Leuchtende Nachtwolken am 28. Juni

Um die Zeit der Som­mer­son­nen­wen­de kann man in Rich­tung Nor­den des öfte­ren mal Leuch­ten­de Nacht­wol­ken (Abk. NLC = engl. für noc­ti­lucent clouds) beob­ach­ten. Die­se ent­ste­hen ober­halb der Meso­sphä­re in der Meso­pau­se, in einer Höhe von 81 bis 85 Kilo­me­tern, wo sie noch von der Son­ne ange­strahlt wer­den, obwohl die­se am Beob­ach­tungs­ort schon längst unter­ge­gan­gen ist. Und da es in die­ser Zeit von mei­nem Stand­ort aus nicht mehr ganz dun­kel wird und Deep Sky-Beob­ach­tun­gen nicht loh­nen, beschäf­tigt man sich halt mit die­sen unge­wöhn­li­chen Wolken.
Am 28. Juni 2010 hat­te ich mal wie­der die Gele­gen­heit, NLCs zu beob­ach­ten und zu foto­gra­fie­ren. Des­halb schau­te ich schon am spä­ten Nach­mit­tag und gegen Abend auf die Inter­net­sei­te des Leib­niz-Insti­tuts für Atmo­sphä­ren­phy­sik in Küh­lungs­born. Neben dem OSWIN-Radar zur Erfor­schung der Hoch­at­mo­sphä­re, betreibt das IAP auch ein eigens Kame­ra Netz­werk zum Nach­weis Leuch­ten­der Nacht­wol­ken. Beson­ders gute Chan­cen bestehen, wenn star­ke Echos in den Plots von OSWIN (in den typi­schen Höhen der NLCs) auftauchen.

Und so war es dann auch, als ich kurz nach 23:00 Uhr an mei­nem Beob­ach­tungs­stand­ort auf­schlug. In Rich­tung Wind­park bemerk­te ich schon vom Auto­fens­ter aus die typi­sche perl­mutt­far­bi­ge und fase­ri­ge Struk­tur die­ser Wol­ken. Mit fort­schrei­ten­der Däm­me­rung waren auch in Rich­tung NNO schwä­che­re NLCs in Hori­zont­nä­he erkenn­bar. Am hells­ten prä­sen­tier­ten sich die Leuch­ten­den Nacht­wol­ken, nach­dem die Venus unter dem nord­west­li­chen Hori­zont ver­schwand. Der auf­ge­hen­de Mond stör­te die Beob­ach­tung kaum, denn er tauch­te die Land­schaft vor mir in ein schum­me­ri­ges Licht, so dass man auf den Bil­dern noch schwach das Getrei­de­feld erken­nen kann. Gegen 23:23 Uhr gab es dann noch einen zenit­na­hen Über­flug der ISS.

Ansicht des Nord­ho­ri­zonts gegen 23:50 Uhr

Alle Bil­der wur­den mit der Canon EOS 1000D inklu­si­ve Kit-Objek­tiv im RAW-For­mat auf­ge­nom­men und am PC etwas bearbeitet.

Bildergalerie Leuchtender Nachtwolken

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

2 Kommentare:

  1. Hal­lo Andreas,

    die NLC am Abend des 28. waren schon ganz nett, aber am Mor­gen des 29. waren sie noch deut­lich foto­ge­ner. Beson­ders inter­es­sant fand ich die Ent­wick­lung der Wel­len­struk­tu­ren wel­che man auch in den von mir gemach­ten Zeit­raf­fern gut erken­nen kann. Mei­ne Ergeb­nis­se kannst Du hier ansehen:

    http://www.nachtleuchtende-wolken.de/nlc%2006.10.htm

    Ich hof­fe die Bil­der gefal­len. Wei­ter­hin noch Waid­manns Heil bei der Jagd nach den „Geis­ter­wol­ken“

    MfG

    Rain­ma­ker

  2. Sehr schö­ne Bil­der Leuch­ten­der Nacht­wol­ken sind dir da gelun­gen. Dei­ne Sei­te wird sogleich in mei­ne Link­lis­te aufgenommen.

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