Der Sternhimmel im Monat April 2014

 Der Lauf des Mondes

Anfang April steht die schma­le zuneh­men­de Mond­si­chel über dem west­li­chen Hori­zont am Abend­him­mel. Am 3. April kann sie zwi­schen den offe­nen Stern­hau­fen Ple­ja­den und Hya­den im Stern­bild Stier, im so genann­ten „Gol­de­nen Tor der Eklip­tik“, auf­ge­fun­den wer­den. Der Mond wan­dert wei­ter am Abend­him­mel und befin­det sich am 6. des Monats in der Nähe von Jupi­ter im Stern­bild Zwil­lin­ge. Bis Mit­ter­nacht nähert sich der Mond bis auf 5 Grad süd­lich den Rie­sen­pla­ne­ten an. Am Vor­mit­tag des 7. April ist zuneh­men­der Halb­mond (ers­tes Vier­tel). Nach­dem unser Erd­tra­bant das Stern­bild Krebs hin­ter sich gelas­sen hat, pas­siert er in der Nacht vom 10. auf den 11. April den Stern Regu­lus im Stern­bild des Löwen. Am 14. des Monats kön­nen wir unse­ren stil­len Beglei­ter in der Jung­frau, zwi­schen dem Haupt­stern Spi­ca und unse­ren roten Nach­barn Mars, am Abend­him­mel beob­ach­ten. Am 15. April ist dann auch die Voll­mond­pha­se erreicht. Im Pazi­fik­raum, in Aus­tra­li­en sowie in Nord- und Süd­ame­ri­ka kann um 9:07 Uhr bis 10:25 Uhr MESZ eine tota­le Mond­fins­ter­nis beob­ach­tet wer­den.
Nach der Voll­mond­nacht befin­det sich unser Mond im Stern­bild Waa­ge und am 17. April bereits in der Nähe von Saturn am Mor­gen­him­mel. An den Fol­ge­aben­den bewegt sich der abneh­men­de Mond durch die Stern­bil­der Schlan­gen­trä­ger und Schüt­ze und wird mehr und mehr ein Objekt für die 2. Nacht­hälf­te. Am 22. April ist abneh­men­der Halb­mond (letz­tes Vier­tel). In der Mor­gen­däm­me­rung des 26. April steht unser Erd­tra­bant in der Nähe von Venus in den Fischen. Nur einen Mor­gen spä­ter sehen wir ihn dann zum letz­ten Mal als abneh­men­de Mond­si­chel, bis am 29. April schließ­lich die Neu­mond­pha­se erreicht ist. An die­sem Tag kann in Aus­tra­li­en sowie im Indi­schen Oze­an eine par­ti­el­le Son­nen­fins­ter­nis beob­ach­tet wer­den. Am letz­ten Abend des Monats taucht die zuneh­men­de Mond­si­chel wie­der in der Däm­me­rung auf und steht dann dicht über dem west­li­chen Hori­zont.

Die Planeten

Mer­kur steht am 26. April in obe­rer Kon­junk­ti­on zur Son­ne und hält sich mit unse­rem Zen­tral­ge­stirn am Tag­him­mel auf. Dem­zu­fol­ge ist der flin­ke Pla­net den gan­zen Monat über unbe­ob­acht­bar. Am Tag der Kon­junk­ti­on befin­det sich der inners­te Pla­net des Son­nen­sys­tems 1,33 AE bzw. 199 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Danach ent­fernt er sich lang­sam wie­der in öst­li­cher Rich­tung von der Son­ne.

Venus ist nach wie vor Mor­gen­stern und tritt am 4. April vom Stern­bild Stein­bock kom­mend in den Was­ser­mann über. Die Hel­lig­keit geht leicht zurück von anfangs ‑4,4 auf ‑4,1 mag. Im Fern­rohr erkennt man, dass das Venus­scheib­chen immer klei­ner und rund­li­cher wird. Anfang April beträgt ihr Beleuch­tungs­grad 54% und ihr schein­ba­rer Durch­mes­ser 22 Bogen­se­kun­den. Ende des Monats beträgt ihr Beleuch­tungs­grad bereits 67% und ihr Durch­mes­ser 17 Bogen­se­kun­den. Am 1. April geht Venus um 5:15 Uhr auf. Bis zum 30. April ver­frü­hen sich ihre Auf­gän­ge auf 4:31 Uhr Som­mer­zeit. Ihre Sicht­bar­keits­be­din­gun­gen ver­schlech­tern sich ein wenig, weil auch die Son­ne immer frü­her auf­geht. So blei­ben am Ende des Monats nur noch gut eine Stun­de, um Venus über dem öst­li­chen Hori­zont zu beob­ach­ten. Am 12. des Monats pas­siert die Venus den Pla­ne­ten Nep­tun nur 40 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich. Auf­grund der Licht­schwä­che Nep­tuns, bleibt die­se Begeg­nung mit dem äuße­ren Pla­ne­ten des Son­nen­sys­tems unse­ren Bli­cken ver­bor­gen. Am 26. April zieht der abneh­men­de Mond am Mor­gen­stern vor­bei.

Unser roter Nach­bar Mars bewegt sich wei­ter rück­läu­fig durch die Jung­frau und kommt am 8. April 2014 wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Dem­zu­fol­ge ist der Rote Pla­net die gan­ze Nacht über zu beob­ach­ten. Nur 6 Tage spä­ter steht er mit 0,618 AE bzw. 92,6 Mil­lio­nen Kilo­me­tern auch in Erdnähe.Die Oppo­si­ti­on ist die bes­te Zeit, die ste­tig schrump­fen­de Nord­pol­kap­pe, sei­ne inter­es­san­ten Albe­do­struk­tu­ren auf der Pla­ne­ten­ober­flä­che und diver­se Details in der Atmo­sphä­re zu beob­ach­ten. Zur Beob­ach­tung der Ober­flä­chen­de­tails eig­net sich am bes­ten ein Rot­fil­ter. Ein Blau­fil­ter emp­fiehlt sich, um atmo­sphä­ri­sche Details wie Wol­ken und Staub­stür­me sicht­bar zu machen. Die Oppo­si­ti­on im April 2014 ist übri­gens etwas güns­ti­ger als die letz­te, die vor zwei Jah­ren im März 2012 statt­fand. Sei­ne Hel­lig­keit beträgt ‑1,5 mag und sein schein­ba­rer Durch­mes­ser 15,2 Bogen­se­kun­den. So groß erschien der rote Pla­net bei sei­ner Oppo­si­ti­on im Dezem­ber 2007. Zu Beginn des Monats geht Mars um 20:15 Uhr auf und erreicht um 1:52 Uhr sei­ne höchs­te Stel­lung, mit gut 34 Grad, über dem Süd­ho­ri­zont. Bis Ende April ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge auf 17:27 Uhr und sei­ne Meri­diandurch­gän­ge auf 23:14 Uhr Som­mer­zeit. Die Mar­shel­lig­keit geht leicht zurück und beträgt zum Monats­en­de ‑1,2 mag. Am 14./15. April steht noch der Mond in der Nähe von Mars und dem Haupt­stern Spi­ca in der Jung­frau.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter bewegt sich immer schnel­ler wer­dend recht­läu­fig durch die Zwil­lin­ge und zieht sich lang­sam aber sicher aus der zwei­ten Nacht­hälf­te zurück. Er nähert sich dabei dem Stern Del­ta Gemi­no­rum in den Zwil­lin­gen. Sein öst­li­cher Win­kel­ab­stand zur Son­ne ver­rin­gert sich von anfangs 90 auf 64 Grad. Die Hel­lig­keit geht wei­ter zurück und sinkt von anfangs ‑2,2 auf ‑2,0 mag. Auch sein schein­ba­rer Durch­mes­ser ver­rin­gert sich und beträgt Ende April 35 Bogen­se­kun­den. Sei­ne Unter­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 3:35 Uhr auf 1:53 Uhr Som­mer­zeit. Das hat zur Fol­ge, dass wir Jupi­ter zum Monats­en­de hin – auch durch die spä­ter ein­set­zen­de Däm­me­rung – nur noch 3 Stun­den am Him­mel beob­ach­ten kön­nen. Am 6. April zieht der zuneh­men­de Mond nur 6 Grad süd­lich an Jupi­ter vor­bei.

Saturn bewegt sich immer schnel­ler wer­dend rück­läu­fig durch die Waa­ge und ist schon die gan­ze Nacht über sicht­bar. Am 10. Mai kommt der Ring­pla­net schließ­lich in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Sei­ne Hel­lig­keit steigt von anfangs 0,3 auf 0,1 mag. Auch sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser steigt auf 19 und der Ring­durch­mes­ser auf gut 42 Bogen­se­kun­den. Am 1. April geht Saturn um 23:09 Uhr Som­mer­zeit auf. Am 30. erscheint der Ring­pla­net bereits 2 Stun­den frü­her über der öst­li­chen Hori­zont­li­nie. In der Nacht vom 16. auf den 17. April zieht der fast vol­le Mond an Saturn vor­bei. Der gerings­te Abstand wird gegen Mor­gen mit knapp 2 Grad Abstand erreicht.

Ura­nus kommt am 2. April in den Fischen in Kon­junk­ti­on zur Son­ne und ist nicht beob­acht­bar. An die­sem Tag steht der grün­li­che Pla­net 21,03 AE bzw. 3146 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sy­tems Nep­tun bewegt sich recht­läu­fig durch den Was­ser­mann und ver­grö­ßert sei­nen west­li­chen Win­kel­ab­stand zur Son­ne. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Mor­gen­him­mel, bleibt der 8 mag hel­le Pla­net im April iom­mer noch unbe­ob­acht­bar.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to wird Mit­te April im Schüt­zen sta­tio­när und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Er steht in den frü­hen Mor­gen­stun­den knapp 18 Grad über dem süd­li­chen Hori­zont. Aber erst am 4. Juli kommt der Zwerg­pla­net wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne.

Helle Kometen und Planetoiden

Die Hel­lig­keit des Kome­ten C/2012 K1 (PANSTARRS) soll Anfang April 10 mag über­schrei­ten, so dass er ein Objekt für klei­ne bis mitt­le­re Tele­sko­pe wird. Er steht Anfang April im Stern­bild Nörd­li­che Kro­ne und bewegt sich dann durch den nörd­li­chen Teil des Stern­bilds Bären­hü­ter nahe­zu durch den Zenit. Bis zum Ende des Monats stei­gert er sei­ne Hel­lig­keit auf gut 9 mag. Am 29. April zieht er nur weni­ge Bogen­mi­nu­ten süd­lich am äuße­ren Deich­sels­tern des Gro­ßen Bären Eta Ursae Majo­ris vor­bei.

Der Komet C/2013 R1 (Love­joy) been­det lang­sam aber sicher sei­ne Sicht­bar­keit am Mor­gen­him­mel. Zu Beginn des Monats steht der Schweif­stern vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung rund 15 Grad hoch über dem Ost­ho­ri­zont im Stern­bild Schild. Ab der zwei­ten April­wo­che kann er dann wie­der im Kopf der Schlan­ge auf­ge­fun­den wer­den. Die Hel­lig­keit geht zurück von anfangs 9,5 auf 10,5 mag.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres kommt am 15. April in der Jung­frau in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 7,0 mag. Das ist hell genug, um den Zwerg­pla­ne­ten in einem klei­nen Fern­glas auf­zu­spü­ren. Knapp 2 ½ Grad ent­fernt steht auch die deut­lich hel­le­re (4) Ves­ta. Zu Beginn des Monats geht die 7,1 mag hel­le Ceres um 20:12 Uhr auf und steht um 2:33 Uhr Uhr in ihrer höchs­ten Stel­lung im Süden. Ende des Monats erscheint der nun wie­der 7,2 mag hel­le Zwerg­pla­net bereits um 17:48 Uhr über der öst­li­chen Hori­zont­li­nie und steht dann um 0:05 Uhr Som­mer­zeit im Meri­di­an. Am 3. April zieht Ceres nur 1,3 Grad nörd­lich am 4,2 mag hel­len Stern Tau Vir­gi­nis vor­bei.

Der Pla­ne­to­id (2) Pal­las wech­selt am 9. April vom Stern­bild Was­ser­schlan­ge kom­mend in den Löwen. Am 1. April geht der 7,6 mag hel­le Him­mels­kör­per um 22:02 Uhr durch den Meri­di­an und am 30. April bereits um 20:24 Uhr Som­mer­zeit. Sei­ne Hel­lig­keit sinkt auf 8,4 mag. Am Mor­gen des 10. April steht Pal­las nur ein hal­bes Grad vom 5,0 mag hel­len Stern 10 Leo­nis ent­fernt.

(4) Ves­ta hält sich wie der Zwerg­pla­net (1) Ceres in der Jung­frau auf und kommt am 13. April in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Ves­ta erreicht dabei eine Hel­lig­keit von 5,8 mag und ist unter einem dunk­len Land­him­mel theo­re­tisch schon mit blo­ßem Auge sicht­bar. Dies ist auch die größ­te Oppo­si­ti­ons­hel­lig­keit von Ves­ta seit Mai 2007! Am 1. April geht der 5,9 mag hel­le Aste­ro­id um 20:08 Uhr auf und erreicht um 2:24 Uhr den Meri­di­an. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich die Auf­gän­ge auf 17:37 Uhr und die Meri­dandurch­gän­ge auf 23:59 Uhr Som­mer­zeit. Am Mor­gen des 25. April begeg­net die 5,8 mag hel­le Ves­ta den 4,9 mag hel­len Stern 78 Vir­gi­nis. Ihr gegen­sei­ti­ger Abstand beträgt dabei nur 1 Bogen­mi­nu­te, was schon mit blo­ßem Auge, spä­tes­tens aber in jedem Opern­glas erkannt wer­den kann.

Aste­ro­id Nr. 43 Ari­ad­ne hält sich im Stern­bild Jung­frau auf und wird Mit­te April wie­der hel­ler als 10 mag. Am 18. April kommt der Aste­ro­id in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,9 mag. Am 1. April geht Ari­ad­ne um 21:52 Uhr auf und steht um 2:22 Uhr im Süden. Bis zum 30. April, nun wie­der schwä­cher als 10 mag, geht der Pla­ne­to­id bereits um 19:13 Uhr auf und erreicht um 23:57 Uhr Som­mer­zeit den Meri­di­an.

Meteorströme

Vom 16. bis 25. April tau­chen die Lyri­den auf, deren Aus­strah­lungs­punkt sich rund 7 Grad süd­west­lich von Wega im Stern­bild Lei­er befin­det. Mit 49 km/s han­delt es sich um mit­tel­schnel­le Meteo­re, mit einem nicht sehr aus­ge­präg­ten Maxi­mum in der Nacht vom 22. auf den 23. April. Die bes­te Beob­ach­tungs­zeit liegt in den Stun­den zwi­schen 22 Uhr und 4 Uhr mor­gens. Zum Maxi­mums­zeit­punkt sind im Schnitt etwa 10 bis 20 Stern­schnup­pen zu erwar­ten – dar­un­ter auch eini­ge hel­le Exem­pla­re. Lei­der stört auch in die­sem Jahr der abneh­men­de Mond mit sei­nem Licht ab ca. 3 Uhr mor­gens, so dass hier deut­lich weni­ger Stern­schnup­pen zu erwar­ten sind. Das eigent­li­che Maxi­mum wird aber gegen 23 Uhr am 22. April ein­tre­ten, wenn der Radi­ant der Lyri­den noch tief über dem öst­li­chen Hori­zont steht. Die Lyri­den sind immer wie­der für Über­ra­schun­gen gut: Im Jahr 1982 wur­den zum Bei­spiel 90 Meteo­re pro Stun­de beob­ach­tet. Ein wei­te­rer Aus­bruch fand im Jahr 1922 statt, als 100 Meteo­re pro Stun­de regis­triert wur­den. Als Ursprungs­kör­per des Mete­or­stroms gilt der lang­pe­ri­odi­sche Komet C/1961 G1 That­cher, der eine Umlauf­zeit von 415 Jah­ren besitzt.

Die spo­ra­di­schen Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on, auch Ant­he­lionquel­le genannt, sind eben­falls im gesam­ten Monat April zu beob­ach­ten. Die Radi­an­ten­po­si­ti­on bewegt sich dabei vom Stern­bild Jung­frau in die Waa­ge. Durch die süd­li­che Dekli­na­ti­on des Radi­an­ten sind im Schnitt nicht mehr als 1 bis 2 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten von 30 km/s besit­zen.

Im letz­ten Aprild­rit­tel tau­chen auch schon die ers­ten Eta-Aquari­den auf, die Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten von 66 Kilo­me­tern pro Sekun­de besit­zen. Auf­grund der nied­ri­gen Radi­an­ten­stel­lung über dem Hori­zont, erzeu­gen die Eta-Aquari­den lan­ge Spu­ren am Nacht­him­mel.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel am 15. April 2014 um 23:00 MESZ

Der Stern­him­mel am 15. April 2014 um 23:00 MESZ

Im Nor­den

Bli­cken wir zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit senk­recht nach oben in Rich­tung Zenit, ent­de­cken wir das Stern­bild des Gro­ßen Bären mit der ein­präg­sa­men Figur des Gro­ßen Wagens. Das bekann­tes­te aller Stern­bil­der der Nord­halb­ku­gel hat nun sei­ne höchs­te Stel­lung hoch über unse­ren Köp­fen ein­ge­nom­men. Um den Polar­stern auf­zu­fin­den – und damit die Nord­rich­tung zu bestim­men – ver­län­gern wir die bei­den hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che. Der Polar­stern ist Teil des Stern­bilds Klei­ner Bär, des­sen Kas­ten­ster­ne in der nächs­ten Stun­de ihre höchs­te Stel­lung im Nor­den ein­neh­men wer­den. Wei­ter öst­lich schlän­gelt sich das Stern­bild Dra­che um den Klei­nen Wagen her­um. Wei­ter west­lich vom Klei­nen Bären kön­nen auf­merk­sa­me Beob­ach­ter noch die schwa­chen Ster­ne der unschein­ba­ren Stern­bil­der Giraf­fe und Luchs aus­ma­chen.
Unter­halb des Polar­sterns hat soeben der Kepheus sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont über­schrit­ten. West­lich vom Kepheus ent­de­cken wir noch die Kas­sio­peia, das „Himmels‑W“, im Nord­wes­ten den Per­seus und etwas ober­halb davon den hel­len Stern Capel­la im Stern­bild Fuhr­man. Im Nord­os­ten stei­gen die Som­mer­stern­bil­der Schwan und Lei­er, mit den hel­len Haupt­ster­nen Deneb und Wega, lang­sam wie­der höher.

Im Osten

In mitt­le­rer Höhe im Osten steht das Stern­bild Bären­hü­ter, des­sen röt­li­cher Haupt­stern Ark­tur der auf­fäl­ligs­te Stern in die­sem Him­mels­ab­schnitt ist. Vom Bären­hü­ter aus gese­hen steht ober­halb die­ses Stern­bilds die Figur des Gro­ßen Wagens, des­sen Deich­sel genau in Rich­tung Ost­punkt zeigt. Die Kas­ten­ster­ne befin­den sich hoch oben im Zenit. Rechts von der Deich­sel ste­hen die Jagd­hun­de und noch wei­ter im Süd­os­ten das Haar der Bere­ni­ke. In die­sem Stern­bild, das nur aus schwa­chen Ster­nen besteht, kann man in einer kla­ren mond­lo­sen Nacht den Offe­nen Stern­hau­fen Melot­te 111 erken­nen.
Unter­halb des Bären­hü­ters befin­den sich das Halb­rund des Stern­bilds Nörd­li­che Kro­ne, der unschein­ba­re Her­ku­les sowie der Kopf der Schlan­ge, die vom mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­ger getra­gen wird. Die Ster­ne des Schlan­gen­trä­gers befin­den sich aber noch zum größ­ten Teil unter dem Ost­ho­ri­zont. Ein wei­te­rer Stern, dicht über dem Nord­ost­ho­ri­zont, zieht unse­re Bli­cke auf sich. Hier­bei han­delt es sich um den hel­len und weiß leuch­ten­den Haupt­stern Wega im Stern­bild der Lei­er. Noch wei­ter höher steht der rau­ten­för­mi­ge Kopf des Stern­bilds Dra­che. Auf der ande­ren Sei­te des Ost­punk­tes ent­de­cken wir noch in Hori­zont­nä­he den Ring­pla­ne­ten Saturn, der sich zur­zeit im unschein­ba­ren Stern­bild der Waa­ge auf­hält.

Im Süden

Die Früh­lings­stern­bil­der haben nun end­lich den gesam­ten Süd­him­mel über­nom­men. Als ers­tes fällt noch in gerin­ger Höhe über dem Süd­ost­ho­ri­zont der hel­le und weiß­lich leuch­ten­de Stern Spi­ca im Stern­bild Jung­frau auf. In die­sem Stern­bild gibt auch unser roter Nach­bar­pla­net Mars sein Stell­dich­ein. Er befin­det sich eini­ge Grad nord­west­lich von Spi­ca und wird kurz nach Mit­ter­nacht den Meri­di­an über­schrei­ten. Das auf­fäl­ligs­te Stern­bild in die­sem Him­mel­ab­schnitt ist aber der mäch­ti­ge Löwe, der soeben sei­nen höchs­ten Punkt im Süden ein­ge­nom­men hat. Ober­halb die­ses Stern­bil­des steht der unschein­ba­re Klei­ne Löwe. In mitt­le­rer Höhe im Süd­wes­ten, und rechts vom Löwen gele­gen, sind die schwa­chen Ster­ne des Kreb­ses nur unter einem wirk­lich dunk­len Him­mel aus­zu­ma­chen. Ober­halb der Jung­frau und öst­lich vom Löwen befin­den sich das unschein­ba­re Stern­bild Haar der Bere­ni­ke und noch wei­ter höher die unschein­ba­ren Jagd­hun­de.
Bli­cken wir in Rich­tung Süd­ho­ri­zont, direkt unter­halb der Stern­bil­der Jung­frau und Löwe, erken­nen wir den Becher und west­lich davon das Stern­bild des Raben. Das eher unschein­ba­re aber sehr aus­ge­dehn­te Stern­bild der Was­ser­schlan­ge schlän­gelt sich vom Süd­wes­ten aus­ge­hend in Rich­tung Süd­ost­ho­ri­zont her­ab.

Im Wes­ten

Im Wes­ten ste­hen noch eini­ge hel­le Ster­ne und Stern­bil­der des Win­ter­him­mels über dem Hori­zont. Zu den auf­fäl­ligs­ten Stern­bil­dern gehö­ren die Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Cas­tor und Pol­lux, die in der nächs­ten Stun­de den West­ho­ri­zont errei­chen wer­den. Inmit­ten der bei­den Stern­ket­ten der Zwil­lin­ge befin­det sich auch das auf­fäl­ligs­te Objekt in die­sem Him­mels­ab­schnitt. Hier­bei han­delt es sich um den Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter, der nun genau in mitt­le­rer Höhe im Wes­ten steht. Rechts von den Zwil­lin­gen gele­gen berei­tet sich auch der Fuhr­mann, mit der hel­len und gelb­lich leuch­ten­den Capel­la, zum Unter­gang vor. Auf der ande­ren Sei­te des West­punk­tes erkennt man noch Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund. Bei opti­ma­ler Hori­zont­sicht fällt auch Betei­geu­ze, der lin­ke Schul­ter­stern des Ori­on, sowie Alde­ba­ran im Stier auf. Im Nord­wes­ten sinkt nun end­lich auch der Per­seus lang­sam zum Hori­zont her­ab.
In mitt­le­rer Höhe im Süd­wes­ten erken­nen wir in einer mond­schein­lo­sen Nacht den Stern­hau­fen der Pra­e­se­pe, auch Krip­pe genannt, im unschein­ba­ren Stern­bild Krebs. Ober­halb vom Krebs befin­det sich der Kopf des mäch­ti­gen Löwen. In Zenit­nä­he kön­nen wir auch das Stern­bild Gro­ßer Bär ent­de­cken. Zwi­schen Zwil­lin­ge, Fuhr­mann und Gro­ßer Bär befin­det sich noch die Ster­nen­ket­te des nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­den Stern­bilds Luchs.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://blog.aschnabel.bplaced.net/2014/04/der-sternhimmel-im-monat-april-2014/

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.