Der Sternhimmel im Monat Januar 2014

Der Lauf des Mondes

Zur Mit­tags­zeit am 1. Tag des neu­en Jah­res ist Neu­mond. Am nächs­ten Abend kön­nen wir ver­su­chen, die schma­le Mond­si­chel tief über dem süd­west­li­chen Hori­zont in der Abend­däm­me­rung auf­zu­spü­ren. Die Venus befin­det sich an die­sem Abend etwas mehr als 2 ½ Grad vom Mond ent­fernt. An den Fol­ge­aben­den wan­dert der Mond wei­ter durch die Berei­che des Him­mels, die nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen. Am 8. Janu­ar ist das 1. Vier­tel erreicht und wir kön­nen den zuneh­men­den Halb­mond in den Fischen beob­ach­ten. Nach­dem unser Erd­tra­bant das Stern­bild Wid­der durch­quert hat, steht er am 11. Janu­ar zwi­schen den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im so genann­ten “Gol­de­nen Tor der Eklip­tik” im Stern­bild Stier. Am 14. Janu­ar kön­nen wir unse­ren Erd­tra­ban­ten in der Nähe von Jupi­ter am Abend­him­mel auf­fin­den. Bis zum Mor­gen des 15. Janu­ar, hat sich der Mond bis zu 5 Grad süd­lich an den Rie­sen­pla­ne­ten ange­nä­hert. Am 16. ist dann schließ­lich auch die Voll­mond­pha­se mit dem kleins­ten Voll­mond des Jah­res und sogar des Jahr­hun­derts erreicht.
Am 18. Janu­ar kön­nen wir den noch fast vol­len Mond nur 5 ½ Grad ent­fernt von Regu­lus im Löwen auf­spü­ren. In den kom­men­den Tagen wird der Mond nach und nach ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 23. des Monats steht unser stil­ler Beglei­ter in der Jung­frau, in der Nähe von Spi­ca und rund 4 Grad süd­lich unse­res roten Nach­barn Mars. Am Mor­gen des 24. Janu­ar ist abneh­men­der Halb­mond (letz­tes Vier­tel). Am Mor­gen des 25. Janu­ar hat der Mond schon die Waa­ge erreicht und befin­det sich nahe Saturn. Am 29. Janu­ar kön­nen wir die abneh­men­de Sichel zum letz­ten Mal vor Neu­mond und knapp über dem öst­li­chen Hori­zont sich­ten. Nur 4 Grad nörd­lich der Sichel befin­det sich auch die Venus, die nun als Mor­gen­stern sicht­bar ist. Schließ­lich ist am vor­letz­ten Tag des Monats aber­mals Neu­mond.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur stand am 29. Dezem­ber 2013 in obe­rer Kon­junk­ti­on zur Son­ne und ist zu Beginn des neu­en Jah­res unsicht­bar. Er bewegt sich aber schnell wei­ter in Rich­tung Osten und ent­fernt sich schnell von unse­rem Zen­tral­ge­stirn, so dass er in der letz­ten Janu­ar­wo­che bis Anfang Febru­ar in der Abend­däm­me­rung sicht­bar wird. Am 31. Janu­ar steht Mer­kur dann mit 18° 22′ Son­nen­ab­stand in sei­ner größ­ten öst­li­chen Elon­ga­ti­on. Dank der stei­len Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel, kann man am 21. Janu­ar rund 45 Minu­ten nach Son­nen­un­ter­gang ver­su­chen, ihn mit Hil­fe eines Fern­gla­ses dicht über dem süd­west­li­chen Hori­zont zu ent­de­cken. An die­sem Abend geht der -0,9 mag hel­le Him­mels­kör­per um 17:41 Uhr unter. Bis zum 31. Janu­ar ver­spä­ten sich die Unter­gän­ge auf 18:35 Uhr. Die Hel­lig­keit sinkt auf -0,3 mag. Im Fern­rohr erscheint der inners­te Pla­net des Son­nen­sys­tems fast zur Hälf­te beleuch­tet.

Die Venus ist in der 1. Janu­ar­wo­che noch tief im Süd­wes­ten am Abend­him­mel sicht­bar, wech­selt aber schon im Janu­ar vom Abend- an den Mor­gen­him­mel. Am 11. Janu­ar steht sie dann in unte­rer Kon­junk­ti­on zur Son­ne und ist unsicht­bar. An die­sem Tag befin­det sich der Pla­net 0,267 AE bzw. 40 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Am 1. geht Venus um 17:37 Uhr unter. Bis zum 6. des Monats ver­frü­hen sich ihre Unter­gangs­zei­ten auf 17:11 Uhr. Dank der stei­len Eklip­tik­la­ge am Mor­gen­him­mel, und weil sich unser Schwes­ter­pla­net schnell in west­li­cher Rich­tung von der Son­ne ent­fernt, taucht sie Mit­te des Monats als -4,3 mag hel­les Objekt wie­der am Mor­gen­him­mel auf. Die Venus­auf­gän­ge erfol­gen am 15. des Monats um 7:08 Uhr und Ende Janu­ar bereits um 5:40 Uhr. Ihre Hel­lig­keit steigt dann auf -4,5 mag. Im Fern­rohr zeigt sie sich als extrem schma­le Sichel, mit einem schein­ba­ren Durch­mes­ser von 60 Bogen­se­kun­den. Am 24. erreicht der Pla­net auch das Peri­hel ihrer Bahn und ist dann 0,718 AE bzw. 107,5 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt. Die schma­le, nur 29 Stun­den alte Mond­si­chel kann am 2. Janu­ar in der Nähe der Venus auf­ge­fun­den wer­den, wenn die­se noch als Abend­stern sicht­bar ist. Ihr gegen­sei­ti­ger Abstand beträgt 2,6 Grad. Am 29. des Monats steht die extrem schma­le Sichel am Mor­gen­him­mel und nur 4 Grad süd­lich vom Mor­gen­stern ent­fernt.

Unser roter Nach­bar Mars bewegt sich wei­ter recht­läu­fig durch die Jung­frau und nähert sich lang­sam Spi­ca, dem Haupt­stern der Jung­frau an. Er ist ein Objekt der zwei­ten Nacht­hälf­te und zieht dann zum Monats­en­de hin nörd­lich an Spi­ca vor­bei. Die dich­tes­te Annä­he­rung erfolgt am 28. Janu­ar, wenn Mars sich nur 4,7 Grad vom Haupt­stern ent­fernt befin­det. Im Lau­fe des Monats stei­gert der Pla­net sei­ne Hel­lig­keit von anfangs 0,8 auf 0,2 mag und sei­nen schein­ba­ren Durch­mes­ser von 6,9 auf 8,8 Bogen­se­kun­den. Außer­dem ver­la­gert der Pla­net sei­ne Auf­gän­ge in die Zeit vor Mit­ter­nacht. Am 1. des Monats geht er um 0:18 Uhr auf. Bis Ende Janu­ar ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge auf gut eine Stun­de. Am 3. Janu­ar steht Mars mit 1,666 AE bzw. 249 Mil­lio­nen Kilo­me­ter im Aphel sei­ner Bahn. Am 23. Janu­ar kann der abneh­men­de Mond in der Nähe des Roten Pla­ne­ten auf­ge­fun­den wer­den.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter – als Star des Nacht­him­mels – ist die gan­ze Nacht über als -2,7 mag hel­les strah­len­des Objekt hoch am Him­mel sicht­bar und kommt am 5. Janu­ar in den Zwil­lin­gen in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Nur einen Abend zuvor steht er mit 4,21 AE bzw. 630 Mil­lio­nen Kilo­me­ter in Erd­nä­he. Die Oppo­si­ti­ons­zeit ist auch die bes­te Zeit, den abge­plat­te­ten Pla­ne­ten mit sei­nen Wol­ken­strei­fen und sei­nen Mon­den zu beob­ach­ten. Im Tele­skop erscheint der Pla­net 46,8 Bogen­se­kun­den groß. Am 1. Janu­ar geht Jupi­ter um 16:16 Uhr auf und erreicht um 0:32 Uhr, mit 62 Grad Höhe, den Meri­di­an. Am 31. des Monats geht der Pla­net bereits am frü­hen Nach­mit­tag um 13:59 Uhr auf. Sein Meri­diandurch­gang erfolgt an die­sem Abend schon um 22:14 Uhr. In der Nacht vom 14. auf den 15. Janu­ar steht der fast voll beleuch­te­te Mond in der Nähe von Jupi­ter.

Saturn ist am Mor­gen­him­mel sicht­bar und bewegt sich recht­läu­fig durch das Stern­bild Waa­ge. Die Auf­gän­ge des Ring­pla­ne­ten ver­frü­hen sich von anfangs 3:56 Uhr auf 2:10 Uhr zum Monats­en­de. Am 25. des Monats kommt es zu einer Bede­ckung durch den nahe­zu halb beleuch­te­ten Mond, die in unse­ren Brei­ten aller­dings nicht sicht­bar ist. Bei uns steht der Mond gegen 6 Uhr mor­gens nur etwas weni­ger als 5 Grad west­lich von Saturn ent­fernt. Im Fern­rohr zeigt sich das Ring­sys­tem, auf das wir von Nor­den her bli­cken, 22 Grad geöff­net, mit einem schein­ba­ren Durch­mes­ser von 36 Bogen­se­kun­den. Der schein­ba­re Äqua­tor­durch­mes­ser von Saturn beträgt 15,9 Bogen­se­kun­den und die Hel­lig­keit 0,6 mag.

Ura­nus bewegt sich recht­läu­fig durch die Fische und ver­la­gert sei­ne Unter­gän­ge in die Zeit vor Mit­ter­nacht. Bis unge­fähr eine Stun­de vor sei­nem Unter­gang kann Ura­nus in Fern­glä­sern und Tele­sko­pen auf­ge­fun­den wer­den. Am 1. Janu­ar geht der 5,9 mag hel­le Pla­net um 00:13 Uhr unter. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Unter­gän­ge auf 22:16 Uhr. Im Fern­rohr ist ein 3,5 Bogen­se­kun­den gro­ßes grün­li­ches Scheib­chen sicht­bar, was kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun kann noch zu Beginn des Monats mit licht­star­ken Opti­ken gese­hen wer­den. Bei Ein­bruch der Nacht steht er schon tief im Süd­wes­ten im Stern­bild Was­ser­mann. Aller­dings ver­kürzt er sei­ne Sicht­bar­keit im Lau­fe des Janu­ars dras­tisch. Zu Beginn des Monats geht Ura­nus um 20:47 Uhr unter. Zum Ende des Monats hin ver­schwin­det der Pla­net bereits um 18:55 Uhr unter der west­li­chen Hori­zont­li­nie. Im Fern­rohr erscheint das bläu­lich-grü­ne Scheib­chen nur 2,3 Bogen­se­kun­den groß und schein­bar 8,0 mag hell. Im Febru­ar steht Nep­tun dann in Kon­junk­ti­on zur Son­ne.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to steht am 1. Janu­ar im Schüt­zen in Kon­junk­ti­on zur Son­ne und ist dem­zu­fol­ge nicht sicht­bar. Er befin­det sich an die­sem Tag 33,56 AE bzw. 5,02 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Erst am 4. Juli 2014 kommt Plu­to wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne.

Helle Kometen und Planetoiden

Der von den Medi­en als “Jahr­hun­dert­ko­met” titu­lier­te C/2012 S1 ISON hat sei­ne dich­te Annä­he­rung an die Son­ne am 28. Novem­ber 2013 nicht über­stan­den und hat sich auf­ge­löst. Auch Ver­su­che, die Res­te des Kome­ten mit Lang­zeit­be­lich­tung auf­zu­fin­den, schei­ter­ten, so dass wir ihn nun end­gül­tig von der Beob­ach­tungs­lis­te strei­chen kön­nen.

Der Komet C/2013 R1 Love­joy erreich­te Ende November/Anfang Dezem­ber 2013 mit 4,5 mag sei­ne größ­te Hel­lig­keit und war damit schon mit blo­ßem Auge sicht­bar. Beson­ders sei­ne gro­ße Koma und sein meh­re­re Grad lan­ger schma­ler Schweif begeis­ter­ten visu­ell sowie foto­gra­fisch. Der Schweif­stern ist immer noch am Mor­gen­him­mel sicht­bar und wan­dert am 14. Janu­ar vom Stern­bild Her­ku­les kom­mend in den Schlan­gen­trä­ger. Am 27. Janu­ar zieht er nur weni­ge Bogen­mi­nu­ten süd­lich an 72 Oph vor­bei. Die Hel­lig­keit geht im Lau­fe des Monats von anfangs 6 auf 8 mag wei­ter zurück.

Der Komet C/2012 X1 LINEAR erlitt im Okto­ber einen Aus­bruch, der die Hel­lig­keit des Kome­ten stark anstei­gen ließ. Im Janu­ar geht die Hel­lig­keit aber lang­sam wei­ter zurück und soll­te um 10 Magnitu­den betra­gen. Sei­ne Koma ist sehr groß und dif­fus. Damit ist der Komet immer noch ein Objekt für mitt­le­re Tele­sko­pe. Er ist am Mor­gen­him­mel im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger sicht­bar.

Der Komet C/2013 V3 Nev­ski erlitt bei sei­ner Ent­ded­ckung im Novem­ber 2013 eben­falls einen Hel­lig­keits­aus­bruch, der ihn hel­ler als 10 mag wer­den ließ. Komet Nev­ski ist im Stern­bild Gro­ßer Bär sicht­bar und steht schon am spä­ten Abend­him­mel in aus­rei­chen­der Beob­ach­tungs­po­si­ti­on. Die Hel­lig­keit liegt zwi­schen 10 und 11 mag. Aller­dings ist die Koma sehr dif­fus und schwer visu­ell wahr­nehm­bar.

Die Hel­lig­keit des peri­odi­schen Kome­ten 154P/Brewington geht im Janu­ar wei­ter zurück. Er zieht durch das Pega­sus­qua­drat und Andro­me­da und erreicht zum Monats­en­de den nörd­li­chen Bereich des Stern­bilds Fische. Zu Beginn des Monats noch 11 mag hell, beträgt die Hel­lig­keit am 31. Janu­ar nur noch 12 mag. Damit ist der Komet ein Objekt für mitt­le­re bis gro­ße Tele­sko­pe.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres bewegt sich recht­läu­fig durch die Jung­frau und ist ein Objekt der zwei­ten Nacht­hälf­te. Der Zwerg­pla­net steht in der Nähe von (4) Ves­ta und wird zusam­men mit dem Aste­roi­den Mit­te April die Oppo­si­ti­on zur Son­ne errei­chen. Die Hel­lig­keit steigt von anfangs 8,6 auf 8,2 mag. Die Auf­gangs­zei­ten des Zwerg­pla­ne­ten ver­frü­hen sich von 0:51 Uhr auf 23:25 Uhr.

(2) Pal­las wird am 8. Janu­ar 2014 in der Was­ser­schlan­ge sta­tio­när und setzt zu ihrer Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Anschlie­ßend zieht sie wie­der rück­läu­fig durch das Stern­bild. Die Oppo­si­ti­on zur Son­ne erreicht sie aber erst im Febru­ar. Am 1. Janu­ar geht die 8,0 mag hel­le Pal­las um 23:31 Uhr auf. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich die Auf­gangs­zei­ten auf 21:05 Uhr. Die Hel­lig­keit steigt bis auf 7,3 mag, so dass der Aste­ro­id sehr leicht in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen beob­ach­tet wer­den kann.

Aste­ro­id (4) Ves­ta bewegt sich recht­läu­fig durch das Stern­bild Jung­frau und kann zusam­men mit dem Zwerg­pla­ne­ten (1) Ceres beob­ach­tet wer­den. Ihr gegen­sei­ti­ger Abstand beträgt zu Beginn des Monats gera­de ein­mal 5,2 Grad. Ende Janu­ar beträgt der Abstand nur noch 4,2 Grad. Am 1. Janu­ar geht Ves­ta um 0:42 Uhr auf. Am 31. Janu­ar kreuzt der Him­mels­kör­per schon um 23:22 Uhr die öst­li­che Hori­zont­li­nie. Ihre Hel­lig­keit steigt von anfangs 7,7 auf 7,2 mag, so dass auch sie sehr leicht in Fern­glä­sern und Tele­sko­pen beob­ach­tet wer­den kann. Am Mor­gen des 1. Janu­ar steht Ves­ta nur 3 Bogen­mi­nu­ten von SAO 139264 (6,4 mag) und am 8. Janu­ar sogar nur 1 Bogen­mi­nu­te vom 6,0 mag hel­len Stern SAO 139337 ent­fernt.

(7) Iris kann im Stern­bild Fische auf­ge­fun­den wer­den. Ihre Hel­lig­keit sinkt leicht von anfangs 9,7 auf 9,8 mag. Die Unter­gangs­zei­ten des Aste­roi­den ver­frü­hen sich von anfangs 22:19 Uhr auf 21:52 Uhr.

Aste­ro­id Nr. 11 Par­then­o­pe kommt am 11. Janu­ar 2014 in den Zwil­lin­gen in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und wird nur weni­ge Tage hel­ler als 9,9 mag. Am 1. des Monats geht der Aste­ro­id um 1:01 Uhr durch den Meri­di­an. Bis zum Ende des Monats ver­frü­hen sich die Meri­diandurch­gän­ge auf 22:29 Uhr. Am 16. Janu­ar steht die 10,1 mag hel­le Par­then­o­pe nur 5,5 Bogen­mi­nu­ten vom 5,1 mag hel­len Stern 56 Gemi­no­rum ent­fernt.

(18) Mel­po­me­ne kommt am 28. Janu­ar im Stern­bild Krebs in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,3 mag. Zu Beginn des Monats beträgt die Hel­lig­keit 9,8 und Ende des Monats wie­der 9,4 mag. Am 1. Janu­ar steht Mel­po­me­ne um 2:23 Uhr im Süden. Am 31. Janu­ar erreicht sie bereits um 23:52 Uhr ihre höchs­ten Posi­ti­on am Him­mel.

(19) For­tu­na steht am 8. Janu­ar in den Zwil­lin­gen der Son­ne genau gegen­über und erreicht eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 9,7 mag. Zur Monats­mit­te hin wird der Aste­ro­id wie­der schwä­cher als 10 mag. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 0:45 Uhr auf 22:14 Uhr.

(532) Her­cu­li­na kann zunächst noch im Stern­bild Ori­on auf­ge­fun­den wer­den. Am 14. Janu­ar wech­selt der Aste­ro­id in das Stern­bild Zwil­lin­ge. Die Hel­lig­keit sinkt von anfangs 9,5 mag auf unter 10 mag zum Monats­en­de. Am 1. Janu­ar steht Her­cu­li­na um 23:21 Uhr im Süden und am 31. Janu­ar bereits um 21:00 Uhr.

Meteorströme

Vom 1. bis 5. Janu­ar sind die Qua­dran­ti­den aktiv, deren Aus­strah­lungs­punkt (Radi­ant) sich im Stern­bild Bären­hü­ter an der Posi­ti­on RA 15h 20m und Dec +49° befin­det. Der Name geht auf das nicht mehr exis­tie­ren­de Stern­bild Mau­er­qua­drant (Qua­drans Mura­lis) zurück. Das spit­ze Maxi­mum fin­det am 3. Janu­ar gegen 21 Uhr statt. Zum Maxi­mums­zeit­punkt tau­chen bis zu 120 Meteo­re pro Stun­de auf, die mit mitt­le­ren Geschwin­dig­kei­ten von 41 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­tau­chen. In man­chen Jah­ren wur­den sogar über 200 Stern­schnup­pen beob­ach­tet. Damit gehö­ren die Quand­tran­ti­den zu den aktivs­ten Strö­men des Jah­res. Der Mond wird die Beob­ach­tung der Quan­dran­ti­den dies­mal nicht stö­ren. In Mit­tel­eu­ro­pa beob­ach­tet man am bes­ten in den Stun­den nach Mit­ter­nacht des 4. Janu­ar, wenn der Radi­ant genü­gend hoch am Him­mel steht. Gegen Mor­gen kann man dann unge­fähr 20 bis 30 Qua­dran­ti­den pro Stun­de beob­ach­ten. Ein Ursprungs­kör­per der Qua­dran­ti­den ist nicht bekannt. Seit 2003 wird aller­dings ver­mu­tet, dass der Aste­ro­id 2003 EH1 als Ursprung die­ses Mete­or­stroms in Fra­ge kommt und ein inak­ti­ver Rest des zer­fal­le­nen Kome­ten C/1490 Y1 ist.

Über das Jahr ver­teilt gibt es eine Häu­fung an Meteo­ren in der Eklip­tik­re­gi­on, in der Nähe des Gegen­son­nen­punkts. Die­ser als Ant­he­lionquel­le bezeich­ne­te Strom kommt im Janu­ar aus der Rich­tung der Stern­bil­der Zwil­lin­ge und Krebs. Im Mit­tel sind hier nicht mehr als 4 bis 6 Stern­schnup­pen zu erwar­ten, die eine rela­tiv lang­sa­me Geschwin­dig­keit von 30 km/s besit­zen.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel am 15. Januar 2014 um 22:00 MEZ

Der Stern­him­mel am 15. Janu­ar 2014 um 22:00 MEZ

Im Nor­den

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit fin­den wir das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens, nahe­zu senk­recht im Nord­os­ten. Die Wagen­deich­sel zeigt dabei direkt nach unten in Rich­tung Hori­zont. Er wird im Lau­fe der Nacht lang­sam wei­ter in Rich­tung Zenit empor­stei­gen. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, trifft man auf den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern befin­det sich am Ende der Deich­sel des Klei­nen Wagens bzw. Klei­nen Bären, des­sen Kas­ten nun die tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont – auch unte­re Kul­mi­na­ti­on genannt – über­schrit­ten hat. Dar­un­ter hat auch der mar­kan­te Kopf des Stern­bilds Dra­che sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Hori­zont erreicht. Die übri­gen Ster­ne des Dra­chen schlän­geln sich ent­ge­gen dem Uhr­zei­ger­sinn um die Figur des Klei­nen Wagens her­um.
Tief im Nord­wes­ten, etwas links unter­halb des Dra­chens, soll­te bei guter Hori­zont­sicht noch Deneb im Schwan erkenn­bar sein. Dar­über befin­det sich das Stern­bild Kepheus und noch wei­ter höher die Kas­sio­peia, das im Volks­mund auch “Him­mels-W” genannt wird. Die Zenit­ge­gend wird aus dem kaum auf­fäl­li­gen Stern­bild der Giraf­fe gebil­det, das nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht und das nur unter einem wirk­lich dunk­len Land­him­mel zu erken­nen ist.

Im Osten

Genau über dem Ost­ho­ri­zont ist soeben das Stern­bild Löwe voll­stän­dig auf­ge­gan­gen. Es kün­digt vom nahen­den Früh­ling. Ein wei­te­res Stern­bild des Früh­lings­him­mels ist der unschein­ba­re Krebs, der sich nord­west­lich des Löwen­kop­fes befin­det. In die­sem Stern­bild erkennt man unter einem dunk­len Land­him­mel einen blas­sen Nebel­fleck. Hier­bei han­delt es sich um den offe­nen Stern­hau­fen der Pra­e­se­pe (Mes­sier 44), auch Krip­pe genannt. Direkt unter­halb des Kreb­ses sind eben­falls schon Kopf und Hals der Was­ser­schlan­ge erschie­nen.
Hoch im Süd­os­ten ent­de­cken wir die Stern­ket­te der Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. In die­sem Stern­bild hält sich auch der Rie­sen­pla­net Jupi­ter auf, der momen­tan mit Abstand das hells­te Gestirn an unse­rem Him­mel ist. Dar­un­ter befin­det sich der Klei­ne Hund, mit sei­nem hel­len Haupt­stern Pro­kyon. Genau gegen­über im Nord­os­ten steigt nun auch der Gro­ße Bär immer höher und wird gegen Mor­gen die Zenit­re­gi­on errei­chen. Unter­halb der Deich­sel des Gro­ßen Wagens befin­det sich das klei­ne aber unschein­ba­re Stern­bild der Jagd­hun­de. Zwi­schen den Vor­der­pran­ken des Bären und den Zwil­lin­gen befin­det sich noch der unschein­bar Luchs, der aller­dings nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht.

Im Süden

Der Süden wird jetzt von den hel­len und beson­ders auf­fäl­li­gen Win­ter­stern­bil­dern domi­niert. Der beein­dru­cken­de Him­mels­jä­ger Ori­on, mit sei­nen drei mar­kan­ten Gür­tel­ster­nen, dem röt­lich leuch­ten­den Stern Betei­geu­ze an der lin­ken Schul­ter und dem bläu­lich erschei­nen­den Rigel am rech­ten Fuß, befin­det sich in mitt­le­rer Höhe und hat soeben den Meri­di­an erreicht. Dar­un­ter befin­det sich das unschein­ba­re Stern­bild des Hasen und links dane­ben der Gro­ße Hund, mit dem hel­len Siri­us, der hells­te Stern des irdi­schen Fir­ma­ments. Dar­über erkennt man – einen dunk­len Stand­ort vor­aus­ge­setzt – die schwa­chen Ster­ne des Ein­horns und noch wei­ter höher, den unschein­ba­ren Klei­nen Hund mit sei­nem hel­len Haupt­stern Pro­kyon.
Ober­halb des Him­mels­jä­gers ste­hen eben­falls noch wei­te­re typi­sche Win­ter­stern­bil­der: Zum einen sind das die Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Fast genau zwi­schen den bei­den Stern­ket­ten der Zwil­lin­ge steht auch der Jupi­ter, der zusam­men mit Siri­us das auf­fäl­ligs­te Gestirn in die­sem Him­mels­ab­schnitt ist. Rechts ober­halb vom Ori­on ent­de­cken wir den Stier, mit den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den und sei­nem röt­li­chen Haupt­stern Alde­ba­ran. Die Zenit­re­gi­on wird vom Stern­bild Fuhr­mann, mit der hel­len und gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la, sowie dem Per­seus ein­ge­nom­men. Die hells­ten Ster­ne die­ser Him­mels­re­gi­on bil­den auch das so genann­te Win­ter­sechs­eck, das durch die Ster­ne Alde­ba­ran im Stier, Rigel im Ori­on, Siri­us im Gro­ßen Hund, Pro­kyon im Klei­nen Hund und Pol­lux in den Zwil­lin­gen mar­kiert wird. Vom rech­ten Fuß­punkt des Ori­ons aus­ge­hend schlän­gelt sich noch der Fluss Eri­da­nus lang­sam zum Süd­ho­ri­zont her­ab.

Im Wes­ten

Im Wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Ster­ne des Herbst­him­mels. Das mar­kan­te Pega­sus­qua­drat, mit der unmit­tel­bar öst­lich dar­an anschlie­ßen­den Andro­me­da, steht schon sehr nied­rig über dem West­ho­ri­zont. Der Kopf des geflü­gel­ten Pfer­des ist zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit aber schon längst unter dem Hori­zont ver­schwun­den. In einer dunk­len und mond­schein­lo­sen Nacht ent­de­cken wir im Stern­bild Andro­me­da die 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­re ent­fern­te Andro­me­da­ga­la­xie. Noch wei­ter höher befin­det sich das Stern­bild Per­seus. Auch hier soll­te unmit­tel­bar an der Spit­ze der Y-för­mi­gen Figur ein läng­li­cher Nebel­fleck erkenn­bar sein. Hier­bei han­delt es sich um den Dop­pel­stern­hau­fen h und Chi Persei.
Schau­en wir hoch in Rich­tung Süd­wes­ten, ent­de­cken wir den öst­li­chen Teil des Stern­bilds Stier, mit den bei­den Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den. Rechts unter­halb des Stiers und west­lich der Stern­ket­te der Andro­me­da gele­gen, befin­den sich die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der. Dar­un­ter erkennt man eini­ge Ster­ne der Fische. Auch der Wal­fisch, im Süd­wes­ten, befin­det sich noch halb hoch über dem Hori­zont. Auf der ande­ren Sei­te des West­punk­tes und noch hoch im Nord­wes­ten, sinkt nun auch die Kas­sio­peia lang­sam zum Hori­zont her­ab. Unmit­tel­bar ober­halb der Vor­der­läu­fe des Pega­sus und damit schon recht nied­rig im Nord­wes­ten, steht noch das unschein­ba­re Stern­bild der Eidech­se.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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1 Kommentar

    • Monika Söllmann on 7. Januar 2014 at 09:47

    Wirk­lich sehr inter­es­sant zu lesen. Bin ja recht neu und unbe­hol­fen in die­sem The­ma aber sehr wiss­be­gie­rig. Seit­dem mei­ne letz­ten Horo­sko­pe immer wie die Faust aufs Auge gepasst haben sau­ge ich nahe zu alles was um Astro­no­mie und Ster­nen­him­mel geht auf ^^ wahr­schein­lich nur ein vor­über­ge­hen­der Trend von mir aber Momen­tan total span­nend 🙂
    Lg, Moni­ka

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