Der Sternhimmel im Monat Dezember 2011

Der Lauf des Mondes

Am 2. Dezem­ber steht der zuneh­men­de Halb­mond im Stern­bild Was­ser­mann. Danach bewegt sich der Mond wei­ter durch die Fische und begeg­net am 6. Dezem­ber dem Jupi­ter im Stern­bild Wid­der. Dabei befin­det er sich knapp 4 Grad nörd­lich vom Rie­sen­pla­ne­ten. Nur zwei Aben­de spä­ter kön­nen wir unse­ren Erd­tra­ban­ten in der Nähe des offe­nen Stern­hau­fens der Ple­ja­den auf­spü­ren. Am 9. Dezem­ber befin­det er sich dann nörd­lich der Hya­den und Alde­ba­ran im Stier. Am 10. Dezem­ber ist dann schließ­lich die Voll­mond­pha­se erreicht und wir kön­nen bei Mond­auf­gang die par­ti­el­le Aus­tritts­pha­se einer tota­len Mond­fins­ter­nis beobachten.
Nach der Voll­mond­nacht bewegt sich der Mond wei­ter durch die Zwil­lin­ge. Am 13. Dezem­ber kön­nen wir unse­ren stil­len Beglei­ter im Stern­bild Krebs auf­fin­den. Danach wird der Mond mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am Mor­gen des 16. Dezem­ber steht er rund 6 Grad süd­lich von Regu­lus im Löwen. Am 17. Dezem­ber steht er rund 8 Grad süd­lich vom Mars und einen Mor­gen spä­ter hat der Mond bereits den Pla­ne­ten Mars hin­ter sich gelas­sen. Am Mor­gen des 20. Dezem­ber bil­det er dann zusam­men mit Saturn und Spi­ca in der Jung­frau ein enges Drei­eck. Danach wan­dert er durch die Waa­ge. Die immer schma­ler wer­den­de Sichel kön­nen wir dann in der Mor­gen­däm­me­rung des 23. Dezem­ber, knapp 36 Stun­den vor Neu­mond, zum letz­ten Mal auf­ge­hen sehen. Knapp 4 Grad nörd­lich unse­res Erd­tra­ban­ten befin­det sich auch der inners­te Pla­net Mer­kur. Neu­mond ist schließ­lich zu Heiligabend. 
Erst am 26. Dezem­ber kön­nen wir wie­der die schma­le Sichel des zuneh­men­den Mon­des tief über dem süd­west­li­chen Hori­zont und in der Nähe der Venus ent­de­cken. Nur einen Abend spä­ter befin­det sich die Sichel etwas mehr als 6,5 Grad nörd­lich des Abend­sterns. Danach wan­dert der Mond wei­ter durch den Was­ser­mann und steht am letz­ten Tag des Jah­res in den Fischen.

Die Planeten

Mer­kur steht am 4. Dezem­ber in unte­rer Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und ist zuerst nicht sicht­bar, ent­fernt sich aber schnell rück­läu­fig von ihr. Am 23. Dezem­ber erreicht der inners­te Pla­net des Son­nen­sys­tems mit 21°41′ dann sei­ne größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on, so dass Mer­kur ab der zwei­ten Monats­hälf­te tief im Süd­os­ten in der Mor­gen­däm­me­rung sicht­bar wird. Dabei hat der flin­ke Pla­net nur einen Höhen­vor­sprung von gera­de ein­mal 13 Grad zur Son­ne. Vom 17. bis 25. Dezem­ber kann Mer­kur leicht mit blo­ßem Auge auf­ge­spürt wer­den. Am 13. Dezem­ber geht der 0,5 mag hel­le Pla­net um 6:23 Uhr auf und kann dann ab 7 Uhr dicht über dem süd­öst­li­chen Hori­zont beob­ach­te­te wer­den. Bis zum 23. Dezem­ber, jetzt ‑0,4 mag hell, ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge um 8 Minu­ten. Nach dem 25. Dezem­ber wird es zuneh­mend schwie­rig, den flin­ken Pla­ne­ten auf­zu­spü­ren. Bis zum Jah­res­en­de ver­spä­ten sich sei­ne Auf­gän­ge schließ­lich auf 6:38 Uhr. Die Hel­lig­keit bleibt mit ‑0,4 mag kon­stant. Zu Beginn des neu­en Jah­res ver­schwin­det er dann schließ­lich vom Mor­gen­him­mel. Am 18. Dezem­ber sehen wir Mer­kur als 7,3 Bogen­se­kun­den gro­ßen Scheib­chen zur Hälf­te beleuch­tet. Bis zum Ende des Jah­res schrumpft der Durch­mes­ser auf 5,7 Bogen­se­kun­den. Am 22. Dezem­ber zieht Mer­kur nur 7 Grad nörd­lich an Ant­ares im Skor­pi­on vor­bei. Am 23. Dezem­ber gesellt sich die Sichel des abneh­men­den Mon­des zu Mer­kur, wenn sie knapp 4 Grad süd­lich des Pla­ne­ten steht.

Venus gewinnt nur lang­sam nörd­li­che Dekli­na­tio­nen und baut ihre Abend­sicht­bar­keit nur zöger­lich aus, so dass sie nur recht tief am süd­west­li­chen Abend­him­mel beob­ach­tet wer­den kann. Am 20. Dezem­ber wech­selt sie vom Schüt­zen in den Stein­bock. Die Venus­hel­lig­keit steigt von ‑3,8 mag auf ‑4,0 mag bis zum Ende des Jah­res nur leicht an. Im Tele­skop erkennt man ein 13 Bogen­se­kun­den gro­ßes Scheib­chen, was zu 83% beleuch­tet ist. Ihre Unter­gän­ge ver­spä­ten sich von anfangs 17:33 Uhr auf 18:54 Uhr zum Jahresende.

Unser roter Nach­bar­pla­net Mars ist nach wie vor in der zwei­ten Nacht­hälf­te sicht­bar, geht aber schon vor Mit­ter­nacht auf. Er bewegt sich wei­ter recht­läu­fig durch das Stern­bild Löwe und ent­fernt sich dabei immer lang­sa­mer wer­dend von des­sen Haupt­stern Regu­lus in öst­li­cher Rich­tung. Die Hel­lig­keit steigt von anfangs 0,8 mag auf 0,2 mag deut­lich an. Auch sein schein­ba­rer Durch­mes­ser wächst von anfangs 7 auf 9 Bogen­se­kun­den zum Jah­res­en­de. Damit wird Mars lang­sam aber sicher ein auf­fäl­li­ges Gestirn am Nacht­him­mel. Aller­dings erreicht er sei­ne Oppo­si­ti­on erst Anfang März 2012. Am 1. Dezem­ber geht Mars um 23:16 Uhr auf. Bis Sil­ves­ter ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge um eine Stunde.

Jupi­ter ist immer noch ein attrak­ti­ves Objekt der ers­ten Nacht­hälf­te und wan­dert am 5. Dezem­ber rück­läu­fig vom Stern­bild Wid­der kom­mend in die Fische. Am 26. Dezem­ber kommt Jupi­ter schließ­lich zum Still­stand. Anschlie­ßend wan­dert er wie­der recht­läu­fig durch den Tier­kreis. Damit endet auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Außer­dem erreicht der Rie­sen­pla­net schon zu Beginn der Nacht sei­ne Kul­mi­na­ti­on. Die Hel­lig­keit geht leicht um 0,2 mag zurück und beträgt am Ende des Monats ‑2,6 mag. Auch der Äqua­tor­durch­mes­ser schrumpft auf nur noch 43 Bogen­se­kun­den. Zu Beginn des Monats ver­schwin­det der Rie­sen­pla­net um 4:24 Uhr unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Am 31. Dezem­ber geht Jupi­ter bereits um 2:21 Uhr unter.

Saturn, recht­läu­fig im Stern­bild Jung­frau, ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und steht in der Nähe des Haupt­sterns Spi­ca. Zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung befin­det sich Saturn schon 20 bis 30 Grad hoch im Süd­os­ten. Die Hel­lig­keit beträgt 0,7 mag, sein Durch­mes­ser 37 Bogen­se­kun­den und die Ring­öff­nung gut 15 Grad. Der Ring­pla­net geht im Lau­fe des Monats auch immer frü­her auf. Zu Beginn des Mon­des erscheint er um 3:41 Uhr und Ende Dezem­ber schon um 1:57 Uhr über der öst­li­chen Hori­zont­li­nie. Am Mor­gen des 20. Dezem­ber befin­det sich dann die Sichel des abneh­men­den Mon­des in der Nähe von Saturn und Spica.

Ura­nus wird am 10. Dezem­ber in den Fischen sta­tio­när und bewegt sich dann wie­der recht­läu­fig durch die Fische. Damit endet auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Er ist am bes­ten noch zu Beginn der Nacht in Rich­tung Süden zu beob­ach­ten. Sei­ne Hel­lig­keit sinkt leicht auf 5,9 mag. Der schein­ba­re Äqua­tor­durch­mes­ser beträgt nur 3,4 Bogen­se­kun­den. Bis zum Ende des Monats geht Ura­nus schon vor Mit­ter­nacht unter. Am 1. Dezem­ber sinkt er um 1:32 Uhr unter die Hori­zont­li­nie und am Ende des Jah­res schon zwei Stun­den früher.

Nep­tun bewegt sich recht­läu­fig durch den Was­ser­mann und ver­ab­schie­det sich im Dezem­ber vom Abend­him­mel. Lei­der befin­det er sich bei Ein­bruch der Dun­kel­heit schon recht tief im Süd­wes­ten, so dass es immer schwie­ri­ger wird, den äuße­ren Pla­ne­ten des Son­nen­sys­tems auf­zu­spü­ren. Nur Anfang Dezem­ber lässt er sich noch in der frü­hen Abend­däm­me­rung sich­ten. Die Hel­lig­keit beträgt 7,9 mag und sein schein­ba­rer Durch­mes­ser 2,2 Bogen­se­kun­den. Sei­ne Unter­gangs­zei­ten ver­frü­hen sich dras­tisch von anfangs 22:23 Uhr auf 20:29 Uhr.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to befin­det sich am 29. Dezem­ber im Stern­bild Schüt­ze in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und steht des­halb unbe­ob­acht­bar mit ihr am Tag­him­mel. Plu­to ist an die­sem Tag 33,14 AE bzw. 4,96 Mrd. Kilo­me­ter von der Erde entfernt.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2009 P1 Garr­add erreicht am 23. Dezem­ber 2011 mit 1,55 AE bzw. 232 Mio. Kilo­me­ter die Son­nen­nä­he und wan­dert im Stern­bild Her­ku­les lang­sam nord­wärts. Er ist durch sei­ne gerin­ge Elon­ga­ti­on zur Son­ne ungüns­tig zu beob­ach­ten und ein Objekt für den frü­hen Abend- bzw. spä­ten Mor­gen­him­mel. Sei­ne Hel­lig­keit ist immer noch nahe­zu kon­stant und beträgt um 6,5 mag. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Sicht­bar­keit von Komet Garr­add gibt es in einem eige­nen Blog-Arti­kel.

Der Komet C/2010 G2 (Hill) ist noch in mitt­le­ren Tele­sko­pen sicht­bar und wan­dert Anfang Dezem­ber zwi­schen den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im Stern­bild Stier hin­durch. Die Hel­lig­keit sinkt um unge­fähr eine Grö­ßen­klas­se von anfangs 10,5 mag auf nun­mehr 11,5 mag.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres wan­dert durch das Stern­bild Was­ser­mann. Sei­ne Hel­lig­keit sinkt von anfangs 8,8 mag auf 9,1 mag. Auch die Unter­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 23:42 Uhr auf 22:27 Uhr. Am 1. Dezem­ber befin­det sich der Zwerg­pla­net nur 8 Bogen­mi­nu­ten von SAO 165780 (6,0 mag) entfernt.

(4) Ves­ta bewegt sich am 9. Dezem­ber vom Stern­bild Stein­bock kom­mend rück­läu­fig in den Was­ser­mann. Auch ihre Hel­lig­keit geht im Lau­fe des Monats von anfangs 7,9 mag auf 8,1 mag wie­der zurück. Ves­ta geht am 1. Dezem­ber um 21:28 Uhr unter. Am Sil­ves­ter­tag sinkt sie bereits um 20:44 Uhr unter die Horizontlinie.

(15) Euno­mia stand am 28. Novem­ber in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und bewegt sich wei­ter rück­läu­fig durch den Per­seus. Anfang Dezem­ber befin­det sich der Aste­ro­id knapp süd­west­lich des Cali­for­nian­e­bels NGC 1499. In der Nacht vom 3. auf den 4. Dezem­ber wan­dert sie knapp 7 Bogen­mi­nu­ten nord­west­lich an Xi Persei (4,0 mag) vor­bei und pas­siert in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezem­ber schließ­lich Omi­kron Persei (3,8 mag) nur 0,2 Grad west­lich. Am 1. Dezem­ber steht die 7,9 mag hel­le Euno­mia um 23:24 Uhr im Süden. Ende des Jah­res, nun wie­der 8,6 mag hell, geht der Him­mels­kör­per bereits um 21:07 Uhr durch den Meridian.

(29) Amphi­tri­te wan­dert durch das Stern­bild Wid­der. Anfang des Monats erreicht der 9,3 mag hel­le Aste­ro­id um 21:35 Uhr den Mer­di­an und am Ende des Monats, nun 9,9 mag hell, bereits zwei Stun­den früher.

Aste­ro­id Nr. 115 Thy­ra kann im Stern­bild Per­seus auf­ge­fun­den wer­den und wird zur Mit­te des Monats wie­der schwä­cher als 10 mag. Am 1. Dezem­ber steht die 9,7 mag hel­le Tyra um 22:36 Uhr im Mer­di­an. Ende des Jah­res erreicht sie bereits um 20:31 Uhr ihre höchs­te Stel­lung im Süden. Am 3. Dezem­ber kön­nen wir den Aste­ro­iden nur 8 Bogen­mi­nu­ten vom 4,6 mag hel­len Stern Ome­ga Persei auffinden.

Der erd­na­he Armor-Aste­ro­id (433) Eros wan­dert am 29. Dezem­ber vom Stern­bild Klei­ner Löwe kom­mend in den Löwen und wird ab der Mit­te des Monats wie­der hel­ler als 10 mag. Bis zum Jah­res­en­de ist sei­ne Hel­lig­keit auf 9,4 mag ange­stie­gen. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 4:46 Uhr auf 3:58 Uhr. Am letz­ten Tag des Jah­res kommt der Klein­pla­net in Erd­nä­he und befin­det sich dann 0,18 AE bzw. 26,9 Mio. Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Erst am 1. März 2012 kommt Eros schließ­lich in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Am 26. Dezem­ber befin­det sich der Him­mels­kör­per nur 9 Bogen­mi­nu­ten west­lich von SAO 81328 (6,4 mag).

Meteorströme

Vom 7. bis 17. Dezem­ber macht sich der teils ergie­bi­ge Mete­or­strom der Gemi­ni­den bemerk­bar, deren Aus­strah­lungs­punkt (Radi­ant) im Stern­bild Zwil­lin­ge knapp 1° vom Haupt­stern Kas­tor ent­fernt befin­det. Das Maxi­mum ist in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezem­ber zu erwar­ten. Der genaue Maxi­mums­zeit­punkt ist rela­tiv unsi­cher, dürf­te aber zwi­schen 2 und 18 Uhr am 14. Dezem­ber lie­gen. Lei­der macht sich der abneh­men­de Mond stö­rend bemerk­bar, der rela­tiv dicht am Radi­an­ten steht und die Beob­ach­tung behin­dert. Bei opti­ma­len Bedin­gun­gen sind bis zu 120 Meteo­re sicht­bar. Im Jahr 2009 wur­de eine Zeni­tra­te von annä­hernd 140 Gemi­ni­den pro Stun­de regis­triert. Die Stern­schnup­pen der Gemi­ni­den sind rela­tiv lang­sam und tre­ten dabei mit einer Geschwin­dig­keit von 35 Kilo­me­tern pro Sekun­de in die Erd­at­mo­sphä­re ein. Mit­un­ter sind auch sehr hel­le Exem­pla­re dabei. Als Mut­ter­kör­per gilt der Aste­ro­id (3200) Pha­e­thon, der – wie man annimmt – ein „erlo­sche­ner“ Komet zu sein scheint.

Vom 17. bis 26. Dezem­ber tau­chen die Ursi­den auf, deren zir­kum­po­la­rer Radi­ant sich im Stern­bild Klei­ner Bär befin­det. Damit sind die Ursi­den die gan­ze Nacht über zu beob­ach­ten. Das schar­fe Maxi­mum fin­det am 23. Dezem­ber gegen 3 Uhr mor­gens statt, so dass kein Mond die Beob­ach­tung stört. Laut Teil­chen­si­mu­la­tio­nen könn­te ein wei­te­res Maxi­mum eini­ge Stun­den vor­her am 22. Dezem­ber gegen 17 Uhr statt­fin­den. Dabei sind in der Regel 10 bis 20, manch­mal auch mehr Stern­schnup­pen zu erwar­ten, die eine Geschwin­dig­keit von 35 Kilo­me­tern pro Sekun­de besit­zen. Als Ursprungs­kör­per gilt der peri­odi­sche Komet 8P/Tuttle.

Die Coma Bere­ni­ci­den tre­ten zwi­schen dem 12. Dezem­ber bis 23. Janu­ar in Erschei­nung, mit einem schwach aus­ge­präg­ten Maxi­mum von 5 Meteo­ren pro Stun­de am 20. Dezem­ber. Der Radi­ant ver­la­gert sich im Akti­vi­täts­zeit­raum vom Stern­bild Löwe in das Haar der Bere­ni­ke. Die Teil­chen der Coma Bere­ni­ci­den sind mit 65 Kilo­me­tern pro Sekun­de sehr schnel­le Objekte.

Der nörd­li­che Zweig der Tau­ri­den wird ab dem 10. Dezem­ber zur eklip­ti­ka­len Akti­vi­tät der Ant­he­lionquel­le gezählt. Die Teil­chen tre­ten dabei mit einer Geschwin­dig­keit von 30 km/s in die Atmo­sphä­re ein und ver­ur­sa­chen recht lang­sa­me Meteore.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. Dezem­ber 2011 um 22:00 MEZ

Im Nor­den

Bli­cken wir zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit in Rich­tung Nor­den fin­den wir den Gro­ßen Wagen, der ein Teil des Stern­bilds Gro­ßer Bär ist, nahe­zu senk­recht und immer noch recht nied­rig über dem Nord­ost­ho­ri­zont. Ver­län­gert man die bei­den hin­te­ren Ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, hat man auch den Polar­stern und damit die Nord­rich­tung gefun­den. Der Polar­stern ist der Haupt­stern des Klei­nen Bären, der mit dem Stern­bild des Dra­chens sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont soeben erreicht hat.
Rechts ober­halb des Polar­sterns und des Stern­bilds Gro­ßer Bär in Zenitnä­he, befin­den sich nur sehr schwa­che Ster­ne, die zu den Stern­bil­dern Giraf­fe und Luchs gehö­ren. Deut­lich auf­fäl­li­ger ist hin­ge­gen die Kas­sio­peia, das so genann­te „Himmels‑W“ hoch im Nord­wes­ten. Dar­un­ter erkennt man auch das Stern­bild Kepheus, dass die Form eines Haus­da­ches besitzt. Dicht über dem Hori­zont im Nord­wes­ten fun­kelt noch der hel­le Stern Wega im Stern­bild Lei­er gemäch­lich vor sich hin. Öst­lich davon befin­det sich das Stern­bild Schwan mit dem hel­len Haupt­stern Deneb.

Im Osten

Der süd­öst­li­che Him­mel wird nun von den hel­len Win­ter­stern­bil­dern mit dem so genann­ten Win­ter­sechs­eck domi­niert. Dazu gehö­ren Kapel­la im Fuhr­mann, Alde­ba­ran im Stier, Rigel im Ori­on, Siri­us im Gro­ßen Hund, Pro­kyon im Klei­nen Hund sowie Pol­lux in den Zwil­lin­gen. Hoch am Him­mel und genau im Osten befin­det sich Kapel­la im Stern­bild Fuhr­mann. Dar­un­ter sind die bei­den Stern­ket­ten der Zwil­lin­ge mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux sicht­bar. Noch wei­ter in Rich­tung Süd­os­ten befin­den sich der Stier, mit dem röt­lich erschei­nen­den Haupt­stern Alde­ba­ran, und dar­un­ter der Him­mels­jä­ger Ori­on. Unter­halb der Zwil­lin­ge steht der unschein­ba­re Krebs und rechts dane­ben der Stern Pro­kyon im Klei­nen Hund. Dar­un­ter ist auch schon das Stern­bild Ein­horn auf­ge­gan­gen. Am Auf­fäl­ligs­ten unter den hel­len Ster­nen ist aber Siri­us im Gro­ßen Hund, der hells­te Stern des Him­mels, der sich momen­tan noch dicht über dem Hori­zont im Süd­os­ten aufhält.
Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Ost­punk­tes geht gera­de das Früh­lings­stern­bild Löwe auf. Ober­halb des Löwen­kop­fes befin­den sich noch die unschein­ba­re Stern­bil­der Klei­ner Löwe und Luchs sowie der Kopf sowie die Vor­der­pran­ken des Stern­bilds Gro­ßer Bär.

Im Süden

Bli­cken wir senk­recht nach oben sehen wir das Stern­bild Per­seus in sei­ner höchs­ten Stel­lung in Zenitnä­he. Links dane­ben wird auch das Stern­bild Fuhr­mann, mit der hell leuch­ten­den Kapel­la, bald den Meri­di­an über­schrei­ten. Unter­halb der bei­den Stern­bil­der steht der Stier, mit dem röt­li­chen Haupt­stern Alde­ba­ran und den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den. Dar­un­ter fällt der mäch­ti­ge Him­mels­jä­ger Ori­on auf. Auf­fäl­lig an die­sem Stern­bild sind die drei mar­kan­ten Gür­tel­ster­ne. Der röt­li­che lin­ke Schul­ter­stern heißt Betei­geu­ze. Der bläu­li­che Stern Rigel mar­kiert den rech­ten Fuß­punkt des Him­mels­jä­gers. Unter­halb des Ori­ons ist das Stern­bild Hase erkenn­bar. Auch der hells­te Stern des Him­mels und Haupt­stern des Gro­ßen Hun­des mit dem Namen Siri­us ist soeben über dem Süd­ost­ho­ri­zont erschienen.
Genau im Süden und west­lich vom Him­mels­jä­ger Ori­on geht gera­de der Fluss Eri­da­nus durch den Meri­di­an. Die­ser besteht aller­dings nur aus schwä­che­ren Ster­nen. Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter im Grenz­be­reich der Stern­bil­der Wid­der, Fische und Wal­fisch, ist aber das auf­fäl­ligs­te Objekt die­ses Him­mels­ab­schnitts. Ober­halb des Wid­ders erkennt man noch das Drei­eck und noch wei­ter höher ein Teil des Stern­bilds Andromeda.

Im Wes­ten

Der West­him­mel wird noch vom mäch­ti­gen Pega­sus domi­niert. Aller­dings ver­sin­ken sei­ne Ster­ne im Lau­fe der Nacht lang­sam unter die Hori­zont­li­nie. Senk­recht über dem Pega­sus­qua­drat fin­den wir noch die Ster­nen­ket­te der Andro­me­da in genü­gend gro­ßer Beob­ach­tungs­hö­he über dem Hori­zont. Hier kön­nen wir das am wei­tes­ten ent­fern­te Objekt beob­ach­ten, das wir noch mit unbe­waff­ne­tem Auge erken­nen kön­nen: Die Andro­me­da­ga­la­xie in 2,5 Mio. Lj. Entfernung.
Hoch im Süd­wes­ten und öst­lich der Andro­me­da ste­hen die Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der. Im Stern­bild Wid­der befin­det sich mit dem Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter das zur­zeit auf­fäl­ligs­te Objekt am Nacht­him­mel. Unter­halb von Wid­der und Drei­eck befin­den sich die unschein­ba­ren Fische. Bli­cken wir hoch in den Nord­wes­ten ent­de­cken wir das „Himmel‑W“, die Kas­sio­peia, sowie das Stern­bild Kepheus. Unter­halb die­ser bei­den Stern­bil­der befin­det sich die unschein­ba­re Eidech­se. Dicht über dem süd­west­li­chen Hori­zont soll­te noch das Som­mer­stern­bild Schwan mit sei­nem hel­len Haupt­stern Deneb erkenn­bar sein.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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