Die Sichtbarkeit des Kometen C/2012 S1 ISON

Der Große Komet von 1881Obwohl der Komet C/2011 L4 PANSTARRS im Früh­jahr 2013 für die brei­te Mas­se der Bevöl­ke­rung eher ent­täu­schend war, bleibt das Jahr 2013 für Kome­ten­be­ob­ach­ter span­nend: Im Spät­herbst könn­te sich der Komet C/2012 S1 ISON zum hells­ten Kome­ten der letz­ten Jahr­zehn­te ent­wi­ckeln und sogar am Tag­him­mel sicht­bar wer­den. Komet ISON gehört zur Grup­pe der so genann­ten Son­nen­strei­fer und wird am 28. Novem­ber 2013 unse­rem Zen­tral­ge­stirn sehr nahe kommen.

Die hyper­bo­li­sche Bahn von C/2012 S1 ISON, mit gro­ßer Son­nen­nä­he zum Peri­hel­zeit­punkt, erin­nert stark an die Bahn des Gro­ßen Kome­ten von 1680 (C/1680 V1 Kirch), der sei­ner­zeit einen spek­ta­ku­lä­ren Schweif von über 70 Grad Län­ge ent­wi­ckel­te. Es wird spe­ku­liert, dass even­tu­ell sogar bei­de Kome­ten vom sel­ben Mut­ter­kör­per abstam­men. Es exis­tie­ren näm­lich nur weni­ge Kome­ten, die eine Peri­hel­di­stanz von weni­ger als 0,05 Astro­no­mi­sche Ein­hei­ten (AE) haben und nicht zur Kreutz-Grup­pe gehören.

Schon bald nach sei­ner Ent­de­ckung wur­de auf­grund sei­ner gro­ßen abso­lu­ten Hel­lig­keit gemut­maßt, dass sich ISON, in den Tagen sei­ner Son­nen­nä­he, sogar zu einem Tag­him­mel­ko­me­ten ent­wi­ckelt könn­te und am 28. Novem­ber, mit viel­leicht ‑16 Magnitu­den Hel­lig­keit – und damit hel­ler als der Voll­mond – nur 1,7 Grad neben der Son­ne auf­zu­fin­den sei! Dadurch wür­de dann auch sein Schweif Anfang Dezem­ber eine Rekord­län­ge erreichen.
Lei­der hal­ten sich Kome­ten in der Regel oft nicht an die an ihnen gestell­ten Pro­gno­sen, wie man an Komet PANSTARRS im Früh­jahr 2013 ein­drück­lich sehen konn­te. So ist es zum jet­zi­gen Zeit­punkt (Mit­te Sep­tem­ber) immer noch sehr unsi­cher, wie hell Komet ISON tat­säch­lich wird und ob er, wie von den Medi­en titu­liert, als „Jahr­hun­dert­ko­met“ im Herbst 2013 unse­ren Him­mel zie­ren wird. In den Mona­ten nach sei­ner Ent­de­ckung, ent­wi­ckel­te er sich näm­lich nicht so wie ursprüng­lich erwar­tet. Des­halb wur­den in der Astro­no­me­n­ge­mein­de schon sehr bald, die hohen Erwar­tun­gen an den Kome­ten etwas zurückgeschraubt.

Der Große Komet von 1680

Der Gro­ße Komet von 1680 in einer zeit­ge­nös­si­schen Dar­stel­lung von Lie­ve Verschuier

Ein Hale-Bopp oder ein zweiter Kohoutek?

Der aus der Oort­schen Wol­ke stam­men­de Komet ist für einen Son­nen­strei­fer ziem­lich groß und besucht wahr­schein­lich zum ers­ten Mal (und viel­leicht auch zum letz­ten Mal) das inne­re Son­nen­sys­tem. Aller­dings ist der Kern mit 4 Kilo­me­tern Durch­mes­ser bei wei­tem nicht so groß, wie der von C/1995 O1 Hale-Bopp, des­sen Kern einen Durch­mes­ser von rund 30 bis 50 Kilo­me­tern besaß. Hale-Bopp ist ein lang­pe­ri­odi­scher Komet mit mehr als 2.500 Jah­ren Umlauf­zeit und wur­de am 23. Juli 1995 eben­falls in gro­ßer Ent­fer­nung zur Son­ne ent­deckt. Er hielt sich zum größ­ten Teil an die Pro­gno­sen und war über 18 Mona­te lang mit blo­ßem Auge sicht­bar. Am 1. April 1997 kam er in Son­nen­nä­he, erreich­te eine schein­ba­re Hel­lig­keit von ‑1 mag und lie­fer­te eine spek­ta­ku­lä­re Show für die Medi­en und die brei­te Öffent­lich­keit ab.

Komet Hale-Bopp im Frühjahr 1997

Komet Hale-Bopp im Früh­jahr 1997, Foto vom 29. März. 1997 – Quel­le: http://salzgeber.at/astro/pics/9703293.html

Ent­schei­dend für die Hel­lig­keits­ent­wick­lung von Komet ISON sind die kom­men­den Wochen vor sei­nem Peri­hel. Auf­grund von Erfah­run­gen ande­rer hel­ler Kome­ten aus der Ver­gan­gen­heit, wur­den ganz unter­schied­li­che Sze­na­ri­en in Betracht gezogen:

Der Komet kann weit hin­ter sei­nen Erwar­tun­gen zurück­blei­ben und ein zwei­ter Komet Kohou­tek wer­den, der im Jahr 1973 eben­falls von der Pres­se als „Jahr­hun­dert­ko­met“ gefei­ert wur­de und sich schließ­lich als Rohr­kre­pie­rer erwies. So könn­te der Kern regel­recht „aus­bren­nen“ und in Son­nen­nä­he deut­lich weni­ger Akti­vi­tät zei­gen, als ursprüng­lich erwar­tet. Ein wei­te­res Sze­na­rio ist eine Kern­tei­lung wäh­rend der Son­nen­nä­he Ende Novem­ber. Somit könn­te ISON einen spek­ta­ku­lä­ren Aus­bruch an Staub und Gas erle­ben oder sich sogar kom­plett auf­lö­sen. Der deut­lich klei­ne­re Kern des Son­nen­kreu­zers C/2011 W3 (Lovejoy) zer­fiel eben­falls wäh­rend sei­nes Peri­hels. Aller­dings ent­wi­ckel­te sich die­ser Komet zu einem schö­nen Weih­nachts­ko­me­ten, mit lan­gem Staub­schweif Ende Dezem­ber 2011 für die Süd­halb­ku­gel, und war am Abend­him­mel eine äußerst beein­dru­cken­de Erschei­nung. Even­tu­ell löst sich der Komet noch vor dem Peri­hel auf, wie wir es beim Kome­ten C/2010 X1 (Ele­nin) im Jahr 2011 erlebt haben, der eben­falls rela­tiv hell wer­den soll­te und von den Eso­te­ri­kern damals als poten­ti­el­ler Aus­lö­ser für den bevor­ste­hen­den „Welt­un­ter­gang 2012“ ver­ant­wort­lich gemacht wurde.

Komet Lovejoy

Der Weih­nachts­ko­met C/2011 W3 Lovejoy über den Tele­sko­pen von Paranal © ESO/Guillaume Blanchard

Auf­grund sei­ner Bahn­geo­me­trie und sei­ner gerin­gen Elon­ga­ti­on wäh­ren sei­ner Son­nen­nä­he, wird es sogar recht schwie­rig wer­den, den Kome­ten nahe am Hori­zont und in der hel­len Däm­me­rung zu sich­ten, beson­ders dann, wenn er hin­ter den Erwar­tun­gen zurück­bleibt. Es blei­ben Ende November/Anfang Dezem­ber jeweils nur kur­ze Zeit­fens­ter vor bzw. nach Son­nen­un­ter­gang, um den Kome­ten in sei­ner größ­ten Hel­lig­keit zu beob­ach­ten, bis er nach sei­nem Peri­hel im Dezem­ber am Hori­zont lang­sam immer höher stei­gen und somit immer bes­ser und vor allem län­ger sicht­bar wer­den wird. Im glei­chen Maße wird dann aber auch die Hel­lig­keit schnell zurück­ge­hen. Wie viel wir von ISON von Mit­tel­eu­ro­pa aus sehen wer­den hängt ent­schei­dend davon ab, wie viel Gas und Staub der Kome­ten­kern in Son­nen­nä­he pro­du­ziert und wie hell der Schweif­stern am Ende tat­säch­lich wird. Unklar ist vor allem, wie sich sein Schweif wäh­rend sei­ner Son­nen­nä­he entwickelt.

Komet McNaught im Januar 2007

Komet C/2006 P1 McNaught im Janu­ar 2007 © ESO

Mit etwas Glück hat Komet ISON aber immer noch das Poten­ti­al zum hells­ten Kome­ten seit 100 Jah­ren zu wer­den. Dafür müss­te er aber hel­ler als der Son­nen­strei­fer C/1965 S1 Ikeya-Seki wer­den, der im Novem­ber 1965 eine Hel­lig­keit von ‑10 mag erreich­te und sogar am Tag­him­mel sicht­bar gewe­sen ist. Die abso­lu­te Hel­lig­keit von ISON (6,0 mag) liegt zwi­schen der von Ikeya-Seki (3,9 mag) und C/2006 P1 (McNaught) (9,5 mag), der eben­falls dicht an der Son­ne vor­bei zog. Neben Ikeya-Seki, ent­wi­ckel­te sich auch McNaught zu einem der hells­ten Kome­ten seit den 30er Jah­ren des 20. Jahr­hun­derts. Die­ser Komet konn­te am 13. Janu­ar 2007 eben­falls am Tag­him­mel beob­ach­tet wer­den. Danach war er mit sei­nem breit gefä­cher­ten und mehr als 40 Grad lan­gen Schweif eine spek­ta­ku­lä­re Erschei­nung auf der Südhalbkugel.

Komet PANSTARRS in der Abenddämmerung

Komet PANSTARRS am 15. März 2013 gegen 19:16 Uhr über dem west­li­chen Horizont

Falls sich Komet ISON zum besag­ten „Jahr­hun­dert­ko­me­ten“ ent­wi­ckelt, wür­de er ab Mit­te Okto­ber in Fern­glä­sern und nur weni­ge Wochen spä­ter sogar mit blo­ßem Auge sicht­bar wer­den. Zum Peri­hel­zeit­punkt kann er am Tag­him­mel mit Tele­sko­pen beob­ach­tet wer­den und taucht dann kurz nach sei­ner Son­nen­nä­he als ‑3 bis ‑4 mag hel­les Objekt am Mor­gen- und Abend­him­mel auf. Der eher schma­le und lang gestreck­te Staub­schweif wür­de sich vie­le dut­zen­de Grad über den Nacht­him­mel span­nen und eine beein­dru­cken­de Erschei­nung bie­ten – ähn­lich wie Komet Kirch im 17. Jahr­hun­dert oder Ikeya-Seki in den 60er Jah­ren. Beob­ach­ter der nörd­li­chen Hemi­sphä­re wür­den auf­grund sei­ner Bahn­geo­me­trie bevor­zugt wer­den. Nach den aktu­el­len Daten erwar­tet man zur­zeit, dass ISON Mit­te Okto­ber die 10. Grö­ßen­klas­se über­schrei­ten wird und eine maxi­ma­le Hel­lig­keit, zum Zeit­punkt sei­ner größ­ten Son­nen­nä­he, von unge­fähr ‑6 Magnitu­den erreicht.

Entdeckung und Bahnverlauf

Komet ISON wur­de von den bei­den rus­si­schen Ama­teur­as­tro­no­men Vita­li New­ski (Weiß­russ­land) und Art­jom Nowi­cho­nok (Russ­land) in der Nacht vom 20. auf den 21. Sep­tem­ber 2012 mit einem 16-Zoll-Spie­gel­te­le­skop des Inter­na­tio­nal Sci­en­ti­fic Opti­cal Net­work (ISON) am Kislo­vodsk Obser­va­to­ri­um in Russ­land ent­deckt. Das Tele­skop ist ein Teil eines grö­ße­ren Netz­werks zum Auf­spü­ren von Aste­ro­iden und Weltraummüll.
Auf den Bil­dern zeig­te sich ein schwa­ches Objekt der 19. Grö­ßen­klas­se im Stern­bild Krebs, das sich lang­sam beweg­te und sich mit 6 Astro­no­mi­sche Ein­hei­ten (1 AE = 149,6 Mil­lio­nen km) noch weit hin­ter der Jupi­ter­bahn befand. Bis zu die­sem Zeit­punkt war noch nicht klar, ob es sich bei dem Objekt um einen Aste­ro­iden oder Kome­ten han­delt. Die Ent­de­ckungs­no­tiz wur­de dar­auf­hin dem Cen­tral Bureau for Astro­no­mi­c­al Tele­grams (CEBAT) gemel­det und auf die NEO con­fir­ma­ti­on page des Minor Pla­net Cent­re (MPC) gesetzt. Novicho­nok buch­te dar­auf­hin Tele­skop­zeit am 1,5 Meter Reflek­tor des Maj­da­nak Obser­va­to­ri­ums in Usbe­ki­stan, um wei­te­re Auf­nah­men des Objekts zu gewin­nen. Dank wei­te­rer Fotos von Beob­ach­tern war es nur einen Tag spä­ter gewiss, dass New­ski und Nowi­cho­nok einen neu­en Kome­ten jen­seits der Jupi­ter­bahn ent­deckt hat­ten. Der Komet wur­de schließ­lich noch auf Pre-Dis­co­very-Auf­nah­men des Mount Lem­mon Sur­veys in Ari­zo­na vom 28. Dezem­ber 2011 und vom Pan-STARRS 1 Tele­skop auf Haleaka­la, Hawaii vom 28. Janu­ar 2012 bestätigt.

Scheinbare Bahn von ISON am Himmel

Schein­ba­re Bahn von Komet C/2012 S1 ISON vom 1. Okto­ber 2013 bis 1. März 2014

Nur zwei Tage nach sei­ner Ent­de­ckung, berech­ne­te Maik Mey­er eine ers­te Bahn des Kome­ten. Dafür benutz­te er 33 Posi­ti­ons­mes­sun­gen aus Bil­dern, die zwi­schen dem 21. und 23. Sep­tem­ber auf­ge­nom­men wur­den. Es zeig­te sich zuerst, dass der Schweif­stern am 19. Okto­ber 2013 die Son­nen­nä­he errei­chen und in einer Ent­fer­nung von nur 0,03 AE an unse­rem Zen­tral­ge­stirn vor­bei­zie­hen wird. Wei­te­re Beob­ach­tun­gen und Posi­ti­ons­mes­sun­gen bestä­tig­ten dann die gerin­ge Son­nen­ent­fer­nung zum Peri­hel­zeit­punkt. Dem­nach wird Komet ISON am 28. Novem­ber 2013 in nur 0,012443 AE oder 1,86 Mil­lio­nen Kilo­me­tern Abstand – was fast einem Son­nen­durch­mes­ser ent­spricht – sich der Son­ne annä­hern und Ende Dezem­ber 2013 der Erde bis auf 0,43 AE nahe kom­men. Davor nähert er sich am 1. Okto­ber 2013 dem Mars bis auf eine Ent­fer­nung von nur 10,9 Mil­lio­nen Kilo­me­tern an. Die dich­te Annä­he­rung an den Mars ist beson­ders auch für die For­schungs­son­den der NASA und ESA – die sich momen­tan am Mars auf­hal­ten – eine gute Gele­gen­heit, den Kome­ten aus rela­tiv nächs­ter Nähe zu beob­ach­ten. Nach sei­nem Peri­hel zieht der Schweif­stern schließ­lich schnell in Rich­tung Nor­den und könn­te um Weih­nach­ten 2013 her­um als zir­kum­po­la­res Objekt auch von Deutsch­land aus noch mit blo­ßem Auge sicht­bar sein.

Voraussichtliche Helligkeit und Sichtbarkeit von Mitteleuropa

Der Komet konn­te im gesam­ten Herbst und Win­ter 2012 zuerst foto­gra­fisch und spä­ter dann auch visu­ell beob­ach­tet wer­den. Anfang April betrug sei­ne Hel­lig­keit schon 14,5 mag und er zeig­te einen kur­zen Schwei­fan­satz. Mit­te Juli 2013 stand der Komet im Stern­bild Zwil­lin­ge in Kon­junk­ti­on zur Son­ne und tauch­te dann Anfang August am Mor­gen­him­mel auf. Am 18. August 2013 wur­de er schließ­lich durch den Ama­teur­as­tro­no­men Bruce Gary mit einer Hel­lig­keit von nur 14 mag wie­der­ent­deckt. Anfang Sep­tem­ber begann dann das güns­ti­ge Beob­ach­tungs­fens­ter, als der rund 12,5 mag hel­le Komet am Mor­gen­him­mel immer höher stieg. Anfang Sep­tem­ber befand sich ISON nur 2 Grad nörd­lich der Pra­e­se­pe (M 44) im Krebs und unweit vom Pla­ne­ten Mars entfernt.

Orbit von Komet ISON im inne­ren Sonnensystem

Ende Sep­tem­ber wech­selt Komet ISON vom Stern­bild Krebs in den Löwen und wird wahr­schein­lich Mit­te Okto­ber die 10. Grö­ßen­klas­se über­schrei­ten und somit in klei­nen bis mitt­le­ren Tele­sko­pen sicht­bar wer­den. Ende Okto­ber steht er bereits rund 35 Grad hoch über dem Ost­ho­ri­zont. Er befin­det sich in die­ser Zeit in der Nähe unse­res Nach­bar­pla­ne­ten Mars und dem Haupt­stern Regu­lus im Löwen. Der Rote Pla­net wird den Kome­ten auch den gesam­ten Monat Okto­ber über am Him­mel beglei­ten, so dass unser Nach­bar­pla­net sehr gut als Auf­such­hil­fe die­nen kann. Der Mini­mal­ab­stand zum Mars wird schließ­lich am 18. Okto­ber mit nur 0,9 Grad Abstand erreicht. Die Elon­ga­ti­on zur Son­ne beträgt bis Anfang Novem­ber über 50 Grad, fällt dann aller­dings rela­tiv schnell zum Peri­hel hin ab. Die Hel­lig­keit beträgt Ende Okto­ber unge­fähr 8 Magnitu­den. Selbst ein kur­zer Schwei­fan­satz soll­te nun visu­ell gut erkenn­bar sein.

Aufsuchkarte

Schein­ba­re Bahn für den Kome­ten C/2012 S1 ISON und Mars vom 15. Sep­tem­ber bis 1. Novem­ber 2013

ISONs Hel­lig­keit nimmt nun schnell wei­ter zu, wobei er ein schö­nes Feld­ste­cher­ob­jekt wird. Am 2. Novem­ber zieht der Komet an Sig­ma Leo­nis vor­bei und am 5. Novem­ber wech­selt ISON in das Stern­bild Jung­frau. Sein Erd­ab­stand sinkt auf unter 1 AE. Am 7. Novem­ber zieht er in unge­fähr 1 Grad Abstand süd­lich am Stern Beta Vir­gi­nis vor­bei, der eben­falls gut als Auf­such­hil­fe für den Kome­ten die­nen kann. In der zwei­ten Novem­ber­wo­che könn­te sei­ne Hel­lig­keit dann die Gren­ze für das blo­ße Auge über­schrei­ten. Die Elon­ga­ti­on zur Son­ne wird bis Mit­te Novem­ber aller­dings auf 38 Grad abge­nom­men haben. Auch die Höhe über dem Ost­ho­ri­zont nimmt wei­ter ab und beträgt am 15. Novem­ber, zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung, nur noch 12 Grad. Das ist auch die letz­te güns­tigs­te Gele­gen­heit, den Kome­ten ohne stö­ren­des Mond­licht vor dem Peri­hel zu beob­ach­ten. Am 17. Novem­ber ist schließ­lich Voll­mond, so dass es immer schwie­ri­ger wird, den Kome­ten am auf­ge­hell­ten Him­mel aufzufinden.
Auf­grund der immer gerin­ger wer­den­den Erd­ent­fer­nung, zieht ISON nun immer schnel­ler wer­dend über den Him­mel und pas­siert am 18. Novem­ber, in nur 0,33 Grad nörd­li­chen Abstand, den Haupt­stern Spi­ca in der Jung­frau. Die Hel­lig­keit ist zu die­sem Zeit­punkt auf über 5 mag ange­stie­gen. Die Schweiflän­ge dürf­te dann 2 Grad und sein Koma­durch­mes­ser bereits 10 Bogen­mi­nu­ten errei­chen. Die Gren­ze zum Stern­bild Waa­ge wird am 22. Novem­ber über­schrit­ten. In der Mor­gen­däm­me­rung des 23. und 24. Novem­ber steht der nun 3,5 bis 3,0 mag hel­le Komet in der Nähe von Mer­kur und Saturn. Sein west­li­cher Abstand zur Son­ne wird bis zum 25. Novem­ber auf 14 Grad abge­nom­men haben. Kurz danach ver­schwin­det der Schweif­stern als 2 bis 3 mag hel­les Objekt in der hel­len Mor­gen­däm­me­rung. Weni­ge Tage vor dem Peri­hel könn­te ein flä­chen­hel­ler und mehr als 10 Grad lan­ger Staub­schweif noch vor der Son­ne auf­ge­hen. Viel wahr­schein­li­cher ist es, dass der Schweif recht kurz und unauf­fäl­lig blei­ben wird. Die Elon­ga­ti­on schrumpft bis kurz vor der dich­tes­ten Annä­he­rung an die Son­ne von anfangs 11 auf nur noch 5 Grad.

Lichtkurve und Elongation

Schein­ba­re Hel­lig­keit und Son­nen­ab­stand von Komet ISON im Sichtbarkeitszeitraum

Soll­te sich ISON an die Hel­lig­keits­pro­gno­sen hal­ten, könn­te er um den Perih­el­ter­min am 28. Novem­ber her­um sogar am Tag­him­mel sicht­bar wer­den. Wahr­schein­li­cher ist aller­dings, dass er auf­grund sei­ner Son­nen­nä­he von weni­ger als 2 Grad und der momen­tan etwas gerin­ge­ren pro­gnos­ti­zier­ten Hel­lig­keit lei­der unbe­ob­acht­bar blei­ben wird. Man ver­mu­tet aber trotz­dem, dass ISON eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von ca. ‑6 Grö­ßen­klas­sen erreicht. Durch den Effekt der Vor­wärts­streu­ung, könn­te die Hel­lig­keit sogar noch etwas anstei­gen und womög­lich zwi­schen ‑8 bis ‑11 mag lie­gen, was eine Sich­tung am hel­len Tag­him­mel doch noch mög­lich machen könn­te. Lei­der befin­den sich Son­ne und Komet, bei ihrer dich­tes­ten Annä­he­rung um 18:35 Uhr Welt­zeit, für mit­tel­eu­ro­päi­sche Ver­hält­nis­se bereits unter dem Horizont.
Zum Peri­hel­zeit­punkt steht der Komet nur noch 0,25 Grad vom Son­nen­rand ent­fernt, mit einem Abstand zur Son­nen­ober­flä­che von nur noch 800.000 Kilo­me­tern! Es ist durch­aus mög­lich, dass der Komet, auf­grund der star­ken Gezei­ten­kräf­te und der hohen Tem­pe­ra­tu­ren in Son­nen­nä­he, die Peri­hel­pas­sa­ge nicht überlebt.

Um den Kome­ten wäh­rend sei­ner dich­tes­ten Annä­he­rung am hel­len Tag­him­mel auf­zu­su­chen, muss unbe­dingt dar­auf geach­tet wer­den, die Son­nen­schei­be (zum Bei­spiel an einer Häu­ser­wand oder einem Haus­dach) abzu­de­cken. Kei­nes­falls darf man ohne Schutz direkt in die Son­ne schau­en, da sonst die Augen nach­hal­tig geschä­digt wer­den kön­nen und sogar voll­stän­di­ge Erblin­dung droht!

Wenn der Schweif­stern das Peri­hel unbe­scha­det über­steht, befin­det er sich am 29. Novem­ber bereits nörd­lich der Son­ne und wird im güns­tigs­ten Fall immer noch am Tag­him­mel sicht­bar sein. Der Abstand zum Son­nen­rand beträgt zu die­sem Zeit­punkt immer noch zwi­schen 3 und 4 Grad. Sein Schweif weist von der Son­ne abge­wandt direkt in Rich­tung Nor­den. Bei Son­nen­un­ter­gang gegen 16:30 Uhr, steht der Komet nur noch 2 Grad über dem Hori­zont. Die Ent­fer­nung und der Abstand von der Son­ne wer­den in den dar­auf­fol­gen­den Tagen schnell zuneh­men, wäh­rend ISON schnell in Rich­tung Nor­den durch Skor­pi­on und Schlan­gen­trä­ger zieht, so dass er sowohl am Mor­gen­him­mel als auch am Abend­him­mel beob­ach­tet wer­den kann. Auf der Süd­halb­ku­gel ist der Komet dann gar nicht mehr zu sehen. Die Ent­fer­nung zur Erde nimmt wei­ter­hin ab. Vom 30. Novem­ber bis 3. Dezem­ber 2013 könn­te der Schweif des Kome­ten, kurz nach Son­nen­un­ter­gang, eine spek­ta­ku­lä­re Erschei­nung über dem süd­west­li­chen Hori­zont bie­ten. Dabei wird der Schweif ab dem 1. Dezem­ber, mit einer vor­aus­sicht­li­chen Län­ge von 10 bis 15 Grad, in der Abend­däm­me­rung über dem Hori­zont ste­hen, wenn sich der Kome­ten­kopf schon längst unter dem Hori­zont befin­det. Die Schweiflän­ge wächst in den dar­auf­fol­gen­den Tagen immer wei­ter an. Auch sein Koma­durch­mes­ser ver­grö­ßert sich bis Mit­te Dezem­ber auf gut 25 Bogen­mi­nu­ten, was fast dem schein­ba­ren Durch­mes­ser des Voll­mon­des entspricht.

Morgendämmerung

Höhe und Azi­mut von Komet ISON zu Beginn der Morgendämmerung

Am 4. Dezem­ber wech­selt der nun bereits wie­der 1 bis 2 mag hel­le Komet vom Skor­pi­on in den Schlan­gen­trä­ger. Nun ver­bes­sern sich jeden Abend auch die Beob­ach­tungs­be­din­gun­gen: ISON steigt in der Däm­me­rung immer höher und erreicht immer nörd­li­che­re Dekli­na­tio­nen. Sein Staub­schweif könn­te immer noch sehr hell sein. Aller­dings wird die Hel­lig­keit der Koma in den kom­men­den Tagen sehr schnell wei­ter abneh­men. Bis zum 5. Dezem­ber steigt die Elon­ga­ti­on auf 18 Grad. Die Höhe über dem Hori­zont beträgt zu Beginn der nau­ti­schen Däm­me­rung schon 5 Grad. Der bes­te Zeit­raum den Kome­ten zu beob­ach­ten, liegt dem­nach zwi­schen dem 4. und 14. Dezem­ber. Am 6. Dezem­ber steht ISON west­lich von Epsi­lon und Del­ta Ophiuchi im Schlan­gen­trä­ger. Unge­fähr ein bis zwei Wochen nach dem Peri­hel, erreicht der Schweif, mit vor­aus­sicht­lich 30 Grad, auch sei­ne maxi­ma­le Länge.
Zwi­schen dem 10. und 18. Dezem­ber wan­dert der Schweif­stern ent­lang der Grenz­li­nie zwi­schen den Stern­bil­dern Schlan­ge und Her­ku­les wei­ter nach Nor­den. Der fast vol­le Mond stört dann ab dem 14. Dezem­ber die Beob­ach­tung des Kome­ten. Der Hori­zont­ab­stand steigt zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung deut­lich an und beträgt am 15. Dezem­ber bereits 30 Grad, bei einer Elon­ga­ti­on zur Son­ne von 43 Grad. Sei­ne Hel­lig­keit wird dann wie­der auf 4,5 mag abge­nom­men haben. Sein Schweif könn­te aber immer noch eine beein­dru­cken­de Erschei­nung bie­ten – beson­ders unter einem dunk­len, mond­lo­sen Him­mel – und auf län­ger belich­te­ten Fotos vom Her­ku­les bis in das Stern­bild Gro­ßer Bär rei­chen! Ab Mit­te Dezem­ber wird der Komet auch immer bes­ser am Abend­him­mel sichtbar.

Abenddämmerung

Höhe und Azi­mut von Komet ISON zum Ende der Abenddämmerung

Am 19. Dezem­ber wech­selt der nun 5 mag hel­le Komet in das Stern­bild Nörd­li­che Kro­ne. Zu die­sem Zeit­punkt stört der Mond am Abend­him­mel nicht mehr. Am 23. Dezem­ber zieht der Komet aber­mals in den Her­ku­les. Zur Weih­nachts­zeit wird Komet ISON schließ­lich zir­kum­po­lar und kann nun die gan­ze Nacht über beob­ach­tet wer­den. Die Elon­ga­ti­on zur Son­ne steigt auf über 75 Grad. Sei­ne Hel­lig­keit wird in die­ser Zeit wahr­schein­lich schon unter der Nach­weis­gren­ze für das blo­ße Auge gefal­len sein und ver­mut­lich zwi­schen 5 und 6 Magnitu­den lie­gen. Im güns­tigs­ten Fall wird er unter einem sehr dunk­len und mond­lo­sen Him­mel noch mit blo­ßem Auge zu erspä­hen sein. Auch Schweiflän­ge und Koma­durch­mes­ser gehen in den dar­auf­fol­gen­den Wochen merk­lich zurück. Am 25. Dezem­ber begeg­net der Komet dem Stern The­ta Herculis.
In der Nacht vom 26. auf den 27. Dezem­ber 2013 erreicht Komet ISON, mit einer Ent­fer­nung von knapp 64 Mil­lio­nen Kilo­me­tern, den gerings­ten Abstand zur Erde. Er kann nun im Stern­bild Dra­che auf­ge­fun­den wer­den. Die Ent­fer­nung zur Erde ist gering genug, damit aus den Staub­par­ti­keln des Kome­ten even­tu­ell ein Mete­or­schau­er um den 14./15. Janu­ar 2014 her­um ent­steht, wenn die Erde die Bahn des Kome­ten schneidet.
Bis Jah­res­en­de wan­dert der Schweif­stern wei­ter durch den Dra­chen und soll­te dann zu Beginn des neu­en Jah­res end­gül­tig die Sicht­bar­keits­gren­ze für das blo­ße Auge unter­schrei­ten. Am 29. Dezem­ber zieht er noch dicht an Eta Dra­co­nis vorbei.
Im Janu­ar 2014 ist ISON noch in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen in den Stern­bil­dern Klei­ner Bär, Kepheus, Kas­sio­peia und Giraf­fe beob­acht­bar. Die Hel­lig­keit geht von anfangs 6,0 auf 9,5 mag zum Monats­en­de wei­ter zurück. Die Elon­ga­ti­on steigt auf über 100 Grad. Am 7./8. Janu­ar 2014 nähert er sich dem Nörd­li­chen Him­mels­pol bis auf 3 Grad an. Am 8. Janu­ar zieht ISON dicht am offe­nen Stern­hau­fen NGC 188 vor­bei. Der Mond stört dann wie­der ab der zwei­ten Janu­ar­wo­che. Am 16. Janu­ar kreuzt die Erde die Bahn­e­be­ne des Kome­ten, so dass foto­gra­fisch evtl. ein Gegen­schweif, ähn­lich wie bei PANSTARRS, nach­ge­wie­sen wer­den kann. Am 19. Janu­ar 2014 zieht der Komet an der Gala­xie IC 342 und am 25. Janu­ar am offe­nen Stern­hau­fen NGC 1502 in der Giraf­fe vor­bei, was vor allem für Astro­fo­to­gra­fen die Gele­gen­heit bie­tet, den Kome­ten mit einem inter­es­san­ten Deep-Sky-Objekt abzulichten.
Anfang Febru­ar kann der Komet in den Stern­bil­dern Giraf­fe und Per­seus in mitt­le­ren und Anfang März im Stern­bild Fuhr­mann nur noch in grö­ße­ren Tele­sko­pen auf­ge­fun­den wer­den. Im April 2014 ver­schwin­det C/2012 S1 ISON schließ­lich end­gül­tig außer Sichtweite.

Komet C/2011 L4 PANSTARRS am 6. Mai 2013 im Sternbild Kepheus

Komet C/2011 L4 PANSTARRS mit beein­dru­cken­dem Schweif am 6. Mai 2013 im Stern­bild Kepheus

Las­sen wir uns also über­ra­schen, ob Komet C/2012 S1 ISON die hohen Erwar­tun­gen, die an ihn gestellt wur­den, über­haupt erfül­len kann und er uns im Gedächt­nis bleibt, wie der berühm­te Komet Hale-Bopp im Jahr 1997. Genaue­res kann man erst im Novem­ber sagen. Die aktu­ells­ten Infor­ma­tio­nen zum Kome­ten bie­tet die NASA auf ihrer Comet ISON Obser­ving Cam­pai­gn Web­sei­te (CIOC). Auf Deutsch kön­nen aktu­el­le News auf den Web­sei­ten Jahrhundertkomet.de und Komet-Ison.de nach­ge­le­sen werden.

Komet ISON Infoblatt

Pas­send zu die­sem Arti­kel, gibt es ein 51 Sei­ten lan­ges Info­blatt zur Sicht­bar­keit mit Infor­ma­tio­nen, Ephe­me­ri­den und Auf­such­kar­ten als PDF-Datei zum kos­ten­lo­sen Download: 

  Komet C/2012 S1 ISON – Info­blatt (1,9 MiB, 4.542 hits)



Bahn­ele­men­te Bahn­ele­men­te Komet C/2012 S1 ISON
Peri­hel­da­tum T2013 Nov. 28.7749
Peri­hel­ab­stand q0.012444
Exzen­tri­zi­tät e1.000002
Argu­ment des Peri­hels ω345.5644
Län­ge des auf­stei­gen­den Kno­tens Ω295.6530
Inkli­na­ti­on i62.3981
Hel­lig­keits­pa­ra­me­term1 = 7.5 + 5 log d + 8.0 log r

Quel­len und wei­ter­füh­ren­de Links:

Aktu­el­le Infor­ma­tio­nen zum Kome­ten ISON (deutsch)
Aktu­el­le Infor­ma­tio­nen zum Kome­ten ISON (eng­lisch)
Bon­ner Ster­ne – Fahr­plan für Komet ISON
Kome­ten News – Jahrhundertkomet.de
Ster­ne und Welt­raum – ISON – Der nächs­te gro­ße Komet? (PDF)
Ster­ne und Welt­raum – News­sei­te zum Kome­ten ISON
Komet ISON in der Wiki­pe­dia
Gar­ry W. Kron­ks Come­to­gra­phy – C/2012 S1 ISON
Bahn­ele­men­te und Ephe­me­ri­den (MPC) – Komet C/2012 S1 ISON
Micha­el S.P. Kel­ley – Comet ISON is coming

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

10 Kommentare:

  1. „Es wird spe­ku­liert, dass even­tu­ell sogar bei­de Kome­ten vom sel­ben Mut­ter­kör­per abstam­men.“ Aber nach­weis­bar ist eine Ver­wand­schaft zu Kirch lei­der nicht mehr. 

    http://zauberdersterne.wordpress.com/2013/07/28/sind-die-kometen-ison-und-kirch-verwandt/

    Eine schö­ne Sei­te zur Echt­zeit-Posi­ti­on gibt’s übri­gens auch.

    http://theskylive.com/ison-tracker

  2. Pingback:Allgemeines Live-Blog ab dem 14. September | Skyweek Zwei Punkt Null

  3. wir machen uns verückt hier wer sagt das er ein­fluß auf die atmos­pfäh­re der Erde nimmt dann müs­te er ein Neu­troh­nens­tern oder ein soge­genann­ter Pul­sar sein der ver­lo­schen ist nur er hat die mas­se um die Erde mit sei­nen ca.23einheiten zu über­bie­ten und die­ses Cha­os aus­zu­lö­sen bis jetzt sehe ich nichts soll­te es in Deutsch­land pas­sie­ren ok wenn ihr noch könnt grü­ße Jürgen

  4. Pingback:C/2012 S1 ISON – Ein “Großer Komet” im Herbst 2013? | Astromarco's Blog ( Marco Peuschel )

  5. Pingback:Der Sternhimmel im Oktober 2013 | Astrofan80s Blog

  6. Pingback:Der Sternhimmel im November 2013 | Astrofan80s Blog

  7. Pingback:Lesestoff und Informationsquellen zu Komet ISON › Himmelslichter › SciLogs - Wissenschaftsblogs

  8. Deut­sche Astro­no­men ver­mu­ten, dass sich ein Frag­ment vom Kome­ten­kern gelöst habe, was letz­te Woche auch den Hel­lig­keits­aus­bruch ver­ur­sacht haben könn­te. In der Zwi­schen­zeit wird ein wei­te­rer Hel­lig­keits­aus­bruch von Komet ISON ver­mel­det, der momen­tan mit 4,9 mag blo­ßem Auge im Stern­bild Jung­frau zu sehen ist. Aller­dings steht ISOn in der hel­len Däm­me­rung am Mor­gen­him­mel schon zu dicht am Horizont.

    Arti­kel auf Spie­gel-Online und ion Jan Hat­ten­bachs und Flo­ri­an Frei­stetters Blog…

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/kamikaze-komet-ison-beginnt-zu-zerbrechen-a-934412.html
    http://www.scilogs.de/himmelslichter/letzter-ison-vor-dem-perihel/
    http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2013/11/18/ison-alles-uber-den-kometen-und-seine-beobachtung/

    P.S. Lei­der habe ich den Kome­ten, Dank des schlech­ten Wet­ters, noch nicht zu Gesicht bekommen… 🙁

  9. Kei­ne gute Nach­rich­ten von der ISON-Front

    Michal Dra­hus ver­mel­det auf der Yahoo-Kome­ten-Lis­te, dass der Kern von ISON nun inak­tiv ist oder evtl. sogar auf­ge­löst hat:

    Comet ISON has been clo­se­ly moni­to­red at the IRAM mil­li­me­ter tele­scope in
    Spain by Isra­el Her­me­lo (IRAM Gra­na­da) and mys­elf (Caltech/NRAO) for the
    last 6 days. We obser­ve con­sis­tent, rapid fading of the mole­cu­lar emission
    lines bet­ween Nov. 21 and Nov. 25 by at least a fac­tor of 20 (likely
    more). This may indi­ca­te that the nucleus is now at best mar­gi­nal­ly active
    or that… it no lon­ger exists.

  10. Pingback:Der Sternhimmel im Dezember 2013 | Astrofan80s Blog

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