2012 DA14 und der russische Feuerball

Wirk­lich scha­de, dass wie­der ein­mal das Wet­ter nicht mit­spiel­te und der his­to­ri­sche Vor­bei­flug des 45 Meter gro­ßen Aste­roi­den 2012 DA14 in weni­ger als 28.000 Kilo­me­ter Ent­fer­nung in wei­ten Tei­len Deutsch­land nicht beob­ach­tet wer­den konn­te. So saß auch ich gegen 20:30 Uhr, als der Aste­ro­id von mei­nem Hei­mat­ort aus gese­hen sich über dem Hori­zont schie­ben soll­te, unter einer geschlos­se­nen Wol­ken­de­cke. Wenigs­tens konn­te der Vor­bei­fug auf einem Upstream via NASA-TV Live ver­folgt wer­den.

Rus­si­an mete­or crash Feb 15, 2013 – unre­la­ted to Aste­ro­id DA14

Dafür ent­schä­dig­te just an die­sem Mor­gen der Fall eines ver­mut­lich 15 Meter gro­ßer Gesteins­bro­cken um 3:20 Uhr UT über dem Ural­ge­bir­ge in Russ­land die Situa­ti­on. Die Druck­wel­le beim Aus­ein­an­der­bre­chen des Meteo­ri­ten in 14 bis 20 Kilo­me­tern Höhe ließ im Umkreis der Stadt Tschel­ja­binsk zahl­rei­che Fens­ter­schei­ben und sogar Mau­ern zu Bruch gehen. Ins­ge­samt wur­den über 1000 Men­schen vor­wie­gend durch Glas­split­ter ver­letzt. Dank You­tube und Twit­ter war man sprich­wört­lich Live dabei, als früh am Mor­gen zahl­rei­che Mel­dun­gen zum rus­si­schen Feu­er­ball nach und nach ein­tru­del­ten und schließ­lich noch die Medi­en auf den Meteo­ri­ten­zug auf­spran­gen. Schnell wur­de spe­ku­liert, ob der Fall was mit dem Vor­bei­flug von 2012 DA14 zu tun haben könn­te, was aber nahe­zu aus­ge­schlos­sen ist, da sich der „Rus­si­an Mete­or“ aus einer ande­ren Him­mels­rich­tung der Erde näher­te. Spä­ter am Abend waren dann eini­ge wei­te­re Fak­ten bekannt: Dem­nach ver­ur­sach­te ver­mut­lich ein 7000 Ton­nen schwe­res und 15 Meter gro­ßes Objekt, was mit einer Geschwin­dig­keit von mehr als 65.000 km/h und einem Win­kel von 20° in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drang, eine Explo­si­on in der Atmo­sphä­re, die einer Deto­na­ti­on einer 300 kt Atom­bom­be gleich­kam – was unge­fähr dem 24fachen der Hiro­shi­ma-Bom­be ent­spricht. Die Fol­ge war ein grel­ler Licht­blit­ze, eine lan­ge und gut sicht­ba­re Rauch­spur sowie spä­ter ein lau­ter Über­schall­knall mit gleich­zei­tig ein­tref­fen­der Druck­wel­le. Eini­ge kilo­schwe­re Bruch­stü­cke des Objekts sol­len in der Nähe von Tschel­ja­binsk nie­der­ge­gan­gen sein. Und auch das Foto eines kreis­run­den Lochs in einem nahe­ge­le­ge­nen Sees, wur­de sehr bald als poten­ti­el­ler „Meteo­ri­ten­kra­ter“ ver­öf­fent­licht. Die nächs­ten Tage wer­den wohl wei­te­re Ergeb­nis­se brin­gen. Viel­leicht kann dann genau­er gesagt wer­den, wie groß der klei­ne Aste­ro­id, der am 15. Febru­ar 2013 mor­gens in Russ­land für Auf­re­gung sorg­te, denn nun tat­säch­lich gewe­sen ist.

Meteo­ri­te crash in Rus­sia: Video of mete­or explo­si­on that stir­red panic in Urals regi­on

Übri­gens ist es kei­nes­falls so sel­ten, dass ein Objekt von eini­gen Metern Grö­ße in die Erd­at­mo­sphä­re ein­dringt und zer­bricht. Schließ­lich reg­nen jeden Tag gleich meh­re­re Ton­nen Meteo­ri­ten­ma­te­ri­al auf die Erde. Aller­dings ist es äußerst sel­ten, dass das Aus­ein­an­der­bre­chen eines grö­ße­ren Objekts in einer dicht besie­del­ten Regi­on der Erde statt­fin­det, beob­ach­tet und sogar doku­men­tiert wer­den kann. Ein äußerst glück­li­cher Zufall auch, dass gleich zwei spek­ta­ku­lä­re Ereig­nis­se mit klei­nen Aste­roi­den am sel­ben Tag statt­fan­den! Auch wur­de der Öffent­lich­keit recht ein­drucks­voll mal vor Augen geführt, war­um die auto­ma­ti­sche Suche nach poten­ti­ell gefähr­li­chen Aste­roi­den (so genann­ten Erd­bahn­kreu­zern oder NEOs), um die­se Objek­te so früh wie irgend mög­lich zu ent­de­cken, durch­aus Sinn macht und das Geld dar­in gut inves­tiert ist.

Quel­len: Uni­ver­se Today, Sky­week 2.0, Go for Launch, Him­mels­lich­ter, Clear Sky Blog,  Samm­lung von You­tube-Clips

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1 Kommentar

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    • Andreas on 17. Februar 2013 at 17:58

    Hier noch eine Sei­te mit sehr vie­len Vide­os zum Meto­ri­ten­fall.

  1. […] Eis­loch ver­lief der­weil ergeb­nis­los, wei­te­re Arti­kel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, , hier und hier – wo man mal eben das Wort “Meteo­rid” erfun­den und kon­se­quent benutzt, […]

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