Der Sternhimmel im Monat März 2015

Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats fin­den wir den zuneh­men­den Mond in den Zwil­lin­gen. Am 2. des Monats steht er 7 ½ Grad süd­west­lich von Jupi­ter. In den Mor­g­ten­stun­den des 3. März kommt es zu einer Stern­be­de­ckung des 4,3 mag hel­len Sterns Alpha Cnc. Gegen 4:35 Uhr ver­schwin­det der Stern am dunk­len Mond­rand. Am fol­gen­den Abend fin­den wir den Mond 9 Grad west­lich von Regu­lus und am 4. März knapp 6 Grad süd­öst­lich des Haupt­stern des Löwen. Am 5. des Monats ist dann auch die Voll­mond­pha­se erreicht.
Nach der Voll­mond­nacht hält sich unser stil­ler Beglei­ter in der Jung­frau auf und wird nach­fol­gend ein Objekt für die 2. Nacht­hälf­te. Am 8. März kön­nen wir den abneh­men­den Mond nur 3 Grad nörd­lich von Spika in der Jung­frau auf­fin­den. Am Mor­gen des 12. März befin­det sich der Mond nur 2 ½ Grad west­lich von Saturn im Stern­bild der Waa­ge. Nur einen Mor­gen spä­ter steht der abneh­men­de Halb­mond (Letz­tes Vier­tel) im Schlan­gen­trä­ger. Nach­dem der Erd­tra­bant die Stern­bil­der Schüt­ze und Stein­bock hin­ter sich gelas­sen hat, kön­nen wir die sehr schma­le Sichel des Mon­des zum letz­ten Mal am Mor­gen des 18. März dicht über dem öst­li­chen Hori­zont auf­spü­ren. Am 20. März ist dann auch die Neu­mond­pha­se im Stern­bild Fische erreicht. An die­sem Tag fin­det eine tota­le Son­nen­fins­ter­nis in Euro­pa statt, die von Mit­tel­eu­ro­pa aus par­ti­ell aus­fällt. Um 10:36 Uhr wer­den über 70% der Son­nen­schei­be vom Mond bedeckt.
Am 21. März taucht die nun wie­der zuneh­men­de Mond­si­chel, nur 32,5 Stun­den nach Neu­mond, über dem west­li­chen Hori­zont in der Abend­däm­me­rung auf. Nur einen Abend spä­ter befin­det sich die Sichel 3 ½ Grad süd­lich des Abend­sterns Venus. Am 24. März hat der Mond bereits das Stern­bild Stier erreicht und steht dann zwi­schen den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im so genann­ten „Gol­de­nen Tor der Eklip­tik“. Nur einen Abend spä­ter befin­det sich unser stil­ler Beglei­ter 6 ½ Grad öst­lich von Alde­ba­ran, dem Haupt­stern des Stiers. Am 27. des Monats kön­nen wir den zuneh­men­den Halb­mond (Ers­tes Vier­tel) in den Zwil­lin­gen auf­fin­den. Am 29. März steht er 8 ½ Grad süd­west­lich und am 30. März schließ­lich 8 ½ Grad süd­öst­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter. Am letz­ten Abend im März fin­den wir den Mond aber­mals 4 ½ Grad süd­lich von Regu­lus im Löwen.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur stand im letz­ten Monat in einer größ­ten west­li­chen Elon­ga­ti­on von der Son­ne und bleibt im März unsicht­bar, da sich der west­li­che Abstand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn wei­ter ver­rin­gert. Am 6. März steht Mer­kur im Aphel sei­ner Bahn und befin­det sich dann 0,467 AE bzw. 69,8 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt. Am 10. April steht Mer­kur in obe­rer Kon­junk­ti­on mit der Sonne.

Die Venus ist wei­ter­hin Abend­stern und domi­niert den west­li­chen Abend­him­mel kurz nach Son­nen­un­ter­gang. Am 16. März wech­selt Venus vom Stern­bild Fische kom­mend in den Wid­der. Im Lau­fe des Monats sinkt sie auch immer spä­ter unter den Hori­zont. Am 1. März geht der ‑4,0 mag hel­le Abend­stern um 20:32 Uhr unter und am 31. März erst um 22:09 Uhr (23:09 Uhr Som­mer­zeit). Ihre öst­li­cher Win­kel­ab­stand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn nimmt von anfangs 30 auf 36 Grad leicht zu. Ihr schein­ba­rer Durch­mes­ser wächst bis zum Ende des Monats auf gut 14 Bogen­se­kun­den. Der Beleuch­tungs­grad nimmt ab und beträgt am letz­ten Tag des Monats 78%. Am 4. März zieht Venus in nur 5 Bogen­mi­nu­ten nörd­li­chen Abstand am 5,9 mag hel­len Ura­nus vor­bei, was aller­dings schwie­rig zu beob­ach­ten sein wird. An die­sem Abend steht die Venus, gegen 19 Uhr, noch 18 Grad hoch über dem Hori­zont. Am 21. März gesellt sich die schma­le, zuneh­men­de Mond­si­chel zu Mars und am 22. des Monats schließ­lich zu Venus.

Unser roter Nach­bar Mars kann noch in der Abend­däm­me­rung beob­ach­tet wer­den, sinkt dann aber sehr bald unter dem west­li­chen Hori­zont, so dass es ab der Monats­mit­te schwie­rig wird, auch auf­grund der immer spä­ter ein­set­zen­den Däm­me­rung, ihn mit blo­ßem Auge auf­zu­spü­ren. Der öst­li­che Win­kel­ab­stand zur Son­ne sinkt in die­ser Zeit von anfangs 27 auf nur noch 20 Grad. Am 2. März wech­selt Mars in die Fische und ab 30. des Monats in den Wid­der. Im Tele­skop ist das 1,3 mag hel­le Pla­ne­ten­scheib­chen nur 4 Bogen­se­kun­den groß, so dass kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten auf sei­ner Ober­flä­che erkannt wer­den kann. Am 1. März geht Mars um 20:12 Uhr unter. Bis zum 31. März ver­frü­hen sich sei­ne Unter­gangs­zei­ten gering­fü­gig auf 20:25 Uhr (21:25 Uhr Som­mer­zeit). Am 11. des Monats zieht Mars in nur 17 Bogen­mi­nu­ten nörd­li­chen Abstand an Ura­nus vor­bei. Am 21. März gesellt sich die schma­le Mond­si­chel zu Mars und nur einen Abend spä­ter zu Venus.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter ist nach sei­ner Oppo­si­ti­on im Febru­ar immer noch fast die gesam­te Nacht über opti­mal zu beob­ach­ten und wan­dert wei­ter rück­läu­fig durch den Krebs in Rich­tung auf die Pra­e­se­pe (M 44) zu. Zu Beginn des Monats geht Jupi­ter um 22:37 Uhr durch den Meri­di­an und sinkt um 6:18 Uhr unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich die Durch­gangs­zei­ten auf 20:31 Uhr (21:31 Uhr Som­mer­zeit) und die Unter­gangs­zei­ten auf 4:15 Uhr (5:15 Uhr Som­mer­zeit). Jupi­ters Hel­lig­keit geht leicht zurück und beträgt zum Monats­letz­ten ‑2,3 mag. Damit ist der Rie­sen­pla­net nach Mond und Venus das hells­te Objekt am Nacht­him­mel. Im Tele­skop ist das Jupiter­scheib­chen 43 Bogen­se­kun­den groß. Auch nach der Oppo­si­ti­on ist es inter­es­sant, die hells­ten Mon­de des Rie­sen­pla­ne­ten zu beob­ach­ten. In die­sem Jahr fin­den auch gegen­sei­ti­ge Ver­fins­te­run­gen der 4 hells­ten sei­ner Mon­de statt. Des Wei­te­ren kön­nen die zahl­rei­chen Vor­über­gän­ge und Schat­ten­wür­fe der Gali­lei­schen Mon­de auf Jupi­ter beob­ach­tet wer­den. In der Nacht vom 2. auf den 3. März zieht der zuneh­men­de Mond süd­lich an Jupi­ter vorbei.

Der Ring­pla­net Saturn kommt am 14. des Monats im Stern­bild Skor­pi­on zum Still­stand und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Er steht dabei nur ½ Grad nörd­lich von Ny Scor­pii. Er ist ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und geht zum Ende des Monats bereits kurz nach Mit­ter­nacht auf. Sei­ne Hel­lig­keit steigt leicht bis zum Ende Monats von anfangs 0,5 auf 0,3 mag. Wir schau­en zur Zeit mit 25 Grad auf die Nord­sei­te des Rings. Im Tele­skop beträgt sein schein­ba­rer Ring­durch­mes­ser 39 Bogen­mi­nu­ten und sein Äqua­tor­durch­mes­ser 17 Bogen­se­kun­den. Am 1. März geht Saturn um 1:24 Uhr auf. Am 31. März erscheint der Pla­net schon um 23:21 Uhr (0:21 Uhr Som­mer­zeit) über der öst­li­chen Hori­zont­li­nie. Am 12. März zieht der abneh­men­de Mond in nur 2 ½ Grad Abstand an Saturn vorbei.

Ura­nus bewegt sich recht­läu­fig durch die Fische und wird zur Mit­te des Monats hin in der Abend­däm­me­rung unsicht­bar. Die Kon­junk­ti­on zur Son­ne erreicht der 5,9 mag hel­le und bläu­lich-grün leuch­ten­de Pla­net aber erst am 6. April 2015. Am 1. März geht Ura­nus um 20:52 Uhr unter. Bis zum 31. März ver­frü­hen sich die Unter­gän­ge auf 19:03 Uhr (20:03 Uhr Som­mer­zeit). Am 4 März kommt es zu einer engen Kon­junk­ti­on mit der Venus, die nur 6 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich an Ura­nus vor­bei­zieht. Am 11. des Monats wan­dert unser roter Nach­bar Mars nur 17 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich am Pla­ne­ten vor­bei. Bei­de Ereig­nis­se kön­nen mit licht­star­ken Instru­men­ten beob­ach­tet werden.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun bewegt sich recht­läu­fig durch den Was­ser­mann und stand im letz­ten Monat in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne. Erst im April taucht der bläu­li­che und 8,0 mag hel­le Pla­net wie­der am Mor­gen­him­mel auf. Im März bleibt Nep­tun des­halb immer noch in den hel­len Strah­len unse­res Zen­tral­ge­stirns verborgen.

Der nur 14,2 mag hel­le Zwerg­pla­net (134340) Plu­to im Stern­bild Schüt­ze steht immer noch in der Nähe der Son­ne und kann erst zum Ende des Monats hin und kurz vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung nied­rig im Süd­os­ten beob­ach­tet werden.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2014 Q2 (Lovejoy) ist am bes­ten am Abend­him­mel sicht­bar und kann zir­kum­po­lar im Stern­bild Kas­sio­peia, inmit­ten der Win­ter­milch­stra­ße, auf­ge­fun­den wer­den. Die Hel­lig­keit nimmt wei­ter­hin ab und beträgt zu Beginn des Monats 5,5 mag und zum Ende des Monats immer­hin noch 7,5 mag, so dass der Schweif­stern in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pe auf­ge­fun­den wer­den kann. Die 8 Bogen­mi­nu­ten gro­ße Koma ist gut kon­den­siert und in Fern­glä­sern und Tele­sko­pen ist ein 1 bis 2 Grad lan­ger Schwei­fan­satz erkenn­bar. Zwi­schen dem 10. und 12. März steht Lovejoy in der Nähe des offe­nen Stern­hau­fens NGC 4757. Am Mor­gen des 16. März steht der Komet nur 10 Bogen­mi­nu­ten süd­west­lich von Del­ta Cas­sio­pei­ae. Am 17. und 18. März befin­det sich der Schweif­stern etwas mehr als 1 Grad vom hel­len Stern­hau­fen Mes­sier 103 entfernt.
Ein umfang­rei­ches Info­blatt als PDF-Datei mit Ephe­me­ri­den und Auf­such­kar­ten kann hier her­un­ter­ge­la­den werden.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres wan­dert durch den Schüt­zen und wech­selt am 29. März in den Stein­bock. Sie steht aber immer noch zu nah bei der Son­ne und bleibt auch im März unsichtbar.

(2) Pal­las Hel­lig­keit nimmt im Lau­fe des Monats von anfangs 9,9 auf 9,7 mag zu. Der Aste­ro­id bewegt sich durch den Schlan­gen­trä­ger und wech­selt am 29. März schließ­lich in den Her­ku­les. Ihre Auf­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 0:15 Uhr auf 22:02 Uhr (23:02 Uhr Sommerzeit).

Aste­ro­id Nr. 3 Juno wird am 9. März im Stern­bild Krebs sta­tio­när und been­det ihre Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Anschlie­ßend bewegt sich der Him­mels­kör­per wie­der recht­läu­fig durch das Stern­bild. Die Hel­lig­keit sinkt von anfangs 8,8 auf 9,5 mag zum Monats­en­de. Am 1. März steht Juno um 21:41 Uhr im Süden und am 31. März bereits um 19:49 Uhr (20:49 Uhr Sommerzeit).

(4) Ves­ta steht eben­falls noch zu nah bei der Son­ne und bleibt unsichtbar.

(7) Iris kann im Stern­bild Löwe auf­ge­fun­den wer­den und kommt am 6. März, mit einer Hel­lig­keit von 8,9 mag, wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Bis zum Monats­en­de sinkt die­se auf 9,5 mag. Am 7. März wech­selt der Klein­pla­net in den Sex­tan­ten. Zu Beginn des Monats geht Iris um 18:38 Uhr auf und steht um 0:29 Uhr im Süden. Ende März geht der Aste­ro­id bereits um 15:59 Uhr auf (16:59 Uhr Som­mer­zeit) und erreicht um 22:02 Uhr (23:02 Uhr Som­mer­zeit) den Meri­di­an. Am 10. März kann Iris nur 9 Bogen­mi­nu­ten vom 5,9 mag hel­len Stern SAO 137800 auf­ge­fun­den werden.

(8) Flo­ra kann eben­falls im Löwen auf­ge­fun­den wer­den. Am 1. des Monats kul­mi­niert die 9,4 mag hel­le Flo­ra um 23:15 Uhr und am letz­ten Tag des Monats bereits um 21:02 Uhr (22:02 Uhr Som­mer­zeit). In der letz­ten März­wo­che wird der Pla­ne­to­id wie­der schwä­cher als 10 mag.

(20) Mas­sa­lia bewegt sich durch die Jung­frau und wird in der letz­ten März­wo­che wie­der hel­ler als 10 mag. Am 1. März kul­mi­niert Mas­sa­lia um 3:51 Uhr und am 31. März bereits um 1:42 Uhr (2:42 Uhr Sommerzeit).

Der Aste­ro­id Nr. 44 Nysa kommt am 22. März 2015 im Stern­bild Jung­frau wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,4 mag. Zu Beginn des Monats geht der 9,7 mag hel­le Him­mels­kör­per um 19:47 Uhr auf und erreicht um 2:02 Uhr den höchs­ten Punkt im Süden. Bis zum Ende des Monats ist ihre Hel­lig­keit wie­der auf 9,6 mag gefal­len. An die­sem Tag geht Nysa bereits um 17:07 Uhr auf (18:07 Uhr Som­mer­zeit) und erreicht um 23:35 Uhr (0:35 Uhr Som­mer­zeit) den Meri­di­an. Am 15. März steht Nysa nur 9 Bogen­mi­nu­ten vom 5,0 mag hel­len Stern 16 Vir­gi­nis entfernt.

Der Aste­ro­id (354) Eleo­no­ra kommt am 5. März 2015 im Löwen in eine sehr güns­ti­ge Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,6 mag. Ab der letz­ten März­wo­che ist ihre Hel­lig­keit aller­dings wie­der auf unter 10 mag gefal­len. Am 1. März geht Eleo­no­ra um 17:19 Uhr auf und steht um 0:58 Uhr im Meri­di­an. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich ihre Auf­gän­ge auf 14:28 Uhr (15:28 Uhr Som­mer­zeit) und ihre Meri­diandurch­gän­ge auf 22:36 Uhr (23:36 Uhr Som­mer­zeit). Am 19. März kann der 2,6 mag hel­le Stern Del­ta Leo sehr gut als Auf­such­hil­fe für den Aste­ro­iden die­nen. Bei­de Him­mels­kör­per ste­hen am Mor­gen nur 7 Bogen­mi­nu­ten von­ein­an­der entfernt.

(532) Her­cu­li­na kann im Stern­bild Kopf der Schlan­ge auf­ge­fun­den wer­den und wird im 2. März­drit­tel wie­der hel­ler als 10 mag. Bis zum Monats­en­de hat die Hel­lig­keit auf 9,7 mag zuge­nom­men. Die Auf­gangs­zei­ten von Her­cu­li­na ver­frü­hen sich von anfangs 23:37 Uhr auf 21:46 Uhr (22:46 Uhr Sommerzeit).

Meteorströme

Im gesam­ten Monat März sind die Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on am bes­ten zu beob­ach­ten, die ihren aus­ge­dehn­ten Aus­strah­lungs­punkt in den Stern­bil­dern Löwe und Jung­frau haben. Zu die­ser so genann­ten Ant­he­lionquel­le wer­den nach neue­ren Meteor­lis­ten auch die Vir­gi­ni­den gezählt. Im Mit­tel sind hier nicht mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de zu erwar­ten, die mit einer Geschwin­dig­keit von 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re eindringen.

Seit neus­tem sind die Eta-Vir­gi­ni­den, als ein eige­ner Teil­strom der Ant­he­lionquel­le, iden­ti­fi­ziert, die ihr schwa­ches Maxi­mum am 18. März errei­chen. Der Radi­ant liegt unge­fähr an der Posi­ti­on RA: 184° und Dec: +4°. Als Ursprungs­kör­per gilt der Komet D/1766 G1 (Hel­fenz­rie­der).

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel im März 2015

Der Stern­him­mel am 15. März 2015 um 22:00 MEZ

Im Nor­den

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat der Gro­ße Bär schon fast den Zenit erreicht und befin­det sich im Nord­os­ten hoch über unse­ren Köp­fen. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, haben wir auch den Polar­stern gefun­den, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun auf 3 Uhr Posi­ti­on befin­det. Unter­halb davon steht der Dra­che, der sich um den Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären her­um­schlän­gelt und sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont schon längst über­schrit­ten hat. Er wird bis zum Mor­gen­grau­en lang­sam wie­der empor­stei­gen. Unter­halb des Polar­sterns fällt noch die Rau­te des Stern­bilds Kepheus auf. Es steht nahe­zu in sei­ner tiefs­ten Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont, auch unte­re Kul­mi­na­ti­on genannt. Direkt west­lich davon schließt sich die Kas­sio­peia an, die die Form des Buch­sta­ben „W“ besitzt und des­halb auch als „Himmels‑W“ bezeich­net wird.
Bei sehr guter Hori­zont­sicht über dem Nord­punkt des Hori­zonts kann man noch Deneb im Schwan erken­nen, der gera­de sei­ne unte­re Kul­mi­na­ti­on über­schrit­ten hat. Wei­ter öst­lich davon ent­de­cken wir auch die hel­le Wega im Stern­bild der Lei­er. Auf der ande­ren Sei­te des Nord­punk­tes steht das unschein­ba­re Stern­bild Eidech­se und noch wei­ter west­lich die Andro­me­da. Dar­über befin­det sich der Per­seus. Noch wei­ter in Rich­tung Zenit ent­de­cken wir das unschein­ba­re Stern­bild der Giraf­fe, das aller­dings nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird von einem hel­len, oran­ge­far­be­nen Stern domi­niert. Hier­bei han­delt es sich um Ark­tur, der Haupt­stern des Stern­bilds Bären­hü­ter, der jetzt genau den Ost­punkt die­ses Him­mels­ab­schnitts mar­kiert und noch recht tief über dem Hori­zont steht. Direkt über dem Bären­hü­ter, in gro­ßer Höhe, fällt das Stern­bild Gro­ßer Bär auf. Sei­ne Kas­ten­ster­ne haben nun schon fast den Zenit erreicht. Zwi­schen Bären­hü­ter und Gro­ßer Bär, in hal­ber Höhe über dem Hori­zont, befin­den sich die unschein­ba­ren Stern­bil­der der Jagd­hun­de sowie das Haar der Bere­ni­ke, mit dem aus­ge­dehn­ten Coma-Stern­hau­fen (Melot­te 111), der aber nur unter dunk­lem Him­mel und ohne stö­ren­des Mond­licht zu erken­nen ist. Am bes­ten benutzt man des­halb einen Feld­ste­cher, um den Stern­hau­fen zu beobachten.
Bei guter Hori­zont­sicht, nied­rig im Nord­os­ten, kön­nen wir das Stern­bild Her­ku­les und den Ster­nen­halb­kreis der nörd­li­chen Kro­ne erken­nen. Auf der ande­ren Sei­te des Ost­punk­tes, im Süd­os­ten, sind auch schon die rei­chen Gala­xien­fel­der im Stern­bild Jung­frau auf­ge­gan­gen. Der weiß erschei­nen­de Haupt­stern der Jung­frau Spika befin­det sich aber noch sehr tief über dem Süd­ost­ho­ri­zont. Ober­halb der Jung­frau strebt der mäch­ti­ge Löwe schon sei­ner höchs­ten Stel­lung entgegen.

Im Süden

In mitt­le­rer Höhe über dem Süd­ho­ri­zont hat soeben das unschein­ba­re Stern­bild Krebs den Meri­di­an über­schrit­ten. Hier kann man in einer dunk­len und mond­schein­lo­sen Nacht den offe­nen Stern­hau­fen Mes­sier 44, der auch als Pra­e­se­pe bzw. Krip­pe bekannt ist, als mat­ten Licht­fleck erken­nen. In die­sem Stern­bild steht zur Zeit auch Rie­sen­pla­net Jupi­ter, der das hells­te Him­mels­ob­jekt in die­sem Him­mels­ab­schnitt mar­kiert. Wei­ter in Rich­tung Wes­ten befin­den sich die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Meri­di­ans steht der Löwe, der in der nächs­ten Stun­de sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden errei­chen wird. Wei­ter in Rich­tung Zenit sind die unschein­ba­ren Stern­bil­der Klei­ner Löwe und die Ster­nen­ket­te des Luchs kaum auffällig.
Direkt unter­halb des Kreb­ses fin­den wir den Kopf und ein Teil des Rump­fes der Was­ser­schlan­ge, die sich zum Süd­ost­ho­ri­zont hin­ab schlän­gelt. Dort befin­den sich auch die bei­den deut­lich klei­ne­ren Stern­bil­der Rabe und Becher. Auf der ande­ren Sei­te des Meri­di­ans steht in glei­cher Höhe noch Siri­us im Stern­bild Gro­ßer Hund, der der hells­te Stern an unse­rem Him­mel ist. Dar­über soll­ten auf­merk­sa­me Beob­ach­ter das unschein­ba­re Stern­bild Ein­horn erken­nen kön­nen. Noch wei­ter höher befin­det sich noch der hel­le Stern Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund.

Im Wes­ten

In west­li­cher Rich­tung haben sich nun fast alle Stern­bil­der des Win­ter­him­mels ver­sam­melt. Des­halb wird die­ser Abschnitt des Him­mels von einer Viel­zahl hel­ler Stern geprägt, die im wei­te­ren Ver­lauf der Nacht aber alle unter­ge­hen wer­den. Die hells­ten Ster­ne die­ser Him­mels­re­gi­on bil­den das so genann­te Win­ter­sechs­eck, das durch die Ster­ne Alde­ba­ran im Stier, Rigel im Ori­on, Siri­us im Gro­ßen Hund, Pro­kyon im Klei­nen Hund sowie Pol­lux in den Zwil­lin­gen mar­kiert wird.
Das Stern­bild Stier, mit den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den, befin­det sich nun in gerin­ger Höhe über dem west­li­chen Hori­zont. Die Ple­ja­den sind sogar sehr leicht mit blo­ßem Auge erkenn­bar und bie­ten einen herr­li­chen Anblick im Fern­glas. Links neben dem Stier sinkt nun auch der Him­mels­jä­ger Ori­on lang­sam immer tie­fer zum Hori­zont her­ab. Ober­halb des Him­mels­jä­gers ste­hen die Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Ober­halb des Stiers ent­de­cken wir noch den Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la und noch wei­ter höher die unschein­ba­ren Stern­bil­der Luchs und die Giraf­fe, die aller­dings nur aus sehr schwa­chen Ster­nen bestehen und dem­zu­fol­ge schwie­rig zu erken­nen sind. Im Nord­wes­ten sinkt nun auch das Stern­bild Per­seus immer wei­ter Rich­tung Hori­zont her­ab. Hier stellt der Dop­pel­stern­hau­fen h und Chi Per ein wun­der­schö­nes Objekt dar, der in jedem Instru­ment einen herr­li­chen Anblick bie­tet. Auch mit blo­ßem Auge ist der Dop­pel­stern­hau­fen als hel­ler Licht­fleck zu erken­nen. Mit Andro­me­da, Drei­eck und Wid­der, tief im Nord­wes­ten, ver­schwin­den nun auch die letz­ten Boten des Herbsthimmels.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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