Der Sternhimmel im Monat Dezember 2011

Der Lauf des Mondes

Am 2. Dezem­ber steht der zuneh­men­de Halb­mond im Stern­bild Was­ser­mann. Danach bewegt sich der Mond wei­ter durch die Fische und begeg­net am 6. Dezem­ber dem Jupi­ter im Stern­bild Wid­der. Dabei befin­det er sich knapp 4 Grad nörd­lich vom Rie­sen­pla­ne­ten. Nur zwei Aben­de spä­ter kön­nen wir unse­ren Erd­tra­ban­ten in der Nähe des offe­nen Stern­hau­fens der Ple­ja­den auf­spü­ren. Am 9. Dezem­ber befin­det er sich dann nörd­lich der Hya­den und Alde­ba­ran im Stier. Am 10. Dezem­ber ist dann schließ­lich die Voll­mond­pha­se erreicht und wir kön­nen bei Mond­auf­gang die par­ti­el­le Aus­tritts­pha­se einer tota­len Mond­fins­ter­nis beob­ach­ten.
Nach der Voll­mond­nacht bewegt sich der Mond wei­ter durch die Zwil­lin­ge. Am 13. Dezem­ber kön­nen wir unse­ren stil­len Beglei­ter im Stern­bild Krebs auf­fin­den. Danach wird der Mond mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am Mor­gen des 16. Dezem­ber steht er rund 6 Grad süd­lich von Regu­lus im Löwen. Am 17. Dezem­ber steht er rund 8 Grad süd­lich vom Mars und einen Mor­gen spä­ter hat der Mond bereits den Pla­ne­ten Mars hin­ter sich gelas­sen. Am Mor­gen des 20. Dezem­ber bil­det er dann zusam­men mit Saturn und Spi­ca in der Jung­frau ein enges Drei­eck. Danach wan­dert er durch die Waa­ge. Die immer schma­ler wer­den­de Sichel kön­nen wir dann in der Mor­gen­däm­me­rung des 23. Dezem­ber, knapp 36 Stun­den vor Neu­mond, zum letz­ten Mal auf­ge­hen sehen. Knapp 4 Grad nörd­lich unse­res Erd­tra­ban­ten befin­det sich auch der inners­te Pla­net Mer­kur. Neu­mond ist schließ­lich zu Hei­lig­abend. 
Erst am 26. Dezem­ber kön­nen wir wie­der die schma­le Sichel des zuneh­men­den Mon­des tief über dem süd­west­li­chen Hori­zont und in der Nähe der Venus ent­de­cken. Nur einen Abend spä­ter befin­det sich die Sichel etwas mehr als 6,5 Grad nörd­lich des Abend­sterns. Danach wan­dert der Mond wei­ter durch den Was­ser­mann und steht am letz­ten Tag des Jah­res in den Fischen.

Die Planeten

Mer­kur steht am 4. Dezem­ber in unte­rer Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und ist zuerst nicht sicht­bar, ent­fernt sich aber schnell rück­läu­fig von ihr. Am 23. Dezem­ber erreicht der inners­te Pla­net des Son­nen­sys­tems mit 21°41′ dann sei­ne größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on, so dass Mer­kur ab der zwei­ten Monats­hälf­te tief im Süd­os­ten in der Mor­gen­däm­me­rung sicht­bar wird. Dabei hat der flin­ke Pla­net nur einen Höhen­vor­sprung von gera­de ein­mal 13 Grad zur Son­ne. Vom 17. bis 25. Dezem­ber kann Mer­kur leicht mit blo­ßem Auge auf­ge­spürt wer­den. Am 13. Dezem­ber geht der 0,5 mag hel­le Pla­net um 6:23 Uhr auf und kann dann ab 7 Uhr dicht über dem süd­öst­li­chen Hori­zont beob­ach­te­te wer­den. Bis zum 23. Dezem­ber, jetzt -0,4 mag hell, ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge um 8 Minu­ten. Nach dem 25. Dezem­ber wird es zuneh­mend schwie­rig, den flin­ken Pla­ne­ten auf­zu­spü­ren. Bis zum Jah­res­en­de ver­spä­ten sich sei­ne Auf­gän­ge schließ­lich auf 6:38 Uhr. Die Hel­lig­keit bleibt mit -0,4 mag kon­stant. Zu Beginn des neu­en Jah­res ver­schwin­det er dann schließ­lich vom Mor­gen­him­mel. Am 18. Dezem­ber sehen wir Mer­kur als 7,3 Bogen­se­kun­den gro­ßen Scheib­chen zur Hälf­te beleuch­tet. Bis zum Ende des Jah­res schrumpft der Durch­mes­ser auf 5,7 Bogen­se­kun­den. Am 22. Dezem­ber zieht Mer­kur nur 7 Grad nörd­lich an Ant­ares im Skor­pi­on vor­bei. Am 23. Dezem­ber gesellt sich die Sichel des abneh­men­den Mon­des zu Mer­kur, wenn sie knapp 4 Grad süd­lich des Pla­ne­ten steht.

Venus gewinnt nur lang­sam nörd­li­che Dekli­na­tio­nen und baut ihre Abend­sicht­bar­keit nur zöger­lich aus, so dass sie nur recht tief am süd­west­li­chen Abend­him­mel beob­ach­tet wer­den kann. Am 20. Dezem­ber wech­selt sie vom Schüt­zen in den Stein­bock. Die Venus­hel­lig­keit steigt von -3,8 mag auf -4,0 mag bis zum Ende des Jah­res nur leicht an. Im Tele­skop erkennt man ein 13 Bogen­se­kun­den gro­ßes Scheib­chen, was zu 83% beleuch­tet ist. Ihre Unter­gän­ge ver­spä­ten sich von anfangs 17:33 Uhr auf 18:54 Uhr zum Jah­res­en­de.

Unser roter Nach­bar­pla­net Mars ist nach wie vor in der zwei­ten Nacht­hälf­te sicht­bar, geht aber schon vor Mit­ter­nacht auf. Er bewegt sich wei­ter recht­läu­fig durch das Stern­bild Löwe und ent­fernt sich dabei immer lang­sa­mer wer­dend von des­sen Haupt­stern Regu­lus in öst­li­cher Rich­tung. Die Hel­lig­keit steigt von anfangs 0,8 mag auf 0,2 mag deut­lich an. Auch sein schein­ba­rer Durch­mes­ser wächst von anfangs 7 auf 9 Bogen­se­kun­den zum Jah­res­en­de. Damit wird Mars lang­sam aber sicher ein auf­fäl­li­ges Gestirn am Nacht­him­mel. Aller­dings erreicht er sei­ne Oppo­si­ti­on erst Anfang März 2012. Am 1. Dezem­ber geht Mars um 23:16 Uhr auf. Bis Sil­ves­ter ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge um eine Stun­de.

Jupi­ter ist immer noch ein attrak­ti­ves Objekt der ers­ten Nacht­hälf­te und wan­dert am 5. Dezem­ber rück­läu­fig vom Stern­bild Wid­der kom­mend in die Fische. Am 26. Dezem­ber kommt Jupi­ter schließ­lich zum Still­stand. Anschlie­ßend wan­dert er wie­der recht­läu­fig durch den Tier­kreis. Damit endet auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Außer­dem erreicht der Rie­sen­pla­net schon zu Beginn der Nacht sei­ne Kul­mi­na­ti­on. Die Hel­lig­keit geht leicht um 0,2 mag zurück und beträgt am Ende des Monats -2,6 mag. Auch der Äqua­tor­durch­mes­ser schrumpft auf nur noch 43 Bogen­se­kun­den. Zu Beginn des Monats ver­schwin­det der Rie­sen­pla­net um 4:24 Uhr unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Am 31. Dezem­ber geht Jupi­ter bereits um 2:21 Uhr unter.

Saturn, recht­läu­fig im Stern­bild Jung­frau, ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und steht in der Nähe des Haupt­sterns Spi­ca. Zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung befin­det sich Saturn schon 20 bis 30 Grad hoch im Süd­os­ten. Die Hel­lig­keit beträgt 0,7 mag, sein Durch­mes­ser 37 Bogen­se­kun­den und die Ring­öff­nung gut 15 Grad. Der Ring­pla­net geht im Lau­fe des Monats auch immer frü­her auf. Zu Beginn des Mon­des erscheint er um 3:41 Uhr und Ende Dezem­ber schon um 1:57 Uhr über der öst­li­chen Hori­zont­li­nie. Am Mor­gen des 20. Dezem­ber befin­det sich dann die Sichel des abneh­men­den Mon­des in der Nähe von Saturn und Spi­ca.

Ura­nus wird am 10. Dezem­ber in den Fischen sta­tio­när und bewegt sich dann wie­der recht­läu­fig durch die Fische. Damit endet auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Er ist am bes­ten noch zu Beginn der Nacht in Rich­tung Süden zu beob­ach­ten. Sei­ne Hel­lig­keit sinkt leicht auf 5,9 mag. Der schein­ba­re Äqua­tor­durch­mes­ser beträgt nur 3,4 Bogen­se­kun­den. Bis zum Ende des Monats geht Ura­nus schon vor Mit­ter­nacht unter. Am 1. Dezem­ber sinkt er um 1:32 Uhr unter die Hori­zont­li­nie und am Ende des Jah­res schon zwei Stun­den frü­her.

Nep­tun bewegt sich recht­läu­fig durch den Was­ser­mann und ver­ab­schie­det sich im Dezem­ber vom Abend­him­mel. Lei­der befin­det er sich bei Ein­bruch der Dun­kel­heit schon recht tief im Süd­wes­ten, so dass es immer schwie­ri­ger wird, den äuße­ren Pla­ne­ten des Son­nen­sys­tems auf­zu­spü­ren. Nur Anfang Dezem­ber lässt er sich noch in der frü­hen Abend­däm­me­rung sich­ten. Die Hel­lig­keit beträgt 7,9 mag und sein schein­ba­rer Durch­mes­ser 2,2 Bogen­se­kun­den. Sei­ne Unter­gangs­zei­ten ver­frü­hen sich dras­tisch von anfangs 22:23 Uhr auf 20:29 Uhr.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to befin­det sich am 29. Dezem­ber im Stern­bild Schüt­ze in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und steht des­halb unbe­ob­acht­bar mit ihr am Tag­him­mel. Plu­to ist an die­sem Tag 33,14 AE bzw. 4,96 Mrd. Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2009 P1 Garradd erreicht am 23. Dezem­ber 2011 mit 1,55 AE bzw. 232 Mio. Kilo­me­ter die Son­nen­nä­he und wan­dert im Stern­bild Her­ku­les lang­sam nord­wärts. Er ist durch sei­ne gerin­ge Elon­ga­ti­on zur Son­ne ungüns­tig zu beob­ach­ten und ein Objekt für den frü­hen Abend- bzw. spä­ten Mor­gen­him­mel. Sei­ne Hel­lig­keit ist immer noch nahe­zu kon­stant und beträgt um 6,5 mag. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Sicht­bar­keit von Komet Garradd gibt es in einem eige­nen Blog-Arti­kel.

Der Komet C/2010 G2 (Hill) ist noch in mitt­le­ren Tele­sko­pen sicht­bar und wan­dert Anfang Dezem­ber zwi­schen den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im Stern­bild Stier hin­durch. Die Hel­lig­keit sinkt um unge­fähr eine Grö­ßen­klas­se von anfangs 10,5 mag auf nun­mehr 11,5 mag.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres wan­dert durch das Stern­bild Was­ser­mann. Sei­ne Hel­lig­keit sinkt von anfangs 8,8 mag auf 9,1 mag. Auch die Unter­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 23:42 Uhr auf 22:27 Uhr. Am 1. Dezem­ber befin­det sich der Zwerg­pla­net nur 8 Bogen­mi­nu­ten von SAO 165780 (6,0 mag) ent­fernt.

(4) Ves­ta bewegt sich am 9. Dezem­ber vom Stern­bild Stein­bock kom­mend rück­läu­fig in den Was­ser­mann. Auch ihre Hel­lig­keit geht im Lau­fe des Monats von anfangs 7,9 mag auf 8,1 mag wie­der zurück. Ves­ta geht am 1. Dezem­ber um 21:28 Uhr unter. Am Sil­ves­ter­tag sinkt sie bereits um 20:44 Uhr unter die Hori­zont­li­nie.

(15) Euno­mia stand am 28. Novem­ber in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und bewegt sich wei­ter rück­läu­fig durch den Per­seus. Anfang Dezem­ber befin­det sich der Aste­ro­id knapp süd­west­lich des Cali­for­ni­an­e­bels NGC 1499. In der Nacht vom 3. auf den 4. Dezem­ber wan­dert sie knapp 7 Bogen­mi­nu­ten nord­west­lich an Xi Persei (4,0 mag) vor­bei und pas­siert in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezem­ber schließ­lich Omi­kron Persei (3,8 mag) nur 0,2 Grad west­lich. Am 1. Dezem­ber steht die 7,9 mag hel­le Euno­mia um 23:24 Uhr im Süden. Ende des Jah­res, nun wie­der 8,6 mag hell, geht der Him­mels­kör­per bereits um 21:07 Uhr durch den Meri­di­an.

(29) Amphi­tri­te wan­dert durch das Stern­bild Wid­der. Anfang des Monats erreicht der 9,3 mag hel­le Aste­ro­id um 21:35 Uhr den Mer­di­an und am Ende des Monats, nun 9,9 mag hell, bereits zwei Stun­den frü­her.

Aste­ro­id Nr. 115 Thy­ra kann im Stern­bild Per­seus auf­ge­fun­den wer­den und wird zur Mit­te des Monats wie­der schwä­cher als 10 mag. Am 1. Dezem­ber steht die 9,7 mag hel­le Tyra um 22:36 Uhr im Mer­di­an. Ende des Jah­res erreicht sie bereits um 20:31 Uhr ihre höchs­te Stel­lung im Süden. Am 3. Dezem­ber kön­nen wir den Aste­roi­den nur 8 Bogen­mi­nu­ten vom 4,6 mag hel­len Stern Ome­ga Persei auf­fin­den.

Der erd­na­he Armor-Aste­ro­id (433) Eros wan­dert am 29. Dezem­ber vom Stern­bild Klei­ner Löwe kom­mend in den Löwen und wird ab der Mit­te des Monats wie­der hel­ler als 10 mag. Bis zum Jah­res­en­de ist sei­ne Hel­lig­keit auf 9,4 mag ange­stie­gen. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 4:46 Uhr auf 3:58 Uhr. Am letz­ten Tag des Jah­res kommt der Klein­pla­net in Erd­nä­he und befin­det sich dann 0,18 AE bzw. 26,9 Mio. Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Erst am 1. März 2012 kommt Eros schließ­lich in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Am 26. Dezem­ber befin­det sich der Him­mels­kör­per nur 9 Bogen­mi­nu­ten west­lich von SAO 81328 (6,4 mag).

Meteorströme

Vom 7. bis 17. Dezem­ber macht sich der teils ergie­bi­ge Mete­or­strom der Gemi­ni­den bemerk­bar, deren Aus­strah­lungs­punkt (Radi­ant) im Stern­bild Zwil­lin­ge knapp 1° vom Haupt­stern Kas­tor ent­fernt befin­det. Das Maxi­mum ist in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezem­ber zu erwar­ten. Der genaue Maxi­mums­zeit­punkt ist rela­tiv unsi­cher, dürf­te aber zwi­schen 2 und 18 Uhr am 14. Dezem­ber lie­gen. Lei­der macht sich der abneh­men­de Mond stö­rend bemerk­bar, der rela­tiv dicht am Radi­an­ten steht und die Beob­ach­tung behin­dert. Bei opti­ma­len Bedin­gun­gen sind bis zu 120 Meteo­re sicht­bar. Im Jahr 2009 wur­de eine Zeni­tra­te von annä­hernd 140 Gemi­ni­den pro Stun­de regis­triert. Die Stern­schnup­pen der Gemi­ni­den sind rela­tiv lang­sam und tre­ten dabei mit einer Geschwin­dig­keit von 35 Kilo­me­tern pro Sekun­de in die Erd­at­mo­sphä­re ein. Mit­un­ter sind auch sehr hel­le Exem­pla­re dabei. Als Mut­ter­kör­per gilt der Aste­ro­id (3200) Pha­e­thon, der – wie man annimmt – ein “erlo­sche­ner” Komet zu sein scheint.

Vom 17. bis 26. Dezem­ber tau­chen die Ursi­den auf, deren zir­kum­po­la­rer Radi­ant sich im Stern­bild Klei­ner Bär befin­det. Damit sind die Ursi­den die gan­ze Nacht über zu beob­ach­ten. Das schar­fe Maxi­mum fin­det am 23. Dezem­ber gegen 3 Uhr mor­gens statt, so dass kein Mond die Beob­ach­tung stört. Laut Teil­chen­si­mu­la­tio­nen könn­te ein wei­te­res Maxi­mum eini­ge Stun­den vor­her am 22. Dezem­ber gegen 17 Uhr statt­fin­den. Dabei sind in der Regel 10 bis 20, manch­mal auch mehr Stern­schnup­pen zu erwar­ten, die eine Geschwin­dig­keit von 35 Kilo­me­tern pro Sekun­de besit­zen. Als Ursprungs­kör­per gilt der peri­odi­sche Komet 8P/Tuttle.

Die Coma Bere­ni­ci­den tre­ten zwi­schen dem 12. Dezem­ber bis 23. Janu­ar in Erschei­nung, mit einem schwach aus­ge­präg­ten Maxi­mum von 5 Meteo­ren pro Stun­de am 20. Dezem­ber. Der Radi­ant ver­la­gert sich im Akti­vi­täts­zeit­raum vom Stern­bild Löwe in das Haar der Bere­ni­ke. Die Teil­chen der Coma Bere­ni­ci­den sind mit 65 Kilo­me­tern pro Sekun­de sehr schnel­le Objek­te.

Der nörd­li­che Zweig der Tauri­den wird ab dem 10. Dezem­ber zur eklip­ti­ka­len Akti­vi­tät der Ant­he­lionquel­le gezählt. Die Teil­chen tre­ten dabei mit einer Geschwin­dig­keit von 30 km/s in die Atmo­sphä­re ein und ver­ur­sa­chen recht lang­sa­me Meteo­re.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. Dezem­ber 2011 um 22:00 MEZ

Im Nor­den

Bli­cken wir zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit in Rich­tung Nor­den fin­den wir den Gro­ßen Wagen, der ein Teil des Stern­bilds Gro­ßer Bär ist, nahe­zu senk­recht und immer noch recht nied­rig über dem Nord­ost­ho­ri­zont. Ver­län­gert man die bei­den hin­te­ren Ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, hat man auch den Polar­stern und damit die Nord­rich­tung gefun­den. Der Polar­stern ist der Haupt­stern des Klei­nen Bären, der mit dem Stern­bild des Dra­chens sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont soeben erreicht hat.
Rechts ober­halb des Polar­sterns und des Stern­bilds Gro­ßer Bär in Zenit­nä­he, befin­den sich nur sehr schwa­che Ster­ne, die zu den Stern­bil­dern Giraf­fe und Luchs gehö­ren. Deut­lich auf­fäl­li­ger ist hin­ge­gen die Kas­sio­peia, das so genann­te “Him­mels-W” hoch im Nord­wes­ten. Dar­un­ter erkennt man auch das Stern­bild Kepheus, dass die Form eines Haus­da­ches besitzt. Dicht über dem Hori­zont im Nord­wes­ten fun­kelt noch der hel­le Stern Wega im Stern­bild Lei­er gemäch­lich vor sich hin. Öst­lich davon befin­det sich das Stern­bild Schwan mit dem hel­len Haupt­stern Deneb.

Im Osten

Der süd­öst­li­che Him­mel wird nun von den hel­len Win­ter­stern­bil­dern mit dem so genann­ten Win­ter­sechs­eck domi­niert. Dazu gehö­ren Kapel­la im Fuhr­mann, Alde­ba­ran im Stier, Rigel im Ori­on, Siri­us im Gro­ßen Hund, Pro­kyon im Klei­nen Hund sowie Pol­lux in den Zwil­lin­gen. Hoch am Him­mel und genau im Osten befin­det sich Kapel­la im Stern­bild Fuhr­mann. Dar­un­ter sind die bei­den Stern­ket­ten der Zwil­lin­ge mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux sicht­bar. Noch wei­ter in Rich­tung Süd­os­ten befin­den sich der Stier, mit dem röt­lich erschei­nen­den Haupt­stern Alde­ba­ran, und dar­un­ter der Him­mels­jä­ger Ori­on. Unter­halb der Zwil­lin­ge steht der unschein­ba­re Krebs und rechts dane­ben der Stern Pro­kyon im Klei­nen Hund. Dar­un­ter ist auch schon das Stern­bild Ein­horn auf­ge­gan­gen. Am Auf­fäl­ligs­ten unter den hel­len Ster­nen ist aber Siri­us im Gro­ßen Hund, der hells­te Stern des Him­mels, der sich momen­tan noch dicht über dem Hori­zont im Süd­os­ten auf­hält.
Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Ost­punk­tes geht gera­de das Früh­lings­stern­bild Löwe auf. Ober­halb des Löwen­kop­fes befin­den sich noch die unschein­ba­re Stern­bil­der Klei­ner Löwe und Luchs sowie der Kopf sowie die Vor­der­pran­ken des Stern­bilds Gro­ßer Bär.

Im Süden

Bli­cken wir senk­recht nach oben sehen wir das Stern­bild Per­seus in sei­ner höchs­ten Stel­lung in Zenit­nä­he. Links dane­ben wird auch das Stern­bild Fuhr­mann, mit der hell leuch­ten­den Kapel­la, bald den Meri­di­an über­schrei­ten. Unter­halb der bei­den Stern­bil­der steht der Stier, mit dem röt­li­chen Haupt­stern Alde­ba­ran und den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den. Dar­un­ter fällt der mäch­ti­ge Him­mels­jä­ger Ori­on auf. Auf­fäl­lig an die­sem Stern­bild sind die drei mar­kan­ten Gür­tel­ster­ne. Der röt­li­che lin­ke Schul­ter­stern heißt Betei­geu­ze. Der bläu­li­che Stern Rigel mar­kiert den rech­ten Fuß­punkt des Him­mels­jä­gers. Unter­halb des Ori­ons ist das Stern­bild Hase erkenn­bar. Auch der hells­te Stern des Him­mels und Haupt­stern des Gro­ßen Hun­des mit dem Namen Siri­us ist soeben über dem Süd­ost­ho­ri­zont erschie­nen.
Genau im Süden und west­lich vom Him­mels­jä­ger Ori­on geht gera­de der Fluss Eri­da­nus durch den Meri­di­an. Die­ser besteht aller­dings nur aus schwä­che­ren Ster­nen. Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter im Grenz­be­reich der Stern­bil­der Wid­der, Fische und Wal­fisch, ist aber das auf­fäl­ligs­te Objekt die­ses Him­mels­ab­schnitts. Ober­halb des Wid­ders erkennt man noch das Drei­eck und noch wei­ter höher ein Teil des Stern­bilds Andro­me­da.

Im Wes­ten

Der West­him­mel wird noch vom mäch­ti­gen Pega­sus domi­niert. Aller­dings ver­sin­ken sei­ne Ster­ne im Lau­fe der Nacht lang­sam unter die Hori­zont­li­nie. Senk­recht über dem Pega­sus­qua­drat fin­den wir noch die Ster­nen­ket­te der Andro­me­da in genü­gend gro­ßer Beob­ach­tungs­hö­he über dem Hori­zont. Hier kön­nen wir das am wei­tes­ten ent­fern­te Objekt beob­ach­ten, das wir noch mit unbe­waff­ne­tem Auge erken­nen kön­nen: Die Andro­me­da­ga­la­xie in 2,5 Mio. Lj. Ent­fer­nung.
Hoch im Süd­wes­ten und öst­lich der Andro­me­da ste­hen die Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der. Im Stern­bild Wid­der befin­det sich mit dem Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter das zur­zeit auf­fäl­ligs­te Objekt am Nacht­him­mel. Unter­halb von Wid­der und Drei­eck befin­den sich die unschein­ba­ren Fische. Bli­cken wir hoch in den Nord­wes­ten ent­de­cken wir das “Him­mel-W”, die Kas­sio­peia, sowie das Stern­bild Kepheus. Unter­halb die­ser bei­den Stern­bil­der befin­det sich die unschein­ba­re Eidech­se. Dicht über dem süd­west­li­chen Hori­zont soll­te noch das Som­mer­stern­bild Schwan mit sei­nem hel­len Haupt­stern Deneb erkenn­bar sein.

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