Der Sternhimmel im Monat Mai 2014

Der Lauf des Mondes

In der Abend­däm­me­rung des 1. Mai befin­det sich die zuneh­men­de Mond­si­chel in der Nähe von Alde­ba­ran im Stern­bild Stier. An den bei­den Fol­ge­aben­den wan­dert der Mond wei­ter durch die Stern­bil­der Stier und Zwil­lin­ge und steht am 4. des Monats in der Nähe des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter. Am 7. Mai kön­nen wir den Halb­mond nur 7,5 Grad süd­lich vom Haupt­stern Regu­lus im Löwen auf­spü­ren. Am 10. Mai hat unser stil­ler Beglei­ter bereits die Jung­frau erreicht und befin­det sich nahe unse­res roten Nach­barn Mars. Am Fol­ge­abend steht er dann genau zwi­schen Mars und Spi­ka, dem Haupt­stern des Stern­bilds Jung­frau. Am 12. Mai kön­nen wir ihn dann etwas mehr als 4 Grad öst­lich von Spi­ka auf­fin­den. Nur einen Abend spä­ter befin­det sich der fast vol­le Mond knapp 8 Grad west­lich von Saturn und am 13. des Monats nur 6 Grad öst­lich des Pla­ne­ten im Stern­bild Waa­ge. Am 14. Mai ist dann schließ­lich die Voll­mond­pha­se erreicht.
Nach der Voll­mond­nacht wan­dert unser Erd­tra­bant wei­ter durch die Stern­bil­der Schlan­gen­trä­ger und Skor­pi­on und wird mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 21. des Monats steht der abneh­men­de Halb­mond im Stein­bock. Nach­dem der Mond an den Fol­ge­ta­gen durch unschein­ba­re Him­mels­re­gio­nen gewan­dert ist, kön­nen wir die schma­le Mond­si­chel am 26. Mai zum letz­ten Mal am Mor­gen­him­mel und in der Nähe von Venus in der Däm­me­rung auf­spü­ren. Am 28. Mai ist schließ­lich Neu­mond. Zwei Tage spä­ter, am 30. Mai, steht die schma­le zuneh­men­de Mond­si­chel wie­der tief im Wes­ten am Abend­him­mel. Am letz­ten Abend des Monats befin­det sich unser Erd­tra­bant aber­mals in der Nähe von Jupi­ter in Rich­tung Wes­ten im Stern­bild der Zwil­lin­ge.

Die Planeten

Mer­kur stand im 26. April in obe­rer Kon­junk­ti­on und gewinnt nun immer mehr öst­li­chen Win­kel­ab­stand zur Son­ne. In der Nacht vom 2. auf den 3. Mai läuft er durch das Peri­hel sei­ner Bahn. Am 25. Mai steht er schließ­lich mit 22°41′ in sei­ner größ­ten öst­li­chen Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Auf­grund der stei­len Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel und sei­ner nörd­li­chen Posi­ti­on, ist es auch gleich­zei­tig sei­ne bes­te Abend­sicht­bar­keit in die­sem Jahr. Am 7. des Monats kann man gegen 21:20 Uhr Som­mer­zeit ver­su­chen, den flin­ken und ‑1,1 mag hel­len Pla­ne­ten knapp über dem nord­west­li­chen Hori­zont mit Hil­fe eines Fern­gla­ses auf­zu­spü­ren. Nur 25 Minu­ten spä­ter ver­schwin­det er im zuneh­men­den Hori­zont­dunst. An die­sem Abend geht Mer­kur um 22:02 Uhr unter. Mit­te des Monats steht er 45 Minu­ten nach Son­nen­un­ter­gang bereits 10 Grad hoch über dem Hori­zont. Die Hel­lig­keit beträgt an die­sem Abend ‑0,6 mag, so dass er leicht auf­zu­fin­den ist. Letzt­mals kön­nen wir den 0,9 mag hel­len Pla­ne­ten wahr­schein­lich am 29. des Monats mit blo­ßem Auge auf­fin­den. Er geht an die­sem Abend um 23:07 Uhr Som­mer­zeit unter. Am 19. Mai zeigt sich der ‑0,1 mag hel­le Mer­kur zur Hälf­te beleuch­tet (Dicho­to­mie). Im Tele­skop prä­sen­tiert er sich nur als 7,2 Bogen­se­kun­den gro­ßes Scheib­chen. Die Ent­fer­nung zur Erde beträgt 0,94 AE bzw. 141 Mil­lio­nen Kilo­me­ter. Danach wird es zuneh­mend schwie­ri­ger, Mer­kur in der Abend­däm­me­rung auf­zu­spü­ren. Am 21. Mai zieht Mer­kur nur 3,1 Grad süd­lich am Stern Beta Tau­ri vor­bei und am letz­ten Abend des Monats steht die zuneh­men­de Mond­si­chel nur 15 Grad ent­fernt von Mer­kur.

Venus steht immer noch als Mor­gen­stern über dem öst­li­chen Hori­zont und bewegt sich durch das Stern­bild Wal­fisch und Fische. Am 16. Mai läuft sie durch das Aphel ihrer Bahn. Am 31. Mai tritt sie schließ­lich in das Stern­bild Wid­der über. Der west­li­che Win­kel­ab­stand von der Son­ne ver­klei­nert sich von anfangs 43 auf 37 Grad. Trotz alle­dem erscheint sie den gan­zen Monat lang 80 Minu­ten vor der Son­ne über dem öst­li­chen Hori­zont und ist dann eine Drei­vier­tel­stun­de lang zu sehen, bis sie im zuneh­men­den Licht der Mor­gen­däm­me­rung ver­blasst. Ihre Hel­lig­keit geht von ‑4,2 auf ‑4,0 mag zurück. Ihr Durch­mes­ser schrumpft von 17 auf 14 Bogen­se­kun­den. Am 25. Mai zeigt sie sich im Fern­rohr zu 75% beleuch­tet. Im Lau­fe des Monats geht die Venus immer frü­her auf. Am 1. Mai erfolgt ihr Auf­gang um 4:29 Uhr und am 31. Mai bereist um 3:36 Uhr Som­mer­zeit. Am 16. Mai pas­siert unser Schwes­ter­pla­net den Pla­ne­ten Ura­nus in nur 1 Grad nörd­li­chen Abstand, was auf­grund der hel­len Däm­me­rung aber nicht beob­ach­tet wer­den kann. Am 25. und 26. Mai steht noch der abneh­men­de Mond in der Nähe der Venus.

Unser roter Nach­bar Mars stand im Vor­mo­nat in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist immer noch die gan­ze Nacht als auf­fäl­lig röt­li­ches Gestirn zu beob­ach­ten. Er kann bei Ein­bruch der Dun­kel­heit hoch im Süd­os­ten beob­ach­tet wer­den. Mars bewegt sich zunächst noch rück­läu­fig durch die Jung­frau und kommt am 20. Mai in der Nähe von Gam­ma Vir­gi­nis zum Still­stand. Anschlie­ßend bewegt er sich wie­der recht­läu­fig durch das Stern­bild. Damit endet auch sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Die Hel­lig­keit sinkt von anfangs ‑1,2 auf ‑0,5 mag zum Ende des Monats. Sein Durch­mes­ser schrumpft von anfangs 14,6 auf 11,9 Bogen­se­kun­den. Auch vom Mor­gen­him­mel zieht sich der Rote Pla­net lang­sam zurück. Anfang des Monats geht Mars um 5:01 Uhr unter. Zum Ende des Monats sinkt der Pla­net bereits um 2:53 Uhr Som­mer­zeit unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Am 3. Mai zieht er nur 1,4 Grad süd­lich an Gam­ma Vir­gi­nis vor­bei. Am 11. Mai steht der zuneh­men­de Mond zwi­schen Mars und Spi­ka.

Jupi­ter bewegt sich recht­läu­fig durch die Zwil­lin­ge und zieht sich auf­grund der kür­zer wer­den­den Näch­te und des immer klei­ner wer­den­den Win­kel­ab­stand zur Son­nen immer schnel­ler vom Abend­him­mel zurück. Dadurch ist er ist er zum Monats­en­de hin nur noch rund 2 Stun­den in der Abend­däm­me­rung zu beob­ach­ten. Am 1. Mai geht Jupi­ter um 1:50 Uhr unter. Am 31. Mai ver­schwin­det der Rie­sen­pla­net bereits um 0:06 Uhr unter der Hori­zont­li­nie. Sei­ne Hel­lig­keit geht um 0,1 mag eben­falls zurück und beträgt Ende Mai ‑1,9 mag. Sein Äqua­tor­durch­mes­ser schrumpft auf 33 Bogen­se­kun­den. Am Abend des 4. und 31. Mai steht die zuneh­men­de Mond­si­chel in der Nähe von Jupi­ter. Am 21. Mai befin­det sich Jupi­ter in der Nähe von Mer­kur, tief am West­him­mel in der Abend­däm­me­rung. Am 22. Mai zieht der Rie­sen­pla­net nur eine Voll­mond­brei­te an Del­ta Gemi­no­rum vor­bei.

Der Ring­pla­net Saturn kommt am 10. Mai in der Waa­ge in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist somit die gesam­te Nacht über zu beob­ach­ten. Der Ring ist am Oppo­si­ti­ons­tag knapp 22 Grad geöff­net und er zeigt sich 42,4 Bogen­se­kun­den groß. Sein Äqua­tor­durch­mes­ser beträgt 18,7 Bogen­se­kun­den. Damit ergibt sich ein beein­dru­cken­der Anblick in jedem Fern­rohr. Die Hel­lig­keit von Saturn beträgt 0,1 mag. An jenem Tag steht er auch in sei­nem erd­nächs­ten Punkt und ist 8,9 AE bzw. 1,33 Mrd. Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Am 1. Mai geht Saturn um 21:01 Uhr auf und erreicht um 1:45 Uhr den Meri­di­an. Am Oppo­si­ti­ons­tag geht Saturn schon um 20:22 Uhr auf und steht um 1:07 Uhr Som­mer­zeit in sei­ner höchs­ten Stel­lung im Süden. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich die Auf­gän­ge auf 18:51 Uhr und die Meri­dandurch­gän­ge auf 23:34 Uhr. Am 14. Mai steht der Voll­mond nur 6 Grad öst­lich von Saturn.

Ura­nus stand Anfang April in Kon­junk­ti­on zur Son­ne und wan­dert recht­läu­fig durch die Fische. Lei­der steht er noch zu dicht bei unse­rem Zen­tral­ge­stirn und ist dem­zu­fol­ge nicht beob­acht­bar. Auch die Begeg­nung mit der Venus am 16. Mai am Mor­gen­him­mel ent­geht uns.

Der äuße­re Pla­net des Son­nen­sys­tems Nep­tun bewegt sich durch den Was­ser­mann und kann zum Monats­en­de hin am Mor­gen­him­mel, in der bereits ein­set­zen­den Däm­me­rung, mit Hil­fe des Fern­roh­res auf­ge­fun­den wer­den. Sein Win­kel­ab­stand zur Son­ne steigt von anfangs 63 auf 92 Grad. Am 1. Mai geht der 7,9 mag hel­le grün­li­che Pla­net um 3:51 Uhr auf Som­mer­zeit auf. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge auf gut 2 Stun­den.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to kann als nur 14,1 mag hel­les Objekt im Stern­bild Schüt­ze auf­ge­fun­den wer­den. Die bes­te Zeit den Zwerg­pla­ne­ten zu beob­ach­ten, ist zwi­schen 2 und 4 Uhr mor­gens.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2012 K1 (PANSTARRS) ist zir­kum­po­lar und kann Anfang Mai in der Nähe der Deich­sel­sterns Eta UMa auf­ge­fun­den wer­den. Er erreicht zu Beginn der Nacht sehr gro­ße Höhen und ist dem­zu­fol­ge opti­mal zu beob­ach­ten. Mit einer Hel­lig­keit von 8,5 mag ist der Schweif­stern bereits in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen sicht­bar. Er läuft im Monat Mai wei­ter durch den Gro­ßen Bären und Jagd­hun­de, wird lang­sam hel­ler, und begeg­net auf sei­ner Bahn am Him­mel eini­ge Objek­te wie Ster­ne und Gala­xi­en. Am 14. Mai läuft der Komet an den Gala­xi­en NGC 3949 und NGC 3877 und in der Nacht vom 17./18. Mai am 3,7 mag hel­len Stern Chi UMa vor­bei. Am 20. Mai kommt es zu einer Begeg­nung mit der 10,2 mag hel­len Gala­xie NGC 3726 in nur 10 Bogen­mi­nu­ten Abstand. In der Nacht vom 23. auf den 24. Mai zieht der Komet vor der Gala­xie NGC 3614 (11,6 mag) vor­über. In der Nacht vom 26. auf den 27. Mai steht der Komet in der Nähe des 3 mag hel­len Sterns Psi Uma und vom 29. auf den 30. Mai schließ­lich in der Nähe von Ome­ga UMa (4,7 mag).

Der peri­odi­sche Komet 134P/­Kow­al-Vav­ro­va kann im öst­li­chen Teil des Stern­bilds Jung­frau auf­ge­fun­den wer­den und steht zu Beginn der Nacht rund 25 Grad hoch im Süden. Mit einer Hel­lig­keit von rund 12 mag ist er aller­dings ein Objekt für grö­ße­re Tele­skop.

Der eben­falls peri­odi­sche Komet 209P/LINEAR wan­dert sehr schnell vom Gro­ßen Bären kom­mend über den Löwen wei­ter in die Was­ser­schlan­ge. Die Hel­lig­keit steigt bis auf 11,5 mag. Lei­der ver­schlech­tern sich die Sicht­bar­keits­be­din­gun­gen bis zum Monats­en­de, da er sich wei­ter der Son­ne nähert.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres stand zusam­men mit dem Aste­roi­den (4) Ves­ta im April in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist immer noch die gesam­te Nacht im Stern­bild Jung­frau zu beob­ach­ten. Er bewegt sich immer lang­sa­mer wer­dend rück­läu­fig durch die­ses Stern­bild und steht schon in den Abend­stun­den in mitt­le­rer Höhe über dem Süd­ho­ri­zont. Der Zwerg­pla­net geht im Lau­fe des Monats auch immer frü­her durch den Meri­di­an. Am 1. Mai erreicht Ceres um 0:05 Uhr und am 31. Mai bereits um 21:52 Uhr Som­mer­zeit ihren höchs­ten Punkt im Süden. Die Hel­lig­keit geht zurück von anfangs 7,2 mag auf 7,8 mag, wobei Ves­ta rund eine Grö­ßen­klas­se hel­ler ist. Der gegen­sei­ti­ge Abstand zwi­schen bei­den Him­mels­kör­pern schrumpft auf nur 2,1 Grad. Am 8. Mai steht Ceres nur 5 Bogen­mi­nu­ten vom 4,9 mag hel­len Stern 78 Vir­gi­nis ent­fernt, der sehr gut als Auf­such­hil­fe für den Zwerg­pla­ne­ten die­nen kann.

(2) Pal­las bewegt sich recht­läu­fig durch den Löwen und been­det Mit­te des Monats die Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Der Aste­ro­id steu­ert auf Regu­lus, dem Haupt­stern des Löwen, zu und pas­siert ihn am 13. Mai in einem nörd­li­chen Abstand von 1,3 Grad. Am 1. Mai erreicht Pal­las um 20:21 Uhr den Meri­di­an und geht um 3:28 Uhr unter. Zum Monats­en­de hin steht der Him­mels­kör­per bereits um 18:58 Uhr im Süden. Ihr Unter­gang erfolgt um 2:20 Uhr Som­mer­zeit. Die Hel­lig­keit sinkt um eine hal­be Grö­ßen­klas­se von anfangs 8,4 auf 8,9 mag.

Der Aste­ro­id Nr. 4 Ves­ta stand wie der Zwerg­pla­net (1) Ceres Mit­te April in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist immer noch die gan­ze Nacht über zu beob­ach­ten. Sie bewegt sich rück­läu­fig durch die Jung­frau und kommt Ende Mai fast zum Still­stand. Ves­ta ist mit einer Hel­lig­keit von 6,5 mag Ende Mai immer noch ein leich­tes Objekt für jedes Fern­glas und hält sich in der Nähe von Ceres auf. Die 6,0 mag hel­le Ves­ta kul­mi­niert Anfang Mai um 23:55 Uhr und Ende des Monats bereits um 21:43 Uhr. Ihre Unter­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 6:21 Uhr auf 4:04 Uhr Som­mer­zeit.

(9) Métis kommt am 15. Mai im Stern­bild Waa­ge in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,6 mag. Zum Monats­an­fang und ‑ende hin ist sie schwä­cher als 10 mag. Am 1. Mai erreicht der Aste­ro­id um 2:15 Uhr den höchs­ten Punkt im Süden. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich ihre Meri­diandurch­gän­ge auf 23:43 Uhr Som­mer­zeit. Am 13. Mai kann man Métis jeweils nur 7 Bogen­mi­nu­ten von Zeta Librae (5,5 mag) und am 16. Mai bei 34 Librae (5,8 mag) ent­fernt auf­fin­den. Am 18. Mai steht der Him­mels­kör­per nur 5,5 Bogen­mi­nu­ten vom 5,6 mag hel­len Stern 32 Librae ent­fernt.

(15) Euno­mia steht am 31. Mai im Stern­bild Skor­pi­on der Son­ne genau gegen­über und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,5 mag. Die Beob­ach­tung gestal­tet sich denk­bar schwie­rig, da ihre Dekli­na­ti­on am Him­mel nur ‑35 Grad beträgt, so dass sie nur gerin­ge Hori­zont­hö­hen erreicht, wenn der Aste­ro­id im Süden kul­mi­niert. Am 1. Mai geht die 10,0 mag hel­le Euno­mia um 3:23 Uhr durch den Meri­di­an. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich die Meri­diandurch­gän­ge auf 0:53 Uhr Som­mer­zeit.

Meteorströme

Zwi­schen dem 19. April bis 28. Mai sind die Eta-Aquari­den (auch Mai-Aquari­den genannt) sicht­bar. Ihre maxi­ma­le Akti­vi­tät wird zwi­schen dem 5. und 6. Mai erwar­tet, wenn unter opti­ma­len Bedin­gun­gen bis zu 60 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar sind. Die­se Anzahl wird in unse­ren Brei­ten aller­dings nicht erreicht, da sich der Radi­ant, kurz vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung, in Hori­zont­nä­he auf­hält und sich gegen 1:30 Uhr sogar noch unter dem Hori­zont befin­det. Durch den nied­ri­gen Radi­an­ten­stand, im Nord­teil des Stern­bilds Was­ser­mann, zei­gen die Stern­schnup­pen, die mit 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen, sehr lan­ge Leucht­spu­ren. Eine süd­li­che Posi­ti­on, z.B. auf den Kana­ri­schen Inseln oder bes­ser auf der Süd­halb­ku­gel der Erde, ist für die erfolg­rei­che Beob­ach­tung die­ses Mete­or­stroms unab­ding­bar. Von Mit­tel­eu­ro­pa aus sind gegen 3 Uhr mor­gens rund 10 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar. Der zuneh­men­de Mond stört nicht, da er schon vor Mit­ter­nacht unter­geht. Der Ursprungs­kör­per der Mai-Aquari­den ist kein gerin­ge­rer als der Komet 1P/Halley!

Vom 3. bis 14. Mai sind die Eta-Lyri­den sicht­bar, des­sen Radi­ant sich rund 8 Grad nord­öst­lich von Wega befin­det. Der Aus­strah­lungs­punkt der Eta-Lyri­den befin­det sich die gan­ze Nacht über dem Hori­zont und steht, beson­ders in den Stun­den nach Mit­ter­nacht, hoch an unse­rem Him­mel. Das schwach aus­ge­präg­te Maxi­mum wird in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai erwar­tet. Dann sind rund 3 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die mitt­le­re Geschwin­dig­kei­ten von 43 km/s zei­gen. Als Mut­ter­kör­per der Eta-Lyri­den gilt der Komet C/1983 H1 IRAS-Ara­ki-Alcock, der im Mai 1983 an der Erde vor­bei zog.

Der abendliche Fixsternhimmel

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Der Stern­him­mel am 15. Mai 2014 um 23:00 MESZ

Im Nor­den

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat das Stern­bild Gro­ßer Bär, das im Volks­mund auch als Gro­ßer Wagen bekannt ist, sei­ne höchs­te Stel­lung im Zenit gera­de über­schrit­ten. Die­ser wird bis zum Mor­gen­grau­en hin lang­sam wie­der in Rich­tung Nord­west­ho­ri­zont hin­ab­stei­gen. Ver­län­gern wir die bei­den hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, fin­den wir den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt und gleich­zei­tig den letz­ten Deich­sels­tern des Stern­bilds Klei­ner Bär mar­kiert. Der Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären befin­det sich nun fast in sei­ner höchs­ten Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont. Das Stern­bild Dra­che, das sich ent­ge­gen­ge­setzt dem Uhr­zei­ger­sinn um den Klei­nen Bären her­um­schlän­gelt, befin­det sich eben­falls hoch oben am Nord­him­mel. Das Stern­bild Kas­sio­peia, auch als “Him­mels W” bekannt, durch­läuft gera­de ihre unte­re Kul­mi­na­ti­on über dem Nord­punkt. Zwi­schen Polar­stern, Dra­che und Kas­sio­peia befin­det sich noch in mitt­le­rer Höhe das Stern­bild des Kepheus.
Nied­rig im Nord­wes­ten kön­nen wir noch die nörd­li­chen Aus­läu­fer des Stern­bilds Per­seus erken­nen. Wei­ter west­lich fun­kelt die gelb­lich leuch­ten­de Kapel­la im Stern­bild Fuhr­mann gemäch­lich vor sich hin. Ober­halb von Per­seus und Fuhr­mann ste­hen die nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Giraf­fe und ein Teil des unschein­ba­ren Stern­bilds Luchs.

Im Osten

In Rich­tung Osten sind schon eini­ge typi­sche Stern­bil­der des kom­men­den Som­mers auf­ge­gan­gen. Am auf­fäl­ligs­ten sind die Haupt­ster­ne Wega in der Lei­er und Deneb im Schwan, die sich über dem nord­öst­li­chen Hori­zont auf­hal­ten. Bei guter Hori­zont­sicht, dicht über dem Hori­zont, ent­de­cken wir auch Ata­ir im Stern­bild Adler. Die drei Ster­ne bil­den zusam­men das so genann­te Som­mer­drei­eck.
Genau im Osten, in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont, steht noch etwas ober­halb von der Lei­er gele­gen das unschein­ba­re Stern­bild des Her­ku­les. Rechts ober­halb vom Her­ku­les fun­kelt das Halb­rund der Nörd­li­chen Kro­ne und noch wei­ter höher der Bären­hü­ter, mit dem hel­len und oran­ge gefärb­ten Haupt­stern Ark­tur. Bli­cken wir auf die wei­ter öst­lich lie­gen­de Sei­te des Ost­punkts, befin­det sich hoch im Nord­os­ten das Stern­bild des Dra­chen. Wir gehen nun wie­der vom Stern­bild Her­ku­les aus: Unter­halb des Her­ku­les, nied­rig im Süd­os­ten, steht der Schlan­gen­trä­ger mit der Schlan­ge. Die bei­den Stern­bil­der sind gera­de eben voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen und wer­den im Lau­fe der Nacht noch höher stei­gen.

Im Süden

Der Süden wird immer noch von einem Groß­teil der Früh­lings­stern­bil­der domi­niert, in dem sich auch die rei­chen Gala­xi­en­fel­der des Früh­lings­him­mels befin­den. Das Stern­bild Jung­frau, mit ihrem hel­len und weiß erschei­nen­den Haupt­stern Spi­ka, hat gera­de die höchs­te Stel­lung im Süden ein­ge­nom­men. In der Jung­frau hält sich zur­zeit unser roter Nach­bar­pla­net Mars auf, der den Meri­di­an aber schon längst über­schrit­ten hat. Ober­halb der Jung­frau ent­de­cken wir das Stern­bild Bären­hü­ter mit sei­nem hel­len Haupt­stern Ark­tur. Wei­ter öst­lich vom Bären­hü­ter gele­gen steht die Nörd­li­che Kro­ne. West­lich vom Bären­hü­ter ent­de­cken wir das unschein­ba­re Stern­bild Haar der Bere­ni­ke. In mitt­le­rer Höhe im Nord­wes­ten befin­det sich der mäch­ti­ge Löwe, der sei­nen höchs­ten Punkt im Süden schon längst über­schrit­ten hat und in den nächs­ten Stun­den im Wes­ten unter­ge­hen wird.
Wir gehen nun wie­der vom Stern­bild Jung­frau aus: Unter­halb der Jung­frau hat der west­li­che Teil der Was­ser­schlan­ge, der Becher und der Rabe den Meri­di­an über­schrit­ten und berei­ten sich lang­sam aber sicher zum Unter­gang vor. Dicht über dem Süd­ost­ho­ri­zont erkennt man schon die Waa­ge und ein Teil des Stern­bilds Skor­pi­on. Inmit­ten der Waa­ge steht ein gelb­lich und ruhig leuch­ten­der “Stern”, der nor­ma­ler­wei­se dort nicht hin­ge­hört. Hier­bei han­delt es sich um den Ring­pla­ne­ten Saturn. Ober­halb von Skor­pi­on und Waa­ge steht noch der Schlan­gen­trä­ger mit dem Kopf der Schlan­ge.

Im Wes­ten

Im Wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Ster­ne des Win­ter­him­mels. Pro­kyon im Stern­bild des Klei­nen Hund steht wahr­schein­lich schon zu tief über dem Hori­zont, um ihn sicher erken­nen zu kön­nen. Deut­lich auf­fäl­li­ger sind die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. In den Zwil­lin­gen ent­de­cken wir auch den Jupi­ter, der mit Abstand das hells­te Objekt in die­sem Him­mels­ab­schnitt ist. Für eine erfolg­rei­che Beob­ach­tung mit dem Fern­rohr steht er aller­ding schon zu tief. Tief im Wes­ten steht auch der unschein­ba­re Krebs. Dicht und nahe­zu par­al­lel über dem süd­west­li­chen Hori­zont befin­det sich das Stern­bild der Was­ser­schlan­ge. Auf der ande­ren Sei­te, west­lich der Zwil­lin­ge gele­gen, ent­de­cken wir auch den Fuhr­mann mit dem hel­len Stern Capel­la, der nun wei­ter in Rich­tung Hori­zont hin­ab­sin­ken wird.
Wir gehen wie­der vom West­punkt aus: In mitt­le­rer Höhe im Süd­wes­ten befin­det sich der mäch­ti­ge Löwe, der in den kom­men­den Stun­den unter­ge­hen wird. Noch in aus­ge­zeich­ne­ter Beob­ach­tungs­po­si­ti­on befin­det sich der Gro­ße Bär mit dem auf­fäl­li­gen Wagen­kas­ten in der Nähe des Zenits. Deut­lich schwie­ri­ger aus­zu­ma­chen ist der unschein­ba­re Luchs, der sich unter­halb der Vor­der­pfo­ten der Bärin in mitt­le­rer Höhe befin­det und nur unter einem wirk­lich dunk­len Him­mel zu erken­nen ist.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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