02 | 022012
Geschrieben von Andreas um 19:45 Uhr - Beitrag kommentieren
In den letzten Wochen sind so einige neue Zubehörteile für meine DSLR-Kamera hinzugekommen. Neben der größten Investition, dem neuen Walimex Pro 8 mm 1:3,5 Fisheye-Objektiv für knapp 280 €, kam vor zwei Wochen endlich auch mein Weichzeichnerfilter vom Typ Cokin P830 bei mir zu Hause an. Und so war ich schon sehr gespannt darauf, das neue Equipment auszuprobieren, möglichst bei klarem Wetter unter dem Sternenhimmel. Die Gelegenheit ergab sich schließlich am Abend des 26. Januar 2012 – also vor genau einer Woche – als es bei nahezu perfektem und relativ kaltem Wetter raus nach Treppendorf ging. weiterlesen
In den letzten Wochen sind so einige neue Zubehörteile für meine DSLR-Kamera hinzugekommen. Neben der größten Investition, dem neuen Walimex Pro 8 mm 1:3,5 Fisheye-Objektiv für knapp 280 €, kam vor zwei Wochen endlich auch mein Weichzeichnerfilter vom Typ Cokin P830 bei mir zu Hause an. Und so war ich schon sehr gespannt darauf, das neue Equipment auszuprobieren, möglichst bei klarem Wetter unter dem Sternenhimmel. Die Gelegenheit ergab sich schließlich am Abend des 26. Januar 2012 - also vor genau einer Woche - als es bei nahezu perfektem und relativ kaltem Wetter raus nach Treppendorf ging.
Aufgrund leichter Verzögerungen bei meinem wöchentlichen Einkauf, verpasste ich die so genannte "Blaue Stunde" - die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Einbruch der Nacht. Die Folge war, dass ich erst verspätet auf dem Felde eintraf. Der Himmel war schon zu dunkel, um die die schmale Mondsichel über dem Abendstern Venus optimal abzulichten. Die Mondsichel wurde aufgrund der längeren Belichtungszeit leider überstrahlt, da ich noch die Bäume als Stimmungsfang auf dem Bild haben wollte. Wenigstens war die Durchsicht gut genug, um das Wintersternbild Orion über einer markanten Baumgruppe aufzunehmen. Ich montierte zu diesem Zweck den Filteradapter inklusive Weichzeichnerfilter ans Kit-Objektiv meiner Canon EOS 600D und stellte manuell scharf. Allerdings muss ich sagen, dass die Adaption des ungefassten Filters, insbesondere mit kalten Händen, etwas friemelig ist. Eine erste Probeaufnahme sah dann schon sehr vielversprechend aus: Die hellsten Stern des Sternbilds werden durch den Filter etwas aufgebläht, so dass die Figur des Orion, besonders die Farben seiner Hauptsterne, jetzt deutlich besser hervortreten als auf Aufnahmen ohne Weichzeichner. Anschließend fertigte ich eine kleinere Belichtungsreihe von 10 Bildern á 15 Sekunden an, um sie später zu Hause mit Fitswork zu addieren. In meiner Eile vergaß ich allerdings, Dunkelbilder aufzunehmen. Am Ende fällt das gar nicht mal so ins Gewicht, da Aufgrund der niedrigen Außentemperatur von -4°C und der moderaten ISO-Zahl, die Rohbilder von Grund auf wenig rauschen.
[caption id="attachment_4194" align="aligncenter" width="318" caption="Aufgang des Sternbilds Orion (EF-S 18-55mm IS II Kit-Objektiv, 10x15 Sek., f/3,5, ISO-800, Cokin P830 Weichzeichner)"][/caption]
Auch meine Heimatstadt Lübben hat mehr und mehr mit Lichtverschmutzung zu kämpfen. Besonders deutlich erkennt man das auf dem weiter unten stehenden Bild des Osthimmels. Verwendung fand hier das 8 mm Fisheye-Objektiv. Durch die kurze Brennweite macht sich die Erddrehung, trotz der relativ langen Belichtungszeit, hier noch nicht bemerkbar. Auf dem 30 Sekunden belichteten Einzelbild erkennt man in Richtung Nordosten das Flutlicht des Lübbener Stadions als deutlich sichtbare hell leuchtend blauweiße Lichterglocke (hier am äußeren linken Bildrand erkennbar). Glücklicherweise findet das Fußballtraining nur am Donnerstagabend statt, so dass an anderen Tagen diese Art von Störung glücklicherweise ausbleibt. Weiter östlich fällt eine weitere Lichterglocke auf, die durch die Fassadenbeleuchtung des Schloss Lübben verursacht wird. Besonders negativ fällt auf, dass ein heller Strahl, eines dieser Scheinwerfer, mehr oder weniger direkt in Richtung Himmel strahlt.
[caption id="attachment_4192" align="aligncenter" width="485" caption="Blick Richtung Osten mit den aufgehenden Wintersternbildern (Walimex Pro 8 mm Fisheye, f/5.6, 30 Sek., ISO-800)"][/caption]
Wie die ersten Testbilder beweisen, hat sich die Investition in den Filter und vor allem in das Fisheye-Objektiv wirklich gelohnt. Im Gegensatz zum Kit-Objektiv meiner Kamera, braucht man den Fokussierring des Objektivs nur bis zum Anschlag der Unendlich-Markierung zu drehen, um die Sterne und die Umgebung scharf abzubilden. Hilfreich ist es auch, dabei leicht abzublenden.
Übrigens ergibt sich in diesem Monat, nämlich ab Ende Februar, gleich an mehreren Abenden die Möglichkeit, den Mond in der Nähe der hellen Planeten Merkur, Venus und Jupiter zu beobachten. Mehr darüber gibt es im Mondlauf für den Monat Februar. Ich habe vor, abermals eine Belichtungsreihe aufzunehmen und diese Zusammenkunft im Bild zu dokumentieren. Hoffentlich erwische ich diesmal den optimalen Zeitpunkt der "Blauen Stunde" und vor allem optimales Wetter.
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23 | 032011
Geschrieben von Andreas um 15:00 Uhr - Ein Kommentar
Einige werden es sicher mitbekommen haben: Am 19. März 2011 war Vollmond. Das ist an sich noch nichts besonderes, weil wir alle 29,5 Tage einen Vollmond bewundern können. Allerdings befand sich der Mond zeitgleich in Erdnähe (Perigäum) und erschien dementsprechend hell und groß an unserem Himmel.
Der Mond bewegt sich nicht auf einer exakten Kreisbahn um die Erde sondern auf einer Ellipsenbahn, so dass die Abstände zur Erde zwischen 363.300 und 405.500 Kilometern schwanken. Letzten Samstag erschien die Mondscheibe knapp 30x heller und 14% größer als in Erdferne (Apogäum). weiterlesen
Einige werden es sicher mitbekommen haben: Am 19. März 2011 war Vollmond. Das ist an sich noch nichts besonderes, weil wir alle 29,5 Tage einen Vollmond bewundern können. Allerdings befand sich der Mond zeitgleich in Erdnähe (Perigäum) und erschien dementsprechend hell und groß an unserem Himmel.
Der Mond bewegt sich nicht auf einer exakten Kreisbahn um die Erde sondern auf einer Ellipsenbahn, so dass die Abstände zur Erde zwischen 363.300 und 405.500 Kilometern schwanken. Letzten Samstag erschien die Mondscheibe knapp 30x heller und 14% größer als in Erdferne (Apogäum).
Weil nach Tagen schlechten Wetters ich unbedingt Merkur und Jupiter am Abendhimmel fotografieren wollte, passte es ganz gut, auch den Perigäum-Vollmond abzulichten. Mein Beobachtungsstandort liegt auf einer kleinen Anhöhe, wo in den letzten Tage der Regen den Boden aufgeweicht hatte. Demzufolge kam ich mit dem Auto nicht den Hügel hoch, ohne Gefahr zu laufen, stecken zu bleiben. Auch der Weg zu meinem Standort war durch Schlamm und Wasser versperrt. So blieb mir nichts anderes übrig, die Kamera an Ort und Stelle aufzubauen. Übrigens verwendetet ich bei allen Fotos die Canon EOS 1000D mit dem Sigma 55-200 Objektiv.
[caption id="attachment_3242" align="aligncenter" width="485" caption="Mondaufgang am 19. März 2011, 18:49 Uhr MEZ - Canon EOS 1000D, ISO-200 bei 200 mm und 0.5 - 2s, f/16"][/caption]
Das Foto oben zeigt den Aufgang des Mondes über dem Osthorizont. Das Bild ist eine Komposit aus einer lang- und einer kurzbelichteten Aufnahme, die in Photoshop zusammengefügt wurden. Leider habe ich den Mondaufgang nicht optimal erwischt, weil ich noch mit dem Standort und der Kamera zu kämpfen hatte. Ein User des Astrotreff-Forums meinte sogar, dass mein gelblicher Mond, mit dem strahlend blauen Himmelshintergrund, etwas märchenhaft rüberkommt. :D
[caption id="attachment_3244" align="aligncenter" width="382" caption="Merkur & Jupiter am 19. März 2011, 19:10 Uhr MEZ, Canon EOS 1000D, ISO-400 bei 102 mm und 3.2s, f/16"][/caption]
Zur selben Zeit stand auf der gegenüberliegenden Seite des Himmels der innerste Planet des Sonnensystems Merkur mitsamt dem Riesenplanet Jupiter. Merkur befand sich knapp 5 ½ Grad nördlich von Jupiter und steht zurzeit in seiner besten Abendsichtbarkeit. Durch die steile Ekliptiklage am Abendhimmel, gewinnt Merkur rund 17° Höhenvorsprung zur Sonne und ist deshalb sehr gut beobachtbar. Heute, am 23. März 2011, erreicht er mit 18,4° auch seine größte östliche Elongation von der Sonne.
[caption id="attachment_3243" align="aligncenter" width="485" caption="19. März 2011, 19:49 Uhr MEZ, Canon EOS 1000D, ISO-100 bei 200 mm und 1/128s, f/8"][/caption]
Nur eine Stunde nach Mondaufgang wurde das zweite Foto unseres Erdtrabanten aufgenommen. Es zeigt den Vollmond in seiner ganzen Pracht und in seinen natürlichen Farben. Es ist ein zu 100% vergrößerter Ausschnitt aus dem Originalbild.
Weiterführende Links:
Astrotreff-Forum
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10 | 032011
Geschrieben von Andreas um 17:00 Uhr - Beitrag kommentieren
Am 6. und 7. März 2011 stand die schmale Sichel des zunehmenden Mondes in der Nähe des Jupiter, der zur Zeit kurz nach Sonnenuntergang in der Abenddämmerung zu sehen ist. Ende März wird der Riesenplanet endgültig von der Himmelsbühne abtreten und in der Dämmerung verschwinden. Dank des sehr guten Wetters der letzten Tage ist es mir gelungen, die beiden Gestirne am Abendhimmel zu fotografieren.
Bevor die Mondsichel mitsamt dem Jupiter sichtbar wurde, konnte ich an beiden Tagen kurz nach Sonnenuntergang sehr gut den aufsteigenden Erdschatten in Richtung Osten beobachten, der sich auf dem unteren Foto als deutlich dunkelblaues bis violettes Band in Horizontnähe abzeichnet. weiterlesen
Am 6. und 7. März 2011 stand die schmale Sichel des zunehmenden Mondes in der Nähe des Jupiter, der zur Zeit kurz nach Sonnenuntergang in der Abenddämmerung zu sehen ist. Ende März wird der Riesenplanet endgültig von der Himmelsbühne abtreten und in der Dämmerung verschwinden. Dank des sehr guten Wetters der letzten Tage ist es mir gelungen, die beiden Gestirne am Abendhimmel zu fotografieren.
Bevor die Mondsichel mitsamt dem Jupiter sichtbar wurde, konnte ich an beiden Tagen kurz nach Sonnenuntergang sehr gut den aufsteigenden Erdschatten in Richtung Osten beobachten, der sich auf dem unteren Foto als deutlich dunkelblaues bis violettes Band in Horizontnähe abzeichnet.
[caption id="attachment_3185" align="aligncenter" width="485" caption="Der aufsteigende Erdschatten am 6. März 2011, 18:06 Uhr"][/caption]
Als es dann dunkel genug wurde, stand am 6. März die 45 Stunden alte Mondsichel nur 6 1/2 Grad westlich vom Riesenplaneten. Deutlich erkennbar ist bei dieser Mondphase auch das aschgraue Licht. Es ist Sonnenlicht, das von der Erde in Richtung Mond reflektiert wird. Der Himmel zeigte an diesem Abend eine außergewöhnlich gute Transparenz.
[caption id="attachment_3186" align="aligncenter" width="333" caption="Mond und Jupiter am Abend des 6. März 2011, 18:48 Uhr - Canon EOS 1000D, ISO-400, 67 mm, 3.2 s, F/16"][/caption]
Am darauffolgenden Abend waren die Bedingungen nicht mehr ganz so optimal. Später zogen sogar einige höhere Wolkenfelder durch und es zeigte sich leichter Dunst in Horizontnähe. Der nun zu über 7% beleuchtete Mond ist auf dem Foto sichtbar weitergewandert und stand mehr als 9 1/2 Grad nördlich von Jupiter.
[caption id="attachment_3187" align="aligncenter" width="323" caption="Mond und Jupiter am Abend des 7. März 2011, 18:48 Uhr - Canon EOS 1000D, ISO-400, 44 mmm, 5 s, F/13"][/caption]
Mein Standort für die Aufnahmen liegt nur 3 Fahrminuten von meinem Wohnhaus entfernt auf einer leichten Anhöhe im Lübbener Ortsteil Treppendorf. Entlang einem Feldweg gibt es einige Baumreihen, die als Vordergrundobjekt für die interessante Planetenkonstellation dienten. An meinem regulären Beobachtungsstandort in Radensdorf - ein Ort mit sehr guter Rundumsicht - ist das nicht gegeben. Auch die Jahreszeit ist für solche Stimmungsaufnahmen recht günstig. Durch das fehlende Laub heben sich die Bäume recht plastisch vom farblichen Hintergrund der Abenddämmerung ab.
Damit auch die Bäume scharf abgebildet werden, blende ich immer etwas ab, so dass man eine gute Tiefenschärfe erreicht. Das hat aber den Nachteil, dass sich auch die Belichtungszeit dementsprechend verlängert. Gegebenenfalls muss man den ISO-Wert der Kamera etwas erhöhen, was wiederum das Bildrauschen verstärkt. Man darf auch nicht zu lang belichten, damit die Gestirne durch die Erddrehung nicht zu Strichspuren auseinandergezogen werden. Bei fortschreitender Dämmerung wird es immer schwieriger, die Bilder auszubelichten. Hier muss man einfach das korrekte Mittelmaß finden. Außerdem nehme ich die Bilder alle im RAW-Format auf und "entwickle" sie später mit dem Canon eigenen Bildbearbeitungsprogramm. Etwas unterbelichtete Bilder lassen sich somit besser "korrigieren".
[caption id="attachment_3190" align="aligncenter" width="485" caption="Überflug der ISS und der Raumfähre Discovery am 7. März 2011, 18:53 Uhr - Caon EOS 1000D, ISO-400, 18 mm, 30 s, F/3.5"][/caption]
Während meiner Fotosession in Treppendorf konnte ich an beiden Tagen den Überflug der Internationalen Raumstation (ISS) verfolgen, die am 7. März gegen auch einen ungewöhnlichen Begleiter hatte: Einige Stunden zuvor legte die Raumfähre Discovery von der ISS ab, so dass ich die Gelegenheit hatte, den letzten Raumflug der Discovery im Bild festzuhalten. Beim Überflug kurz vor 19 Uhr hatte sich der Shuttle schon weiter von der Raumstation entfernt. Leider wurde ich vom Überflug doch etwas überrascht, so dass ich kaum Zeit hatte, die Kameraparameter korrekt einzustellen. So gelang mir eigentlich nur eine quick & dirty Aufnahme vom Überflug. Die Strichspur der Discovery, südlich von Sirius im Sternbild Großer Hund, ist aufgrund der etwas zu langen Belichtungszeit von der Spur der ISS überlagert und deshalb nur am Ende sichtbar.
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