Der Sternhimmel im Monat März 2014

Der Lauf des Mondes

Am 1. März ist Neu­mond. Nur einen Abend spä­ter kön­nen wir ver­su­chen, die schma­le Sichel des zuneh­men­den Mon­des dicht über dem West­ho­ri­zont in der Abend­däm­me­rung zu ent­de­cken. An den Fol­ge­aben­den wan­dert der Mond wei­ter durch die Stern­bil­der Fische und Wid­der und steht am 7. März zwi­schen den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im so genann­ten “Gol­de­nen Tor der Eklip­tik”. Er befin­det sich dabei nur 5 Grad nörd­lich vom Haupt­stern Alde­ba­ran im Stier ent­fernt. Am 8. des Monats befin­det sich unser Erd­tra­bant dann im ers­ten Vier­tel. Am Abend des 9. und 10. März steht der Mond nahe Jupi­ter in den Zwil­lin­gen, anschlie­ßend durch­läuft er nach­ein­an­der die Stern­bil­der Krebs und Löwe. In der Nacht vom 14. auf den 15. März kön­nen wir ihn nur 5 ½ Grad süd­lich von Regu­lus im Löwen auf­spü­ren. Nur zwei Aben­de spä­ter ist schließ­lich auch die Voll­mond­pha­se im Stern­bild Jung­frau erreicht.
Am Abend des 18. März steht der abneh­men­de Mond zwi­schen Spi­ca und unse­ren roten Nach­bar­plan­ten Mars. Am 19. befin­det er sich nur 3 Grad süd­lich von Mars. Nun wird unser stil­ler Beglei­ter nach und nach ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 21. des Monats steht er nur 1 Grad süd­lich von Saturn im Stern­bild Waa­ge. Am 22. befin­det sich der Mond nahe Ant­ares, dem Haupt­stern des Skor­pi­ons, bis am 24. März wir den abneh­men­den Halb­mond (letz­tes Vier­tel) im Schüt­zen beob­ach­ten kön­nen. Nach­dem der Mond das Stern­bild Stein­bock hin­ter sich gelas­sen hat, fin­den wir ihn am Mor­gen des 27. März nahe dem Mor­gen­stern Venus im Stern­bild Was­ser­mann. Nur einen Mor­gen spä­ter kön­nen wir die schma­le abneh­men­de Mond­si­chel dann zum letz­ten Mal vor Neu­mond über dem öst­li­chen Hori­zont ent­de­cken, bis am 30. des Monats aber­mals in die­sem Monat Neu­mond ist. Am letz­ten Abend im März steht die nun wie­der zuneh­men­de Mond­si­chel aber­mals in der frü­hen Däm­me­rung am Abend­him­mel.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur stand Mit­te Febru­ar in unte­rer Kon­junk­ti­on und ver­grö­ßert bis Mit­te des Monats sei­nen west­li­chen Win­kel­ab­stand zur Son­ne. Am 14. März erreicht der Pla­net, mit 27,6 Grad Abstand, sei­ne größ­te west­li­chen Elon­ga­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Das ist der größ­te Abstand des Mer­kurs zur Son­ne in die­sem Jahr. Trotz die­ses Abstan­des reicht es lei­der nicht für eine Mor­gen­sicht­bar­keit in unse­ren Brei­ten aus, da die Eklip­tik am süd­öst­li­chen Mor­gen­him­mel sehr flach ver­läuft und Mer­kur weit süd­lich der Eklip­tik steht. Nur im Mit­tel­mee­raum sowie auf der Süd­halb­ku­gel der Erde ist Mer­kur am Mor­gen­him­mel sicht­bar. Am 20. März steht der Pla­net schließ­lich noch mit 70 Mil­lio­nen Kilo­me­tern im Aphel sei­ner Bahn.

Die Venus ist mit einer Hel­lig­keit von -4,6 mag das mit Abstand hells­te Objekt am Mor­gen­him­mel. Am 6. März tritt unser Schwes­ter­pla­net vom Stern­bild Schüt­ze in den Stein­bock und schließ­lich in den Was­ser­mann über. Am 22. März steht sie mit 46° 33′ in ihrer größ­ten west­li­chen Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Nach ihrem Auf­gang ist sie dann noch bis 6 Uhr zu sehen, bis sie in der hel­len Mor­gen­däm­me­rung ver­schwin­det. Ihr Durch­mes­ser schrumpft von anfangs 32,6 auf 22,4 Bogen­se­kun­den zum Monats­en­de. Der Beleuch­tungs­grad des Venus­scheib­chens steigt von anfangs 36% auf 54%, so dass sie sich am 23. März als Halb­ve­nus im Fern­rohr prä­sen­tiert (Dicho­to­mie). Zu die­sem Zeit­punkt ist der Mor­gen­stern 108 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Ihre Hel­lig­keit nimmt im sel­ben Zeit­raum leicht ab und beträgt am letz­ten Tag des Monats -4,4 mag. Am 1. März geht Venus um 4:44 Uhr auf. Bis zum 31. März ver­frü­hen sich ihre Auf­gän­ge um eine hal­be Stun­de (5:14 Uhr Som­mer­zeit). Am 27. März, gegen 6 Uhr mor­gens, steht die nur zu 17% beleuch­te­te Mond­si­chel nur 3 Grad nord­west­lich der Venus.

Unser roter Nacht­bar Mars kann im Stern­bild Jung­frau und nörd­lich des Haupt­sterns Spi­ca auf­ge­fun­den wer­den. Er kommt am 1. März zum Still­stand und bewegt sich dann wie­der rück­läu­fig am Him­mel. Damit beginnt auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Außer­dem wird der Mars nach und nach ein Pla­net für die gesam­te Nacht. Am 1. März geht Mars um 21:50 Uhr auf und erreicht um 3:16 Uhr den Meri­di­an. Bis zum Ende des Monats ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge auf 19:21 Uhr und die Meri­diandurch­gän­ge auf 0:57 Uhr (1:57 Uhr Som­mer­zeit). Die Hel­lig­keit steigt noch­mal stark an von anfangs -0,4 auf -1,3 mag. Auch sein schein­ba­rer Durch­mes­ser steigt von anfangs 11,6 auf nun­mehr 14,6 Bogen­se­kun­den, so dass im Tele­skop immer mehr Details auf sei­ner voll beleuch­te­ten Pla­ne­ten­ober­flä­che zu erken­nen sind. In der Nacht vom 18. auf den 19. März kön­nen wir den fast vol­len Mond in der Nähe von Mars und Spi­ca beob­ach­ten. Am letz­ten Tag des Monats befin­det sich der Rote Pla­net schließ­lich nur noch 5 Grad nörd­lich von Spi­ca.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter im Stern­bild Zwil­lin­ge kommt am 6. März zum Still­stand und been­det damit sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Anschlie­ßend bewegt er sich wie­der recht­läu­fig durch das Stern­bild. Am 11. März erreicht Jupi­ter mit 23°16′ sei­ne nörd­lichs­te Posi­ti­on bis zum Jahr 2026! Auch sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit geht leicht zurück von anfangs -2,4 auf -2,2 mag. Sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser schrumpft von anfangs 42,4 auf 38,6 Bogen­se­kun­den. Der Rie­sen­pla­net zieht sich nun lang­sam vom Mor­gen­him­mel zurück und wird nun nach und nach ein Pla­net für die 1. Nacht­hälf­te. Dabei kul­mi­niert er schon zu Beginn der Nacht in unge­fähr 63 Grad Höhe im Süden. Am 1. März erreicht Jupi­ter um 20:12 Uhr sei­nen höchs­ten Punkt. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Meri­diandurch­gän­ge auf 18:18 Uhr (19:18 Uhr Som­mer­zeit). Sein Unter­gang erfolgt zu Monats­be­ginn um 4:33 Uhr und am Monats­en­de schon um 2:38 Uhr (3:39 Uhr Som­mer­zeit). In der Nacht vom 9. auf den 10. März begeg­net der zuneh­men­den Mond Jupi­ter ca. 9 Grad süd­west­lich des Pla­ne­ten. Am Abend des 10. März steht er schließ­lich nur noch 7 Grad in süd­öst­li­cher Rich­tung von Jupi­ter ent­fernt.

Der Ring­pla­net Saturn wird am 3. des Monats in der Waa­ge sta­tio­när und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Die Hel­lig­keit steigt leicht von anfangs 0,4 auf 0,3 mag. Der schein­ba­re Äqua­tor­durch­mes­ser steigt auf 18,2 und der Durch­mes­ser des Ring­sys­tems auf 41,3 Bogen­se­kun­den. Sei­ne Auf­gän­ge ver­la­gert der Pla­net in die Zeit vor Mit­ter­nacht. Am 1. März erscheint Saturn um 0:20 Uhr und am 31. März bereits um 22:13 Uhr (23:13 Uhr Som­mer­zeit) über der süd­öst­li­chen Hori­zont­li­nie. In der Nacht vom 20. auf den 21. März kann der abneh­men­de Mond nur 2 Grad west­lich von Saturn auf­ge­fun­den wer­den.

Ura­nus bewegt sich wei­ter recht­läu­fig durch die Fische und ver­schwin­det nun Anfang März end­gül­tig vom Abend­him­mel. Zu Beginn der astro­no­mi­schen Däm­me­rung steht Ura­nus noch 8 Grad über dem Hori­zont, so dass ein licht­star­kes Tele­skop erfor­der­lich ist, um ihn im Hori­zont­dunst auf­zu­spü­ren. Der Abstand zur Son­ne ver­rin­gert sich von anfangs 30 auf nur noch 1 Grad zum Monats­en­de. Am 2. April steht der Pla­net schließ­lich in Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Am 1. März geht der 5,9 mag hel­le Ura­nus um 20:29 Uhr unter. Am letz­ten Abend des Monats ver­schwin­det er bereits, fast zeit­gleich mit der Son­ne, um 18:41 Uhr (19:41 Uhr Som­mer­zeit).

Nep­tun im Stern­bild Was­ser­mann stand im letz­ten Monat in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und kann sich noch nicht aus den hel­len Strah­len unse­res Zen­tral­ge­stirns befrei­en, obwohl sein west­li­cher Abstand zur Son­ne auf 34 Grad anwächst. So bleibt der bläu­lich erschei­nen­de und 8,0 mag hel­le Pla­net auch in die­sem Monat noch unsicht­bar.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to befin­det sich im Stern­bild Schüt­ze und steht noch zu nah bei der Son­ne, so dass er nicht beob­ach­tet wer­den kann.

Helle Kometen und Planetoiden

Die Hel­lig­keit des Kome­ten C/2013 R1 Love­joy beträgt im März zwi­schen 9 und 10 mag, so dass er visu­ell immer noch ein dank­ba­res ein Objekt für klei­ne bis mitt­le­re Tele­sko­pe ist. Er wan­dert wei­ter in süd­li­che Rich­tung durch das Schlan­ge und Schild und ist vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung beob­acht­bar.

Der Komet C/2012 X1 (LINEAR) bewegt sich im März wei­ter durch das Stern­bild Adler und kann kurz vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung in aus­rei­chen­der Höhe über dem Ost­ho­ri­zont beob­ach­tet wer­den. Sei­ne Hel­lig­keit bleibt nahe­zu kon­stant und beträgt um 9,0 mag.

Der Komet C/2012 K1 (PANSTARRS) erreicht gegen Ende März eine Hel­lig­keit von vor­aus­sicht­lich 10 mag, so dass PANSTARRS lang­sam ein Objekt für klei­ne­re Tele­sko­pe wird. Er wan­dert im Lau­fe des Monats vom Stern­bild Her­ku­les in die Nörd­li­che Kro­ne und wird immer bes­ser am Mor­gen­him­mel sicht­bar. Danach zieht er eini­ge Wochen lang, immer hel­ler wer­dend, gut posi­tio­niert nahe­zu durch den Zenit. Bis der Komet Anfang Juli, von unse­ren Brei­ten aus gese­hen, ver­schwin­den wird, wird er sei­ne Hel­lig­keit noch bis auf 7 mag stei­gern.

Der Komet C/2013 V3 (Nev­ski) steht im März gut posi­tio­niert am Abend­him­mel und befin­det sich weni­ger als 5 Grad von Beta Ursae Majo­ris ent­fernt. Aller­dings beträgt sei­ne Hel­lig­keit zwi­schen 12 und 13 mag, so dass der Komet nur in gro­ßen Tele­sko­pen visu­ell beob­ach­tet wer­den kann.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres wird zu Beginn des Monats sta­tio­när und bewegt sich anschlie­ßend immer schnel­ler wer­dend rück­läu­fig durch die Jung­frau. Damit beginnt auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Er steht zusam­men mit dem Aste­roi­den (4) Ves­ta nahe­zu im sel­ben Him­mels­ab­schnitt. Ihr gegen­sei­ti­ger Abstand beträgt zum Monats­en­de nur noch 2,5 Grad. Ceres ist ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und geht am 1. März um 3:46 Uhr durch den Meri­di­an. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich die Meri­diandurch­gän­ge auf 1:37 Uhr (2:37 Uhr Som­mer­zeit). Die Hel­lig­keit steigt von anfangs 7,8 auf 7,1 mag, so dass der Zwerg­pla­net schon in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen beob­ach­tet wer­den kann.

(2) Pal­las stand im letz­ten Monat in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und wech­selt am 4. März vom Stern­bild Sex­tant in die Was­ser­schlan­ge. Der Aste­ro­id bewegt sich rasch in Rich­tung Nor­den und wird am 24. März wie­der rück­läu­fig. Zu Beginn des Monats beträgt die Hel­lig­keit noch 7,0 mag und Ende des Monats bereits 7,6 mag, so dass der Him­mels­kör­per immer noch in Fern­glä­ser und klei­nen Tele­sko­pe leicht beob­ach­tet wer­den kann. Die Meri­diandurch­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 23:09 Uhr auf 21:05 Uhr (22:05 Uhr Som­mer­zeit). Am Abend des 15. März steht Pal­las nur eine hal­be Voll­mond­brei­te nörd­lich des Sterns SAO 136993 (7,0 mag).

Aste­ro­id Nr. 4 Ves­ta steht zusam­men mit dem Zwerg­pla­ne­ten (1) Ceres in der Jung­frau und nähert sich lang­sam ihrer Oppo­si­ti­on im April. Am 5. des Monats wird sie sta­tio­när und wan­dert anschlie­ßend wie­der rück­läu­fig durch das Stern­bild. Ihre Hel­lig­keit steigt von anfangs 6,6 mag auf 5,9 mag, so dass sie ein leich­tes Objekt für jedes Fern­glas ist. Unter einem sehr dunk­len Him­mel kann man Ende März sogar ver­su­chen, sie mit blo­ßem Auge zu ent­de­cken. Am 1. März geht Ves­ta um 3:36 Uhr durch den Meri­di­an. Am 31. März steht der Aste­ro­id bereits um 1:28 Uhr (2:28 Uhr Som­mer­zeit) im Süden. Am 25. März zieht Ves­ta nur 0,7 Grad ent­fernt am Stern Epsi­lon Vir­gi­nis (4,2 mag) vor­bei, der sehr gut als Auf­such­hil­fe die­nen kann. Am 30. März steht der Klein­pla­net nur 27 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich vom gleich hel­len Stern 92 Vir (5,9 mag).

(7) Iris, von Stern­bild Fische kom­mend, über­schrei­tet am 17. März die Gren­ze zum Stern­bild Wid­der. Zu Beginn des Monats geht der Aste­ro­id um 21:34 Uhr unter. Ende des Monats ver­schwin­det der Him­mels­kör­per bereits um 21:21 Uhr (22:21 Uhr Som­mer­zeit) unter der west­li­chen Hori­zont­li­nie. Die Hel­lig­keit von Iris beträgt im gesam­ten Monat März kon­stan­te 9,8 mag.

Meteorströme

Im gesam­ten Monat März sind die Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on am bes­ten zu beob­ach­ten, die ihren aus­ge­dehn­ten Aus­strah­lungs­punkt in den Stern­bil­dern Löwe und Jung­frau haben. Zu die­ser so genann­ten Ant­he­lionquel­le wer­den nach neue­ren Meteor­lis­ten auch die Vir­gi­ni­den gezählt. Im Mit­tel sind hier nicht mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de zu erwar­ten, die mit einer Geschwin­dig­keit von 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen.

Seit neus­tem sind die Eta-Vir­gi­ni­den, als ein eige­ner Teil­strom der Ant­he­lionquel­le, iden­ti­fi­ziert, die ihr schwa­ches Maxi­mum am 18. März errei­chen. Der Radi­ant liegt unge­fähr an der Posi­ti­on RA: 184° und Dec: +4°. Als Ursprungs­kör­per gilt der Komet D/1766 G1 (Hel­fenz­rie­der).

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel am 15. März 2014 um 22:00 MEZ

Der Stern­him­mel am 15. März 2014 um 22:00 MEZ

Im Nor­den

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat der Gro­ße Bär schon fast den Zenit erreicht und befin­det sich im Nord­os­ten hoch über unse­ren Köp­fen. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, haben wir auch den Polar­stern gefun­den, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun auf 3 Uhr Posi­ti­on befin­det. Unter­halb davon steht der Dra­che, der sich um den Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären her­um­schlän­gelt und sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont schon längst über­schrit­ten hat. Er wird bis zum Mor­gen­grau­en lang­sam wie­der empor­stei­gen. Unter­halb des Polar­sterns fällt noch die Rau­te des Stern­bilds Kepheus auf. Es steht nahe­zu in sei­ner tiefs­ten Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont, auch unte­re Kul­mi­na­ti­on genannt. Direkt west­lich davon schließt sich die Kas­sio­peia an, die die Form des Buch­sta­ben “W” besitzt und des­halb auch als “Him­mels-W” bezeich­net wird.
Bei sehr guter Hori­zont­sicht über dem Nord­punkt des Hori­zonts kann man noch Deneb im Schwan erken­nen, der gera­de sei­ne unte­re Kul­mi­na­ti­on über­schrit­ten hat. Wei­ter öst­lich davon ent­de­cken wir auch die hel­le Wega im Stern­bild der Lei­er. Auf der ande­ren Sei­te des Nord­punk­tes steht das unschein­ba­re Stern­bild Eidech­se und noch wei­ter west­lich die Andro­me­da. Dar­über befin­det sich der Per­seus. Noch wei­ter in Rich­tung Zenit ent­de­cken wir das unschein­ba­re Stern­bild der Giraf­fe, das aller­dings nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird von einem hel­len, oran­ge­far­be­nen Stern domi­niert. Hier­bei han­delt es sich um Ark­tur, der Haupt­stern des Stern­bilds Bären­hü­ter, der jetzt genau den Ost­punkt die­ses Him­mels­ab­schnitts mar­kiert und noch recht tief über dem Hori­zont steht. Direkt über dem Bären­hü­ter, in gro­ßer Höhe, fällt das Stern­bild Gro­ßer Bär auf. Sei­ne Kas­ten­ster­ne haben nun schon fast den Zenit erreicht. Zwi­schen Bären­hü­ter und Gro­ßer Bär, in hal­ber Höhe über dem Hori­zont, befin­den sich die unschein­ba­ren Stern­bil­der der Jagd­hun­de sowie das Haar der Bere­ni­ke, mit dem aus­ge­dehn­ten Coma-Stern­hau­fen (Melot­te 111), der aber nur unter dunk­lem Him­mel und ohne stö­ren­des Mond­licht zu erken­nen ist.
Bei guter Hori­zont­sicht, nied­rig im Nord­os­ten, kön­nen wir das Stern­bild Her­ku­les und den Ster­nen­halb­kreis der nörd­li­chen Kro­ne erken­nen. Auf der ande­ren Sei­te des Ost­punk­tes, im Süd­os­ten, sind auch schon die rei­chen Gala­xi­en­fel­der im Stern­bild Jung­frau auf­ge­gan­gen. Der weiß erschei­nen­de Haupt­stern der Jung­frau Spi­ca befin­det sich aber noch sehr tief über dem Süd­ost­ho­ri­zont. Direkt öst­lich von Spi­ca ent­de­cken wir auch den röt­lich leuch­ten­den Pla­ne­ten Mars, der das hells­te Objekt in die­sem Him­mels­ab­schnitt mar­kiert. Ober­halb der Jung­frau strebt der mäch­ti­ge Löwe schon sei­ner höchs­ten Stel­lung ent­ge­gen.

Im Süden

In mitt­le­rer Höhe über dem Süd­ho­ri­zont hat soeben das unschein­ba­re Stern­bild Krebs den Meri­di­an über­schrit­ten. Hier kann man in einer dunk­len und mond­schein­lo­sen Nacht den offe­nen Stern­hau­fen Mes­sier 44, der auch als Pra­e­se­pe bzw. Krip­pe bekannt ist, als mat­ten Licht­fleck erken­nen. Wei­ter in Rich­tung Wes­ten befin­den sich die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux und der Pla­net Jupi­ter. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Meri­di­ans steht der Löwe, der in der nächs­ten Stun­de sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden errei­chen wird. Wei­ter in Rich­tung Zenit sind die unschein­ba­ren Stern­bil­der Klei­ner Löwe und die Ster­nen­ket­te des Luchs kaum auf­fäl­lig.
Direkt unter­halb des Kreb­ses fin­den wir den Kopf und ein Teil des Rump­fes der Was­ser­schlan­ge, die sich zum Süd­ost­ho­ri­zont hin­ab schlän­gelt. Dort befin­den sich auch die bei­den deut­lich klei­ne­ren Stern­bil­der Rabe und Becher. Auf der ande­ren Sei­te des Meri­di­ans steht in glei­cher Höhe noch Siri­us im Stern­bild Gro­ßer Hund, der der hells­te Stern an unse­rem Him­mel ist. Dar­über soll­ten auf­merk­sa­me Beob­ach­ter das unschein­ba­re Stern­bild Ein­horn erken­nen kön­nen. Noch wei­ter höher befin­det sich noch der hel­le Stern Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund.

Im Wes­ten

In west­li­cher Rich­tung haben sich nun fast alle Stern­bil­der des Win­ter­him­mels ver­sam­melt. Des­halb wird die­ser Abschnitt des Him­mels von einer Viel­zahl hel­ler Stern geprägt, die im wei­te­ren Ver­lauf der Nacht aber alle unter­ge­hen wer­den. Die hel­len Ster­ne bil­den auch das so genann­te Win­ter­sechs­eck, das durch die Ster­ne Alde­ba­ran im Stier, Rigel im Ori­on, Siri­us im Gro­ßen Hund, Pro­kyon im Klei­nen Hund sowie Pol­lux in den Zwil­lin­gen mar­kiert wird.
Das Stern­bild Stier, mit den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den, befin­det sich nun in gerin­ger Höhe über dem west­li­chen Hori­zont. Links neben dem Stier sinkt nun auch der Him­mels­jä­ger Ori­on lang­sam immer tie­fer zum Hori­zont her­ab. Ober­halb des Him­mels­jä­gers ste­hen die Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. In die­sem Stern­bild steht auch der Jupi­ter, der das hells­te und auf­fäl­ligs­te Objekt in die­sem Him­mels­ab­schnitt ist. Ober­halb des Stiers ent­de­cken wir noch den Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la und noch wei­ter höher die unschein­ba­ren Stern­bil­der Luchs und Giraf­fe, die aller­dings nur aus sehr schwa­chen Ster­nen bestehen. Im Nord­wes­ten sinkt nun auch das Stern­bild Per­seus immer wei­ter Rich­tung Hori­zont her­ab. Mit Andro­me­da, Drei­eck und Wid­der, tief im Nord­wes­ten, ver­schwin­den nun auch die letz­ten Boten des Herbst­him­mels.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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