Eine Kollision im Asteroidengürtel?

P/2010 A2 LINEAR © Spacewatch/University of ArizonaEin poten­zi­el­ler Komet gibt zur Zeit Rät­sel auf. Dabei han­delt es sich um P/2010 A2 (LINEAR), ent­deckt am 6. Janu­ar 2010 durch das Lin­coln Near-Earth Aste­ro­id Rese­arch (LINEAR). LINEAR ist ein Such­pro­gramm der US-Luft­waf­fe und der NASA, das nach erd­na­hen Aste­roi­den Aus­schau hält. Im Rah­men des Pro­gramms wur­de in den letz­ten Jah­ren auch zahl­rei­che Kome­ten ent­deckt.

P/2010 A2 umrun­det unser Zen­tral­ge­stirn in knapp 3,5 Jah­ren, in einem mitt­le­ren Abstand von 2,29 AE oder 342 Mil­lio­nen Kilo­me­ter. Damit ver­läuft sei­ne Bahn am inne­ren Rand des Aste­roi­den­gür­tels, der sich zwi­schen den Pla­ne­ten Mars und Jupi­ter befin­det. Auch sein annä­hernd kreis­för­mi­ger Orbit (Exzen­tri­zi­tät e = 1,2) ist ver­däch­tig und ähnelt eher der eines Aste­roi­den. Kome­ten bewe­gen sich aber in der Regel in mehr oder weni­ger lang gestreck­ten Ellip­sen mit gro­ßer Exzen­tri­zi­tät und Inkli­na­ti­on um die Son­ne. Im Gegen­satz zu einem typi­schen Aste­roi­den, besitzt die­ser Him­mels­kör­per einen rund 177.000 km lan­gen Schweif. Aller­dings ist auch kei­ne zen­tra­le Kon­den­sa­ti­on in der Koma des Kome­ten erkenn­bar.

Nun gibt es aber die Grup­pe der so genann­ten Haupt­gür­tel­ko­me­ten (Main Belt Comets – MBC), die eben­falls klei­ne Exzen­tri­zi­tä­ten und Inkli­na­tio­nen besit­zen und auf kreis­för­mi­gen Orbits die Son­ne umrun­den. Ver­mut­lich han­delt es sich dabei aber um eis­hal­ti­ge Aste­roi­den, die in Son­nen­nä­he eine gerin­ge Akti­vi­tät zei­gen und leicht­flüch­ti­ge Stof­fe wie Was­ser­eis, Koh­len­di­oxid und Staub emit­tie­ren und eine klei­ne Koma aus­bil­den. Damit wäre P/2010 A2 erst das fünf­te Objekt die­ser Grup­pe!

Nun wur­de mit dem Opti­cal Nor­dic Tele­scope auf den Kana­ren ent­deckt, dass der Him­mel­kör­per von einem klei­ne­ren Aste­roi­den in gerin­gem Abstand beglei­tet wird. Des­halb spe­ku­liert man in Fach­krei­sen schon, ob hier womög­lich zwei Aste­roi­den mit­ein­an­der kol­li­diert sind und der Schweif nur die Staub- und Trüm­mer­wol­ke eines gewalt­sa­men Zusam­men­sto­ßes dar­stellt.

Nun hof­fen die Exper­ten, dass kurz­fris­tig Beob­ach­tungs­zeit mit dem Hub­ble Space Tele­scope (HST) und dem Infra­rot­te­le­skop Spit­zer bewil­ligt wird, um das Rät­sel von P/2010 A2 (LINEAR) auf­klä­ren zu kön­nen.

Quel­len: ASTRO­news, Uni­ver­se Today, AstroENGINE.com, The Tran­si­ent Sky, MPEC 2010-A51

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