Der Sternhimmel im Monat August 2013

Der Lauf des Mondes

Am 1. August fin­den wir den abneh­men­den Mond am Mor­gen­him­mel im Stern­bild Stier und zwi­schen den bei­den Offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im so genann­ten “Gol­de­nen Tor der Eklip­tik”. In den dar­auf­fol­gen­den Näch­ten wan­dert unser Erd­tra­bant wei­ter in das Stern­bild Ori­on und steht am 3. des Monats west­lich von Jupi­ter. Am Mor­gen des 4. August befin­det sich die Mond­si­chel in den Zwil­lin­gen, süd­lich unse­res roten Nach­barn Mars. Am 5. des Monats kön­nen wir dann zum letz­ten Mal die schma­le Sichel am Mor­gen­him­mel und in der Nähe des Pla­ne­ten Mer­kur ent­de­cken, bis am 6. August schließ­lich die Neu­mond­pha­se erreicht ist.
Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel, kön­nen wir erst am 10. August die zuneh­men­de Mond­si­chel in der Abend­däm­me­rung erspä­hen. Sie steht dabei tief über dem west­li­chen Hori­zont. In der Nähe fin­den wir auch den Abend­stern Venus, ca. 11 Grad west­lich vom Mond ent­fernt. Bis zum 12. des Mon­des ist unser stil­ler Beglei­ter in die Jung­frau wei­ter­ge­wan­dert und steht dann nahe dem Haupt­stern Spi­ka und dem Ring­pla­ne­ten Saturn. Am 14. August befin­det sich der Halb­mond schon im Stern­bild Waa­ge und am 15. nahe bei Ant­ares, dem Haupt­stern des Skor­pi­ons. An den fol­gen­den Aben­den kön­nen wir den Mond nach­ein­an­der in den Stern­bil­dern Schlan­gen­trä­ger und Schüt­ze auf­fin­den, wobei er am 17. des Monats den Zwerg­pla­ne­ten Plu­to bedeckt. Als Voll­mond steht der Erd­be­glei­ter dann am 21. August im Was­ser­mann.
Nach der Voll­mond­nacht durch­läuft unser stil­ler Beglei­ter nach­ein­an­der die Stern­bil­der Fische, Wid­der und Stier und wird dabei mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 28. des Monats steht der abneh­men­de Halb­mond aber­mals im “Gol­de­nen Tor der Eklip­tik” am Mor­gen­him­mel. Bis zum Ende des Monats erreicht der Mond wie­der das Stern­bild Zwil­lin­ge.

Die Planeten

Mer­kur ist im ers­ten Monats­drit­tel am Mor­gen­him­mel sicht­bar. Am 13. ist der Pla­net dann zum letz­ten Mal beob­acht­bar, bis er am 24. August schließ­lich in Kon­junk­ti­on zur Son­ne steht. Der -0,2 mag hel­le Mer­kur geht am 1. August um 3:50 Uhr Som­mer­zeit auf. Am 13. des Monats erfolgt sein Auf­gang des inzwi­schen auf -1,2 mag Hel­lig­keit ange­stie­ge­nen Pla­ne­ten erst um 4:34 Uhr. Der Beleuch­tungs­grad des Mer­kur­scheib­chens nimmt zu. Dage­gen schrumpft sein Durch­mes­ser von anfangs 7,3 auf 5,9 Bogen­se­kun­den. Am 2. August tritt die Halb­pha­se (Dicho­to­mie) ein. Am 5. kann die extrem schma­le Sichel des abneh­men­den Mon­des als Auf­such­hil­fe für den flin­ken Pla­ne­ten die­nen. Er steht dabei dicht über dem nord­öst­li­chen Hori­zont. In der Nähe ste­hen noch die Pla­ne­ten Mars und Jupi­ter, so dass sich eine net­te Vie­rer­kon­stel­la­ti­on am Mor­gen­him­mel ergibt.

Venus ist Abend­stern und kann nach wie vor als -3,5 mag hel­les Objekt nach Son­nen­un­ter­gang knapp über dem West­ho­ri­zont in der Abend­däm­me­rung auf­ge­spürt wer­den. Sie steht zu Beginn im Löwen, wobei sie am 11. des Monats in das Stern­bild Jung­frau wech­selt. Am 17. August über­schrei­tet sie den Him­mels­äqua­tor in Rich­tung Süden. Sie eilt dabei den Pla­ne­ten Saturn hin­ter­her, den sie im Sep­tem­ber auch ein­ho­len wird. Der Durch­mes­ser des Venus­scheib­chens nimmt leicht zu und beträgt gegen Ende des Monats gut 15 Bogen­se­kun­den. Im Fern­rohr zeigt sich der Pla­net zu 75% beleuch­tet. Am 1. August geht unser Schwes­ter­pla­net um 22:05 Uhr unter. Am 31. August ver­schwin­det Venus bereits um 20:57 Uhr Som­mer­zeit.

Der rote Pla­net Mars kann am Mor­gen­him­mel auf­ge­spürt wer­den. Er wan­dert recht­läu­fig durch die Zwil­lin­ge und wech­selt zum Monats­en­de in den Krebs. Am 18. zieht Mars nur 5,8 Grad süd­lich an Pol­lux vor­bei. Am 25. des Monats bil­den Mars, Kas­tor und Pol­lux eine gera­de Linie. Am 4. August gesellt sich der Rote Pla­net zu den Pla­ne­ten Mer­kur und Jupi­ter sowie der abneh­men­den Mond­si­chel. Im Tele­skop zeigt sich der 1,8 mag hel­le Mars nur 4 Bogen­se­kun­den groß, so dass man nahe­zu noch kei­ner­lei Ober­flä­chen­de­tails erken­nen kann. Die Auf­gän­ge des Mars ver­frü­hen sich nur unwe­sent­lich von anfangs 2:59 Uhr auf 2:45 Uhr Som­mer­zeit.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter ist immer bes­ser am Mor­gen­him­mel sicht­bar und bewegt sich recht­läu­fig durch das Stern­bild Zwil­lin­ge. Mit einer Hel­lig­keit von -1,9 mag ist er ein auf­fäl­li­ges Objekt in der Mor­gen­däm­me­rung und geht zum Ende des Monats hin rund eine Stun­de vor dem Pla­ne­ten Mars auf. Sein Äqua­tor­durch­mes­ser wächst Ende August auf gut 35 Bogen­se­kun­den an. Am 1. August über­schrei­tet der Rie­sen­pla­net um 2:44 Uhr Som­mer­zeit die nord­öst­li­che Hori­zont­li­nie und am 31. August bereits um 1:14 Uhr. Am Mor­gen des 4. August gegen 4:30 Uhr steht die schma­le Mond­si­chel in der Nähe von Jupi­ter, Mer­kur und Mars. Ein hüb­scher Him­mels­an­blick auch für Foto­gra­fen.

Saturn kann noch kurz nach Son­nen­un­ter­gang am Abend­him­mel, tief über dem süd­west­li­chen Hori­zont, gese­hen wer­den. Der 0,9 mag hel­le Ring­pla­net bewegt sich dabei immer schnel­ler wer­dend recht­läu­fig durch die Jung­frau, so dass sich auch die Sicht­bar­keit bis zum Monats­en­de merk­lich ver­kürzt. Ende August kann man ihn dann zum letz­ten Mal in der Abend­däm­me­rung erspä­hen. Zu Monats­be­ginn sinkt Saturn um 23:43 Uhr unter die Hori­zont­li­nie. Zum Monats­en­de geht der Pla­net bereits um 21:48 Uhr Som­mer­zeit unter.

Ura­nus ist ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und bewegt sich rück­läu­fig durch die Fische. Er steht zu Beginn des Monats gegen 4 Uhr mor­gens in sei­nem höchs­ten Punkt im Süden. Mit einer Hel­lig­keit von 5,8 mag ist der Pla­net theo­re­tisch schon mit blo­ßem Auge erkenn­bar. Im Tele­skop ist aller­dings nur ein 3,6 Bogen­se­kun­den gro­ßes grün­li­ches Scheib­chen sicht­bar. Die Auf­gän­ge von Ura­nus ver­frü­hen sich von anfangs 22:43 Uhr Som­mer­zeit auf gut zwei Stun­den.

Nep­tun erreicht in der Nacht vom 26. auf den 27. August die Oppo­si­ti­on im Stern­bild Was­ser­mann und ist dann die gan­ze Nacht über sicht­bar. Am Tag der Oppo­si­ti­on geht der äuße­re Pla­net des Son­nen­sys­tems um 19:56 Uhr auf und erreicht um 1:08 Uhr Som­mer­zeit den Meri­di­an. Sein Unter­gang erfolgt am nächs­ten Mor­gen um 6:11 Uhr. Zum Oppo­si­ti­ons­zeit­punkt tren­nen uns 28,97 AE bzw. 4,334 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter vom Pla­ne­ten. Im Fern­rohr ist aller­dings nur ein 7,8 mag hel­les und 2,4 Bogen­se­kun­den gro­ßes bläu­li­ches Scheib­chen erkenn­bar, was kei­ner­lei Ober­flä­chen­de­tails zeigt.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to stand zu Beginn des Vor­mo­nats in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und kann als 14,1 mag hel­les Objekt im Schüt­zen auf­ge­fun­den wer­den. Sei­ne Meri­diandurch­gän­ge ver­frü­hen sich im Lau­fe des Monats um zwei Stun­den von anfangs 22:03 Uhr auf 20:03 Uhr Som­mer­zeit. Am 17. August bedeckt der fast vol­le Mond gegen 19:45 Uhr den Zwerg­pla­ne­ten, was aller­dings nicht beob­ach­tet wer­den kann.

Helle Kometen und Planetoiden

Die Hel­lig­keit des Kome­ten C/2011 L4 PANSTARRS sinkt bis zum Monats­en­de unter die 12. Grö­ßen­klas­se, so dass der Schweif­stern nur noch ein Objekt für grö­ße­re Tele­sko­pe ist. Er bewegt sich im August durch das Stern­bild des Bären­hü­ters.

Der Komet C/2012 F6 Lem­mon kann als 9,5 bis 10,5 mag hel­les Objekt im Stern­bild Kepheus und Dra­che auf­ge­fun­den wer­den. In der Nacht vom 5. auf den 6. August läuft er dicht an Beta Cep­hei vor­bei, der gut als Auf­such­hil­fe für den in mitt­le­ren Tele­sko­pen noch gut sicht­ba­ren Kome­ten die­nen kann.

Aste­ro­id Nr. 3 Juno steht am 4. August im Stern­bild Was­ser­mann der Son­ne genau gegen­über und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,0 mag. Bis zum Monats­en­de sinkt sei­ne Hel­lig­keit wie­der auf 9,2 Grö­ßen­klas­sen. Am 8. des Monats über­schrei­tet Juno schließ­lich die Gren­ze zum Stern­bild Adler. Am 1. August erreicht Juno um 1:11 Uhr den höchs­ten Punkt im Süden. Am 31. August steht er schon um 22:46 Uhr Som­mer­zeit im Meri­di­an.

(7) Iris kommt am 16. August im Was­ser­mann in eine güns­ti­ge Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 7,9 mag. Mit die­ser Hel­lig­keit ist der Aste­ro­id ein leich­tes Objekt für das Fern­glas oder Tele­skop. Zu Beginn und Ende des Monats beträgt die Hel­lig­keit wie­der 8,1 mag. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Aste­roi­den ver­frü­hen sich von anfangs 2:13 Uhr auf 23:42 Uhr Som­mer­zeit.

(8) Flo­ra kann im Stern­bild Schüt­ze auf­ge­fun­den wer­den. Zu Beginn des Monats geht der 9,0 mag hel­le Aste­ro­id um 0:07 Uhr durch den Meri­di­an. Zum Ende des Monats erreicht die nun wie­der 9,6 mag hel­le Flo­ra schon um 21:51 Uhr Som­mer­zeit die höchs­te Stel­lung im Süden.

(89) Julia bewegt sich durch den Pega­sus und wird am 6. August wie­der hel­ler als 10 mag. Bis zum Monats­en­de ist die Hel­lig­keit auf 9,4 mag ange­stie­gen. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Aste­roi­den ver­frü­hen sich von anfangs 4:32 Uhr auf 2:22 Uhr Som­mer­zeit.

(324) Bam­ber­ga zieht durch die Fische in Rich­tung Nor­den und stei­gert die Hel­lig­keit von anfangs 9,5 auf 8,4 mag. Am 1. August steht Bam­ber­ga um 4:03 Uhr im Süden. Am 31. August erreicht der Him­mels­kör­per bereits um 1:52 Uhr Som­mer­zeit den Meri­di­an.

Meteorströme

Die mil­den und hof­fent­lich auch kla­ren Som­mer­näch­te im August sind prä­de­sti­niert für den bekann­tes­ten Mete­or­strom des Jah­res: Die Per­sei­den. Sie tau­chen in jedem Jahr zwi­schen Mit­te Juli bis zum 25. August auf. Die maxi­ma­le Akti­vi­tät die­ses Mete­or­stroms ist in die­sem Jahr zwi­schen dem 10. und 14. August zu erwar­ten. Dabei tre­ten im güns­tigs­ten Fall in den frü­hen Mor­gen­stun­den bis zu 100 Stern­schnup­pen pro Stun­de auf, die mit einer Geschwin­dig­keit von 60 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Im Jahr 2013 fin­det das Maxi­mum in der Nacht vom 12. auf den 13. August gegen 23 Uhr statt. Ein wei­te­rer Peak tritt wahr­schein­lich gegen 3:30 Uhr mor­gens auf. Der zuneh­men­de Mond stört nur am Abend­him­mel, so dass in der Stun­de vor Mit­ter­nacht deut­lich mehr Per­sei­den beob­ach­tet wer­den kön­nen, beson­ders wenn man einen dunk­len Stand­ort fern­ab der Städ­te wählt. Die Meteo­re schei­nen dabei aus einem Gebiet zu kom­men, wel­ches ca. 2 Grad öst­lich vom Stern Eta Persei liegt. Um 22 Uhr steht der Radi­ant 30 Grad und kurz vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung bereits 70 Grad hoch am Him­mel. Neben den nor­mal hel­len Stern­schnup­pen, gibt es auch eini­ge sehr hel­le Exem­pla­re mit bis zu 0 mag Hel­lig­keit und dar­über hin­aus. Der Ursprung der Per­sei­den geht auf den peri­odi­schen Kome­ten 109P/S­wift-Tut­tle zurück, der eine Umlauf­zeit von 120 Jah­ren besitzt.

In der ers­ten August­hälf­te kön­nen auch die Süd­li­chen-Del­ta-Aquari­den sowie die Capri­cor­ni­den beob­ach­tet wer­den, die Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten von 41 bzw. 21 Kilo­me­ter pro Sekun­de zei­gen (genaue Beschrei­bung der bei­den Strö­me sie­he “Der Stern­him­mel im Juli 2013”). Bei­de Strö­me zei­gen mit 1 bis 2 bzw. 2 bis 3 Stern­schnup­pen pro Stun­de nur eine gerin­ge Akti­vi­tät.

Erwäh­nens­wert sind in die­sem Monat noch die Kap­pa-Cyg­ni­den, des­sen Radi­ant im Stern­bild Schwan zu fin­den ist. Die­ser mit rund 3 bis 5 Stern­schnup­pen pro Stun­de nicht gera­de rei­che Strom ist vom 3. bis 25. August aktiv, mit einem Maxi­mum in der Nacht vom 17. auf den 18. August. Mit 25 km/s Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit, han­delt es sich dabei um eher lang­sa­me Meteo­re, die aller­dings hel­le Exem­pla­re zei­gen kön­nen. Am 13. August 2007 konn­ten zum Bei­spiel zahl­rei­che Boli­den zwi­schen -4 und -5 mag Hel­lig­keit beob­ach­tet wer­den. Der Radi­ant steht in den Abend­stun­den fast im Zenit. Der Ursprungs­kör­per der Kap­pa-Cyg­ni­den hat sich ver­mut­lich auf­ge­löst.

Zwi­schen dem 25. August und 5. Sep­tem­ber sind außer­dem noch die Alpha-Auri­gi­den sicht­bar, deren Maxi­mum am 31. August zu erwar­ten ist. Der Radi­ant befin­det sich süd­lich des Sterns Capel­la im Stern­bild Fuhr­mann. Mit 6 bis 10 Stern­schnup­pen pro Stun­de, ist die­ser Strom eben­falls nicht sehr aus­ge­prägt. Aller­dings wur­den in der Ver­gan­gen­heit schon Raten zwi­schen 30 und 40 Meteo­ren pro Stun­de regis­triert. Als Ursprungs­kör­per der Alpha-Auri­gi­den gilt der Komet C/1911 N1 Kiess, der eine Umlauf­zeit von unge­fähr 2500 Jah­ren besitzt. Im Jahr 2007 kam es zu einer engen Pas­sa­ge zwi­schen der Erde und der Umlauf­bahn des Kome­ten, wodurch eine Zeni­tra­te von ca. 120 Stern­schnup­pen pro Stun­de beob­ach­tet wer­den konn­te.

Die Ant­he­lionquel­le ist über das gesam­te Jahr aktiv und pro­du­zie­ren lang­sa­me Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on, öst­lich des Gegen­son­nen­punkts. Auch hier sind nicht mehr als 1 bis 2 Meteo­re pro Stun­de zu erwar­ten.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel am 15. August 2013 um 23:00 MESZ

Der Stern­him­mel am 15. August 2013 um 23:00 MESZ

Im Nor­den

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit fin­den wir das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens, schon recht nied­rig aber immer noch gut sicht­bar über dem Nord­west­ho­ri­zont. Sei­ne bei­den hin­te­ren Kas­ten­ster­ne zei­gen fünf­mal ver­län­gert direkt auf den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären steigt nun eben­falls wie­der lang­sam her­ab. Immer tie­fer sinkt auch der Dra­che, des­sen ein­präg­sa­mer Kopf jetzt west­lich des Zenits zu fin­den ist und des­sen Kör­per sich um die Figur des Klei­nen Wagens her­um schlän­gelt. Dage­gen steigt das Stern­bild Kepheus, rechts ober­halb des Klei­nen Bären gele­gen, immer höher und erreicht im Lau­fe der Nacht schließ­lich die Zenit­re­gi­on.
Bei guter Hori­zont­sicht fun­kelt nied­rig im Nord­os­ten die hell leuch­ten­de Kapel­la im Stern­bild Fuhr­mann auf­fäl­lig vor sich hin. Ober­halb des Fuhr­manns sind die schwa­chen Ster­ne des Stern­bilds Giraf­fe nur schwer aus­zu­ma­chen. Eben­falls im Nord­os­ten ist auch schon der Per­seus voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen. Halb­hoch am Him­mel ent­de­cken wir schließ­lich noch das W-för­mi­ge Stern­bild der Kas­sio­peia.

Im Osten

Genau im Osten steht nun das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat als auf­fäl­ligs­te Figur des nahen­den Herbs­tes. Die Stern­ket­te der Andro­me­da schließt sich unmit­tel­bar öst­lich dar­an an. Dabei gehört der lin­ke obe­re Stern des Pega­sus­qua­drats bereits zum Stern­bild Andro­me­da. In der Andro­me­da befin­det sich auch die nächst grö­ße­re Nach­bar­ga­la­xie unse­rer Milch­stra­ße, die Andro­me­da­ga­la­xie in 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­ren Ent­fer­nung. Die­se kann unter einem rela­tiv dunk­len Him­mel schon mit blo­ßem Auge leicht erkannt wer­den. Unter­halb des Pega­sus sind die Fische und noch wei­ter im Süd­os­ten bereits der Was­ser­mann über dem Hori­zont erschie­nen.
Öst­lich der Fische, direkt unter­halb der Andro­me­da gele­gen, kön­nen wir die bei­den Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der erken­nen, die aller­dings noch dicht über dem Ost­ho­ri­zont ste­hen. Direkt im Nord­os­ten fin­den wir den Per­seus und dar­über des Stern­bild Kas­sio­peia. Noch wei­ter höher in Rich­tung Zenit ent­de­cken wir schließ­lich noch den Kepheus sowie das Stern­bild Schwan.

Im Süden

Der Süd­him­mel wird nun von der hel­len Som­mer­milch­stra­ße und dem auf­fäl­li­gen Som­mer­drei­eck domi­niert. Gebil­det wird das Drei­eck aus den hel­len Haupt­ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler. Deneb befin­det sich dabei nahe­zu in Zenit­nä­he und über­schrei­tet soeben den Meri­di­an. Die Wega hat ihren Meri­diandurch­gang bereits hin­ter sich. Ata­ir steht nun fast genau im Süden und in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont. West­lich der Lei­er schließt sich der Her­ku­les und dar­un­ter der Schlan­gen­trä­ger mit dem Schwanz der Schlan­ge an.
Inmit­ten der Milch­stra­ße gele­gen erken­nen wir zwi­schen Schwan und Adler die eher unauf­fäl­li­gen Stern­bil­der Füchs­chen und Pfeil. Unmit­tel­bar öst­lich davon ste­hen noch Del­phin und Fül­len. Unter einem dunk­len Him­mel fällt unter­halb des Adlers die hel­le Schild­wol­ke, ein hel­le­rer Teil der Milch­stra­ße, im Stern­bild Schild auf. Dar­un­ter ent­de­cken wir den Schüt­zen, der die recht ein­präg­sa­me Form einer Tee­kan­ne besitzt und in dem sich das Zen­trum unse­res eige­nen Milch­stra­ßen­sys­tems befin­det. Die­ser hat vor einer hal­ben Stun­de den Mer­di­an über­schrit­ten und ver­sinkt nun wie­der unter dem Hori­zont. Dicht über dem Süd­west­ho­ri­zont ste­hen noch eini­ge Ster­ne des Skor­pi­ons. Bli­cken wir auf die gegen­über­lie­gen­de Sei­te des Meri­di­ans, sehen wir den Stein­bock und ein Teil des Stern­bilds Was­ser­mann.

Im Wes­ten

Genau im Wes­ten fällt in nied­ri­ger Höhe der oran­ge leuch­ten­de Stern Ark­tur auf. Er ist der Haupt­stern des Stern­bilds Bären­hü­ter. Der Bären­hü­ter sel­ber besitzt annä­hernd die Form eines Kin­der­dra­chens, an des­sen lin­ker obe­rer Ecke sich das Stern­bild Nörd­li­che Kro­ne anschließt. Ober­halb davon erkennt man auch den eher unauf­fäl­li­gen Her­ku­les. Unter­halb des rech­ten obe­ren Kas­tens­tern des Her­ku­les soll­te unter einem dunk­len Him­mel der Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 als unschar­fes Stern­chen erkenn­bar sein. Unter­halb der Nörd­li­chen Kro­ne befin­det sich der Kopf der Schlan­ge, der vom mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­ger im Süd­wes­ten getra­gen wird.
Rechts vom Bären­hü­ter im Nord­wes­ten ent­de­cken wir das Stern­bild Gro­ßer Bär mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens. Dar­über befin­det sich der lang gezo­ge­ne Kör­per des Dra­chen, des­sen auf­fäl­li­ger und annä­hernd rau­ten­för­mi­ger Kopf sich noch in der Nähe des Zenits auf­hält. Unter­halb der Deich­sel des Gro­ßen Wagens ent­de­cken wir die Jagd­hun­de und noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont das Haar der Bere­ni­ke. Auf­grund der hori­zont­na­hen Stel­lung ver­schwin­den die schwa­chen Ster­ne die­ses Stern­bilds aller­dings schon im Hori­zont­dunst.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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