Der Sternhimmel im Monat September 2014

Der Lauf des Mondes

Am 1. Abend des Monats fin­den wir den Mond in der Waa­ge. Am dar­auf­fol­gen­den Abend befin­det sich der zuneh­men­de Halb­mond (ers­tes Vier­tel) im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger. Nach­dem der Mond auch den Schüt­zen hin­ter sich gelas­sen hat, wan­dert er an den dar­auf­fol­gen­den Aben­den wei­ter ost­wärts durch die Stern­bil­der Stein­bock und Was­ser­mann und durch Him­mels­ab­schnit­te, die nur schwa­che Ster­ne ent­hal­ten. Am 9. Sep­tem­ber ist dann schließ­lich die Voll­mond­pha­se in den Fischen erreicht.
Zwei Tage nach Voll­mond befin­det sich der nun wie­der abneh­men­de Mond nur 26 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich von Ura­nus. Nun wird unser Erd­tra­bant auch mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Nach­dem unser stil­ler Beglei­ter das Stern­bild Wid­der hin­ter sich gelas­sen hat, steht er Mit­te des Monats nur 47 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich von Alde­ba­ran, dem Haupt­stern des Stern­bilds Stier. Am 16. ist abneh­men­der Halb­mond (letz­tes Vier­tel). Unser Mond wan­dert in den Fol­ge­näch­ten wei­ter durch die Stern­bil­der Zwil­lin­ge und Krebs und befin­det sich am Mor­gen des 20. Sep­tem­ber nahe Jupi­ter. Am 22. Sep­tem­ber kön­nen wir die abneh­men­de Mond­si­chel dann zum letz­ten Mal am Mor­gen­him­mel auf­fin­den. Nur 2 Tage spä­ter ist Neu­mond. Wir müs­sen uns dann noch bis zum 27. Sep­tem­ber gedul­den, bis wir die zuneh­men­de Mond­si­chel wie­der in der Abend­däm­me­rung im Stern­bild Waa­ge sich­ten kön­nen. Am 29. befin­det sich der Erd­tra­bant schließ­lich in der Nähe des roten Pla­ne­ten Mars.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur bewegt sich wei­ter in öst­li­cher Rich­tung von der Son­ne weg und kommt am 21. Sep­tem­ber mit 26°24′ in eine größ­te öst­li­che Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel und der süd­li­chen Posi­ti­on von Mer­kur, ergibt sich lei­der kei­ne Abend­sicht­bar­keit des inners­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems in unse­ren Brei­ten. In der Nacht vom 20. auf den 21. Sep­tem­ber zieht Mer­kur nur ein hal­bes Grad süd­lich an Spi­ka in der Jung­frau vor­bei. Am 11. Sep­tem­ber wan­dert Mer­kur, mit 69,8 Mil­lio­nen Kilo­me­ter Son­nen­ab­stand, noch durch das Aphel sei­ner Bahn.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus been­det nun ihre Sicht­bar­keit am Mor­gen­him­mel und strebt lang­sam ihrer obe­ren Kon­junk­ti­on mit der Son­ne ent­ge­gen, die sie schließ­lich am 25. Okto­ber auch erreicht. Ihr west­li­cher Abstand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn ver­rin­gert sich im Lau­fe des Sep­tem­bers von Anfang 14,5 auf 6,5 Grad. Das hat zur Fol­ge, dass sie gegen Monats­en­de unsicht­bar wird. Wahr­schein­lich kön­nen wir sie zuletzt am Mor­gen des 24. Sep­tem­ber im Hori­zont­dunst ent­de­cken. Am 5. zieht sie nur 0,8 Grad nörd­lich an Regu­lus im Löwen vor­bei, was nur in Fern­glä­sern beob­ach­tet wer­den kann. Zeit­gleich erreicht sie, mit einem Abstand von 107,5 Mil­lio­nen Kilo­me­ter, das Peri­hel ihrer Bahn. Am 1. Sep­tem­ber geht die -3,9 mag hel­le Venus um 4:51 Uhr auf. Bis zum Monats­en­de ver­spä­ten sich ihre Auf­gän­ge auf 6:23 Uhr Som­mer­zeit. Im Tele­skop zeigt sich die Venus als fast voll beleuch­te­tes und nur 10 Bogen­se­kun­den gro­ßes Scheib­chen.

Unser roter Nach­bar Mars kann noch in der Abend­däm­me­rung über dem süd­west­li­chen Hori­zont auf­ge­fun­den wer­den und wech­selt am 13. Sep­tem­ber vom Stern­bild Waa­ge kom­mend in den Skor­pi­on. Am 25. des Monats erreicht er schließ­lich den Schlan­gen­trä­ger. Sein öst­li­cher Abstand zur Son­ne ver­rin­gert sich wei­ter, so dass nur noch eine Stun­de bleibt, den Pla­ne­ten am Abend­him­mel zu beob­ach­ten. Am 1. Sep­tem­ber geht der 0,6 mag hel­le Mars um 21:54 Uhr unter. Am 30. Sep­tem­ber ver­sinkt der Rote Pla­net bereits um 20:55 Uhr Som­mer­zeit unter der west­li­chen Hori­zont­li­nie. Sei­ne Hel­lig­keit ist zu die­sem Zeit­punkt auf 0,8 mag gesun­ken. Im Fern­rohr erscheint das Pla­ne­ten­scheib­chen nur 6,3 Bogen­se­kun­den groß. Am 27. Sep­tem­ber befin­det sich Mars nur 3,1 Grad nörd­lich von Ant­ares, dem Haupt­stern des Skor­pi­ons. Am 29. Sep­tem­ber gesellt sich noch die zuneh­men­de Mond­si­chel zu Mars und Ant­ares. Der nörd­li­che Abstand des Mon­des zu unse­rem Nach­bar­pla­ne­ten beträgt dabei nur 4 ½ Grad.

Jupi­ter ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und wan­dert recht­läu­fig durch den Krebs. Auf­grund des zuneh­men­den Son­nen­ab­stands, ver­bes­sert Jupi­ter sei­ne Mor­gen­sicht­bar­keit spür­bar. Der Rie­sen­pla­net geht auch immer früh auf. Zu Beginn des Monats erfolgt sein Auf­gang um 3:32 Uhr und Ende des Monats bereits um 2:09 Uhr Som­mer­zeit, so dass wir ihn rund 3 Stun­den vor Däm­me­rungs­be­ginn schon beob­ach­ten kön­nen. Sei­ne Hel­lig­keit nimmt leicht zu von anfangs -1,8 auf -1,9 mag. Im Fern­rohr erscheint sein Scheib­chen 33 Bogen­se­kun­den groß. Am 20. Sep­tem­ber steht der zu 15% beleuch­te­te Mond in der Nähe Jupi­ters.

Der Ring­pla­net Saturn ist nur noch in der Abend­däm­me­rung, dicht über dem süd­west­li­chen Hori­zont, erkenn­bar und bewegt sich recht­läu­fig durch die Waa­ge. Er ver­kürzt sei­ne Sicht­bar­keit am Abend­him­mel dras­tisch. Der 0,6 mag hel­le Pla­net ver­schwin­det nun schon zum Ende der astro­no­mi­schen Däm­me­rung unter der west­li­chen Hori­zont­li­nie. Am 1. Sep­tem­ber geht Saturn um 22:09 Uhr unter und am 30. Sep­tem­ber bereits um 20:20 Uhr Som­mer­zeit. Am 28. Sep­tem­ber ergibt sich ein net­ter Anblick knapp im Süd­wes­ten am Abend­him­mel, wenn die zuneh­men­de Sichel des Mon­des zwi­schen Mars und Saturn steht.

Ura­nus nähert sich sei­ner Oppo­si­ti­ons­stel­lung, die er Anfang Okto­ber auch erreicht. Er beschleu­nigt sei­ne recht­läu­fi­ge Bewe­gung durch die Fische und ist die gan­ze Nacht zu beob­ach­ten. Der grün­lich-bläu­li­che Pla­net ist mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 5,8 mag theo­re­tisch schon mit blo­ßem Auge sicht­bar. Im Tele­skop erscheint das Pla­ne­ten­scheib­chen aller­dings nur 3,6 Bogen­se­kun­den groß, so dass man kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten erken­nen kann. Zu Monats­be­ginn geht Ura­nus um 20:48 Uhr auf. Bis zum Monats­en­de ver­schie­ben sich die Auf­gangs­zei­ten auf 18:52 Uhr Som­mer­zeit. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 3:23 Uhr auf 1:26 Uhr. In der Nacht vom 10. auf den 11. Sep­tem­ber steht der noch fast vol­le Mond nur etwas weni­ger als eine Voll­mond­brei­te (25′) nörd­lich von Ura­nus.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun stand am 29. August in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist dem­zu­fol­ge immer noch die gan­ze Nacht sicht­bar. Er wan­dert rück­läu­fig durch den Was­ser­mann und pas­siert Mit­te Sep­tem­ber den Stern Sig­ma Aqua­rii in nur 0,5 Grad nörd­li­chen Abstand. Sei­ne Hel­lig­keit beträgt 7,8 mag und sein schein­ba­rer Durch­mes­ser nur 2,3 Bogen­se­kun­den. Am 1. Sep­tem­ber steht Nep­tun um 0:53 Uhr im Meri­di­an und geht um 6:08 Uhr Som­mer­zeit unter. Bis zum 30. Sep­tem­ber ver­frü­hen sich die Meri­diandurch­gän­ge und Unter­gän­ge um gut zwei Stun­den.

Der Zwerg­pla­net (143340) Plu­to been­det sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode und kommt am 22. Sep­tem­ber im Schüt­zen zum Still­stand. Anschlie­ßend bewegt er sich wie­der recht­läu­fig durch das Stern­bild. Auf­grund sei­ner Hel­lig­keit von 14,1 mag und dem Ster­nen­reich­tum der Milch­stra­ße, ist Plu­to nur ein Objekt für erfah­re­ne Beob­ach­ter mit gro­ßen Tele­sko­pen. Sei­ne Unter­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 1:22 Uhr auf 23:23 Uhr Som­mer­zeit, so dass zum Monats­en­de, bei Ein­bruch der Nacht, knapp 1 ½ Stun­den für die Beob­ach­tung des Zwerg­pla­ne­ten blei­ben.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2014 E2 (Jac­ques) ist sehr gut zu beob­ach­ten und durch­läuft im Sep­tem­ber die Stern­bil­der Kepheus, Schwan, Füchs­chen, Pfeil und Adler. Sei­ne Hel­lig­keit geht leicht zurück von anfangs 7,0 auf 8,5 mag. Damit ist der Schweif­stern immer noch ein dank­ba­res Objekt für Fern­glä­ser und klei­ne Tele­sko­pe. Er durch­wan­dert in die­ser Zeit die Som­mer­milch­stra­ße und begeg­net zahl­rei­chen Deep-Sky-Objek­ten. Am 20. und 21. Sep­tem­ber steht er z.B. in der Nähe des Klei­der­bü­gel­hau­fens Coll­in­der 399 im Füchs­chen.

Der Komet C/2012 K1 (PANSTARRS) taucht Mit­te Sep­tem­ber im Stern­bild Was­ser­schlan­ge wie­der am Mor­gen­him­mel auf und steht bei Däm­me­rungs­be­ginn schon in einer güns­ti­gen Beob­ach­tungs­hö­he im Nord­wes­ten. Sei­ne Hel­lig­keit bleibt mit rund 8 mag nahe­zu kon­stant, so dass er bereits in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen auf­ge­fun­den wer­den kann.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres steht in der Waa­ge und befin­det sich zu dicht bei der Son­ne, um ihn beob­ach­ten zu kön­nen.

(3) Juno wan­dert am 10. Sep­tem­ber vom Stern­bild Ein­horn in den Klei­nen Hund. Die Hel­lig­keit steigt von anfangs 9,7 auf 9,5 mag. Zu Beginn des Monats geht Juno um 2:07 Uhr auf und Ende des Monats schon um 1:25 Uhr Som­mer­zeit.

Aste­ro­id Nr. 6 Hebe wan­dert am 7. Sep­tem­ber vom Stern­bild Stier kom­mend in den Eri­da­nus und stei­gert ihre Hel­lig­keit von anfangs 9,1 auf 8,6 mag. Somit ist sie schon sehr leicht mit einem Fern­glas bzw. klei­nen Tele­skop sicht­bar. Am 1. Sep­tem­ber geht Hebe um 23:57 Uhr auf. Bis zum 30. Sep­tem­ber ver­frü­hen sich ihre Auf­gän­ge auf 22:48 Uhr Som­mer­zeit.

(12) Vic­to­ria steht am 8. Sep­tem­ber im Stern­bild Pega­sus der Son­ne genau gegen­über und wird 9,0 mag hell. Die Hel­lig­keit geht bis zum Monats­en­de wie­der auf 9,4 mag zurück. Auf­grund ihrer nörd­li­chen Posi­ti­on und ihrer Oppo­si­ti­ons­hel­lig­keit, ist die dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­on die güns­tigs­te in den Jah­ren von 2005 bis 2020. Zu Beginn des Monats geht Vic­to­ria um 18:10 Uhr auf und erreicht um 1:12 Uhr Som­mer­zeit den Meri­di­an. Am Monats­en­de erreicht der Aste­ro­id bereits um 16:23 Uhr die öst­li­che Hori­zont­li­nie und steht um 22:57 Uhr im Süden.

Der Aste­ro­id (33) Poly­hym­nia kommt am 9. Sep­tem­ber im Stern­bild Was­ser­mann in eine über­aus güns­ti­ge Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 9,8 mag. Am 1. Sep­tem­ber geht Poly­hym­nia um 20:08 Uhr auf und erreicht um 1:43 Uhr den Meri­di­an. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich die Auf­gän­ge auf 18:02 Uhr und die Meri­diandurch­gän­ge auf 23:27 Uhr Som­mer­zeit. Am Mor­gen des 20. Sep­tem­ber kann der Aste­ro­id nur 3 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich vom 8,5 mag hel­len Stern PPM 207142 auf­ge­fun­den wer­den.

(40) Har­mo­nia erreicht am 1. Sep­tem­ber im Stern­bild Was­ser­mann die Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,3 mag (sie­he “Der Stern­him­mel in August”). In der letz­ten Sep­tem­ber­wo­che wird der Aste­ro­id wie­der schwä­cher als 10 mag. Am 1. Sep­tem­ber geht Har­mo­nia um 20:30 Uhr auf und kul­mi­niert um 1:20 Uhr. Am 30. Sep­tem­ber erfolgt ihr Auf­gang bereits um 18:25 Uhr und ihr Meri­diandurch­gang um 22:58 Uhr Som­mer­zeit.

Meteorströme

Die Alpha-Auri­gi­den sind vom 25. August bis zum 10. Sep­tem­ber aktiv. Das nicht sehr aus­ge­präg­te Maxi­mum ist am Mor­gen des 1. Sep­tem­ber gegen 4 Uhr zu erwar­ten. Das Maxi­mum ist gut zu beob­ach­ten, da der Mond die Beob­ach­tung nicht stört und schon gegen 22 Uhr unter­geht, wenn der Radi­ant eine aus­rei­chen­de Höhe über dem Hori­zont erreicht. Der Radi­ant befin­det sich in der Nähe von Kapel­la und nord­öst­lich von The­ta Auri­ga im Stern­bild Fuhr­mann. Im Schnitt sind in der Maxi­mums­nacht 5 bis 10 Stern­schnup­pen pro Stun­de sicht­bar, die mit hohen Geschwin­dig­kei­ten von 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Im Jahr 2007 gab es einen kur­zen Akti­vi­täts­aus­bruch, mit kor­ri­gier­ten Raten von über 130 Meteo­ren pro Stun­de wäh­rend eines Zeit­raums von 45 Minu­ten, wobei die hells­ten Auri­gi­den eine Hel­lig­keit von -2 mag erreich­ten. Wei­te­re Akti­vi­täts­aus­brü­che wur­den in den Jah­ren 1935, 1986 und 1994 regis­triert. Die Alpha-Auri­gi­den gehen auf den Kome­ten C/1911 N1 Kiess zurück, der eine Umlauf­zeit von rund 2500 Jah­ren besitzt.

Zwi­schen dem 5. und 17. Sep­tem­ber sind die Sep­tem­ber-Epsi­lon-Per­sei­den aktiv. Das Maxi­mum lässt sich in der Nacht vom 8. auf den 9. Sep­tem­ber beob­ach­ten, wobei das hel­le Licht des Voll­mon­des die Beob­ach­tung die­ses eher schwa­chen Stro­mes stört. Der Radi­ant erreicht zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung Höhen von 70 Grad. Im Schnitt sind aber nur 5 Meteo­ren pro Stun­de sicht­bar, die Geschwin­dig­kei­ten von 64 km/s besit­zen und damit sehr schnell sind. Auf­grund des Mon­des wird sich sich nur rund ein Mete­or pro Stun­de zei­gen. Im Jahr 2008 wur­de eine deut­lich höhe­re Akti­vi­tät mit einer Viel­zahl von sehr hel­len Meteo­ren regis­triert.

Die Del­ta-Auri­gi­den sind ein rela­tiv neu­er Strom, der frü­her mit den Sep­tem­ber-Per­sei­den als gemein­sa­mer Mete­or­strom betrach­tet wur­de. Der Strom ist ab dem 18. Sep­tem­ber bis zum 10. Okto­ber aktiv, mit einem gerin­gen Maxi­mum von 3 bis 5 Stern­schnup­pen pro Stun­de um den 4. Okto­ber. Die Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit der Teil­chen ist mit 60 km/s ähn­lich hoch wie die der Alpha-Auri­gi­den.

Der ver­mut­lich auf den peri­odi­schen Kome­ten 2P/Encke zurück­ge­hen­de Tauri­den­strom ist vom letz­ten Sep­tem­ber­drit­tel bis Ende Novem­ber hin­ein aktiv. Die Meteo­re besit­zen Geschwin­dig­kei­ten von 30 km/s und erschei­nen des­halb sehr lang­sam. Man unter­schei­det die Süd­li­chen Tauri­den und die Nörd­li­chen Tauri­den.

Die Meteo­re der Ant­he­lionquel­le kom­men in die­sem Monat aus dem Stern­bild Fische. Mit ihrer rela­tiv nied­ri­gen Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von 30 km/s las­sen sie sich recht gut von den in die­sem Monat sicht­ba­ren Stern­schnup­pen ande­rer Strö­me unter­schei­den.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel im September 2014

Der Stern­him­mel am 15. Sep­tem­ber 2014 um 23:00 MESZ

Im Nor­den

Das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens, hat zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit schon fast sei­ne nied­rigs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont ein­ge­nom­men. Den Polar­stern fin­den wir, indem wir die hin­te­ren bei­den Kas­ten­ster­ne des Gro­ßen Bären 5 Mal nach oben hin ver­län­gert. Damit hat man auch exakt die Nord­rich­tung gefun­den. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun auf 9 Uhr Posi­ti­on befin­det. Die­ser wird im Lau­fe der Nacht wei­ter hin­ab­stei­gen. Wei­ter west­lich erkennt man den Dra­chen, der sich um den Klei­nen Bären her­um schlän­gelt. Sein ein­präg­sa­mer rau­ten­för­mi­ger Kopf befin­det sich dabei immer noch in guter Beob­ach­tungs­po­si­ti­on hoch im Nord­wes­ten.
Ober­halb des Klei­nen Bären hat das Stern­bild Kepheus nun sei­ne höchs­te Stel­lung im Zenit erreicht. Rechts dane­ben fin­den wir die Kas­sio­peia, die im Volks­mund auch als “Him­mels-W” bekannt ist. Die­se steigt eben­falls lang­sam immer höher. Recht nied­rig im Nord­os­ten erken­nen wir noch den Stern Kapel­la, im nun voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen Stern­bild Fuhr­mann. Zwi­schen Fuhr­mann und Gro­ßer Bär gele­gen befin­det sich der unschein­ba­re Luchs. Sei­ne schwa­chen Ster­ne sind hier in Hori­zont­nä­he aber kaum aus­zu­ma­chen. Schwie­rig ist auch die Giraf­fe, die sich in mitt­le­rer Höhe zwi­schen Fuhr­mann und Klei­ner Bär befin­det.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird nun nahe­zu voll­stän­dig von den Herbst­stern­bil­dern domi­niert. In gro­ßer Höhe im Süd­os­ten steht das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat. Öst­lich davon schließt sich die Andro­me­da an, in der man unter einem rela­tiv dunk­len Him­mel und ohne Mond­schein die Andro­me­da­ga­la­xie als läng­li­chen Nebel­fleck erken­nen kann. Sie ist unse­re nächst grö­ße­re Nach­bar­ga­la­xie. Unter­halb der Stern­bil­der Pega­sus und Andro­me­da befin­den sich die schwa­chen Ster­ne der Fische. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont hat soeben der Wal­fisch die Hori­zont­li­nie über­schrit­ten. Öst­lich der Fische ent­de­cken wir noch das Nörd­li­che Drei­eck und das Stern­bild Wid­der.
In gro­ßer Höhe im Nord­os­ten fällt das W-för­mi­ge Stern­bild der Kas­sio­peia auf. Unter­halb der Kas­sio­peia steht der Per­seus und noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont ist ein Teil des Stern­bilds Stiers schon auf­ge­gan­gen. Dort erken­nen wir auch schon den offe­nen Stern­hau­fen der Ple­ja­den. Bei guter Hori­zont­sicht soll­te man auch den hel­len röt­li­che Haupt­stern des Stiers, Alde­ba­ran, auf­fin­den kön­nen. Eben­falls sehr nied­rig im Nord­os­ten ent­de­cken wir noch den Fuhr­mann mit der hell leuch­ten­den Kapel­la.

Im Süden

Hoch im Süd­wes­ten erken­nen wir das Som­mer­drei­eck, das aus den hel­len Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler gebil­det wird. Dar­un­ter steht das unschein­ba­re Stern­bild Schild sowie das Stern­bild Schüt­ze, das soeben den Süd­west­ho­ri­zont berührt. Die Som­mer­milch­stra­ße steigt vom Schüt­zen aus gese­hen, in dem sich auch das hel­le und auf­fäl­li­ge Zen­trum unse­rer Gala­xis befin­det, durch das Som­mer­drei­eck in Rich­tung Zenit­re­gi­on empor.
Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Meri­di­ans ent­de­cken wir das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat. Zwi­schen dem Kopf des Pega­sus und dem Som­mer­drei­eck kön­nen wir die deut­lich klei­ne­ren Stern­bil­der Fül­len, Del­phin, Pfeil und Füchs­chen auf­fin­den, die sich wie auf einer ima­gi­nä­ren Ket­te nach­ein­an­der in Rich­tung Nord­wes­ten auf­rei­hen. Unter­halb des Pega­sus erkennt man auch einen Teil der Fische sowie das Stern­bild Was­ser­mann, das in der nächs­ten hal­ben Stun­de in sei­ner höchs­ten Stel­lung im Süden ste­hen wird. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont befin­det sich der nur aus schwä­che­ren Ster­nen bestehen­de Stein­bock, der den Meri­di­an gera­de über­schrit­ten hat. Bei guter Hori­zont­sicht soll­te tief im Süd­os­ten noch der hel­le Stern Fomal­haut im Stern­bild Süd­li­cher Fisch erkenn­bar sein.

Im Wes­ten

Hoch im Süd­wes­ten steht, mit den Ster­nen Wega, Deneb und Atai,r das auf­fäl­li­ge Som­mer­drei­eck. Zwi­schen Schwan, der im Volks­mund auch als Kreuz des Nor­dens bezeich­net wird, und Adler ent­de­cken wir die klei­nen Stern­bil­der Pfeil und Füchs­chen. Die hel­le Som­mer­milch­stra­ße ver­läuft in die­sen Stern­bil­dern zum süd­west­li­chen Hori­zont her­ab.
West­lich vom ein­präg­sa­men Som­mer­drei­eck gele­gen ent­de­cken wir auch den Dra­chen. Dar­un­ter sinkt das Stern­bild Her­ku­les nun eben­falls wie­der in Rich­tung Hori­zont her­ab. Etwas unter­halb der rech­ten obe­ren Ecke des Her­ku­les­vier­ecks soll­te unter einem dunk­len Him­mel noch der hel­le Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 als nebe­li­ger Licht­fleck erkenn­bar sein. Über dem west­li­chen Hori­zont ste­hen ein Teil des Schlan­gen­trä­gers, mit der Schlan­ge, sowie das Halb­rund der Nörd­li­chen Kro­ne. Rechts dane­ben berei­tet sich gera­de der Bären­hü­ter für den Unter­gang vor. Sein hel­ler und oran­ge erschei­nen­der Haupt­stern Ark­tur berührt dabei schon fast die Hori­zont­li­nie.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://blog.aschnabel.bplaced.net/2014/08/der-sternhimmel-im-monat-september-2014/

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.