Jupiterbedeckung durch den Mond am 15. Juli 2012

Wenn das Wet­ter es zulässt kön­nen wir in den frü­hen Mor­gen­stun­den des 15. Juli eine Bede­ckung des -2,1 mag hel­len Jupi­ters und sei­ner Mon­de durch den abneh­men­den Mond ver­fol­gen. Jupi­ter steht zu die­sem Zeit­punkt inmit­ten des “Gol­de­nen Tor der Eklip­tik” zwi­schen dem Haupt­stern Alde­ba­ran und den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im Stern­bild Stier. Die Bede­ckung ist von ganz Norda­si­en und Euro­pa aus zu sehen, mit Aus­nah­me von Skan­di­na­vi­en, Groß­bri­tan­ni­en und der ibe­ri­schen Halb­in­sel. Das Ereig­nis beginnt, je nach Stand­ort, an der beleuch­te­ten Mond­sei­te zwi­schen 3:30 Uhr und 3:45 Uhr MESZ und endet am unbe­leuch­te­ten Mond­rand rund eine hal­be Stun­de spä­ter. Bis Jupi­ter voll­stän­dig hin­ter dem Mond ver­schwin­det, dau­ert es zwi­schen 1,3 bis 2,5 Minu­ten. Je wei­ter süd­lich man sich auf­hält, des­to län­ger ist auch das Ereig­nis zu beob­ach­ten. Des Wei­te­ren ist eine gute Sicht in Rich­tung Osten not­wen­dig, weil der Mond sich wäh­rend die­ser Zeit nur zwi­schen 10 bis 20 Grad hoch über dem Hori­zont befin­det. Für mei­nen Stand­ort Lüb­ben wird um 3:44 Uhr der Rie­sen­pla­net bedeckt. Die Bede­ckung endet dann um 4:20 Uhr.

Ein- und Aus­tritt Jupi­ters am Mond­rand – 15. Juli 2012

Obwohl unser Erd­tra­bant jeden Monat die Pla­ne­ten auf sei­ner Wan­de­rung ent­lang der Eklip­tik pas­siert, kommt es rela­tiv sel­ten zu einer Bede­ckung eines Pla­ne­ten. Die Bahn des Mon­des ist gegen­über der Eklip­tik um 5,5 Grad geneigt. Die Mond­kno­ten, der Schnitt­punkt der Mond­bahn mit der Eklip­tik, müs­sen sich dabei in der Nähe der hel­len Pla­ne­ten befin­den, um über­haupt ein Bede­ckungs­er­eig­nis beob­ach­ten zu kön­nen. Außer­dem steht unser Erd­tra­bant, je nach geo­gra­fi­scher Brei­te, bis zu einem Grad höher oder tie­fer am Him­mel, so dass es an eini­gen Stand­or­ten nur zu einer engen Begeg­nung mit den Pla­ne­ten und nicht zu einer Bede­ckung kommt. Am 15. Juli tref­fen aber alle Bedin­gun­gen zusam­men, so dass wir vom deutsch­spra­chi­gen Raum aus das Ereig­nis gut ver­fol­gen kön­nen.

Sicht­bar­keits­ge­biet der Jupi­ter­be­de­ckung vom 15. Juli 2012

Die Jupi­ter­be­de­ckung ist Dank der Hel­lig­keit des Pla­ne­ten mit blo­ßem Auge und in jedem Fern­glas und Tele­skop sicht­bar. Aber auch für Beob­ach­ter, die kei­ne opti­schen Hilfs­mit­tel benut­zen, ergibt sich ein schö­ner Anblick und vor allem für Foto­gra­fen ein inter­es­san­tes Motiv: Denn die schma­le Sichel des abneh­men­den Mon­des mit ihrem asch­grau­en Licht steht an die­sem Mor­gen direkt ober­halb von Venus, Alde­ba­ran und den Hya­den. Außer­dem kann in eini­gen Tei­len Deutsch­lands zeit­gleich eine strei­fen­de Stern­be­de­ckung des 6,1 mag hel­len Sterns HIP 20417 am nörd­li­chen Mond­rand beob­ach­tet wer­den. Beob­ach­ter, die die strei­fen­de Stern­be­de­ckung ver­fol­gen möch­ten, soll­ten sich des­halb ent­lang einer Linie zwi­schen Straß­burg, Bam­berg und Cott­bus auf­rei­hen. Im Süden Deutsch­land sowie in Öster­reich und der Schweiz wird der Stern sogar voll­stän­dig vom Mond bedeckt.

Him­mels­an­blick in Rich­tung Ost­him­mel am Mor­gen des 15. Juli 2012, 3:40 Uhr MESZ

Neben der Bede­ckung des Rie­sen­pla­ne­ten, lohnt es sich auch die Bede­ckung der vier hel­len Gali­lei­schen Mon­de Io, Euro­pa, Gany­med und Kal­lis­to zu ver­fol­gen. Dafür benutzt man am bes­ten ein Tele­skop und mitt­le­re Ver­grö­ße­run­gen. Denn die Mon­de wer­den vor allem zu Beginn der Bede­ckung vom hel­len Mond­rand mehr oder weni­ger über­strahlt. Deut­lich bes­ser ist dann der Aus­tritt zu ver­fol­gen vor­aus­ge­setzt, die Mor­gen­däm­me­rung ist nicht all zu weit fort­ge­schrit­ten. Die­ses Pro­blem haben vor allem Beob­ach­ter im Nor­den Deutsch­lands. Im Süden herr­schen auf­grund der spä­ter ein­set­zen­den Däm­me­rung deut­lich bes­se­re Beob­ach­tungs­be­din­gun­gen. Wäh­rend der Bede­ckung ver­schwin­den die Mon­de nicht plötz­lich hin­ter dem Mond­rand bzw. tau­chen wie­der auf, ähn­lich wie bei einer Stern­be­de­ckung. Weil die Mon­de eine schein­ba­re Aus­deh­nung von rund 1 Bogen­se­kun­de am Him­mel besit­zen, dau­ert es zwi­schen 2 und 3 Sekun­den.

Soll­te man auf­grund schlech­ten Wet­ters das Ereig­nis ver­pas­sen, kann man in den frü­hen Mor­gen­stun­den des 29. Novem­ber und 26. Dezem­ber 2012 aber­mals eine enge Begeg­nung zwi­schen unse­rem Erd­tra­ban­ten und Jupi­ter ver­fol­gen, die sehr gut in Feld­ste­chern und Tele­sko­pen beob­ach­tet wer­den kann.

Ein­tritts­zei­ten für ver­schie­de­ne Orte
 Ham­burgMün­chenWien
Euro­pa3:47 Uhr3:31 Uhr3:28 Uhr
Io3:50 Uhr3:34 Uhr3:31 Uhr
Jupi­ter3:51 – 3:53 Uhr3:35 – 3:37 Uhr3:33 – 3:35 Uhr
Gany­med3:58 Uhr3:42 Uhr3:40 Uhr
Kal­lis­to4:02 Uhr3:46 Uhr3:44 Uhr
HD 204174:22 Uhr4:18 Uhr
Aus­tritts­zei­ten für ver­schie­de­ne Orte
 Ham­burgMün­chenWien
Euro­pa4:13 Uhr4:12 Uhr4:14 Uhr
Io4:16 Uhr4:15 Uhr4:17 Uhr
Jupi­ter4:17 – 4:19 Uhr4:16 – 4:18 Uhr4:18 – 4:20 Uhr
Gany­med4:25 Uhr4:24 Uhr4:26 Uhr
Kal­lis­to4:30 Uhr4:29 Uhr4:31 Uhr
HD 204174:45 Uhr4:51 Uhr

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  1. […] den Mor­gen­stun­den des 15. Juli 2012 konn­te vom deutsch­spra­chi­gen Raum aus eine Jupi­ter­be­de­ckung durch den abneh­men­den Mond beob­ach­tet wer­den. Ähn­lich wie beim Venus­durch­gang hat­ten die […]

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