Der Sternhimmel im Monat Juni 2010

Der Sternhimmel im Juni 2010Beob­ach­tungs­zeit 15. Juni 2010, 23:00 Uhr MESZ

Im Nor­den

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat die bekann­te Figur des Gro­ßen Wagens (ein Teil des Stern­bilds Gro­ßer Bär) die höchs­te Stel­lung im Zenit schon längst über­schrit­ten und steigt jetzt wie­der lang­sam zum Nord­west-Hori­zont her­ab. Die bei­den hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens fünf­mal ver­län­gert zei­gen auf den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern ist der letz­te Deich­sels­tern des Klei­nen Bären, des­sen Wagen­kas­ten sich jetzt ziem­lich genau auf 12 Uhr Posi­ti­on und somit in sei­ner höchs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont befin­det. Dar­über erkennt man ein Teil des Dra­chen, des­sen mar­kan­ter Kopf, rechts ober­halb des Wagen­kas­ten gele­gen, in der nächs­ten Stun­de zum Zenit auf­stei­gen wird.
In mitt­le­rer Höhe im Nord­os­ten ent­deckt man das Stern­bild Kepheus, in dem man die Form eines Haus­da­ches erah­nen kann. Dar­un­ter befin­det sich das Him­mels-W oder Kas­sio­peia, die ihre unte­re Kul­mi­na­ti­on schon längst über­schrit­ten hat. Hin­ge­gen hat das Stern­bild Per­seus gera­de sei­ne unte­re Kul­mi­na­ti­on erreicht. Viel auf­fäl­li­ger ist aber die gelb­lich leuch­ten­de Kapel­la im Stern­bild Fuhr­mann, west­lich des Per­seus gele­gen. Ober­halb des Fuhr­manns ste­hen noch die schwa­chen aber unschein­ba­ren Stern­bil­der Luchs und Giraf­fe. 

Im Osten

Der Osten wird jetzt vom impo­san­ten Som­mer­drei­eck domi­niert, das sich in hal­ber Höhe über dem Hori­zont befin­det. Es wird durch die drei hel­len Ster­ne Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler gebil­det. Genau zwi­schen Adler und Schwan befin­den sich die klei­nen unschein­ba­ren Stern­bil­der Pfeil und Füchs­chen. Das Band unse­rer Hei­mat­ga­la­xie, die Milch­stra­ße, ver­läuft mit­ten durch das Som­mer­drei­ecks hin­durch von links oben kom­mend zum süd­öst­li­chen Hori­zont her­ab. Unter einem dunk­len Land­him­mel und bei guter Hori­zont­sicht im Süd­os­ten soll­te man auch schon die hel­le Schild­wol­ke im Stern­bild Schild erken­nen.
Ober­halb Som­mer­drei­ecks ent­de­cken wir das Stern­bild Her­ku­les und einen Teil des Dra­chen. Dar­un­ter sind auch schon die klei­nen Stern­bil­der Fül­len und Del­phin über dem Hori­zont erschie­nen. Im Nord­os­ten gehen auch schon die ers­ten Ster­ne des Pega­sus auf. Dar­über erkennt man das unschein­ba­re Stern­bild Eidech­se und noch wei­ter höher den Kepheus.

Im Süden

Bli­cken wir hoch in Rich­tung Süden ent­de­cken wir die Nörd­li­che Kro­ne, die gera­de den Meri­di­an pas­siert. Rechts dane­ben hat das Stern­bild Bären­hü­ter, mit sei­nen hel­len und oran­ge erschei­nen Haupt­stern Ark­tur, den Süd­punkt schon längst über­schrit­ten. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te ent­de­cken wir den Her­ku­les, der in der nächs­ten hal­ben Stun­de sei­nen höchs­ten Punkt errei­chen wird. Nun ist auch die bes­te Zeit, den Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 im Her­ku­les zu beob­ach­ten, der sich etwas unter­halb vom rech­ten obe­ren Kas­tens­tern des Her­ku­les befin­det. Unter einem dunk­len Land­him­mel ist die­ser sogar als blas­ser Licht­fleck erkenn­bar.
Unter­halb des Stern­bilds Nörd­li­che Kro­ne befin­det sich der Kopf der Schlan­ge, die vom mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­ger im Süd­os­ten getra­gen wird. Unter­halb der Schlan­ge geht gera­de die Waa­ge durch den Meri­di­an. Links dane­ben erkennt man auch den nörd­li­chen Teil des Stern­bilds Skor­pi­on, mit sei­nem röt­lich fun­keln­den Haupt­stern Ant­ares. Halb­hoch im Süd­wes­ten ste­hen noch die Gala­xi­en­ge­bie­te des Stern­bilds Jung­frau noch in guter Beob­ach­tungs­po­si­ti­on.

Im Wes­ten

Im Wes­ten ver­schwin­den nun lang­sam aber sicher die Früh­lings­stern­bil­der. Der mäch­ti­ge Löwe nähert sich jetzt immer wei­ter dem West­ho­ri­zont. Mit dem Löwen ver­schwin­det nun auch unser roter Nach­bar­pla­ne­ten Mars, der sich süd­öst­li­che von Regu­lus auf­hält. Auch der Krebs, west­lich des Löwen­kop­fes, ist schon nahe­zu im Hori­zont­dunst ver­schwun­den. Bei opti­ma­ler Sicht zum Hori­zont ent­de­cken wir in die­sem Stern­bild den Abend­stern Venus. Dage­gen ist das Stern­bild Zwil­lin­ge schon fast ver­schwun­den. Nur die bei­den hel­len Haupt­ster­ne Kas­tor und Pol­lux ste­hen noch dicht über dem Hori­zont.
In Rich­tung Süd­wes­ten geht gera­de der Rabe und der Becher unter. Dar­über sehen wir noch die Jung­frau, in dem sich immer noch der Ring­pla­net Saturn auf­hält. Auch der Gro­ße Bär, hoch über unse­ren Köp­fen, sinkt jetzt im Lau­fe der Nacht immer tie­fer. Unter­halb der Wagen­deich­sel ent­de­cken wir das unschein­ba­re Stern­bild der Jagd­hun­de und noch wei­ter tie­fer das Stern­bild Haar der Bere­ni­ke. Ver­län­gert man nun die Wagen­deich­sel des Gro­ßen Wagens nach links, trifft man auf den Bären­hü­ter, mit dem hel­len Stern Ark­tur.

Der Mond

Zu Beginn des Monats steht der abneh­men­de Mond im Stern­bild Stein­bock. Er wan­dert wei­ter durch den Tier­kreis und steht am Mor­gen des 6. Juni in den Fischen, knapp 6 Grad nörd­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter. Am 10. Juni sehen wir die schma­le Mond­si­chel dann zum letz­ten Mal am Mor­gen­him­mel, bis am 12. Juni die Neu­mond­pha­se erreicht ist.
Zum ers­ten Mal kön­nen wir die 2,5 Tage alte Sichel des zuneh­men­den Mon­des am 14. Juni in der Abend­däm­me­rung tief am west­li­chen Hori­zont erspä­hen. Nord­öst­lich und rund 6,5 Grad von unse­rem Erd­tra­ban­ten ent­fernt fin­den wir auch die Venus als hel­len Abend­stern. Am 16. Juni steht der zuneh­men­de Mond dann west­lich von Regu­lus im Löwen. Einen Tag spä­ter befin­det sich der Mond süd­lich unse­res roten Nach­bar­pla­ne­ten Mars. Damit ergibt sich mit Regu­lus ein hüb­sches Drei­eck am Him­mel. Am 18. Juni pas­siert der Mond 8 Grad süd­lich den Saturn. Am 20. Juni begeg­net unser Erd­tra­bant Spi­ka in der Jung­frau und steht dabei nur rund 6 Grad süd­lich die­ses Haupt­sterns. In den bei­den Näch­ten des 23. und 24. Juni läuft der nun wie­der fast vol­le Mond an Ant­ares im Skor­pi­on vor­bei und steht am 25. Juni um Mit­ter­nacht in gerin­ger Höhe genau im Süden. Am 26. Juni ist schließ­lich Voll­mond im Stern­bild Schüt­ze. Über dem Pazi­fik kommt es an die­sem Tag zu einer par­ti­el­len Mond­fins­ter­nis (Bede­ckungs­grad 54%), die von Mit­tel­eu­ro­pa aber nicht beob­acht­bar ist. Danach wird der nun wie­der abneh­men­de Mond ein Objekt der zwei­ten Nacht­hälf­te und wan­dert bis zum Monats­en­de durch die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Stein­bock und Was­ser­mann.

Die Planeten

Mer­kur hält sich mit der Son­ne am Tag­him­mel auf und ist des­halb den gan­zen Monat über unbe­ob­acht­bar. Am 28. Juni erreicht der flin­ke Pla­net sei­ne obe­re Kon­junk­ti­on zur Son­ne.

Venus ist mit -4,1 mag Hel­lig­keit immer noch Abend­stern. Bis zum Monats­en­de ver­grö­ßert sie ihren öst­li­chen Abstand von der Son­ne auf 40 Grad. Durch die fla­che Eklip­tik­la­ge in die­sem Monat ist ihr Höhen­ge­winn am Abend­him­mel aber nur mini­mal. Anfang Juni befin­det sie sich im Stern­bild Zwil­lin­ge und zieht am 9. Juni in 4,7 Grad süd­li­chem Abstand an Pol­lux in den Zwil­lin­gen vor­bei. Vom 12. bis 29. Juni durch­läuft sie den Krebs, bis sie schließ­lich ins Stern­bild Löwe wech­selt. Im Tele­skop erkennt man ein 16 Bogen­se­kun­den gro­ßes und zu 75 Pro­zent beleuch­te­tes Scheib­chen. Im Lau­fe des Monats geht die Venus immer frü­her unter. Zu Beginn des Monats ver­sinkt der Abend­stern gegen Mit­ter­nacht unter dem Hori­zont und Ende Juni bereits eine hal­be Stun­de frü­her.

Mars bewegt sich recht­läu­fig durch den Löwen und steht gegen Ende der Abend­däm­me­rung schon tief im Wes­ten. Am Abend des 6. Juni zieht er nur 0,6 Grad nörd­lich an Regu­lus im Löwen vor­bei. Die Hel­lig­keit des nur 5 Bogen­se­kun­den gro­ßen Scheib­chens sinkt von anfangs 1,1 auf 1,3 mag. Die Unter­gän­ge des roten Pla­ne­ten ver­frü­hen sich von anfangs 1:43 Uhr auf 0:10 Uhr Som­mer­zeit.

Jupi­ter wan­dert recht­läu­fig durch die Fische und wird immer bes­ser am Mor­gen­him­mel sicht­bar. Am 6. Juni begeg­net der Rie­sen­pla­net Ura­nus, der knapp eine Voll­mond­brei­te nörd­lich steht. Anfang des Monats geht der -2,3 mag hel­le und schein­bar 38 Bogen­se­kun­den gro­ße Jupi­ter um 2:29 Uhr Som­mer­zeit auf. Ende des Monats erscheint der Pla­net, nun -2,5 mag hell und mit einem schein­ba­ren Durch­mes­ser von 41 Bogen­se­kun­den, um 0:38 Uhr über dem süd­öst­li­chen Hori­zont. Die Ent­fer­nung zum Jupi­ter nimmt von anfangs 779 Mio. km (5,21 AE) auf 711 Mio km (4,75 AE) ab.

Saturn bewegt sich lang­sam recht­läu­fig im west­li­chen Teil der Jung­frau und ist nur noch ein Objekt der 1. Nacht­hälf­te. Bis zum Monats­en­de geht die Hel­lig­keit des Ring­pla­ne­ten auf 1,1 mag zurück. Auch sein Ring­durch­mes­ser schrumpft auf nur noch 39 Bogen­se­kun­den. Dage­gen steigt der Öff­nungs­win­kel der Rin­ge leicht auf 2 Grad an. Am 1. des Monats sinkt Saturn um 2:42 Uhr unter die Hori­zont­li­nie und am 30. Juni knapp zwei Stun­den frü­her.

Ura­nus kann bis Mit­te des Monats in unmit­tel­ba­rer Nähe von Jupi­ter in den Fischen bei Ein­bruch der Däm­me­rung am Mor­gen­him­mel auf­ge­fun­den wer­den. Am 6. Juni steht der Rie­sen­pla­net nur 28 Bogen­mi­nu­ten süd­lich, so dass Jupi­ter sehr gut als Auf­such­hil­fe für den 5,9 mag hel­len Pla­ne­ten die­nen kann. Anfang nächs­ten Monats wird der Pla­net schließ­lich sta­tio­när und beginnt sei­ne Oppo­si­ti­ons­schlei­fe. Im Tele­skop zeigt sich ein win­zi­ges Scheib­chen von 3,5 Bogen­se­kun­den Grö­ße. Der grün­li­che Pla­net geht am ers­ten Tag des Monats um 2:28 Uhr Som­mer­zeit auf und am letz­ten Tag des Monats bereits eine hal­be Stun­de nach Mit­ter­nacht.

Nep­tun wird am 1. Juni sta­tio­när und wan­dert dann lang­sam rück­läu­fig durch den Was­ser­mann. Er lässt sich zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung über dem süd­öst­li­chen Hori­zont beob­ach­ten. Im Fern­rohr zeigt der 7,9 mag hel­le Pla­net ein 2,5 Bogen­se­kun­den gro­ßes Scheib­chen. Anfang des Monats erfolgt der Auf­gang des son­nen­ferns­ten Pla­ne­ten um 1:32 Uhr Som­mer­zeit und am Ende des Monats um 23:34 Uhr.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to kommt am 25. Juni im Stern­bild Schüt­ze in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Mit 14 mag Oppo­si­ti­ons­hel­lig­keit ist er aber nur in gro­ßen Tele­sko­pen zu beob­ach­ten. Im Juni pas­siert er auch die an schwa­chen Ster­nen rei­che Stern­wol­ke Mes­sier 24 im Schüt­zen. Am Oppo­si­ti­ons­tag ist der Zwerg­pla­net 4614 Mio. km oder 30,84 AE von der Erde ent­fernt und kul­mi­niert um 1:10 Uhr Som­mer­zeit nied­rig über dem süd­li­chen Hori­zont.

Helle Kometen und Planetoiden

Der zir­kum­po­la­re Komet C/2009 K5 (McNaught) wan­dert in die­sem Monat wei­ter durch das Stern­bild Giraf­fe. Bis zum Monats­en­de geht die Hel­lig­keit aller­dings wie­der auf 10 mag zurück. Trotz­dem ist er immer noch in klei­nen Tele­sko­pen auf­find­bar.

Die Sicht­bar­keits­be­din­gun­gen des Kome­ten C/2009 R1 (McNaught) sind nicht gera­de opti­mal, da sei­ne schein­ba­re Bahn am Him­mel nied­rig über dem Nord­ost-Hori­zont ver­läuft. Außer­dem nimmt sei­ne Elon­ga­ti­on zur Son­ne wei­ter­hin ab. Auch die hel­len Näch­te um die Som­mer­son­nen­wen­de machen sich, beson­ders im Nor­den von Deutsch­land, stö­rend bemerk­bar. Nach aktu­el­len Beob­ach­tun­gen könn­te der Komet aber in der letz­ten Juni­wo­che die 3. Grö­ßen­klas­se über­schrei­ten und sogar mit blo­ßem Auge sicht­bar wer­den. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Sicht­bar­keit von Komet C/2009 R1 (McNaught) gibt es in einem extra Arti­kel.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 10P/Tempel ist am Mor­gen­him­mel sicht­bar und wan­dert im Lau­fe des Monats durch den Was­ser­mann wei­ter in Rich­tung Osten. Mit­te Juni wird der Komet wahr­schein­lich hel­ler als 10 mag und ist dann in klei­ne­ren Instru­men­ten zu beob­ach­ten.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 81P/Wild im Stern­bild Jung­frau been­det in die­sem Monat sei­ne Sicht­bar­keits­pe­ri­ode am Abend­him­mel. Die Hel­lig­keit des Schweif­sterns sinkt bis Ende Juni/Anfang Juli auf unter 11 mag, so dass er nur noch in mitt­le­ren Tele­sko­pen visu­ell auf­find­bar ist.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres bewegt sich schnell rück­läu­fig durch den Schüt­zen und kommt am 18. Juni in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Dabei erreicht er eine schein­ba­re Hel­lig­keit von 7,0 mag und wird zum leich­ten Fern­glas­ob­jekt. Anfang Juni beträgt die Hel­lig­keit noch 7,5 mag. Ende Juni ist sie dann wie­der auf 7,4 mag gefal­len. Von Ende Mai bis in die ers­te Juni­wo­che kreuzt der Zwerg­pla­net auch den Lagu­nen­ne­bel (Mes­sier 8). Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich im Lau­fe des Monats von anfangs 2:33 Uhr auf 0:07 Uhr Som­mer­zeit am Ende des Monats. Durch sei­ne gerin­ge Dekli­na­ti­on von -26 Grad steht Ceres am Oppo­si­ti­ons­tag nur in einer Höhe von gera­de ein­mal 13 Grad über dem Süd­ho­ri­zont.

(2) Pal­las bewegt sich durch das Stern­bild Bären­hü­ter und ist zu Beginn des Monats noch 9,0 mag hell. Bis zum Ende des Monats sinkt die­se wie­der auf 9,4 mag ab. Der Pla­ne­to­id kul­mi­niert am 1. Juni um 23:36 Uhr und am 30. Juni bereits um 21:32 Uhr Som­mer­zeit.

(4) Ves­ta im Stern­bild Löwe ver­schwin­det nun all­mäh­lich vom Abend­him­mel. Zu Beginn des Monats sinkt der 7,7 mag hel­le Aste­ro­id um 2:32 Uhr unter die Hori­zont­li­nie und am Ende des Monats, nun 7,9 mag hell, um 0:46 Uhr Som­mer­zeit.

(6) Hebe wan­dert durch den Was­ser­mann und wird Anfang Juni wie­der hel­ler als 10 mag. Bis zum Monats­en­de stei­gert sie ihre Hel­lig­keit auf 9,4 mag. Hebe geht zu Monats­an­fang um 2 Uhr auf und am Monats­en­de bereits um 0:39 Uhr Som­mer­zeit.

(12) Vic­to­ria läuft durch das Stern­bild Waa­ge und wird ab 18. Juni wie­der schwä­cher als 10 mag. Zu Beginn des Monats ist der Pla­ne­to­id aber noch 9,6 mag hell und kul­mi­niert um 23:18 Uhr Som­mer­zeit. Ende des Monats erfolgt ihr Meri­diandurch­gang bereits um 21:17 Uhr.

(15) Euno­mia kommt am 26. Juni im Stern­bild Schüt­ze in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,0 mag. Zu Beginn des Monats beträgt die Hel­lig­keit noch 9,6 mag. Der Aste­ro­id kul­mi­niert Anfang Juni um 3:16 Uhr und am Oppo­si­ti­ons­tag um 1:14 Uhr Som­mer­zeit, weni­ger als 10 Grad über dem Süd­ho­ri­zont.

(29) Amphi­tri­te bewegt sich eben­falls durch den Schüt­zen und kommt erst Anfang Juli in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Zu Beginn des Monats noch 10,0 mag hell, stei­gert der Pla­ne­to­id ihre Hel­lig­keit um eine hal­be Grö­ßen­klas­se. Am 1. Juni kul­mi­niert Amphi­tri­te um 3:48 Uhr und am 30. Juni bereits um 1:30 Uhr Som­mer­zeit, nur 6 Grad über dem Süd­ho­ri­zont. Um den Aste­roi­den zu beob­ach­ten ist des­halb ein süd­li­cher Stand­ort bzw. opti­ma­les Wet­ter und gute Hori­zont­sicht von Vor­teil.

(63) Auso­nia kommt am 28. Juni im Stern­bild Schüt­ze in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,7 mag. Der Aste­ro­id erreicht Anfang Juni um 3:24 Uhr ihre höchs­te Stel­lung und steht am Oppo­si­ti­ons­tag um 1:14 Uhr Som­mer­zeit nur 5 Grad hoch im Süden.

(129) Anti­go­ne kommt am 2. Juni im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht ihre größt­mög­li­che Hel­lig­keit von 9,8 Magnitu­den. Mit­te des Monats wird Anti­go­ne auch schon wie­der schwä­cher als 10 mag. Am Oppo­si­ti­ons­tag kul­mi­niert der Pla­ne­to­id um 1:13 Uhr Som­mer­zeit. Ende des Monats steht der Pla­ne­to­id schon um 23 Uhr im Süden.

Meteorströme

Vom 19. Mai bis 14. Juni sind die Tau-Her­ku­li­den aktiv. Sie gehen auf den Kome­ten 73P/­Sch­wass­mann-Wach­mann zurück und erzeu­gen nur 2 Meteo­re pro Stun­de. Die Geschwin­dig­keit der Teil­chen beträgt dabei nur 15 km/s. Das Maxi­mum der Tau-Her­ku­li­den wird am 3. Juni erwar­tet.

Seit 1966 wer­den zwi­schen dem 10. und 20. Juni die Juni-Lyri­den beob­ach­tet. Ihr Akti­vi­täts­ma­xi­mum erreicht der Mete­or­strom am 16. Juni. Gewöhn­lich wer­den kaum mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de regis­triert, die mit einer Geschwin­dig­keit von 31 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Im Jahr 1996 kam es aber auch schon zu einer höhe­ren Rate. Der Radi­ant befin­det sich im Stern­bild Lei­er – nur weni­ge Grad vom Haupt­stern Wega ent­fernt – und steht dem­zu­fol­ge im Juni sehr hoch am Him­mel. Auch die zuneh­men­de Mond­si­chel wird die Beob­ach­tung die­ses Mete­or­stroms kaum stö­ren.

Die Juni-Booti­den sind vom 22. Juni bis 2. Juli aktiv und stam­men vom kurz­pe­ri­odi­schen Kome­ten 7P/­Pons-Win­ne­cke. Das Maxi­mum wird am 27. Juni erwar­tet. Aller­dings ist die Zeni­tra­te varia­bel und so gering, dass sie in der Regel kaum auf­fällt. Trotz­dem lohnt sich eine Beob­ach­tung, da der Strom in ver­schie­de­nen Jah­ren Akti­vi­täts­aus­brü­che zeig­te. So stieg im Jahr 1998 die Zeni­tra­te für kur­ze Zeit auf 10 Meteo­re pro Stun­de und im Jahr 2004 auf 50 Meteo­re pro Stun­de an. Nach diver­sen Berech­nun­gen könn­te es in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni eben­falls zu einer etwas höhe­ren Akti­vi­tät kom­men. Der Radi­ant steht dabei sehr hoch am Him­mel. Lei­der wird dann der hel­le Mond die Beob­ach­tung nach­hal­tig stö­ren. Die Teil­chen der Juni-Booti­den erzeu­gen mit 18 km/s sehr lang­sa­me Spu­ren. Somit las­sen sich die Teil­chen des Stroms sehr gut von spo­ra­di­schen Meteo­ren unter­schei­den.

Die eklip­ti­ka­len Meteo­re der Ant­he­lionquel­le (nach älte­ren Quel­len als Sagi­ta­rii­den bezeich­net) sind im gesam­ten Monat aktiv. Durch die gerin­ge Höhe des Aus­strah­lungs­punk­tes über dem Hori­zont, ist im Durch­schnitt aber nur mit einem Mete­or pro Stun­de zu rech­nen.

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://blog.aschnabel.bplaced.net/2010/05/der-sternhimmel-im-monat-juni-2010/

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.