13 | 012010
Geschrieben von Andreas um 16:47 Uhr - Ein Kommentar
Um sich einen Überblick über den Sternhimmel zu verschaffen, braucht es nicht unbedingt eine umfangreiche Astronomie-Software. Flashskies von Donald Wienand leistet hier sehr gute Dienste und läuft in jedem Browser, unabhängig vom verwendeten Betriebssystem. Natürlich ist es unabdingbar, vorher den Adobe Flash Player zu installieren, wenn es nicht schon geschehen ist.
Beim Start des Planetariums sehen wir zuerst den Anblick des Himmels in Richtung Süden und je nach Systemzeit des Computers, den blauen Tag- bzw. dunklen Nachthimmel. Schon vorgegeben ist ein Standort, der sich ungefähr in der Mitte von Deutschland befindet (50° N, 10° O) und der für die ersten Streifzüge mit dem Planetarium völlig ausreichend ist. Zur höheren Genauigkeit kann man hier aber auch den eigenen Standort eingeben, indem wir auf der rechten unteren Hälfte des Programmfensters auf den Button mit der Weltkugel klicken und mit der Maus die ungefähre Position Standorts auf der Weltkarte markieren. Um einen bestimmten Himmelsanblick zu sehen, müssen wir dann nur noch die Uhrzeit und gegebenenfalls das Datum ändern. Hier klicken wir auf das Uhrensymbol und bestätigen die Eingabe mit dem OK-Button. weiterlesen
Um sich einen Überblick über den Sternhimmel zu verschaffen, braucht es nicht unbedingt eine umfangreiche Astronomie-Software. Flashskies von Donald Wienand leistet hier sehr gute Dienste und läuft in jedem Browser, unabhängig vom verwendeten Betriebssystem. Natürlich ist es unabdingbar, vorher den Adobe Flash Player zu installieren, wenn es nicht schon geschehen ist.
Beim Start des Planetariums sehen wir zuerst den Anblick des Himmels in Richtung Süden und je nach Systemzeit des Computers, den blauen Tag- bzw. dunklen Nachthimmel. Schon vorgegeben ist ein Standort, der sich ungefähr in der Mitte von Deutschland befindet (50° N, 10° O) und der für die ersten Streifzüge mit dem Planetarium völlig ausreichend ist. Zur höheren Genauigkeit kann man hier aber auch den eigenen Standort eingeben, indem wir auf der rechten unteren Hälfte des Programmfensters auf den Button mit der Weltkugel klicken und mit der Maus die ungefähre Position Standorts auf der Weltkarte markieren. Um einen bestimmten Himmelsanblick zu sehen, müssen wir dann nur noch die Uhrzeit und gegebenenfalls das Datum ändern. Hier klicken wir auf das Uhrensymbol und bestätigen die Eingabe mit dem OK-Button.
Falls wir eine Zeit ausgewählt haben, in der die Sonne schon unter dem Horizont versunken ist, sehen wir nun den Sternhimmel, wie er sich zum angegebenen Zeitpunkt über uns präsentiert. Die Navigation gestaltet sich ebenfalls sehr einfach, indem wir jeweils auf die einzelnen Buttons klicken, die die verschiedenen Himmelsrichtungen präsentieren. Die Darstellung des Sternhimmels, mit allen Planeten, die auch für das bloße Auge sichtbar sind, die Position der Milchstraße, verschiedenen Horizontobjekte, Horizontdunst und sogar leichten Dämmerungseffekten, ist sehr realistisch animiert - ähnlich wie in einem echten Planetarium. Anschließend haben wir zur besseren Orientierung noch die Möglichkeit, die Namen der Sternbilder, inklusive ihrer lateinischen Abkürzungen, Sternbildlinien, die Sternbilder des Tierkreises, ein horizontales Gradnetz sowie die Ekliptik ein- oder auszublenden.
Neben der Darstellung des Sternhimmels kann die Karte auch in einen Nachtmodus geschaltet werden, indem der Hintergrund rot eingefärbt wird. Außerdem können noch verschieden nützliche Infos wie...
der Zeitpunkt der Jahreszeiten
unterschiedliche Zeitangaben (Systemzeit, Sternzeit, Zeitgleichung, Julianisches Datum)
Auf- und Untergangszeiten von Sonne und Mond inklusive Dämmerungszeiten
Ephemeriden aller Planeten des Sonnensystems
scheinbaren Durchmesser von Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn
besondere Ereignisse (Oppositionen, westliche und östliche Elongationen von Merkur und Venus)
Sichtbarkeit der Planeten über dem lokalen Horizont
Mondphasen und die Phase des Mondes zur aktuellen Uhrzeit
...sowie eine kurze Erläuterung des Himmelsanblicks und sogar ein Satellitenbild, welches den Bewölkungsgrad über Europa zeigt, eingeblendet werden. Klickt man mit dem Mauszeiger zum Beispiel auf einen Stern oder Planeten, werden Kurzeinformationen zum ausgewählten Objekt angezeigt.
Das Flash-Planetarium ist vollständig auf Deutsch und kann als eigenständige Flash-Datei von 1,01 MB Größe von der Webseite heruntergeladen werden. Die Zip-Datei, die ebenfalls zum Download angeboten wird, enthält auch eine separate XML-Datei, in der man seinen eigenen Beobachtungsstandort eingeben kann, so dass man sich die Eingabe des Beobachtungsortes beim nächsten Aufruf des Planetariums sparen kann. Für englischsprachige User ist ebenfalls eine Version vorhanden, die sich von der deutschen aber kaum unterscheidet.
Und wer schon einmal auf dem Blog von Donald Wienand ist, sollte auch einen kurzen Blick auf podPlanetarium werfen.
Tags » Astronomie, Flash, Freeware, Rezension, Software, Tools, Web «
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21 | 102009
Geschrieben von Andreas um 2:15 Uhr - Beitrag kommentieren
Der Sternenhimmel 2010: Astronomisches Jahrbuch für Sternfreunde
Als drittes Jahrbuch im Bunde hat sich auch Der Sternenhimmel etabliert und erfreut sich einer großen Anhängerschaft. Auch das aktuelle Werk für das Jahr 2010 ist seiner Linie treu geblieben und dient dem fortgeschrittenen Amateurastronomen sicherlich als umfangreichste Fundgrube astronomischer Erscheinungen. So rechtfertigt sich auch der relativ hohe Preis von 26,90 €.
Das Buch enthält detaillierte Angaben zur Sichtbarkeit von Sonne, Mond und Planeten, Infos zu Kleinplaneten, Veränderlichen Sternen, die Stellungen der Jupiter- und Saturnmonde, sowie Informationen zu interessanten Konstellationen am Himmel. Aufgelockert wird das ganze mit einer Jahresübersicht der wichtigsten Ereignisse mit Tabellen und Grafiken, Aufsuchkarten für Kleinplaneten und informative Monatsübersichten mit täglichem Astrokalender. weiterlesen
Der Sternenhimmel 2010: Astronomisches Jahrbuch für Sternfreunde
Als drittes Jahrbuch im Bunde hat sich auch Der Sternenhimmel etabliert und erfreut sich einer großen Anhängerschaft. Auch das aktuelle Werk für das Jahr 2010 ist seiner Linie treu geblieben und dient dem fortgeschrittenen Amateurastronomen sicherlich als umfangreichste Fundgrube astronomischer Erscheinungen. So rechtfertigt sich auch der relativ hohe Preis von 26,90 €.
Das Buch enthält detaillierte Angaben zur Sichtbarkeit von Sonne, Mond und Planeten, Infos zu Kleinplaneten, Veränderlichen Sternen, die Stellungen der Jupiter- und Saturnmonde, sowie Informationen zu interessanten Konstellationen am Himmel. Aufgelockert wird das ganze mit einer Jahresübersicht der wichtigsten Ereignisse mit Tabellen und Grafiken, Aufsuchkarten für Kleinplaneten und informative Monatsübersichten mit täglichem Astrokalender.
Dabei wird der überwiegende Teil an Informationen über die Symbolik im täglichem Kalendarium verdeutlicht. Dies ist am Anfang zwar etwas gewöhnungsbedürftig, später erweist sich das als genialer Schachzug, weil auf relativ kleinem Raum, schnell die wichtigsten astronomischen Ereignisse des Tages abgerufen werden können. Auffällig ist natürlich auch der sparsame Umgang mit "schönen" Bildern. Wie bei den anderen beiden Jahrbüchern, besitzt Der Sternenhimmel einen umfangreichen Anhang in Form einer Adressensammlung für astronomische Vereinigung, Sternwarten und Planetarien in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Der Sternenhimmel 2010: Astronomisches Jahrbuch für Sternfreunde
Robert A. Naef (Idee), Hans Roth (Herausgeber), Justina Engelmann (Herausgeber)
Kosmos (Franckh-Kosmos)
ISBN: 9783440118009
Gebunden, 335 Seiten, 21,4 x 15,4 x 2,2 cm
Fazit: Zwar gibt es mittlerweile schon Software und Internetseiten wie CalSky, die ein Jahrbuch gut ersetzen können. Allerdings möchte ich auch etwas in der Hand haben, um auch bei schlechten Wetter mal kurz darin zu schmökern. Denn am Angenehmsten und Bequemsten ist immer noch für mich das gedruckte Werk.
Wünschenswert wäre sicherlich eine Synthese aus allen drei Jahrbüchern, in dem alle positiven Aspekte gleichzeitig Einzug finden. So ist meiner Meinung nach ein Jahrbuch in Buchform unabdingbar, möglichst auch mit festem Einband um den Sammlerwert zu steigern. Auch gefallen mir die Monatsthemen aus dem Himmelsjahr und aus dem Ahnert sehr gut und lockern das Ganze ein wenig auf. Auch ein dezenterer Umgang mit Astro-Bildern, wie im Sternenhimmel. und ein ansprechendes Layout, wie im Himmelsjahr, wären vorteilhaft, damit die Lektüre nicht zu überladen wirkt und den Fokus auf die wirklich wichtigen Inhalte lenkt. Dagegen würde ich auf umfangreiche Grafiken, in Form von Aufsuchkarten und Diagrammen, und Tabellen nicht gern verzichten wollen. Unschlagbar ist natürlich auch das tägliche Kalendarium aus dem Sternenhimmel, das die Informationen zu einzelnen astronomischen Ereignissen in kompakter und verständlicher Form präsentiert.
Leider können nicht alle drei hier vorgestellten Jahrbücher die oben genannten Kriterien zufriedenstellend erfüllen, so dass einige Sternfreunde wohl mehr als ein Jahrbuch im Regal zu stehen haben. :D
Weitere Jahrbücher:
Was tut sich am Himmel 2010: Mondphasen, Planeten, Sternbilder
Das Taschenjahrbuch für Himmelsbeobachter
Hermann-Michael Hahn (Autor), Justina Engelmann (Herausgeber); Kosmos (Franckh-Kosmos), ISBN: 9783440117996; Broschiert, 96 Seiten; Preis: 7,95 €
Mein erstes Kosmos Himmelsjahr
Sonne, Mond und Sterne im Jahreslauf. Mit dem Kosmos-Planetenfinder
Susanne Dambeck, Thorsten Dambeck; Kosmos (Franckh-Kosmos); ISBN: 9783440117651; Broschiert, 59 Seiten, 20 cm; Preis 6,95 €
Tags » Astronomie, Jahrbuch, Literatur, Rezension «
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17 | 102009
Geschrieben von Andreas um 20:15 Uhr - Beitrag kommentieren
Ahnerts Astronomisches Jahrbuch 2010
Ahnerts Astronomisches Jahrbuch hat sich über die Jahre doch sehr verändert und ich trauere noch immer ein wenig der Buchform nach. Neben großformatigen Astrofotos, Grafiken und Tabellen findet man hier aber alle nötigen Informationen, die für die Durchführung eigener Beobachtungen von Sonne, Mond und Planeten wichtig sind. Deshalb dient es mir auch als gute Vorlage, für die Beschreibung des monatlichen Sternhimmels auf meiner Homepage. Im Gegensatz zum Himmelsjahr, ist es aber eher für den fortgeschrittenen Amateur und weniger für den Einsteiger in die Astronomie geeignet. weiterlesen
Ahnerts Astronomisches Jahrbuch 2010
Ahnerts Astronomisches Jahrbuch hat sich über die Jahre doch sehr verändert und ich trauere noch immer ein wenig der Buchform nach. Neben großformatigen Astrofotos, Grafiken und Tabellen findet man hier aber alle nötigen Informationen, die für die Durchführung eigener Beobachtungen von Sonne, Mond und Planeten wichtig sind. Deshalb dient es mir auch als gute Vorlage, für die Beschreibung des monatlichen Sternhimmels auf meiner Homepage. Im Gegensatz zum Himmelsjahr, ist es aber eher für den fortgeschrittenen Amateur und weniger für den Einsteiger in die Astronomie geeignet.
Neu in diesem Jahr ist das veränderte Kalendarium mit Mondphasen zu Beginn jeden Monats. Am Anfang des Heftes gibt es eine kurze Einführung zur Orientierung am Himmel und zum Gebrauch der Lektüre, sowie einen kurzen Überblick über wichtige Ereignisse des Jahres 2010. Danach folgt die Beschreibung der einzelnen Monate in überwiegend schriftlicher und tabellarischer Form. Neben ausführlichen Informationen zum Mond- und Planetenlauf, interessante Konstellationen und Erscheinungen der Jupiter- und Saturnmonde, wird auch der aktuelle Sternhimmel, mit Infos zu Doppelsternen, Veränderliche Sternen und Deep Sky - Objekten, vorgestellt. Abgerundet wird das Ganze dann mit einem astronomischen Thema passend zum jeweiligen Monat.
Umfangreicher als im Himmelsjahr ist der Anhang: Hier kann man Tabellen zu Sternbedeckungen durch den Mond, streifenden Sternbedeckungen, verschiedene Ephemeriden zu den Planeten, eine kurze Vorschau auf das Jahr 2011, sowie Infos zur Sonnenaktivität, Planetoiden und Kometen finden. Leider hält man sich von den Beschreibungen der einzelnen Monate her sehr nah an die monatliche Schwesterpublikation Sterne und Weltraum. Die Folge war, dass es in den letzten Jahren oft zu inhaltlichen Überschneidungen kam. Trotzdem erhält man für 10,90 € einen praktischen Begleiter für die Planung eigener astronomischer Beobachtungen.
Ahnerts Astronomisches Jahrbuch 2010: Beobachtungstipps für den Sternenhimmel
Spektrum der Wissenschaft
ISBN: 9783941205277
Broschiert, 198 Seiten, 29,9 x 21,2 x 1,5 cm
Tags » Astronomie, Jahrbuch, Literatur, Rezension «
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14 | 102009
Geschrieben von Andreas um 23:30 Uhr - Beitrag kommentieren
Das Kosmos Himmelsjahr 2010
Normalerweise bevorzuge ich die digitale Ausgabe des Himmelsjahr, weil in meinem Bücherregal schon seit längerer Zeit chronischer Platzmangel herrscht.
Nun feiert in diesem Jahr Das Himmelsjahr aus dem Kosmos-Verlag sein 100-jähriges Bestehen. Deshalb habe ich mich extra zum Jubiläum für die DeLuxe-Ausgabe entschieden die, neben der gedruckten Ausgabe, auch die Software-Version des Jahrbuchs und eine weitere Zugabe enthält.
Am Anfang des Buches gibt es wie immer einen kurzen Überblick über die Ereignisse des aktuellen Jahres. Danach folgen in unterschiedlichen Farben gehalten die einzelnen Monate mit Information in grafischer und tabellarischer Form. weiterlesen
Das Kosmos Himmelsjahr 2010
Normalerweise bevorzuge ich die digitale Ausgabe des Himmelsjahr, weil in meinem Bücherregal schon seit längerer Zeit chronischer Platzmangel herrscht. :D Nun feiert in diesem Jahr Das Himmelsjahr aus dem Kosmos-Verlag sein 100-jähriges Bestehen. Deshalb habe ich mich extra zum Jubiläum für die DeLuxe-Ausgabe entschieden die, neben der gedruckten Ausgabe, auch die Software-Version des Jahrbuchs und eine weitere Zugabe enthält.
Am Anfang des Buches gibt es wie immer einen kurzen Überblick über die Ereignisse des aktuellen Jahres. Danach folgen in unterschiedlichen Farben gehalten die einzelnen Monate mit Information in grafischer und tabellarischer Form.
Enthalten sind unter anderem:
Infos zu verschiedenen Kalenderdaten, Beginn der Jahreszeiten, Fest- und Feiertage und chronologischer Angaben
Sonnen- und Mondlauf mit Auf- und Untergängen, Stellung im Tierkreis, tägliche Mondphasen und Finsternisse
Planetenlauf mit scheinbaren Bahnen der Planeten durch die Sternbilder
Sterne und Sternbilder inkl. Sternkarten, Beschreibungen und Beobachtungstipps
Abgerundet wird das Ganze mit einem Monatsthema, in dem über astronomische Phänomene des Alltags, Rätsel des Weltalls und Neuigkeiten aus der Forschung berichtet wird. Am Ende des Buches gibt es dann Erläuterungen zum Gebrauch der Lektüre und ein umfangreicher Tabellenanhang mit Ephemeriden, den Kalendarien der Jahre 2010 und 2011, sowie Adressen von Sternwarten, Planetarien, astronomischer Vereinigungen und Institutionen im deutschsprachigen Raum.
Wie in den letzten Jahren kann sich der Leser gleich zwischen drei Ausgaben entscheiden. Zum einen ist das Buch für 14,95 € oder direkt als CD-ROM für Windows XP und Vista für zwei Euro mehr im Handel erhältlich. Auffällig ist, dass sich die Software vom Umfang her kaum vom gedruckten Medium unterscheidet und mit zusätzlichen Material (z.B. in Form von Führungen) und personalisierter Ephemeriden für den eigenen Standort aufwarten kann. Bei der schon weiter oben angesprochenen DeLuxe-Ausgabe für 24,95 €, erhält man zusätzlich noch das über 100 Seiten starke Faksimile der ersten Ausgabe des "Sternbüchlein" von Robert Henseling. Der Autor war übrigens der Gründer der Schwäbischen Sternwarte und des Planetariums in Stuttgart. Als weiteres Extra gibt es dann noch eine Testversion von Redshift 7, in Form des Redshift 7 - Launchers.
Das Kosmos Himmelsjahr 2010: Sonne, Mond und Sterne im Jahreslauf
Hans-Ulrich Keller
Kosmos (Franckh-Kosmos)
ISBN: 9783440115329
Broschiert, 304 Seiten, 21 x 15 x 2,2 cm
Tags » Astronomie, Jahrbuch, Literatur, Rezension «
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06 | 102009
Geschrieben von Andreas um 16:05 Uhr - Beitrag kommentieren
Die Lichtverschmutzung, mit dem vielerorts recht sorglosen Umgang mit Kunstlicht, ist eine relativ neue Art von Umweltverschmutzung und auch ein hoch komplexes Thema. Ganz unterschiedliche Arten von Lichtquellen, wie Straßenbeleuchtung, Lichteffektgeräte, Flutlichtanlagen, die Beleuchtung von Hochhäusern und historischen Gebäuden, sowie von Gewerbe- und Industriegebieten, haben einen großen Anteil für die zunehmende Lichtemission. Dabei ist besonders das nach oben und horizontal abgestrahlte oder reflektierte Licht problematisch, welches überwiegend durch ineffektiv konstruierte Beleuchtungsanlagen verursacht wird. Verstärkt wird der Effekt durch in der Luft vorhandener Staubpartikel und Aerosole, die das Licht reflektieren, brechen und streuen.
Licht zum falschen Zeitpunkt hat außerdem nachweisbare Auswirkungen auf Flora und Fauna. Der Rhythmus und die Lichtmenge der Beleuchtung bringt den Biorhythmus von Mensch und Tier durcheinander. Die Ballungszentren unserer Zivilisation, mit ihren weit sichtbaren Lichtkegeln der Großstädte, sind selbst in ländlich geprägten Gebieten zu sehen und besonders auf der Nachtseite der Erde und vom Weltall aus deutlich zu erkennen. Und jede Nacht kommen neue Lichter hinzu. Auch herrscht in unserer Gesellschaft leider immer noch die Meinung vor, dass viel Licht gesund sei. Dabei sind Beleuchtungen vielerorts nicht unbedingt notwendig oder sogar unsinnig. Nicht ohne Grund haben Naturschützer, Wissenschaftler und Einzelpersonen der zunehmenden Lichtverschmutzung den Kampf angesagt. weiterlesen
Die Lichtverschmutzung, mit dem vielerorts recht sorglosen Umgang mit Kunstlicht, ist eine relativ neue Art von Umweltverschmutzung und auch ein hoch komplexes Thema. Ganz unterschiedliche Arten von Lichtquellen, wie Straßenbeleuchtung, Lichteffektgeräte, Flutlichtanlagen, die Beleuchtung von Hochhäusern und historischen Gebäuden, sowie von Gewerbe- und Industriegebieten, haben einen großen Anteil für die zunehmende Lichtemission. Dabei ist besonders das nach oben und horizontal abgestrahlte oder reflektierte Licht problematisch, welches überwiegend durch ineffektiv konstruierte Beleuchtungsanlagen verursacht wird. Verstärkt wird der Effekt durch in der Luft vorhandener Staubpartikel und Aerosole, die das Licht reflektieren, brechen und streuen.
Licht zum falschen Zeitpunkt hat außerdem nachweisbare Auswirkungen auf Flora und Fauna. Der Rhythmus und die Lichtmenge der Beleuchtung bringt den Biorhythmus von Mensch und Tier durcheinander. Die Ballungszentren unserer Zivilisation, mit ihren weit sichtbaren Lichtkegeln der Großstädte, sind selbst in ländlich geprägten Gebieten zu sehen und besonders auf der Nachtseite der Erde und vom Weltall aus deutlich zu erkennen. Und jede Nacht kommen neue Lichter hinzu. Auch herrscht in unserer Gesellschaft leider immer noch die Meinung vor, dass viel Licht gesund sei. Dabei sind Beleuchtungen vielerorts nicht unbedingt notwendig oder sogar unsinnig. Nicht ohne Grund haben Naturschützer, Wissenschaftler und Einzelpersonen der zunehmenden Lichtverschmutzung den Kampf angesagt.
Das Problem der zunehmenden Lichtverschmutzung wird aber von den meisten Mitmenschen entweder ignoriert oder sogar belächelt. Dabei lassen sich mit ausgeklügelter und sinnvoller Beleuchtung sogar Energie und Geld sparen, was nicht nur dem Menschen, sondern auch der Umwelt, dem Klima sowie dem gesamten Ökosystem zu gute kommt. Um die besonders für Hobbyastronomen relevante Aufhellung des Nachthimmels entgegen zu wirken, können deshalb folgende einfache Strategien und Maßnahmen helfen:
Die Vermeidung von hellen und weitreichenden künstlichen Lichtquellen in der freien Landschaft.
Das Licht sollte ausschließlich in die Bereiche gelenkt werden, die künstlich beleuchtet werden müssen.
Es müssen Lichtquellen ausgewählt werden, die zum Beispiel auch für Insekten im wirkungsarmen Spektrum liegen.
Eine Begrenzung der Betriebsdauer zum Beispiel In Form von Zeitschaltuhren auf die notwendige Zeit.
Das Thema Lichtverschmutzung in den Medien
Vor längerer Zeit gab es in den Medien einige Artikelserien und Dokumentationen zum Thema Lichtverschmutzung. Besonders erwähnenswert war die Arte-Sendung vom 20. Januar 2009 mit dem Titel “Die dunkle Seite des Lichts” und eine “W wie Wissen” Sendung in der ARD vom 1. Februar zum gleichen Thema. Nun wurde vor kurzem auch die von Roy Hengst vor dem Deutschen Bundestag eingebrachte Petition gegen Lichtverschmutzung abgeschlossen. Der Initiator hat im Astrotreff-Forum auch den Wortlaut des Begründungstextes veröffentlicht. Demnach sieht der Gesetzesgeber momentan noch keine Notwendigkeit, gesetzliche Rahmenbedingungen zur Eindämmung der Lichtverschmutzung zu schaffen. :( Das alles ist auch im KOSMOlogs-Blog "Himmelslichter" von Jan Hattenbach nachzulesen.
Für diejenigen, die sich über das weitreichende Problem der zunehmenden Lichtverschmutzung informieren wollen und die Sendung vom Januar diesen Jahres verpasst haben, habe ich den Inhalt und die wichtigsten Aussagen dieser interessanten Sendung mal kurz zusammengefasst:
Astronomen brauchen Dunkelheit
Astronomie ist Grundlagenforschung. In der Vergangenheit, noch vor der Erfindung der Glühbirne, befanden sich traditionelle Sternwarten in bzw. am Rand der Städte. Die zunehmende Himmelsaufhellung ließ die Sterne langsam verschwinden. Deshalb mussten Astronomen in immer abgelegenere Gebiete ausweichen, wo der Himmel noch dunkel ist, um überhaupt Forschung zu betreiben. Jede Art von Kunstlicht erschwert nämlich die Beobachtung. Es wird auch geschätzt, dass jeder zweite Europäer noch nie die Milchstraße gesehen hat.
Auf Teneriffa befindet sich das Observatorio del Teide. Seit 1988 wird hier der Nachthimmel durch ein Gesetz geschützt. So dürfen in der nahe gelegenen Ortschaft, am Fuße des Teide, nur Leuchtmittel eingesetzt werden, die einen hohen Gelbanteil im Spektrum aufweisen - weil gelbes Licht den Himmel nicht so stark aufhellt wie blaues. Gleichzeitig spart es noch Energie. Auch dürfen Lampen ihr Licht nur in Richtung Boden abgeben und nicht nach oben oder horizontal.
Schwindene Insektenpopulation
Der Lichtsinn ist für viele Insekten der wichtigste Sinn. Licht, insbesondere das mit hohem Blauanteil, wirkt im Höchstmaß anziehend auf diese Tiere. Deshalb sterben jede Nacht Tausende an Erschöpfung, weil sie stundenlang helle Lichtquellen umschwirren. Durch die künstlichen Beleuchtung, sind mancherorts schon ganze Arten verschwunden. Dieser so genannte Leerfangeffekt hat auch negativen Einfluss auf die Pflanzenwelt. Denn ¾ aller Blütenpflanzen sind auf Insektenbestäubung angewiesen, was im Nachhinein auch einen erheblichen Einfluss auf die Landwirtschaft des Menschen hat.
Die Stadt Düsseldorf geht hier mit gutem Beispiel voran und versucht den zunehmenden Lichtsmog mit neuer Straßenbeleuchtung einzudämmen. LED-Lampen sparen bis zu 50% Energie und Strahlen ihr Licht - auf Grund ihrer Bauweise - nur zum Boden hin ab. Eine Abstrahlung in den Himmel wird somit vermieden. Diese Lampen ziehen durch ihren Gelbanteil im Spektrum auch weniger Insekten an.
Gefährdung vom Aussterben bedrohter Tierarten
Tierschützer kämpfen in Florida schon seit Jahren gegen übermäßige Beleuchtung, weil diese die heimischen Meeresschildkröten gefährdet. Aus diesem Grund gibt es seit 1997 ein Gesetz, dass die Stärke und Art der Beleuchtung regelt. Hier wird nur so viel Licht eingesetzt, wie für die Sicherheit der Einwohner nötig ist.
Beim Schlüpfen orientieren sich die Jungtiere nach der stärksten Lichtquelle am Horizont. Und dieser ist normalerweise der Golf von Mexiko. Durch die künstliche Beleuchtung werden die Tiere in die Irre geleitet und sterben oft an Erschöpfung oder Austrocknung. Viele werden aber auch von Autos überfahren. Deshalb darf das Licht nicht in Richtung Meer, sondern nur in das Landesinnere strahlen.
Gefährdung von Zugvögeln
Zwei Drittel aller Zugvögel wandern nachts und orientieren sich dabei am Sternenhimmel. Kunstlicht irritiert Vögel, so dass diese geblendet und von ihren Zugrouten abgelenkt werden. Ähnlich wie bei Insekten wirkt Licht auf sie anziehend. Es gab schon Fälle, wo Vögel in Lichtkegeln von Lichteffektgeräten regelrecht gefangen wurden und diese stundenlang bis zur Erschöpfung umflogen. Auch stellen beleuchtete Hochhäuser eine tödliche Gefahr für Vögel dar. Selbst punktuelle Lichtquellen haben einen Einfluss auf den Orientierungssinn. Allerdings hat man festgestellt, dass Blinklichter keinen so großen Effekt auf die Tiere ausüben.
Gefahr für die Gesundheit des Menschen
Der Mensch ist normalerweise eine tagaktive Spezies. Licht steuert den 24 Stunden Takt der inneren Uhr. Besonders Schichtarbeiter haben dadurch Probleme und Schlafstörungen sind keine Seltenheit.
Chronobiologen untersuchen deshalb den Einfluss von künstlichen Licht auf den Menschen. Leider ist es in einer modernen Industriegesellschaft so, dass man am Tag zu wenig und in der Nacht zu viel davon abbekommt. Es treten Krankheiten, Konzentrationsstörungen und Störungen des Hormonhaushalts auf.
Durch das Kunstlicht, insbesondere nachts, gerät die innere Uhr aus dem Gleichgewicht. Das hat zur Folge, dass das Melatonin, welches auch ein Antioxidant ist, unterdrückt wird. Das Risiko an Krebs zu erkranken wird dadurch gesteigert. Besonders die Art der Lichtquellen, z.B. bei Straßen- und Bürobeleuchtungen und selbst im Haushalt, hat einen erheblichen Einfluss auf das Hormon. Kaltes weißes Licht mit hohem Blauanteil wirkt unterdrückend, hingegen wird bei warmen weißen Licht die Ausschüttung kaum beeinflusst.
Weiterführende Links:
Dark Sky - Initiative gegen Lichtverschmutzung
Dark Skies - Awareness
International Dark-Sky Association - IDA
Deutscher Bundestag - Petition gegen Lichtverschmutzung
Der Spiegel - Der Tod der Nacht
Spektrum direkt - Es werde Nacht
National Geographic Artikel - Es werde Nacht!
Der Tagesspiegel - Der unsichtbare Himmel
Do1 TV - Die Zerstörung der Nacht
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