Astronomisches im Jahr 2010

Pünkt­lich zum Neu­en Jahr wer­fe ich mal einen klei­nen Aus­blick auf die wich­tigs­ten astro­no­mi­schen Ereig­nis­se des Jah­res 2010. In den Monats­bei­trä­gen zum Ster­nen­him­mel wird der Pla­ne­ten­lauf wie immer etwas aus­führ­li­cher behan­delt.

Der Lauf der Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur ist vom 12. Janu­ar bis 1. Febru­ar am Mor­gen­him­mel sicht­bar. Danach kann Mer­kur vom 25. März bis 21. April nach Son­nen­un­ter­gang opti­mal am Abend­him­mel beob­ach­tet wer­den. Hin­ge­gen fal­len die Elon­ga­tio­nen im Mai und August eher beschei­den aus, weil sich der Pla­net vor Son­nen­auf- bzw. nach Son­nen­un­ter­gang nie mehr als ein paar Grad von unse­rem Zen­tral­ge­stirn ent­fernt und dem­zu­fol­ge unbe­ob­acht­bar bleibt. Anschlie­ßend kann man ihn in sei­ner bes­ten Mor­gen­sicht­bar­keit, vom 10. Sep­tem­ber bis 4. Okto­ber, knapp über dem Ost­ho­ri­zont auf­spü­ren. Beob­acht­bar ist der flin­ke Pla­net dann wie­der zwi­schen dem 25. Dezem­ber und 20. Janu­ar 2011 vor Son­nen­auf­gang.

Die hell leuch­ten­de Venus ist Anfang des Jah­res unbe­ob­acht­bar und kann dann erst wie­der von Ende Febru­ar bis Ende Sep­tem­ber als Abend­stern am west­li­chen Abend­him­mel gese­hen wer­den. Ende Mai erreicht sie auch ihren höchs­ten Stand mit 23 Grad über dem Hori­zont. Schließ­lich erreicht die Venus am 20. August mit 46 Grad auch ihre größ­te öst­li­che Elon­ga­ti­on. Aller­dings ist sie hier nur sehr tief am Abend­him­mel sicht­bar. Am 23. Sep­tem­ber strahlt sie dann in ihrem größ­ten Glanz. Anschlie­ßend steht steht unser inne­rer Nach­bar­pla­net am 29. Okto­ber in unte­rer Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und kann auch am Tag­him­mel nicht beob­ach­tet wer­den, weil sie nur 6 Grad süd­lich der Son­ne steht. Als Mor­gen­stern kann man die Venus dann wie­der ab Mit­te Novem­ber am Ost­him­mel recht güns­tig beob­ach­ten. In ihrem größ­ten Glanz leuch­tet sie am 4. Dezem­ber und erreicht schließ­lich am 8. Janu­ar 2011 ihre größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Bis Ende Janu­ar 2011 bleibt unser Schwes­ter­pla­net ein auf­fäl­li­ges Objekt am Mor­gen­him­mel.

Unser roter Nach­bar­pla­net Mars steht am 29. Janu­ar im Stern­bild Krebs in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und kann des­halb in den ers­ten bei­den Mona­ten die gan­ze Nacht über beob­ach­tet wer­den. Am Oppo­si­ti­ons­tag tren­nen uns 99,3 Mil­lio­nen Kilo­me­ter. Dadurch fällt auch sein Win­kel­durch­mes­ser in die­sem Jahr recht klein aus und beträgt gera­de ein­mal 14 Bogen­se­kun­den. Im Gegen­zug steht er aber recht hoch am Him­mel. Sei­ne maxi­ma­le Hel­lig­keit beträgt auch nur -1,3 Magnitu­den. Ab März zieht sich der Mars lang­sam zurück und ist ab Mai nur noch in der ers­ten Nacht­hälf­te gut zu beob­ach­ten Bis Anfang August bleibt der rote Pla­net am Abend­him­mel prä­sent und kann noch bis Ende Novem­ber in der Abend­däm­me­rung auf­ge­spürt wer­den. Ab Dezem­ber steht er dann zu nahe bei der Son­ne und ist nicht mehr beob­acht­bar.

Jupi­ter, der größ­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems, ist noch bis Mit­te Febru­ar in der Abend­däm­me­rung sicht­bar. Am 28. Febru­ar steht er schließ­lich in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne. Danach kann er Ende März zuerst in der Mor­gen­däm­me­rung und ab Ende April schließ­lich auch am Mor­gen­him­mel gese­hen wer­den. Ab Ende Juli kann Jupi­ter dann wie­der in der zwei­ten Nacht­hälf­te beob­ach­tet wer­den und steht am 21. Sep­tem­ber schließ­lich in den Fischen in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Wäh­rend sei­ner Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode domi­niert er den som­mer­li­chen Nacht­him­mel. Danach geht er immer frü­her unter und ist ab Novem­ber nur noch in der ers­ten Nacht­hälf­te zu sehen. Ab Dezem­ber und Janu­ar 2011 kann man ihn nur noch am Abend­him­mel auf­spü­ren, bis er Ende Febru­ar 2011 schließ­lich kom­plett unsicht­bar wird. Am 28. Febru­ar 2011 steht er dann in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne.

Der Ring­pla­net Saturn geht Anfang des Jah­res kurz vor Mit­ter­nacht auf und kommt am 22. März im Stern­bild Jung­frau in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Dann ist er die gan­ze Nacht hin­durch zu beob­ach­ten. Ab Mit­te Juni ist er nur noch ein Objekt der ers­ten Nacht­hälf­te und bleibt bis Anfang August am Abend­him­mel sicht­bar, bis er am 1. Okto­ber in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne steht. Ende Okto­ber erscheint der Ring­pla­net wie­der in der Mor­gen­däm­me­rung, kurz vor Son­nen­auf­gang, und wird ab Anfang Novem­ber ein auf­fäl­li­ges Objekt am Mor­gen­him­mel.

Ura­nus bleibt bis Mit­te Febru­ar am Abend­him­mel sicht­bar. Am 17. März steht er in Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Danach taucht er Mit­te April wie­der am Mor­gen­him­mel auf. Am 21. Sep­tem­ber kommt er schließ­lich in den Fischen in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Der Pla­net hält sich in der dies­jäh­ri­gen Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode in der Nähe von Jupi­ter auf, so dass es sogar 3 Mal zu einer engen Begeg­nung mit dem größ­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems kommt. Die ers­te Kon­junk­ti­on fin­det am 6. Juni, die zwei­te am 22. Sep­tem­ber und die drit­te am 2. Janu­ar 2011 statt.

Nep­tun kann in den ers­ten bei­den Wochen des neu­en Jah­res noch in der Abend­däm­me­rung auf­ge­spürt wer­den. Am 15. Febru­ar steht er in Kon­junk­ti­on zur Son­ne und bleibt bis Ende März unsicht­bar. Danach erscheint er lang­sam wie­der am Mor­gen­him­mel. Schließ­lich erreicht er am 20. August im Stern­bild Stein­bock die Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist dann die gan­ze Nacht über zu beob­ach­ten. Ab Mit­te Novem­ber geht er vor Mit­ter­nacht unter und ver­schwin­det bis zum Jah­res­en­de in der Abend­däm­me­rung.

Der Zwerg­pla­net Plu­to steht am 25. Juni in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Bei Plu­to ist aber stets ein gro­ßes Tele­skop erfor­der­lich, um den ent­fern­ten Zwerg­pla­ne­ten auf­zu­spü­ren.

Das Finsternisjahr 2010

Das Jahr 2010 ist für Mit­tel­eu­ro­pa eine regel­rech­te Ent­täu­schung, beson­ders für Rei­se­muf­fel. Von den vier Fins­ter­nis­sen ist nur der Beginn der tota­len Mond­fins­ter­nis in den Mor­gen­stun­den des 21. Dezem­ber von Euro­pa aus sicht­bar. Die ring­för­mi­ge Son­nen­fins­ter­nis vom 15. Janu­ar endet in ihrer par­ti­el­len Pha­se im öst­li­chen Teil des deut­schen Sprach­raums. Die tota­le Son­nen­fins­ter­nis vom 11. Juli ist nur im Süd­pa­zi­fik und im äußers­ten Süden von Süd­ame­ri­ka sicht­bar. Die par­ti­el­le Mond­fins­ter­nis vom 26. Juni fin­det für uns Mit­tel­eu­ro­pä­er erst statt, wenn der Mond schon längst unter­ge­gan­gen ist. Erst am 4. Janu­ar 2011 gibt es vom deut­schen Sprach­raum aus wie­der eine par­ti­el­le Son­nen­fins­ter­nis zu beob­ach­ten, die mit 80% Bede­ckungs­grad sogar recht groß aus­fällt.

Ring­för­mi­ge Son­nen­fins­ter­nis am Frei­tag den 15. Janu­ar 2010 (Grö­ße: 92%)

Die Sonnenfinsternis vom 15. Januar 2010

Sicht­bar­keits­ge­biet der Son­nen­fins­ter­nis vom 15. Janu­ar 2010

Die Zen­tral­li­nie der ring­för­mi­gen Son­nen­fins­ter­nis, die übri­gens die 23. Fins­ter­nis des 70 Son­nen­fins­ter­nis­se umfas­sen­den 141. Saros-Zyklus ist, beginnt in Zen­tral-Afri­ka, erreicht die Küs­te Ost­afri­kas in Kenia und über­quert den Indi­schen Oze­an, die Süd­spit­ze Indi­ens und Sri Lan­ka, streift den Golf von Ben­ga­len, erreicht Indo­chi­na sowie Chi­na und endet schließ­lich im Gel­ben Meer. Die Stadt Chong­quing in Chi­na erlebt sogar inner­halb eines Jah­res die zwei­te zen­tra­le Son­nen­fins­ter­nis. Die par­ti­el­le Pha­se ist von ganz Afri­ka (mit Aus­nah­me von West­afri­ka), öst­li­ches Mit­tel­meer, Klein­asi­en, Ost­eu­ro­pa, Ara­bi­en, Asi­en (außer nord­öst­li­che Gebie­te), in gro­ßen Tei­len des Indi­schen Oze­ans und im west­li­chen Teil Indo­ne­si­en und Ozea­ni­ens sicht­bar. Sie beginnt um 5:05 Uhr MEZ mit dem 1. Kon­takt am Ort 30°27′ ö. L. und 1°20′ s. Br. mit dem Son­nen­auf­gang und endet um 11:08 Uhr MEZ mit dem 4. Kon­takt am Ort 108°12′ ö. L. und 28°49′ n. Br. bei Son­nen­un­ter­gang.
Mit einer maxi­ma­len Dau­er von 11 Minu­ten und 8 Sekun­den ist sie auch die längs­te ring­för­mi­ge Son­nen­fins­ter­nis des Jahr­tau­sends. Sogar im gesam­ten 3. Jahr­tau­send wird es kei­ne län­ge­re ring­för­mi­ge Son­nen­fins­ter­nis mehr geben! Das kommt daher, weil die Erde 11 Tage vor der Fins­ter­nis den son­nen­nächs­ten Punkt ihrer Bahn durch­läuft. Nur 2 Tag spä­ter durch­läuft auch der Mond den erd­ferns­ten Punkt sei­ner Bahn. Damit ist das Grö­ßen­ver­hält­nis von Son­ne und Mond extrem groß, so dass der Scheib­chen­durch­mes­ser des Mon­des 9,3% (in der Flä­che sogar 18%) klei­ner aus­fällt als der der Son­ne. Auf den Male­di­ven – übri­gens ein wun­der­schö­nes Urlaubs­ziel 😀 – dau­ert die Fins­ter­nis in ihrer gesam­ten Län­ge des­halb mehr als 4 Stun­den!
Der Höhe­punkt der Fins­ter­nis wird schließ­lich am Ort 69°17′ Ö.L. und 1°37′ n. Br. um 8:07 Uhr MEZ erreicht. Die Brei­te der Zen­tral­li­nie misst dabei 333 Kilo­me­ter.

Par­ti­el­le Mond­fins­ter­nis am Sams­tag den 26. Juni 2009 (Grö­ße: 54,2%)

Die Partielle Mondfinsternis vom 26. Juni 2010Die­se Mond­fins­ter­nis fin­det in den Vor­mit­tags- und Nach­mit­tag­stun­den des 26. Juni statt und ist von Euro­pa aus nicht beob­acht­bar, da der Mond noch vor Beginn der Ver­fins­te­rung unter­geht. Aller­dings ist sie voll­stän­dig vom gesam­ten Pazi­fik­raum, ein­schließ­lich Nord- und Süd­ame­ri­ka, Hawaii, Ozea­ni­en, Neu­see­land, Aus­tra­li­en, Indo­ne­si­en und in den öst­li­chen Tei­len Asi­ens, sicht­bar. Dabei wer­den 54% des Mond­durch­mes­ser vom Kern­schat­ten der Erde ver­fins­tert (Grö­ße = 0,5368). Die Fins­ter­nis ist übri­gens die Num­mer 58 im 120. Saros-Zyklus, der ins­ge­samt 84 Mond­fins­ter­nis­se umfasst.
Der Voll­mond tritt um 10:56 Uhr MESZ in den Halb­schat­ten und um 12:17 Uhr in den Kern­schat­ten der Erde ein. Die Mit­te der Fins­ter­nis ist um 13:38 Uhr erreicht. Der Aus­tritt aus dem Kern­schat­ten erfolgt um 15:00 Uhr. Die Fins­ter­nis endet um 16:21 Uhr mit dem Aus­tritt aus dem Halb­schat­ten lan­ge bevor der Mond in Mit­tel­eu­ro­pa auf­geht.

Tota­le Son­nen­fins­ter­nis am Sonn­tag den 11. Juli 2009 (Grö­ße: 105,9%)

Die Sonnenfinsternis vom 11. Juli 2010

Sicht­bar­keits­ge­biet der Son­nen­fins­ter­nis vom 11. Juli 2010

Auch die­se Fins­ter­nis ist in ihrer par­ti­el­len Pha­se von ganz Euro­pa aus unbe­ob­acht­bar. Die maxi­ma­le Dau­er der Tota­li­tät beträgt respek­ta­ble 5 Minu­ten und 20 Sekun­den, bei einer Brei­te des Kern­schat­tens von 259 km und 47° Son­nen­hö­he. Sie ist die 27. Fins­ter­nis des 146. Saros-Zyklus mit ins­ge­samt 76 Son­nen­fins­ter­nis­sen. Die Grö­ße der Fins­ter­nis beträgt das 1,0258fache des schein­ba­ren Durch­mes­sers der Son­ne.
Nahe­zu das gesam­te Fins­ter­nis­ge­biet liegt im Pazi­fi­schen Oze­an, so dass auch die Zen­tral­li­nie nur sel­ten auf Land stößt. Wer das Ereig­nis vom fes­ten Boden aus ver­fol­gen möcht, soll­te die weni­gen klei­nen Inseln und Atol­le auf der Zen­tral­li­nie, die Oster­in­sel oder den Süd­zip­fel von Chi­le und Argen­ti­ni­en wäh­len. In Feu­er­land steht die Son­ne aller­dings schon sehr nied­rig über dem Hori­zont. Die schlech­ten Wet­ter­be­din­gun­gen in die­sem Gebiet tun ihr übri­ges. Und selbst im Süd­pa­zi­fik und auf der Oster­in­sel muss man mit einer Wol­ken­wahr­schein­lich­keit von 70 bis 80% rech­nen. Auf der Oster­in­sel wird die Son­ne um 22:11 Uhr (alle Zei­ten in MESZ) für 4 Minu­ten und 50 Sekun­den vom Mond total bedeckt.
Die Son­nen­fins­ter­nis beginnt mit dem 1. Kon­takt um 19:10 Uhr am Ort 161°14′ w. L. und 11°39′ s. Br. und endet mit dem 4. Kon­takt um 23:57 Uhr am Ort 75°32′ w. L. und 36°47′ s. Br. Der Kern­schat­ten des Mon­des trifft erst­mals die Mee­res­ober­flä­che etwa 3000 km nord­öst­lich von Neu­se­land am Ort 170°59′ w. L. und 26°52′ s. Br. bei Son­nen­auf­gang. Er wan­dert über den Pazi­fik, bis er die süd­ame­ri­ka­ni­sche Küs­te erreicht. Dort ver­lässt der Kern­schat­ten die Erd­ober­flä­che bei Son­nen­un­ter­gang am Ort 70°56′ w. L. und 50°52′ s. Br. Der Höhe­punkt wird um 21:34 Uhr am Ort 121°52′ w. L. und 19°45′ s. Br. erreicht und liegt dem­nach rund 2000 km öst­lich der Tua­mo­tu-Inseln mit­ten im Pazi­fik.

Tota­le Mond­fins­ter­nis am Diens­tag den 21. Dezem­ber 2009 (Grö­ße: 126,1%)

Die Totale Mondfinsternis vom 21. Dezember 2010Die­se tota­le Ver­fins­te­rung des Mon­des fin­det in den Mor­gen- und Vor­mit­tag­stun­den statt, und ist von ganz Nord- und Mit­tel­ame­ri­ka und von der öst­li­chen Hälf­te des Pazi­fiks (einschl. Hawaii) beob­acht­bar. Die par­ti­el­le Pha­se mit dem Ein­tritt des Mon­des in den Kern­schat­ten, kann von Mit­tel­eu­ro­pa in der Anfangs­pha­se ver­folgt wer­den, bis der Mond am jewei­li­gen Beob­ach­tungs­ort unter dem Hori­zont ver­schwin­det. Je wei­ter west­lich und nörd­lich man sich befin­det, des­to län­ger steht der Mond auch über dem Hori­zont. Für Ber­lin erfolgt der Mond­un­ter­gang zum Bei­spiel um 8:22 Uhr, für Wien um 7:47 Uhr und Zürich um 8:15 Uhr MEZ. Vor­her ist der Ein­tritt des Mon­des in den Halb­schat­ten, der sich zu die­sem Zeit­punkt noch in 15 Grad Höhe über dem Nord­west-Hori­zont befin­det, visu­ell nicht sicht­bar. Erst gegen 7 Uhr macht sich eine leich­te Ver­dun­ke­lung des nord­öst­li­chen Teils der Mond­schei­be bemerk­bar. Die Grö­ße der Fins­ter­nis beträgt das 1,261fache des schein­ba­ren Durch­mes­sers des Voll­mon­des und ist die 48. Fins­ter­nis des 125. Saros-Zyklus mit ins­ge­samt 72 Mond­fins­ter­nis­sen.
Der Voll­mond tritt um 6:28 Uhr in den Halb­schat­ten und 7:32 Uhr in den Kern­schat­ten der Erde ein. Der Beginn der tota­len Ver­fins­te­rung erfolgt um 8:40 Uhr. Die Mit­te der Fins­ter­nis ist um 9:17 Uhr erreicht. Um 9:54 Uhr endet die tota­le Ver­fins­te­rung mit dem Aus­tritt aus dem Kern­schat­ten, wel­cher um 11:02 Uhr abge­schlos­sen ist. Die Fins­ter­nis endet dann um 12:06 Uhr mit dem Aus­tritt aus dem Halb­schat­ten.

Kometen heller als 7 mag

Über das Jahr ver­teilt wer­den mit Hil­fe von Aste­roi­den­such­pro­gram­mem (z.B. LINEAR), Son­den (hier ist beson­ders die Son­nen­son­de SOHO zu nen­nen), sowie von Berufs- und Hob­by­as­tro­no­men gleich meh­re­re Dut­zend neu­er Kome­ten ent­deckt. Und manch­mal ent­wi­ckelt sich ein Schweif­stern zum regel­rech­ten Hin­gu­cker, der mit einem Fern­glas oder sogar mit blo­ßem Auge für eini­ge Wochen am Nacht­him­mel zu beob­ach­ten ist. Im Jahr 2010 wer­den gleich zwei Kome­ten (Stand Dezem­ber 2009) wahr­schein­lich hel­ler als 7 mag wer­den, die auch von mit­tel­eu­ro­päi­schen Brei­ten aus sicht­bar sind.

C/2009 R1 McNaught

Horizontdiagramm des Kometen C/2009 R1 McNaught

Hori­zont­dia­gramm des Kome­ten C/2009 R1 McNaught im Zeit­raum 15.05.2010 bis 04.07.2010 in 5-Tages-Schrit­ten

Der Komet C/2009 R1 (McNaught) erreicht sein Peri­hel am 2. Juli 2010 und wird wahr­schein­lich bis zu 5 mag hell wer­den. Unglück­li­cher­wei­se sind die Sicht­be­din­gun­gen sehr ungüns­tig, da er ab Mit­te Juni recht nied­rig über den Nord­him­mel zie­hen wird und auch sein Win­kel­ab­stand zur Son­ne sehr gering aus­fällt. Erschwe­rend kommt noch hin­zu, dass es in der Zeit der Som­mer­son­nen­wen­de im Nor­den von Deutsch­land nicht mehr ganz dun­kel wird. Auch süd­li­che­re Beob­ach­ter haben Schwie­rig­kei­ten, weil sich der Schweif­stern dann näher zum Hori­zont befin­det.
Anfang Mai wird C/2009 R1 (McNaught) die 10. Grö­ßen­klas­se über­schrei­ten und schnell hel­ler wer­den. Ende Mai/Anfang Juni wird der Komet auch von unse­ren Brei­ten aus sicht­bar. Mit­te Juni ist der Komet als 6 mag hel­les Objekt im Stern­bild Per­seus zu beob­ach­ten. Er bewegt sich dann wei­ter in Rich­tung Wes­ten und steht zwi­schen dem 20. und 21. Juni nörd­lich von Capel­la im Stern­bild Fuhr­mann. Anschlie­ßend wird er Anfang Juli in den Zwil­lin­gen außer Sicht gera­ten.

103P/Hartley

Horizontdiagramm des Kometen 103P/Hartley

Hori­zont­dia­gramm des Kome­ten 103P/Hartley im Zeit­raum 15.08.2010 bis 12.01.2011 in 5-Tages-Schrit­ten

Der peri­odi­sche Komet 103P/Hartley ist ab Anfang August bis in den Dezem­ber hin­ein sehr viel bes­ser zu beob­ach­ten. Am 20. Okto­ber kommt er mit 18 Mio. Kilo­me­ter der Erde sehr nahe und wird wahr­schein­lich eben­falls eine Hel­lig­keit von 5 mag errei­chen. Nur 8 Tage spä­ter steht der Komet in Son­nen­nä­he. Zu die­sem Zeit­punkt befin­det sich 103P/Hartley gut sicht­bar im Stern­bild Fuhr­mann und kann viel­leicht von dunk­len Plät­zen aus sogar mit blo­ßem Auge erkannt wer­den. Danach wird der Komet zuneh­mend ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und ist dann nur noch bis Anfang 2011 beob­acht­bar.

Wei­te­re Infos zu den bei­den hel­len Kome­ten des Jah­res 2010 wer­den fol­gen. 🙂

Die Jahreszeiten

Zum Abschluss mei­ner “klei­nen” Jah­res­vor­schau blei­ben nur noch die Ter­mi­ne der ver­schie­de­nen Jah­res­zei­ten, die Daten der Apsi­den sowie Beginn und Ende der Som­mer­zeit zu nen­nen:

Am 3. Janu­ar steht die Erde im Peri­hel ihrer Bahn und damit in Son­nen­nä­he. Um 1:09 Uhr MEZ tren­nen uns 0,98329 Astro­no­mi­sche Ein­hei­ten oder knapp 147,1 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Am 20. März um 18:32 Uhr MEZ beginnt auf der Nord­halb­ku­gel der Früh­ling. Am 21. Juni um 12:28 Uhr MEZ (13:28 Uhr MESZ) beginnt schließ­lich der Som­mer. Am 6. Juli um 13:32 Uhr MEZ (14:32 Uhr MESZ) steht die Erde dann im Aphel ihrer Bahn. Zu die­sem Zeit­punkt ist unser Hei­mat­pla­net mit 1,0167 Astro­no­mi­schen Ein­hei­ten oder 152,1 Mil­lio­nen Kilo­me­tern am wei­tes­ten von der Son­ne ent­fernt. Herbst­be­ginn ist am 23. Sep­tem­ber um 4:09 Uhr MEZ (5:09 Uhr MESZ). Schließ­lich beginnt am 22. Dezem­ber um 00:38 Uhr MEZ der Win­ter.

Som­mer­zeit

Die Mit­tel­eu­ro­päi­sche Som­mer­zeit (MESZ) geht gegen­über der Mit­tel­eu­ro­päi­schen Zeit (MEZ) um eine Stun­de vor. Sie gilt vor­aus­sicht­lich vom 28. März bis 31. Okto­ber 2010.

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