Astronomische Jahresvorschau 2014

Das Jahr 2014 bringt uns neben einer sehr güns­ti­gen Jupi­ter­op­po­si­ti­on im Janu­ar und der Mars­op­po­si­ti­on im April 2014 kaum ein astro­no­mi­sches High­light. Vom deut­schen Sprach­raum aus sind lei­der auch kei­ne Mond- und Son­nen­fins­ter­nis­se zu beob­ach­ten. Aller­dings wer­den mein Astro­kum­pel und ich im Mai 2014 einen Abste­cher nach Nami­bia unter­neh­men und zum 1. Mal in unse­rem Leben die Objek­te des Süd­him­mels beob­ach­ten.
Wie immer wird in den aktu­el­len Monats­bei­trä­gen zum Stern­him­mel, hier im Blog, sowie auf mei­ner Home­page, auf wei­te­re astro­no­mi­sche High­lights hin­ge­wie­sen und der Mond- und Pla­ne­ten­lauf etwas aus­führ­li­cher vor­ge­stellt. 

Der Lauf der Planeten

Der inners­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Mer­kur ist von allen Pla­ne­ten, die mit dem blo­ßen Auge sicht­bar sind, am schwie­rigs­ten zu beob­ach­ten, da er sich stets in der Nähe der Son­ne auf­hält und nur weni­ge Tage im Jahr ent­we­der kurz nach Son­nen­un­ter­gang tief im Wes­ten oder kurz vor Son­nen­auf­gang über dem Ost­ho­ri­zont zu beob­ach­ten ist.
In unse­ren Brei­ten kann man Mer­kur von Ende Janu­ar bis Anfang Febru­ar sowie von Mit­te Mai bis Anfang Juni recht güns­tig am Abend­him­mel auf­fin­den. Am 31. Janu­ar steht Mer­kur mit 18° und am 25. Mai mit 23° in sei­ner größ­ten öst­li­chen Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Dabei ist die Abend­sicht­bar­keit im Mai/Juni die bes­te in die­sem Jahr. Denn unge­fähr 4 Wochen am Stück kann Mer­kur über dem west­süd­west­li­chen Hori­zont auf­ge­fun­den wer­den. Am Mor­gen­him­mel steht der flin­ke Pla­net von Mit­te bis Ende Juni. Hier kann der Mor­gen­stern Venus als Auf­such­hil­fe für Mer­kur die­nen. Außer­dem bie­tet Mer­kur von Ende Okto­ber bis Anfang Novem­ber sei­ne bes­te Mor­gen­sicht­bar­keit des Jah­res 2014. Die größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on wird mit 21° am 12. Juli und mit 19° am 1. Novem­ber erreicht.

Die Venus ist noch in der 1. Janu­ar­wo­che am Abend­him­mel sicht­bar. Danach zieht sie sich vom Abend­him­mel zurück und steht am 11. Janu­ar in unte­rer Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Mit­te Janu­ar taucht sie aber wie­der am Mor­gen­him­mel auf und ist dann noch bis in den Sep­tem­ber hin­ein Mor­gen­stern. Am 15. Febru­ar kann man die Venus in ihrem größ­ten Glanz beob­ach­ten. Am 26. Febru­ar kommt es zu einer engen Begeg­nung mit dem Mond. Dabei steht die Venus nur eine Mond­brei­te süd­lich unse­res Erd­tra­ban­ten. Am 22. März steht sie dann mit 47° in ihrer größ­ten west­li­chen Elon­ga­ti­on. Lei­der befin­det sich der Mor­gen­stern nur sehr tief über dem öst­li­chen Hori­zont. Am 18. August befin­det sich die Venus nur 0,2° nörd­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter. Bis zu ihrer obe­ren Kon­junk­ti­on am 25. Okto­ber, ver­schwin­det sie schließ­lich Anfang Sep­tem­ber wie­der vom Mor­gen­him­mel. Zum Jah­res­en­de sehen wir die Venus wie­der als Abend­stern tief im Wes­ten.

Mond und Venus am Abendhimmel

Mond und Venus am Abend­him­mel

Unser roter Nach­bar Mars ist zu Beginn des Jah­res ein Objekt für die 2. Nacht­hälf­te. Am 8. April steht er im Stern­bild Jung­frau wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist dann die gesam­te Nacht zu beob­ach­ten. Danach ist er wie­der in der 1. Nacht­hälf­te sicht­bar und wird ab der 2. Jah­res­hälf­te ein Objekt für den Abend­him­mel. Am 27. August steht der Rote Pla­net in der Nähe von Saturn im Stern­bild Waa­ge. Der gegen­sei­ti­ge Abstand beträgt nur 3,5°. In der Nähe bei­der Gestir­ne befin­det sich auch der Stern Alpha Librae, der mit bei­den Pla­ne­ten im August ein sich rasch ver­än­dern­des Drei­eck bil­det. Am 27. Sep­tem­ber befin­det sich der Mar nur 3° nörd­lich von Ant­ares im Skor­pi­on. Bis Jah­res­en­de zieht Mars wei­ter durch die Stern­bil­der Schlan­gen­trä­ger, Schüt­ze und Stein­bock. Im März 2015 endet schließ­lich sei­ne Sicht­bar­keit am Abend­him­mel mit sei­ner abschlie­ßen­den Kon­junk­ti­on mit der Son­ne im Juni 2015.

Die Marsopposition

Alle zwei Jah­re kann man unse­ren roten Nach­barn Mars in sei­ner Oppo­si­ti­ons­stel­lung beob­ach­ten. In die­sem Jahr ist es wie­der am 8. April so weit: Der Pla­net zieht sei­ne Oppo­si­ti­ons­schlei­fe im Stern­bild Jung­frau und erreicht eine Hel­lig­keit von -1,5 mag. Nur 6 Tage spä­ter, am 14. April, steht er dann mit 0,618 AE bzw. 92,5 Mil­lio­nen Kilo­me­ter in sei­ner gerings­ten Ent­fer­nung zur Erde. Dann lohnt es sich wie­der, Struk­tu­ren auf dem 15,2 Bogen­se­kun­den gro­ßen Mars­scheib­chen zu beob­ach­ten. Neben den gro­ßen Albe­do­struk­tu­ren wie Syr­tis Major, zäh­len die Pol­kap­pen zu den auf­fäl­ligs­ten Merk­ma­len auf sei­ner Ober­flä­che. Im Jahr 2014 bli­cken wir auf die nörd­li­che Pol­kap­pe, die im Lau­fe des Mars­som­mers zu schrump­fen beginnt.

Unser roter Nachrbar Mars im Sternbild Löwe (17x10s Aufnahme mit Weichzeichner-Filter)

Unser roter Nachrbar Mars im Stern­bild Löwe (17x10s Auf­nah­me mit Weich­zeich­ner-Fil­ter)

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter kommt am 5. Janu­ar in den Zwil­lin­gen in eine güns­ti­ge Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist die gan­ze Nacht über sicht­bar. Bis zur 2. Jah­res­hälf­te ver­la­gert der Rie­sen­pla­net sei­ne Sicht­bar­keit in die 1. Nacht­hälf­te und ver­schwin­det dann Anfang Juni vom Abend­him­mel. Nach sei­ner Kon­junk­ti­on mit der Son­ne am 24. Juli, erscheint er ab Mit­te August wie­der am Mor­gen­him­mel. Am 18. August begeg­net er der Venus in nur 13 Bogen­mi­nu­ten Abstand. Bis zum Jah­res­en­de im Stern­bild Löwe sicht­bar, wird er dann wie­der zum Pla­ne­ten für die gesam­te Nacht.

Saturn ist zu Beginn des Jah­res am Mor­gen­him­mel sicht­bar und wird im Früh­jahr ein Objekt für die gesam­te Nacht. Am 10. Mai kommt der Ring­pla­net im Stern­bild Waa­ge wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Bis Anfang August wird er zuneh­mend ein Objekt für die 1. Nacht­hälf­te und ist dann am Abend­him­mel sicht­bar. Am 18. Novem­ber steht Saturn in Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Im Dezem­ber ist der Pla­net dann wie­der am Mor­gen­him­mel, tief über dem süd­öst­li­chen Hori­zont, sicht­bar.

Ura­nus kann in den Fischen auf­ge­fun­den wer­den und ist noch bis März am Abend­him­mel sicht­bar. Am 2. April steht der Pla­net in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne. Anfang Juni taucht Ura­nus wie­der am Mor­gen­him­mel auf und wird bis zum Herbst ein Objekt für die gesam­te Nacht. Am 7. Okto­ber steht er dann in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist dann noch weit über das Jah­res­en­de hin­aus am Abend­him­mel sicht­bar.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun ist zu Beginn des Jah­res noch am Abend­him­mel sicht­bar, ver­schwin­det ab Mit­te Janu­ar und steht dann am 23. Febru­ar in Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Im Mai taucht der Pla­net wie­der am Mor­gen­him­mel auf und ent­wi­ckelt sich bis zum Som­mer zum Pla­ne­ten für die gan­ze Nacht. Am 29. August steht Nep­tun schließ­lich im Stern­bild Was­ser­mann in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Bis zum Jah­res­en­de ent­wi­ckelt sich Nep­tun zum Objekt für die 1. Nacht­hälf­te.

Das Finsternisjahr 2014

Im Jahr 2014 ereig­nen sich ins­ge­samt 4 Fins­ter­nis­se, wobei kei­ne vom deut­schen Sprach­raum aus sicht­bar ist. Am 15. April fin­det eine tota­le Mond­fins­ter­nis statt. Im sel­ben Monat, näm­lich am 29. April, kommt es zu einer ring­för­mi­gen Son­nen­fins­ter­nis. Auch im Okto­ber sind jeweils eine tota­le Mond­fins­ter­nis, am 8. Okto­ber, sowie eine par­ti­el­le Ver­fins­te­rung der Son­ne, am 23. Okto­ber, sicht­bar.

Die totale Mondfinsternis am 15. April 2014

Verlauf der totalen MondfinsternisAm Diens­tag­mor­gen des 15. April fin­det eine tota­le Mond­fins­ter­nis statt, die im Pazi­fik­raum, von Nord- und Süd­ame­ri­ka sowie in Aus­tra­li­en und Ozea­ni­en sicht­bar ist. Der Mond durch­quert dabei den süd­li­chen Teil des Kern­schat­tens. Von Deutsch­land aus gese­hen befin­det sich der Mond zu Fins­ter­nis­be­ginn schon unter dem Hori­zont, so dass die Fins­ter­nis lei­der nicht beob­ach­tet wer­den kann. Die Grö­ße der Fins­ter­nis beträgt das 1,295fache des schein­ba­ren Mond­durch­mes­sers. Sie ist die 56. Fins­ter­nis des 122. Saros-Zyklus, der ins­ge­samt 75 Mond­fins­ter­nis­se umfasst.

Der Ein­tritt des Mon­des in den Halb­schat­ten der Erde erfolgt um 6:54 Uhr Som­mer­zeit. Nur in West­eu­ro­pa, von Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich bis zur ibe­ri­schen Halb­in­sel aus, ist der Ein­tritt des Mon­des kurz vor Mond­un­ter­gang beob­acht­bar. Um 9:07 Uhr tritt der Mond in den Kern­schat­ten der Erde ein. Die Mit­te der Fins­ter­nis ist um 9:46 Uhr erreicht. Der Aus­tritt aus dem Kern­schat­ten erfolgt um 10:25 Uhr. Die Mond­fins­ter­nis endet schließ­lich, mit dem Aus­tritt aus dem Halb­schat­ten der Erde, am frü­hen Nach­mit­tag um 12:38 Uhr.

Sichtbarkeitsgebiet der totalen Mondfinsternis vom 15. April 2014

Sicht­bar­keits­ge­biet der tota­len Mond­fins­ter­nis vom 15. April 2014

Die ringförmige Sonnenfinsternis am 29. April 2014

Die Son­nen­fins­ter­nis am Diens­tag, dem 29. April, fin­det in den frü­hen Mor­gen­stun­den statt und ist nur von einer Stel­le in der Ant­ark­tis aus gese­hen für einen kur­zen Moment ring­för­mig. Im übri­gen Sicht­bar­keits­ge­biet, die einen Teil der Ant­ark­tis umfasst sowie im süd­li­chen indi­schen Oze­an und von Aus­tra­li­en aus, kann eine par­ti­el­le Son­nen­fins­ter­nis beob­ach­tet wer­den. Die­se ring­för­mi­ge Son­nen­fins­ter­nis ist ein Grenz­fall, da der Kern­schat­ten­ke­gel des Mon­des knapp süd­lich an unse­rem Pla­ne­ten vor­bei läuft. Der Ort, an dem die Fins­ter­nis ring­för­mig ein­tritt, befin­det sich auf der Posi­ti­on 131°07′ öst­li­cher Län­ge und 70°42′ süd­li­cher Brei­te. Die maxi­ma­le Pha­se wird um 8:03 Uhr Som­mer­zeit erreicht, wobei 0,985 der Son­nen­flä­che vom dunk­len Mond bedeckt wer­den. An jenem Ort steht die Son­ne aber nur 0,5° über dem nord­west­li­chen Hori­zont.

Sichtbarkeitsgebiet der ringförmig/partiellen Sonnenfinsternis vom 29. April 2014

Sicht­bar­keits­ge­biet der ringförmig/partiellen Son­nen­fins­ter­nis vom 29. April 2014

Die Son­nen­fins­ter­nis, die zum 148. Saros-Zyklus gehört, der ins­ge­samt 75 Son­nen­fins­ter­nis­se umfasst, beginnt um 5:53 Uhr mit dem 1. Kon­takt am Ort 49°45′ öst­li­cher Län­ge und 51°04′ süd­li­cher Brei­te. Sie endet am Ort 138°22′ öst­li­cher Län­ge und 26°23′ süd­li­cher Brei­te um 10:14 Uhr MESZ mit dem 4. Kon­takt. Sie ist die 21. Fins­ter­nis die­ses Zyklus.

Die totale Mondfinsternis am 8. Oktober 2014

Verlauf der totalen MondfinsternisAm Mitt­woch­vor­mit­tag des 8. Okto­ber fin­det eine tota­le Mond­fins­ter­nis statt, die nur im Pazi­fik­raum sowie in Ame­ri­ka, Asi­en, Neu­see­land und Aus­tra­li­en sicht­bar ist. Von Euro­pa und Afri­ka aus gese­hen, befin­det sich der Voll­mond zu Fins­ter­nis­be­ginn schon unter dem Hori­zont. Dabei zieht der Mond durch den nörd­li­chen Bereich des Kern­schat­tens.
Die Fins­ter­nis beginnt um 10:14 Uhr Som­mer­zeit mit dem Ein­tritt des Mon­des in den Halb­schat­ten der Erde. Der Ein­tritt in den Kern­schat­ten erfolgt um 11:14 Uhr. Der Beginn der Tota­li­tät fin­det um 12:25 Uhr und die Mit­te der Fins­ter­nis um 12:55 Uhr statt. Das Ende der Tota­li­tät ist um 13:25 Uhr erreicht. Somit wird der Mond unge­fähr 1 Stun­de lang voll­stän­dig vom Kern­schat­ten der Erde ver­fins­tert. Um 14:35 Uhr fin­det der Aus­tritt aus dem Kern­schat­ten statt. Die Fins­ter­nis endet um 15:35 Uhr schließ­lich mit dem Aus­tritt aus dem Halb­schat­ten der Erde.

Die Grö­ße der Fins­ter­nis beträgt das 1,171fache des schein­ba­ren Mond­durch­mes­sers. Sie ist die 42. Fins­ter­nis des 127. Saros-Zyklus, wel­cher ins­ge­samt 72 Mond­fins­ter­nis­se umfasst.

Sichtbarkeitsgebiet der totalen Mondfinsternis vom 8. Oktober 2014

Sicht­bar­keits­ge­biet der tota­len Mond­fins­ter­nis vom 8. Okto­ber 2014

Die partielle Sonnenfinsternis am 23./24. Oktober 2014

In der Nacht von Don­ners­tag, 23. Okto­ber, auf Frei­tag, 24. Okto­ber, fin­det eine par­ti­el­le Son­nen­fins­ter­nis statt, die eben­falls nicht von Mit­tel­eu­ro­pa aus beob­ach­tet wer­den kann. Nur von Nord­ame­ri­ka, außer im Nord­os­ten, im Nord­ost­pa­zi­fik sowie von Sibi­ri­en aus ist die Fins­ter­nis sicht­bar.

Sichtbarkeitsgebiet der partiellen Sonnenfinsternis vom 23. Oktober 2014

Sicht­bar­keits­ge­biet der par­ti­el­len Son­nen­fins­ter­nis vom 23. Okto­ber 2014

Die Fins­ter­nis beginnt mit dem 1. Kon­takt am 23. Okto­ber um 21:37 Uhr Som­mer­zeit am Ort 170°31′ öst­li­cher Län­ge und 57°34′ nörd­li­cher Brei­te im Pazi­fi­schen Oze­an und endet am 24. Okto­ber um 1:52 Uhr am Ort 98°24′ west­li­cher Län­ge und 28°56′ nörd­li­cher Brei­te mit dem 2. Kon­takt im Süden des Bun­des­staa­tes Texas. Die maxi­ma­le Pha­se wird im Nor­den Kana­das am Ort 97°18′ west­li­cher Län­ge und 71°14′ nörd­li­cher Brei­te erreicht. Dort wer­den 81,1% des schein­ba­ren Durch­mes­sers der Son­ne vom Neu­mond bedeckt. Die Son­nen­fins­ter­nis ist die 9. im 153. Saros-Zyklus, wel­cher ins­ge­samt 70 Son­nen­fins­ter­nis­se umfasst.

Helle Asteroiden und Kometen

Am 28. März 1802 wur­de von Hein­rich Wil­helm Olbers ein Aste­ro­id ent­deckt, der am 22. Febru­ar 2014 im Stern­bild Was­ser­schlan­ge wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne kommt. Dabei erreicht (2) Pal­las eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 7,0 mag. Mit die­ser Hel­lig­keit ist der Klein­pla­net schon sehr leicht in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen sicht­bar. Außer­dem ist dies die güns­tigs­te Oppo­si­ti­on in der 1. Hälf­te des 21. Jahr­hun­derts! Der Aste­ro­id ist mit einem mitt­le­re­ren Durch­mes­ser von 546 Kilo­me­tern der größ­te Aste­ro­id des Haupt­gür­tels.

Im April 2014 kom­men gleich zwei hel­le Aste­roi­den im nahe­zu glei­chen Him­mels­ab­schnitt in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Der Zwerg­pla­net (1) Ceres kommt am 15. April in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 7,0 mag. Der Aste­ro­id (4) Ves­ta steht nur 2 Tage frü­her, am 13. April 2014, der Son­ne genau gegen­über und erreicht sogar eine schein­ba­re Hel­lig­keit von 5,8 mag. Damit sind bei­de Him­mels­kör­per schon sehr leicht in Fern­glä­sern und Tele­sko­pen sicht­bar. Ves­ta könn­te, ein dunk­ler Stand­ort vor­aus­ge­setzt, sogar mit blo­ßem Auge erkenn­bar sein. Mit von der Par­tie ist auch unser roter Nach­bar Mars, der eben­falls im April sei­ne Oppo­si­ti­ons­stel­lung erreicht. Alle drei Him­mels­kör­per zie­hen ihre Oppo­si­ti­ons­schlei­fe im Stern­bild Jung­frau.

Oppositionsschleifen von (1) Ceres, (4) Vesta und Mars im Sternbild Jungfrau 2014

Oppo­si­ti­ons­schlei­fen von (1) Ceres, (4) Ves­ta und Mars im Stern­bild Jung­frau 2014

Im Jahr 2014 ist vor­läu­fig nur ein Komet erwäh­nens­wert, der sich für die Beob­ach­tung mit Feld­ste­chern und klei­nen Tele­sko­pen lohnt: C/2012 K1 PANSTARRS. Lei­der wird die­ser Komet, wenn er im Okto­ber 2014 sei­ne größ­te Hel­lig­keit von 5,5 mag erreicht, nicht mehr von unse­ren Brei­ten aus sicht­bar sein. Im Früh­jahr zieht der Komet gut posi­tio­niert durch die nörd­li­chen Stern­bil­der und ist ein dank­ba­res Objekt für klei­ne und mitt­le­re Tele­sko­pe. Im Mai könn­te er sich zu einem Feld­ste­cher­ob­jekt ent­wi­ckeln. Ab Juni ver­schlech­tern sich aber zuneh­mend die Beob­ach­tungs­be­din­gun­gen, da sich PANSTARRS immer wei­ter der Son­ne nähert und sei­ne Elon­ga­ti­on zur Son­ne abnimmt. Am 27. August 2014 erreicht der Komet sein Peri­hel und zieht in 1,055 AE Abstand an der Son­ne vor­bei. Ende August/Anfang Sep­tem­ber taucht PANSTARRS wie­der am Mor­gen­him­mel auf und ist dann schwie­rig zu beob­ach­ten, da er sich bei Däm­me­rungs­be­ginn recht nahe am Hori­zont befin­det.

Ein wei­te­rer inter­es­san­ter Komet wird am 24. Okto­ber 2014 sein Peri­hel mit der Bezeich­nung C/2013 A1 Siding-Spring errei­chen. Die­ser frisch aus der Oort­schen Wol­ke stam­men­de Schweif­stern wird von unse­ren Brei­ten aus gese­hen im Okto­ber am Abend­him­mel und in der Nähe des Pla­ne­ten Mars beob­acht­bar sein. Lei­der wird er nur recht dicht über dem süd­west­li­chen Hori­zont ste­hen. Immer­hin wird Siding-Spring eine maxi­ma­le schein­ba­re Hel­lig­keit von rund 8 mag errei­chen und vor allem für Beob­ach­ter auf der Süd­halb­ku­gel bes­se­re Sicht­be­din­gun­gen bie­ten. Am 19. Okto­ber 2014 wird der Komet den Mars in einer mitt­le­ren Ent­fer­nung von nur 122.000 Kilo­me­tern pas­sie­ren – was unge­fähr 13 der Mond­ent­fer­nung ent­spricht – und auch von Raum­son­den, die zur Zeit um dem Mars krei­sen bzw. auf der Pla­ne­ten­ober­flä­che sta­tio­niert sind, beob­ach­tet wer­den.

Komet PANSTARRS am 15. März 2013 gegen 19:16 Uhr über dem westlichen Horizont

Komet PANSTARRS am 15. März 2013 gegen 19:16 Uhr über dem west­li­chen Hori­zont

Natür­lich kann es gut mög­lich sein, dass im Jahr 2014 ein wei­te­rer hel­ler Komet ent­deckt wird, der in Fern­glä­sern und even­tu­ell sogar mit blo­ßem Auge beob­ach­tet wer­den kann. Ein gutes Bei­spiel ist der erst im Sep­tem­ber 2013 ent­deck­te Komet C/2013 R1 Love­joy, der im Herbst und Win­ter 2013 als schö­ner Feld­ste­cher­ko­met über den Ver­lust des “Jahr­hun­dert­ko­me­ten” C/2012 S1 ISON hin­weg­trös­te­te und unter guten Bedin­gun­gen bereits mit blo­ßem Auge sicht­bar war. 😀

Wichtige Meteorströme des Jahres 2014

Qua­dran­ti­den

Der Radi­ant der Qua­dran­ti­den befin­det sich im Stern­bild Bären­hü­ter. Sie sind vom 1. Janu­ar bis 5. Janu­ar aktiv und besit­zen mitt­le­re Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten von 41 km/s. Das Maxi­mum von 120 bis 200 Meteo­ren pro Stun­de, fin­det in der Nacht vom 3. auf den 4. Janu­ar statt. Da das Maxi­mum kurz nach Neu­mond statt­fin­det, kann der Mete­or­strom in den dunk­len Win­ter­näch­ten, beson­ders in der Zeit nach Mit­ter­nacht, gut beob­ach­tet wer­den. Der Ursprunsg­kör­per der Qua­dran­ti­den ist der Aste­ro­id 2003 EH1, der wahr­schein­lich der Kern des ehe­ma­li­gen Kome­ten C/1490 Y1 ist.

Eta-Aquari­den

Zwi­schen dem 19. April bis 28. Mai sind die Eta-Aquari­den am Mor­gen­him­mel sicht­bar, mit einem Maxi­mum von 85 Stern­schnup­pen pro Stun­de am 6. Mai. Da der Radi­ant im Stern­bild Was­ser­mann im Mai nicht sehr hoch über dem Hori­zont steht, machen sich in unse­ren Brei­ten deut­lich weni­ger Meteo­re bemerk­bar, so dass ein süd­li­cher Stand­ort zu bevor­zu­gen ist. Der zuneh­men­de Mond stört die Beob­ach­tung der Eta-Aquari­den nicht, weil er rund 1 Stun­de nach Mit­ter­nacht unter­ge­hen wird. Mit 66 km/s han­delt es sich um sehr schnell Meteo­re, die auf­grund des nied­ri­gen Radi­an­ten­stan­des lan­ge Leucht­spu­ren zei­gen. Der Ursprungs­kör­per der Eta-Aquari­den ist kein gerin­ge­rer als der Komet 1P/Halley.

Per­sei­den

Der bekann­tes­te Mete­or­strom des Jah­res sind die Per­sei­den, die aus dem Stern­bild Per­seus zu kom­men schei­nen. Sie tau­chen zwi­schen dem 17. Juli bis 24. August auf und sind vor­ran­gig am spä­ten Abend bis zum Mor­gen­grau­en hin sicht­bar. Das Maxi­mum, mit einer stünd­li­chen Zeni­tra­te (ZHR) von mehr als 100 Stern­schnup­pen, fin­det in der Nacht vom 12. auf den 13. August statt. Lei­der wird der noch fast vol­le Mond die Beob­ach­tung der Per­sei­den stö­ren. Als Ursprungs­kör­per der 59 km/s schnel­len Meteo­re gilt der peri­odi­sche Komet 109P/S­wift-Tut­tle.

Gemi­ni­den

Zu den stärks­ten Mete­or­strö­men des Jah­res, auf­grund der kal­ten Wit­te­rung meis­tens rela­tiv unbe­ach­tet, zäh­len die Gemi­ni­den. Der Radi­ant befin­det sich unge­fähr 1° nord­west­lich vom Haupt­stern Kas­tor in den Zwil­lin­gen ent­fernt. Der Mete­or­strom ist zwi­schen dem 7. bis 17. Dezem­ber die gan­ze Nacht über sicht­bar und erzeugt, auf­grund der gerin­gen Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit der Teil­chen von 35 km/s, lan­ge fla­che und zum Teil sehr hel­le Meteor­er­schei­nun­gen. Zum Maxi­mum, in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezem­ber, sind bis zu 120 Stern­schnup­pen sicht­bar. In die­sem Jahr fin­det das Maxi­mum um das letz­te Vier­tel statt, so dass der abneh­men­de Mond, um Mit­ter­nacht her­um, die Beob­ach­tung mit sei­nem hel­len Licht beein­träch­ti­gen wird. Als Ursprungs­kör­per der Gemi­ni­den gilt der Aste­ro­id (3200) Pha­e­thon, der ein “erlo­sche­ner Komet” zu sein scheint.

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://blog.aschnabel.bplaced.net/2014/01/astronomische-jahresvorschau-2014/

2 Kommentare

  1. Sehr schö­ne Zusam­men­stel­lung, dan­ke!

    Viel Erfolg bei eurer Nami­bia­tour! Der Mai ist eine aus­ge­zeich­ne­te Rei­se­zeit für den Süd­him­mel!

    • Andreas on 2. Januar 2014 at 20:40
      Author

    Dan­ke Jan, das Zen­trum der Milch­stra­ße im Zenit und Mer­kur mit sei­ner bes­ten Abend­sicht­bar­keit. Fehlt nur noch ein hel­ler Komet für den Süd­him­mel zu die­sem Zeit­punkt. 😀

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.