Der Sternhimmel im Monat Juni 2013

Der Lauf des Mondes

Am 1. des Monats kön­nen wir den abneh­men­den Mond am Mor­gen­him­mel in den Fischen beob­ach­ten. Am 5. Juni hat der Erd­tra­bant den Wid­der erreicht und einen Mor­gen spä­ter kön­nen wir die schma­le Mond­si­chel gegen 4:30 Uhr zum letz­ten Mal über dem Ost­ho­ri­zont ent­de­cken. Am 8. Juni ist dann schließ­lich die Neu­mond­pha­se im Stern­bild Stier erreicht.
Am 10. Juni kön­nen wir ver­su­chen, die schma­le zuneh­men­de Mond­si­chel dicht über dem nord­west­li­chen Hori­zont in der Abend­däm­me­rung zu erspä­hen. In der Nähe unse­res Erd­tra­ban­ten ste­hen noch die die bei­den Pla­ne­ten Venus und Mer­kur. Der Mond wan­dert dann wei­ter durch die Stern­bil­der Zwil­lin­ge und Krebs und steht am Abend des 14. Juni 6,5 Grad unter­halb von Regu­lus im Löwen. Nur zwei Aben­de spä­ter ist das Ers­te Vier­tel erreicht. Am Abend des 18. befin­det sich der Mond weni­ger als 1 Grad süd­lich von Spi­ca, dem Haupt­stern der Jung­frau, und am 19. in der Nähe des Ring­pla­ne­ten Saturn. Am 20. durch­quert unser stil­ler Beglei­ter die Waa­ge, steht am 21. des Monats nur 5 Grad nörd­lich von Ant­ares im Skor­pi­on und wech­selt am 22. in den Schlan­gen­trä­ger. Am 23. Juni ist dann auch die Voll­mond­pha­se erreicht. Da der Mond zu die­sem Zeit­punkt sei­nen erd­nächs­ten Punkt durch­läuft, kön­nen wir an die­sem Abend den größ­ten Voll­mond des Jah­res beob­ach­ten.
Nach dem Juni-Voll­mond wan­dert der Mond wei­ter durch die Stern­bil­der Schüt­ze, Was­ser­mann und Stein­bock. Am letz­ten Tag des Monats steht der abneh­men­de Halb­mond, der nun ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te gewor­den ist, aber­mals in den Fischen.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur steht am 12. Juni mit 24°17′ in sei­ner größ­ten öst­li­chen Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Das reicht in unse­ren Brei­ten für eine beschei­de­ne Abend­sicht­bar­keit über dem west­li­chen Hori­zont. Am 1. des Monats geht der ‑0,3 mag hel­le Mer­kur um 23:09 Uhr Som­mer­zeit unter. Gegen 21:50 Uhr kann man ver­su­chen, ihn über dem Hori­zont zu ent­de­cken. Am 6. Juni ist das 7,2 Bogen­se­kun­den gro­ße und 0,1 mag hel­le Mer­kur­scheib­chen zur Hälf­te beleuch­tet, die so genann­te Dicho­to­mie tritt ein. Bis zum Ende der Abend­sicht­bar­keit nimmt sein schein­ba­rer Durch­mes­ser wei­ter zu, sein Beleuch­tungs­grad nimmt dage­gen ab. Am 12. Juni ist sei­ne Hel­lig­keit bereits auf 0,6 mag gesun­ken. Rund 5 Grad west­lich von Mer­kur ent­fernt ent­de­cken wir auch die ‑3,8 mag hel­le Venus. An die­sem Abend ver­schwin­det Mer­kur um 23:11 Uhr unter der west­li­chen Hori­zont­li­nie. Nach dem 12. wird es dann zuneh­mend schwie­ri­ger, den inners­ten Pla­ne­ten des Son­nen­sys­tems in der hel­len Abend­däm­me­rung auf­zu­fin­den. Am 20. Juni zieht Mer­kur knapp 2 Grad süd­lich an der Venus vor­bei. Am 26. Juni kommt Mer­kur zum Still­stand und nähert sich anschlie­ßend rasch rück­läu­fig der Son­ne. Am 29. des Monats erreicht er mit 70 Mil­lio­nen Kilo­me­tern die Son­nen­fer­ne. Im Juli kommt er schließ­lich in eine unte­re Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn.

Die ‑3,8 mag hel­le Venus steht am Abend­him­mel und erreicht auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge nur beschei­de­ne Höhen über dem Nord­west­ho­ri­zont. Sie geht rund 90 Minu­ten nach der Son­ne unter. Am 13. des Monats erreicht sie mit 107 Mil­lio­nen Kilo­me­tern das Peri­hel ihrer Bahn. Am 20. Juni begeg­net die Venus den Pla­ne­ten Mer­kur. Die Zusam­men­kunft der bei­den Pla­ne­ten ist am bes­ten in einem Feld­ste­cher zu beob­ach­ten. Am 23. Juni tritt sie vom Stern­bild Stier kom­mend in die Zwil­lin­ge über. Am 26. Juni über­schrei­tet sie schließ­lich die Gren­ze zum Krebs. Im Tele­skop zeigt sich das 11,2 Bogen­se­kun­den gro­ße Venus­scheib­chen fast voll­stän­dig beleuch­tet (96% bis 90%). Am 1. Juni geht unser Schwes­ter­pla­net um 22:42 Uhr unter und am 30. Juni sinkt die Venus um 22:55 Uhr Som­mer­zeit unter den Hori­zont.

Unser roter Nach­bar Mars eilt recht­läu­fig durch den Stier und hält sich immer noch zu nah bei der Son­ne auf, obwohl er sei­nen west­li­chen Win­kel­ab­stand auf 17 Grad stei­gern kann. So bleibt Mars auch in die­sem Monat noch für uns am Mor­gen­him­mel ver­bor­gen. Erst im August ergibt sich eine ers­te Mor­gen­sicht­bar­keit.

Jupi­ter kommt am 19. des Monats in Kon­junk­ti­on zur Son­ne und hält sich dem­zu­fol­ge mit unse­rem Zen­tral­ge­stirn am Tag­him­mel auf. An die­sem Tag kommt es zu einer Jupi­ter­be­de­ckung durch die Son­ne, was aller­dings nicht beob­ach­tet wer­den kann. Am 27. wech­selt der Rie­sen­pla­net vom Stern­bild Stier in die Zwil­lin­ge.

Saturn bewegt sich immer lang­sa­mer wer­dend rück­läu­fig durch die Jung­frau und befin­det sich knapp 12 Grad öst­lich von Spi­ca ent­fernt. Der Ring­pla­net ist immer noch sehr gut zu sehen und steht bei Ein­bruch der Dun­kel­heit schon im Süden. Sei­ne Hel­lig­keit sinkt leicht auf 0,7 mag. Sein Ring­durch­mes­ser beträgt 42 Bogen­se­kun­den und sein Scheib­chen­durch­mes­ser 18 Bogen­se­kun­den. Saturn geht im Lau­fe des Monats auch immer frü­her unter. Am 1. Juni sinkt Saturn um 3:50 Uhr Som­mer­zeit und am 30. Juni bereits zwei Stun­den frü­her unter die Hori­zont­li­nie. Am 19. Juni kön­nen wir den zuneh­men­den Mond in der Nähe des Ring­pla­ne­ten auf­spü­ren. Der Abstand beträgt nur 3,6 Grad.

Der grün­lich-blau leuch­ten­de Pla­net Ura­nus kann zur Monats­mit­te tief im Osten am Mor­gen­him­mel auf­ge­fun­den wer­den. Er wan­dert wei­ter recht­läu­fig durch die Fische. Sei­ne Hel­lig­keit beträgt 6,2 mag und sein schein­ba­rer Durch­mes­ser 3,5 Bogen­se­kun­den. Am 1. Juni geht Ura­nus um 2:46 Uhr auf. Am letz­ten Tag des Monats erscheint der Pla­net bereits um 0:49 Uhr Som­mer­zeit über der öst­li­chen Hori­zont­li­nie.

Der äuße­re Pla­net des Son­nen­sys­tems Nep­tun baut sei­ne Sicht­bar­keit am süd­öst­li­chen Mor­gen­him­mel wei­ter aus, so dass er ab der Monats­mit­te im Stern­bild Was­ser­mann auf­ge­fun­den wer­den kann. Am 7. Juni wird der bläu­lich leuch­ten­de Pla­net sta­tio­när und wan­dert dann wie­der rück­läu­fig durch das Stern­bild. Im Fern­rohr ist ein 2,3 Bogen­se­kun­den gro­ßes und 7,8 mag hel­les Scheib­chen sicht­bar. Die Auf­gän­ge von Nep­tun ver­frü­hen sich in die Zeit vor Mit­ter­nacht von anfangs 1:45 Uhr auf 23:47 Uhr Som­mer­zeit.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to kann als 14,1 mag hel­les Objekt im Schüt­zen auf­ge­fun­den wer­den und erreicht am 2. Juli schließ­lich die Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Am 1. Juni geht Plu­to um 3:13 Uhr Som­mer­zeit durch den Meri­di­an. Bis zum 30. Juni ver­frü­hen sich sei­ne Meri­diandurch­gän­ge auf 1:16 Uhr.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2011 L4 PANSTARRS bewegt sich in die­sem Monat durch das Stern­bild Klei­ner Bär. In der Nacht von 18. auf den 19. Juni läuft der Komet in nur einen hal­ben Grad Abstand am 2,07 mag hel­len Stern Beta Ursae Min­o­ris vor­bei. Die Hel­lig­keit sinkt wei­ter von anfangs 9,0 auf unter 10,5 mag, so dass zum Monats­en­de Tele­sko­pe ab 4 Zoll Öff­nung erfor­der­lich sind, um den end­gül­ti­gen Abflug des Schweif­sterns in die äuße­ren Berei­che des Son­nen­sys­tems zu beob­ach­ten.

Der Komet C/2012 F6 Lem­mon bewegt sich zunächst durch die Andro­me­da und wech­selt am 21. Juni in die Kas­sio­peia. Der Komet wird Mit­te Juni zir­kum­po­lar und kann dann die gan­ze Nacht über beob­ach­tet wer­den. Die Hel­lig­keit geht wei­ter zurück von anfangs 8,5 auf 10,5 mag, so dass er wei­ter in klei­nen und mitt­le­ren Tele­sko­pen gut beob­ach­tet wer­den kann.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres bewegt sich zunächst durch die Zwil­lin­ge und wech­selt ab der Monats­mit­te in den Krebs. Er steht dann zu nah bei der Son­ne, so dass er nicht mehr beob­ach­tet wer­den kann. Anfang Okto­ber taucht Ceres wie­der am Mor­gen­him­mel auf.

(3) Juno bewegt sich durch das Stern­bild Was­ser­man. Er wird am 13. Juni sta­tio­när und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Danach bewegt sich Juno wie­der rück­läu­fig durch den Was­ser­mann. Zur Monats­mit­te wird der Klein­pla­net hel­ler als 10 mag. Bis zum Monats­en­de stei­gert er sei­ne Hel­lig­keit auf 9,6 Grö­ßen­klas­sen. Sei­ne Meri­diandurch­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 5:33 Uhr auf 2:38 Uhr Som­mer­zeit.

Aste­ro­id Nr. 6 Hebe kann im Kopf der Schlan­ge auf­ge­fun­den wer­den. Die Hel­lig­keit nimmt im Lau­fe des Monats von 9,6 auf 10 mag wie­der ab. Am 1. Juni geht Hebe um 6:49 Uhr unter. Am 30. Juni ver­schwin­det der Aste­ro­id bereits um 4:26 Uhr Som­mer­zeit unter der west­li­chen Hori­zont­li­nie.

(7) Iris wan­dert durch den Was­ser­mann und wird zu Beginn des Monats wie­der hel­ler als 10 mag. Bis zum Monats­en­de ist die Hel­lig­keit des Aste­roi­den auf 9,3 mag ange­stie­gen. Die Auf­gangs­zei­ten ver­frü­hen sich spür­bar von anfangs 0:50 Uhr Som­mer­zeit um gut 2 Stun­den.

(8) Flo­ra bewegt sich durch den Stein­bock und stei­gert die Hel­lig­keit von anfangs 10,1 auf 9,3 mag zum Monats­en­de. Am 1. Juni geht Flo­ra um 0:22 Uhr auf. Am 30. Juni erfolgt ihr Auf­gang bereits um 22:31 Uhr Som­mer­zeit.

Der Aste­ro­id (387) Aqui­ta­nia kann im Stern­bild Adler auf­ge­fun­den wer­den und wird im letz­ten Juni­drit­tel wie­der hel­ler als 10 mag. Bis zum Monats­en­de ist die Hel­lig­keit auf 9,8 mag ange­stie­gen. Zu Beginn des Monats steht der Klein­pla­net um 4 Uhr im Süden. Zum Ende des Monats ver­frü­hen sich sei­ne Meri­diandurch­gän­ge auf 1:55 Uhr Som­mer­zeit. Am 29. Juni kann Aqui­ta­nia nur 9 Bogen­mi­nu­ten vom 6,3 mag hel­len Stern SAO 143340 auf­ge­fun­den wer­den.

Meteorströme

Vom 19. Mai bis 14. Juni sind die Tau-Her­ku­li­den aktiv. Sie gehen auf den Kome­ten 73P/­Sch­wass­mann-Wach­mann zurück und erzeu­gen ledig­lich 2 Meteo­re pro Stun­de. Die Geschwin­dig­keit der Teil­chen beträgt dabei 15 km/s. Das Maxi­mum der Tau-Her­ku­li­den wird am 3. Juni erwar­tet. Der Radi­ant steht in unse­ren Brei­ten und zum Maxi­mums­zeit­punkt fast im Zenit. In Zukunft, beson­ders in den Jah­ren 2022 und 2049, könn­te es zu höhe­ren Akti­vi­täts­ra­ten kom­men.

Seit 1966 wer­den zwi­schen dem 10. und 20. Juni die Juni-Lyri­den beob­ach­tet. Ihr Akti­vi­täts­ma­xi­mum erreicht der Mete­or­strom am 16. Juni. Gewöhn­lich wer­den kaum mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de regis­triert, die mit einer Geschwin­dig­keit von 31 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Im Jahr 1996 kam es aber zu einer deut­lich höhe­ren Rate. Der Radi­ant befin­det sich im Stern­bild Lei­er, nur weni­ge Grad vom Haupt­stern Wega ent­fernt, und steht dem­zu­fol­ge im Juni sehr hoch am Him­mel. Ein Ursprungs­kör­per für die Juni-Lyri­den ist nicht bekannt.

Über den Strom der Gam­ma-Del­phi­ni­den gibt es bis­lang nur weni­ge Daten. Im Jahr 1930 gab es unsi­che­re Berich­te über eine erhöh­te Akti­vi­tät mit rela­tiv schnel­len Meteo­ren die­ses Stroms. In die­sem Jahr könn­te es am 11. Juni wie­der so weit sein und es zu einer höhe­ren Akti­vi­tät kom­men.

Die Juni-Booti­den sind vom 22. Juni bis 2. Juli aktiv und stam­men vom kurz­pe­ri­odi­schen Kome­ten 7P/­Pons-Win­ne­cke ab. Das Maxi­mum wird in den Näch­ten zwi­schen dem 23. bis 27. Juni erwar­tet. Aller­dings ist die Zeni­tra­te varia­bel und so gering, dass sie in der Regel kaum auf­fällt. Im Schnitt sind nicht mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar. Der Radi­ant steht aber in Zenit­nä­he und dem­zu­fol­ge sehr hoch am Him­mel. Trotz­dem lohnt sich eine Beob­ach­tung, da der Strom in ver­schie­de­nen Jah­ren Akti­vi­täts­aus­brü­che zeig­te. So stieg im Jahr 1998 die Zeni­tra­te für kur­ze Zeit auf 100 Meteo­re pro Stun­de und im Jahr 2004 auf 50 Meteo­re pro Stun­de an. Wei­te­re Aus­brü­che gab es in den Jah­ren 1916 und 1927. Lei­der steht am 23. Juni der Voll­mond am Him­mel, so dass er die Beob­ach­tung der Juni-Booti­den stört. An den Fol­ge­aben­den geht der Mond immer spä­ter auf, so dass zumin­dest am 27. Juni ein Zeit­fens­ter ohne Mond von unge­fähr 1 Stun­de ver­bleibt. Die Teil­chen der Juni-Booti­den erzeu­gen mit 18 km/s extrem lang­sa­me Spu­ren. Somit las­sen sich die Teil­chen des Stroms sehr gut von spo­ra­di­schen Meteo­ren unter­schei­den.

Der Mete­or­strom der Juni-Dra­co­ni­den gehen eben­falls auf den Kome­ten 7P/­Pons-Win­ne­cke zurück und erreicht das Maxi­mum um den 27. Juni. Dabei sind im Schnitt nur 5 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar.

Die eklip­ti­ka­len Meteo­re der Ant­he­lionquel­le (nach älte­ren Quel­len als Sagi­ta­rii­den bezeich­net) sind im gesam­ten Monat Juni aktiv. Auf­grund der gerin­gen Höhe des Aus­strah­lungs­punk­tes über dem Hori­zont sind im Durch­schnitt nur ein bis zwei Meteo­re pro Stun­de sicht­bar. Die Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit der Teil­chen liegt um 30 km/s.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel im Juni 2013

Der Stern­him­mel am 15. Juni 2013 um 23:00 MESZ

Im Nor­den

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat die bekann­te Figur des Gro­ßen Wagens, der zum Stern­bild Gro­ßer Bär gehört, sei­ne höchs­te Stel­lung im Zenit schon längst über­schrit­ten und steigt nun wie­der lang­sam zum Nord­west­ho­ri­zont her­ab. Die bei­den hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens fünf­mal ver­län­gert zei­gen direkt auf den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern ist der letz­te Deich­sels­tern des Klei­nen Bären, des­sen Wagen­kas­ten sich jetzt ziem­lich genau auf 12 Uhr Posi­ti­on und somit in sei­ner höchs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont befin­det. Rechts ober­halb des Klei­nen Bären erkennt man ein Teil des Stern­bilds Dra­che. Der rau­ten­för­mi­ge Kopf des Dra­chen wird in der nächs­ten Stun­de eben­falls den Zenit errei­chen.
In mitt­le­rer Höhe im Nord­os­ten ent­de­cken wir das Stern­bild Kepheus, in dem man die Form eines Haus­da­ches erah­nen kann. Dar­un­ter befin­det sich die Kas­sio­peia, die die Form des Buch­sta­bens „W“ besitzt und dem­zu­fol­ge im Volks­mund auch als Himmels‑W bezeich­net wird. Sie hat ihre unte­re Kul­mi­na­ti­on schon längst über­schrit­ten. Hin­ge­gen hat das Stern­bild Per­seus gera­de sei­ne nied­rigs­te Stel­lung erreicht und befin­det sich nun genau über dem Nord­ho­ri­zont. Eben­falls in hori­zont­nä­he und west­lich des Per­seus gele­gen, fun­kelt die gelb­lich leuch­ten­de Kapel­la im Stern­bild Fuhr­mann gemäch­lich vor sich hin. Ober­halb des Fuhr­manns ste­hen noch die aus deut­lich schwä­che­ren Ster­nen bestehen­den unschein­ba­ren Stern­bil­der Luchs und Giraf­fe.

Im Osten

Der Osten wird jetzt vom impo­san­ten Som­mer­drei­eck domi­niert, das sich in hal­ber Höhe über dem Hori­zont befin­det. Es wird durch die drei hel­len Ster­ne Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler gebil­det. Genau zwi­schen Adler und Schwan befin­den sich die klei­nen unschein­ba­ren Stern­bil­der Pfeil und Füchs­chen. Das Band unse­rer Hei­mat­ga­la­xie, die Milch­stra­ße, ver­läuft mit­ten durch das Som­mer­drei­eck hin­durch von links oben kom­mend zum süd­öst­li­chen Hori­zont her­ab. Unter einem dunk­len und trans­pa­ren­ten Land­him­mel, sowie bei guter Hori­zont­sicht im Süd­os­ten, soll­te man auch schon die hel­le Schild­wol­ke im Stern­bild Schild, die neben dem Zen­trum der auf­fäl­ligs­te Teil der Milch­stra­ße ist, erken­nen kön­nen.
Ober­halb des Som­mer­drei­ecks ent­de­cken wir das Stern­bild Her­ku­les und einen Teil des Dra­chen, mit sei­nem mar­kan­ten rau­ten­för­mi­gen Kopf. Unter­halb des Som­mer­drei­ecks sind auch schon die klei­nen Stern­bil­der Fül­len und Del­phin über dem Hori­zont erschie­nen. Im Nord­os­ten gehen schon die ers­ten Ster­ne des Stern­bilds Pega­sus auf. Dar­über erkennt man das unschein­ba­re Stern­bild der Eidech­se und noch wei­ter höher im Nord­os­ten den Kepheus.

Im Süden

Bli­cken wir hoch in Rich­tung Süden hat das Stern­bild Bären­hü­ter, mit sei­nem auf­fäl­lig hell und oran­ge erschei­nen­den Haupt­stern Ark­tur, den Süd­punkt schon längst über­schrit­ten. Links dane­ben befin­det sich das Stern­bild Nörd­li­che Kro­ne, die gera­de den Meri­di­an pas­siert. Noch wei­ter in Rich­tung Osten steht der Her­ku­les, der in der nächs­ten hal­ben Stun­de sei­nen höchs­ten Punkt im Süden errei­chen wird. Nun ist auch die bes­te Zeit, den Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 im Her­ku­les zu beob­ach­ten, der sich etwas unter­halb vom rech­ten obe­ren Kas­tens­tern des Her­ku­les befin­det. Unter einem dunk­len Land­him­mel ist die­ser sogar als blas­ser Licht­fleck mit blo­ßem Auge zu erken­nen.
Unter­halb des Stern­bilds Nörd­li­che Kro­ne steht der Kopf der Schlan­ge, die vom mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­ger im Süd­os­ten getra­gen wird. Unter­halb der Schlan­ge geht gera­de das Stern­bild Waa­ge durch den Meri­di­an. Links dane­ben erkennt man den nörd­li­chen Teil des Stern­bilds Skor­pi­on, mit sei­nem röt­lich fun­keln­den Haupt­stern Ant­ares. Halb­hoch im Süd­wes­ten ste­hen noch die Gala­xi­en­ge­bie­te des Stern­bilds Jung­frau, mit dem hel­len und weiß­lich leuch­ten­den Haupt­stern Spi­ca. In der Jung­frau steht zur Zeit auch der Ring­pla­net Saturn, der sich eini­ge Grad wei­ter öst­lich von Spi­ca auf­hält und sich noch in guter Beob­ach­tungs­po­si­ti­on befin­det.

Im Wes­ten

Im Wes­ten ver­schwin­den nun lang­sam aber sicher die letz­ten Früh­lings­stern­bil­der. Der mäch­ti­ge Löwe nähert sich jetzt immer wei­ter dem West­ho­ri­zont. Auch der unschein­ba­re Krebs, west­lich des Löwen­kop­fes gele­gen, ist schon nahe­zu im Hori­zont­dunst ver­schwun­den. Dicht über dem Nord­west­ho­ri­zont fun­keln noch die bei­den hel­len Haupt­ster­ne Kas­tor und Pol­lux in den Zwil­lin­gen mun­ter vor sich hin.
Hoch im Süd­wes­ten steht der Bären­hü­ter, mit dem hel­len Haupt­stern Ark­tur. Rechts dane­ben befin­det sich noch in güns­ti­ger Beob­ach­tungs­po­si­ti­on das Stern­bild Gro­ßer Bär. Unter­halb der Wagen­deich­sel des Gro­ßen Bären ent­de­cken wir das unschein­ba­re Stern­bild der Jagd­hun­de und noch wei­ter tie­fer das Haar der Bere­ni­ke. Unter­halb des Haars der Bere­ni­ke befin­det sich die Jung­frau. Dicht über dem Süd­west­ho­ri­zont ver­schwin­den gera­de die bei­den unschein­ba­ren Stern­bil­der Rabe und Becher unter den Hori­zont.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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