Der Sternhimmel im Monat September 2011

Der Lauf des Mondes

Am 1. Sep­tem­ber kön­nen wir die 4 Tage alte Mond­si­chel tief im Süd­wes­ten in der hel­len Abend­däm­me­rung beob­ach­ten. Die Sicht­be­din­gun­gen sind aller­dings etwas schwie­rig, da die Eklip­tik im Herbst sehr flach am Abend­him­mel ver­läuft. 16 Grad west­lich des Mon­des kann noch der Ring­pla­net Saturn mit Hil­fe eines Feld­ste­chers auf­ge­fun­den wer­den. Am 3. und 4. Sep­tem­ber hält sich unser Erd­tra­bant in der Nähe von Ant­ares im Stern­bild Skor­pi­on auf. Danach wan­dert der Mond wei­ter durch die Stern­bil­der Schüt­ze, Stein­bock und Was­ser­mann, bis am 12. Sep­tem­ber im Stern­bild Fische die Voll­mond­pha­se erreicht ist.
In den Tagen nach dem Sep­tem­ber-Voll­mond wird der Erd­tra­bant lang­sam aber sicher ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 15. und 16. Sep­tem­ber begeg­net der Mond den Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter im Stern­bild Wid­der. Der gegen­sei­ti­ge Abstand der bei­den Him­mels­kör­per beträgt am 15. etwas mehr als 10 Grad und am 16. sogar nur 4 Grad. In der Nacht vom 17. auf den 18. Sep­tem­ber befin­det er sich dann rund 3 Grad süd­lich der Ple­ja­den im Stier. Der abneh­men­de Mond wan­dert danach wei­ter durch den Stier und das Stern­bild Zwil­lin­ge, und steht am Mor­gen des 23. Sep­tem­ber nur 5 Grad süd­lich vom Pla­ne­ten Mars im Stern­bild Krebs. Am 25. Sep­tem­ber kön­nen wir die schma­le Mond­si­chel in der Nähe von Regu­lus im Löwen auf­spü­ren. Am 26. Sep­tem­ber, nur 31 Stun­den vor Neu­mond, kann sie dann zum letz­ten Mal tief über dem öst­li­chen Hori­zont auf­ge­fun­den wer­den. Am letz­ten Tag des Monats taucht die nur drei Tage alte Mond­si­chel wie­der tief im Süd­wes­ten am Abend­him­mel auf.

Die Planeten

Der inners­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Mer­kur erreicht am 3. Sep­tem­ber mit 18° 07′ eine größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Auf­grund der steil auf­ra­gen­den Eklip­tik am Mor­gen­him­mel, kommt es in der ers­ten Sep­tem­ber­hälf­te zu einer rela­tiv guten Mor­gen­sicht­bar­keit des Pla­ne­ten. Die bes­ten Tage, um Mer­kur auf­zu­su­chen, lie­gen zwi­schen dem 4. und 9. Sep­tem­ber. Am 1. Sep­tem­ber geht der 0,1 mag hel­le Mer­kur um 4:37 Uhr Som­mer­zeit auf. Unge­fähr 20 Minu­ten spä­ter kann man ver­su­chen, ihn dicht über dem Ost­ho­ri­zont zu ent­de­cken. Am 4. Sep­tem­ber ist das 7 Bogen­se­kun­den gro­ße Mer­kur­scheib­chen zur Hälf­te beleuch­tet. Die Dicho­to­mie tritt ein. Danach wird Mer­kur merk­lich rund­li­cher und klei­ner. Am 9. Sep­tem­ber kommt es zu einer engen Annä­he­rung des Pla­ne­ten an Regu­lus, dem Haupt­stern des Löwen. Der gegen­sei­ti­ge Abstand beträgt dann nur 0,7 Grad. Bis zum 10. Sep­tem­ber ver­spä­ten sich die Mer­kur­auf­gän­ge des nun -1 mag hel­len Pla­ne­ten auf 4:57 Uhr. Am 16. kann man ihn dann ver­mut­lich zum letz­ten Mal sich­ten, wenn er nun­mehr -1,2 mag hell um 4:32 Uhr über der öst­li­chen Hori­zont­li­nie erscheint. Danach wird Mer­kur unsicht­bar und erreicht am 28. Sep­tem­ber schließ­lich die unte­re Kon­junk­ti­on zur Son­ne.

Venus stand Mit­te August in obe­rer Kon­junk­ti­on zur Son­ne und steht noch zu dicht am Tages­ge­stirn. Des­halb bleibt unser Schwes­ter­pla­net auch in die­sem Monat unsicht­bar.

Mars ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und wech­selt ab Mit­te des Monats vom Stern­bild Zwil­lin­ge in den Krebs. Mit eine Hel­lig­keit von 1,3 mag und gut 5 Bogen­se­kun­den schein­ba­ren Durch­mes­sers ist er aber immer noch kein attrak­ti­ves Objekt für das Fern­rohr. Am 10. Sep­tem­ber steht der rote Pla­net rund 6 Grad süd­lich von Pol­lux in den Zwil­lin­gen. Zusam­men mit Cas­tor bil­det Mars eine auf­fäl­li­ge gera­de Linie. Zum Monats­en­de erreicht der Pla­net auch den offe­nen Stern­hau­fen Pra­e­se­pe (M 44) im Krebs. Die Auf­gän­ge ver­frü­hen sich unwe­sent­lich von anfangs 1:32 Uhr auf 1:15 Uhr Som­mer­zeit.

Jupi­ter, rück­läu­fig im Stern­bild Wid­der, ist neben dem Mond das auf­fäl­ligs­te Objekt am Nacht­him­mel. Er steht Ende Okto­ber in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist in die­sem Monat schon die gesam­te Nacht über sicht­bar. Sein schein­ba­rer Durch­mes­ser und sei­ne Hel­lig­keit stei­gen bis zum Ende des Monats auf 48 Bogen­se­kun­den und -2,9 mag leicht an. Am 16. Sep­tem­ber gesellt sich auch der abneh­men­de Mond zu Jupi­ter und steht dann knapp 5 Grad nörd­lich vom Pla­ne­ten. Am 1. Sep­tem­ber geht Jupi­ter um 21:39 Uhr Som­mer­zeit auf. Ende Sep­tem­ber über­schrei­tet der Rie­sen­pla­net bereits um 19:43 Uhr die öst­li­che Hori­zont­li­nie – rund eine Stun­de nach Son­nen­un­ter­gang.

Saturn, im Stern­bild Jung­frau, hat sich vom Abend­him­mel ver­ab­schie­det, nähert sich sei­ner Kon­junk­ti­on mit der Son­ne im Okto­ber und bleibt den gesam­ten Monat über unbe­ob­acht­bar.

Ura­nus, im Stern­bild Fische, steht am 25. Sep­tem­ber in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 5,7 mag. Damit ist der Pla­net unter einem kla­ren dunk­len Land­him­mel schon mit blo­ßem Auge sicht­bar und am bes­ten gegen Mit­ter­nacht zu beob­ach­ten. Im Tele­skop erkennt man aber nur ein 3,6 Bogen­se­kun­den gro­ßes bläu­lich­grü­nes Scheib­chen ohne wei­te­rer Details. Die Auf­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 20:29 Uhr auf 18:33 Uhr. Am Oppo­si­ti­ons­tag geht Ura­nus um 18:49 Uhr auf und erreicht um 00:53 Uhr Som­mer­zeit den Meri­di­an. Sein Unter­gang erfolgt um 7:02 Uhr. Die Ent­fer­nung zur Erde beträgt 2,854 Mrd. Kilo­me­ter bzw. 19,03 AE.

Nep­tun, im Stern­bild Was­ser­mann, stand im Vor­mo­nat in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Er ist ein Pla­net der ers­ten Nacht­hälf­te und steht schon vor Mit­ter­nacht im Süden. Im Lau­fe des Monats zieht er sich auch immer mehr aus der zwei­ten Nacht­hälf­te zurück. Geht Nep­tun am 1. des Monats um 5:31 Uhr Som­mer­zeit unter, erfolgt sein Unter­gang gegen Ende des Monats bereits zwei Stun­den frü­her. Im Tele­skop erkennt man ein nur 7,8 mag hel­les und gera­de ein­mal 2,5 Bogen­se­kun­den gro­ßes grün­li­ches Scheib­chen.

Der 14 mag hel­le Zwerg­pla­net (134340) Plu­to im Stern­bild Schüt­ze kul­mi­niert bereits vor Beginn der Nacht.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2009 P1 Garradd lässt sich als 7 mag hel­les Objekt güns­tig am Abend­him­mel beob­ach­ten und zieht vom Stern­bild Pfeil und Füchs­chen kom­mend ab Mit­te Sep­tem­ber in den Her­ku­les. Durch sei­ne Hel­lig­keit ist er in jedem Fern­glas und Tele­skop ein auf­fäl­li­ges Objekt. Auch für Astro­fo­to­gra­fen inter­es­sant, ist die Pas­sa­ge des Klei­der­bü­gel­hau­fens Coll­in­der 399 vom 1. bis 5. September.Weitere Infor­ma­tio­nen zur Sicht­bar­keit von Komet Garradd gibt es in einem eige­nen Blog-Arti­kel.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 45P/Hon­da-Mrkos-Paj­du­sa­ko­va lässt sich even­tu­ell ab dem 20. Sep­tem­ber am Mor­gen­him­mel im Stern­bild Löwe auf­fin­den. Mit rund 8 mag Hel­lig­keit ist er schon leicht in klei­nen Tele­sko­pen sicht­bar.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres erreicht am 16. Sep­tem­ber die Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Mit einer Oppo­si­ti­ons­hel­lig­keit von 7,7 mag ist der Him­mels­kör­per schon sehr leicht in klei­nen Fern­glä­sern erkenn­bar. Am 22. Sep­tem­ber wech­selt der Zwerg­pla­net vom Stern­bild Wal­fisch in den Was­ser­mann. Anfang Sep­tem­ber steht Ceres um 2:39 Uhr im Meri­di­an. Ende Sep­tem­ber erreicht er bereits um 00:17 Uhr Som­mer­zeit sei­nen höchs­ten Punkt im Süden. In den Mor­gen­stun­den des 4. Sep­tem­ber befin­det sich Ceres nur 0,5 Grad von 6 Cet (4,9 mag) ent­fernt.

(2) Pal­las wird ab dem zwei­ten Monats­drit­tel wie­der schwä­cher als 10 mag und bewegt sich durch das Stern­bild Adler. Er wird sta­tio­när und been­det sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Anfang des Monats, noch 9,7 mag hell, erreicht der Pla­ne­to­id um 21:59 Uhr den Meri­di­an. Ende des Monats steht er schon um 20:05 Uhr Som­mer­zeit im Süden. Am 4. Sep­tem­ber kann man Pal­las 4 Bogen­mi­nu­ten von SAO 105032 (6,7 mag) ent­fernt auf­fin­den.

Der hells­te Aste­ro­id des Haupt­gür­tels (4) Ves­ta stand im Vor­mo­nat in Oppo­si­ti­on und kann im Stern­bild Stein­bock auf­ge­fun­den wer­den. Am 18. Sep­tem­ber wird der Aste­ro­id sta­tio­när und eilt dann recht­läu­fig durch den Stein­bock. Der Umkehr­punkt der Bewe­gung liegt in der Nähe der bei­den Ster­ne Psi und Ome­ga Capri­cor­ni. Am 1. Sep­tem­ber kul­mi­niert Ves­ta um 23:08 Uhr. Die Hel­lig­keit sinkt im Lau­fe des Monats von anfangs 6,2 auf nun­mehr 6,9 mag ab. Am letz­ten Tag des Monats steht Ves­ta bereits um 21:12 Uhr Som­mer­zeit im Meri­di­an.

Aste­ro­id Nr. 15 Euno­mia bewegt sich durch den Per­seus. Die Hel­lig­keit steigt um eine hal­be Grö­ßen­klas­se von 9,4 auf 8,6 mag. Die Auf­gän­ge des Aste­roi­den ver­frü­hen sich von anfangs 20:17 Uhr auf 17:27 Uhr Som­mer­zeit.

(27) Euter­pe wird Mit­te des Monats wie­der hel­ler als 10 mag und bewegt sich am 21. Sep­tem­ber vom Stern­bild Fische kom­mend in den Wal­fisch. Am 1. Sep­tem­ber erreicht Euter­pe um 3:31 Uhr den Meri­di­an. Am 30. Sep­tem­ber, nun schon 9,5 mag hell, kul­mi­niert der Aste­ro­id bereits um 1:18 Uhr Som­mer­zeit.

(29) Amphi­tri­te kann im Stern­bild Wid­der auf­ge­fun­den wer­den und wird ab dem 10. Sep­tem­ber wie­der hel­ler als 10 mag. Der Aste­ro­id erreicht zu Beginn des Monats um 5:24 Uhr sei­nen höchs­ten Punkt. Ende des Monats steht die nun 9,5 mag hel­le Amphi­tri­te schon um 3:34 Uhr Som­mer­zeit im Süden.

(192) Nau­si­kaa kommt am 2. Sep­tem­ber im Stern­bild Was­ser­mann in eine güns­ti­ge Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 8,3 mag. Damit ist sie schon in klei­nen Tele­sko­pen oder licht­star­ken Fern­glä­sern sicht­bar. Ende des Monats beträgt die Hel­lig­keit wie­der 9,3 mag. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 1:12 Uhr auf 22:49 Uhr Som­mer­zeit.

Der Armor-Aste­ro­id (1036) Gany­med ist den gan­zen Monat über zir­kum­po­lar und wan­dert von der Kas­sio­peia kom­mend durch den Per­seus und die Andro­me­da. Die Hel­lig­keit steigt um eine gan­ze Grö­ßen­klas­se von anfangs 10,1 auf 9,1 mag zum Monats­en­de. Am 1. Sep­tem­ber steht Gany­med um 2:33 Uhr im Süden. Am 30. Sep­tem­ber kul­mi­niert der Aste­ro­id bereits um 2:10 Uhr Som­mer­zeit. Am 14. Sep­tem­ber befin­det sich Gany­med nur 6 Bogen­mi­nu­ten öst­lich von Gam­ma Cas (2,5 mag) ent­fernt.

Meteorströme

Vom 25. August bis zum 8. Sep­tem­ber sind die Alpha-Auri­gi­den aktiv, mit einem Maxi­mum in den hel­len Tag­stun­den des 1. Sep­tem­ber. Die dün­ne zuneh­men­de Mond­si­chel wird die Beob­ach­tung die­ses Meteo­stroms nicht stö­ren. Der Radi­ant befin­det sich in der Nähe von Kapel­la im Fuhr­mann. Im Schnitt sind aber nur 5 bis 10 Meteo­re pro Stun­de zu erwar­ten, die mit hohen Geschwin­dig­kei­ten von 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Im Jahr 2007 gab es einen kur­zen Akti­vi­täts­aus­bruch, der sogar vor­her­ge­sagt wur­de, mit kor­ri­gier­ten Raten von über 130 Meteo­ren pro Stun­de wäh­rend eines Zeit­raums von 45 Minu­ten. Die Alpha-Auri­gi­den gehen auf den Kome­ten C/1911 N1 Kiess zurück, der eine Umlauf­zeit von rund 2500 Jah­ren besitzt.

Zwi­schen dem 5. und 17. Sep­tem­ber sind die Sep­tem­ber-Per­sei­den aktiv. Das Maxi­mum lässt sich in der Nacht vom 9. auf den 10. Sep­tem­ber beob­ach­ten, wenn in den Stun­den vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung der zuneh­men­de Mond bereits unter­ge­gan­gen ist. Das Maxi­mum ist nicht sehr aus­ge­prägt, da im Schnitt nur 5 Meteo­ren pro Stun­de sicht­bar sind. Die Teil­chen sind aber mit 64 km/s sehr schnell. Im Jahr 2008 wur­de eine deut­lich höhe­re Akti­vi­tät mit einer Viel­zahl von sehr hel­len Meteo­ren regis­triert.

Die Del­ta-Auri­gi­den sind ein rela­tiv neu­er Strom, der frü­her mit den Sep­tem­ber-Per­sei­den als gemein­sa­mer Mete­or­strom betrach­tet wur­de. Der Strom ist ab 5. Sep­tem­ber bis zum 10. Okto­ber aktiv, mit einem gerin­gen Maxi­mum von 3 bis 5 Stern­schnup­pen pro Stun­de um den 8. Sep­tem­ber. Die Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit der Teil­chen ist mit 60 km/s ähn­lich hoch wie die der Alpha-Auri­gi­den.

Die Meteo­re der Ant­he­lionquel­le kom­men in die­sem Monat aus dem Stern­bild Fische. Mit ihrer rela­tiv nied­ri­gen Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von 30 km/s las­sen sie sich recht gut von den in die­sem Monat sicht­ba­ren Stern­schnup­pen ande­rer Strö­me unter­schei­den.

Der auf den peri­odi­schen Kome­ten 2P/Encke zurück­ge­hen­de Tauri­den­strom ist vom letz­ten Sep­tem­ber­drit­tel bis Ende Novem­ber hin­ein aktiv. Die Meteo­re besit­zen eine Geschwin­dig­keit von 30 km/s und erschei­nen des­halb sehr lang­sam. Man unter­schei­det die Süd­li­chen Tauri­den und die Nörd­li­chen Tauri­den.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. Sep­tem­ber 2011 um 23:00 MESZ

Im Nor­den

Die bekann­te Figur des Gro­ßen Wagens, ein Teil des Stern­bilds Gro­ßer Bär; hat zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit schon fast sei­ne nied­rigs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont erreicht. Den Polar­stern fin­det man, indem man die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne 5 Mal nach oben hin ver­län­gert. Damit hat man dann exakt die Nord­rich­tung gefun­den. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun auf 9 Uhr Posi­ti­on befin­det und der im Lau­fe der Nacht wei­ter hin­ab­stei­gen wird. Wei­ter west­lich erkennt man auch den Dra­chen, der sich um den Klei­nen Bären her­um win­det. Sein ein­präg­sa­mer rau­ten­för­mi­ger Kopf befin­det sich immer noch hoch im Nord­wes­ten.
Ober­halb des Klei­nen Bären hat das Stern­bild Kepheus nun sei­ne höchs­te Stel­lung im Zenit erreicht. Rechts neben die­sem Stern­bild im Nord­os­ten steigt auch die Kas­sio­peia lang­sam immer höher. Recht nied­rig im Nord­os­ten erken­nen wir auch Kapel­la, im nun voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen Stern­bild Fuhr­mann. Zwi­schen Fuhr­mann und Gro­ßer Bär gele­gen befin­det sich noch der unschein­ba­re Luchs. Sei­ne schwa­chen Ster­ne sind hier in Hori­zont­nä­he aber kaum aus­zu­ma­chen. Schwie­rig ist auch die Giraf­fe, die sich in mitt­le­rer Höhe zwi­schen Fuhr­mann und Klei­ner Bär befin­det.

Im Osten

Der Osten wird nun nahe­zu voll­stän­dig von den Herbst­stern­bil­dern domi­niert. In gro­ßer Höhe im Süd­os­ten steht das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat. Öst­lich davon schließt sich die Andro­me­da an, in der man unter einem rela­tiv dunk­len Him­mel und ohne Mond­schein die Andro­me­da­ga­la­xie, die nächst grö­ße­re Nach­bar­ga­la­xie der Milch­stra­ße, als läng­li­chen Nebel­fleck erken­nen kann. Unter­halb der Stern­bil­der Pega­sus und Andro­me­da befin­den sich die schwa­chen Ster­ne der Fische. Dar­un­ter hat soeben der Wal­fisch die Hori­zont­li­nie über­schrit­ten. Öst­lich der Fische ent­de­cken wir noch das Nörd­li­che Drei­eck und den Wid­der. Im Stern­bild Wid­der befin­det sich zur­zeit der Rie­sen­pla­net Jupi­ter, der in die­ser Regi­on mit Abstand das auf­fäl­ligs­te Objekt am Him­mel ist.
In gro­ßer Höhe im Nord­os­ten fällt die Kas­sio­peia auf, die im Volks­mund auch als “Him­mels-W” bezeich­net wird. Unter­halb der Kas­sio­peia steht der Per­seus und noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont ein Teil des Stiers, mit dem offe­nen Stern­hau­fen der Ple­ja­den. Bei guter Hori­zont­sicht erkennt man mit Alde­ba­ran aber schon den hel­len und röt­lich leuch­ten­den Haupt­stern die­ses Stern­bilds. Sehr nied­rig im Nord­os­ten ent­de­cken wir noch den Fuhr­mann mit der hell leuch­ten­den Kapel­la.

Im Süden

Hoch im Süd­wes­ten erken­nen wir das Som­mer­drei­eck, wel­ches aus den hel­len Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler gebil­det wird. Dar­un­ter steht das unschein­ba­re Stern­bild Schild sowie der Schüt­ze, der gera­de am Unter­ge­hen ist.
Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Meri­di­ans ent­de­cken wir das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat. Zwi­schen dem Kopf des Pega­sus und dem Som­mer­drei­eck kön­nen wir die deut­lich klei­ne­ren Stern­bil­der Fül­len, Del­phin, Pfeil und Füchs­chen auf­fin­den, die sich wie auf einer ima­gi­nä­ren Ket­te nach­ein­an­der auf­rei­hen. Unter­halb des Pega­sus erkennt man einen Teil der Fische und den Was­ser­mann, der in der nächs­ten hal­ben Stun­de in sei­ner höchs­ten Stel­lung im Süden steht. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont befin­det sich der nur aus schwä­che­ren Ster­nen bestehen­de Stein­bock, der den Meri­di­an gera­de über­schrit­ten hat. Bei guter Hori­zont­sicht soll­te im Süd­os­ten noch der hel­le Stern Fomal­haut im Süd­li­chen Fisch erkenn­bar sein.

Im Wes­ten

Hoch im Süd­wes­ten erken­nen wir das auf­fäl­li­ge Som­mer­drei­eck. Zwi­schen Schwan, der auch als Kreuz des Nor­dens bezeich­net wird, und Adler ent­de­cken wir die klei­nen Stern­bil­der Pfeil und Füchs­chen. Die hel­le Som­mer­milch­stra­ße ver­läuft in die­sen Stern­bil­dern zum süd­west­li­chen Hori­zont her­ab.
West­lich vom ein­präg­sa­men Som­mer­drei­eck gele­gen ent­de­cken wir den Dra­chen. Dar­un­ter sinkt das Stern­bild Her­ku­les nun eben­falls wie­der in Rich­tung Hori­zont. Hier soll­te unter einem dunk­len Him­mel noch der Kugel­stern­hau­fen M 13 als nebe­li­ger Fleck erkenn­bar sein. Über dem west­li­chen Hori­zont ste­hen ein Teil des Schlan­gen­trä­gers mit der Schlan­ge sowie das Halb­rund der Nörd­li­chen Kro­ne. Rechts dane­ben berei­tet sich gera­de der Bären­hü­ter für sei­nen Unter­gang vor. Sein hel­ler und oran­ge erschei­nen­der Haupt­stern Ark­tur berührt dabei schon fast den Hori­zont.

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