Der Sternhimmel im Monat März 2013

Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats steht der abneh­men­de Mond nur 1,5 Grad neben dem Haupt­stern Spi­ca im Stern­bild Jung­frau am Mor­gen­him­mel. Nur einen Mor­gen spä­ter befin­det sich der Erd­tra­bant zwi­schen Spi­ca und Saturn. Danach wird der Mond mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 3. des Monats hat die­ser den Pla­ne­ten Saturn bereits hin­ter sich gelas­sen und befin­det sich im Stern­bild Waa­ge. Am 4. März ent­de­cken wir den Halb­mond ober­halb von Ant­ares, dem Haupt­stern des Skor­pi­ons. Am 5. hat er bereits den Schlan­gen­trä­ger und am 6. März das Stern­bild Schüt­zen erreicht. Am 10. März kön­nen wir dann zum letz­ten Mal die abneh­men­de Mond­si­chel in der Mor­gen­däm­me­rung tief über dem öst­li­chen Hori­zont ent­de­cken, bis am 11. März schließ­lich die Neu­mond­pha­se erreicht ist. 
Schon am nächs­ten Abend kön­nen wir ver­su­chen, die schma­le zuneh­men­de Mond­si­chel dicht über dem West­ho­ri­zont in den Fischen zu ent­de­cken. Sie befin­det sich dabei etwas ober­halb von Mars, der in der hel­len Abend­däm­me­rung aller­dings nicht zu erken­nen ist. Am 15. steht der Mond schließ­lich im Stern­bild Wid­der. Am 17. des Monats befin­det sich unser stil­ler Erd­be­glei­ter zwi­schen den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im Stier und nur 3,5 Grad von Jupi­ter ent­fernt im so genann­ten „Gol­de­nen Tor der Eklip­tik“. Mond, Jupi­ter und der Haupt­stern des Stiers Alde­ba­ran bil­den zusam­men ein annä­hernd gleich­schenk­li­ges Drei­eck. Am 19. März steht der zuneh­men­de Halb­mond im Ori­on und am 21. hat er bereits die Zwil­lin­ge erreicht. Er wan­dert wei­ter durch die Zwil­lin­ge und erreicht am 23. schließ­lich das Stern­bild Krebs, bis er in der Nacht vom 24. Auf den 25. März nahe Regu­lus im Löwen zu fin­den ist. Am 27. des Monats ent­de­cken wir den Erd­tra­ban­ten als Voll­mond im Stern­bild Jungfrau.
Nur einen Abend spä­ter steht der Mond aber­mals zwi­schen Spi­ca und dem Ring­pla­ne­ten Saturn. Am 30. des Monats fin­den wir ihn schließ­lich etwas unter­halb des Ring­pla­ne­ten im Stern­bild Waa­ge, das er bis Monats­en­de auch nicht mehr verlässt.

Die Planeten

Mer­kur war im Vor­mo­nat am Abend­him­mel sicht­bar und kommt am 4. März in eine unte­re Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Danach ent­fernt sich der Pla­net schnell rück­läu­fig von ihr. Sein west­li­cher Win­kel­ab­stand nimmt zu. Am 31. März steht der zur Hälf­te beleuch­te­te und 0,5 mag hel­le Mer­kur mit 27°50′ in sei­ner größ­ten west­li­chen Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Nur zwei Tage spä­ter durch­läuft der Pla­net das Aphel sei­ner Bahn. Trotz des gro­ßen Abstan­des reicht es in unse­ren Brei­ten aller­dings nicht für eine Mor­gen­sicht­bar­keit des flin­ken Pla­ne­ten, da die Eklip­tik am Mor­gen­him­mel flach zum Hori­zont ver­läuft und Mer­kur nur einen Höhen­vor­sprung von gera­de ein­mal 6 Grad zur Son­ne besitzt.

Venus steht am 28. März in obe­rer Kon­junk­ti­on zur Son­ne und hält sich mit unse­rem Zen­tral­ge­stirn am Tag­him­mel auf. Dem­zu­fol­ge ist unser Schwes­ter­pla­net eben­falls nicht zu sehen. Am Tag der Kon­junk­ti­on ist Venus mit 258 Mil­lio­nen Kilo­me­ter am wei­tes­ten von der Erde entfernt.

Unser roter Nach­bar Mars tritt zu Monats­be­ginn in das Stern­bild Fische über und ist eben­falls nicht sicht­bar, da sein öst­li­cher Win­kel­ab­stand von Son­ne von anfangs 11 Grad bis zum Ende des Monats auf 4 Grad rasch abnimmt. Am 22. März zieht Mars nur 40 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich an Ura­nus vor­bei, was auf­grund sei­ner Nähe zur Son­ne nicht beob­ach­tet wer­den kann.

Jupi­ter bewegt sich immer schnel­ler wer­dend wei­ter recht­läu­fig durch das Stern­bild Stier. Der Rie­sen­pla­net ist ein Objekt für die ers­te Nacht­hälf­te und steht bei Ein­bruch der Dun­kel­heit schon im Süd­wes­ten. Zu Beginn des Monats beträgt sei­ne Hel­lig­keit noch ‑1,9 mag und sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser 39 Bogen­se­kun­den. Bis zum Ende des Monats neh­men die­se auf ‑1,7 mag bzw. 36 Bogen­se­kun­den ab. Die Unter­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 1:56 Uhr auf 0:19 Uhr (1:19 Uhr Som­mer­zeit). Jupi­ter hält sich in der Nähe des offe­nen Ster­hau­fens der Hya­den auf und zieht am 24. März in nur 5 Grad nörd­li­chen Abstand an Alde­ba­ran, dem Haupt­stern des Stiers, vor­bei. Eine Woche vor­her, am 17. des Monats, steht die zuneh­men­de Mond­si­chel in der Nähe des Riesenplaneten.

Der Ring­pla­net Saturn zieht wei­ter rück­läu­fig durch die Waa­ge und nähert sich sei­ner Oppo­si­ti­ons­stel­lung, die aller­dings erst Ende April erreicht wird. Lang­sam aber sicher wird Saturn ein Pla­net für die gesam­te Nacht. Die Hel­lig­keit steigt von anfangs 0,6 auf 0,45 mag. Am 1. März geht Saturn um 23:08 Uhr auf. Am 31. März erfolgt sein Auf­gang bereits um 21:02 Uhr (22:02 Uhr Som­mer­zeit). Am 29. März zieht der abneh­men­de Mond am Ring­pla­ne­ten vorbei.

Ura­nus, im Grenz­ge­biet der Stern­bil­der Wal­fisch und Fische, erreicht am 29. März die Kon­junk­ti­on mit der Son­ne. Somit ist der Pla­net den gesam­ten Monat über unbe­ob­acht­bar und hält sich mit unse­rem Zen­tral­ge­stirn am Tag­him­mel auf. Am Tag der Kon­junk­ti­on ist Ura­nus 3,149 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Die enge Begeg­nung mit Mars am 22. März ent­geht uns.

Nep­tun stand zum Ende des Vor­mo­nats in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und zieht wei­ter recht­läu­fig durch den Was­ser­mann. Auf­grund sei­nes gerin­gen Abstands zur Son­ne und der fla­chen Eklip­tik­la­ge über dem Ost­ho­ri­zont, reicht es in die­sem Monat noch nicht für eine Mor­gen­sicht­bar­keit des äußers­ten Pla­ne­ten unse­res Sonnensystems.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to befin­det sich im Stern­bild Schüt­ze und ist tief im Süd­wes­ten am Mor­gen­him­mel sicht­bar. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 14,1 mag ist er aller­dings nur ein Objekt für gro­ße Teleskope.

Helle Kometen und Planetoiden

Am 10. März durch­läuft der Komet C/2011 L4 PANSTARRS mit 0,3 AE Abstand sein Peri­hel und erreicht eine Hel­lig­keit von vor­aus­sicht­lich 1 bis 2 Magnitu­den. Die Sicht­be­din­gun­gen bei sei­ner Son­nen­nä­he schwie­rig, da sein Son­nen­ab­stand nur 15 Grad betra­gen wird. Am 13. März befin­det sich Komet PANSTARRS 7 Grad süd­west­lich der schma­len zuneh­men­den Mond­si­chel, dicht über dem west­li­chen Hori­zont in der Abend­däm­me­rung, mit einem hof­fent­lich ein­drucks­vol­len Gas­schweif, der genau in Rich­tung Mond wei­sen wird. Die Beob­ach­tungs­be­din­gun­gen über dem West­ho­ri­zont ver­bes­sern sich erst nach dem 17. März, wenn der Komet senk­recht ober­halb der Son­ne steht. Zu die­sem Zeit­punkt soll­te auch der Schweif sei­ne maxi­ma­le Län­ge errei­chen. Ab 19. März stört der zuneh­men­de Mond die Beob­ach­tung. Der Komet bewegt sich durch die Stern­bil­der Fische und Andro­me­da und wird zu Beginn des neu­en Monats als unge­fähr 4 mag hel­les Objekt schließ­lich zir­kum­po­lar, so dass er die gan­ze Nacht über beob­ach­tet wer­den kann.
Zur Sicht­bar­keit des Kome­ten gibt es in mei­nem Blog einen aus­führ­li­chen Arti­kel mit einem Info­blatt zum kos­ten­lo­sen Download.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 26P/­Sch­was­s­mann-Wach­mann zeigt mit­un­ter Hel­lig­keits­aus­brü­che, so dass er mit einer Hel­lig­keit von 12 Magnitu­den in Tele­sko­pen ab 8 Zoll Öff­nung sicht­bar wer­den könn­te. Im März bewegt sich der Komet wei­ter durch das Stern­bild der Wasserschlange.

Der Komet C/2012 F6 Lem­mon ist zur­zeit am Süd­him­mel sicht­bar und mit einer Hel­lig­keit von 4,5 mag deut­lich hel­ler als erwar­tet. Bis zum Peri­hel am 24. März wird sei­ne Hel­lig­keit vor­aus­sicht­lich noch auf 3 mag anstei­gen. Lei­der wird der Schweif­stern von unse­ren Brei­ten aus gese­hen erst Anfang Mai mit vor­aus­sicht­lich 4 bis 6 mag am Mor­gen­him­mel auftauchen.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres bewegt sich immer schnel­ler wer­dend recht­läu­fig im Grenz­ge­biet der Stern­bil­der Stier und Fuhr­mann. Bei Ein­bruch der Nacht hat der Zwerg­pla­net sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden schon über­schrit­ten. Am 6. März kann Ceres nur 0,4 Grad süd­lich des 1,6 mag hel­len Sterns Beta Tau­ri auf­ge­spürt wer­den, der sehr gut als Auf­such­hil­fe für den 8,3 mag hel­len Him­mels­kör­per die­nen kann. Bis zum Ende des Monats geht sei­ne Hel­lig­keit wie­der auf 8,6 mag zurück. Die Unter­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 3:49 Uhr auf 2:28 Uhr (3:28 Uhr Sommerzeit).

(4) Ves­ta bewegt sich eben­falls immer schnel­ler wer­dend recht­läu­fig durch den Stier. Die Hel­lig­keit geht im Lau­fe des Monats von anfangs 7,9 auf 8,2 mag zurück. Am 1. März geht Ves­ta um 2:22 Uhr unter. Am 31. März sinkt der Pla­ne­to­id bereits um 1:09 Uhr (2:09 Uhr Som­mer­zeit) unter die west­li­che Horizontlinie.

Aste­ro­id Nr. 14 Ire­ne kommt am 20. März im Stern­bild Haar der Bere­ni­ke in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht mit 8,9 mag ihre größt­mög­li­che Hel­lig­keit. Dies ist die güns­tigs­te Oppo­si­ti­on zwi­schen 2000 bis 2020! Zu Beginn des Monats noch 9,2 mag hell, geht die Hel­lig­keit bis zum Ende des Monats wie­der auf 9,0 mag zurück. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 2:07 Uhr auf 23:42 Uhr (0:42 Uhr Som­mer­zeit). Am 10. März zieht der Aste­ro­id nur 0,2 Grad nord­öst­lich an der Gala­xie M 88 vor­bei. Am 22. März pas­siert Ire­ne früh mor­gens die 9,4 mag hel­le Gala­xie M 100.

(15) Euno­mia kommt am 17. März im Stern­bild Becher in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,6 mag. Anfang März und zum Ende des Monats beträgt die Hel­lig­keit 9,8 mag. Zu Beginn des Monats steht Euno­mia um 1:05 Uhr im Süden und Ende März bereits um 22:37 Uhr (23:37 Uhr Sommerzeit).

Der Aste­ro­id (29) Amphi­tri­te kommt in die­sem Monat eben­falls in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht im Stern­bild Löwe eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 9,5 mag. Am 12. März steht der Him­mels­kör­per der Son­ne genau gegen­über. Am 1. März erreicht die 9,4 mag hel­le Amphi­tri­te um 1:12 Uhr ihren höchs­ten Punkt im Süden. Am 31. März erfolgt ihr Meri­diandurch­gang bereits um 22:43 Uhr (23:43 Uhr Sommerzeit).

(40) Har­mo­nia kommt am letz­ten Tag des Monats im Stern­bild Jung­frau in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,9 mag. Ihre Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 2:42 Uhr auf 0:22 Uhr (1:22 Uhr Sommerzeit).

Meteorströme

Im gesam­ten Monat März sind die Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on am bes­ten zu beob­ach­ten, die ihren aus­ge­dehn­ten Aus­strah­lungs­punkt in den Stern­bil­dern Löwe und Jung­frau haben. Zu die­ser so genann­ten Ant­he­lionquel­le wer­den nach neue­ren Meteor­lis­ten auch die Vir­gi­ni­den gezählt. Im Mit­tel sind hier nicht mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de zu erwar­ten, die mit einer Geschwin­dig­keit von 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re eindringen.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel am 15. März 2013 um 22:00 MEZ

Der Stern­him­mel am 15. März 2013 um 22:00 MEZ

Im Nor­den

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat der Gro­ße Bär schon fast die Zenitre­gi­on erreicht und befin­det sich im Nord­os­ten hoch über unse­ren Köp­fen. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne um das Fünf­fa­che, haben wir auch den Polar­stern gefun­den, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun auf 3 Uhr Posi­ti­on befin­det. Unter­halb sowie öst­lich des Klei­nen Bären steht der Dra­che, der sich um den Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären her­um­schlän­gelt und sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont schon längst über­schrit­ten hat. Er wird bis zum Mor­gen­grau­en lang­sam wie­der auf­stei­gen. Unter­halb des Polar­sterns und west­lich vom Dra­chen fällt noch die Rau­te des Stern­bilds Kepheus auf. Es steht nun fast in sei­ner tiefs­ten Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont. Direkt west­lich davon schließt sich die Kas­sio­peia an, die die Form des Buch­sta­ben „W“ besitzt und auch als „Himmels‑W“ bezeich­net wird.
Bei sehr guter Hori­zont­sicht über dem Nord­punkt des Hori­zonts kann man noch Deneb im Schwan erken­nen, der gera­de sei­ne unte­re Kul­mi­na­ti­on über­schrit­ten hat. Wei­ter öst­lich ent­de­cken wir auch die hel­le Wega im Stern­bild der Lei­er. Auf der ande­ren Sei­te des Nord­punk­tes steht das Stern­bild Eidech­se und noch wei­ter west­lich die Andro­me­da. Dar­über befin­det sich das Stern­bild Per­seus und noch wei­ter in Rich­tung Zenit das unschein­ba­re Stern­bild Giraf­fe, das aller­dings nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht, die nur bei wirk­lich dunk­lem Him­mel zu erken­nen sind.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird von einem hel­len, oran­ge­far­be­nen Stern domi­niert. Hier­bei han­delt es sich um Ark­tur, der Haupt­stern des Stern­bilds Bären­hü­ter, der jetzt genau den Ost­punkt die­ses Him­mels­ab­schnitts mar­kiert und noch recht tief über dem Hori­zont steht. Direkt über dem Bären­hü­ter in gro­ßer Höhe fällt das Stern­bild Gro­ßer Bär auf. Sei­ne Kas­ten­ster­ne haben nun schon fast den Zenit erreicht. Zwi­schen Bären­hü­ter und Gro­ßer Bär – und in hal­ber Höhe über dem Hori­zont – befin­den sich die unschein­ba­ren Stern­bil­der der Jagd­hun­de sowie das Haar der Bere­ni­ke, mit dem aus­ge­dehn­ten Stern­hau­fen Melot­te 111, der aber nur unter dunk­lem Him­mel und ohne stö­ren­des Mond­licht zu erken­nen ist.
Bei guter Hori­zont­sicht und nied­rig im Nord­os­ten kön­nen wir das Stern­bild Her­ku­les und den Ster­nen­halb­kreis der nörd­li­chen Kro­ne erken­nen. Auf der ande­ren Sei­te des Ost­punk­tes im Süd­os­ten sind auch schon die rei­chen Gala­xien­fel­der im Stern­bild Jung­frau auf­ge­gan­gen. Der weiß erschei­nen­de Haupt­stern der Jung­frau Spi­ca befin­det sich aber noch sehr tief über dem Süd­ost­ho­ri­zont. Direkt ober­halb der Jung­frau strebt der mäch­ti­ge Löwe schon sei­ner höchs­ten Stel­lung entgegen.

Im Süden

In mitt­le­rer Höhe über dem Süd­ho­ri­zont hat soeben das unschein­ba­re Stern­bild Krebs den Meri­di­an über­schrit­ten. Hier kann man in einer dunk­len und mond­lo­sen Nacht den offe­nen Stern­hau­fen Mes­sier 44, der auch als Pra­e­se­pe bzw. Krip­pe bekannt ist, als mat­ten Licht­fleck erken­nen. Wei­ter in Rich­tung Wes­ten befin­den sich die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te steht der Löwe, der in der nächs­ten Stun­de sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden errei­chen wird. Wei­ter in Rich­tung Zenit sind die unschein­ba­ren Stern­bil­der Klei­ner Löwe und die Ster­nen­ket­te des Luchs kaum auffällig.
Direkt unter­halb des Kreb­ses fin­den wir den Kopf und ein Teil des Rump­fes der Was­ser­schlan­ge, die sich zum Süd­ost­ho­ri­zont hin­ab schlän­gelt. Dort befin­den sich auch die bei­den deut­lich klei­ne­ren Stern­bil­der Rabe und Becher. Auf der ande­ren Sei­te des Meri­di­ans steht in glei­cher Höhe noch Siri­us im Stern­bild Gro­ßer Hund, der das auf­fäl­ligs­te Objekt die­ses Him­mels­ab­schnitts mar­kiert und der hells­te Stern an unse­rem Him­mel ist. Dar­über soll­ten auf­merk­sa­me Beob­ach­ter das unschein­ba­re Stern­bild Ein­horn erken­nen kön­nen und noch wei­ter höher den Stern Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund.

Im Wes­ten

In west­li­cher Rich­tung haben sich nun fast alle Stern­bil­der des Win­ter­him­mels ver­sam­melt. Des­halb wird die­ser Abschnitt des Him­mels von einer Viel­zahl hel­ler Stern geprägt, die im wei­te­ren Ver­lauf der Nacht aber alle unter­ge­hen wer­den. Die hel­len Ster­ne bil­den auch das so genann­te Win­ter­sechs­eck, das durch die Ster­ne Alde­ba­ran im Stier, Rigel im Ori­on, Siri­us im Gro­ßen Hund, Pro­kyon im Klei­nen Hund sowie Pol­lux in den Zwil­lin­gen mar­kiert wird.
Alde­ba­ran im Stier, mit den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den, befin­det sich nun in gerin­ger Höhe über dem west­li­chen Hori­zont. Ober­halb von Alde­ba­ran steht der Rie­sen­pla­net Jupi­ter, der das hells­te und auf­fäl­ligs­te Objekt in die­sem Him­mels­ab­schnitt mar­kiert. Links neben dem Stier sinkt nun auch der Him­mels­jä­ger Ori­on lang­sam immer tie­fer zum Hori­zont her­ab. Ober­halb des Him­mels­jä­gers ste­hen die Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Ober­halb des Stiers ent­de­cken wir den Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la und noch wei­ter höher die unschein­ba­ren Stern­bil­der Luchs und Giraf­fe, die aller­dings nur aus sehr schwa­chen Ster­nen bestehen. Im Nord­wes­ten sinkt nun auch das Stern­bild Per­seus immer wei­ter in Rich­tung Hori­zont her­ab. Mit Andro­me­da, Drei­eck und Wid­der tief im Nord­wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Stern­bil­der des Herbsthimmels.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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