Der Sternhimmel im Monat Oktober 2014

Der Lauf des Mondes

Am 1. Okto­ber kön­nen wir den zuneh­men­den Halb­mond (ers­tes Vier­tel) im Stern­bild Schüt­ze beob­ach­ten. Anschlie­ßen wan­dert der Mond an den Fol­ge­aben­den wei­ter ost­wärts durch die Stern­bil­der Stein­bock, Was­ser­mann und Fische und somit durch Him­mels­ab­schnit­te, die nur schwa­che Ster­ne ent­hal­ten. Am 8. des Monats ist dann schließ­lich die Voll­mond­pha­se erreicht. Im Pazi­fik­raum sowie in Asi­en, Aus­tra­li­en und Ame­ri­ka ist zu die­sem Zeit­punkt eine tota­le Mond­fins­ter­nis sicht­bar. Bei uns befin­det sich der Mond zu Beginn der Ver­fins­te­rung schon unter dem Hori­zont.
Nach der Voll­mond­nacht wan­dert unser Erd­tra­bant durch den Wid­der und steht am 11. Sep­tem­ber zwi­schen den Hya­den und Ple­ja­den im so genann­ten “Gol­de­nen Tor der Eklip­tik” am Abend­him­mel. Am 12. des Monats befin­det er sich in den Hya­den. Danach wird der Mond mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 15. Sep­tem­ber steht der abneh­men­de Halb­mond (letz­tes Vier­tel) in den Zwil­lin­gen. Am Mor­gen des 18. Sep­tem­ber befin­det sich unser stil­ler Beglei­ter nur 6 Grad süd­lich von Jupi­ter im Stern­bild Löwe und am 19. des Monats nur 5 Grad süd­lich vom Haupt­stern Regu­lus. Am 22. Okto­ber kön­nen wir schließ­lich zum letz­ten Mal die dün­ne Mond­si­chel im Stern­bild Jung­frau in der Mor­gen­däm­me­rung auf­spü­ren. Am 23. Okto­ber ist Neu­mond. An die­sem Tag fin­det auch eine par­ti­el­le Son­nen­fins­ter­nis statt, die aber nur in Nord­ame­ri­ka sowie im öst­li­chen Teil Sibi­ri­ens beob­ach­tet wer­den kann.
Nach Neu­mond müs­sen wir uns dann noch bis 25. Okto­ber gedul­den, bis wir die schma­le Sichel des zuneh­men­den Mon­des am Abend­him­mel auf­spü­ren kön­nen. An die­sem Tag bedeckt der Mond gegen 17:20 Uhr, und somit noch in der hel­len Abend­däm­me­rung, den Pla­ne­ten Saturn, der sich noch in 8 Grad Höhe über dem Hori­zont befin­det. Am 27. Sep­tem­ber zieht der Mond durch den Schlan­gen­trä­ger und befin­det sich am dar­auf­fol­gen­den Abend im Schüt­zen. Dort kön­nen wir ihn dann in der Nähe von Mars in der Abend­däm­me­rung auf­spü­ren. Am letz­ten Tag des Monats ist aber­mals das ers­te Vier­tel mit dem zuneh­men­den Halb­mond erreicht.

Die Planeten

Der inners­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Mer­kur stand am 21. Sep­tem­ber in einer größ­ten öst­li­chen Elon­ga­ti­on zur Son­ne. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge reich­te es aber nicht, ihn am Abend­him­mel sicht­bar wer­den zu las­sen. Am 4. Okto­ber wird er wie­der sta­tio­när und eilt dann rück­läu­fig auf die Son­ne zu. Am 16. Okto­ber steht der Pla­net schließ­lich in unte­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Kurz nach der Kon­junk­ti­on ent­fernt sich Mer­kur schnell in west­li­cher Rich­tung von der Son­ne und wird schließ­lich am Mor­gen­him­mel, in der Nähe von Spi­ca in der Jung­frau, sicht­bar. Am 1. Novem­ber erreicht er mit 18,7 Grad eine größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on. Auf­grund der stei­len Eklip­tik­la­ge am Mor­gen­him­mel kön­nen wir bereits am 24. Okto­ber ver­su­chen, den 1,0 mag hel­len Mer­kur in der Däm­me­rung auf­zu­spü­ren. Er steht dann eine Stun­de vor Son­nen­auf­gang rund 3 Grad hoch über dem Hori­zont. Gegen 6:10 Uhr verb­last er in der zuneh­men­den Mor­gen­däm­me­rung. Am 26. Okto­ber wird der flin­ke Pla­net aber­mals recht­läu­fig, wodurch er sei­nen Abstand zur Son­ne wie­der ver­rin­gert. Aller­dings stei­gert er sei­ne Hel­lig­keit bis zum Monats­en­de auf ‑0,3 mag. Am 24. Okto­ber geht Mer­kur um 5:32 Uhr auf (6:32 Uhr Som­mer­zeit). Am 25. Okto­ber durch­läuft der Pla­net mit 46 Mil­lio­nen Kilo­me­tern Abstand noch das Peri­hel sei­ner Bahn. Am 30. Okto­ber ist das 7,2 Bogen­se­kun­den gro­ße Mer­kur­scheib­chen zur Hälf­te beleuch­tet, die so genann­te Dicho­to­mie tritt ein. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge schließ­lich auf 5:06 Uhr.

Venus war im Vor­mo­nat noch als Mor­gen­stern sicht­bar und eilt der Son­ne nach. Am 25. Okto­ber erreicht sie in der Jung­frau, an der Gren­ze zum Stern­bild Waa­ge, die obe­re Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Sie wan­dert dabei rund 1 Grad nörd­lich an unse­rem Zen­tral­ge­stirn vor­bei. Aus die­sem Grund bleibt sie im gesam­ten Monat Okto­ber unsicht­bar und ist im hel­len Licht unse­res Zen­tral­ge­stirns ver­bor­gen. Am Tag der Kon­junk­ti­on befin­det sich die Venus 257 Mil­lio­nen Kilo­me­ter bzw. 1,72 AE von der Erde ent­fernt.

Unser roter Nach­bar Mars kann noch am frü­hen Abend, bei Ein­bruch der Dun­kel­heit, tief im Süd­wes­ten beob­ach­tet wer­den. Er wan­dert recht­läu­fig durch den Schlan­gen­trä­ger und wech­selt am 21. Okto­ber in den Schüt­zen. Am 1. Okto­ber geht Mars um 19:53 Uhr (20:53 Uhr Som­mer­zeit) unter. Bis zum Ende des Monats ver­frü­hen sich die Unter­gangs­zei­ten auf 19:22 Uhr. Die Hel­lig­keit geht von 0,8 auf 0,9 mag leicht zurück. Am 19. Okto­ber zieht der Komet C/2013 A1 (Siding-Spring) in nur 138.000 Kilo­me­ter Ent­fer­nung an Mars vor­bei. Die Beob­ach­tungs­be­din­gun­gen sind auf­grund des nied­ri­gen Stan­des von Mars nicht sehr güns­tig. Wäh­rend der dich­tes­ten Annä­he­rung des Kome­ten an den Mars befin­den sich bei­de Objek­te, von unse­ren Stand­ort aus gese­hen, schon unter dem Hori­zont. Am 28. Okto­ber steht die zuneh­men­de Mond­si­chel nur 6 Grad nord­öst­lich des Roten Pla­ne­ten.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und wan­dert recht­läu­fig durch den Krebs. Zur Mit­te des Monats über­schrei­tet er schließ­lich die Gren­ze zum Stern­bild Löwe und bewegt sich zuse­hends auf den Haupt­stern Regu­lus im Löwen zu. Der Rie­sen­pla­net ver­schiebt sei­ne Auf­gän­ge in die­sem Monat in die Zeit vor Mit­ter­nacht. Zu Monats­be­ginn geht der Pla­net um 1:07 Uhr auf (2:07 Uhr Som­mer­zeit). Bis Monats­en­de erfolgt der Auf­gang Jupi­ters schon um 23:30 Uhr. Sei­ne Hel­lig­keit steigt leicht von ‑1,9 auf ‑2,0 mag. Am 18. Okto­ber kann der abneh­men­de Mond nur 6 Grad süd­lich von Jupi­ter am Mor­gen­him­mel auf­ge­fun­den wer­den.

Der Ring­pla­net Saturn ist nur noch im 1. Okto­ber­drit­tel tief im Süd­wes­ten in der Abend­däm­me­rung erkenn­bar und bewegt sich wei­ter recht­läu­fig durch die Waa­ge. Sein öst­li­cher Win­kel­ab­stand zur Son­ne ver­rin­gert sich von anfangs 42 auf nur noch 16 Grad. Zum letz­ten Mal kön­nen wir Saturn wahr­schein­lich am Abend des 10. Okto­ber mit blo­ßem Auge beob­ach­ten. Mit­te des nächs­ten Monats steht der Ring­pla­net dann in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne. Am 1. Okto­ber geht der 0,6 mag hel­le Pla­net um 19:16 Uhr (20:16 Uhr Som­mer­zeit) unter. Am 10. des Monats erfolgt sein Unter­gang bereits um 18:43 Uhr (19:43 Uhr Som­mer­zeit). Am 25. Okto­ber wird Saturn vom zuneh­men­den Mond, kurz nach Son­nen­un­ter­gang, bedeckt, so dass die­ses Ereig­nis rela­tiv schwie­rig zu beob­ach­ten ist, da sich die Bede­ckung noch in der hel­len Abend­däm­me­rung und nied­rig über dem Hori­zont statt­fin­den wird.So ist ein gutes Fern­glas erfor­der­lich, um die Bede­ckung ver­fol­gen zu kön­nen. Bede­ckungs­be­ginn ist, je nach Stand­ort, um 17:20 Uhr. Noch vor dem Aus­tritt ver­sinkt Saturn bereits wie­der unter dem Hori­zont.

Ura­nus erreicht am 7. Okto­ber in den Fischen die Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist dem­zu­fol­ge den gan­ze Nacht zu beob­ach­ten. Mit einer Hel­lig­keit von 5,7 mag ist der Pla­net, unter einem dunk­len Him­mel, theo­re­tisch schon mit blo­ßem Auge sicht­bar. Er befin­det sich zum Oppo­si­ti­ons­zeit­punkt 2,84 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter bzw. 19,014 AE von der Erde ent­fernt. Am Oppo­si­ti­ons­tag geht Ura­nus um 18:24 Uhr Som­mer­zeit auf, erreicht um 0:53 Uhr den Meri­di­an und geht um 7:26 Uhr wie­der unter. Im Fern­rohr erscheint der blass­grü­ne leuch­ten­de Pla­net nur 3,7 Bogen­se­kun­den groß. Im Lau­fe des Monats ver­schie­ben sich sei­ne Meri­diandurch­gangs­zei­ten von anfangs 00:22 Uhr (01:22 Uhr Som­mer­zeit) auf 22:15 Uhr und sei­ne Unter­gangs­zei­ten von anfangs 6:51 Uhr (7:51 Uhr Som­mer­zeit) auf 4:46 Uhr.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun bewegt sich wei­ter immer lang­sa­mer wer­dend rück­läu­fig durch den Was­ser­mann. Er kann vor allem in der 1. Nacht­hälf­te beob­ach­tet wer­den. Die Hel­lig­keit sinkt leicht von anfangs 7,8 auf 7,9 mag. Zu Beginn des Monats steht Nep­tun um 21:52 Uhr (22:52 Uhr Som­mer­zeit) im Meri­di­an und ver­sinkt um 3:06 Uhr (4:06 Uhr Som­mer­zeit) unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Zum Ende des Monats steht der Pla­net schon um 19:52 Uhr im Süden und geht um 1:05 Uhr unter.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to befin­det sich tief über dem süd­west­li­chen Hori­zont im Stern­bild Schüt­ze und been­det in die­sem Monat sei­ne Abend­sicht­bar­keit.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2013 A1 (Siding-Spring) bewegt sich im Okto­ber durch die Stern­bild Skor­pi­on und Schlan­gen­trä­ger und zieht am 19. Okto­ber in nur 135.000 Kilo­me­ter Ent­fer­nung am Pla­ne­ten Mars vor­bei. Bei sei­ner dich­tes­ten Annä­he­rung, gegen 20:30 Uhr Som­mer­zeit, sind bei­de Gestir­ne von unse­rem Stand­ort aus gese­hen bereits unter­ge­gan­gen. Um 19:30 Uhr steht der Mars aber noch gut 7 Grad hoch im Süd­wes­ten und die Son­ne 13 Grad unter dem Hori­zont. Zu die­sem Zeit­punkt befin­det sich der Schweif­stern knapp 4 Bogen­mi­nu­ten vom Mars ent­fernt und könn­te mit einer Hel­lig­keit von 8 mag schon im Tele­skop erkenn­bar sein. An den Fol­ge­aben­den ent­fernt sich Siding-Spring wei­ter in nord­west­li­che Rich­tung vom Mars und bleibt trotz­dem in den Abend­stun­den recht nied­rig über dem Hori­zont. So ist der Komet, auch auf­grund sei­ner wei­ter abneh­men­den Hel­lig­keit, ein eher schwie­ri­ges Objekt.

Der Komet C/2014 E2 (Jac­ques) ist immer noch güns­tig am Abend­him­mel im Stern­bild Adler sicht­bar. Die Hel­lig­keit geht im Lau­fe des Monats von anfangs 9,0 auf 11,0 mag wei­ter zurück. Da sich der Komet ent­lang der Milch­stra­ße bewegt, begeg­net er auch in die­sem Monat eini­gen Deep-Sky-Objek­ten. In der Nacht vom 15. auf den 16. Okto­ber steht er nur 1 Grad vom offe­nen Stern­hau­fen NGC 6755 ent­fernt. Am 27. und 28. Okto­ber steht der Schweif­stern in der Nähe des Kugel­stern­hau­fens NGC 6760 im Adler.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres steht zu nah bei der Son­ne und ist im gesam­ten Monat Okto­ber nicht zu beob­ach­ten.

(3) Juno wan­dert durch den Klei­nen Hund und wech­selt am 11. Okto­ber in den Krebs und eini­ge Tage danach in die Was­ser­schlan­ge. Der Him­mels­kör­per geht zu Monats­be­ginn um 0:24 Uhr (1:24 Uhr Som­mer­zeit) auf. Zum Monats­en­de erfolgt der Auf­gang bereits um 23:28 Uhr. Die Hel­lig­keit nimmt von anfangs 9,5 auf 9,3 mag leicht zu.

Der Aste­ro­id (6) Hebe zieht schnell durch das Stern­bild Eri­da­nus und wird am 11. Okto­ber sta­tio­när. Damit beginnt auch ihre Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Am 20. Okto­ber zieht Hebe nur 0,8 Grad nord­west­lich an Omic­ron Eri­da­ni (4,0 mag) vor­bei. Die Hel­lig­keit des Aste­roi­den steigt von anfangs 8,6 auf 8,1 mag, so dass der Him­mels­kör­per bereits in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen beob­ach­tet wer­den kann. Am 1. Okto­ber geht Hebe um 21:45 Uhr (22:45 Uhr Som­mer­zeit) auf und erreicht um 3:35 Uhr (4:35 Uhr Som­mer­zeit) den Meri­di­an. Bis zum 31. Okto­ber ver­frü­hen sich die Auf­gän­ge auf 20:05 Uhr und die Meri­diandurch­gän­ge auf 1:32 Uhr.

(12) Vic­to­ria kann im Stern­bild Pega­sus auf­ge­fun­den wer­den und ist zu Beginn des Monats noch 9,4 mag hell. Sie wird am 7. des Monats sta­tio­när und been­det ihre Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Am 19. des Monats wird der Aste­ro­id wie­der schwä­cher als 10 mag. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 21:52 Uhr (22:52 Uhr Som­mer­zeit) auf 20:03 Uhr.

Der Aste­ro­id (37) Fides kommt am 9. Okto­ber in den Fischen wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 9,8 mag. Zur Mit­te des Monats wird Fides wie­der schwä­cher als 10 mag. Am 1. Okto­ber geht der Aste­ro­id um 17:45 Uhr (18:45 Uhr Som­mer­zeit) auf und erreicht um 0:31 Uhr (1:31 Uhr Som­mer­zeit) den Meri­di­an. Am 31. Okto­ber über­schrei­tet der Him­mel­kör­per schon um 15:31 Uhr die öst­li­che Hori­zont­li­nie und steht schließ­lich um 22:03 Uhr im Süden.

Meteorströme

Zwi­schen dem 7. und 11. Okto­ber sind die Dra­co­ni­den (auch Gia­co­bi­ni­den bzw. Okto­ber-Dra­co­ni­den genannt) aktiv, des­sen zir­kum­po­la­rer Radi­ant sich etwa 3 Grad öst­lich von Gam­ma Dra­co­nis befin­det. Sie gehen auf den Kome­ten 21P/Gia­co­bi­ni-Zin­ner zurück, der eine Umlauf­zeit von 6,6 Jah­ren besitzt. Lei­der wird der Mond mit sei­nem hel­len Licht die Beob­ach­tung der Dra­co­ni­den nach­hal­tig stö­ren. Die Meteor­häu­fig­keit schwankt recht stark von Jahr zu Jahr. Im Schnitt sind alle 13 Jah­re mit erhöh­ten Fall­ra­ten zu rech­nen. So konn­te im Jah­re 1933 unge­fähr 400 Meteo­re pro Minu­te (!) beob­ach­tet wer­den. Im Jahr 2011 konn­ten inner­halb von einer Stun­de rund 300 Meteo­re regis­triert wer­den. Auch 2012 gab es eine erhöh­te Akti­vi­tät. Im Jahr 2014 wird das Maxi­mum am 6. Okto­ber zwi­schen 21 und 22 Uhr erwar­tet. Bei den Dra­co­ni­den han­delt es sich um äußerst lang­sa­me Stern­schnup­pen mit einer Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von 20 km/s, so dass sie sich gut von spo­ra­di­schen Meteo­ren unter­schei­den.

Vom 2. Okto­ber bis 7. Novem­ber sind die Orio­ni­den aktiv. Das Akti­vi­täts­ma­xi­mum, mit einer stünd­li­chen Zeni­tra­te von 15 bis 30 Meteo­ren pro Stun­de, fin­det in die­sem Jahr in der Nacht vom 22. auf den 23. Okto­ber zwi­schen Mit­ter­nacht und 5 Uhr mor­gens statt. Im Jahr 2007 wur­den sogar mehr als 45 und 2008 bis zu 70 Stern­schnup­pen regis­triert. Der Radi­ant befin­det sich rund 10 Grad nord­öst­lich von Betei­geu­ze. Der abneh­men­de Mond wird die Beob­ach­tung der Orio­ni­den nicht beein­träch­ti­gen. Bei den Orio­ni­den han­delt es sich um schnel­le Stern­schnup­pen, die mit einer Geschwin­dig­keit von 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen und oft lan­ge Nach­leucht­spu­ren hin­ter­las­sen. Mit­un­ter sind auch hel­le Feu­er­ku­geln dabei. Sie gehen auf den berühm­ten Kome­ten 1P/Halley zurück.

Die Nörd­li­chen und Süd­li­chen Tauri­den kön­nen von Sep­tem­ber bis in den Dezem­ber hin­ein beob­ach­tet wer­den. Die Akti­vi­tät der Süd­li­chen Tauri­den beginnt schon am 10. Sep­tem­ber und endet um den 20. Novem­ber. Das Maxi­mum der Süd­li­chen Tauri­den ist um den 10. Okto­ber zu erwar­ten und wer­den eben­falls vom hel­len Licht des Mon­des gestört. Die Nörd­li­chen Tauri­den sind zwi­schen dem 20. Okto­ber und 10. Dezem­ber aktiv, mit einem Maxi­mum am 12. Novem­ber. Zum Maxi­mums­zeit­punkt sind bei bei­den Teil­strö­men rund 5 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die mit einer Geschwin­dig­keit von 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Mit­un­ter sind auch hel­le Feu­er­ku­geln zu beob­ach­ten. Der Mut­ter­kör­per des Tauri­den­stroms ist der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 2P/Encke.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel im Oktober 2014

Der Stern­him­mel am 15. Okto­ber 2014 um 23:00 MESZ

Im Nor­den

Die auf­fäl­li­ge Figur des Gro­ßen Bären hat zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit die unte­re Kul­mi­na­ti­on über dem Nord­ho­ri­zont erreicht. Ver­län­gern wir nun die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Gro­ßen Wagens um das Fünf­fa­che, fin­det man auch den Polar­stern und damit exakt die Nord­rich­tung. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten nun eben­falls lang­sam in Rich­tung Nord­ho­ri­zont hin­ab­steigt, bis auch er die nied­rigs­te Stel­lung im Nor­den erreicht hat. Momen­tan befin­det sich die­ser aber noch auf 7 Uhr Posi­ti­on. West­lich vom Klei­nen Bären ent­de­cken wir auch das Stern­bild Dra­che mit sei­nem auf­fäl­li­gen rau­ten­för­mi­gen Kopf und ober­halb den Kepheus, der gera­de die Zenit­re­gi­on über­schrit­ten hat.
Öst­lich des Kepheus steht das W‑förmige Stern­bild der Kas­sio­peia, das in der nächs­ten Stun­de den Zenit errei­chen wird. Senk­recht unter­halb der Kas­sio­peia im Nord­os­ten befin­den sich der Per­seus und noch wei­ter dar­un­ter das Stern­bild Fuhr­mann, mit der hell leuch­ten­den Kapel­la. Ganz nied­rig im Nord­os­ten ist auch das Stern­bild Zwil­lin­ge soeben über dem Hori­zont erschie­nen. Öst­lich die­ser drei Stern­bil­der befin­den sich die unschein­ba­ren Stern­bil­der Giraf­fe und Luchs. Die­se bestehen aber nur aus sehr schwa­chen Ster­nen, die auch nur unter einem wirk­lich dunk­len Him­mel zu erken­nen sind. Bei guter Hori­zont­sicht, nied­rig im Nord­wes­ten, erken­nen wir die Nörd­li­che Kro­ne und noch einen Teil des Stern­bilds Bären­hü­ter.

Im Osten

Bli­cken wir in Rich­tung Osten, kön­nen wir schon die ers­ten Stern­bil­der des nahen­den Win­ters beob­ach­ten. Genau im Osten steht der rot leuch­ten­de Alde­ba­ran, der Haupt­stern des Stiers, mit dem offe­nen Stern­hau­fen der Hya­den. Auf­fäl­lig in die­sem Stern­bild sind auch die Ple­ja­den – auch Sie­ben­ge­stirn genannt. Es ist ein wei­te­rer offe­ner Stern­hau­fen, der sich unge­fähr in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont befin­det und bei genau­em Hin­se­hen die Form eines klei­nen Wagens besitzt. Ober­halb des Stiers ste­hen der Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la, und das Stern­bild Per­seus. Noch wei­ter in Rich­tung Zenit­re­gi­on ent­de­cken wir die Kas­sio­peia, im Volks­mund auch “Himmels‑W” genannt. Unter­halb des Stiers erschei­nen soeben die nörd­li­chen Aus­läu­fer des Win­ter­stern­bilds Ori­on und tief im Nord­os­ten sind gera­de die Zwil­lin­ge auf­ge­gan­gen. Das Stern­bild besteht aus zwei Ket­ten von Ster­nen, an deren Enden sich die bei­den hel­len Haupt­ster­ne der Zwil­lin­ge Kas­tor und Pol­lux befin­den.
Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Ost­punk­tes, hoch im Süd­os­ten, befin­det sich das Stern­bild Andro­me­da. Unter­halb der Andro­me­da ent­de­cken wir das Nörd­li­che Drei­eck, den Wid­der und ein Teil der Fische. Dar­un­ter schließt sich auch der Wal­fisch an. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont sind schon die ers­ten Ster­ne des Flus­ses Eri­da­nus über dem Hori­zont erschie­nen.

Im Süden

Der gesam­te Süd­him­mel wird nun kom­plett von den Herbst­stern­bil­dern domi­niert. Hoch im Süden steht das mäch­ti­ge Stern­bild Pega­sus. Der lin­ke obe­re Kas­tens­tern des Pega­sus­qua­drats gehört aber nicht mehr zu die­sem Stern­bild, son­dern zum Stern­bild Andro­me­da. In einer dunk­len mond­schein­lo­sen Nacht soll­te hier ein läng­li­cher Nebel­fleck erkenn­bar sein. Hier­bei han­delt es sich um das am wei­tes­ten ent­fern­te Objekt, was man noch mit blo­ßem Auge erken­nen kann: Die Andro­me­da­ga­la­xie in 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­ren Ent­fer­nung. Es ist die nächst grö­ße­rer Nach­bar­ga­la­xie und eine Schwes­ter unse­res eige­nen Milch­stra­ßen­sys­tems. Unter­halb der Andro­me­da befin­den sich die klei­ne­ren Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der sowie das eher unschein­ba­re Stern­bild Fische. Ein Teil die­ses Stern­bilds hat soeben die höchs­te Stel­lung im Süden erreicht.
Unter­halb der Fische befin­det sich der Wal­fisch. West­lich davon ent­de­cken wir den Was­ser­mann. Bei guter Hori­zont­sicht soll­te Fomal­haut, der hel­le Haupt­stern des Süd­li­chen Fisches, erkenn­bar sein, der vor kur­zem den Meri­di­an über­schrit­ten hat. Nied­rig im Süd­wes­ten, und schon im Hori­zont­dunst ver­bor­gen, befin­det sich noch das eher unschein­ba­re Stern­bild Stein­bock über dem Hori­zont.

Im Wes­ten

So lang­sam aber sicher ver­schwin­den nun auch die letz­ten Som­mer­stern­bil­der von der Him­mels­büh­ne. Genau in mitt­le­rer Höhe im Wes­ten steht das Som­mer­drei­eck, das aus den hel­len Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler gebil­det wird. Deneb befin­det sich dabei von allen drei Ster­nen noch am höchs­ten über dem west­li­chen Hori­zont. Ober­halb des Adlers erken­nen wir nach­ein­an­der die deut­lich klei­ne­ren und des­halb eher unauf­fäl­li­gen Stern­bil­der Fül­len, Del­phin, Pfeil und Füchs­chen. Die hel­le Som­mer­milch­stra­ße ver­läuft vom Som­mer­drei­eck aus gese­hen senk­recht in Rich­tung West­ho­ri­zont her­ab. In Rich­tung Zenit erken­nen wir die unschein­ba­re Eidech­se sowie das Stern­bild Kepheus.
Noch hoch im Nord­wes­ten steht der mäch­ti­ge Dra­che, der jetzt im Lau­fe der Nacht immer wei­ter in Rich­tung Nord­west­ho­ri­zont hin­ab­stei­gen wird. Unter­halb sei­nes auf­fäl­li­gen rau­ten­för­mi­gen Kop­fes befin­det sich das Stern­bild Her­ku­les und noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont das Halb­rund der Nörd­li­chen Kro­ne, das nun kurz vor ihrem Unter­gang steht.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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