Higgs-Boson entdeckt? – Oder deshalb ist Wissenschaft so spannend!

Seit eini­gen Mona­ten macht eine Nach­richt in der Wis­sen­schaft­ge­mein­de die Run­de, dass am euro­päi­schen Kern­for­schungs­zen­trum CERN bei Genf mit dem 27 Kilo­me­ter lan­gen Lar­ge Hadron Col­li­der (LHC) hand­fes­te Bele­ge gefun­den wur­den, dass das so genann­te Higgs-Teil­chen tat­säch­lich exis­tiert. Die­ses “Got­tes­teil­chen”, wie es in den Medi­en und bei eini­gen fin­di­gen Ver­le­gern ger­ne titu­liert wird, ist der letz­te wich­ti­ge Bau­stein für das Stan­dard­mo­dell der Teil­chen­phy­sik. Das Higgs-Teil­chen ver­leiht ande­ren Ele­men­tar­teil­chen (wie dem Elek­tron) eine Ruhe­mas­se.

ATLAS-Teil­chen­de­tek­tor am LHC

Heu­te Mor­gen wur­de die wahr­schein­li­che Ent­de­ckung des Higgs-Bosons in einer Pres­se­kon­fe­renz auch der Öffent­lich­keit bekannt gege­ben und die Chan­ce, einem zufäl­li­gen Ereig­nis auf­ge­ses­sen zu sein, mit weni­ger als 1,6 Mil­li­on zu eins ange­ge­ben. Zwei Expe­ri­men­te, näm­lich ATLAS und CMS, zei­gen unab­hän­gig von­ein­an­der ein star­ken Hin­weis auf das Teil­chen in einem Mas­sen­be­reich von 125 bis 126 GeV. Ob es sich nun wirk­lich um das seit fast 50 Jah­ren gesuch­te und vom bri­ti­schen Phy­si­ker Peter Higgs benann­te Teil­chen han­delt, oder um ein Teil­chen der so genann­ten Super­sym­me­trie (was sogar noch span­nen­der wäre), wer­den wei­te­re Expe­ri­men­te am LHC zei­gen. Man ist aber zuver­sicht­lich, etwas fun­da­men­ta­les für den Auf­bau der Mate­rie ent­deckt zu haben. Nur die Eigen­schaf­ten des Teil­chens kennt man heu­te noch nicht.

Wei­ter­füh­ren­de Links:

CERNPres­se­mit­tei­lung
Tagesschau.de – Phy­si­ker mel­den Fund des Got­tes­teil­chens
Spie­gel-Online – CERN gibt Ent­de­ckung von Teil­chen am LHC bekannt
Spie­gel-Online – Neu­er Blick auf unse­re Welt
Astronews.com – Higgs-Teil­chen am LHC ent­deckt?
Astro­dic­ti­cum Sim­plex – Hat man das Higgs-Teil­chen jetzt ent­deckt?
Sky­week 2.0 – Live Blog zum Higgs-Teil­chen
Sci­logs – Higgs-Teil­chen ent­deckt

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1 Kommentar

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    • Waldi on 28. Juli 2013 at 12:37

    Das Higgs-Teil­chen ver­leiht kei­ne Mas­se

    Im Teil­chen­be­schleu­ni­ger beim CERN soll mit einer Wahr­schein­lich­keit von 90 % das Higgs-Teil­chen gefun­den wor­den sein. Auch wenn man an die Theo­rie die­ses Rie­sen­teil­chens glaubt, das in sei­ne Bestand­tei­le zer­fällt und für die Mas­se aller ande­ren Teil­chen ver­ant­wort­lich ist, blie­be noch immer die Fra­ge: Wie ist denn das Higgs-Teil­chen zu sei­ner Mas­se gekom­men?

    Offen­sicht­lich war man beim CERN unter rie­si­gem Druck, ein Ergeb­nis zu prä­sen­tie­ren, wel­ches die hor­ren­den Kos­ten recht­fer­tigt. Ent­we­der hat man das Got­tes-Teil­chen gefun­den – inklu­si­ve Beweis, dass es ande­ren Teil­chen die Mas­se ver­lie­hen hat – oder nicht. Wenn man aber mit Wahr­schein­lich­kei­ten argu­men­tiert, erüb­rigt sich jede Nach­fra­ge, ob man defi­ni­tiv etwas von einer Ver­ga­be der Mas­se fest­ge­stellt hat. Eben­so hät­te man beim CERN sagen kön­nen, das Higgs-Teil­chen ist mit einer Wahr­schein­lich­keit von 50 % gefun­den wor­den. Denn dies bedeu­tet, dass man beim CERN noch nichts her­aus­ge­fun­den hat. Es wäre bes­ser gewe­sen, die Ver­ant­wort­li­chen hät­ten sich nicht auf die­sen 90 %-Wert geei­nigt. Denn es wird sich noch zei­gen, dass man bei die­sem Wert etwas zu hoch gegrif­fen hat – um genau 90 %. Aber inzwi­schen wer­den schon Ehrun­gen vor­ge­nom­men, Prei­se ver­lie­hen …

    Die­ses aus­fin­dig gemach­te Boson (eines von meh­re­ren Teil­chen beim CERN) hat nichts mit einem Teil­chen zu tun, das die Mas­se ver­leiht. Denn die Phy­si­ker haben eine völ­lig fal­sche Vor­stel­lung von Mas­se. Und die ehr­li­chen Phy­si­ker geben sogar zu, dass sie kei­ne Ahnung haben, was Mas­se ist.

    Wenn ein gro­ßes, ‘mas­si­ves’ Teil­chen wie das Higgs-Boson in sei­ne Bestand­tei­le zer­fällt, besit­zen natür­lich auch die neu ent­stan­de­nen Teil­chen eine Mas­se. Dar­aus zu schlie­ßen, die klei­nen Teil­chen hät­ten ihre Mas­se von dem gro­ßen Teil­chen erhal­ten, ist eine sehr eigen­ar­ti­ge Aus­drucks­wei­se. Die Denk­wei­se, die hin­ter dem Higgs-Teil­chen steckt, ist abzu­leh­nen. Denn sie erklärt über­haupt nicht, wie die aus Strah­lungs­en­er­gie ent­ste­hen­den Teil­chen und ihre Anti­teil­chen zu ihrer Mas­se kom­men. Zumin­dest ist der Umweg über ein angeb­li­ches Got­tes-Teil­chen, das allem die Mas­se ver­leiht, viel zu umständ­lich, als dass es der Rea­li­tät ent­spre­chen könn­te.

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