Der Sternhimmel im Monat Oktober 2011

Der Lauf des Mondes

Am 1. Okto­ber kön­nen wir die jun­ge Mond­si­chel nur 3,5 Grad nord­west­lich von Ant­ares und tief im Süd­wes­ten in der Abend­däm­me­rung erspä­hen. Am 4. Okto­ber fin­den wir den Halb­mond im Stern­bild Schüt­ze. Danach wan­dert der Mond wei­ter durch die Stern­bil­der Stein­bock, Was­ser­mann und Fische bis am 12. Okto­ber die Voll­mond­pha­se erreicht ist.
In der Nacht vom 13. auf den 14. Okto­ber begeg­net unser Erd­tra­bant den Plan­ten Jupi­ter im Stern­bild Wid­der. Dabei befin­det er sich rund 5 Grad nörd­lich vom Rie­sen­pla­ne­ten. Nun wird der Mond auch immer mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. In der Nacht vom 15. auf den 16. Okto­ber durch­läuft der Mond das “Gol­de­ne Tor der Eklip­tik” zwi­schen den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Ple­ja­den und Hya­den im Stern­bild Stier. Danach bewegt er sich wei­ter durch den Stier und die Zwil­lin­ge und steht am 20. Okto­ber als abneh­men­der Halb­mond im Stern­bild Krebs. Am Mor­gen des 22. Okto­ber bil­det die Mond­si­chel mit Mars und Regu­lus ein annä­hernd gleich­schenk­li­ges Drei­eck und steht unge­fähr 8 ½ Grad süd­west­lich unse­res roten Nach­bar­pla­ne­ten. Am 25. Okto­ber, knapp 38 Stun­den vor Neu­mond, kann man die schma­le Sichel zum letz­ten Mal tief im Osten in der Mor­gen­däm­me­rung sich­ten. Am 26. Okto­ber ist dann schließ­lich Neu­mond. Drei Aben­de spä­ter sehen wir die zuneh­men­de Mond­si­chel aber­mals tief im Wes­ten in der Abend­däm­me­rung.

Die Planeten

Mer­kur stand am 28. Sep­tem­ber in obe­rer Kon­junk­ti­on zur Son­ne und gewinnt nur lang­sam einen öst­li­chen Abstand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Bis zum Monats­en­de wächst der Win­kel­ab­stand zur Son­ne auf 19,5 Grad an. Das reicht in unse­ren Brei­ten aber nicht für eine Abend­sicht­bar­keit des inners­ten Pla­ne­ten des Son­nen­sys­tems. Am 22. Okto­ber durch­läuft Mer­kur auch das Aphel sei­ner Bahn.

Venus wech­selt am 15. vom Stern­bild Jung­frau in die Waa­ge. Ihr öst­li­cher Win­kel­ab­stand von der Son­ne wächst bis zum Ende des Monats auf gut 20 Grad an. Das reicht eben­falls noch nicht für eine Abend­sicht­bar­keit. Unter guten Sicht­be­din­gun­gen kann man aber ver­su­chen, sie gegen Ende des Monats als -3,8 mag hel­les Objekt kurz nach Son­nen­un­ter­gang tief im Süd­wes­ten auf­zu­spü­ren.

Mars baut wei­ter sei­ne Mor­gen­sicht­bar­keit aus und wan­dert am 19. des Monats vom Stern­bild Krebs in den Löwen. Im Tele­skop erkennt man aber nur ein 1,1 mag hel­les und 6 Bogen­se­kun­den gro­ßes Scheib­chen. Inter­es­sant ist die Durch­que­rung des Stern­hau­fens der Pra­e­se­pe (M 44) in den ers­ten bei­den Okto­ber­näch­ten. Die Auf­gän­ge von Mars ver­frü­hen sich nur unwe­sent­lich von 00:14 Uhr (1:14 Uhr Som­mer­zeit) auf 23:52 Uhr.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter im Stern­bild Wid­der ist die gan­ze Nacht opti­mal zu beob­ach­ten und erreicht am 29. Okto­ber die Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Er erreicht zum Oppo­si­ti­ons­zeit­punkt eine Hel­lig­keit von -2,9 mag und einen schein­ba­ren Durch­mes­ser von gut 48 Bogen­se­kun­den. Damit ist der Pla­net, neben dem Mond, unüber­seh­bar das hells­te Gestirn am Nacht­him­mel. Die Erd­nä­he erreicht Jupi­ter aber schon am 27. Okto­ber und steht dann 3,97 AE bzw. 594 Mio. Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Die Meri­diandurch­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 1:54 Uhr (2:54 Uhr Som­mer­zeit) auf nun­mehr 23:37 Uhr. Am Tag der Oppo­si­ti­on geht Jupi­ter um 17:41 Uhr Som­mer­zeit auf und erreicht um 00:46 Uhr die höchs­te Stel­lung im Süden. Am nächs­ten Mor­gen ver­schwin­det der Pla­net um 7:56 Uhr wie­der unter der Hori­zont­li­nie. Am 13. des Monats steht der fast vol­le Mond in der Nähe des Jupi­ter.

Saturn, im Stern­bild Jung­frau, steht am 13. Okto­ber in Kon­junk­ti­on zur Son­ne und hält sich mit ihr am Tag­him­mel auf. An die­sem Tag tren­nen uns 9,67 AE bzw. 1,45 Mrd. Kilo­me­ter vom Ring­pla­ne­ten. Unter exzel­len­ten Bedin­gun­gen und unter Zuhil­fe­nah­me eines Fern­gla­ses kann man ver­su­chen, zum Monats­en­de den 0,7 mag hel­len Saturn tief über dem öst­li­chen Hori­zont am Mor­gen­him­mel auf­zu­spü­ren.

Ura­nus bewegt sich rück­läu­fig durch das Stern­bild Fische, stand im Vor­mo­nat in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und kul­mi­niert schon in der ers­ten Nacht­hälf­te. Mit 5,8 mag Hel­lig­keit und einem schein­ba­ren Win­kel­durch­mes­ser von 3,6 Bogen­se­kun­den ist der Pla­net unter einem dunk­len Land­him­mel schon mit blo­ßem Auge erkenn­bar und lässt sich fast die gan­ze Nacht über beob­ach­ten. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 23:33 Uhr (00:33 Uhr Som­mer­zeit) auf 21:31 Uhr. Am 16. Okto­ber kreuzt der grün­li­che Pla­net den Him­mels­äqua­tor von Nord nach Süd.

Nep­tun, rück­läu­fig im Stern­bild Was­ser­mann, kul­mi­niert schon zu Beginn der Nacht und ist ein Pla­net der ers­ten Nacht­hälf­te. Er ver­lang­samt sei­ne Bewe­gung gegen­über dem Stern­him­mel spür­bar und kommt zum Ende des Monats fast zum Still­stand. Die Hel­lig­keit des äußers­ten Pla­ne­ten des Son­nen­sys­tems beträgt 7,9 mag und sein schein­ba­rer Durch­mes­ser 2,5 Bogen­se­kun­den. Im Lau­fe des Monats geht Nep­tun auch immer frü­her unter. Am 1. Okto­ber sinkt Nep­tun um 2:28 Uhr (3:28 Uhr Som­mer­zeit) unter die Hori­zont­li­nie. Am 31. Okto­ber erfolgt der Unter­gang schon zwei Stun­den frü­her.

Der 14 mag hel­le Zwerg­pla­net (134340) Plu­to im Stern­bild Schüt­ze sinkt schon zu Beginn der Nacht unter den Hori­zont.

Helle Kometen und Planetoiden

Komet C/2009 P1 Garradd bewegt sich lang­sam durch den öst­li­chen Teil des Her­ku­les und lässt sich bei Ein­bruch der Dun­kel­heit am Abend­him­mel beob­ach­ten. Mit einer Hel­lig­keit zwi­schen 6,5 und 7 mag ist er schon sehr leicht in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen sicht­bar. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Sicht­bar­keit von Komet Garradd gibt es in einem eige­nen Blog-Arti­kel.

Komet C/2010 X1 Ele­nin soll­te nach sei­nem Peri­hel­durch­gang ab 5. Okto­ber mit 5 mag Hel­lig­keit wie­der am Mor­gen­him­mel sicht­bar wer­den. Beob­ach­tun­gen in den letz­ten August­ta­gen von der Süd­halb­ku­gel aus zeig­ten aber eine immer dif­fu­ser wer­den­de Koma. Mit ziem­li­cher Sicher­heit ist Komet Ele­nin aus­ein­an­der­ge­bro­chen und hat die Son­nen­nä­he nicht über­lebt.

Komet 45P/Hon­da-Mrkos-Paj­du­sa­ko­va ist im Okto­ber im Stern­bild Löwe am Mor­gen­him­mel sicht­bar und wird nun schnell wie­der schwä­cher, so dass er nur noch in grö­ße­ren Tele­sko­pen sicht­bar ist.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres stand Mit­te des Vor­mo­nats in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und bewegt sich vom Wal­fisch kom­mend wei­ter durch den Was­ser­mann. Die Hel­lig­keit des größ­ten Kör­pers des Aste­roi­den­gür­tels geht im Lau­fe des Monats von anfangs 7,8 auf 8,3 mag wie­der um eine hal­be Grö­ßen­klas­se zurück. Damit ist der Him­mels­kör­per aber immer noch in licht­star­ken Fern­glä­sern sicht­bar. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 23:13 Uhr (00:13 Uhr Som­mer­zeit) auf 20:58 Uhr. Am 7. Okto­ber steht der Zwerg­pla­net nur 8 Bogen­mi­nu­ten süd­lich von 106 Aqr (5,2 mag).

(4) Ves­ta bewegt sich durch den Stein­bock und steht zu Beginn des Monats als 6,9 mag hel­les Objekt um 20:09 Uhr (21:09 Uhr Som­mer­zeit) im Süden. Bis zum Ende des Monats geht die Hel­lig­keit wie­der auf 7,5 mag zurück und sie erreicht schon um 18:34 Uhr den Meri­di­an. Durch ihre Hel­lig­keit kann der Aste­ro­id immer noch sehr leicht in Feld­ste­chern auf­ge­spürt wer­den. Am 5. Okto­ber steht Ves­ta nur 2,5 Bogen­mi­nu­ten vom 4,1 mag hel­len Stern Psi Cap ent­fernt.

(15) Euno­mia wan­dert durch den Per­seus und steht zum Monats­an­fang um 3:58 Uhr (4:58 Uhr Som­mer­zeit) im Meri­di­an. Ende des Monats erreicht der Aste­ro­id bereits um 2:00 Uhr die höchs­te Stel­lung im Süden. Die Hel­lig­keit von Euno­mia nimmt leicht zu von anfangs 8,9 auf 8,3 mag. Im nächs­ten Monat steht der Him­mels­kör­per schließ­lich in Oppo­si­ti­on zur Son­ne.

(27) Euter­pe kommt am 4. Okto­ber im Stern­bild Wal­fisch in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,3 mag. Am 21. Okto­ber wech­selt Euter­pe ins Stern­bild Fische und wird zum Ende des Monats wie­der schwä­cher als 10 mag. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Klein­pla­ne­ten ver­frü­hen sich spür­bar von anfangs 00:13 Uhr (1:13 Uhr Som­mer­zeit) auf 21:45 Uhr. Am 21. Okto­ber steht Euter­pe nur 5 Bogen­mi­nu­ten süd­lich des 6,2 mag hel­len Sterns 10 Cet.

Aste­ro­id Nr. 29 Amphi­tri­te wan­dert durch das Stern­bild Wid­der. Die Hel­lig­keit nimmt von 9,5 auf 8,3 mag zu. Am 1. Okto­ber steht Amphi­tri­te um 2:29 Uhr (3:29 Uhr Som­mer­zeit) in ihrer höchs­ten Stel­lung im Süden. Am 31. Okto­ber kul­mi­niert der Klein­pla­net bereits um 00:09 Uhr.

(40) Har­mo­nia bewegt sich durch den Stier und wird zur Mit­te des Monats wie­der hel­ler als 10 mag. Gegen Ende des Monats ist ihre Hel­lig­keit schon auf 9,7 mag ange­stie­gen. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 3:10 Uhr (4:10 Uhr Som­mer­zeit) auf 00:55 Uhr. Am 25. Okto­ber kann man Har­mo­nia nur 5 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich von 5 Tau (4,1 mag) und am 29. Okto­ber 7 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich von SAO 93439 (6,3 mag) auf­spü­ren.

(192) Nau­si­kaa wird in der letz­ten Okto­ber­wo­che wie­der schwä­cher als 10 mag und steht im Stern­bild Was­ser­mann. Anfang Okto­ber erreicht der Aste­ro­id um 21:45 Uhr (22:45 Uhr Som­mer­zeit) den Meri­di­an und Ende Okto­ber schon um 19:52 Uhr. Am Mor­gen des 4. Okto­ber steht Nau­si­kaa nur 9 Bogen­mi­nu­ten süd­lich von Rho Aqr (5,4 mag).

(230) Ant­ha­man­tis bewegt sich durch die Fische und kommt am 23. Okto­ber mit 9,9 mag Hel­lig­keit in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Am 1. Okto­ber steht der Aste­ro­id um 1:23 Uhr (2:23 Uhr Som­mer­zeit) in sei­ner höchs­ten Stel­lung im Süden. Am 31. Okto­ber erreicht Ant­ha­man­tis bereits um 22:56 Uhr den Meri­di­an. Am 17. Okto­ber kann man den Aste­roi­den nur 3 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich vom 5,2 mag hel­len Stern 107 Psc ent­fernt auf­spü­ren.

Am 28. Okto­ber kommt der Amor-Aste­ro­id (1036) Gany­med in eine güns­ti­ge Oppo­si­ti­on zur Son­ne und kann dann mit 8,3 mag Hel­lig­keit im Stern­bild Wid­der auf­ge­fun­den wer­den. Bis zum 10. Okto­ber ist Gany­med noch zir­kum­po­lar und kul­mi­niert als 9,1 mag hel­les Objekt zu Beginn des Monats um 1:08 Uhr (2:08 Uhr Som­mer­zeit). Ende des Monats erfolgt der Meri­diandurch­gang bereits um 23:33 Uhr. Am 11. Okto­ber kann man den Aste­roi­den nur 4,5 Bogen­mi­nu­ten ent­fernt von SAO 55082 (6,3 mag) auf­spü­ren. Am letz­ten Abend im Okto­ber steht (1036) Gany­med nur 1,5 Grad west­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter.

Mete­or­strö­me

Zwi­schen dem 7. und 11. Okto­ber sind die Dra­co­ni­den (auch Gia­co­bi­ni­den genannt) aktiv, des­sen zir­kum­po­la­rer Radi­ant sich etwa 3 Grad öst­lich von Gam­ma Dra­co­nis befin­det. Sie gehen auf den Kome­ten 21P/Gia­co­bi­ni-Zin­ner zurück, der eine Umlauf­zeit von 6,5 Jah­ren besitzt und am 10. Febru­ar 2012 wie­der sein Peri­hel durch­läuft. Das Akti­vi­täts­ma­xi­mum fin­det vor­aus­sicht­lich am Abend des 8. Okto­ber zwi­schen 19 und 23 Uhr statt. Zu die­sem Zeit­punkt steht der Radi­ant gut 60 Grad über dem mit­tel­eu­ro­päi­schen Hori­zont. Die Meteor­häu­fig­keit schwankt recht stark von Jahr zu Jahr, so dass in die­sem Jahr sogar mit einer erhöh­ten Akti­vi­tät von etwa 200 Meteo­ren zu rech­nen ist. Jüngs­te Schät­zun­gen gehen sogar von 600 Meteo­ren aus! Lei­der stört zum Maxi­mums­zeit­punkt der zu 90% beleuch­te­te Mond, so dass am Ende gera­de ein­mal 60 Meteo­re pro Stun­de visu­ell sicht­bar sind. Im Schnitt ist alle 13 Jah­re mit erhöh­ten Fall­ra­ten zu rech­nen: So konn­te im Jah­re 1933 unge­fähr 400 Meteo­re pro Minu­te (!) beob­ach­tet wer­den. Bei den Dra­co­ni­den han­delt es sich um äußerst lang­sa­me Stern­schnup­pen mit einer Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von 20 km/s, so dass sie sich gut von spo­ra­di­schen Meteo­ren unter­schei­den.

Vom 2. Okto­ber bis 7. Novem­ber sind die Orio­ni­den aktiv. Das Akti­vi­täts­ma­xi­mum, mit einer stünd­li­chen Zeni­tra­te von 20 bis 30 Meteo­ren pro Stun­de, fin­det in der Nacht vom 21. auf den 22. Okto­ber zwi­schen Mit­ter­nacht und 5 Uhr mor­gens statt. Der Radi­ant befin­det sich rund 10° nord­öst­lich von Betei­geu­ze. Der zu 30% beleuch­te­te Mond stört die Beob­ach­tung die­ses Stroms nur mäßig. Die Meteor­ra­te schwankt auch bei die­sem Strom recht stark. Im Mit­tel sind 20 bis 30 Meteo­re zu erwar­ten. Im Jahr 2008 wur­den zum Maxi­mums­zeit­punkt sogar 70 Meteo­re regis­triert. Bei den Orio­ni­den han­delt es sich um schnel­le Stern­schnup­pen, die mit einer Geschwin­dig­keit von 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen und oft lan­ge Nach­leucht­spu­ren hin­ter­las­sen. Sie gehen auf den berühm­ten Kome­ten 1P/Halley zurück.

Die Nörd­li­chen und Süd­li­chen Tauri­den kön­nen von Sep­tem­ber bis in den Dezem­ber hin­ein beob­ach­tet wer­den. Die Akti­vi­tät der Süd­li­chen Tauri­den beginnt schon am 10. Sep­tem­ber und endet um den 20. Novem­ber. Das Maxi­mum ist dann am 5. Novem­ber zu erwar­ten. Die Nörd­li­chen Tauri­den sind zwi­schen dem 20. Okto­ber und 10. Dezem­ber aktiv, mit einem Maxi­mum am 12. Novem­ber. Zum Maxi­mums­zeit­punkt sind bei bei­den Teil­strö­men 5 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die mit einer Geschwin­dig­keit von 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Mit­un­ter sind auch hel­le Feu­er­ku­geln zu beob­ach­ten.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. Okto­ber 2011 um 23:00 MESZ

Im Nor­den

Die auf­fäl­li­ge Figur des Gro­ßen Bären hat zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit soeben die unte­re Kul­mi­na­ti­on über dem Nord­ho­ri­zont erreicht. Ver­län­gert man nun die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Gro­ßen Wagens fünf­mal nach oben, fin­det man auch den Polar­stern und damit exakt die Nord­rich­tung. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär des­sen Wagen­kas­ten nun eben­falls lang­sam in Rich­tung Nord­ho­ri­zont hin­ab­steigt. Momen­tan befin­det sich die­ser aber noch auf 7 Uhr Posi­ti­on. Links vom Klei­nen Bären ent­de­cken wir noch das Stern­bild Dra­che mit sei­nem auf­fäl­li­gen rau­ten­för­mi­gen Kopf und ober­halb davon den Kepheus, der gera­de die Zenit­re­gi­on über­schrit­ten hat.
Öst­lich des Kepheus steht das W-för­mi­ge Stern­bild der Kas­sio­peia, die in der nächs­ten Stun­de den Zenit errei­chen wird. Senk­recht dar­un­ter im Nord­os­ten befin­det sich der Per­seus und noch wei­ter süd­li­cher der Fuhr­mann, mit der hel­len Kapel­la. Direkt über dem Nord­ost­ho­ri­zont sind soeben die Zwil­lin­ge auf­ge­gan­gen. Öst­lich die­ser drei Stern­bil­der befin­den sich die unschein­ba­ren Stern­bil­der Giraf­fe und Luchs. Die­se bestehen aber nur aus sehr schwa­chen Ster­nen. Bei guter Hori­zont­sicht und nied­rig im Nord­wes­ten erken­nen wir die Nörd­li­che Kro­ne und noch ein Teil des Stern­bilds Bären­hü­ter.

Im Osten

Bli­cken wir in Rich­tung Osten kön­nen wir schon die ers­ten Stern­bil­der des nahen­den Win­ters beob­ach­ten. Genau im Osten steht Alde­ba­ran, der röt­li­che Haupt­stern des Stiers, mit dem offe­nen Stern­hau­fen der Hya­den. In die­sem Stern­bild steht mit den Ple­ja­den – auch Sie­ben­ge­stirn genannt – noch ein wei­te­rer offe­ner Stern­hau­fen, der sich unge­fähr in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont befin­den. Unter­halb des Stiers geht soeben das Win­ter­stern­bild Ori­on auf. Nied­rig im Nord­os­ten ent­de­cken wir auch die Zwil­lin­ge mit den bei­den mar­kan­ten Stern­ket­ten, an des­sen Enden sich die bei­den hel­len Haupt­ster­ne Kas­tor und Pol­lux befin­den. Ober­halb der Zwil­lin­ge steht der Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la. Dar­über befin­det sich der Per­seus und noch wei­ter in Rich­tung Zenit­re­gi­on das Him­mels-W die Kas­sio­peia.
Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Ost­punk­tes und hoch im Süd­os­ten steht das Stern­bild Andro­me­da. Unter­halb der Andro­me­da ent­de­cken wir das Nörd­li­che Drei­eck, den Wid­der und ein Teil der Fische. Dar­un­ter schließt sich noch der Wal­fisch an. In die­ser Him­mels­re­gi­on befin­det sich auch das zur­zeit auf­fäl­ligs­te Objekt am Nacht­him­mel: Der gelb­lich leuch­ten­de Rie­sen­pla­net Jupi­ter. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont sind schon die ers­ten Ster­ne des Flus­ses Eri­da­nus über dem Hori­zont erschie­nen.

Im Süden

Der gesam­te Süd­him­mel wird nun kom­plett vom mäch­ti­gen Pega­sus domi­niert. Der lin­ke obe­re Kas­tens­tern des Pega­sus­qua­drats gehört aber nicht mehr zu die­sem Stern­bild, son­dern zur Andro­me­da. In einer dunk­len mond­schein­lo­sen Nacht soll­te hier auch ein läng­li­cher Nebel­fleck erkenn­bar sein. Hier­bei han­delt es sich um das am wei­tes­ten ent­fern­te Objekt, was man noch mit blo­ßem Auge erken­nen kann: Die Andro­me­da­ga­la­xie in 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­ren Ent­fer­nung. Es ist die nächst grö­ße­re Nach­bar­ga­la­xie und eine Schwes­ter unse­res eige­nen Milch­stra­ßen­sys­tems. Unter­halb der Andro­me­da befin­den sich die Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der.
Viel auf­fäl­li­ger in die­ser Him­mels­re­gi­on sticht aber der Rie­sen­pla­net Jupi­ter her­vor, der sich momen­tan in mitt­le­rer Höhe im Süd­os­ten auf­hält. West­lich davon und unter­halb von Andro­me­da und Pega­sus befin­den sich die Fische. Ein Teil die­ses Stern­bilds hat soeben die höchs­te Stel­lung im Süden erreicht. Unter­halb der Fische ent­de­cken wir noch den Wal­fisch und west­lich davon das eher unschein­ba­re Stern­bild Was­ser­mann. Bei guter Hori­zont­sicht soll­te Fomal­haut, der hel­le Haupt­stern des Süd­li­chen Fisches, erkenn­bar sein, der vor kur­zem den Meri­di­an über­schrit­ten hat. Nied­rig im Süd­wes­ten befin­det sich noch das unschein­ba­re Stern­bild Stein­bock über dem Hori­zont.

Im Wes­ten

So lang­sam ver­schwin­den nun auch die letz­ten Som­mer­stern­bil­der von der Him­mels­büh­ne. Genau in mitt­le­rer Höhe im Wes­ten steht das Som­mer­drei­eck, das aus den hel­len Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler gebil­det wird. Deneb befin­det sich dabei von allen drei Ster­nen noch am höchs­ten über dem Hori­zont. Ober­halb des Adlers erken­nen wir nach­ein­an­der die deut­lich klei­ne­ren und eher unauf­fäl­li­gen Stern­bil­der Fül­len, Del­phin, Pfeil und Füchs­chen. Die hel­le Som­mer­milch­stra­ße ver­läuft inmit­ten die­ser Stern­bil­der senk­recht in Rich­tung West­ho­ri­zont her­ab. In Rich­tung Zenit erken­nen wir die unschein­ba­re Eidech­se sowie das Stern­bild Kepheus.
Noch hoch im Nord­wes­ten steht der mäch­ti­ge Dra­che, der jetzt im Lau­fe der Nacht immer wei­ter in Rich­tung Nord­west­ho­ri­zont hin­ab­stei­gen wird. Unter­halb sei­nes auf­fäl­li­gen rau­ten­för­mi­gen Kop­fes befin­det sich das Stern­bild Her­ku­les und noch wei­ter dar­un­ter das Halb­rund der Nörd­li­chen Kro­ne kurz vor ihrem Unter­gang.

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