Der Sternhimmel im Monat August 2013

Der Lauf des Mondes

Am 1. August fin­den wir den abneh­men­den Mond am Mor­gen­him­mel im Stern­bild Stier und zwi­schen den bei­den Offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im so genann­ten „Gol­de­nen Tor der Eklip­tik“. In den dar­auf­fol­gen­den Näch­ten wan­dert unser Erd­tra­bant wei­ter in das Stern­bild Ori­on und steht am 3. des Monats west­lich von Jupi­ter. Am Mor­gen des 4. August befin­det sich die Mond­si­chel in den Zwil­lin­gen, süd­lich unse­res roten Nach­barn Mars. Am 5. des Monats kön­nen wir dann zum letz­ten Mal die schma­le Sichel am Mor­gen­him­mel und in der Nähe des Pla­ne­ten Mer­kur ent­de­cken, bis am 6. August schließ­lich die Neu­mond­pha­se erreicht ist.
Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel, kön­nen wir erst am 10. August die zuneh­men­de Mond­si­chel in der Abend­däm­me­rung erspä­hen. Sie steht dabei tief über dem west­li­chen Hori­zont. In der Nähe fin­den wir auch den Abend­stern Venus, ca. 11 Grad west­lich vom Mond ent­fernt. Bis zum 12. des Mon­des ist unser stil­ler Beglei­ter in die Jung­frau wei­ter­ge­wan­dert und steht dann nahe dem Haupt­stern Spika und dem Ring­pla­ne­ten Saturn. Am 14. August befin­det sich der Halb­mond schon im Stern­bild Waa­ge und am 15. nahe bei Ant­ares, dem Haupt­stern des Skor­pi­ons. An den fol­gen­den Aben­den kön­nen wir den Mond nach­ein­an­der in den Stern­bil­dern Schlan­gen­trä­ger und Schüt­ze auf­fin­den, wobei er am 17. des Monats den Zwerg­pla­ne­ten Plu­to bedeckt. Als Voll­mond steht der Erd­be­glei­ter dann am 21. August im Wassermann.
Nach der Voll­mond­nacht durch­läuft unser stil­ler Beglei­ter nach­ein­an­der die Stern­bil­der Fische, Wid­der und Stier und wird dabei mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 28. des Monats steht der abneh­men­de Halb­mond aber­mals im „Gol­de­nen Tor der Eklip­tik“ am Mor­gen­him­mel. Bis zum Ende des Monats erreicht der Mond wie­der das Stern­bild Zwillinge.

Die Planeten

Mer­kur ist im ers­ten Monats­drit­tel am Mor­gen­him­mel sicht­bar. Am 13. ist der Pla­net dann zum letz­ten Mal beob­acht­bar, bis er am 24. August schließ­lich in Kon­junk­ti­on zur Son­ne steht. Der ‑0,2 mag hel­le Mer­kur geht am 1. August um 3:50 Uhr Som­mer­zeit auf. Am 13. des Monats erfolgt sein Auf­gang des inzwi­schen auf ‑1,2 mag Hel­lig­keit ange­stie­ge­nen Pla­ne­ten erst um 4:34 Uhr. Der Beleuch­tungs­grad des Mer­kur­scheib­chens nimmt zu. Dage­gen schrumpft sein Durch­mes­ser von anfangs 7,3 auf 5,9 Bogen­se­kun­den. Am 2. August tritt die Halb­pha­se (Dicho­to­mie) ein. Am 5. kann die extrem schma­le Sichel des abneh­men­den Mon­des als Auf­such­hil­fe für den flin­ken Pla­ne­ten die­nen. Er steht dabei dicht über dem nord­öst­li­chen Hori­zont. In der Nähe ste­hen noch die Pla­ne­ten Mars und Jupi­ter, so dass sich eine net­te Vie­rer­kon­stel­la­ti­on am Mor­gen­him­mel ergibt.

Venus ist Abend­stern und kann nach wie vor als ‑3,5 mag hel­les Objekt nach Son­nen­un­ter­gang knapp über dem West­ho­ri­zont in der Abend­däm­me­rung auf­ge­spürt wer­den. Sie steht zu Beginn im Löwen, wobei sie am 11. des Monats in das Stern­bild Jung­frau wech­selt. Am 17. August über­schrei­tet sie den Him­mels­äqua­tor in Rich­tung Süden. Sie eilt dabei den Pla­ne­ten Saturn hin­ter­her, den sie im Sep­tem­ber auch ein­ho­len wird. Der Durch­mes­ser des Venus­scheib­chens nimmt leicht zu und beträgt gegen Ende des Monats gut 15 Bogen­se­kun­den. Im Fern­rohr zeigt sich der Pla­net zu 75% beleuch­tet. Am 1. August geht unser Schwes­ter­pla­net um 22:05 Uhr unter. Am 31. August ver­schwin­det Venus bereits um 20:57 Uhr Sommerzeit.

Der rote Pla­net Mars kann am Mor­gen­him­mel auf­ge­spürt wer­den. Er wan­dert recht­läu­fig durch die Zwil­lin­ge und wech­selt zum Monats­en­de in den Krebs. Am 18. zieht Mars nur 5,8 Grad süd­lich an Pol­lux vor­bei. Am 25. des Monats bil­den Mars, Kas­tor und Pol­lux eine gera­de Linie. Am 4. August gesellt sich der Rote Pla­net zu den Pla­ne­ten Mer­kur und Jupi­ter sowie der abneh­men­den Mond­si­chel. Im Tele­skop zeigt sich der 1,8 mag hel­le Mars nur 4 Bogen­se­kun­den groß, so dass man nahe­zu noch kei­ner­lei Ober­flä­chen­de­tails erken­nen kann. Die Auf­gän­ge des Mars ver­frü­hen sich nur unwe­sent­lich von anfangs 2:59 Uhr auf 2:45 Uhr Sommerzeit.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter ist immer bes­ser am Mor­gen­him­mel sicht­bar und bewegt sich recht­läu­fig durch das Stern­bild Zwil­lin­ge. Mit einer Hel­lig­keit von ‑1,9 mag ist er ein auf­fäl­li­ges Objekt in der Mor­gen­däm­me­rung und geht zum Ende des Monats hin rund eine Stun­de vor dem Pla­ne­ten Mars auf. Sein Äqua­tor­durch­mes­ser wächst Ende August auf gut 35 Bogen­se­kun­den an. Am 1. August über­schrei­tet der Rie­sen­pla­net um 2:44 Uhr Som­mer­zeit die nord­öst­li­che Hori­zont­li­nie und am 31. August bereits um 1:14 Uhr. Am Mor­gen des 4. August gegen 4:30 Uhr steht die schma­le Mond­si­chel in der Nähe von Jupi­ter, Mer­kur und Mars. Ein hüb­scher Him­mels­an­blick auch für Fotografen.

Saturn kann noch kurz nach Son­nen­un­ter­gang am Abend­him­mel, tief über dem süd­west­li­chen Hori­zont, gese­hen wer­den. Der 0,9 mag hel­le Ring­pla­net bewegt sich dabei immer schnel­ler wer­dend recht­läu­fig durch die Jung­frau, so dass sich auch die Sicht­bar­keit bis zum Monats­en­de merk­lich ver­kürzt. Ende August kann man ihn dann zum letz­ten Mal in der Abend­däm­me­rung erspä­hen. Zu Monats­be­ginn sinkt Saturn um 23:43 Uhr unter die Hori­zont­li­nie. Zum Monats­en­de geht der Pla­net bereits um 21:48 Uhr Som­mer­zeit unter.

Ura­nus ist ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und bewegt sich rück­läu­fig durch die Fische. Er steht zu Beginn des Monats gegen 4 Uhr mor­gens in sei­nem höchs­ten Punkt im Süden. Mit einer Hel­lig­keit von 5,8 mag ist der Pla­net theo­re­tisch schon mit blo­ßem Auge erkenn­bar. Im Tele­skop ist aller­dings nur ein 3,6 Bogen­se­kun­den gro­ßes grün­li­ches Scheib­chen sicht­bar. Die Auf­gän­ge von Ura­nus ver­frü­hen sich von anfangs 22:43 Uhr Som­mer­zeit auf gut zwei Stunden.

Nep­tun erreicht in der Nacht vom 26. auf den 27. August die Oppo­si­ti­on im Stern­bild Was­ser­mann und ist dann die gan­ze Nacht über sicht­bar. Am Tag der Oppo­si­ti­on geht der äuße­re Pla­net des Son­nen­sys­tems um 19:56 Uhr auf und erreicht um 1:08 Uhr Som­mer­zeit den Meri­di­an. Sein Unter­gang erfolgt am nächs­ten Mor­gen um 6:11 Uhr. Zum Oppo­si­ti­ons­zeit­punkt tren­nen uns 28,97 AE bzw. 4,334 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter vom Pla­ne­ten. Im Fern­rohr ist aller­dings nur ein 7,8 mag hel­les und 2,4 Bogen­se­kun­den gro­ßes bläu­li­ches Scheib­chen erkenn­bar, was kei­ner­lei Ober­flä­chen­de­tails zeigt.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to stand zu Beginn des Vor­mo­nats in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und kann als 14,1 mag hel­les Objekt im Schüt­zen auf­ge­fun­den wer­den. Sei­ne Meri­diandurch­gän­ge ver­frü­hen sich im Lau­fe des Monats um zwei Stun­den von anfangs 22:03 Uhr auf 20:03 Uhr Som­mer­zeit. Am 17. August bedeckt der fast vol­le Mond gegen 19:45 Uhr den Zwerg­pla­ne­ten, was aller­dings nicht beob­ach­tet wer­den kann.

Helle Kometen und Planetoiden

Die Hel­lig­keit des Kome­ten C/2011 L4 PANSTARRS sinkt bis zum Monats­en­de unter die 12. Grö­ßen­klas­se, so dass der Schweif­stern nur noch ein Objekt für grö­ße­re Tele­sko­pe ist. Er bewegt sich im August durch das Stern­bild des Bärenhüters.

Der Komet C/2012 F6 Lem­mon kann als 9,5 bis 10,5 mag hel­les Objekt im Stern­bild Kepheus und Dra­che auf­ge­fun­den wer­den. In der Nacht vom 5. auf den 6. August läuft er dicht an Beta Cep­hei vor­bei, der gut als Auf­such­hil­fe für den in mitt­le­ren Tele­sko­pen noch gut sicht­ba­ren Kome­ten die­nen kann.

Aste­ro­id Nr. 3 Juno steht am 4. August im Stern­bild Was­ser­mann der Son­ne genau gegen­über und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,0 mag. Bis zum Monats­en­de sinkt sei­ne Hel­lig­keit wie­der auf 9,2 Grö­ßen­klas­sen. Am 8. des Monats über­schrei­tet Juno schließ­lich die Gren­ze zum Stern­bild Adler. Am 1. August erreicht Juno um 1:11 Uhr den höchs­ten Punkt im Süden. Am 31. August steht er schon um 22:46 Uhr Som­mer­zeit im Meridian.

(7) Iris kommt am 16. August im Was­ser­mann in eine güns­ti­ge Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 7,9 mag. Mit die­ser Hel­lig­keit ist der Aste­ro­id ein leich­tes Objekt für das Fern­glas oder Tele­skop. Zu Beginn und Ende des Monats beträgt die Hel­lig­keit wie­der 8,1 mag. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Aste­ro­iden ver­frü­hen sich von anfangs 2:13 Uhr auf 23:42 Uhr Sommerzeit.

(8) Flo­ra kann im Stern­bild Schüt­ze auf­ge­fun­den wer­den. Zu Beginn des Monats geht der 9,0 mag hel­le Aste­ro­id um 0:07 Uhr durch den Meri­di­an. Zum Ende des Monats erreicht die nun wie­der 9,6 mag hel­le Flo­ra schon um 21:51 Uhr Som­mer­zeit die höchs­te Stel­lung im Süden.

(89) Julia bewegt sich durch den Pega­sus und wird am 6. August wie­der hel­ler als 10 mag. Bis zum Monats­en­de ist die Hel­lig­keit auf 9,4 mag ange­stie­gen. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Aste­ro­iden ver­frü­hen sich von anfangs 4:32 Uhr auf 2:22 Uhr Sommerzeit.

(324) Bam­ber­ga zieht durch die Fische in Rich­tung Nor­den und stei­gert die Hel­lig­keit von anfangs 9,5 auf 8,4 mag. Am 1. August steht Bam­ber­ga um 4:03 Uhr im Süden. Am 31. August erreicht der Him­mels­kör­per bereits um 1:52 Uhr Som­mer­zeit den Meridian.

Meteorströme

Die mil­den und hof­fent­lich auch kla­ren Som­mer­näch­te im August sind prä­de­sti­niert für den bekann­tes­ten Mete­or­strom des Jah­res: Die Per­sei­den. Sie tau­chen in jedem Jahr zwi­schen Mit­te Juli bis zum 25. August auf. Die maxi­ma­le Akti­vi­tät die­ses Mete­or­stroms ist in die­sem Jahr zwi­schen dem 10. und 14. August zu erwar­ten. Dabei tre­ten im güns­tigs­ten Fall in den frü­hen Mor­gen­stun­den bis zu 100 Stern­schnup­pen pro Stun­de auf, die mit einer Geschwin­dig­keit von 60 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Im Jahr 2013 fin­det das Maxi­mum in der Nacht vom 12. auf den 13. August gegen 23 Uhr statt. Ein wei­te­rer Peak tritt wahr­schein­lich gegen 3:30 Uhr mor­gens auf. Der zuneh­men­de Mond stört nur am Abend­him­mel, so dass in der Stun­de vor Mit­ter­nacht deut­lich mehr Per­sei­den beob­ach­tet wer­den kön­nen, beson­ders wenn man einen dunk­len Stand­ort fern­ab der Städ­te wählt. Die Meteo­re schei­nen dabei aus einem Gebiet zu kom­men, wel­ches ca. 2 Grad öst­lich vom Stern Eta Persei liegt. Um 22 Uhr steht der Radi­ant 30 Grad und kurz vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung bereits 70 Grad hoch am Him­mel. Neben den nor­mal hel­len Stern­schnup­pen, gibt es auch eini­ge sehr hel­le Exem­pla­re mit bis zu 0 mag Hel­lig­keit und dar­über hin­aus. Der Ursprung der Per­sei­den geht auf den peri­odi­schen Kome­ten 109­P/S­wift-Tut­tle zurück, der eine Umlauf­zeit von 120 Jah­ren besitzt.

In der ers­ten August­hälf­te kön­nen auch die Süd­li­chen-Del­ta-Aqua­ri­den sowie die Capri­cor­n­i­den beob­ach­tet wer­den, die Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten von 41 bzw. 21 Kilo­me­ter pro Sekun­de zei­gen (genaue Beschrei­bung der bei­den Strö­me sie­he „Der Stern­him­mel im Juli 2013“). Bei­de Strö­me zei­gen mit 1 bis 2 bzw. 2 bis 3 Stern­schnup­pen pro Stun­de nur eine gerin­ge Aktivität.

Erwäh­nens­wert sind in die­sem Monat noch die Kap­pa-Cyg­n­i­den, des­sen Radi­ant im Stern­bild Schwan zu fin­den ist. Die­ser mit rund 3 bis 5 Stern­schnup­pen pro Stun­de nicht gera­de rei­che Strom ist vom 3. bis 25. August aktiv, mit einem Maxi­mum in der Nacht vom 17. auf den 18. August. Mit 25 km/s Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit, han­delt es sich dabei um eher lang­sa­me Meteo­re, die aller­dings hel­le Exem­pla­re zei­gen kön­nen. Am 13. August 2007 konn­ten zum Bei­spiel zahl­rei­che Boli­den zwi­schen ‑4 und ‑5 mag Hel­lig­keit beob­ach­tet wer­den. Der Radi­ant steht in den Abend­stun­den fast im Zenit. Der Ursprungs­kör­per der Kap­pa-Cyg­n­i­den hat sich ver­mut­lich aufgelöst.

Zwi­schen dem 25. August und 5. Sep­tem­ber sind außer­dem noch die Alpha-Auri­gi­den sicht­bar, deren Maxi­mum am 31. August zu erwar­ten ist. Der Radi­ant befin­det sich süd­lich des Sterns Capel­la im Stern­bild Fuhr­mann. Mit 6 bis 10 Stern­schnup­pen pro Stun­de, ist die­ser Strom eben­falls nicht sehr aus­ge­prägt. Aller­dings wur­den in der Ver­gan­gen­heit schon Raten zwi­schen 30 und 40 Meteo­ren pro Stun­de regis­triert. Als Ursprungs­kör­per der Alpha-Auri­gi­den gilt der Komet C/1911 N1 Kiess, der eine Umlauf­zeit von unge­fähr 2500 Jah­ren besitzt. Im Jahr 2007 kam es zu einer engen Pas­sa­ge zwi­schen der Erde und der Umlauf­bahn des Kome­ten, wodurch eine Zeni­tra­te von ca. 120 Stern­schnup­pen pro Stun­de beob­ach­tet wer­den konnte.

Die Ant­he­lionquel­le ist über das gesam­te Jahr aktiv und pro­du­zie­ren lang­sa­me Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on, öst­lich des Gegen­son­nen­punkts. Auch hier sind nicht mehr als 1 bis 2 Meteo­re pro Stun­de zu erwarten.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel am 15. August 2013 um 23:00 MESZ

Der Stern­him­mel am 15. August 2013 um 23:00 MESZ

Im Nor­den

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit fin­den wir das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens, schon recht nied­rig aber immer noch gut sicht­bar über dem Nord­west­ho­ri­zont. Sei­ne bei­den hin­te­ren Kas­ten­ster­ne zei­gen fünf­mal ver­län­gert direkt auf den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären steigt nun eben­falls wie­der lang­sam her­ab. Immer tie­fer sinkt auch der Dra­che, des­sen ein­präg­sa­mer Kopf jetzt west­lich des Zenits zu fin­den ist und des­sen Kör­per sich um die Figur des Klei­nen Wagens her­um schlän­gelt. Dage­gen steigt das Stern­bild Kepheus, rechts ober­halb des Klei­nen Bären gele­gen, immer höher und erreicht im Lau­fe der Nacht schließ­lich die Zenitregion.
Bei guter Hori­zont­sicht fun­kelt nied­rig im Nord­os­ten die hell leuch­ten­de Kapel­la im Stern­bild Fuhr­mann auf­fäl­lig vor sich hin. Ober­halb des Fuhr­manns sind die schwa­chen Ster­ne des Stern­bilds Giraf­fe nur schwer aus­zu­ma­chen. Eben­falls im Nord­os­ten ist auch schon der Per­seus voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen. Halb­hoch am Him­mel ent­de­cken wir schließ­lich noch das W‑förmige Stern­bild der Kassiopeia.

Im Osten

Genau im Osten steht nun das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat als auf­fäl­ligs­te Figur des nahen­den Herbs­tes. Die Stern­ket­te der Andro­me­da schließt sich unmit­tel­bar öst­lich dar­an an. Dabei gehört der lin­ke obe­re Stern des Pega­sus­qua­drats bereits zum Stern­bild Andro­me­da. In der Andro­me­da befin­det sich auch die nächst grö­ße­re Nach­bar­ga­la­xie unse­rer Milch­stra­ße, die Andro­me­da­ga­la­xie in 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­ren Ent­fer­nung. Die­se kann unter einem rela­tiv dunk­len Him­mel schon mit blo­ßem Auge leicht erkannt wer­den. Unter­halb des Pega­sus sind die Fische und noch wei­ter im Süd­os­ten bereits der Was­ser­mann über dem Hori­zont erschienen.
Öst­lich der Fische, direkt unter­halb der Andro­me­da gele­gen, kön­nen wir die bei­den Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der erken­nen, die aller­dings noch dicht über dem Ost­ho­ri­zont ste­hen. Direkt im Nord­os­ten fin­den wir den Per­seus und dar­über des Stern­bild Kas­sio­peia. Noch wei­ter höher in Rich­tung Zenit ent­de­cken wir schließ­lich noch den Kepheus sowie das Stern­bild Schwan.

Im Süden

Der Süd­him­mel wird nun von der hel­len Som­mer­milch­stra­ße und dem auf­fäl­li­gen Som­mer­drei­eck domi­niert. Gebil­det wird das Drei­eck aus den hel­len Haupt­ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler. Deneb befin­det sich dabei nahe­zu in Zenitnä­he und über­schrei­tet soeben den Meri­di­an. Die Wega hat ihren Meri­diandurch­gang bereits hin­ter sich. Ata­ir steht nun fast genau im Süden und in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont. West­lich der Lei­er schließt sich der Her­ku­les und dar­un­ter der Schlan­gen­trä­ger mit dem Schwanz der Schlan­ge an.
Inmit­ten der Milch­stra­ße gele­gen erken­nen wir zwi­schen Schwan und Adler die eher unauf­fäl­li­gen Stern­bil­der Füchs­chen und Pfeil. Unmit­tel­bar öst­lich davon ste­hen noch Del­phin und Fül­len. Unter einem dunk­len Him­mel fällt unter­halb des Adlers die hel­le Schild­wol­ke, ein hel­le­rer Teil der Milch­stra­ße, im Stern­bild Schild auf. Dar­un­ter ent­de­cken wir den Schüt­zen, der die recht ein­präg­sa­me Form einer Tee­kan­ne besitzt und in dem sich das Zen­trum unse­res eige­nen Milch­stra­ßen­sys­tems befin­det. Die­ser hat vor einer hal­ben Stun­de den Mer­di­an über­schrit­ten und ver­sinkt nun wie­der unter dem Hori­zont. Dicht über dem Süd­west­ho­ri­zont ste­hen noch eini­ge Ster­ne des Skor­pi­ons. Bli­cken wir auf die gegen­über­lie­gen­de Sei­te des Meri­di­ans, sehen wir den Stein­bock und ein Teil des Stern­bilds Wassermann.

Im Wes­ten

Genau im Wes­ten fällt in nied­ri­ger Höhe der oran­ge leuch­ten­de Stern Ark­tur auf. Er ist der Haupt­stern des Stern­bilds Bären­hü­ter. Der Bären­hü­ter sel­ber besitzt annä­hernd die Form eines Kin­der­dra­chens, an des­sen lin­ker obe­rer Ecke sich das Stern­bild Nörd­li­che Kro­ne anschließt. Ober­halb davon erkennt man auch den eher unauf­fäl­li­gen Her­ku­les. Unter­halb des rech­ten obe­ren Kas­tens­tern des Her­ku­les soll­te unter einem dunk­len Him­mel der Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 als unschar­fes Stern­chen erkenn­bar sein. Unter­halb der Nörd­li­chen Kro­ne befin­det sich der Kopf der Schlan­ge, der vom mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­ger im Süd­wes­ten getra­gen wird.
Rechts vom Bären­hü­ter im Nord­wes­ten ent­de­cken wir das Stern­bild Gro­ßer Bär mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens. Dar­über befin­det sich der lang gezo­ge­ne Kör­per des Dra­chen, des­sen auf­fäl­li­ger und annä­hernd rau­ten­för­mi­ger Kopf sich noch in der Nähe des Zenits auf­hält. Unter­halb der Deich­sel des Gro­ßen Wagens ent­de­cken wir die Jagd­hun­de und noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont das Haar der Bere­ni­ke. Auf­grund der hori­zont­na­hen Stel­lung ver­schwin­den die schwa­chen Ster­ne die­ses Stern­bilds aller­dings schon im Horizontdunst.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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