26 | 082011
Geschrieben von Andreas um 19:00 Uhr - Beitrag kommentieren
Gerade geistert eine interessante Tickermeldung durch die astronomische Landschaft: Die automatischen Himmelsüberwachung der Arbeitsgruppe “Palomar Transient Factory” vermeldete am 24. August 2011 die Entdeckung einer Supernova, kurz nach deren Explosion, in der nur 21 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie Messier 101 im Großen Bären. Gestern war die Supernova mit der Bezeichnung SN2011fe schon 14,8 mag hell und es wird erwartet, dass sie in den nächsten Tagen noch auf 10 bis 11 mag ansteigen wird. Damit wäre sie schon in Feldstechern aber spätestens in jedem kleinen Fernrohr ab 60 mm Öffnung erkennbar! Für die Wissenschaft ist die neue Supernova ein Glücksgriff, liegt sie doch nach kosmologischen Maßstäben praktisch um die Ecke.

Endeckungsfoto der Supernova 2011fe in Messier 101 im Großen Bären (UMa) © PTF
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Gerade geistert eine interessante Tickermeldung durch die astronomische Landschaft: Die automatischen Himmelsüberwachung der Arbeitsgruppe "Palomar Transient Factory" vermeldete am 24. August 2011 die Entdeckung einer Supernova, kurz nach deren Explosion, in der nur 21 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie Messier 101 im Großen Bären. Gestern war die Supernova mit der Bezeichnung SN2011fe schon 14,8 mag hell und es wird erwartet, dass sie in den nächsten Tagen noch auf 10 bis 11 mag ansteigen wird. Damit wäre sie schon in Feldstechern aber spätestens in jedem kleinen Fernrohr ab 60 mm Öffnung erkennbar! Für die Wissenschaft ist die neue Supernova ein Glücksgriff, liegt sie doch nach kosmologischen Maßstäben praktisch um die Ecke.
[caption id="attachment_3697" align="aligncenter" width="485" caption="Endeckungsfoto der Supernova 2011fe in Messier 101 im Großen Bären (UMa) © PTF"][/caption]
Eine Supernova ist ein Explosion eines Sterns an dessen Lebensende. Die Leuchtkraft des Sterns steigt dabei auf das millionen- bis milliardenfache an und er wird so hell, dass er seine Heimatgalaxie regelrecht überstrahlt. Laut ersten spektroskopischen Analysen deutet vieles auf eine Supernova vom Typ Ia hin, die auch als Standardkerzen für die Entfernungsmessung im Weltall gelten und aufgrund ihrer hohen Leuchtkraft selbst in sehr weit entfernten Galaxien sichtbar sind.
Im Gegensatz zu massereichen Sternen, die am Ende ihres Lebens, beim Verbrauch ihres nuklearen Brennstoffs, einen Kernkollaps erleiden und als Supernova des Typs II explodieren, akkretiert ein Weißer Zwerg in einem engen Doppelsternsystem Materie von seinem Begleiter. Die Masse des Weißen Zwergs steigt dabei über die Chandrasekhar-Grenze von 1,4 Sonnenmassen, bis er aufgrund seiner Eigengravitation kollabiert und der Stern durch plötzlich einsetzendes Kohlenstoffbrennen in einer thermonuklearen Explosion zerrissen wird. Des Weiteren können auch zwei Weiße Zwerge miteinander verschmelzen und als Supernova des Typs Ia explodieren.
[caption id="attachment_3807" align="aligncenter" width="485" caption="Die Supernova 2011fe in Messier 101 kurz vor dem Maximum © Michael Möckel, AstroTeam Elbe-Elster e.V."][/caption]
Die Supernova befindet sich etwa 1' westlich und 4,5' südlich des Zentrums von M 101, in einem der äußeren Spiralarme, an der Position RA 14h 3min 5,8s und Dec +54° 16' 25,3". Die Heimatgalaxie M 101 befindet sich knapp 5 Grad nordöstlich des letzten Deichselsterns des Großen Wagens und steht im September bei Einbruch der Dunkelheit noch 30 Grad hoch über dem Südwesthorizont.
[caption id="attachment_3701" align="aligncenter" width="485" caption="Aufsuchkarte für die Galaxie Messier 101 im Sternbild Großer Bär"][/caption]
Jan Hattenbach hat übrigens auch schon einen Artikel in seinem Blog Himmelslichter veröffentlicht. :)
Quelle(n): Astronomers Telegram, IS Newsletter, Spiegel-Online, Cosmos4U
Tags » Astronomie, Ereignisse, News, SN2011ef, Supernova, Wissenschaft «
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19 | 072011
Geschrieben von Andreas um 15:00 Uhr - Beitrag kommentieren
Am 5. August 2011 wird der Hauptgürtel-Asteroid (4) Vesta in eine günstige Opposition zur Sonne kommen und durch seine Erdnähe sogar für das bloße Auge sichtbar werden. Noch viel näher kam vor kurzem allerdings die NASA-Raumsonde Dawn dem Asteroiden, als diese in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2011, nach einer 4 Jahre dauernden und mehr als 2,8 Milliarden Kilometern langen Reise, in eine vorläufige Umlaufbahn um den 530 Kilometer großen Himmelskörper einschwenkte.
Schon vorher gab es während des langsamen Anflugs auf Vesta erste Bilder, die den Himmelskörper aus unterschiedlichen Entfernungen zur Raumsonde zeigte. Inzwischen wurden neue Bilder veröffentlicht, die einen detaillierteren Eindruck der Oberfläche dieses interessanten Mitglieds unseres Sonnensystems vermitteln. Dawn nähert sich Vesta nun weiter an und wird Anfang bis Mitte August damit beginnen, die Oberfläche des Asteroiden ein Jahr lang zu erkunden.

Vesta am 17. August 2011 aus einer Entfernung von 15.000 km von der Raumsonde Dawn aus aufgenommen © © NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA
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Am 5. August 2011 wird der Hauptgürtel-Asteroid (4) Vesta in eine günstige Opposition zur Sonne kommen und durch seine Erdnähe sogar für das bloße Auge sichtbar werden. Noch viel näher kam vor kurzem allerdings die NASA-Raumsonde Dawn dem Asteroiden, als diese in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2011, nach einer 4 Jahre dauernden und mehr als 2,8 Milliarden Kilometern langen Reise, in eine vorläufige Umlaufbahn um den 530 Kilometer großen Himmelskörper einschwenkte.
Schon vorher gab es während des langsamen Anflugs auf Vesta erste Bilder, die den Himmelskörper aus unterschiedlichen Entfernungen zur Raumsonde zeigte. Inzwischen wurden neue Bilder veröffentlicht, die einen detaillierteren Eindruck der Oberfläche dieses interessanten Mitglieds unseres Sonnensystems vermitteln. Dawn nähert sich Vesta nun weiter an und wird Anfang bis Mitte August damit beginnen, die Oberfläche des Asteroiden ein Jahr lang zu erkunden.
[caption id="attachment_3613" align="aligncenter" width="485" caption="Vesta am 17. August 2011 aus einer Entfernung von 15.000 km von der Raumsonde Dawn aus aufgenommen © © NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA"][/caption]
Die Raumsonde wird durch ein Ionenantrieb angetrieben, was gerade einmal 91 Millinewton Schub entwickelt. Das entspricht ungefähr eine Kraft, die ein Blatt Papier auf eine Schreibtischfläche ausübt. Ionenantriebe sind gegenüber chemischen Antrieben aber auf lange Sicht effizienter, da der Antrieb mehrere Monate am Stück laufen kann und der gelieferte Gesamtimpuls deutlich weniger Treibstoff (in diesem Fall Xenon) verbraucht. Während der Annäherungsphase war der Ionenantrieb ständig aktiv und erfolgte mit einer niedrigen Relativgeschwindigkeit zum Asteroiden. So benötigte die Sonde während der Annäherung rund 10 Wochen, um eine Entfernung von 1,2 Millionen Kilometern zu überbrücken. Als die Sonde am 15. August nur noch 16.000 Kilometer vom Asteroiden entfernt war, wurde Dawn vom Gravitationsfeld Vestas eingefangen und in eine Umlaufbahn um den Himmelskörper gezwungen.
(4) Vesta wurde am 29. März 1807 vom deutschen Astronom Heinrich Olbers in Bremen entdeckte und nach der römischen Göttin für Heim und Herd benannt. Nach aktuellen Erkenntnisstand ist der zweitmassereichste Himmelskörper des Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter ein besonderes Objekt. Man vermutet, dass Vestas Oberfläche, bei der Entstehung des Sonnensystems vor 4,5 Milliarden Jahren, vollständig geschmolzen war, so dass sich die Gesteine nach ihrer Dichte anordnen konnte. So ähnelt Vesta im Aufbau vermutlich den inneren Planeten unseres Sonnensystems und besitzt ebenfalls einen Eisen-Nickel-Kern wie diese.
[caption id="attachment_3614" align="aligncenter" width="485" caption="Größenvergleich der bisher durch Raumsonden besuchten Asteroiden © NASA/JPL-Caltech/JAXA/ESA"][/caption]
Auf dem aktuellen Bild ist auch der sich am Südpol des Asteroiden befindliche 470 Kilometer messende und rund 8 Kilometer tiefe Einschlagskrater zu erkennen, den schon das Weltraumteleskop Hubble im Jahre 1997 ablichten konnte. Das gewaltige "Loch" ist höchst wahrscheinlich durch eine Kollision mit einem anderen Asteroiden entstanden und hätte Vesta fast in Stücke gerissen. Die Trümmer dieser Kollision umrunden heutzutage als Meteroiden die Sonne und fallen hin und wieder auch auf die Erde, wo sie dann als Meteoriten gefunden werden können.
Im Juli 2012 wird die Raumsonde Dawn zum größten Objekt des Asteroiden-Hauptgürtels, dem 975 Kilometer großen Zwergplaneten (1) Ceres aufbrechen und bei ihrer Ankunft im Februar 2015 diesen Himmelskörper erkunden.
Quellen und weiterführende Links:
Dawn – Missionsseite des JPL und des MPS
Raumfahrer.net - Dawn erreicht Vesta
Astronews.com - Erste Bilder aus dem Orbit von Vesta
Go for Launch - Asteroid Vesta aus der Nähe
Astrodicticum simplex - Dawn umkreist Vesta
Skyweek 2.0 - Das erste Bild von Vesta aus der Umlaufbahn
Tags » Asteroid, Astronomie, Dawn, NASA, News, Raumfahrt, Sonnensystem, Vesta, Wissenschaft «
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16 | 022011
Geschrieben von Andreas um 3:45 Uhr - Beitrag kommentieren
Die NASA Raumsonde Stardust-NExT ist in der Nacht vom 14. auf den 15. Februar 2011 mit über 10 km/s am Kometen 9P/Tempel 1 vorbeigeflogen und hat 75 neue Bilder vom Kometenkern aufgenommen. Die dichteste Annäherung erfolgte am 15. Februar um 5:37 Uhr MEZ, mit einem Abstand von gerade einmal 178 Kilometern.
Stardust-NExT ist aber nicht die erste Raumsonde, die den Kometen besuchte. Im Sommer 2005 flog schon Deep Impact an Tempel 1 vorbei und hat bei dieser Mission ein 372 kg schweres und ungefähr kühlschrankgroßes Projektil freigesetzt, das auf den Kometen einschlug und einen 150 Meter großen Impaktkrater hinterließ. Unglücklicherweise blieb dieser der Kamera von Deep Impact verborgen. Deshalb war man schon ganz gespannt auf die neuen Aufnahmen vom Kern, um genau diesen Krater zu identifizieren. Leider schickte die Raumsonde die Bilder in chronologischer Reihenfolge zur Erde, so dass die hochaufgelösten Bilder der dichtesten Annäherung erst einige Stunden später eintrafen. Man konnte aber nur “ganz vage Spuren des Tempel-Kraters” finden. weiterlesen
Die NASA Raumsonde Stardust-NExT ist in der Nacht vom 14. auf den 15. Februar 2011 mit über 10 km/s am Kometen 9P/Tempel 1 vorbeigeflogen und hat 75 neue Bilder vom Kometenkern aufgenommen. Die dichteste Annäherung erfolgte am 15. Februar um 5:37 Uhr MEZ, mit einem Abstand von gerade einmal 178 Kilometern.
Stardust-NExT ist aber nicht die erste Raumsonde, die den Kometen besuchte. Im Sommer 2005 flog schon Deep Impact an Tempel 1 vorbei und hat bei dieser Mission ein 372 kg schweres und ungefähr kühlschrankgroßes Projektil freigesetzt, das auf den Kometen einschlug und einen 150 Meter großen Impaktkrater hinterließ. Unglücklicherweise blieb dieser der Kamera von Deep Impact verborgen. Deshalb war man schon ganz gespannt auf die neuen Aufnahmen vom Kern, um genau diesen Krater zu identifizieren. Leider schickte die Raumsonde die Bilder in chronologischer Reihenfolge zur Erde, so dass die hochaufgelösten Bilder der dichtesten Annäherung erst einige Stunden später eintrafen. Man konnte aber nur "ganz vage Spuren des Tempel-Kraters" finden.
Stardust besuchte im Jahr 2004 den Kometen 81P/Wild 2 und sammelte Partikel aus der Koma des Schweifsterns ein und brachte die Proben anschließend 2006 in einer Rückkehrkapsel zur Erde. Weil die Sonde noch voll funktionstüchtig war, wurde Stardust in Stardust-NExT umgetauft und auf eine Bahn zu Tempel 1 gebracht. Das NExT im Namen steht für "New Exploration of Tempel 1".
[caption id="attachment_3063" align="aligncenter" width="480" caption="Komet Tempel 1 - aufgenommen von Stardust-NExT am 15.02.2011 um 5:39 MEZ © NASA/JPL "][/caption]
Wer eine schöne Animation des Flybys sehen möchte, kann mal auf dem Blog der Planetary Society nachschauen.
Weiterführende Links:
Stardust-NExT Missionsseite der NASA
Aktuelle Bilder vom Vorbeiflug
Universe Today - Artikel
Skyweek Zwei Punkt Null mit aktuellen Infos zur Mission (1, 2)
Tags » Astronomie, Komet, News, Raumfahrt, Stardust-NEXT, Tempel 1, Wissenschaft «
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