12 | 102011
Geschrieben von Andreas um 18:00 Uhr - Beitrag kommentieren
Nun kommt der zweite Teil meines Artikels über Sternfeldaufnahmen mit preisgünstigen Objektiven. Aufgenommen wurden die Bilder währen des 12. HTT in der Nacht vom 24. auf den 25. September 2011. Währen der Aufnahme der zweiten Bilderserie, wurde der Himmel von der Durchsicht her ein wenig besser. Nach dem Ausflug in die Milchstraßenregion entlang des Sommerdreiecks, drehte ich die Kamera anschließend zenitnah in Richtung Kassiopeia und Andromeda. Für die Aufnahme der nachfolgenden zwei Bilder verwendete ich mein neues, leider auch dezentriertes und mittlerweile ausgetauschtes Canon EF 28mm/1:2,8 Objektiv. weiterlesen
Nun kommt der zweite Teil meines Artikels über Sternfeldaufnahmen mit preisgünstigen Objektiven. Aufgenommen wurden die Bilder währen des 12. HTT in der Nacht vom 24. auf den 25. September 2011. Währen der Aufnahme der zweiten Bilderserie, wurde der Himmel von der Durchsicht her ein wenig besser. Nach dem Ausflug in die Milchstraßenregion entlang des Sommerdreiecks, drehte ich die Kamera anschließend zenitnah in Richtung Kassiopeia und Andromeda. Für die Aufnahme der nachfolgenden zwei Bilder verwendete ich mein neues, leider auch dezentriertes und mittlerweile ausgetauschtes Canon EF 28mm/1:2,8 Objektiv.
Auf diesem Bild, mit dem Blick raus aus unserer Galaxis, sind gleich drei Galaxien unserer Lokalen Gruppe vertreten: Zum einen die 2,3 Millionen Lichtjahre entfernte Andromedagalaxie M 31, die 3 Millionen Lichtjahre entfernte Dreiecksgalaxie M 33 und am linken Bildrand unsere eigene Galaxie, die Milchstraße. Außerdem entdeckt man noch den großen offenen Sternhaufen NGC 752 und an der linken unteren Ecke den berühmte Doppelsternhaufen h und Chi im Perseus (NGC 884/ NGC 869) sowie ganz schwach die Nebelregion IC 1805 / IC 1848. Hier lohnt es sich sicher mal, auch mit größerer Brennweite draufzuhalten.
Das Sternbild Fuhrmann hatte kurz nach Mitternacht schon genügend Höhe erreicht, um hier ebenfalls eine halbe Stunde mit dem 28 mm Objektiv zu belichten. Nach der Bildbearbeitung schälte sich ein auffälliger Dunkelnebelkomplex in den Sternbildern Fuhrmann und Stier heraus. Dieser Nebelkomplex wird auch als Barnard 7 bezeichnet. Der hellste Stern links im Bild ist der Hauptstern Capella im Sternbild Fuhrmann. Auf der gegenüberliegenden Seite leuchtet der rötliche Aldebaran im Stier, mit dem offenen Sternhaufen der Hyaden. Zwischen Aldebaran und Elnath gelegen, gibt es mit NGC 1746 und NGC 1647 noch zwei weitere recht große offene Sternhaufen. Obwohl meine Kamera nicht für H-Alpha modifiziert ist, sticht der Californianebel NGC 1499 am oberen Bildrand besonders deutlich hervor. Selbst der Emissionsnebel NGC 1893 im Fuhrmann ist erkennbar. Leider war es mir nicht möglich, die markante Dunkelwolke links oben, die die Form eines laufenden Mannes besitzt, zu identifizieren.
Als letzte Aufnahme, mit dem Canon EF 50mm 1:1.8 II Objektiv, musste die Dunkelwolke Le Gentil 3 herhalten, die neben dem Cygnus Rift - der nördliche Teil der langgezogenen Dunkelwolke südlich von Deneb im Schwan, ebenfalls als "Nördlicher Kohlensack" bekannt ist. Hier sieht man recht deutlich, wie der Nebel das Licht der dahinterliegenden Sterne abschwächt und rötet. Der große Wasserstoffnebel südlich des Granatsterns wird als IC 1396 geführt. Auch Barnard 169-71, nordwestlich des Nebels gelegen, ist auffällig und erscheint wie ein Art Loch inmitten der Milchstraße. Selbst der ovale Nebelbogen Sharpless 129, südwestlich von IC 1396, ist noch gut erkennbar. Gute Beobachter entdecken links oben, am Ende der lang gezogenen Dunkelwolke Barnard 168, noch den winzigen Kokonnebel IC 5146. Leider habe ich den Nordamerika- und den Pelikannebel nicht mehr ganz erwischt, der ebenfalls links unten im Bild deutlich heraussticht.
Alles in allem staunte ich nicht schlecht, was mit erschwinglichen Objektiven zwischen 100 € und 230 € möglich ist - vorausgesetzt man blendet etwas ab. Herausgekommen sind doch recht ansehnliche Sternfeldaufnahmen. Selbst rudimentäre Bildbearbeitungskenntnisse und eine unmodifizierte Kamera reichen aus, um zahlreiche bekannte Deep Sky-Objekte und vor allem die Sternwolken und Dunkelnebel entlang der Sommermilchstraße hervortreten zu lassen. Trotzdem würde es mich mal reizen, mit einer für Astroaufnahmen modifizierten Kamera zu fotografieren.
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09 | 102011
Geschrieben von Andreas um 18:00 Uhr - Beitrag kommentieren
Zum 12. HTT habe ich wie auch im Vorjahr die Gelegenheit genutzt, Sternfelder mit nachgeführter Kamera aufzunehmen. Verwendung fand meine neue Canon EOS 600D, die hier ihr astronomisches “first light” erlebte, sowie verschiedene preisgünstige Objektive von Canon. Dank der guten Einnordung meiner Meade LXD55 Montierung, konnte ich gut über 10 Minuten belichten. Leider wanderten die erste Belichtungsreihe gleich in den Papierkorb, weil ein vierbeiniges Mitglied unserer Südkurve regelmäßig an das Stativ stieß und die Aufnahmen somit ruinierte. So änderte ich den Plan und nahm jeweils 12 Bilder á 150 Sekunden Belichtungszeit auf. Insgesamt kam ich dann auf eine Gesamtbelichtungszeit von einer halben Stunde. Leider zeigte sich der Jeßnigker Himmel nicht ganz optimal, weil mit ziemlicher Regelmäßigkeit Zirren und Kondensstreifen den Himmel trübten. Die hohe Luftfeuchtigkeit tat ihr übriges, so dass ich gezwungen war, hin und wieder das Objektiv vom lästigen Tau zu befreien. weiterlesen
Zum 12. HTT habe ich wie auch im Vorjahr die Gelegenheit genutzt, Sternfelder mit nachgeführter Kamera aufzunehmen. Verwendung fand meine neue Canon EOS 600D, die hier ihr astronomisches "first light" erlebte, sowie verschiedene preisgünstige Objektive von Canon. Dank der guten Einnordung meiner Meade LXD55 Montierung, konnte ich gut über 10 Minuten belichten. Leider wanderten die erste Belichtungsreihe gleich in den Papierkorb, weil ein vierbeiniges Mitglied unserer Südkurve regelmäßig an das Stativ stieß und die Aufnahmen somit ruinierte. So änderte ich den Plan und nahm jeweils 12 Bilder á 150 Sekunden Belichtungszeit auf. Insgesamt kam ich dann auf eine Gesamtbelichtungszeit von einer halben Stunde. Leider zeigte sich der Jeßnigker Himmel nicht ganz optimal, weil mit ziemlicher Regelmäßigkeit Zirren und Kondensstreifen den Himmel trübten. Die hohe Luftfeuchtigkeit tat ihr übriges, so dass ich gezwungen war, hin und wieder das Objektiv vom lästigen Tau zu befreien.
Alle hier gezeigten Bilder entstanden in der Nacht vom 24. auf den 25. September 2011. In der vorhergehenden Nacht fertigte ich ebenfalls schon Sternfeldaufnahmen an, musste aber während des Bildbearbeitungsworkshops von Martin Fiedler am Samstagnachmittag feststellen, dass ich nicht in RAW sondern in JPEG aufgenommen hatte. So mussten die Belichtungsreihen leider wiederholt werden. Wenigstens hat sich die Investition in einer neue Kamera gelohnt: Das ausklappbare Schwenkdisplay der 600D erleichtert doch sehr die manuelle Fokussierung, da man sich nicht mehr verrenken muss, egal wohin das Objektiv der Kamera schaut. Außerdem scheint sie weniger rauschempfindlich zu sein und auch weniger Hotpixel zu produzieren als meine alte Canon EOS 1000D. Denn selbst bei ISO-1600 war das Rauschen noch moderat. Bearbeitet wurden die Bilder schließlich mit Fitswork, inklusive Dunkelbildabzug und Photoshop.
Als erstes Objekt nahm ich die Sommermilchstraße zwischen den Sternbildern Adler und Füchschen auf. Das EF-S 18-55mm 1:3.5-5.6 IS II Kit-Objektiv der 600D stellte ich auf 55 mm Brennweite ein. Neben dem Hauptstern des Adlers Atair, erkennt man auf dem Bild auch einige markante Dunkelwolken. Vor allem der E-förmige Dunkelnebel Barnard 142-3, westlich von Tarazed (Gamma Aquilae) gelegen, ist auffällig. Außerdem ist der Kleiderbügelhaufen Collinder 399 und, wenn man ganz genau hinschaut, sogar der Hantelnebel M 27 als bläulichgrünes Fleckchen sichtbar. Ab und zu musste ich die Belichtungsreihe unterbrechen, da der Himmel zeitweise von hoher Zirrusbewölkung eingetrübt war. Nach rund einer Viertelstunde wartens konnte schließlich weiter belichtet werden.
Anschließend stellte ich das Objektiv auf Weitwinkel ein und belichtete die Milchstraße mit dem Sommerdreieck. Das Sommerdreieck wird aus den Hauptsternen Deneb im Schwan, Wega in der Leier und Atair im Adler gebildet. Auf dem Bild stechen besonders der Nordamerikanebel NGC 7000 mit dem Pelikannebel IC 5070, unmittelbar östlich von Deneb gelegen, die Nebelregion um Gamma Cygni, der "Nördliche Kohlensack" am oberen Bereich des Bildes sowie die HII-Region IC 1396, unmittelbar südlich des "Granatsterns" My Cephei, hervor. Während der Aufnahme zogen ebenfalls Zirren vor die Milchstraße. Ein Artefakt dieser Störung ist der lange rote Streifen bei Wega in der Leier. Während der Belichtungszeit sank die Milchstraße immer tiefer in Richtung Westen herab, so dass sich im unteren Bereich, besonders im Sternbild Adler, schon der Horizontdunst störend bemerkbar macht.
Fortsetzung folgt...
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04 | 022011
Geschrieben von Andreas um 20:10 Uhr - 2 Kommentare
In der Regel bin ich nicht gerade begeistert, im Winter nachts draußen in der Kälte zu stehen und zu frieren. Deshalb bleibt meistens mein Teleskop in der warmen Stube. Allerdings hat der winterliche Sternenhimmel auch einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Und nach 3 Monaten Spechtelabstinenz, aufgrund des schlechten Wetters, bekommt man langsam aber sicher Entzugserscheinungen. Und so überwand ich mich dann doch, als Ralf Hofner eine Rundmail an die Freunde des HTT schickte um zu fragen, ob Interesse bestehen würde, in dieser Nacht zu beobachten.
Ich fuhr kurz nach 18 Uhr los und kam kurz vor 19 Uhr in Jeßnigk an. Weil sich sonst niemand für die Beobachtung meldete und im Vereinshaus in Jeßnigk eine Veranstaltung stattfand, traf ich mich mit Ralf auf dem Privatgrundstück eines Jeßnigkers. Herr Körschner trat nach der Eröffnung der Elsterland-Sternwarte im Oktober letzten Jahres dem Verein bei und stellte uns freundlicherweise seine warme Küche und seinen Garten zur Verfügung. Dieser hatte freien Blick auf den Südhimmel. Nur einige kleine Bäume und Sträucher störten die Silhouette. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten mit Ralfs Ausrüstung, konnten wir uns dann intensiv dem nächtlichen Winterhimmel widmen. weiterlesen
In der Regel bin ich nicht gerade begeistert, im Winter nachts draußen in der Kälte zu stehen und zu frieren. Deshalb bleibt meistens mein Teleskop in der warmen Stube. Allerdings hat der winterliche Sternenhimmel auch einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Und nach 3 Monaten Spechtelabstinenz, aufgrund des schlechten Wetters, bekommt man langsam aber sicher Entzugserscheinungen. Und so überwand ich mich dann doch, als Ralf Hofner eine Rundmail an die Freunde des HTT schickte um zu fragen, ob Interesse bestehen würde, in dieser Nacht zu beobachten.
Ich fuhr kurz nach 18 Uhr los und kam kurz vor 19 Uhr in Jeßnigk an. Weil sich sonst niemand für die Beobachtung meldete und im Vereinshaus in Jeßnigk eine Veranstaltung stattfand, traf ich mich mit Ralf auf dem Privatgrundstück eines Jeßnigkers. Herr Körschner trat nach der Eröffnung der Elsterland-Sternwarte im Oktober letzten Jahres dem Verein bei und stellte uns freundlicherweise seine warme Küche und seinen Garten zur Verfügung. Dieser hatte freien Blick auf den Südhimmel. Nur einige kleine Bäume und Sträucher störten die Silhouette. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten mit Ralfs Ausrüstung, konnten wir uns dann intensiv dem nächtlichen Winterhimmel widmen.
[caption id="attachment_2982" align="aligncenter" width="333" caption="Strichspuraufnahme des Sternbilds Orion - 5 Minuten bei ISO-1600 und 18 mm Brennweite"][/caption]
Ralf fotografierte zum größten Teil an diesem Abend und wollte besonders Barnards Loop und den Pferdekopfnebel im Orion aufnehmen. Seine fotografischen Ergebnisse dieser Nacht können auf der Seite des Herzberger Teleskoptreffens bewundert werden. Ich beobachtete visuell mit einem 8 Zoll Dobson und nahm überwiegend Galaxien aufs Korn. Die Nacht dafür war nahezu ideal, da eine gute Durchsicht herrschte. Nur die hohe Luftfeuchtigkeit und die tiefen Minustemperaturen (-9°C) machten Schwierigkeiten. Mein Okular von meinem Sucher fror regelmäßig zu und an den Tuben der Teleskope hatte sich schon kurz nach Beobachtungsbeginn eine dicke Reifschicht abgelagert. Zu Beginn maßen wir SQM-Werte um 21,33 mag/arcsec². Im Laufe der Nacht sollte sich dieser Wert sogar noch steigern, so dass wir am Ende meiner Beobachtung, gegen 3 Uhr morgens, einen Wert um 21,62 mag/arcsec² registrieren konnten.
[caption id="attachment_2983" align="aligncenter" width="333" caption="Das Sternbild Orion nach dem Meridiandurchgang - 15 x 20 Sek. bei ISO-1600 und 18 mm Brennweite"][/caption]
Aber auch ich konnte etwas Sternenlicht einfangen. Zu diesem Zweck montierte ich meine Canon EOS 1000D auf ein Fotostativ und belichte 5 Minuten in Richtung des Sternbilds Orion. Das erste Bild in diesem Artikel zeigt eine Strichspuraufnahme des Südhimmels, nach dem Meridiandurchgang des Orion mit 18 mm Brennweite, ISO-1600 und f/4.0. Das zweite Bild ist eine Addition von 15 Bildern á 20 Sekunden Belichtungszeit. Beide Bilder wurden mit Fitswork und Photoshop bearbeitet.
Der vollständigen Beobachtungsbericht kann übrigens auf meiner Homepage nachgelesen werden...
Tags » Astronomie, Beobachtung, Bericht, Brandenburg, Deep Sky, Foto, HTT, Jeßnigk, Privat «
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