachment_3121" align="aligncenter" width="485" caption="Die Umgebung der Sternbilder Orion, Großer Hund und Stier - 30 x 30 Sek., ISO-400 bei f/4, 18 mm Brennweite "][/caption]
Nachdem auch Uwe am Beobachtungsort eintraf, wurden die Bedingungen immer noch nicht besser – eher schlechter. In der Zwischenzeit konnte man wenigstens mal einen Blick auf den Saturn im Sternbild Jungfrau werfen, der aufgrund seiner Horizontnähe und des schlechten Seeings keinerlei Strukturen zeigte. Allerdings hat sich sein Ring, nach der letzten Beobachtung des Planeten im Frühjahr 2010, ein klein wenig mehr geöffnet. Leider wollte Uwe nicht seinen neuen Takahashi auspacken, den ich noch nie in Aktion gesehen hatte. Aber für einen abschließenden Vergleich mit einem Newton waren die Bedingungen einfach zu schlecht. Auch hätten wir noch etwas warten müssen, bevor sich der Ringplanet weiter aus den Dunstschichten herausgearbeitet und eine Beobachtung sich gelohnt hätte. So konnte ich wenigstens Mal einen Blick durch sein neues TeleVue Panoptic 35 werfen.
Nach über zwei Stunden auf dem Feld, wurde es auch mir unangenehm kalt, so dass die Beobachtung einfach keinen Spaß mehr machte. So verabschiedeten Stefan und ich uns kurz nach 22:30 Uhr von den beiden anderen Beobachtern, die noch etwas länger ausharrten. Beim nächsten Mal werden ich sicherlich, bei hoffentlich etwas angenehmeren Temperaturen, etwas mehr Zeit und Geduld mitbringen. :)
Tags » Astronomie, Beobachtung, Bericht, Brandenburg, Finsterwalde, Fotografie «
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04 | 022011
Geschrieben von Andreas um 20:10 Uhr - 2 Kommentare
In der Regel bin ich nicht gerade begeistert, im Winter nachts draußen in der Kälte zu stehen und zu frieren. Deshalb bleibt meistens mein Teleskop in der warmen Stube. Allerdings hat der winterliche Sternenhimmel auch einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Und nach 3 Monaten Spechtelabstinenz, aufgrund des schlechten Wetters, bekommt man langsam aber sicher Entzugserscheinungen. Und so überwand ich mich dann doch, als Ralf Hofner eine Rundmail an die Freunde des HTT schickte um zu fragen, ob Interesse bestehen würde, in dieser Nacht zu beobachten.
Ich fuhr kurz nach 18 Uhr los und kam kurz vor 19 Uhr in Jeßnigk an. Weil sich sonst niemand für die Beobachtung meldete und im Vereinshaus in Jeßnigk eine Veranstaltung stattfand, traf ich mich mit Ralf auf dem Privatgrundstück eines Jeßnigkers. Herr Körschner trat nach der Eröffnung der Elsterland-Sternwarte im Oktober letzten Jahres dem Verein bei und stellte uns freundlicherweise seine warme Küche und seinen Garten zur Verfügung. Dieser hatte freien Blick auf den Südhimmel. Nur einige kleine Bäume und Sträucher störten die Silhouette. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten mit Ralfs Ausrüstung, konnten wir uns dann intensiv dem nächtlichen Winterhimmel widmen. weiterlesen
In der Regel bin ich nicht gerade begeistert, im Winter nachts draußen in der Kälte zu stehen und zu frieren. Deshalb bleibt meistens mein Teleskop in der warmen Stube. Allerdings hat der winterliche Sternenhimmel auch einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Und nach 3 Monaten Spechtelabstinenz, aufgrund des schlechten Wetters, bekommt man langsam aber sicher Entzugserscheinungen. Und so überwand ich mich dann doch, als Ralf Hofner eine Rundmail an die Freunde des HTT schickte um zu fragen, ob Interesse bestehen würde, in dieser Nacht zu beobachten.
Ich fuhr kurz nach 18 Uhr los und kam kurz vor 19 Uhr in Jeßnigk an. Weil sich sonst niemand für die Beobachtung meldete und im Vereinshaus in Jeßnigk eine Veranstaltung stattfand, traf ich mich mit Ralf auf dem Privatgrundstück eines Jeßnigkers. Herr Körschner trat nach der Eröffnung der Elsterland-Sternwarte im Oktober letzten Jahres dem Verein bei und stellte uns freundlicherweise seine warme Küche und seinen Garten zur Verfügung. Dieser hatte freien Blick auf den Südhimmel. Nur einige kleine Bäume und Sträucher störten die Silhouette. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten mit Ralfs Ausrüstung, konnten wir uns dann intensiv dem nächtlichen Winterhimmel widmen.
[caption id="attachment_2982" align="aligncenter" width="333" caption="Strichspuraufnahme des Sternbilds Orion - 5 Minuten bei ISO-1600 und 18 mm Brennweite"][/caption]
Ralf fotografierte zum größten Teil an diesem Abend und wollte besonders Barnards Loop und den Pferdekopfnebel im Orion aufnehmen. Seine fotografischen Ergebnisse dieser Nacht können auf der Seite des Herzberger Teleskoptreffens bewundert werden. Ich beobachtete visuell mit einem 8 Zoll Dobson und nahm überwiegend Galaxien aufs Korn. Die Nacht dafür war nahezu ideal, da eine gute Durchsicht herrschte. Nur die hohe Luftfeuchtigkeit und die tiefen Minustemperaturen (-9°C) machten Schwierigkeiten. Mein Okular von meinem Sucher fror regelmäßig zu und an den Tuben der Teleskope hatte sich schon kurz nach Beobachtungsbeginn eine dicke Reifschicht abgelagert. Zu Beginn maßen wir SQM-Werte um 21,33 mag/arcsec². Im Laufe der Nacht sollte sich dieser Wert sogar noch steigern, so dass wir am Ende meiner Beobachtung, gegen 3 Uhr morgens, einen Wert um 21,62 mag/arcsec² registrieren konnten.
[caption id="attachment_2983" align="aligncenter" width="333" caption="Das Sternbild Orion nach dem Meridiandurchgang - 15 x 20 Sek. bei ISO-1600 und 18 mm Brennweite"][/caption]
Aber auch ich konnte etwas Sternenlicht einfangen. Zu diesem Zweck montierte ich meine Canon EOS 1000D auf ein Fotostativ und belichte 5 Minuten in Richtung des Sternbilds Orion. Das erste Bild in diesem Artikel zeigt eine Strichspuraufnahme des Südhimmels, nach dem Meridiandurchgang des Orion mit 18 mm Brennweite, ISO-1600 und f/4.0. Das zweite Bild ist eine Addition von 15 Bildern á 20 Sekunden Belichtungszeit. Beide Bilder wurden mit Fitswork und Photoshop bearbeitet.
Der vollständigen Beobachtungsbericht kann übrigens auf meiner Homepage nachgelesen werden...
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