23 | 122011
Geschrieben von Andreas um 18:15 Uhr - Beitrag kommentieren
Ein Komet begeistert zur Zeit Beobachter auf der Südhalbkugel: Der am 27. November 2011 vom Australier Terry Lovejoy entdeckte Komet C/2011 W3 Lovejoy kam am 16. Dezember 2011 der Sonne bis auf 140.000 Kilometer nahe und hat diese dichte Annäherung sogar überlebt. Er gehört zur so genannten Kreutz-Gruppe, die eine Untergruppe der Sonnenkratzer (engl. Sungrazer) darstellt. Die Kreutz-Gruppe sind Kometen, die während ihres Perihels unserem Zentralgestirn sehr nahe kommen und vermutlich Fragmente eines sehr viel größeren Kometen sind, der vor Jahrhunderten auseinandergebrochen ist. Die enge Begegnung am 16. Dezember hat das gemeinsam von NASA und ESA betriebene Weltraumobservatorium SOHO mit ihrer Koronographenkamera LASCO C3 eindrucksvoll dokumentiert.
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Ein Komet begeistert zur Zeit Beobachter auf der Südhalbkugel: Der am 27. November 2011 vom Australier Terry Lovejoy entdeckte Komet C/2011 W3 Lovejoy kam am 16. Dezember 2011 der Sonne bis auf 140.000 Kilometer nahe und hat diese dichte Annäherung sogar überlebt. Er gehört zur so genannten Kreutz-Gruppe, die eine Untergruppe der Sonnenkratzer (engl. Sungrazer) darstellt. Die Kreutz-Gruppe sind Kometen, die während ihres Perihels unserem Zentralgestirn sehr nahe kommen und vermutlich Fragmente eines sehr viel größeren Kometen sind, der vor Jahrhunderten auseinandergebrochen ist. Die enge Begegnung am 16. Dezember hat das gemeinsam von NASA und ESA betriebene Weltraumobservatorium SOHO mit ihrer Koronographenkamera LASCO C3 eindrucksvoll dokumentiert.
Auf den Bildern erkennt man, wie sich der Komet schnell der Sonne nähert. Durch die große Annäherung wurde sehr viel Staub und Gas freigesetzt, so dass die Koma des Schweifsterns stellenweise überbelichtet erscheint. Nur 20 Stunden nach seiner Perihelpassage konnte Komet Lovejoy als -3 mag helles Objekt rund 4 Grad von der Sonne entfernt sogar am Taghimmel aufgefunden werden!
[caption id="" align="aligncenter" width="800" caption="Komet Lovejoy am 23. Dezember 2011, Port Lincoln, Australien © Lester Barnes, Spaceweather.com"][/caption]
Rund eine Woche nach seiner Sonnennähe ist die Koma des Kometen wieder deutlich schwächer geworden. Im Gegenzug kann sich der mehr als 15 Grad lange Staub- und Plasmaschweif wirklich sehen lassen. Dieser setzt sich gegenüber dem hellen Dämmerungshimmel deutlich ab. Sein Schweif ähnelt typischen Sonnenkreutzer-Kometen aus der Vergangenheit wie der Im Jahr 1965 erschienene Komet Ikeya-Seki.
Lovejoy geht zur Zeit rund eine Stunde vor Sonnenaufgang auf, ist aber zu unserem Nachteil nur von der Südhalbkugel der Erde aus zu sehen. Damit bekommen die Beobachter, knapp 5 Jahre nach Komet C/2006 P1 McNaught, eine weitere eindrucksvolle Kometenerscheinung zu Gesicht.
Und hier gibts noch ein Video des Kometen direkt von der ISS... :)
Weiterführende Links:
Ein Komet auf Tuchfühlung mit der Sonne
Astrodicticum simplex - Komet Lovejoy überlebt seinen Besuch bei der Sonne
Himmelslichter - Komet Lovejoy hat überlebt!
Kometen.info - Komet C/2011 W3 Lovejoy
Cometography - C/2011 W3 Lovejoy
Astronomie.de - Forum
Astrotreff Südkurve - Komet Lovejoy
Tags » Astronomie, Ereignisse, Komet, Lovejoy, News, Sonnensystem «
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30 | 082011
Geschrieben von Andreas um 21:00 Uhr - 6 Kommentare
Wie schon seit Wochen von Kometenbeobachtern befürchtet, wird Komet C/2010 X1 Elenin sein Perihel wohl nicht überleben. Das bedeutet auch, dass wir keinen hellen Kometen von rund 5 Magnituden Helligkeit im Oktober am Nachthimmel zu Gesicht bekommen werden!
Zurzeit hält sich der Komet, mit geringer Elongation zur Sonne, am Südhimmel auf. Er sollte Anfang Oktober abermals in unseren Breiten sichtbar werden und nacheinander die Sternbilder Löwe, Krebs, Zwillinge und Stier durchlaufen. Nun wird Elenin, trotz seiner bevorstehenden Sonnennähe, wieder schwächer als 8 mag. Die Koma wird immer mehr in die Länge gezogen und erscheint deutlich diffuser als noch vor wenigen Tagen. Das ist ein untrügliches Zeichen, dass der Schweifstern in Auflösung begriffen ist. Die Auflösung von Komet Elenin ist kein Einzelfall und erinnert stark an den Kometen C/1999 S4 LINEAR, dessen Helligkeitsprognose ebenfalls recht günstig war. weiterlesen
Wie schon seit Wochen von Kometenbeobachtern befürchtet, wird Komet C/2010 X1 Elenin sein Perihel wohl nicht überleben. Das bedeutet auch, dass wir keinen hellen Kometen von rund 5 Magnituden Helligkeit im Oktober am Nachthimmel zu Gesicht bekommen werden!
Zurzeit hält sich der Komet, mit geringer Elongation zur Sonne, am Südhimmel auf. Er sollte Anfang Oktober abermals in unseren Breiten sichtbar werden und nacheinander die Sternbilder Löwe, Krebs, Zwillinge und Stier durchlaufen. Nun wird Elenin, trotz seiner bevorstehenden Sonnennähe, wieder schwächer als 8 mag. Die Koma wird immer mehr in die Länge gezogen und erscheint deutlich diffuser als noch vor wenigen Tagen. Das ist ein untrügliches Zeichen, dass der Schweifstern in Auflösung begriffen ist. Die Auflösung von Komet Elenin ist kein Einzelfall und erinnert stark an den Kometen C/1999 S4 LINEAR, dessen Helligkeitsprognose ebenfalls recht günstig war.
Wirklich schade um Komet Elenin, der zum Perihelzeitpunkt im C3-Koronographen der Sonnensonde SOHO wohl eine gute Show abgeliefert hätte. Er sollte am 26. September nur 2 Grad nördlich an unserem Zentralgestirn vorbeiziehen! Ich hatte im Herbst eine Beobachtungskampagne geplant und wollte einen umfangreichen Artikel (die Hälfte war schon geschrieben) sowie ein Infoblatt zur Sichtbarkeit veröffentlichen. Außerdem stand der Komet im Blickpunkt diverser Weltuntergangsfanatiker um den angeblichen Weltuntergang 2012. Mit dem bevorstehenden Ende Elenins, hat sich wenigstens dieser Teil des Schwachsinns erledigt. ;)
C/2010 X1 Elenin wurde am 10. Dezember 2010 vom russischen Amateurastronomen Leonid Elenin aus Lyubertsy (Russland) als 19,1 mag helles Objekt und mit Hilfe des ferngesteuerten 18 Zoll Teleskops des International Scientific Optical Network's robotic observatorys (ISON-NM) in Mayhill (New Mexiko, USA) entdeckt.
Eine erste vorläufige Bahn wurde nur eine Woche nach der Entdeckung Elenins von G.V. Williams berechnet, der 33 Positionsmessungen nutzte und die Sonnennähe für den 1. April 2010 mit 5,15 AE zur Sonne bestimmte. Williams vermutete, dass der Komet kurzperiodisch sei. Das Minor Planet Center (MPC) berechnete nur einen Tag später eine deutlich andere Bahn. Es zeigte sich, dass Elenin in Wahrheit langperiodisch ist, die Sonnennähe am 5. September 2011 mit 0,45 AE erreichen und mit 3,5 mag Helligkeit eventuell mit bloßem Auge sichtbar werden würde. Nachfolgebeobachtungen bestätigten die Bahn und zeigten einige Monate später eine etwas geringere absolute Helligkeit und eine Sichtbarkeit in Ferngläsern und kleinen Teleskopen. Demnach erreicht C/2010 X1 Elenin am frühen Abend des 10. September sein Perihel, knapp innerhalb der Merkurbahn, und wird der Sonne bis auf 0,4825 AE bzw. 72,18 Millionen Kilometern nahe kommen. Im Gegensatz zum aktuell günstig am Abendhimmel platzierten Kometen C/2009 P1 Garradd, dessen Bahn senkrecht zur Ekliptik verläuft, ist die Umlaufbahn um 1,84 Grad gegen die Ekliptik geneigt. Die Erdnähe wird am 16. Oktober 2011 mit nur 0,23 AE bzw. 35 Millionen Kilometern Abstand durchlaufen.
Quellen: Southern Comets Homepage, Forum Astronomie.de, Comets Mailing List
[table id=4 /]
Tags » Astronomie, Elenin, Komet, News, Sonnensystem «
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16 | 022011
Geschrieben von Andreas um 3:45 Uhr - Beitrag kommentieren
Die NASA Raumsonde Stardust-NExT ist in der Nacht vom 14. auf den 15. Februar 2011 mit über 10 km/s am Kometen 9P/Tempel 1 vorbeigeflogen und hat 75 neue Bilder vom Kometenkern aufgenommen. Die dichteste Annäherung erfolgte am 15. Februar um 5:37 Uhr MEZ, mit einem Abstand von gerade einmal 178 Kilometern.
Stardust-NExT ist aber nicht die erste Raumsonde, die den Kometen besuchte. Im Sommer 2005 flog schon Deep Impact an Tempel 1 vorbei und hat bei dieser Mission ein 372 kg schweres und ungefähr kühlschrankgroßes Projektil freigesetzt, das auf den Kometen einschlug und einen 150 Meter großen Impaktkrater hinterließ. Unglücklicherweise blieb dieser der Kamera von Deep Impact verborgen. Deshalb war man schon ganz gespannt auf die neuen Aufnahmen vom Kern, um genau diesen Krater zu identifizieren. Leider schickte die Raumsonde die Bilder in chronologischer Reihenfolge zur Erde, so dass die hochaufgelösten Bilder der dichtesten Annäherung erst einige Stunden später eintrafen. Man konnte aber nur “ganz vage Spuren des Tempel-Kraters” finden. weiterlesen
Die NASA Raumsonde Stardust-NExT ist in der Nacht vom 14. auf den 15. Februar 2011 mit über 10 km/s am Kometen 9P/Tempel 1 vorbeigeflogen und hat 75 neue Bilder vom Kometenkern aufgenommen. Die dichteste Annäherung erfolgte am 15. Februar um 5:37 Uhr MEZ, mit einem Abstand von gerade einmal 178 Kilometern.
Stardust-NExT ist aber nicht die erste Raumsonde, die den Kometen besuchte. Im Sommer 2005 flog schon Deep Impact an Tempel 1 vorbei und hat bei dieser Mission ein 372 kg schweres und ungefähr kühlschrankgroßes Projektil freigesetzt, das auf den Kometen einschlug und einen 150 Meter großen Impaktkrater hinterließ. Unglücklicherweise blieb dieser der Kamera von Deep Impact verborgen. Deshalb war man schon ganz gespannt auf die neuen Aufnahmen vom Kern, um genau diesen Krater zu identifizieren. Leider schickte die Raumsonde die Bilder in chronologischer Reihenfolge zur Erde, so dass die hochaufgelösten Bilder der dichtesten Annäherung erst einige Stunden später eintrafen. Man konnte aber nur "ganz vage Spuren des Tempel-Kraters" finden.
Stardust besuchte im Jahr 2004 den Kometen 81P/Wild 2 und sammelte Partikel aus der Koma des Schweifsterns ein und brachte die Proben anschließend 2006 in einer Rückkehrkapsel zur Erde. Weil die Sonde noch voll funktionstüchtig war, wurde Stardust in Stardust-NExT umgetauft und auf eine Bahn zu Tempel 1 gebracht. Das NExT im Namen steht für "New Exploration of Tempel 1".
[caption id="attachment_3063" align="aligncenter" width="480" caption="Komet Tempel 1 - aufgenommen von Stardust-NExT am 15.02.2011 um 5:39 MEZ © NASA/JPL "][/caption]
Wer eine schöne Animation des Flybys sehen möchte, kann mal auf dem Blog der Planetary Society nachschauen.
Weiterführende Links:
Stardust-NExT Missionsseite der NASA
Aktuelle Bilder vom Vorbeiflug
Universe Today - Artikel
Skyweek Zwei Punkt Null mit aktuellen Infos zur Mission (1, 2)
Tags » Astronomie, Komet, News, Raumfahrt, Stardust-NEXT, Tempel 1, Wissenschaft «
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