Der Sternhimmel im Monat Januar 2012

Der Lauf des Mondes

Am ers­ten Abend des neu­en Jah­res kön­nen wir den zuneh­men­den Halb­mond im Stern­bild Fische auf­fin­den. Am Abend des 3. Janu­ar befin­det er sich knapp 5 Grad nörd­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter. Danach wan­dert unser Erd­tra­bant wei­ter durch den Wid­der und steht am Abend des 5. Janu­ar zwi­schen den bei­den Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im „Gol­de­nen Tor der Eklip­tik“. Am 9. Janu­ar befin­det sich der Voll­mond schließ­lich im Stern­bild Zwil­lin­ge.
Nach der Voll­mond­pha­se am dar­auf­fol­gen­den Abend kön­nen wir unse­ren Erd­tra­ban­ten im Stern­bild Krebs beob­ach­ten. Nur zwei Aben­de spä­ter hat er bereits den Löwen erreicht und befin­det sich knapp 7 Grad süd­west­lich des Haupt­sterns Regu­lus. Danach wird der Mond mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 14. Janu­ar gesellt sich der abneh­men­den Mond zum Pla­ne­ten Mars am Mor­gen­him­mel. Dabei kön­nen wir ihn fast 9 Grad süd­lich unse­res roten Nacht­bar­pla­ne­ten beob­ach­ten. Am 16. Janu­ar steht der Halb­mond mit Spi­ca in der Jung­frau und dem Ring­pla­ne­ten Saturn in einer gedach­ten Linie. Nur einen Mor­gen spä­ter befin­det sich unser stil­ler Beglei­ter 8,5 Grad süd­lich von Saturn und bil­det mit Saturn und Spi­ca ein recht­wink­li­ges Drei­eck. Nach die­ser Begeg­nung wan­dert der Mond wei­ter durch die Waa­ge und steht am 19. Janu­ar als Sichel­mond knapp 3,5 Grad nörd­lich von Ant­ares im Skor­pi­on. Zum letz­ten Mal kön­nen wir die Sichel in der Mor­gen­däm­me­rung des 21. Janu­ar sich­ten, knapp 33 Stun­den vor Neu­mond, wenn die­se knapp über dem süd­öst­li­chen Hori­zont steht. Die Neu­mond­pha­se ist schließ­lich am 23. Janu­ar erreicht.
Nur 33 Stun­den nach Neu­mond kön­nen wir aber­mals die dün­ne Sichel des zuneh­men­den Mon­des beob­ach­ten. Sie steht am Abend des 24. Janu­ar nied­rig im Süd­wes­ten. Nur zwei Aben­de spä­ter befin­det sie sich knapp 6 Grad nörd­lich des Abend­sterns Venus im Stern­bild Was­ser­mann. Nach­dem unser Mond an den fol­gen­den Aben­den durch die nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­den Fische gewan­dert ist, steht er am 30. Janu­ar, nur einen Abend vor dem ers­ten Vier­tel, aber­mals 4,5 Grad nord­öst­lich von Jupi­ter.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur stand im Vor­mo­nat in einer west­li­chen Elon­ga­ti­on zur Son­ne und hat sich vom Mor­gen­him­mel zurück­ge­zo­gen. Er eilt recht­läu­fig der Son­ne hin­ter­her. Erfah­re­ne Beob­ach­ter kön­nen den inners­ten Pla­ne­ten des Son­nen­sys­tems viel­leicht noch mit Hil­fe eines Feld­ste­chers zu Beginn des Monats knapp über dem süd­öst­li­chen Hori­zont auf­spü­ren. Am 1. des Monats geht der ‑0,4 mag hel­le Mer­kur um 6:42 Uhr auf. Etwa 20 Minu­ten spä­ter kann man ver­su­chen, ihn dicht über dem Hori­zont zu sich­ten. Ab 7:30 Uhr ver­blasst er zuse­hends in der hel­len Mor­gen­däm­me­rung. Am 18. Janu­ar pas­siert Mer­kur mit 69,8 Mil­lio­nen Kilo­me­ter auch das Aphel sei­ner Bahn.

Venus baut ihre Abend­sicht­bar­keit wei­ter aus und leuch­tet in der spä­ten Abend­däm­me­rung als hell leuch­ten­des Gestirn über dem süd­west­li­chen Hori­zont. Am 1. des Monats steht der ‑4,0 mag hel­le Abend­stern bei Ein­bruch der Dun­kel­heit etwa 10 Grad hoch über dem Hori­zont und geht um 18:58 Uhr unter. Am 31. Janu­ar befin­det sie sich schon 20 Grad hoch im Süd­wes­ten und sinkt erst um 20:33 Uhr unter die Hori­zont­li­nie. Im Fern­rohr erkennt man zu Monats­be­ginn ein 13 Bogen­se­kun­den und 83% beleuch­te­tes Scheib­chen. Am Monats­en­de zeigt sie sich dann als 75% beleuch­te­tes und schein­bar 15 Bogen­se­kun­den gro­ßes Objekt. Am 13. Janu­ar zieht Venus in nur 1,2 Grad Abstand am äuße­ren Pla­ne­ten Nep­tun vor­bei.

Unser roter Nach­bar­pla­net Mars steht erst Anfang März in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und kul­mi­niert immer frü­her am Mor­gen­him­mel. Ab 14. Janu­ar wech­selt der Pla­net recht­läu­fig vom Stern­bild Löwe in die Jung­frau und setzt ab der letz­ten Janu­ar­wo­che zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Die Hel­lig­keit steigt von anfangs 0,2 auf ‑0,5 mag stark an. Auch sein schein­ba­rer Durch­mes­ser ver­grö­ßert sich von anfangs 9 auf nun­mehr 11,7 Bogen­se­kun­den, so dass sich eine Beob­ach­tung unse­res Nach­bar­pla­ne­ten mit dem Tele­skop lohnt. Im Lau­fe des Monats geht Mars auch immer frü­her auf. Am 1. Janu­ar erfolgt sein Auf­gang um 22:12 Uhr und am Ende des Monats schon um 20:25 Uhr.

Jupi­ter steht zu Beginn der Nacht hoch im Süden und wech­selt am 8. Janu­ar vom Stern­bild Fische recht­läu­fig in den Wid­der. Mit ‑2,6 mag Hel­lig­keit ist der gelb­lich erschei­nen­den Rie­sen­pla­net ein auf­fäl­li­ges Objekt und nach Venus ein wei­te­rer Glanz­punkt der ers­ten Nacht­hälf­te. Bis zum Ende des Monats sinkt die Hel­lig­keit auf ‑2,3 mag. Im Fern­rohr erkennt man ein 41 Bogen­se­kun­den gro­ßes Scheib­chen und eini­ge sei­ner hel­len Mon­de. Am 1. Janu­ar ist der Rie­sen­pla­net 4,54 AE bzw. 679 Mio. Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt und geht um 2:18 Uhr unter. Am 31. Janu­ar erfolgt sein Unter­gang bereits um 00:32 Uhr. In der Nacht vom 2. auf den 3. Janu­ar begeg­net der zuneh­men­de Halb­mond Jupi­ter und wan­dert dann knapp 5 Grad nörd­lich am Pla­ne­ten vor­bei. Am 30. Janu­ar steht der Mond mit 4,5 Grad Abstand aber­mals nahe am Rie­sen­pla­ne­ten. Ab Mit­te März wird der hel­le Abend­stern Venus den Rie­sen­pla­ne­ten schließ­lich über­ho­len.

Saturn bremst sei­ne recht­läu­fi­ge Bewe­gung durch die Jung­frau lang­sam ab und kann am Mor­gen­him­mel ca. 7 Grad vom Haupt­stern Spi­ca ent­fernt auf­ge­fun­den wer­den. Der 0,7 mag hel­le Ring­pla­net kul­mi­niert schon Ende Janu­ar unge­fähr 1 Stun­de vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung. Die Auf­gän­ge von Saturn ver­frü­hen sich von anfangs 1:53 Uhr auf Mit­ter­nacht.

Ura­nus bewegt sich recht­läu­fig durch die Fische und kann noch am Abend­him­mel auf­ge­fun­den wer­den. Im Lau­fe des Monats rutscht er aber mehr und mehr in Rich­tung Süd­west­ho­ri­zont her­ab. Geht Ura­nus zu Beginn des Monats um 23:27 Uhr unter, ver­schwin­det er Ende Janu­ar bereits um 21:34 Uhr unter die Hori­zont­li­nie. Im Fern­rohr erkennt man ein 5,9 mag hel­les und 3,4 Bogen­se­kun­den gro­ßes grün­li­ches Scheib­chen.

Der äuße­re Pla­net des Son­nen­sys­tems Nep­tun been­det in die­sem Monat sei­ne Sicht­bar­keit tief am süd­west­li­chen Abend­him­mel. Er bewegt sich wei­ter durch den Was­ser­mann an der Gren­ze zum Stein­bock. Mit einer Hel­lig­keit von 8 mag und 2,4 Bogen­se­kun­den schein­ba­ren Durch­mes­sers kann er gege­be­nen­falls noch von erfah­re­nen Beob­ach­tern auf­ge­fun­den wer­den. Ura­nus sinkt am 1. Janu­ar um 20:25 Uhr und Mit­te des Monats bereits um 19:32 Uhr unter die Hori­zont­li­nie. Am 13. Janu­ar zieht die Venus etwas mehr als 1 Grad süd­lich am Pla­ne­ten vor­bei, was mit licht­star­ken Opti­ken gegen 18 Uhr beob­ach­tet wer­den kann. Im Febru­ar steht Nep­tun schließ­lich in Kon­junk­ti­on zur Son­ne.

Der licht­schwa­che Zwerg­pla­net (134340) Plu­to im Stern­bild Schüt­ze hält sich in der Nähe der Son­ne auf und kann des­halb nicht beob­ach­tet wer­den.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2009 P1 Garradd erreich­te am 23. Dezem­ber sein Peri­hel und wan­dert nun wei­ter durch das Stern­bild Her­ku­les wie­der schnel­ler wer­dend in Rich­tung Nor­den. Durch sei­nen klei­ner wer­den­den Erd­ab­stand nimmt sei­ne Hel­lig­keit sogar noch etwas zu und steigt bis zum Ende des Monats auf gut 6 mag. Damit lässt er sich schon sehr leicht in Feld­ste­chern und klei­nen Fern­roh­ren am Mor­gen­him­mel beob­ach­ten. Im letz­ten Janu­ar­d­rit­tel wird der Komet schließ­lich zir­kum­po­lar. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Sicht­bar­keit von Komet Garradd gibt es in einem eige­nen Blog-Arti­kel.

Komet C/2010 G2 Hill im Stern­bild Wal­fisch ver­schwin­det nun lang­sam aber sicher vom Abend­him­mel. Bis zum Ende des Monats fällt sei­ne Hel­lig­keit auf unter 12 mag, so dass er nur noch in mitt­le­ren Tele­sko­pen ab 20 cm Öff­nung auf­ge­fun­den wer­den kann.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 21P/Gia­co­bi­ni-Zin­ner erreicht am 11. Febru­ar 2012 wie­der die Son­nen­nä­he. Durch sei­ne gerin­ge Elon­ga­ti­on zur Son­ne ist der rund 11 mag hel­le Komet im Stern­bild Was­ser­mann nur sehr schwie­rig zu beob­ach­ten. Er steht kurz nach Ende der astro­no­mi­schen Däm­me­rung nur weni­ge Grad über dem West­ho­ri­zont.

Komet P/2006 T1 Levy in den Fischen soll­te am 20. Janu­ar 2012 in nur 0,19 AE Ent­fer­nung an der Erde vor­bei­zie­hen und eine Hel­lig­keit von 7 mag errei­chen. Aller­dings konn­te der Schweif­stern bis­her nicht wie­der­ent­deckt wer­den.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres wech­selt am 3. Janu­ar vom Stern­bild Was­ser­mann kom­mend in den Wal­fisch und kann immer noch am frü­hen Abend­him­mel auf­ge­fun­den wer­den. Die Hel­lig­keit sinkt leicht um 0,1 Grö­ßen­klas­sen von anfangs 9,1 auf 9,2 mag. Sei­ne Unter­gangs­zei­ten ver­frü­hen sich um eine Stun­de von anfangs 22:25 Uhr auf 21:25 Uhr. Am 20. Janu­ar steht der Zwerg­pla­net nur 10 Bogen­mi­nu­ten vom 5,1 mag hel­len Stern SAO 128655 ent­fernt.

(4) Ves­ta bewegt sich wei­ter durch das Stern­bild Was­ser­mann und kann mit einer Hel­lig­keit von 8,2 mag sehr leicht in licht­star­ken Fern­glä­sern bei Ein­bruch der Dun­kel­heit auf­ge­fun­den wer­den. Sie sinkt zu Beginn des Monats um 20:42 Uhr und Ende Janu­ar bereits um 20:03 Uhr unter die Hori­zont­li­nie. Am 9. Janu­ar steht der Aste­ro­id nur 7 Bogen­mi­nu­ten von Iota Aqua­rii (4,0 mag) ent­fernt, der sehr gut als Auf­such­hil­fe die­nen kann.

Aste­ro­id Nr. 6 Hebe wan­dert durch den Löwen und wird in der letz­ten Janu­ar­wo­che wie­der hel­ler als 10 mag. Anfang Janu­ar erreicht der Aste­ro­id um 4:40 Uhr sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden und Ende Janu­ar bereits zwei Stun­den frü­her.

(15) Euno­mia wech­selt am 2. Janu­ar vom Stern­bild Per­seus in den Stier und erreicht immer frü­her ihre höchs­te Stel­lung im Süden. Zu Beginn des Monats noch 8,6 mag hell, kul­mi­niert Euno­mia um 21:03 Uhr. Ende des Monats ist die Hel­lig­keit wie­der auf 9,3 mag gefal­len und sie erreicht bereits um 19:18 Uhr den Meri­di­an.

Der Amor-Aste­ro­id (433) Eros bewegt sich sehr schnell am Him­mel süd­wärts durch den Löwen und wech­selt am 20. Janu­ar schließ­lich ins Stern­bild Sex­tant. Die Hel­lig­keit nimmt stark zu von anfangs 9,4 mag, zu Beginn des Monats, auf 8,6 mag Ende Janu­ar. Auf­grund sei­ner lang­ge­zo­ge­nen Ellip­sen­bahn, die nahe an der Erde vor­bei läuft, erreicht er bereits am 31. Janu­ar mit 0,179 AE bzw. 26,8 Mio. Kilo­me­ter sei­nen gerings­ten Abstand zur Erde und steht dann am 1. März in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Sei­ne Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von 3:55 Uhr auf 2 Uhr.

Meteorströme

Vom 1. bis 6. Janu­ar 2010 sind die Qua­dran­ti­den aktiv, des­sen Aus­strah­lungs­punkt (Radi­ant) sich im Stern­bild Bären­hü­ter an der Posi­ti­on RA 15h 20m und Dec +49° befin­det. Das spit­ze Maxi­mum fin­det am 4. Janu­ar gegen 8 Uhr mor­gens statt. Zum Maxi­mums­zeit­punkt sind bis zu 120 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die mit mitt­le­ren Geschwin­dig­kei­ten von 41 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­tau­chen. Aller­dings stört in der ers­ten Nacht­hälf­te noch der zuneh­men­de Mond. Gleich­zei­tig steht der Radi­ant noch zu tief, so dass nur weni­ge Meteo­re sicht­bar sind. Gegen 3 Uhr hat der Radi­ant bereits eine Höhe von 40° über dem Hori­zont erreicht und auch der Ein­fluss des Mon­des nimmt ste­tig ab, so dass der Anstieg der Meteor­ak­ti­vi­tät noch bis 7 Uhr mor­gens ver­folgt wer­den kann. Die Anzahl der Meteo­re wird in die­sen Stun­den ste­tig zuneh­men. Ein Ursprungs­kör­per der Qua­dran­ti­den ist nicht bekannt. Seit 2003 wird aller­dings ver­mu­tet, dass der Aste­ro­id 2003 EH1 als Ursprung die­ses Mete­or­stroms in Fra­ge kommt und ein inak­ti­ver Rest des zer­fal­le­nen Kome­ten C/1490 Y1 ist.

Ein rela­tiv neu­er Strom sind die Gam­ma-Ursi­den, des­sen Radi­ant sich in der Nähe des Sterns Gam­ma im Klei­nen Bären (Ursa Minor) befin­det. Das Maxi­mum, mit rund 10 Stern­schnup­pen pro Stun­de, fin­det in der Nacht vom 20. auf den 21. Janu­ar statt. Die Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit der Gam­ma-Ursi­den streu­en um 30 km/s.
Über das Jahr ver­teilt gibt es eine Häu­fung an Meteo­ren in der Eklip­tik­re­gi­on, in der Nähe des Gegen­son­nen­punkts. Die­ser als Ant­he­lionquel­le bezeich­ne­te Strom kommt im Janu­ar aus der Rich­tung des Stern­bilds Krebs. Im Mit­tel sind hier nicht mehr als 4 bis 6 Stern­schnup­pen zu erwar­ten, die eine rela­tiv lang­sa­me Geschwin­dig­keit von 30 km/s besit­zen.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. Janu­ar 2012 um 22:00 MEZ

Im Nor­den

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit fin­den wir den Gro­ßen Wagen, der Teil des Stern­bilds Gro­ßer Bär ist, nahe­zu senk­recht über dem Nord­ost­ho­ri­zont. Er wird im Lau­fe der Nacht lang­sam wei­ter in Rich­tung Zenit empor­stei­gen. Ver­län­gert man die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, trifft man auch auf den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern befin­det sich am Ende der Deich­sel des Klei­nen Wagens bzw. Klei­nen Bären, des­sen Kas­ten nun die tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont – auch unte­re Kul­mi­na­ti­on genannt – über­schrit­ten hat. Dar­un­ter hat auch der mar­kan­te Kopf des Stern­bilds Dra­che sei­ne tiefs­te Stel­lung erreicht. Die übri­gen Ster­ne des Dra­chen schlän­geln sich ent­ge­gen dem Uhr­zei­ger­sinn um die Figur des Klei­nen Wagens her­um.
Tief im Nord­wes­ten und links unter­halb des Dra­chens soll­te bei guter Hori­zont­sicht noch Deneb im Schwan erkenn­bar sein. Dar­über befin­det sich der Kepheus und noch wei­ter höher das W‑förmige Stern­bild der Kas­sio­peia. Die Zenit­ge­gend wird aus dem kaum auf­fäl­li­gen Stern­bild der Giraf­fe gebil­det, das nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht.

Im Osten

Genau über dem Ost­ho­ri­zont ist soeben das Früh­lings­stern­bild Löwe voll­stän­dig auf­ge­gan­gen. Es kün­digt vom nahen­den Früh­ling. Bei exzel­len­ter Hori­zont­sicht soll­te direkt unter­halb des Löwen auch der der Pla­net Mars erkenn­bar sein. Die­ser befin­det sich zu unse­rer Beob­ach­tungs­zeit aber noch recht nied­rig über dem Hori­zont. Ein wei­te­res Stern­bild des Früh­lings ist der unschein­ba­re Krebs, der sich nord­west­lich des Löwen­kop­fes befin­det. In die­sem Stern­bild erkennt man unter einem dunk­len Him­mel einen blas­sen Nebel­fleck. Hier­bei han­delt es sich um den offe­nen Stern­hau­fen der Pra­e­se­pe (Mes­sier 44). Unter­halb des Kreb­ses sind eben­falls schon Kopf und Hals der Was­ser­schlan­ge erschie­nen.
In mitt­le­rer Höhe im Süd­os­ten ent­de­cken wir das Stern­bild des Klei­nen Hun­des mit sei­nem hel­len Haupt­stern Pro­kyon. Dar­über ste­hen die bei­den Stern­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Genau gegen­über im Nord­os­ten steigt nun auch der Gro­ße Bär immer höher und wird gegen Mor­gen die Zenit­re­gi­on errei­chen. Unter­halb der Deich­sel des Gro­ßen Wagens befin­det sich das klei­ne aber unschein­ba­re Stern­bild der Jagd­hun­de. Zwi­schen den Vor­der­pran­ken des Bären und der Zwil­lin­ge befin­det sich noch der unschein­bar Luchs, der aller­dings nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht.

Im Süden

Der Süden wird jetzt von den hel­len Win­ter­stern­bil­dern domi­niert. Der beein­dru­cken­de Him­mels­jä­ger Ori­on, mit sei­nen drei mar­kan­ten Gür­tel­ster­nen, dem röt­lich leuch­ten­den Stern Betei­geu­ze an der lin­ken Schul­ter und dem bläu­lich erschei­nen­den Rigel am rech­ten Fuß, hat soeben die höchs­te Stel­lung über dem Süd­ho­ri­zont erreicht. Dar­un­ter befin­det sich das unschein­ba­re Stern­bild des Hasen und links dane­ben der Gro­ße Hund, mit dem hel­len Siri­us – der hells­te Stern des irdi­schen Fir­ma­ments. Dar­über erkennt man – einen dunk­len Stand­ort vor­aus­ge­setzt – die schwa­chen Ster­ne des Ein­horns und noch wei­ter höher den unschein­ba­ren Klei­nen Hund mit sei­nem hel­len Haupt­stern Pro­kyon.
Ober­halb des Him­mels­jä­gers ste­hen noch wei­te­re typi­sche Win­ter­stern­bil­der: Zum einen sind das die Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux sowie der Stier, mit den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den. Die Zenit­re­gi­on wird vom Stern­bild Fuhr­mann, mit der hel­len und gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la, sowie dem Per­seus ein­ge­nom­men. Die hells­ten Ster­ne die­ser Him­mels­re­gi­on bil­den auch das so genann­te Win­ter­sechs­eck, das durch die Ster­ne Alde­ba­ran im Stier, Rigel im Ori­on, Siri­us im Gro­ßen Hund, Pro­kyon im Klei­nen Hund und Pol­lux in den Zwil­lin­gen mar­kiert wird. Vom rech­ten Fuß­punkt des Ori­ons aus­ge­hend schlän­gelt sich noch der Fluss Eri­da­nus lang­sam zum Süd­ho­ri­zont her­ab.

Im Wes­ten

Im Wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Ster­ne des Herbst­him­mels. Das mar­kan­te Pega­sus­qua­drat, mit der unmit­tel­bar öst­lich anschlie­ßen­den Andro­me­da, steht schon sehr nied­rig über dem West­ho­ri­zont. Der Kopf des geflü­gel­ten Pfer­des ist zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit aber schon längst unter­ge­gan­gen. In einer dunk­len und mond­schein­lo­sen Nacht ent­de­cken wir im Stern­bild Andro­me­da die 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­re ent­fern­te Andro­me­da­ga­la­xie. Noch wei­ter höher befin­det sich das Stern­bild Per­seus. Auch hier soll­te unmit­tel­bar an der Spit­ze der Y‑förmigen Figur ein läng­li­cher Nebel­fleck erkenn­bar sein. Dabei han­delt es sich um den Dop­pel­stern­hau­fen h und Chi Persei.
Schau­en wir hoch in Rich­tung Süd­wes­ten ent­de­cken wir den öst­li­chen Teil des Stern­bilds Stier mit den bei­den Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den. Rechts unter­halb des Stiers und west­lich der Stern­ket­te der Andro­me­da befin­den sich die Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der. Dar­un­ter erkennt man eini­ge Ster­ne der Fische. Ein „Stern“ in die­ser Him­mel­re­gi­on sticht einem beson­ders ins Auge. Dabei han­delt es sich um den Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter, der sich noch halb­hoch am Him­mel befin­det. Schluss­end­lich wird er im Lau­fe der Nacht unter dem West­ho­ri­zont ver­schwin­den. Auch der Wal­fisch im Süd­wes­ten befin­det sich noch halb über dem Hori­zont. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te hoch im Nord­wes­ten sinkt nun auch die Kas­sio­peia, das so genann­te Himmels‑W, lang­sam zum Hori­zont her­ab. Unmit­tel­bar ober­halb der Vor­der­läu­fe des Pega­sus steht noch das unschein­ba­re Stern­bild Eidech­se.

Erwei­ter­te Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf die­ser Sei­te

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