Meine astronomischen Ziele 2015

Der Mond am 30. Januar 2010Auch in die­sem Jahr hat Ste­fan Gott­hold vom Clear Sky-Blog wie­der zu sei­ner Blog­pa­ra­de auf­ge­ru­fen. Auch ich möch­te mich wie­der dar­an betei­li­gen und hof­fe, dass ich im Jahr 2015 deut­lich mehr zum Beob­ach­ten kom­me. Hier fol­gen also mei­ne (natür­lich auch immer wie­der wet­ter­ab­hän­gi­gen) astro­no­mi­schen Vor­sät­ze für 2015.

Gleich zu Beginn des Jah­res ist ein hel­ler Komet bei uns am Him­mel sicht­bar. Der Komet C/2014 Q2 (Lovejoy) zieht im Janu­ar schnell in Rich­tung Nor­den und kann sogar mit blo­ßem Auge auf­ge­fun­den wer­den. Ich konn­te ihn, wäh­rend einer Wol­ken­lü­cke, just am 7. Janu­ar mit dem 10x70 Fern­glas beob­ach­ten und sah ihn, trotz des noch fast vol­len Mond, mit blo­ßem Auge. Ich hof­fe, dass das schon seit Jah­ren (gefühlt) immer schlech­ter wer­den­de Wet­ter im Win­ter mir kei­nen Strich durch die Rech­nung macht. Denn ich möch­te den Kome­ten auch mal unter einem dunk­len, mond­lo­sen Him­mel beob­ach­ten und ihn nach­ge­führt auf dem Kame­r­achip mei­ner Canon EOS 1000Da ablich­ten. Glück­li­cher­wei­se bleibt der Komet noch bis Ende März in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen sicht­bar. Ein Arti­kel zur Sicht­bar­keit von Lovejoy ist Ende Dezem­ber 2014 in mei­nem Blog erschienen.
Nach Lovejoy ist im Herbst die­sen Jah­res schließ­lich der Komet C/2013 US10 (Cata­li­na) an der Rei­he, der eben­falls so hell wie C/2014 Q2 (Lovejoy) wer­den soll und am bes­ten um die Jah­res­wen­de und noch weit bis in das Früh­jahr 2016 hin­ein sicht­bar blei­ben wird.

Das Jahr 2015 ist mit engen Pla­ne­ten­kon­stel­la­tio­nen am Mor­gen- und vor allem am Abend­him­mel reich geseg­net. Die bei­den inners­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems, Mer­kur und Venus, sind eben­falls im Janu­ar zusam­men am Abend­him­mel sicht­bar. Im Früh­jahr 2012 gelan­gen mir bei bes­tem Wet­ter schö­ne Auf­nah­men von Jupi­ter und Venus in der Abend­däm­me­rung. Im Febru­ar gesellt sich der Abend­stern zum Pla­ne­ten Mars und im Juli ist schließ­lich Jupi­ter an der Rei­he. Im Okto­ber gibt es dann eine regel­rech­te Pla­ne­ten­pa­ra­de mit Venus, Mars und Jupi­ter am Mor­gen­him­mel, zu der sich am 10. Okto­ber die schma­le Mond­si­chel hin­zu gesellt. Bei hof­fent­lich gutem Wet­ter wer­de ich ver­su­chen, die Pla­ne­ten­kon­stel­la­ti­on durch Stim­mungs­auf­nah­men zu dokumentieren.

Ganz oben auf mei­ner Agen­da steht aber die von Deutsch­land aus sicht­ba­re par­ti­el­le Son­nen­fins­ter­nis in den Vor­mit­tags­stun­den des 20. März 2015. Unse­re Süd­kur­ven­ge­mein­de wird sich zu einem gemein­sa­men Tref­fen in Süd­bran­den­burg zusam­men­fin­den und die Fins­ter­nis im Weiß- und H‑Al­pha-Licht beob­ach­ten. natür­lich wer­den wie­der, ähn­lich wie beim Venus­durch­gang 2012, wo wir unheim­li­ches Glück mit dem Wet­ter hat­ten, zahl­rei­che Fotos ent­ste­hen. Ein ent­schei­den­der Punkt zum Gelin­gen die­ses Unter­neh­mens ist natür­lich wie­der ein­mal die deut­sche Wit­te­rung im Früh­jahr, die in den letz­ten Jah­ren eher beschei­den aus­fiel. Die nächs­te von Deutsch­land aus sicht­ba­re Son­nen­fins­ter­nis fin­det näm­lich erst wie­der im Jahr 2021 statt!
Neben der Son­nen­fins­ter­nis im Früh­jahr, ist natür­lich auch die tota­le Mond­fins­ter­nis am 28. Sep­tem­ber 2015 erwäh­nens­wert. Die­se wer­de ich, natür­lich nur wenn das Wet­ter auch mit­spielt, von mei­nem Hei­mat­stand­ort Lüb­ben aus beob­ach­ten. Die­se Fins­ter­nis aber in den Mor­gen­stun­den statt, so dass ich zur Abwechs­lung mal zei­tig auf­ste­hen muss.

Im August gibt es, wie in jedem Jahr, den Stern­schnup­pen­strom der Per­sei­den. Das Maxi­mum fin­det in der Nacht vom 12. auf den 13. August und nur ein Tag vor Neu­mond statt. Der Mete­or­strom ist dem­zu­fol­ge bes­tens zu beob­ach­ten. Aber auch im August hat mir das Wet­ter, jeden­falls in den letz­ten Jah­ren, oft die Beob­ach­tung der Per­sei­den ver­dor­ben. Viel­leicht habe ich 2015 mehr Glück. Die nächs­te Gele­gen­heit, einen ergie­bi­gen Stern­schnup­pen­strom zu beob­ach­ten, ergibt sich vier Mona­te spä­ter in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezem­ber, wenn die Gemi­ni­den ihr Maxi­mum errei­chen. Die Beob­ach­tung gestal­tet sich, auf­grund der kal­ten Wit­te­rung, aber weit­aus unangenehmer.

Auch in die­sem Jahr wer­de ich wie­der eini­ge astro­no­mi­sche Ver­an­stal­tun­gen besu­chen: Nur einen Tag nach der Son­nen­fins­ter­nis fin­det der deutsch­land­wei­te Astro­no­mietag statt, den ich im letz­ten Jahr, auf­grund mei­nes Dienst­plans, nicht besu­chen konn­te. Aber das Wet­ter hat im letz­ten Jahr, pünkt­lich zum Astro­no­mietag, den Stern­freun­den wie­der ein­mal einen Strich durch die Rech­nung gemacht.
Im Früh­ling fin­det auch dies­mal das Süd­bran­den­bur­ger Stern­freun­de­tref­fen (SBST) unse­res Astro­no­mie­ver­eins statt, wo jeder Inter­es­sier­te herz­lich ein­ge­la­den ist. Am 18. April tref­fen sich die Stern­freun­de in Oppel­hain (Elbe-Els­ter), wo wir im letz­ten Jahr das Glück hat­ten, unter einem dunk­len kla­rem Him­mel aber bei kal­ten Minus­tem­pe­ra­tu­ren, den Ster­nen­him­mel zu beobachten.
Und auch der Ter­min des schon zur Tra­di­ti­on gewor­de­nen Herz­ber­ger Tele­skop­tref­fen (HTT) ist stets rot in mei­nem Kalen­der ange­stri­chen. Das 16. HTT fin­det dies­mal zwi­schen dem 17. und 20. Sep­tem­ber statt. Nach dem uner­war­te­ten Tod von Initia­tor Ralf Hof­ner Ende Novem­ber 2014, bin ich des­halb sehr gespannt, was in Zukunft aus dem Tref­fen wird. Im letz­ten Jahr hat­ten wir zum HTT Pech mit dem Wet­ter. Nur in der Nacht von Sams­tag auf Sonn­tag konn­te beob­ach­tet werden.

2014 konn­ten Uwe und ich 9 son­ni­ge Tage auf der Astro­farm Tivo­li in Nami­bia ver­brin­gen. Dort konn­ten wir in jeder Nacht den süd­li­chen Ster­nen­him­mel beob­ach­ten und schaff­ten dadurch mehr als 145 Objek­te manu­ell auf­zu­fin­den. Eine umfang­rei­che Arti­kel­se­rie mit Bil­dern, über unse­re Rei­se zum Süd­him­mel, kann eben­falls in mei­nem Blog nach­ge­le­sen wer­den. Im Dezem­ber 2014 hiel­ten wir einen Vor­trag in der Volks­stern­war­te Dober­lug-Kirch­hain über unse­re Ein­drü­cke auf Tivo­li. Die­sen Vor­trag wer­de wir im Früh­jahr auch für die brei­te­re Öffent­lich­keit hal­ten. Glück­li­cher­wei­se sind die­se Art von Ter­mi­nen wet­ter­un­ab­hän­gig. Ein genau­er Ter­min steht aber noch nicht fest.

Gespannt bin ich in die­sem Jahr natür­lich auch auf die Raum­fahrt­pro­jek­te, vor allem auf die Ankunft der Raum­son­de Dawn beim Zwerg­pla­ne­ten Ceres am 6. März 2015 sowie auf den Vor­bei­flug von New Hori­zon am Zwerg­pla­ne­ten Plu­to am 15. Juli 2015. Es wird sicher­lich wie­der inter­es­san­te und vor allem noch nie dage­we­se­ne Bil­der von die­sen Objek­ten geben.

Und nun zum Vor­satz, den ich regel­mä­ßig nach hin­ten ver­schie­be: Wie in jedem Jahr habe ich mir vor­ge­nom­men, den ver­dreck­ten Haupt­spie­gel mei­nes 8 Zoll Dob­sons zu rei­ni­gen. Viel­leicht habe ich bei Regen­wet­ter im Som­mer mal die Gele­gen­heit dazu.

Wie man sieht hat auch das Jahr 2015 vie­le inter­es­san­te astro­no­mi­sche High­lights zu bie­ten, deren Erfol­ge aller­dings vom Wet­ter abhän­gig sind. Lei­der habe ich zum Ende des Arti­kels den Über­blick ver­lo­ren, wie oft ich denn nun über das Wet­ter gespro­chen habe.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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