25 | 122011
Geschrieben von Andreas um 3:00 Uhr - 2 Kommentare
Was ist eigentlich zur Zeit am Himmel los? Menschen, die zu Heiligabend gegen 17:25 Uhr noch nicht Bescherung hatten und sich unter einem klaren Himmel im Freien aufgehalten haben, konnten ein seltenes Himmelsschauspiel erleben: Sichtbar war ein helles Objekt, welches von Westen kommend sich mehrere Sekunden lang in Richtung Osten bewegte und einen langen, deutlich sichtbaren Schweif hinter sich her zog. Das Objekt zerfiel anschließend in zahlreiche Bruchstücke und verschwand dann unter dem östlichen Horizont.
Offensichtlich handelte es sich dabei um Weltraumschrott, das zur Erde zurückgekehrt und in den oberen Schichten der Erdatmosphäre verglüht ist – ein so genannter Reentry.
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Was ist eigentlich zur Zeit am Himmel los? Menschen, die zu Heiligabend gegen 17:25 Uhr noch nicht Bescherung hatten und sich unter einem klaren Himmel im Freien aufgehalten haben, konnten ein seltenes Himmelsschauspiel erleben: Sichtbar war ein helles Objekt, welches von Westen kommend sich mehrere Sekunden lang in Richtung Osten bewegte und einen langen, deutlich sichtbaren Schweif hinter sich her zog. Das Objekt zerfiel anschließend in zahlreiche Bruchstücke und verschwand dann unter dem östlichen Horizont.
Offensichtlich handelte es sich dabei um Weltraumschrott, das zur Erde zurückgekehrt und in den oberen Schichten der Erdatmosphäre verglüht ist - ein so genannter Reentry.
Im Gegensatz zum großen Bruder der Sternschnuppe, den Boliden oder Feuerkugeln, die aufgrund ihrer hohen Eintrittsgeschwindigkeit nur einige wenige Sekunden lang über den Himmel ziehen und, ähnlich einer Brennerflamme, eine blau-grüne Leuchterscheinung erzeugen, war dieses Objekt über eine halbe Minute lang zu sehen und zeigte einen eher rötlich glühenden Kopf mit kupferfarbenen Schweif.
Laut Gerhard Holtkamp soll der Wiedereintritt der Oberstufe einer Sojus-Trägerrakete in die Erdatmosphäre das Himmelsschauspiel verursacht haben, die den ESA-Astronauten André Kuiper und seine Kollegen in dieser Woche zur Internationalen Raumstation (ISS) brachte.
[caption id="attachment_4058" align="aligncenter" width="485" caption="Foto des Reentry vom 24.12.2011, 17:25 Uhr © Roman Breisch"][/caption]
Auch ich bekam eine E-Mail einer Zeugin über das Kontaktformular auf meiner Homepage, die im Beisein von zwei Freunden von Erfurt aus einen "riesigen Kometenschwarm" sahen. So recherchierte ich kurzerhand im Internet und traf auch schnell auf einen Artikel bei Spiegel-online, dass auch andere Zeugen in Deutschland dieses Objekt beobachten konnten. Beim anschließenden Blick in diverse Astronomie-Foren war das Rätsel des "Weihnachtsstern" relativ schnell gelöst. :)
Quellen:
Astronomie.de - Forum (1,2)
Astrotreff.de (1,2,3,4)
Tags » Astronomie , Bericht , News , Raumfahrt , Reentry «
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23 | 122011
Geschrieben von Andreas um 18:15 Uhr - Beitrag kommentieren
Ein Komet begeistert zur Zeit Beobachter auf der Südhalbkugel: Der am 27. November 2011 vom Australier Terry Lovejoy entdeckte Komet C/2011 W3 Lovejoy kam am 16. Dezember 2011 der Sonne bis auf 140.000 Kilometer nahe und hat diese dichte Annäherung sogar überlebt. Er gehört zur so genannten Kreutz-Gruppe , die eine Untergruppe der Sonnenkratzer (engl. Sungrazer) darstellt. Die Kreutz-Gruppe sind Kometen, die während ihres Perihels unserem Zentralgestirn sehr nahe kommen und vermutlich Fragmente eines sehr viel größeren Kometen sind, der vor Jahrhunderten auseinandergebrochen ist. Die enge Begegnung am 16. Dezember hat das gemeinsam von NASA und ESA betriebene Weltraumobservatorium SOHO mit ihrer Koronographenkamera LASCO C3 eindrucksvoll dokumentiert.
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Ein Komet begeistert zur Zeit Beobachter auf der Südhalbkugel: Der am 27. November 2011 vom Australier Terry Lovejoy entdeckte Komet C/2011 W3 Lovejoy kam am 16. Dezember 2011 der Sonne bis auf 140.000 Kilometer nahe und hat diese dichte Annäherung sogar überlebt. Er gehört zur so genannten Kreutz-Gruppe, die eine Untergruppe der Sonnenkratzer (engl. Sungrazer) darstellt. Die Kreutz-Gruppe sind Kometen, die während ihres Perihels unserem Zentralgestirn sehr nahe kommen und vermutlich Fragmente eines sehr viel größeren Kometen sind, der vor Jahrhunderten auseinandergebrochen ist. Die enge Begegnung am 16. Dezember hat das gemeinsam von NASA und ESA betriebene Weltraumobservatorium SOHO mit ihrer Koronographenkamera LASCO C3 eindrucksvoll dokumentiert.
Auf den Bildern erkennt man, wie sich der Komet schnell der Sonne nähert. Durch die große Annäherung wurde sehr viel Staub und Gas freigesetzt, so dass die Koma des Schweifsterns stellenweise überbelichtet erscheint. Nur 20 Stunden nach seiner Perihelpassage konnte Komet Lovejoy als -3 mag helles Objekt rund 4 Grad von der Sonne entfernt sogar am Taghimmel aufgefunden werden!
[caption id="" align="aligncenter" width="800" caption="Komet Lovejoy am 23. Dezember 2011, Port Lincoln, Australien © Lester Barnes, Spaceweather.com"][/caption]
Rund eine Woche nach seiner Sonnennähe ist die Koma des Kometen wieder deutlich schwächer geworden. Im Gegenzug kann sich der mehr als 15 Grad lange Staub- und Plasmaschweif wirklich sehen lassen. Dieser setzt sich gegenüber dem hellen Dämmerungshimmel deutlich ab. Sein Schweif ähnelt typischen Sonnenkreutzer-Kometen aus der Vergangenheit wie der Im Jahr 1965 erschienene Komet Ikeya-Seki.
Lovejoy geht zur Zeit rund eine Stunde vor Sonnenaufgang auf, ist aber zu unserem Nachteil nur von der Südhalbkugel der Erde aus zu sehen. Damit bekommen die Beobachter, knapp 5 Jahre nach Komet C/2006 P1 McNaught, eine weitere eindrucksvolle Kometenerscheinung zu Gesicht.
Und hier gibts noch ein Video des Kometen direkt von der ISS... :)
Weiterführende Links:
Ein Komet auf Tuchfühlung mit der Sonne
Astrodicticum simplex - Komet Lovejoy überlebt seinen Besuch bei der Sonne
Himmelslichter - Komet Lovejoy hat überlebt!
Kometen.info - Komet C/2011 W3 Lovejoy
Cometography - C/2011 W3 Lovejoy
Astronomie.de - Forum
Astrotreff Südkurve - Komet Lovejoy
Tags » Astronomie , Ereignisse , Komet , Lovejoy , News , Sonnensystem «
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30 | 082011
Geschrieben von Andreas um 21:00 Uhr - 6 Kommentare
Wie schon seit Wochen von Kometenbeobachtern befürchtet, wird Komet C/2010 X1 Elenin sein Perihel wohl nicht überleben. Das bedeutet auch, dass wir keinen hellen Kometen von rund 5 Magnituden Helligkeit im Oktober am Nachthimmel zu Gesicht bekommen werden!
Zurzeit hält sich der Komet, mit geringer Elongation zur Sonne, am Südhimmel auf. Er sollte Anfang Oktober abermals in unseren Breiten sichtbar werden und nacheinander die Sternbilder Löwe, Krebs, Zwillinge und Stier durchlaufen. Nun wird Elenin, trotz seiner bevorstehenden Sonnennähe, wieder schwächer als 8 mag. Die Koma wird immer mehr in die Länge gezogen und erscheint deutlich diffuser als noch vor wenigen Tagen. Das ist ein untrügliches Zeichen, dass der Schweifstern in Auflösung begriffen ist. Die Auflösung von Komet Elenin ist kein Einzelfall und erinnert stark an den Kometen C/1999 S4 LINEAR , dessen Helligkeitsprognose ebenfalls recht günstig war. weiterlesen
Wie schon seit Wochen von Kometenbeobachtern befürchtet, wird Komet C/2010 X1 Elenin sein Perihel wohl nicht überleben. Das bedeutet auch, dass wir keinen hellen Kometen von rund 5 Magnituden Helligkeit im Oktober am Nachthimmel zu Gesicht bekommen werden!
Zurzeit hält sich der Komet, mit geringer Elongation zur Sonne, am Südhimmel auf. Er sollte Anfang Oktober abermals in unseren Breiten sichtbar werden und nacheinander die Sternbilder Löwe, Krebs, Zwillinge und Stier durchlaufen. Nun wird Elenin, trotz seiner bevorstehenden Sonnennähe, wieder schwächer als 8 mag. Die Koma wird immer mehr in die Länge gezogen und erscheint deutlich diffuser als noch vor wenigen Tagen. Das ist ein untrügliches Zeichen, dass der Schweifstern in Auflösung begriffen ist. Die Auflösung von Komet Elenin ist kein Einzelfall und erinnert stark an den Kometen C/1999 S4 LINEAR, dessen Helligkeitsprognose ebenfalls recht günstig war.
Wirklich schade um Komet Elenin, der zum Perihelzeitpunkt im C3-Koronographen der Sonnensonde SOHO wohl eine gute Show abgeliefert hätte. Er sollte am 26. September nur 2 Grad nördlich an unserem Zentralgestirn vorbeiziehen! Ich hatte im Herbst eine Beobachtungskampagne geplant und wollte einen umfangreichen Artikel (die Hälfte war schon geschrieben) sowie ein Infoblatt zur Sichtbarkeit veröffentlichen. Außerdem stand der Komet im Blickpunkt diverser Weltuntergangsfanatiker um den angeblichen Weltuntergang 2012. Mit dem bevorstehenden Ende Elenins, hat sich wenigstens dieser Teil des Schwachsinns erledigt. ;)
C/2010 X1 Elenin wurde am 10. Dezember 2010 vom russischen Amateurastronomen Leonid Elenin aus Lyubertsy (Russland) als 19,1 mag helles Objekt und mit Hilfe des ferngesteuerten 18 Zoll Teleskops des International Scientific Optical Network's robotic observatorys (ISON-NM) in Mayhill (New Mexiko, USA) entdeckt.
Eine erste vorläufige Bahn wurde nur eine Woche nach der Entdeckung Elenins von G.V. Williams berechnet, der 33 Positionsmessungen nutzte und die Sonnennähe für den 1. April 2010 mit 5,15 AE zur Sonne bestimmte. Williams vermutete, dass der Komet kurzperiodisch sei. Das Minor Planet Center (MPC) berechnete nur einen Tag später eine deutlich andere Bahn. Es zeigte sich, dass Elenin in Wahrheit langperiodisch ist, die Sonnennähe am 5. September 2011 mit 0,45 AE erreichen und mit 3,5 mag Helligkeit eventuell mit bloßem Auge sichtbar werden würde. Nachfolgebeobachtungen bestätigten die Bahn und zeigten einige Monate später eine etwas geringere absolute Helligkeit und eine Sichtbarkeit in Ferngläsern und kleinen Teleskopen. Demnach erreicht C/2010 X1 Elenin am frühen Abend des 10. September sein Perihel, knapp innerhalb der Merkurbahn, und wird der Sonne bis auf 0,4825 AE bzw. 72,18 Millionen Kilometern nahe kommen. Im Gegensatz zum aktuell günstig am Abendhimmel platzierten Kometen C/2009 P1 Garradd, dessen Bahn senkrecht zur Ekliptik verläuft, ist die Umlaufbahn um 1,84 Grad gegen die Ekliptik geneigt. Die Erdnähe wird am 16. Oktober 2011 mit nur 0,23 AE bzw. 35 Millionen Kilometern Abstand durchlaufen.
Quellen: Southern Comets Homepage, Forum Astronomie.de, Comets Mailing List
[table id=4 /]
Tags » Astronomie , Elenin , Komet , News , Sonnensystem «
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26 | 082011
Geschrieben von Andreas um 19:00 Uhr - Beitrag kommentieren
Gerade geistert eine interessante Tickermeldung durch die astronomische Landschaft: Die automatischen Himmelsüberwachung der Arbeitsgruppe “Palomar Transient Factory” vermeldete am 24. August 2011 die Entdeckung einer Supernova, kurz nach deren Explosion, in der nur 21 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie Messier 101 im Großen Bären. Gestern war die Supernova mit der Bezeichnung SN2011fe schon 14,8 mag hell und es wird erwartet, dass sie in den nächsten Tagen noch auf 10 bis 11 mag ansteigen wird. Damit wäre sie schon in Feldstechern aber spätestens in jedem kleinen Fernrohr ab 60 mm Öffnung erkennbar! Für die Wissenschaft ist die neue Supernova ein Glücksgriff, liegt sie doch nach kosmologischen Maßstäben praktisch um die Ecke.
Endeckungsfoto der Supernova 2011fe in Messier 101 im Großen Bären (UMa) © PTF
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Gerade geistert eine interessante Tickermeldung durch die astronomische Landschaft: Die automatischen Himmelsüberwachung der Arbeitsgruppe "Palomar Transient Factory" vermeldete am 24. August 2011 die Entdeckung einer Supernova, kurz nach deren Explosion, in der nur 21 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie Messier 101 im Großen Bären. Gestern war die Supernova mit der Bezeichnung SN2011fe schon 14,8 mag hell und es wird erwartet, dass sie in den nächsten Tagen noch auf 10 bis 11 mag ansteigen wird. Damit wäre sie schon in Feldstechern aber spätestens in jedem kleinen Fernrohr ab 60 mm Öffnung erkennbar! Für die Wissenschaft ist die neue Supernova ein Glücksgriff, liegt sie doch nach kosmologischen Maßstäben praktisch um die Ecke.
[caption id="attachment_3697" align="aligncenter" width="485" caption="Endeckungsfoto der Supernova 2011fe in Messier 101 im Großen Bären (UMa) © PTF"][/caption]
Eine Supernova ist ein Explosion eines Sterns an dessen Lebensende. Die Leuchtkraft des Sterns steigt dabei auf das millionen- bis milliardenfache an und er wird so hell, dass er seine Heimatgalaxie regelrecht überstrahlt. Laut ersten spektroskopischen Analysen deutet vieles auf eine Supernova vom Typ Ia hin, die auch als Standardkerzen für die Entfernungsmessung im Weltall gelten und aufgrund ihrer hohen Leuchtkraft selbst in sehr weit entfernten Galaxien sichtbar sind.
Im Gegensatz zu massereichen Sternen, die am Ende ihres Lebens, beim Verbrauch ihres nuklearen Brennstoffs, einen Kernkollaps erleiden und als Supernova des Typs II explodieren, akkretiert ein Weißer Zwerg in einem engen Doppelsternsystem Materie von seinem Begleiter. Die Masse des Weißen Zwergs steigt dabei über die Chandrasekhar-Grenze von 1,4 Sonnenmassen, bis er aufgrund seiner Eigengravitation kollabiert und der Stern durch plötzlich einsetzendes Kohlenstoffbrennen in einer thermonuklearen Explosion zerrissen wird. Des Weiteren können auch zwei Weiße Zwerge miteinander verschmelzen und als Supernova des Typs Ia explodieren.
[caption id="attachment_3807" align="aligncenter" width="485" caption="Die Supernova 2011fe in Messier 101 kurz vor dem Maximum © Michael Möckel, AstroTeam Elbe-Elster e.V."][/caption]
Die Supernova befindet sich etwa 1' westlich und 4,5' südlich des Zentrums von M 101, in einem der äußeren Spiralarme, an der Position RA 14h 3min 5,8s und Dec +54° 16' 25,3". Die Heimatgalaxie M 101 befindet sich knapp 5 Grad nordöstlich des letzten Deichselsterns des Großen Wagens und steht im September bei Einbruch der Dunkelheit noch 30 Grad hoch über dem Südwesthorizont.
[caption id="attachment_3701" align="aligncenter" width="485" caption="Aufsuchkarte für die Galaxie Messier 101 im Sternbild Großer Bär"][/caption]
Jan Hattenbach hat übrigens auch schon einen Artikel in seinem Blog Himmelslichter veröffentlicht. :)
Quelle(n): Astronomers Telegram, IS Newsletter, Spiegel-Online, Cosmos4U
Tags » Astronomie , Ereignisse , News , SN2011ef , Supernova , Wissenschaft «
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19 | 072011
Geschrieben von Andreas um 15:00 Uhr - Beitrag kommentieren
Am 5. August 2011 wird der Hauptgürtel-Asteroid (4) Vesta in eine günstige Opposition zur Sonne kommen und durch seine Erdnähe sogar für das bloße Auge sichtbar werden. Noch viel näher kam vor kurzem allerdings die NASA-Raumsonde Dawn dem Asteroiden, als diese in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2011, nach einer 4 Jahre dauernden und mehr als 2,8 Milliarden Kilometern langen Reise, in eine vorläufige Umlaufbahn um den 530 Kilometer großen Himmelskörper einschwenkte.
Schon vorher gab es während des langsamen Anflugs auf Vesta erste Bilder, die den Himmelskörper aus unterschiedlichen Entfernungen zur Raumsonde zeigte. Inzwischen wurden neue Bilder veröffentlicht, die einen detaillierteren Eindruck der Oberfläche dieses interessanten Mitglieds unseres Sonnensystems vermitteln. Dawn nähert sich Vesta nun weiter an und wird Anfang bis Mitte August damit beginnen, die Oberfläche des Asteroiden ein Jahr lang zu erkunden.
Vesta am 17. August 2011 aus einer Entfernung von 15.000 km von der Raumsonde Dawn aus aufgenommen © © NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA
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Am 5. August 2011 wird der Hauptgürtel-Asteroid (4) Vesta in eine günstige Opposition zur Sonne kommen und durch seine Erdnähe sogar für das bloße Auge sichtbar werden. Noch viel näher kam vor kurzem allerdings die NASA-Raumsonde Dawn dem Asteroiden, als diese in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2011, nach einer 4 Jahre dauernden und mehr als 2,8 Milliarden Kilometern langen Reise, in eine vorläufige Umlaufbahn um den 530 Kilometer großen Himmelskörper einschwenkte.
Schon vorher gab es während des langsamen Anflugs auf Vesta erste Bilder, die den Himmelskörper aus unterschiedlichen Entfernungen zur Raumsonde zeigte. Inzwischen wurden neue Bilder veröffentlicht, die einen detaillierteren Eindruck der Oberfläche dieses interessanten Mitglieds unseres Sonnensystems vermitteln. Dawn nähert sich Vesta nun weiter an und wird Anfang bis Mitte August damit beginnen, die Oberfläche des Asteroiden ein Jahr lang zu erkunden.
[caption id="attachment_3613" align="aligncenter" width="485" caption="Vesta am 17. August 2011 aus einer Entfernung von 15.000 km von der Raumsonde Dawn aus aufgenommen © © NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA"][/caption]
Die Raumsonde wird durch ein Ionenantrieb angetrieben, was gerade einmal 91 Millinewton Schub entwickelt. Das entspricht ungefähr eine Kraft, die ein Blatt Papier auf eine Schreibtischfläche ausübt. Ionenantriebe sind gegenüber chemischen Antrieben aber auf lange Sicht effizienter, da der Antrieb mehrere Monate am Stück laufen kann und der gelieferte Gesamtimpuls deutlich weniger Treibstoff (in diesem Fall Xenon) verbraucht. Während der Annäherungsphase war der Ionenantrieb ständig aktiv und erfolgte mit einer niedrigen Relativgeschwindigkeit zum Asteroiden. So benötigte die Sonde während der Annäherung rund 10 Wochen, um eine Entfernung von 1,2 Millionen Kilometern zu überbrücken. Als die Sonde am 15. August nur noch 16.000 Kilometer vom Asteroiden entfernt war, wurde Dawn vom Gravitationsfeld Vestas eingefangen und in eine Umlaufbahn um den Himmelskörper gezwungen.
(4) Vesta wurde am 29. März 1807 vom deutschen Astronom Heinrich Olbers in Bremen entdeckte und nach der römischen Göttin für Heim und Herd benannt. Nach aktuellen Erkenntnisstand ist der zweitmassereichste Himmelskörper des Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter ein besonderes Objekt. Man vermutet, dass Vestas Oberfläche, bei der Entstehung des Sonnensystems vor 4,5 Milliarden Jahren, vollständig geschmolzen war, so dass sich die Gesteine nach ihrer Dichte anordnen konnte. So ähnelt Vesta im Aufbau vermutlich den inneren Planeten unseres Sonnensystems und besitzt ebenfalls einen Eisen-Nickel-Kern wie diese.
[caption id="attachment_3614" align="aligncenter" width="485" caption="Größenvergleich der bisher durch Raumsonden besuchten Asteroiden © NASA/JPL-Caltech/JAXA/ESA"][/caption]
Auf dem aktuellen Bild ist auch der sich am Südpol des Asteroiden befindliche 470 Kilometer messende und rund 8 Kilometer tiefe Einschlagskrater zu erkennen, den schon das Weltraumteleskop Hubble im Jahre 1997 ablichten konnte. Das gewaltige "Loch" ist höchst wahrscheinlich durch eine Kollision mit einem anderen Asteroiden entstanden und hätte Vesta fast in Stücke gerissen. Die Trümmer dieser Kollision umrunden heutzutage als Meteroiden die Sonne und fallen hin und wieder auch auf die Erde, wo sie dann als Meteoriten gefunden werden können.
Im Juli 2012 wird die Raumsonde Dawn zum größten Objekt des Asteroiden-Hauptgürtels, dem 975 Kilometer großen Zwergplaneten (1) Ceres aufbrechen und bei ihrer Ankunft im Februar 2015 diesen Himmelskörper erkunden.
Quellen und weiterführende Links:
Dawn – Missionsseite des JPL und des MPS
Raumfahrer.net - Dawn erreicht Vesta
Astronews.com - Erste Bilder aus dem Orbit von Vesta
Go for Launch - Asteroid Vesta aus der Nähe
Astrodicticum simplex - Dawn umkreist Vesta
Skyweek 2.0 - Das erste Bild von Vesta aus der Umlaufbahn
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