Der Sternhimmel im Monat März 2014

Der Lauf des Mondes

Am 1. März ist Neu­mond. Nur einen Abend spä­ter kön­nen wir ver­su­chen, die schma­le Sichel des zuneh­men­den Mon­des dicht über dem West­ho­ri­zont in der Abend­däm­me­rung zu ent­de­cken. An den Fol­ge­aben­den wan­dert der Mond wei­ter durch die Stern­bil­der Fische und Wid­der und steht am 7. März zwi­schen den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im so genann­ten „Gol­de­nen Tor der Eklip­tik“. Er befin­det sich dabei nur 5 Grad nörd­lich vom Haupt­stern Alde­ba­ran im Stier ent­fernt. Am 8. des Monats befin­det sich unser Erd­tra­bant dann im ers­ten Vier­tel. Am Abend des 9. und 10. März steht der Mond nahe Jupi­ter in den Zwil­lin­gen, anschlie­ßend durch­läuft er nach­ein­an­der die Stern­bil­der Krebs und Löwe. In der Nacht vom 14. auf den 15. März kön­nen wir ihn nur 5 ½ Grad süd­lich von Regu­lus im Löwen auf­spü­ren. Nur zwei Aben­de spä­ter ist schließ­lich auch die Voll­mond­pha­se im Stern­bild Jung­frau erreicht.
Am Abend des 18. März steht der abneh­men­de Mond zwi­schen Spi­ca und unse­ren roten Nach­bar­plan­ten Mars. Am 19. befin­det er sich nur 3 Grad süd­lich von Mars. Nun wird unser stil­ler Beglei­ter nach und nach ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 21. des Monats steht er nur 1 Grad süd­lich von Saturn im Stern­bild Waa­ge. Am 22. befin­det sich der Mond nahe Ant­ares, dem Haupt­stern des Skor­pi­ons, bis am 24. März wir den abneh­men­den Halb­mond (letz­tes Vier­tel) im Schüt­zen beob­ach­ten kön­nen. Nach­dem der Mond das Stern­bild Stein­bock hin­ter sich gelas­sen hat, fin­den wir ihn am Mor­gen des 27. März nahe dem Mor­gen­stern Venus im Stern­bild Was­ser­mann. Nur einen Mor­gen spä­ter kön­nen wir die schma­le abneh­men­de Mond­si­chel dann zum letz­ten Mal vor Neu­mond über dem öst­li­chen Hori­zont ent­de­cken, bis am 30. des Monats aber­mals in die­sem Monat Neu­mond ist. Am letz­ten Abend im März steht die nun wie­der zuneh­men­de Mond­si­chel aber­mals in der frü­hen Däm­me­rung am Abendhimmel.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur stand Mit­te Febru­ar in unte­rer Kon­junk­ti­on und ver­grö­ßert bis Mit­te des Monats sei­nen west­li­chen Win­kel­ab­stand zur Son­ne. Am 14. März erreicht der Pla­net, mit 27,6 Grad Abstand, sei­ne größ­te west­li­chen Elon­ga­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Das ist der größ­te Abstand des Mer­kurs zur Son­ne in die­sem Jahr. Trotz die­ses Abstan­des reicht es lei­der nicht für eine Mor­gen­sicht­bar­keit in unse­ren Brei­ten aus, da die Eklip­tik am süd­öst­li­chen Mor­gen­him­mel sehr flach ver­läuft und Mer­kur weit süd­lich der Eklip­tik steht. Nur im Mit­tel­mee­raum sowie auf der Süd­halb­ku­gel der Erde ist Mer­kur am Mor­gen­him­mel sicht­bar. Am 20. März steht der Pla­net schließ­lich noch mit 70 Mil­lio­nen Kilo­me­tern im Aphel sei­ner Bahn.

Die Venus ist mit einer Hel­lig­keit von ‑4,6 mag das mit Abstand hells­te Objekt am Mor­gen­him­mel. Am 6. März tritt unser Schwes­ter­pla­net vom Stern­bild Schüt­ze in den Stein­bock und schließ­lich in den Was­ser­mann über. Am 22. März steht sie mit 46° 33′ in ihrer größ­ten west­li­chen Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Nach ihrem Auf­gang ist sie dann noch bis 6 Uhr zu sehen, bis sie in der hel­len Mor­gen­däm­me­rung ver­schwin­det. Ihr Durch­mes­ser schrumpft von anfangs 32,6 auf 22,4 Bogen­se­kun­den zum Monats­en­de. Der Beleuch­tungs­grad des Venus­scheib­chens steigt von anfangs 36% auf 54%, so dass sie sich am 23. März als Halb­ve­nus im Fern­rohr prä­sen­tiert (Dicho­to­mie). Zu die­sem Zeit­punkt ist der Mor­gen­stern 108 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Ihre Hel­lig­keit nimmt im sel­ben Zeit­raum leicht ab und beträgt am letz­ten Tag des Monats ‑4,4 mag. Am 1. März geht Venus um 4:44 Uhr auf. Bis zum 31. März ver­frü­hen sich ihre Auf­gän­ge um eine hal­be Stun­de (5:14 Uhr Som­mer­zeit). Am 27. März, gegen 6 Uhr mor­gens, steht die nur zu 17% beleuch­te­te Mond­si­chel nur 3 Grad nord­west­lich der Venus.

Unser roter Nacht­bar Mars kann im Stern­bild Jung­frau und nörd­lich des Haupt­sterns Spi­ca auf­ge­fun­den wer­den. Er kommt am 1. März zum Still­stand und bewegt sich dann wie­der rück­läu­fig am Him­mel. Damit beginnt auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Außer­dem wird der Mars nach und nach ein Pla­net für die gesam­te Nacht. Am 1. März geht Mars um 21:50 Uhr auf und erreicht um 3:16 Uhr den Meri­di­an. Bis zum Ende des Monats ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge auf 19:21 Uhr und die Meri­diandurch­gän­ge auf 0:57 Uhr (1:57 Uhr Som­mer­zeit). Die Hel­lig­keit steigt noch­mal stark an von anfangs ‑0,4 auf ‑1,3 mag. Auch sein schein­ba­rer Durch­mes­ser steigt von anfangs 11,6 auf nun­mehr 14,6 Bogen­se­kun­den, so dass im Tele­skop immer mehr Details auf sei­ner voll beleuch­te­ten Pla­ne­ten­ober­flä­che zu erken­nen sind. In der Nacht vom 18. auf den 19. März kön­nen wir den fast vol­len Mond in der Nähe von Mars und Spi­ca beob­ach­ten. Am letz­ten Tag des Monats befin­det sich der Rote Pla­net schließ­lich nur noch 5 Grad nörd­lich von Spica.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter im Stern­bild Zwil­lin­ge kommt am 6. März zum Still­stand und been­det damit sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Anschlie­ßend bewegt er sich wie­der recht­läu­fig durch das Stern­bild. Am 11. März erreicht Jupi­ter mit 23°16′ sei­ne nörd­lichs­te Posi­ti­on bis zum Jahr 2026! Auch sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit geht leicht zurück von anfangs ‑2,4 auf ‑2,2 mag. Sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser schrumpft von anfangs 42,4 auf 38,6 Bogen­se­kun­den. Der Rie­sen­pla­net zieht sich nun lang­sam vom Mor­gen­him­mel zurück und wird nun nach und nach ein Pla­net für die 1. Nacht­hälf­te. Dabei kul­mi­niert er schon zu Beginn der Nacht in unge­fähr 63 Grad Höhe im Süden. Am 1. März erreicht Jupi­ter um 20:12 Uhr sei­nen höchs­ten Punkt. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Meri­diandurch­gän­ge auf 18:18 Uhr (19:18 Uhr Som­mer­zeit). Sein Unter­gang erfolgt zu Monats­be­ginn um 4:33 Uhr und am Monats­en­de schon um 2:38 Uhr (3:39 Uhr Som­mer­zeit). In der Nacht vom 9. auf den 10. März begeg­net der zuneh­men­den Mond Jupi­ter ca. 9 Grad süd­west­lich des Pla­ne­ten. Am Abend des 10. März steht er schließ­lich nur noch 7 Grad in süd­öst­li­cher Rich­tung von Jupi­ter entfernt.

Der Ring­pla­net Saturn wird am 3. des Monats in der Waa­ge sta­tio­när und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Die Hel­lig­keit steigt leicht von anfangs 0,4 auf 0,3 mag. Der schein­ba­re Äqua­tor­durch­mes­ser steigt auf 18,2 und der Durch­mes­ser des Ring­sys­tems auf 41,3 Bogen­se­kun­den. Sei­ne Auf­gän­ge ver­la­gert der Pla­net in die Zeit vor Mit­ter­nacht. Am 1. März erscheint Saturn um 0:20 Uhr und am 31. März bereits um 22:13 Uhr (23:13 Uhr Som­mer­zeit) über der süd­öst­li­chen Hori­zont­li­nie. In der Nacht vom 20. auf den 21. März kann der abneh­men­de Mond nur 2 Grad west­lich von Saturn auf­ge­fun­den werden.

Ura­nus bewegt sich wei­ter recht­läu­fig durch die Fische und ver­schwin­det nun Anfang März end­gül­tig vom Abend­him­mel. Zu Beginn der astro­no­mi­schen Däm­me­rung steht Ura­nus noch 8 Grad über dem Hori­zont, so dass ein licht­star­kes Tele­skop erfor­der­lich ist, um ihn im Hori­zont­dunst auf­zu­spü­ren. Der Abstand zur Son­ne ver­rin­gert sich von anfangs 30 auf nur noch 1 Grad zum Monats­en­de. Am 2. April steht der Pla­net schließ­lich in Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Am 1. März geht der 5,9 mag hel­le Ura­nus um 20:29 Uhr unter. Am letz­ten Abend des Monats ver­schwin­det er bereits, fast zeit­gleich mit der Son­ne, um 18:41 Uhr (19:41 Uhr Sommerzeit).

Nep­tun im Stern­bild Was­ser­mann stand im letz­ten Monat in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und kann sich noch nicht aus den hel­len Strah­len unse­res Zen­tral­ge­stirns befrei­en, obwohl sein west­li­cher Abstand zur Son­ne auf 34 Grad anwächst. So bleibt der bläu­lich erschei­nen­de und 8,0 mag hel­le Pla­net auch in die­sem Monat noch unsichtbar.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to befin­det sich im Stern­bild Schüt­ze und steht noch zu nah bei der Son­ne, so dass er nicht beob­ach­tet wer­den kann.

Helle Kometen und Planetoiden

Die Hel­lig­keit des Kome­ten C/2013 R1 Lovejoy beträgt im März zwi­schen 9 und 10 mag, so dass er visu­ell immer noch ein dank­ba­res ein Objekt für klei­ne bis mitt­le­re Tele­sko­pe ist. Er wan­dert wei­ter in süd­li­che Rich­tung durch das Schlan­ge und Schild und ist vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung beobachtbar.

Der Komet C/2012 X1 (LINEAR) bewegt sich im März wei­ter durch das Stern­bild Adler und kann kurz vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung in aus­rei­chen­der Höhe über dem Ost­ho­ri­zont beob­ach­tet wer­den. Sei­ne Hel­lig­keit bleibt nahe­zu kon­stant und beträgt um 9,0 mag.

Der Komet C/2012 K1 (PANSTARRS) erreicht gegen Ende März eine Hel­lig­keit von vor­aus­sicht­lich 10 mag, so dass PANSTARRS lang­sam ein Objekt für klei­ne­re Tele­sko­pe wird. Er wan­dert im Lau­fe des Monats vom Stern­bild Her­ku­les in die Nörd­li­che Kro­ne und wird immer bes­ser am Mor­gen­him­mel sicht­bar. Danach zieht er eini­ge Wochen lang, immer hel­ler wer­dend, gut posi­tio­niert nahe­zu durch den Zenit. Bis der Komet Anfang Juli, von unse­ren Brei­ten aus gese­hen, ver­schwin­den wird, wird er sei­ne Hel­lig­keit noch bis auf 7 mag steigern.

Der Komet C/2013 V3 (Nev­ski) steht im März gut posi­tio­niert am Abend­him­mel und befin­det sich weni­ger als 5 Grad von Beta Ursae Majo­ris ent­fernt. Aller­dings beträgt sei­ne Hel­lig­keit zwi­schen 12 und 13 mag, so dass der Komet nur in gro­ßen Tele­sko­pen visu­ell beob­ach­tet wer­den kann.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres wird zu Beginn des Monats sta­tio­när und bewegt sich anschlie­ßend immer schnel­ler wer­dend rück­läu­fig durch die Jung­frau. Damit beginnt auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Er steht zusam­men mit dem Aste­ro­iden (4) Ves­ta nahe­zu im sel­ben Him­mels­ab­schnitt. Ihr gegen­sei­ti­ger Abstand beträgt zum Monats­en­de nur noch 2,5 Grad. Ceres ist ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und geht am 1. März um 3:46 Uhr durch den Meri­di­an. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich die Meri­diandurch­gän­ge auf 1:37 Uhr (2:37 Uhr Som­mer­zeit). Die Hel­lig­keit steigt von anfangs 7,8 auf 7,1 mag, so dass der Zwerg­pla­net schon in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen beob­ach­tet wer­den kann.

(2) Pal­las stand im letz­ten Monat in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und wech­selt am 4. März vom Stern­bild Sex­tant in die Was­ser­schlan­ge. Der Aste­ro­id bewegt sich rasch in Rich­tung Nor­den und wird am 24. März wie­der rück­läu­fig. Zu Beginn des Monats beträgt die Hel­lig­keit noch 7,0 mag und Ende des Monats bereits 7,6 mag, so dass der Him­mels­kör­per immer noch in Fern­glä­ser und klei­nen Tele­sko­pe leicht beob­ach­tet wer­den kann. Die Meri­diandurch­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 23:09 Uhr auf 21:05 Uhr (22:05 Uhr Som­mer­zeit). Am Abend des 15. März steht Pal­las nur eine hal­be Voll­mond­brei­te nörd­lich des Sterns SAO 136993 (7,0 mag).

Aste­ro­id Nr. 4 Ves­ta steht zusam­men mit dem Zwerg­pla­ne­ten (1) Ceres in der Jung­frau und nähert sich lang­sam ihrer Oppo­si­ti­on im April. Am 5. des Monats wird sie sta­tio­när und wan­dert anschlie­ßend wie­der rück­läu­fig durch das Stern­bild. Ihre Hel­lig­keit steigt von anfangs 6,6 mag auf 5,9 mag, so dass sie ein leich­tes Objekt für jedes Fern­glas ist. Unter einem sehr dunk­len Him­mel kann man Ende März sogar ver­su­chen, sie mit blo­ßem Auge zu ent­de­cken. Am 1. März geht Ves­ta um 3:36 Uhr durch den Meri­di­an. Am 31. März steht der Aste­ro­id bereits um 1:28 Uhr (2:28 Uhr Som­mer­zeit) im Süden. Am 25. März zieht Ves­ta nur 0,7 Grad ent­fernt am Stern Epsi­lon Vir­gi­nis (4,2 mag) vor­bei, der sehr gut als Auf­such­hil­fe die­nen kann. Am 30. März steht der Klein­pla­net nur 27 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich vom gleich hel­len Stern 92 Vir (5,9 mag).

(7) Iris, von Stern­bild Fische kom­mend, über­schrei­tet am 17. März die Gren­ze zum Stern­bild Wid­der. Zu Beginn des Monats geht der Aste­ro­id um 21:34 Uhr unter. Ende des Monats ver­schwin­det der Him­mels­kör­per bereits um 21:21 Uhr (22:21 Uhr Som­mer­zeit) unter der west­li­chen Hori­zont­li­nie. Die Hel­lig­keit von Iris beträgt im gesam­ten Monat März kon­stan­te 9,8 mag.

Meteorströme

Im gesam­ten Monat März sind die Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on am bes­ten zu beob­ach­ten, die ihren aus­ge­dehn­ten Aus­strah­lungs­punkt in den Stern­bil­dern Löwe und Jung­frau haben. Zu die­ser so genann­ten Ant­he­lionquel­le wer­den nach neue­ren Meteor­lis­ten auch die Vir­gi­ni­den gezählt. Im Mit­tel sind hier nicht mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de zu erwar­ten, die mit einer Geschwin­dig­keit von 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re eindringen.

Seit neus­tem sind die Eta-Vir­gi­ni­den, als ein eige­ner Teil­strom der Ant­he­lionquel­le, iden­ti­fi­ziert, die ihr schwa­ches Maxi­mum am 18. März errei­chen. Der Radi­ant liegt unge­fähr an der Posi­ti­on RA: 184° und Dec: +4°. Als Ursprungs­kör­per gilt der Komet D/1766 G1 (Hel­fenz­rie­der).

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel am 15. März 2014 um 22:00 MEZ

Der Stern­him­mel am 15. März 2014 um 22:00 MEZ

Im Nor­den

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat der Gro­ße Bär schon fast den Zenit erreicht und befin­det sich im Nord­os­ten hoch über unse­ren Köp­fen. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, haben wir auch den Polar­stern gefun­den, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun auf 3 Uhr Posi­ti­on befin­det. Unter­halb davon steht der Dra­che, der sich um den Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären her­um­schlän­gelt und sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont schon längst über­schrit­ten hat. Er wird bis zum Mor­gen­grau­en lang­sam wie­der empor­stei­gen. Unter­halb des Polar­sterns fällt noch die Rau­te des Stern­bilds Kepheus auf. Es steht nahe­zu in sei­ner tiefs­ten Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont, auch unte­re Kul­mi­na­ti­on genannt. Direkt west­lich davon schließt sich die Kas­sio­peia an, die die Form des Buch­sta­ben „W“ besitzt und des­halb auch als „Himmels‑W“ bezeich­net wird.
Bei sehr guter Hori­zont­sicht über dem Nord­punkt des Hori­zonts kann man noch Deneb im Schwan erken­nen, der gera­de sei­ne unte­re Kul­mi­na­ti­on über­schrit­ten hat. Wei­ter öst­lich davon ent­de­cken wir auch die hel­le Wega im Stern­bild der Lei­er. Auf der ande­ren Sei­te des Nord­punk­tes steht das unschein­ba­re Stern­bild Eidech­se und noch wei­ter west­lich die Andro­me­da. Dar­über befin­det sich der Per­seus. Noch wei­ter in Rich­tung Zenit ent­de­cken wir das unschein­ba­re Stern­bild der Giraf­fe, das aller­dings nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird von einem hel­len, oran­ge­far­be­nen Stern domi­niert. Hier­bei han­delt es sich um Ark­tur, der Haupt­stern des Stern­bilds Bären­hü­ter, der jetzt genau den Ost­punkt die­ses Him­mels­ab­schnitts mar­kiert und noch recht tief über dem Hori­zont steht. Direkt über dem Bären­hü­ter, in gro­ßer Höhe, fällt das Stern­bild Gro­ßer Bär auf. Sei­ne Kas­ten­ster­ne haben nun schon fast den Zenit erreicht. Zwi­schen Bären­hü­ter und Gro­ßer Bär, in hal­ber Höhe über dem Hori­zont, befin­den sich die unschein­ba­ren Stern­bil­der der Jagd­hun­de sowie das Haar der Bere­ni­ke, mit dem aus­ge­dehn­ten Coma-Stern­hau­fen (Melot­te 111), der aber nur unter dunk­lem Him­mel und ohne stö­ren­des Mond­licht zu erken­nen ist.
Bei guter Hori­zont­sicht, nied­rig im Nord­os­ten, kön­nen wir das Stern­bild Her­ku­les und den Ster­nen­halb­kreis der nörd­li­chen Kro­ne erken­nen. Auf der ande­ren Sei­te des Ost­punk­tes, im Süd­os­ten, sind auch schon die rei­chen Gala­xien­fel­der im Stern­bild Jung­frau auf­ge­gan­gen. Der weiß erschei­nen­de Haupt­stern der Jung­frau Spi­ca befin­det sich aber noch sehr tief über dem Süd­ost­ho­ri­zont. Direkt öst­lich von Spi­ca ent­de­cken wir auch den röt­lich leuch­ten­den Pla­ne­ten Mars, der das hells­te Objekt in die­sem Him­mels­ab­schnitt mar­kiert. Ober­halb der Jung­frau strebt der mäch­ti­ge Löwe schon sei­ner höchs­ten Stel­lung entgegen.

Im Süden

In mitt­le­rer Höhe über dem Süd­ho­ri­zont hat soeben das unschein­ba­re Stern­bild Krebs den Meri­di­an über­schrit­ten. Hier kann man in einer dunk­len und mond­schein­lo­sen Nacht den offe­nen Stern­hau­fen Mes­sier 44, der auch als Pra­e­se­pe bzw. Krip­pe bekannt ist, als mat­ten Licht­fleck erken­nen. Wei­ter in Rich­tung Wes­ten befin­den sich die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux und der Pla­net Jupi­ter. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Meri­di­ans steht der Löwe, der in der nächs­ten Stun­de sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden errei­chen wird. Wei­ter in Rich­tung Zenit sind die unschein­ba­ren Stern­bil­der Klei­ner Löwe und die Ster­nen­ket­te des Luchs kaum auffällig.
Direkt unter­halb des Kreb­ses fin­den wir den Kopf und ein Teil des Rump­fes der Was­ser­schlan­ge, die sich zum Süd­ost­ho­ri­zont hin­ab schlän­gelt. Dort befin­den sich auch die bei­den deut­lich klei­ne­ren Stern­bil­der Rabe und Becher. Auf der ande­ren Sei­te des Meri­di­ans steht in glei­cher Höhe noch Siri­us im Stern­bild Gro­ßer Hund, der der hells­te Stern an unse­rem Him­mel ist. Dar­über soll­ten auf­merk­sa­me Beob­ach­ter das unschein­ba­re Stern­bild Ein­horn erken­nen kön­nen. Noch wei­ter höher befin­det sich noch der hel­le Stern Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund.

Im Wes­ten

In west­li­cher Rich­tung haben sich nun fast alle Stern­bil­der des Win­ter­him­mels ver­sam­melt. Des­halb wird die­ser Abschnitt des Him­mels von einer Viel­zahl hel­ler Stern geprägt, die im wei­te­ren Ver­lauf der Nacht aber alle unter­ge­hen wer­den. Die hel­len Ster­ne bil­den auch das so genann­te Win­ter­sechs­eck, das durch die Ster­ne Alde­ba­ran im Stier, Rigel im Ori­on, Siri­us im Gro­ßen Hund, Pro­kyon im Klei­nen Hund sowie Pol­lux in den Zwil­lin­gen mar­kiert wird.
Das Stern­bild Stier, mit den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den, befin­det sich nun in gerin­ger Höhe über dem west­li­chen Hori­zont. Links neben dem Stier sinkt nun auch der Him­mels­jä­ger Ori­on lang­sam immer tie­fer zum Hori­zont her­ab. Ober­halb des Him­mels­jä­gers ste­hen die Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. In die­sem Stern­bild steht auch der Jupi­ter, der das hells­te und auf­fäl­ligs­te Objekt in die­sem Him­mels­ab­schnitt ist. Ober­halb des Stiers ent­de­cken wir noch den Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la und noch wei­ter höher die unschein­ba­ren Stern­bil­der Luchs und Giraf­fe, die aller­dings nur aus sehr schwa­chen Ster­nen bestehen. Im Nord­wes­ten sinkt nun auch das Stern­bild Per­seus immer wei­ter Rich­tung Hori­zont her­ab. Mit Andro­me­da, Drei­eck und Wid­der, tief im Nord­wes­ten, ver­schwin­den nun auch die letz­ten Boten des Herbsthimmels.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

Ein Kommentar:

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