Der Sternhimmel im Monat Oktober 2013

Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats steht der Mond am Mor­gen­him­mel im Stern­bild Löwe und in der Nähe des Haupt­sterns Regu­lus und unse­res Nach­bar­pla­ne­ten Mars. Am 3. Okto­ber kön­nen wir die abneh­men­de Mond­si­chel schließ­lich zum letz­ten Mal über dem öst­li­chen Hori­zont beob­ach­ten, bis dann am 5. Okto­ber die Neu­mond­pha­se im Stern­bild Jung­frau erreicht ist.
Nur zwei Aben­de spä­ter, am 7. Okto­ber, kön­nen wir die wie­der zuneh­men­de Mond­si­chel am Abend­him­mel über dem West­ho­ri­zont auf­fin­den, mit knapp 12 Grad west­li­chem Abstand vom Abend­stern Venus. Am 8. des Monats befin­det sich die bereits etwas dicker gewor­de­ne Mond­si­chel etwas ober­halb der Venus. Unser Erd­tra­bant wan­dert an den fol­gen­den Aben­den wei­ter durch den Skor­pi­on, Schlan­gen­trä­ger und Schüt­ze und erreicht am 12. Okto­ber das 1. Vier­tel. Danach zieht er wei­ter durch den Stein­bock, Was­ser­mann und den Schüt­ze. Kurz nach Mit­ter­nacht des 19. Okto­ber ist Voll­mond und es fin­det eine Halb­schat­ten­fins­ter­nis des Mon­des statt, die von Euro­pa und Afri­ka aus beob­ach­tet wer­den kann. Auf­merk­sa­me Beob­ach­ter bemer­ken eine leich­te Ver­fins­te­rung des süd­li­chen Teils der Mond­schei­be.
Nach dem der nun wie­der abneh­men­de Mond das Stern­bild Wid­der hin­ter sich gelas­sen hat, fin­den wir ihn am Mor­gen des 22. Okto­ber zwi­schen Hya­den und Ple­ja­den im Stern­bild Stier im so genann­ten „Gol­de­nen Tor der Eklip­tik“. Nun kön­nen wir unse­ren stil­len Beglei­ter aber­mals vor­wie­gend in der zwei­ten Nacht­hälf­te beob­ach­ten. Am 24. fin­den wir ihn im Stern­bild Ori­on und nur einen Mor­gen spä­ter in den Zwil­lin­gen. Am 26. des Monats steht der Mond in der Nähe von Jupi­ter, knapp 6 Grad süd­lich vom Rie­sen­pla­ne­ten, und am 27. Okto­ber als abneh­men­der Halb­mond (letz­tes Vier­tel) im Stern­bild Krebs. Am 29. Okto­ber hält er sich zum zwei­ten Mal in die­sem Monat nahe Regu­lus und Mars auf. Am 30. Okto­ber kön­nen wir ihn dann schließ­lich nur noch 7 ½ Grad vom Mars ent­fernt am Mor­gen­him­mel auf­fin­den.

Die Planeten

Der inners­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Mer­kur kommt am 9. Okto­ber mit 25,3 Grad in eine größ­te öst­li­che Elon­ga­ti­on zur Son­ne. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge über dem West­ho­ri­zont, ist der flin­ke Pla­net von Mit­tel­eu­ro­pa aus gese­hen lei­der nicht am Abend­him­mel sicht­bar. Im Mit­tel­meer­raum steht Mer­kur aller­dings dicht über dem west­li­chen Hori­zont. Am 14. des Monats beträgt der Beleuch­tungs­grad des Mer­kur­scheib­chens 50%. Die so genann­te Dicho­to­mie tritt ein. Ab dem 21. Okto­ber wird Mer­kur sta­tio­när und eilt dann wie­der rück­läu­fig auf die Son­ne zu. Am 1. Novem­ber steht der Pla­net schließ­lich in unte­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn.

Die Venus ist wei­ter­hin als Abend­stern dicht über dem Süd­west­ho­ri­zont sicht­bar und ver­bes­sert ein wenig ihre Sicht­bar­keit am Abend­him­mel. Am 7. des Monats wech­selt sie vom Stern­bild Waa­ge kom­mend in den Skor­pi­on. Am 8. Okto­ber steht die zuneh­men­de Mond­si­chel in der Nähe der Venus. Am 16. des Monats kann unser Schwes­ter­pla­net nur 1,5 Grad nörd­lich von Ant­ares im Skor­pi­on auf­ge­fun­den wer­den. Der öst­li­che Win­kel­ab­stand zur Son­ne wächst auf knapp 47 Grad zum Monats­en­de hin. Außer­dem stei­gert sie ihre Hel­lig­keit auf bis zu ‑4,3 mag. Am 30. Okto­ber ist das 25 Bogen­se­kun­den gro­ße Venus­scheib­chen zur Hälf­te beleuch­tet, so dass sie in Fern­roh­ren als Halb­ve­nus erscheint. Im Lau­fe des Monats geht der Abend­stern auch immer frü­her unter. Am 1. Okto­ber erfolgt ihr Unter­gang um 18:53 Uhr (19:53 Uhr Som­mer­zeit) und am 31. Okto­ber bereits um 18:26 Uhr.

Mars ist ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und kann im Stern­bild Löwe auf­ge­fun­den wer­den. In der Nacht vom 14. auf den 15. Okto­ber zieht der Rote Pla­net nur 1 Grad nörd­lich am Haupt­stern Regu­lus vor­bei. Die Hel­lig­keit steigt auf 1,5 mag. Am 1. und 30. Okto­ber steht auch die zuneh­men­de Mond­si­chel in der Nähe von Mars. Zu Beginn des Monats geht unse­rer Nach­bar­pla­net um 1:33 Uhr (2:33 Uhr Som­mer­zeit) auf. Am 31. Okto­ber erscheint Mars bereits um 1:18 Uhr über der öst­li­chen Hori­zont­li­nie. Nörd­lich vom Mars kann auch der Komet C/2012 S1 ISON auf­ge­fun­den wer­den, so dass der Mars sehr gut als Auf­such­hil­fe für den Schweif­stern die­nen kann.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter wird lang­sam ein Objekt für die gesam­te Nacht und bewegt sich immer lang­sa­mer wer­dend recht­läu­fig durch die Zwil­lin­ge. Er geht schon vor Mit­ter­nacht auf und erreicht zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung den Meri­di­an. Sei­ne Hel­lig­keit steigt auf ‑2,4 mag und sein Äqua­tor­durch­mes­ser auf 41 Bogen­se­kun­den zum Monats­en­de ? ein Zei­chen, dass die Oppo­si­ti­on unmit­tel­bar bevor steht. Die Auf­gän­ge von Jupi­ter ver­frü­hen sich von anfangs 22:32 Uhr (23:32 Uhr Som­mer­zeit ) auf 20:44 Uhr zum Monats­letz­ten. Am 4. Okto­ber kann Jupi­ter nur 7 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich von Del­ta Gemi­no­rum auf­ge­fun­den wer­den.

Saturn hält sich mit der Son­ne am Tag­him­mel auf und ist nicht beob­acht­bar. In der ers­ten Novem­ber­wo­che steht der Pla­net dann in Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn.

Ura­nus kommt am 3. Okto­ber in den Fischen in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 5,7 mag. Somit kann der grün­lich leuch­ten­den und schein­bar 3,7 Bogen­se­kun­den gro­ße Pla­net die gesam­te Nacht über beob­ach­tet wer­den. Mit die­ser Hel­lig­keit ist Ura­nus unter einem dunk­len Him­mel theo­re­tisch schon mit blo­ßem Auge, spä­tes­tens aber in jedem Feld­ste­cher sicht­bar. Am Tag der Oppo­si­ti­on ist Ura­nus 19,04 AE bzw. 2,848 Mrd. Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt und geht um 18:33 Uhr Som­mer­zeit auf. Um 00:53 Uhr erreicht Ura­nus den höchs­ten Punkt im Süden, in einer statt­li­chen Höhe von ca. 44 Grad über dem Hori­zont, und geht um 7:14 Uhr am nächs­ten Mor­gen wie­der unter. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Meri­dandurch­gän­ge auf 21:59 Uhr.

Unser äuße­rer Pla­net des Son­nen­sys­tems Nep­tun bewegt sich wei­ter rück­läu­fig durch den Was­ser­mann und steht zum Ende der Däm­me­rung schon im Süden. Bis zum Monats­en­de zieht er sich lang­sam aber sicher aus der zwei­ten Nacht­hälf­te zurück. Mit einer Hel­lig­keit von 7,8 mag und einem schein­ba­ren Durch­mes­ser von 2,3 Bogen­se­kun­den, ist Nep­tun nur in Fern­glä­sern und Tele­sko­pen sicht­bar. Zu Monats­be­ginn geht Nep­tun um 2:52 Uhr (3:52 Uhr Som­mer­zeit) unter. Am Monats­letz­ten erfolgt sein Unter­gang bereits zwei Stun­den frü­her.

(134340) Plu­to wan­dert durch den Schüt­zen und steht bei Ein­bruch der Däm­me­rung schon im Süden. Dem­zu­fol­ge ist er nur noch in der 1. Nacht­hälf­te beob­acht­bar und geht zu Monats­be­ginn um 22:12 Uhr (23:12 Uhr Som­mer­zeit) unter. Am letz­ten Abend des Monats ver­schwin­det der Zwerg­pla­net bereits um 20:15 Uhr unter die Hori­zont­li­nie. Mit einer Hel­lig­keit von 14,1 mag ist Plu­to nur ein Objekt für gro­ße Tele­sko­pe.

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 2P/Encke ist in der 2. Nacht­hälf­te sicht­bar und wan­dert im Okto­ber vom Stern­bild Fuhr­mann kom­mend wei­ter in die Jung­frau. Er erreicht zum Monats­en­de hin die 8. Grö­ßen­klas­se, so dass er schon in klei­nen Tele­sko­pen beob­ach­tet wer­den kann.

Der Komet 154P/Brewington kann im Stern­bild Was­ser­mann auf­ge­fun­den wer­den und wird zum Ende des Monats bis zu 10,5 Magnitu­den hell. Am 28. Okto­ber steht der Komet süd­lich vom 2,9 mag hel­len Stern Alpha Aqr.

Der von den Medi­en titu­lier­te „Jahr­hun­dert­ko­met“ C/2012 S1 ISON stei­gert sei­ne Hel­lig­keit von anfangs 11 auf 8 mag, so dass er in licht­star­ken Fern­glä­sern und Tele­sko­pen am Mor­gen­him­mel beob­ach­tet wer­den kann. Zum Ende des Monats hin beträgt sei­ne Hori­zont­hö­he über dem Ost­ho­ri­zont und zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung rund 35 Grad. Er kann im Stern­bild Löwe und in der Nähe unse­res roten Nach­bar­pla­ne­ten Mars auf­ge­fun­den wer­den, der ihn bis zum Ende des Monats hin beglei­ten wird. Der Mini­mal­ab­stand zum Mars wird schließ­lich am 18. Okto­ber mit nur 0,9 Grad Abstand erreicht. Mit­te des Monats wan­dert er knapp 2 Grad nörd­lich an Regu­lus vor­bei, so dass auch die­ser Stern als Auf­such­hil­fe die­nen kann.
Einen aus­führ­li­chen Arti­kel zur Sicht­bar­keit von Komet ISON sowie eine PDF-Datei mit Auf­such­kar­ten und Ephe­me­ri­den gibt es exklu­siv in mei­nem Blog.

Der erst am 7. Sep­tem­ber 2013 ent­deck­te Komet C/2013 R1 Love­joy wird erst im Novem­ber 2013 hel­ler als 10 mag. Er kann im Stern­bild Ein­horn auf­ge­fun­den wer­den. In der zwei­ten Okto­ber­hälf­te zieht er ins Stern­bild Klei­ner Hund. Die Hel­lig­keit steigt von anfangs 13 mag auf 10,5 mag.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres kann im Stern­bild Löwe am Mor­gen­him­mel auf­ge­fun­den wer­den. Am 16. des Monats wech­selt Ceres in das Stern­bild Jung­frau. Sei­ne Hel­lig­keit beträgt im gesam­ten Monat 8,9 mag. Die Auf­gangs­zei­ten des Zwerg­pla­net ver­frü­hen sich von anfangs 3:32 Uhr (4:32 Uhr Som­mer­zeit) auf 2:49 Uhr am 31. Okto­ber.

(2) Pal­las stei­gert ihre Hel­lig­keit leicht von anfangs 8,9 auf 8,7 mag. Sie kann im Stern­bild Was­ser­schlan­ge auf­ge­fun­den wer­den und ihre Auf­gangs­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 2:37 Uhr (3:37 Uhr Som­mer­zeit) auf 1:56 Uhr.

Aste­ro­id Nr. 3 Juno wan­dert durch den Stein­bock und ist zu Beginn des Monats noch 9,6 Magnitu­den hell. Ende Okto­ber wird Juno wie­der schwä­cher als 10 mag. Am 1. Okto­ber sinkt der Klein­pla­net um 0:44 Uhr (1:44 Uhr Som­mer­zeit) unter die Hori­zont­li­nie. Zum Ende des Monats geht Juno bereits um 22:52 Uhr unter. Am 5. Okto­ber zieht der Him­mels­kör­per in nur 10 Bogen­mi­nu­ten Abstand an Alpha2 Cap (3,6 mag) vor­bei. Am 8. Okto­ber steht Juno nur 3,5 Bogen­se­kun­den vom 4,8 mag hel­len Stern Ny Cap und am 27. Okto­ber nur 7,5 Bogen­mi­nu­ten von SAO 163686 (6,1 mag) ent­fernt.

(4) Ves­ta taucht zu Beginn des Monats wie­der am Mor­gen­him­mel auf. Am 28. Okto­ber wech­selt Ves­ta vom Stern­bild Löwe kom­mend in die Jung­frau. Mit einer Hel­lig­keit von 8,2 mag ist der Aste­ro­id bereits in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen sicht­bar. Am 1. Okto­ber geht Ves­ta um 3:12 Uhr (4:12 Uhr Som­mer­zeit) auf. Am 31. Okto­ber erfolgt ihr Auf­gang bereits um 2:31 Uhr.

(7) Iris bewegt sich recht­läu­fig durch den Was­ser­mann. Die Hel­lig­keit geht von anfangs 8,9 mag auf 9,2 mag zum Ende des Monats wie­der zurück. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Aste­roi­den ver­frü­hen sich von anfangs 20:27 Uhr (21:27 Uhr Som­mer­zeit) auf 18:47 Uhr.

Aste­ro­id Nr. 20 Mas­sa­lia steht am 31. Okto­ber der Son­ne genau gegen­über und erreicht eine Hel­lig­keit von 8,7 mag. Zu Beginn des Monats beträgt die Hel­lig­keit nur 9,7 mag. Sie kann im Grenz­be­reich der Stern­bil­der Wid­der und Wal­fisch auf­ge­fun­den wer­den und ist zum Oppo­si­ti­ons­zeit­punkt schon in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen sicht­bar. Zu Beginn des Monats steht Mas­sa­lia um 2:14 Uhr (3:14 Uhr Som­mer­zeit) und am 31. Okto­ber schon um 23:49 Uhr im Süden.

(89) Julia kann im Pega­sus auf­ge­fun­den wer­den. Am 1. des Monats steht die 9,2 mag hel­le Julia um 22:43 Uhr (23:43 Uhr Som­mer­zeit) im Süden. Am 31. Okto­ber erreicht der Aste­ro­id bereits um 20:30 Uhr den Meri­di­an. Am 21. des Monats kann der Him­mels­kör­per nur 2 Bogen­mi­nu­ten vom 6 mag hel­len Stern SAO 91022 auf­ge­fun­den wer­den.

(324) Bam­ber­ga stand im Vor­mo­nat in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und wech­selt am 9. Okto­ber von den Fischen in den Pega­sus. Sie wird am 19. des Monats sta­tio­när und bewegt sich dann wie­der rück­läu­fig durch das Stern­bild. Damit endet auch ihre Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Die Hel­lig­keit sinkt von anfangs 8,5 auf 9,3 mag. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 22:18 Uhr (23:18 Uhr Som­mer­zeit) auf 20:17 Uhr zjm Ende des Monats.

Meteorströme

Zwi­schen dem 7. und 11. Okto­ber sind die Dra­co­ni­den (auch Gia­co­bi­ni­den bzw. Octo­ber-Dra­co­ni­den genannt) aktiv, des­sen zir­kum­po­la­rer Radi­ant sich etwa 3 Grad öst­lich von Gam­ma Dra­co­nis befin­det. Sie gehen auf den Kome­ten 21P/Gia­co­bi­ni-Zin­ner zurück, der eine Umlauf­zeit von 6,5 Jah­ren besitzt. Das Akti­vi­täts­ma­xi­mum fin­det vor­aus­sicht­lich am Abend des 8. Okto­ber gegen 19 Uhr MESZ statt. Der Mond wird die Beob­ach­tung der Dra­co­ni­den nicht stö­ren, weil am 5. Okto­ber Neu­mond ist. Die Meteor­häu­fig­keit schwankt recht stark von Jahr zu Jahr. Im Schnitt sind alle 13 Jah­re mit erhöh­ten Fall­ra­ten zu rech­nen. So konn­te im Jah­re 1933 unge­fähr 400 Meteo­re pro Minu­te (!) beob­ach­tet wer­den. Im Jahr 2011 konn­ten inner­halb von einer Stun­de rund 300 Meteo­re regis­triert wer­den. Bei den Dra­co­ni­den han­delt es sich um äußerst lang­sa­me Stern­schnup­pen mit einer Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von 20 km/s, so dass sie sich gut von spo­ra­di­schen Meteo­ren unter­schei­den.

Vom 2. Okto­ber bis 7. Novem­ber sind die Orio­ni­den aktiv. Das Akti­vi­täts­ma­xi­mum, mit einer stünd­li­chen Zeni­tra­te von 20 bis 30 Meteo­ren pro Stun­de, fin­det in der Nacht vom 20. auf den 21. Okto­ber zwi­schen Mit­ter­nacht und 5 Uhr mor­gens statt. Im Jahr 2007 wur­den sogar mehr als 45 und in ande­ren Jah­ren sogar noch mehr Stern­schnup­pen regis­triert. Der Radi­ant befin­det sich rund 10 Grad nord­öst­lich von Betei­geu­ze. Der abneh­men­de Mond wird die Beob­ach­tung der Orio­ni­den beein­träch­ti­gen, so dass deut­lich weni­ger Meteo­re zu regis­trie­ren sind. Bei den Orio­ni­den han­delt es sich um schnel­le Stern­schnup­pen, die mit einer Geschwin­dig­keit von 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen und oft lan­ge Nach­leucht­spu­ren hin­ter­las­sen. Mit­un­ter sind auch hel­le Feu­er­ku­geln dabei. Sie gehen auf den berühm­ten Kome­ten 1P/Halley zurück.

Die Nörd­li­chen und Süd­li­chen Tauri­den kön­nen von Sep­tem­ber bis in den Dezem­ber hin­ein beob­ach­tet wer­den. Die Akti­vi­tät der Süd­li­chen Tauri­den beginnt schon am 10. Sep­tem­ber und endet um den 20. Novem­ber. Das Maxi­mum ist dann am 5. Novem­ber zu erwar­ten. Die Nörd­li­chen Tauri­den sind zwi­schen dem 20. Okto­ber und 10. Dezem­ber aktiv, mit einem Maxi­mum am 12. Novem­ber. Zum Maxi­mums­zeit­punkt sind bei bei­den Teil­strö­men rund 5 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die mit einer Geschwin­dig­keit von 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Mit­un­ter sind auch hel­le Feu­er­ku­geln zu beob­ach­ten. Der Mut­ter­kör­per des Tauri­den­stroms ist der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 2P/Encke, der in die­sem Jahr wie­der sein Peri­hel erreicht.

Der abendliche Fixsterhimmel

Der Stern­him­mel am 15. Okto­ber 2013 um 22:00 MEZ

Im Nor­den

Die auf­fäl­li­ge Figur des Gro­ßen Bären hat zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit soeben die unte­re Kul­mi­na­ti­on über dem Nord­ho­ri­zont erreicht. Ver­län­gert man nun die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Gro­ßen Wagens um das Fünf­fa­che, fin­det man auch den Polar­stern und damit exakt die Nord­rich­tung. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten nun eben­falls lang­sam in Rich­tung Nord­ho­ri­zont hin­ab­steigt, bis auch er die nied­rigs­te Stel­lung im Nor­den erreicht hat. Momen­tan befin­det sich die­ser aber noch auf 7 Uhr Posi­ti­on. West­lich vom Klei­nen Bären ent­de­cken wir noch das Stern­bild Dra­che mit sei­nem auf­fäl­li­gen rau­ten­för­mi­gen Kopf und ober­halb davon den Kepheus, der gera­de die Zenit­re­gi­on über­schrit­ten hat.
Öst­lich des Kepheus steht das W‑förmige Stern­bild der Kas­sio­peia, die in der nächs­ten Stun­de den Zenit errei­chen wird. Senk­recht dar­un­ter im Nord­os­ten befin­den sich der Per­seus und noch wei­ter dar­un­ter der Fuhr­mann, mit der hel­len Kapel­la. Direkt über dem Nord­ost­ho­ri­zont sind soeben die Zwil­lin­ge auf­ge­gan­gen. Öst­lich die­ser drei Stern­bil­der befin­den sich die unschein­ba­ren Stern­bil­der Giraf­fe und Luchs. Die­se bestehen aber nur aus sehr schwa­chen Ster­nen. Bei guter Hori­zont­sicht und nied­rig im Nord­wes­ten erken­nen wir die Nörd­li­che Kro­ne und noch einen Teil des Stern­bilds Bären­hü­ter.

Im Osten

Bli­cken wir in Rich­tung Osten, kön­nen wir schon die ers­ten Stern­bil­der des nahen­den Win­ters beob­ach­ten. Genau im Osten steht der rot leuch­ten­de Alde­ba­ran, der Haupt­stern des Stiers, mit dem offe­nen Stern­hau­fen der Hya­den. In die­sem Stern­bild ent­de­cken wir auch die Ple­ja­den – auch Sie­ben­ge­stirn genannt. Es ist ein wei­te­rer offe­ner Stern­hau­fen, der sich unge­fähr in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont befin­den. Unter­halb des Stiers gehen soeben die nörd­li­chen Aus­läu­fer des Win­ter­stern­bilds Ori­on auf. Viel auf­fäl­li­ger und mit Abstand das hells­te Objekt in die­sem Him­mel­s­are­al ist aber der Rie­sen­pla­net Jupi­ter, der soeben über dem Ost­ho­ri­zont im Stern­bild Zwil­lin­ge erschie­nen ist. Die Zwil­lin­ge bestehen aus zwei Ket­ten von Ster­nen, an deren Enden sich die bei­den hel­len Haupt­ster­ne Kas­tor und Pol­lux befin­den. Ober­halb der Zwil­lin­ge steht noch der Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la. Dar­über befin­det sich der Per­seus und noch wei­ter in Rich­tung Zenit­re­gi­on das „Himmels‑W“, die Kas­sio­peia.
Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Ost­punk­tes und hoch im Süd­os­ten steht das Stern­bild Andro­me­da. Unter­halb der Andro­me­da ent­de­cken wir das Nörd­li­che Drei­eck, den Wid­der und ein Teil der Fische. Dar­un­ter schließt sich auch der Wal­fisch an. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont sind schon die ers­ten Ster­ne des Flus­ses Eri­da­nus über dem Hori­zont erschie­nen.

Im Süden

Der gesam­te Süd­him­mel wird nun kom­plett vom mäch­ti­gen Pega­sus domi­niert. Der lin­ke obe­re Kas­tens­tern des Pega­sus­qua­drats gehört aber nicht mehr zu die­sem Stern­bild, son­dern zum Stern­bild Andro­me­da. In einer dunk­len mond­schein­lo­sen Nacht soll­te hier auch ein läng­li­cher Nebel­fleck erkenn­bar sein. Hier­bei han­delt es sich um das am wei­tes­ten ent­fern­te Objekt, was man noch mit blo­ßem Auge erken­nen kann: Die Andro­me­da­ga­la­xie in 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­ren Ent­fer­nung. Es ist die nächst grö­ße­rer Nach­bar­ga­la­xie und eine Schwes­ter unse­res eige­nen Milch­stra­ßen­sys­tems. Unter­halb der Andro­me­da befin­den sich die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der.
Unter­halb der Andro­me­da und des Pega­sus ent­de­cken wir die Fische, die aller­dings nur aus schwä­che­ren Ster­nen bestehen. Ein Teil die­ses Stern­bilds hat soeben die höchs­te Stel­lung im Süden erreicht. Unter­halb der Fische ent­de­cken wir noch den Wal­fisch und west­lich davon das eher unschein­ba­re Stern­bild Was­ser­mann. Bei guter Hori­zont­sicht soll­te Fomal­haut, der hel­le Haupt­stern des Süd­li­chen Fisches, erkenn­bar sein, der vor kur­zem den Meri­di­an über­schrit­ten hat. Nied­rig im Süd­wes­ten befin­det sich noch das unschein­ba­re Stern­bild Stein­bock über dem Hori­zont.

Im Wes­ten

So lang­sam aber sicher ver­schwin­den nun auch die letz­ten Som­mer­stern­bil­der von der Him­mels­büh­ne. Genau in mitt­le­rer Höhe im Wes­ten steht das Som­mer­drei­eck, das aus den hel­len Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler gebil­det wird. Deneb befin­det sich dabei von allen drei Ster­nen noch am höchs­ten über dem west­li­chen Hori­zont. Ober­halb des Adlers erken­nen wir nach­ein­an­der die deut­lich klei­ne­ren und des­halb eher unauf­fäl­li­gen Stern­bil­der Fül­len, Del­phin, Pfeil und Füchs­chen. Die hel­le Som­mer­milch­stra­ße ver­läuft vom Som­mer­drei­eck aus gese­hen senk­recht in Rich­tung West­ho­ri­zont her­ab. In Rich­tung Zenit erken­nen wir die unschein­ba­re Eidech­se sowie das Stern­bild Kepheus.
Noch hoch im Nord­wes­ten steht der mäch­ti­ge Dra­che, der jetzt im Lau­fe der Nacht immer wei­ter in Rich­tung Nord­west­ho­ri­zont hin­ab­stei­gen wird. Unter­halb sei­nes auf­fäl­li­gen rau­ten­för­mi­gen Kop­fes befin­det sich das Stern­bild Her­ku­les und noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont das Halb­rund der Nörd­li­chen Kro­ne, das nun kurz vor ihrem Unter­gang steht.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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