Der Sternhimmel im Monat Juli 2014

Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats kön­nen wir den zuneh­men­den Mond im Stern­bild Löwe am Abend­him­mel auf­spü­ren. In den Fol­ge­näch­ten wan­dert unser Erd­tra­bant wei­ter in Rich­tung Osten und steht am 5. Juli als zuneh­men­der Halb­mond (ers­tes Vier­tel) in der Jung­frau. In der Nähe befin­den sich auch unser roter Nach­bar Mars sowie der Haupt­stern Spi­ka im Stern­bild Jung­frau. Am 7. Juli steht er dann nahe dem Pla­ne­ten Saturn in der Waa­ge. Der Mond wan­dert an den Fol­ge­aben­den durch die Stern­bil­der Skor­pi­on und Schlan­gen­trä­ger. Am 12. des Monats ist dann auch die Voll­mond­pha­se im Schüt­zen erreicht.
Nach der Voll­mond­nacht durch­läuft unser stil­ler Beglei­ter die Stern­bil­der Stein­bock, Was­ser­mann und Fische und Him­mels­ab­schnit­te, die nur schwä­che­re Ster­ne ent­hal­ten. Gleich­zei­tig wird er mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 19. Juli ist abneh­men­der Halb­mond (letz­tes Vier­tel). Nach­dem der Mond das Stern­bild Wid­der hin­ter sich gelas­sen hat, befin­det er sich am 22. des Monats in den Hya­den im Stern­bild Stier am Mor­gen­him­mel. Am 25. Juli kön­nen wir die abneh­men­de und schma­le Mond­si­chel dann zum letz­ten Mal am Mor­gen­him­mel im Stern­bild der Zwil­lin­ge sich­ten. In der Nähe unse­res Tra­ban­ten befin­den sich auch die inners­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems Mer­kur und Venus. Am 26. Juli ist Neu­mond. Nach der Neu­mond­pha­se müs­sen wir uns 3 Tage gedul­den, bis wir die zuneh­men­de Mond­si­chel am 30. Juli wie­der in der Abend­däm­me­rung auf­spü­ren kön­nen.

Die Planeten

Der inners­te Pla­net des Son­nen­sys­tems Mer­kur stand im Vor­mo­nat in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und ver­grö­ßert nun wie­der sei­nen west­li­chen Win­kel­ab­stand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Am 12. Juli erreicht der 0,4 mag hel­le Mer­kur mit 20°55′ eine größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on. Auf­grund sei­ner Hel­lig­keit und der süd­li­chen Lage der Eklip­tik, wird er aber erst im letz­ten Julidrit­tel am Mor­gen­him­mel sicht­bar. Am 17. des Monats erscheint Mer­kur im Fern­rohr zu Hälf­te beleuch­tet (Dicho­to­mie) und 7,1 Bogen­se­kun­den groß. Am 17. oder bes­ser am 18. Juli kann man ver­su­chen, den 0,0 mag hel­len Pla­ne­ten dicht über dem Ost­nord­ost­ho­ri­zont zu ent­de­cken. An jenem Mor­gen geht Mer­kur um 3:38 Uhr auf. Gegen 4:40 Uhr Som­mer­zeit steht er als schwa­cher Licht­punkt rund 6 Grad öst­lich der Venus, die eine Hel­lig­keit von -3,9 mag besitzt. Bis zum 26. Juli bzw. 27. Juli ver­schwin­det der nun -1,0 mag hel­le Pla­net zuneh­mend in der hel­len Mor­gen­däm­me­rung. Sei­ne Auf­gän­ge erfol­gen an die­sen Mor­gen um 3:59 Uhr und um 4:03 Uhr. Am 29. Juli erreicht Mer­kur schließ­lich das Peri­hel sei­ner Bahn.

Die Venus ist Mor­gen­stern und wan­dert recht­läu­fig durch das Stern­bild Stier, in öst­li­cher Rich­tung auf die Son­ne zu, und ab 17. Juli schließ­lich in die Zwil­lin­ge. Am 1. des Monats kann sie in der Nähe der Hya­den auf­ge­fun­den wer­den. Mit einer Hel­lig­keit von -3,9 mag, ist sie schon leicht in der Mor­gen­däm­me­rung erkenn­bar und ver­bes­sert ihre Sicht­bar­keit auf­grund der stei­ler wer­den­den Eklip­tik­la­ge. Ihr schein­ba­rer Durch­mes­ser nimmt von anfangs 12 auf 11 Bogen­se­kun­den ab. Ihr Beleuch­tungs­grad nimmt im Lau­fe des Monats bis auf 90% zu, so dass sie Ende Juli fast als Voll­ve­nus im Fern­rohr erscheint. Am 1. Juli geht der Mor­gen­stern um 3 Uhr auf. Bis zum Monats­en­de ver­spä­ten sich ihre Auf­gän­ge auf 3:23 Uhr Som­mer­zeit. Am 24. Juli kann der abneh­men­de Mond nur 8 Grad von Venus ent­fernt auf­ge­fun­den wer­den.

Unser roter Nach­bar Mars ist ein Objekt für die 1. Nacht­hälf­te und bewegt sich wei­ter recht­läu­fig durch die Jung­frau. Er steht zu Beginn der Nacht schon tief im Süd­wes­ten und nähert sich immer wei­ter der Son­ne an. Am 12. des Monats pas­siert der Pla­net, in 1,3 Grad nörd­li­chen Abstand, den Haupt­stern Spi­ka in der Jung­frau. Der Rote Pla­net ver­schiebt sei­ne Unter­gän­ge in die Zeit vor Mit­ter­nacht. Am 1. Juli geht Mars um 0:57 Uhr unter. Bis zum Monats­en­de ver­schie­ben sich sei­ne Unter­gangs­zei­ten auf 23:21 Uhr Som­mer­zeit. Sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit geht von anfangs 0,0 mag auf 0,4 mag zurück. Der Durch­mes­ser des Mars­scheib­chens schrumpft von 9,4 auf 7,9 Bogen­se­kun­den. Im Fern­rohr erscheint das Pla­ne­ten­scheib­chen zu 87% beleuch­tet. Am 5. des Monats gesellt sich der zuneh­men­de Halb­mond zu Mars und Spi­ka. Der gegen­sei­ti­ge Abstand zum Mars beträgt 3 Grad und zu Spi­ka knapp 4 Grad.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter bewegt sich recht­läu­fig durch die Zwil­lin­ge und wech­selt am 7. Juli in den Krebs. Am 24. Juli steht er schließ­lich in Kon­junk­ti­on zur Son­ne, so dass er den gan­zen Monat lang nicht beob­ach­tet wer­den kann. Am Tag der Kon­junk­ti­on befin­det sich der Rie­sen­pla­net 6,28 AE bzw. 940 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Erst Mit­te August kann der Pla­net am Mor­gen­him­mel wie­der auf­ge­fun­den wer­den.

Saturn wird am 20. Juli in der Waa­ge sta­tio­när und bewegt sich dann wie­der recht­läu­fig in öst­li­cher Rich­tung durch das Stern­bild. Damit been­det der Ring­pla­net auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Saturn wird auch mehr und mehr ein Objekt für die 1. Nacht­hälf­te und befin­det sich bei Ein­bruch der Nacht schon im Süd­wes­ten. Die schein­ba­re Hel­lig­keit nimmt von anfangs 0,4 auf 0,5 mag leicht ab. Der Äqua­tor­durch­mes­ser schrumpft auf 17 Bogen­se­kun­den und sein Ring­durch­mes­ser auf 40 Bogen­se­kun­den. Zu Beginn des Monats geht Saturn um 2:15 Uhr unter. Am Monats­en­de erreicht er bereits um 0:12 Uhr Som­mer­zeit die west­li­che Hori­zont­li­nie. Damit bleibt nur noch knapp eine Stun­de für die Beob­ach­tung des Pla­ne­ten.

Ura­nus wird am 22. Juli in den Fischen sta­tio­när und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Danach bewegt er sich wie­der lang­sam rück­läu­fig durch die Fische. Die Oppo­si­ti­on zur Son­ne erreicht der grün­lich leuch­ten­de und 5,8 mag hel­le Pla­net aber erst Anfang Okto­ber. Sei­ne Auf­gangs­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 0:53 Uhr Som­mer­zeit auf gut 2 Stun­den. Am 18. Juli steht der Mond nur 4 Grad west­lich von Ura­nus.

Nep­tun kann im Was­ser­mann auf­ge­fun­den wer­den und bewegt sich rück­läu­fig am Him­mel. Er ist ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und kann am Bes­ten in der Zeit um Mit­ter­nacht beob­ach­tet wer­den. Am 1. des Monats geht Nep­tun um 23:48 Uhr auf. Bis zum 31. Juli ver­frü­hen sich die Auf­gän­ge auf 21:49 Uhr Som­mer­zeit. Sei­ne Hel­lig­keit steigt in die­ser Zeit auf 7,8 mag. Ende August erreicht der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems schließ­lich die Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist dann die gesam­te Nacht über sicht­bar.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to kommt am 4. Juli im Stern­bild Schüt­ze wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 14,1 mag. Damit ist Plu­to ein Objekt für grö­ße­re Tele­sko­pe. Die Erd­nä­he erreicht Plu­to schon zwei Tage vor der Oppo­si­ti­on. Er befin­det sich dann 31,665 AE bzw. 4,74 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Auf­grund der süd­li­chen Lage im Stern­bild Schüt­ze ? in unse­ren Brei­ten erreicht Plu­to nur eine Höhe von knapp 20 Grad über dem Süd­ho­ri­zont ? und dem Ster­nen­ge­wim­mel inmit­ten der Milch­stra­ße, ist Plu­to nur schwer auf­zu­fin­den. Der 5,4 mag hel­le Stern 29 Sagit­ta­rii kann aber als Auf­such­hil­fe für den Zwerg­pla­ne­ten die­nen. Am 20. des Monats befin­det sich Plu­to nur 0,1 Bogen­mi­nu­ten süd­lich von die­sem Stern ent­fernt. Am 1. Juli geht Plu­to um 21:06 Uhr auf und erreicht um 0:21 Uhr den Meri­di­an. Zum Monats­en­de erscheint der Zwerg­pla­net bereits um 19:06 Uhr Som­mer­zeit über der öst­li­chen Hori­zont­li­nie und steht um 23:16 Uhr im Meri­di­an.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2014 E2 (Jac­ques) erreicht am 2. Juli mit 0,66 AE sein Peri­hel. Er ist zunächst von unse­ren Brei­ten aus gese­hen noch unsicht­bar, taucht aber gegen Ende des Monats im Stern­bild Fuhr­mann am Mor­gen­him­mel auf. Mit einer vor­aus­sicht­li­chen Hel­lig­keit zwi­schen 5 und 6 mag ist der Komet schon sehr leicht in Fern­glä­sern und Tele­sko­pen erkenn­bar und könn­te unter einem dunk­len Land­him­mel even­tu­ell sogar frei­sich­tig auf­ge­fun­den wer­den. Zwi­schen dem 26. und 28. Juli befin­det sich Komet Jac­ques in der Nähe des offe­nen Stern­hau­fens NGC 1893 und des Nebels IC 405. Am 31. Juli zieht er dicht am Stern­hau­fen NGC 1778 vor­bei.

Der zunächst als Aste­ro­id mit unge­wöhn­li­cher Bahn geführ­te Komet C/2013 UQ4 (Cata­li­na) kommt am 5. Juli in Son­nen­nä­he. Am 11. Juli erreicht der Komet mit 0,3 AE sei­nen gerings­ten Abstand zur Erde und soll­te dann mit einer Hel­lig­keit von 7 bis 8 mag schon leicht in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen sicht­bar sein. Er wan­dert sehr schnell durch die Stern­bil­der Andro­me­da, Kepheus, Dra­che und Bären­hü­ter und ist im Juli von unse­ren Brei­ten aus die meis­te Zeit zir­kum­po­lar.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres kann zusam­men mit den Aste­roi­den (4) Ves­ta recht­läu­fig in der Jung­frau auf­ge­fun­den wer­den. In der Nacht vom 5. auf den 6. Juli beträgt der Abstand bei­der Him­mels­kör­per gegen Mit­ter­nacht nur noch 10 Bogen­mi­nu­ten. Das ist der kleins­te Abstand seit mehr als 200 Jah­ren! Als Auf­such­hil­fe kann der Stern Zeta Vir­gi­nis die­nen, der 1 ½ Grad nörd­lich von Ceres und Ves­ta steht. Erst am 22. Juli 2081 kom­men bei­de Him­mels­kör­per bis auf 6 Bogen­mi­nu­ten nahe. Ceres besitzt zu Beginn des Monats eine Hel­lig­keit von 8,4 mag und Ves­ta 7,1 mag. Damit sind bei­de Him­mels­kör­per schon in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen sicht­bar. Bis zum Ende des Monats geht ihre Hel­lig­keit auf 8,7 bzw. 7,4 mag leicht zurück. Am 1. Juli geht Ceres um 1:56 Uhr und Ves­ta um 1:54 Uhr unter. Am 31. Juli ver­schwin­den bei­de Him­mels­kör­per schon um 23:54 Uhr bzw. 23:57 Uhr Som­mer­zeit unter der west­li­chen Hori­zont­li­nie. Am 3. Juli steht Ceres nur 6,5 Bogen­mi­nu­ten und Ves­ta nur 9 Bogen­mi­nu­ten vom 6,4 mag hel­len Stern SAO 139359 ent­fernt.

(12) Vic­to­ria kann im Stern­bild Pega­sus auf­ge­fun­den wer­den und wird am 27. Juli sta­tio­när. Ihre Hel­lig­keit steigt von anfangs 10,2 auf 9,5 mag zum Ende des Monats. Am 1. Juli steht Vic­to­ria um 5:22 Uhr im Süden. Bis zum 31. Juli ver­frü­hen sich ihre Meri­diandurch­gän­ge auf 3:53 Uhr Som­mer­zeit.

Aste­ro­id Nr. 16 Psy­che wech­selt am 28. Juli vom Stern­bild Was­ser­mann in den Stein­bock. Mit­te Juli wird der Aste­ro­id wie­der hel­ler als 10 mag und kommt dann am 7. August in eine sehr güns­ti­ge Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Zu Beginn des Monats steht Psy­che um 3:57 Uhr im Meri­di­an. Bis zum Ende des Monats ver­frü­hen sich die Meri­diandurch­gangs­zei­ten auf 1:43 Uhr Som­mer­zeit. Ihre Hel­lig­keit ist dann auf 9,5 mag ange­stie­gen. Am 30. Juli steht der Aste­ro­id nur 9,5 Bogen­mi­nu­ten von SAO 164204 (6,5 mag) ent­fernt.

(29) Amphi­tri­te wan­dert durch das Stern­bild Schüt­ze und am 7. Juli in den Skor­pi­on. Sie steht dann am 25. Juli im offe­nen Stern­hau­fen NGC 6416. Auf­grund ihrer Dekli­na­ti­on von -32°, erreicht sie zu ihrer Kul­mi­na­ti­ons­zeit nur gerin­ge Höhen über dem Süd­ho­ri­zont. Am 1. Juli kul­mi­niert die 9,6 mag hel­le Amphi­tri­te um 0:30 Uhr im Süden. Am 31. Juli steht der nur noch 10,1 mag hel­le Aste­ro­id um 22:09 Uhr Som­mer­zeit im Meri­di­an.

(39) Lae­ti­tia kann im Stern­bild Schild auf­ge­fun­den wer­den und wird zur Monats­mit­te wie­der schwä­cher als 10 mag. Am 1. Juli erreicht der 9,8 mag hel­le Aste­ro­id um 1:03 Uhr den Meri­di­an. Am letz­ten Tag des Monats steht der nun wie­der 10,2 mag hel­le Him­mels­kör­per um 22:38 Uhr Som­mer­zeit im Süden.

Meteorströme

Zwi­schen dem 12. Juli und 19. August sind die recht unauf­fäl­li­gen Süd­li­chen Del­ta-Aquari­den aktiv. Das Maxi­mum ist in der Nacht vom 28. auf den 29. Juli zu erwar­ten. Auf­grund der süd­li­chen Dekli­na­ti­on des Radi­an­ten und dem­zu­fol­ge nied­ri­gen Radi­an­ten­stan­des über dem Hori­zont, sind von Mit­tel­eu­ro­pa aus maxi­mal 5 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar. Der Mond wird die Beob­ach­tung der Süd­li­chen Del­ta-Aquari­den nicht stö­ren, da am 26. Juli Neu­mond ist. Der Aus­strah­lungs­punkt des Mete­or­stroms liegt unge­fähr 3 Grad west­lich von Del­ta Aqua­rii und erreicht in unse­ren Brei­ten nur eine Höhe von knapp 25 Grad über dem Hori­zont. Von süd­li­chen Stand­or­ten aus, z.B. in Nami­bia, wo der Radi­ant deut­lich höher steht, sind etwa 15 bis 20 Stern­schnup­pen von 3 bis 5 mag Hel­lig­keit sicht­bar, die mit einer Geschwin­dig­keit von 42 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen.

Die Alpha-Capri­cor­ni­den tre­ten zwi­schen dem 3. Juli bis 15. August in Erschei­nung. Die mit 23 km/s recht lang­sa­men Meteo­re sind die gan­ze Nacht über beob­acht­bar und zei­gen mit­un­ter recht lan­ge Bah­nen. Das Maxi­mum fin­det in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli statt. Das Maxi­mum könn­te aber auch schon in der Nacht vom 28. auf den 29. Juli auf­tre­ten. Dabei sind bis zu 10 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, davon auch eini­ge sehr hel­le Exem­pla­re. Der Strom geht auf den Ursprungs­ko­me­ten 45P/Hon­da-Mrkos-Paj­du­sa­ko­va zurück. Nach neus­ten For­schungs­er­geb­nis­sen könn­te auch der Komet 169P/NEAT für den Teil­chen­schau­er ver­ant­wort­lich sein. Auch die­ser Mete­or­strom pro­fi­tiert von einem süd­li­che­ren Stand­ort.

Gegen Ende des Monats tau­chen auch schon die ers­ten Per­sei­den auf, die aber erst im August ihr Maxi­mum errei­chen. Mit 60 Kilo­me­tern pro Sekun­de han­delt es sich dabei um sehr schnel­le Teil­chen, die gut von den ande­ren Strö­men im Juli zu unter­schei­den sind.

Auch die Meteo­re der Ant­he­lionquel­le aus der Eklip­tik­re­gi­on sind aktiv, die ähn­li­che Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten, um 30 Kilo­me­ter pro Sekun­de, wie die der Süd­li­chen Del­ta-Auquari­den und Alpha-Capri­cor­ni­den zei­gen und des­halb schwie­rig zu unter­schei­den sind.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel im Juli 2014

Der Stern­him­mel am 15. Juli 2014 um 23:00 MESZ

Im Nor­den

Das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens, steigt zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit lang­sam wie­der her­ab und befin­det sich nun in mitt­le­rer Höhe im Nord­wes­ten. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, sto­ßen wir auf den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten nun die höchs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont gera­de über­schrit­ten hat und eben­falls wie­der her­ab­stei­gen wird. Ober­halb des Klei­nen Bären erreicht der Dra­che gera­de sei­ne höchs­te Stel­lung im Nor­den, auch obe­re Kul­mi­na­ti­on genannt. Der mar­kan­te und auf­fäl­li­ge Kopf des Dra­chen befin­det sich dabei genau über uns im Zenit. Der rest­li­che Kör­per schlän­gelt sich um die Figur des Klei­nen Wagens her­um.
Öst­lich des Polar­sterns ent­de­cken wir das Stern­bild Kepheus, das die Form eines Haus­da­ches besitzt. Dar­un­ter steigt nun auch die Kas­sio­peia, die auch als “Him­mels-W” bekannt ist, lang­sam wie­der höher. Bei guter Hori­zont­sicht fun­kelt direkt über dem Nord­ho­ri­zont die gelb­lich leuch­ten­de Kapel­la im Stern­bild Fuhr­mann mun­ter vor sich hin. Direkt ober­halb vom Fuhr­mann kön­nen die schwa­chen Ster­ne des Stern­bilds Giraf­fe und des Luchs kaum erkannt wer­den. Zwi­schen den Stern­bil­dern Kas­sio­peia und Fuhr­mann hat auch der Per­seus sei­ne unte­re Kul­mi­na­ti­on gera­de über­schrit­ten.

Im Osten

Bli­cken wir hoch in Rich­tung Osten fällt zuerst das Som­mer­drei­eck auf. Es wird aus den hel­len Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler gebil­det. Durch die­se drei recht auf­fäl­li­gen und ein­präg­sa­men Stern­bil­der ver­läuft die Som­mer­milch­stra­ße in Rich­tung Süd­ho­ri­zont her­ab. Zwi­schen Adler und Schwan ste­hen noch die klei­nen und unschein­ba­ren Stern­bil­der Füchs­chen und Pfeil, wobei das Stern­bild Füchs­chen inmit­ten der Som­mer­milch­stra­ße, auf­grund sei­ner schwa­chen Ster­ne, nicht gera­de ein­fach zu erken­nen ist. Öst­lich vom Schwan befin­det sich der Kepheus. Dar­un­ter ent­de­cken wir in mitt­le­rer Höhe das eher unschein­ba­re Stern­bild der Eidech­se und noch wei­ter öst­lich die Kas­sio­peia.
Das Stern­bild Pega­sus ist nun voll­stän­dig über dem Ost­ho­ri­zont erschie­nen. Der lin­ke obe­re Kas­tens­tern gehört aber schon zum Stern­bild Andro­me­da, die sich wei­ter öst­lich und nahe­zu par­al­lel zum Hori­zont erstreckt. Rechts ober­halb vom Kopf des Pega­sus ent­de­cken wir noch das klei­ne Stern­bild Fül­len und die ein­präg­sa­me Figur des Stern­bilds Del­phin. Dicht über dem Ost- und Süd­ost­ho­ri­zont sind schon die ers­ten Ster­ne des Was­ser­manns und des Stein­bocks auf­ge­gan­gen.

Im Süden

Der Süden wird nun voll­stän­dig vom mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­ger ein­ge­nom­men, der sich in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont befin­det. Dar­über steht das eher unauf­fäl­li­ge Stern­bild Her­ku­les, dass soeben den Meri­di­an über­schrit­ten hat. Öst­lich vom Her­ku­les befin­det sich die Lei­er mit der hel­len Wega. Noch wei­ter im Süd­os­ten sind die Stern­bil­der Schwan, Füchs­chen, Pfeil und der Adler sicht­bar. West­lich vom Her­ku­les ent­de­cken wir noch die Nörd­li­che Kro­ne. Dar­un­ter ste­hen Kopf und Hals des Stern­bilds Schlan­ge.
Tief über dem Süd­ho­ri­zont hat nun der Skor­pi­on, mit sei­nem röt­li­chen Haupt­stern Ant­ares, schon längst den Meri­di­an über­schrit­ten und berei­tet sich wie­der auf sei­nen Unter­gang vor. Wei­ter west­lich vom Skor­pi­on erkennt man die Waa­ge. In die­sem Stern­bild hält sich zur­zeit auch der Pla­net Saturn auf. Der Schüt­ze, öst­lich des Skor­pi­ons gele­gen, wird in der nächs­ten Stun­de den Meri­di­an über­schrei­ten, befin­det sich aber noch dicht über dem Süd­ost­ho­ri­zont. In die­sem, in einer Art Tee­kan­ne nach­emp­fun­de­nen, Stern­bild, befin­det sich das Zen­trum unse­res eige­nen Milch­stra­ßen­sys­tems. Ober­halb des Schüt­zen ist noch das unschein­ba­re Stern­bild Schild mit der hel­len Schild­wol­ke erkenn­bar. Dabei han­delt es sich um eine aus­ge­dehn­te Ster­nen­wol­ke inmit­ten der Som­mer­milch­stra­ße.

Im Wes­ten

Die bei­den Stern­bil­der Gro­ßer Bär, mit der mar­kan­ten Figur des Gro­ßen Wagens, und Bären­hü­ter, mit dem hel­len oran­ge leuch­ten­den Haupt­stern Ark­tur, sind die auf­fäl­ligs­ten Stern­bil­der in die­sem Him­mels­ab­schnitt. Sie befin­den sich in mitt­le­rer Höhe über dem west­li­chen Hori­zont und wer­den im Lau­fe der Nacht wei­ter in Rich­tung Hori­zont hin­ab­stei­gen. Ober­halb die­ser bei­den Stern­bil­der befin­det sich der Dra­che. Unter­halb der Deich­sel des gro­ßen Wagens ent­de­cken wir noch das klei­ne unschein­ba­re Stern­bild der Jagd­hun­de und dar­un­ter das Haar der Bere­ni­ke. Öst­lich des Bären­hü­ters steht das mar­kan­te Ster­nen­rund der Nörd­li­chen Kro­ne und noch etwas höher der unschein­ba­re Her­ku­les.
Im Wes­ten ver­schwin­den mit den bei­den Stern­bil­dern Jung­frau und Löwe nun auch die letz­ten Früh­lings­stern­bil­der von der Him­mels­büh­ne. Die Vor­der­pran­ken des Löwen sind dabei schon längst unter­ge­gan­gen. Die rest­li­chen Ster­ne des Löwen wer­den bald fol­gen. Kurz vor ihrem Unter­gang ste­hen auch Spi­ka, der Haupt­stern der Jung­frau sowie unser Nach­bar­pla­net Mars, der nord­öst­lich von Spi­ka zu fin­den ist.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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