Die Tücken des Winters

Ich has­se den Win­ter! Obwohl es noch nicht mal Win­ter ist – jeden­falls im astro­no­mi­schen Sin­ne. Beson­ders die Wit­te­rung ist für Auto­fah­rer unbe­re­chen­bar. Und heu­te hät­te es mich fast erwischt…

Ich hat­te Nach­schicht und habe schon abge­kotzt, als es gegen 4.00 Uhr zu schnei­en anfing. In die­sen 2 Stun­den sind fast 10 cm Neu­schnee gefal­len. Also hieß es erst­mal nach Fei­er­abend den Wagen frei schau­feln und lang­sam nach Hau­se tuckern – weil ja Sonn­tag ist und der Win­ter­dienst auch mal aus­schla­fen möch­te. Obwohl, die Stra­ßen­ver­hält­nis­se gin­gen eigent­lich noch. Ich hat­te schon weit­aus schlim­me­res erlebt.

Tja, jeden­falls bis Alt Scha­dow. 😉

Kurz vor die­sem Kaff in der fins­te­ren Prä­rie Bran­den­burgs über­hol­te ich den Win­ter­dienst, der gera­de am Stra­ßen­rand ne Früh­stücks­pau­se ein­leg­te.

War­um eigent­lich nicht? Es ist doch Sonn­tag.

In der letz­ten Kur­ve kurz vor Orts­aus­gang, pas­sier­te es dann. Ich merk­te schon, wie das Heck mei­nes Wagens lang­sam weg­zu­drif­ten begann und ich eine schö­ne Dre­hung hin­leg­te. Ich kam kurz vor einem Strom­mast zum ste­hen.
Puh, doch noch mal Glück gehabt. Na dann kess den Rück­wärts­gang ein­ge­legt und… Mist auch das noch. Die Räder fan­gen an durch­zu­dre­hen. Und kein Schwein weit und breit.

Ach ja ich ver­gaß. Es ist Sonn­tag!

Der­weil glotz­te die Bewoh­ne­rin des Hau­ses neben­an schon gespannt aus dem Fens­ter. Aber Pus­te­ku­chen… Ne Schip­pe Sand war für mich wohl nicht drin, wie?

Also bit­te! Es ist Sonn­tag!

OK, dann pfeif ich drauf. Was habe ich in den aus­tra­li­schen Aben­teu­er­do­kus eines Mal­com Dou­glas gelernt? Waren das noch Zei­ten, als wirk­lich noch was Sinn­vol­les im Fern­se­hen kam. Aber ich schwei­fe ab. 😀 Denn wenn man sich im aus­tra­li­schen Busch fest­ge­fah­ren hat, ist eine Seil­win­de und ne Schip­pe von Nöten.
Nun ja, die Seil­win­de und die Schip­pe waren lei­der nicht vor­rä­tig. Obwohl das Kaff an den aus­tra­li­schen Busch erin­nert. So aus­ge­stor­ben und ein­sam wie das ist.

Aber natür­lich. Es ist Sonn­tag!

Des­halb mach­te es wohl auch kei­nen Sinn, das Ersatz­rad mit blo­ßen Hän­den ein­zu­gra­ben. 😉

Glück­li­cher­wei­se war die Gemein­de mal wie­der ziem­lich schlu­de­rig und hat­te die Äste am Stra­ßen­rand noch nicht ent­sorgt. Die pack­te ich unter die Rei­fen und konn­te mich nach eini­gen Ver­su­chen auch allei­ne befrei­en.

Schö­nen Sonn­tag noch und vor allem: Fahrt vor­sich­tig… 🙂

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://blog.aschnabel.bplaced.net/2008/11/die-tucken-des-winters/

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.