Der Sternhimmel im Monat Dezember 2012

Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats steht der abneh­men­de Mond in den Zwil­lin­gen. In den dar­auf­fol­gen­den Näch­ten wan­dert der Erd­tra­bant wei­ter durch die Stern­bil­der Krebs und Löwe und wird dabei mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Zum Niko­laus­tag am 6. Dezem­ber ist abneh­men­der Halb­mond. Nach­dem der Mond auch das Stern­bild Jung­frau hin­ter sich gelas­sen hat, kön­nen wir am Mor­gen des 11. Dezem­ber die schma­le Sichel – die sich west­lich des Mor­gen­sterns Venus auf­hält – zum letz­ten Mal mit unbe­waff­ne­tem Auge und tief im Osten in der Waa­ge beob­ach­ten. Aller­dings kön­nen wir noch einen Mor­gen spä­ter ver­su­chen, die äußerst schma­le Mond­si­chel kurz vor Son­nen­auf­gang unter­halb von Mer­kur und mit Hil­fe eines Feld­ste­chers auf­zu­spü­ren. Am 13. Dezem­ber ist dann schließ­lich die Neu­mond­pha­se erreicht. 
Am Abend des 14. Dezem­ber steht die schma­le und nur 31 Stun­den alte Mond­si­chel tief im Süd­wes­ten im Stern­bild Schüt­ze. Nur einen Abend spä­ter befin­det sich die Mond­si­chel ober­halb von Mars. Die dar­auf­fol­gen­den Aben­de wan­dert unser stil­ler Beglei­ter wei­ter durch die Stern­bil­der Stein­bock und Was­ser­mann. Am 20. steht der Mond als zuneh­men­der Halb­mond in den Fischen. Am 23. Dezem­ber hat er bereits den Wid­der erreicht und zu Hei­lig­abend das Stern­bild Stier. Am Abend des 25. Dezem­ber steht der Erd­tra­bant zwi­schen den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im Gol­de­nen Tor der Eklip­tik und in der Nähe des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter. Die dich­tes­te Annä­he­rung an Jupi­ter erfolgt in den frü­hen Mor­gen­stun­den des 26. Dezem­ber, wenn der Mond weni­ger als 1 Grad von Jupi­ter ent­fernt steht. In Süd­afri­ka und Süd­ame­ri­ka fin­det zu die­sem Zeit­punkt eine Jupi­ter­be­de­ckung statt. Voll­mond ist schließ­lich am 28. des Monats im Stern­bild Zwil­lin­ge. In den letz­ten bei­den Näch­ten des Jah­res kön­nen wir den Erd­tra­ban­ten schließ­lich im Stern­bild Krebs beobachten.

Die Planeten

Der inners­te Pla­net des Son­nen­sys­tems Mer­kur ist auf­grund der stei­len Eklip­tik­la­ge in der ers­ten Monats­hälf­te güns­tig am Mor­gen­him­mel sicht­bar und erreicht am 5. Dezem­ber mit 20°33′ und ‑0,5 mag Hel­lig­keit eine größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Am 1. Dezem­ber geht der ‑0,4 mag hel­le Mer­kur um 5:51 Uhr auf. Rund 20 Minu­ten spä­ter kann man ver­su­chen, ihn dicht über dem Süd­ost­ho­ri­zont auf­zu­spü­ren. Bis kurz nach 7 Uhr ver­blasst er nach und nach in der wei­ter fort­schrei­ten­den Mor­gen­däm­me­rung. Am 15. Dezem­ber erfolgt der Mer­kur­auf­gang sogar erst um 6:30 Uhr. Danach wird es zuneh­mend schwie­ri­ger, den Pla­ne­ten über dem Hori­zont auf­zu­spü­ren, weil er wie­der näher an die Son­ne rückt.

Venus zieht sich ab der Monats­mit­te vom Mor­gen­him­mel zurück. Am 18. des Monats wech­selt sie vom Stern­bild Waa­ge kom­mend in den Skor­pi­on und am 22. schließ­lich in den Schlan­gen­trä­ger. Die Auf­gän­ge ver­spä­ten sich von anfangs 5:09 Uhr auf 6:37 Uhr. Bis zum Monats­en­de geht die Hel­lig­keit wie­der auf ‑3,9 mag zurück. Im Fern­rohr zeigt sich die 11 Bogen­se­kun­den gro­ße Venus mit 94% nahe­zu voll beleuch­tet. Am 11. Dezem­ber kann man die Sichel des abneh­men­den Mon­des in der Nähe von Venus und Saturn beob­ach­ten. Am 19. Dezem­ber zieht Venus in nur 0,5 Grad nörd­li­chen Abstand am 2,4 mag hel­len Stern Beta Scor­pii vorbei.

Mars befin­det sich immer noch mit 1,2 mag Hel­lig­keit tief über dem süd­west­li­chen Hori­zont am Abend­him­mel. Aller­dings ist er ein schwie­ri­ges Objekt und mit etwas Glück nach Son­nen­un­ter­gang noch bis Anfang Janu­ar 2013 sicht­bar. Er bewegt sich wei­ter rück­läu­fig durch das Stern­bild Schüt­ze und wech­selt am 25. Dezem­ber in den Stein­bock. Mars geht zu Monats­be­ginn um 17:55 Uhr unter. Zum Ende des Jah­res ver­schwin­det er bereits um 18:03 Uhr unter die Hori­zont­li­nie. Am 18. April 2013 kommt Mars schließ­lich in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und ist dann am wei­tes­ten von der Erde entfernt.

Jupi­ter bewegt sich recht­läu­fig durch den Stier und kommt am 3. Dezem­ber in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Damit ist der Rie­sen­pla­net die gan­ze Nacht über sicht­bar und erreicht gegen Mit­ter­nacht sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden. Mit einer Hel­lig­keit von ‑2,8 mag ist er das hells­te und auf­fäl­ligs­te Gestirn am Abend­him­mel. Am Tag der Oppo­si­ti­on geht Jupi­ter um 15:48 Uhr auf und erreicht um 23:51 Uhr, kurz vor Mit­ter­nacht, den Meri­di­an. Der Unter­gang des Rie­sen­pla­ne­ten erfolgt am nächs­ten Mor­gen um 7:53 Uhr. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Unter­gän­ge auf 5:51 Uhr. Die Ent­fer­nung zur Erde beträgt zum Oppo­si­ti­ons­zeit­punkt 4,07 AE bzw. 609 Mil­lio­nen Kilo­me­ter und sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser 48,5 Bogen­mi­nu­ten. Im Lau­fe des Monats kann sei­ne Wan­de­rung im Stier gut ver­folgt wer­den, hält er sich doch eini­ge Grad nörd­lich vom Haupt­stern Alde­ba­ran auf. Am 12. des Monats erreicht Jupi­ter schließ­lich den gerings­ten Abstand zu Alde­ba­ran und ist dann 4,7 Grad nörd­lich des Haupt­sterns sicht­bar. In der Nacht vom 25. auf den 26. Dezem­ber erhält er noch Besuch vom zuneh­men­den Mond.

Saturn ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und steht zu Beginn der Däm­me­rung schon höher im Süd­os­ten. Am 6. Dezem­ber wan­dert er vom Stern­bild Jung­frau kom­mend recht­läu­fig in die Waa­ge. Am 1. Dezem­ber geht der Ring­pla­net um 4:40 Uhr auf. Am 31. Dezem­ber erfolgt sein Auf­gang bereits um 2:58 Uhr. Im Fern­rohr erscheint das Pla­ne­ten­scheib­chen zum Jah­res­wech­sel 39 Bogen­se­kun­den groß. Der Ring, bei dem wir zur­zeit auf die Nord­sei­te bli­cken, ist nun wie­der 19 Grad geöff­net und ein beein­dru­cken­der Anblick im Fernrohr.

Ura­nus, im Stern­bild Fische, ist ein Objekt für die ers­te Nacht­hälf­te und kul­mi­niert schon bei Ein­bruch der Dun­kel­heit. Der Pla­net kommt am 13. Dezem­ber zum Still­stand und wird dann wie­der recht­läu­fig. Damit endet auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Im Fern­rohr zeigt sich ein 3,4 Bogen­se­kun­den gro­ßes und blau­grü­nes Scheib­chen. Der 5,8 mag hel­le Ura­nus geht am 1. des Monats um 1:51 Uhr unter. Ende des Monats ver­schwin­det der Pla­net bereits zwei Stun­den frü­her unter die Horizontlinie.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun bewegt sich immer schnel­ler wer­dend rück­läu­fig durch das Stern­bild Was­ser­mann. Er ist zu Beginn der Abend­däm­me­rung schon im Süd­wes­ten sicht­bar. Bis Ende des Jah­res rutscht er zuneh­mend in Rich­tung Hori­zont her­ab, so dass sich sei­ne Sicht­be­din­gun­gen merk­bar ver­schlech­tern. Die Unter­gän­ge des 7,9 mag hel­len und schein­bar 2,4 Bogen­se­kun­den gro­ßen Pla­ne­ten ver­frü­hen sich bis zum Ende des Jah­res von 22:33 Uhr auf 20:38 Uhr.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to kommt am 30. Dezem­ber im Schüt­zen in Kon­junk­ti­on zur Son­ne und ist dann 33,34 AE oder 4,98 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von der Erde entfernt.

Helle Kometen und Planetoiden

Der zir­kum­po­la­re Komet C/2012 K5 (LINEAR) erreich­te Ende des Vor­mo­nats sein Peri­hel. Am 31. Dezem­ber kommt der Komet mit einer Ent­fer­nung von 44 Mil­lio­nen Kilo­me­ter in Erd­nä­he und könn­te ab der Monats­mit­te hel­ler als 10 Grö­ßen­klas­sen wer­den. Damit wäre der Komet schon leicht in klei­nen Instru­men­ten beob­acht­bar. Der Komet bewegt sich zunächst ent­lang des Gro­ßen Wagens in das Stern­bild Luchs und ist damit für mit­tel­eu­ro­päi­sche Ver­hält­nis­se opti­mal am Him­mel platziert.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres kommt am 18. Dezem­ber im Stern­bild Stier in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 6,7 mag. Mit die­ser Hel­lig­keit ist der Zwerg­pla­net schon sehr leicht in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen sicht­bar. Die Erd­nä­he erreicht der Him­mels­kör­per aber erst zwei Tage spä­ter mit 1,68 AE bzw. 252 Mil­lio­nen Kilo­me­ter. Zu Beginn des Monats geht die 7,3 mag hel­le Ceres um 1:26 Uhr durch den Meri­di­an und am 31. Dezem­ber, nun bereits wie­der 7,1 mag hell, schon um 22:54 Uhr.

(2) Pal­las kann im Stern­bild Wal­fisch auf­ge­fun­den wer­den. Die Hel­lig­keit geht im Lau­fe des Dezem­bers von anfangs 9,3 mag auf 9,6 mag wie­der zurück. Die Unter­gän­ge des Aste­ro­iden ver­frü­hen sich von anfangs 23:50 Uhr auf 22:17 Uhr.

(4) Ves­ta, rück­läu­fig im Stern­bild Stier, kommt am 9. Dezem­ber in Erd­nä­he und erreicht eine Hel­lig­keit von 6,4 mag. Damit ist Ves­ta eben­falls ein leich­tes Objekt für jedes Fern­glas. Am Oppo­si­ti­ons­tag befin­det sich der Him­mels­kör­per 1,59 AE oder 238 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Am 1. des Monats steht der 6,6 mag hel­le Pla­ne­to­id um 0:40 Uhr im Süden. Am letz­ten Tag des Jah­res erreicht die nun wie­der 6,9 mag hel­le Ves­ta bereits um 22:07 Uhr den Meridian.

Aste­ro­id Nr. 9 Metis erreicht am 1. Janu­ar 2013 mit 8,5 mag Hel­lig­keit im Stern­bild Zwil­lin­ge die Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Zu Beginn des Monats beträgt die Hel­lig­keit noch 9,2 mag. Bis Monats­en­de erreicht sie auch immer frü­her den Meri­di­an. Am 1. Dezem­ber steht Metis um 2:41 Uhr im Süden und am 31. Dezem­ber bereits um 0:18 Uhr. Am Mor­gen des 13. Dezem­ber kann man den Aste­ro­iden in der Nähe von 47 Gemi­no­rum (5,8 mag) auf­fin­den. Der gegen­sei­ti­ge Abstand beträgt nur 2 Bogenminuten.

Die Hel­lig­keit von (349) Dem­bow­s­ka geht bis Monats­en­de von anfangs 9,6 mag auf 10,1 mag wie­der zurück. Sie bewegt sich recht­läu­fig durch den Stier und steht am 1. Dezem­ber um 23:42 Uhr in ihrem höchs­ten Punkt im Süden. Am Sil­ves­ter­abend erfolgt der Meri­diandurch­gang bereits um 21:20 Uhr.

Meteorströme

Vom 7. bis 17. Dezem­ber macht sich der teils ergie­bi­ge Mete­or­strom der Gemi­ni­den bemerk­bar, des­sen Aus­strah­lungs­punkt (Radi­ant) sich im Stern­bild Zwil­lin­ge, knapp 1 Grad süd­west­lich vom Haupt­stern Kas­tor ent­fernt befin­det. Das Maxi­mum ist in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezem­ber kurz nach Mit­ter­nacht zu erwar­ten. Da am 13. Dezem­ber auch Neu­mond ist und der Radi­ant mit 70 Grad hoch am Him­mel steht, ist die­ser Strom opti­mal zu beob­ach­ten. Vor­aus­ge­setzt man sucht einen dunk­len Stand­ort fern der Städ­te auf. Dann sind auch bis zu 120 Meteo­re sicht­bar, die mit­un­ter auch sehr hel­le Exem­pla­re beinhal­ten kön­nen. Im Jahr 2009 wur­de sogar eine Zeni­tra­te von annä­hernd 140 Gemi­ni­den pro Stun­de regis­triert. Die Stern­schnup­pen der Gemi­ni­den sind rela­tiv lang­sam und tre­ten mit Geschwin­dig­kei­ten von 35 Kilo­me­tern pro Sekun­de in die Erd­at­mo­sphä­re ein. Mit­un­ter sind auch sehr hel­le Exem­pla­re dabei. Als Mut­ter­kör­per gilt der Aste­ro­id (3200) Pha­e­thon, der – wie man annimmt – ein „erlo­sche­ner“ Komet zu sein scheint.

Vom 16. bis 26. Dezem­ber tau­chen die Ursi­den auf, des­sen zir­kum­po­la­rer Radi­ant sich im Stern­bild Klei­ner Bär befin­det. Damit sind die Ursi­den die gan­ze Nacht über zu beob­ach­ten. Das schar­fe Maxi­mum fin­det in der Nacht vom 21. Auf den 22. Dezem­ber gegen Mit­ter­nacht statt. Lei­der stört zu die­sem Zeit­punkt der zuneh­men­den Mond. In der Regel sind 10 bis 20, manch­mal sogar mehr Stern­schnup­pen zu erwar­ten, die eine Geschwin­dig­keit von 35 Kilo­me­tern pro Sekun­de besit­zen. Als Ursprungs­kör­per gilt der peri­odi­sche Komet 8P/Tuttle.

Der rela­tiv unbe­kann­te Strom der Coma Bere­ni­ci­den tritt zwi­schen dem 12. Dezem­ber bis 23. Janu­ar in Erschei­nung, mit einem schwach aus­ge­präg­ten Maxi­mum von 5 bis 10 Meteo­ren pro Stun­de am 19. Dezem­ber. Der Radi­ant ver­la­gert sich im Akti­vi­täts­zeit­raum vom Stern­bild Löwe in das Haar der Bere­ni­ke. Die Teil­chen der Coma Bere­ni­ci­den sind mit 65 Kilo­me­tern pro Sekun­de sehr schnel­le Objekte.

Der nörd­li­che Zweig der Tau­ri­den wird ab dem 10. Dezem­ber zur eklip­ti­ka­len Akti­vi­tät der Ant­he­lionquel­le gezählt. Die Teil­chen tre­ten dabei mit einer Geschwin­dig­keit von 30 km/s in die Atmo­sphä­re ein und ver­ur­sa­chen recht lang­sa­me Meteorspuren.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. Dezem­ber 2012 um 22:00 MEZ

Im Nor­den

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit befin­det sich die Figur des Gro­ßen Wagens – ein Teil des Stern­bilds Gro­ßer Bär – senk­recht und immer noch recht nied­rig über dem Nord­ost­ho­ri­zont. Ver­län­gern wir die bei­den hin­te­ren Ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, haben wir auch den Polar­stern gefun­den, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern ist der Haupt­stern des Klei­nen Bären, der nun mit dem dar­un­ter lie­gen­den Stern­bild des Dra­chen sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont erreicht hat.
Wei­ter öst­lich und ober­halb des Gro­ßen Bären sehen wir in einer dunk­len Nacht die schwa­chen Ster­ne der Stern­bil­der Giraf­fe und Luchs, die nun fast die Zenitre­gi­on erreicht haben. Deut­lich auf­fäl­li­ger hoch im Nord­wes­ten ist aber die Kas­sio­peia, im Volks­mund auch als „Himmels‑W“ bekannt. Dar­un­ter erkennt man noch das Stern­bild Kepheus, das die Form eines Haus­da­ches besitzt. Dicht über dem Hori­zont im Nord­wes­ten fun­kelt noch der hel­le Stern Wega im Stern­bild Lei­er gemäch­lich vor sich hin. Öst­lich davon befin­det sich das Stern­bild Schwan mit sei­nem hel­len Haupt­stern Deneb.

Im Osten

Der süd­öst­li­che Him­mel wird nun von den hel­len Win­ter­stern­bil­dern domi­niert. Die hells­ten Ster­ne die­ser Stern­bil­der bil­den das so genann­te Win­ter­sechs­eck. Zum Win­ter­sechs­eck gehö­ren Kapel­la im Fuhr­mann, Alde­ba­ran im Stier, Rigel im Ori­on, Siri­us im Gro­ßen Hund, Pro­kyon im Klei­nen Hund sowie Pol­lux in den Zwil­lin­gen. Direkt im Osten hoch am Him­mel steht die gelb­lich leuch­ten­de Kapel­la im Stern­bild Fuhr­mann. Dar­un­ter sind die bei­den Stern­ket­ten der Zwil­lin­ge mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux sicht­bar. Noch wei­ter in Rich­tung Süd­os­ten befin­den sich der Stier, mit dem röt­lich erschei­nen­den Haupt­stern Alde­ba­ran. In die­sem Stern­bild hält sich zur Zeit der Jupi­ter auf, der das hells­te Gestirn in die­sem Him­mels­ab­schnitt ist und sich ober­halb von Alde­ba­ran auf­hält. Unter­halb des Stiers ent­de­cken wir den Him­mels­jä­ger Orion.
Unter­halb des Fuhr­manns befin­den sich die Zwil­lin­ge und noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont der unschein­ba­re Krebs. Öst­lich davon steht der Stern Pro­kyon im Klei­nen Hund. Dar­un­ter ist auch schon das unschein­ba­re Stern­bild Ein­horn auf­ge­gan­gen. Am Auf­fäl­ligs­ten unter den hel­len Ster­nen in die­sem Him­mels­ab­schnitt ist aber Siri­us, der hells­te Stern an unse­rem Him­mel, im Stern­bild Gro­ßer Hund. Die­ser befin­det sich momen­tan noch dicht über dem Hori­zont im Süd­os­ten. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Ost­punk­tes geht gera­de das Früh­lings­stern­bild Löwe auf. Ober­halb des Löwen­kop­fes befin­den sich noch die unschein­ba­re Stern­bil­der Klei­ner Löwe, sowie der Kopf und die Vor­der­pran­ken des Stern­bilds Gro­ßer Bär.

Im Süden

Bli­cken wir senk­recht nach oben sehen wir das Stern­bild Per­seus in sei­ner höchs­ten Stel­lung. Wei­ter öst­lich wird auch das Stern­bild Fuhr­mann, mit der hell leuch­ten­den Kapel­la, bald den Meri­di­an über­schrei­ten. Unter­halb der bei­den Stern­bil­der befin­det sich der Stier, mit dem röt­li­chen Haupt­stern Alde­ba­ran, dem Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter und den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den. Dar­un­ter fällt der mäch­ti­ge Him­mels­jä­ger Ori­on auf, der aus zahl­rei­chen hel­len Ster­nen besteht. Auf­fäl­lig an die­sem Stern­bild sind ins­be­son­de­re die drei mar­kan­ten Gür­tel­ster­ne. Der obe­re und röt­lich leuch­ten­de Schul­ter­stern heißt Betei­geu­ze. Der bläu­li­che Stern Rigel mar­kiert hin­ge­gen den rech­ten Fuß­punkt des Himmelsjägers.
Unter­halb des Him­mels­jä­gers ist das Stern­bild Hase erkenn­bar. Auch der hells­te Stern des Him­mels und Haupt­stern des Gro­ßen Hun­des, Siri­us, ist soeben über dem Süd­ost­ho­ri­zont erschie­nen. West­lich vom Ori­on geht gera­de der Fluss Eri­da­nus durch den Meri­di­an. Noch wei­ter west­lich davon befin­den sich der Wal­fisch und dar­über die Stern­bil­der Fische, Drei­eck, Wid­der und Andromeda.

Im Wes­ten

Der West­him­mel wird noch vom mäch­ti­gen Pega­sus domi­niert. Aller­dings ver­sin­ken sei­ne Ster­ne im Lau­fe der Nacht lang­sam aber sicher unter die Hori­zont­li­nie. Senk­recht über dem Pega­sus­qua­drat fin­den wir noch die Ster­nen­ket­te der Andro­me­da. Hier kön­nen wir in genü­gend gro­ßer Beob­ach­tungs­hö­he noch das am wei­tes­ten ent­fern­te Objekt beob­ach­ten, das wir noch mit unbe­waff­ne­tem Auge erken­nen kön­nen, die Andro­me­da­ga­la­xie in 2,5 Mio. Lj. Entfernung.
Hoch im Süd­wes­ten und öst­lich der Andro­me­da ste­hen die klei­nen Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der. Unter­halb von Wid­der und Drei­eck befin­den sich die unschein­ba­ren Fische. Bli­cken wir hoch in den Nord­wes­ten ent­de­cken wir das „Himmel‑W“, die Kas­sio­peia, sowie das Stern­bild Kepheus. Unter­halb die­ser bei­den Stern­bil­der befin­det sich die unschein­ba­re Eidech­se. Dicht über dem nord­west­li­chen Hori­zont soll­te noch das Som­mer­stern­bild Schwan mit sei­nem hel­len und weiß erschei­nen­den Haupt­stern Deneb erkenn­bar sein.

Mehr Infor­ma­tio­nen und Gra­fi­ken zum aktu­el­len Stern­him­mel fin­det ihr auf die­ser Sei­te.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.