Der Sternhimmel im Monat April 2015

Der Lauf des Mondes

Am 1. Abend des Monats April fin­den wir den zuneh­men­den Mond im Stern­bild Löwe. Der Mond wan­dert wei­ter in Rich­tung Osten über den Him­mel und steht am 3. des Monats in der Jung­frau. Am 4. April ist schließ­lich die Voll­mond­pha­se erreicht und im Pazi­fik, in Ozea­ni­en, Neu­see­land, Aus­tra­li­en, Alas­ka sowie in Tei­len der Ark­tis kann eine tota­le Mond­fins­ter­nis beob­ach­tet wer­den. In Mit­tel­eu­ro­pa ist die Fins­ter­nis unsicht­bar, weil sich der Mond zu Beginn schon weit unter dem Hori­zont befin­det. Am Abend des sel­ben Tages befin­det sich der Voll­mond nur 5 Grad nord­west­lich von Spi­ka, dem Haupt­stern des Stern­bilds Jung­frau.
Nach der Voll­mond­nacht wird unser Erd­tra­bant mehr und mehr ein Objekt für die 2. Nacht­hälf­te. Am 5. des Monats kön­nen wir ihn nur 8 ½ Grad öst­lich von Spi­ka ent­fernt auf­spü­ren. Einen Abend spä­ter hat der Mond bereits die Waa­ge erreicht und befin­det sich am 8. April früh mor­gens nur 5 ½ Grad west­lich von Saturn. Einen Mor­gen spä­ter steht er nur 8 ½ Grad öst­lich von Ant­ares. Unser Erd­tra­bant, Ant­ares und Saturn bil­den an die­sem Mor­gen ein annä­hernd gleich­sei­ti­ges Drei­eck. Am Mor­gen des 12. April steht der abneh­men­de Halb­mond (Letz­tes Vier­tel) im Schüt­zen. Unser stil­ler Beglei­ter wan­dert nun durch Him­mels­re­gio­nen, die nur schwa­che Ster­ne ent­hal­ten und pas­siert nach­ein­an­der die Stern­bil­der Stein­bock und Was­ser­mann. Am Mor­gen des 16. April kön­nen wir dann zum letz­ten Mal die dün­ne Mond­si­chel in der Däm­me­rung auf­spü­ren, bis am 8. des Monats schließ­lich die Neu­mond­pha­se erreicht ist.
Nach der Neu­mond müs­sen wir und noch bis zum 20. April gedul­den, bis die schma­le und nur 47 ½ Stun­den alte Mond­si­chel über dem west­li­chen Hori­zont in der Abend­däm­me­rung erscheint. Die Sichel befin­det sich dabei nur 9 Grad süd­lich der Ple­ja­den im Stern­bild Stier. Unter sehr guten Sicht­be­din­gun­gen kön­nen wir sie aber schon einen Abend zuvor nied­rig über dem west­li­chen Hori­zont und mit Hil­fe eines Fern­gla­ses ent­de­cken. Am Abend des 21. April befin­det sich die dün­ne Sichel nur 1 Grad nord­öst­lich von Alde­ba­ran, inmit­ten der Hya­den, und nur 7 Grad süd­lich des Abend­sterns Venus. Unser Mond steht an den Fol­ge­aben­den nun immer etwas höher über dem Hori­zont und durch­läuft nach­ein­an­der die Stern­bil­der Stier, Zwil­lin­ge und Krebs. Am 26. April steht der Halb­mond im Ers­ten Vier­tel und nur 6 ½ Grad süd­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter. Nur einen Abend spä­ter kön­nen wir ihn 5 Grad süd­west­lich von Regu­lus im Löwen auf­spü­ren. Am letz­ten Abend des Monats erreicht unser Erd­tra­bant aber­mals die Jung­frau.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur ist ab dem letz­ten Monats­drit­tel, auch Dank der stei­len Eklip­tik­la­ge, güns­tig am Abend­him­mel sicht­bar und bie­tet die bes­te Abend­sicht­bar­keit des Jah­res 2015. Am 10. April befin­det sich Mer­kur jedoch noch in obe­rer Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Danach ent­fernt sich der Pla­net schnell in öst­li­cher Rich­tung von ihr, bis sein Abstand, zum Ende des Monats hin, auf gut 19 Grad ange­wach­sen ist. Am 19. April steht der Pla­net im Peri­hel sei­ner Bahn. Am 20. April kann man ver­su­chen, den -1,3 mag hel­len Pla­ne­ten nied­rig im Wes­ten in der Abend­däm­me­rung und mit Hil­fe eines Fern­gla­ses auf­zu­spü­ren. Rund 20 Minu­ten nach Son­nen­un­ter­gang steht Mer­kur noch 6 ½ Grad hoch über dem Hori­zont. Bis Monats­en­de ist sei­ne Hel­lig­keit wie­der auf -0,5 mag gefal­len, aller­dings steigt er nun auch immer höher über dem Hori­zont. Die bes­te Sicht­bar­keit ergibt sich zwi­schen dem 26. April bis 6. Mai 2015. Am 20. April geht der inners­te Pla­net um 18:41 Uhr unter. Bis zum 30. April ver­spä­ten sich die Mer­kur­un­ter­gän­ge auf 22:30 Uhr Som­mer­zeit. Am 23. April zieht Mer­kur knapp 1,5 Grad nörd­lich am Pla­ne­ten Mars vor­bei, was aber nur im Fern­glas und bei kla­rem Him­mel zu beob­ach­ten ist. Zum Monats­en­de steht der Pla­net knapp 2 Grad süd­lich der Ple­ja­den.

Die Venus ist das Glanz­stück des Abend­him­mels und steht bei Däm­me­rungs­be­ginn schon sehr hoch über dem Hori­zont. Bis Ende April steigt ihr öst­li­cher Win­kel­ab­stand von der Son­ne auf 42 Grad und ihre Hel­lig­keit auf -4,1 mag. Am 7. April wech­selt die Venus recht­läu­fig vom Wid­der in den Stier. Am 10. April zeigt sich das 15 Bogen­se­kun­de gro­ße Venus­scheib­chen zu 75% beleuch­tet. Am 18. April steht sie im Peri­hel ihrer Bahn. Zu Beginn des Monats sinkt die Venus um 23:12 Uhr unter den Hori­zont. Bis zum 30. April ver­spä­ten sich ihre Unter­gän­ge auf 0:33 Uhr Som­mer­zeit. Am 11. des Monats zieht der Abend­stern nur 2,5 Grad süd­lich an den Ple­ja­den vor­bei. Am 21. April steht sie 7 Grad nörd­lich von Alde­ba­ran, dem Haupt­stern des Stern­bilds Stier. Auch die schma­le Sichel des zuneh­men­den Mon­des befin­det sich an die­sem Abend nur 7 Grad süd­lich des Abend­sterns.

Unser roter Nach­bar Mars bewegt sich recht­läu­fig durch den Wid­der und zieht sich ab der 2. April­wo­che end­gül­tig vom Abend­him­mel zurück. Er kann gege­be­nen­falls noch mit einem Fern­glas dicht über dem west­li­chen Hori­zont auf­ge­spürt wer­den. Erst im August taucht der Pla­net wie­der am Mor­gen­him­mel auf. Zu Beginn des Monats geht Mars um 21:25 Uhr unter. Bis zur Mit­te des Monats erfolgt sein Unter­gang bereits um 21:30 Uhr Som­mer­zeit. Am 23. April zieht Mer­kur in nur 1,4 Grad nörd­li­chen Abstand am Roten Pla­ne­ten vor­bei.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter ist immer noch fast die gesam­te Nacht, bis weit nach Mit­ter­nacht hin­ein, im Stern­bild Krebs sicht­bar und bewegt sich zunächst wei­ter rück­läu­fig durch die­ses Stern­bild. Am 8. des Monats wird der Pla­net sta­tio­när und wan­dert anschlie­ßend wie­der recht­läu­fig durch den Tier­kreis. Damit endet auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Er steht aber zu Beginn der Nacht schon hoch im Süden. Auch die Hel­lig­keit des Jupi­ters geht etwas zurück von anfangs -2,3 auf -2,1 mag. Damit ist der Rie­sen­pla­net nach Mond und Venus das hells­te Objekt am Nacht­him­mel und domi­niert die­sen nach dem Ver­schwin­den der Venus unter dem west­li­chen Hori­zont. Am 1. April geht Jupi­ter um 5:11 Uhr unter. Bis zum 30. April ver­frü­hen sich die Unter­gangs­zei­ten auf 3:18 Uhr Som­mer­zeit. In der Nacht vom 26. auf den 27. April läuft der zuneh­men­de Halb­mond nur 6,5 Grad süd­lich am Rie­sen­pla­ne­ten vor­bei.

Saturn bewegt sich rück­läu­fig durch den nörd­li­chen Bereich des Stern­bilds Skor­pi­on und wird zum Pla­ne­ten für die gesam­te Nacht. Er kann in der Nähe von Beta Scor­pii beob­ach­tet wer­den. Ende Mai steht der Ring­pla­net schließ­lich in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Auf­grund sei­ner Lage in den süd­li­chen Berei­chen der Eklip­tik, erreicht der Pla­net von unse­ren Brei­ten aus gese­hen kei­ne gro­ße Kul­mi­na­ti­ons­hö­he über dem Hori­zont. Im Fern­rohr erscheint der 0,2 mag hel­le Pla­net 18 Bogen­se­kun­den und sein Ring­sys­tem 41 Bogen­se­kun­den groß. Am 1. April geht der Ring­pla­net um 0:17 Uhr auf und steht um 4:40 in einer Höhe von 19 Grad im Süden. Am 30. April pas­siert Saturn bereits um 22:15 Uhr die süd­öst­li­che Hori­zont­li­nie und steht um 2:42 Uhr Som­mer­zeit im Meri­di­an.

Ura­nus steht am 6. April im Stern­bild Fisch in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und ist nicht beob­acht­bar. Am Tag der Kon­junk­ti­on befin­det sich der grün­lich leuch­ten­de Pla­net 21 AE bzw. 3,14 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt.

Der bläu­lich leuch­ten­de und nur 7,9 mag hel­le äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun bewegt sich recht­läu­fig durch das Stern­bild Was­ser­mann und steht noch zu nah bei der Son­ne, um ihn am Mor­gen­him­mel auf­spü­ren zu kön­nen.

Der 14,2 mag hel­le Zwerg­pla­net (134340) Plu­to wird am 17. April im Schüt­zen sta­tio­när und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Erst am 6. Juni 2015 erreicht Plu­to die Oppo­si­ti­on zur Son­ne.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2014 Q2 (Love­joy) ist zir­kum­po­lar und zieht im April wei­ter durch das Stern­bild Kas­sio­peia in Rich­tung auf Pola­ris zu, wobei er wie­der güns­ti­ger am Nacht­him­mel zu sehen ist. Er ist immer noch ein Objekt für Fern­glä­ser und klei­ne Tele­sko­pe wobei sei­ne Hel­lig­keit in die­sem Monat von anfangs 7,0 auf 8,5 mag wei­ter absinkt.
Ein umfang­rei­ches Info­blatt als PDF-Datei mit Ephe­me­ri­den und Auf­such­kar­ten kann hier her­un­ter­ge­la­den wer­den.

Der Komet C/2013 A1 Siding Spring ist eben­falls zir­kum­po­lar und bewegt sich vom Stern­bild Her­ku­les kom­mend in den Dra­chen. Mit einer Hel­lig­keit von knapp 12 mag ist er aller­dings ein Objekt für etwas grö­ße­re Tele­sko­pe von rund 8 Zoll Öff­nung. In der Nacht vom 16. auf den 17. April zieht der Schweif­stern an der 12,7 mag hel­len Gala­xie IC 1211 vor­bei. Am letz­ten Abend des Monats begeg­net der Komet die Gala­xie NGC 5907, die mit knapp 11 mag deut­lich hel­ler ist als der Komet.

Der 9 Magnitu­den hel­le Zwerg­pla­net (1) Ceres wan­dert durch den Stein­bock und geht zu Monats­be­ginn erst um 4:48 Uhr auf. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich die Auf­gän­ge auf 3:23 Uhr Som­mer­zeit

(2) Pal­las kann im Stern­bild Her­ku­les auf­ge­fun­den wer­den und eilt wei­ter in Rich­tung Nor­den. Am 19. April wird er sta­tio­när und bewegt sich anschlie­ßend wie­der rück­läu­fig durch die­ses Stern­bild. Sei­ne Hel­lig­keit steigt leicht von anfangs 9,7 auf 9,5 mag. Am 1. April geht Pal­las um 22:58 Uhr auf und am 30. April bereits um 20:30 Uhr Som­mer­zeit. Am frü­hen Mor­gen des 10. April steht der Aste­ro­id nur 8 Bogen­mi­nu­ten vom 4,7 mag hel­len Stern 93 Her­cu­lis ent­fernt. Am 23. des Monats befin­det sich Pal­las nur 4 ½ Bogen­mi­nu­ten von SAO 146239 (6,3 mag) ent­fernt.

(3) Juno bewegt sich durch den Krebs und ist zu Monats­be­ginn noch 9,5 mag hell. Ab 23. April wird der Aste­ro­id wie­der schwä­cher als 10 mag. Zu Beginn des Monats geht Juno um 3:58 Uhr unter. Bis zum Ende des Monats ver­frü­hen sich sei­ne Unter­gän­ge auf 2:36 Uhr Som­mer­zeit.

Aste­ro­id Nr. 7 Iris kann im Stern­bild Sex­tan­ten auf­ge­fun­den wer­den und kul­mi­niert zu Monats­be­ginn um 22:57 Uhr Som­mer­zeit. Ende April steht der Him­mels­kör­per bereits zwei Stun­den frü­her im Meri­di­an. Die Hel­lig­keit sinkt von anfangs 9,8 auf 10,2 mag zum Monats­letz­ten.

(11) Par­then­o­pe kommt am 24. April 2015 im Stern­bild Jung­frau wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,7 mag. Zu Beginn des Monats geht die 10,3 mag hel­le Par­then­o­pe um 21:32 Uhr auf und kul­mi­niert um 03:01 Uhr Som­mer­zeit. Bis zum Ende des Monats ver­frü­hen sich ihre Auf­gän­ge auf 19:01 Uhr und die Meri­diandurch­gän­ge auf 0:39 Uhr. Bis Ende April hat ihre Hel­lig­keit wie­der auf 9,8 mag abge­nom­men. Am 6. April steht Par­then­o­pe nur 4,5 Bogen­mi­nu­ten vom 5,4 mag hel­len Stern 106 Vir­gi­nis ent­fernt. Am 26. April läuft der Aste­ro­id über die 11,5 mag hel­le Gala­xie NGC 5493 hin­weg.

(20) Mas­sa­lia kommt am 20. April 2015 eben­falls im Stern­bild Jung­frau in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 9,3 mag. Am 1. April geht der 9,8 mag hel­le Klein­pla­net um 21:38 Uhr auf und steht um 2:37 Uhr im Süden. Bis Ende des Monats sinkt die Hel­lig­keit wie­der auf 9,7 mag. Am 30. April erscheint Mas­sa­lia bereits um 19:04 Uhr über der öst­li­chen Hori­zont­li­nie und steht um 0:12 Uhr Som­mer­zeit im Süden.

Aste­ro­id Nr. 44 Nysa kann im Stern­bild Jung­frau auf­ge­fun­den wer­den und ist zu Monats­be­ginn noch 9,6 mag hell. Mit­te April wird der Him­mels­kör­per wie­der schwä­cher als 10 mag. Am 1. April kul­mi­niert Nysa um 0:30 Uhr und am 30. April bereits um 22:21 Uhr Som­mer­zeit.

(532) Her­cu­li­na bewegt sich durch den Kopf der Schlan­ge und steht zu Monats­be­ginn um 4:50 Uhr im Süden. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich die Meri­diandurch­gän­ge auf 2:46 Uhr Som­mer­zeit. Her­cu­li­nas Hel­lig­keit steigt um 0,4 Grö­ßen­klas­sen von anfangs 9,6 auf 9,2 mag.

Meteorströme

Vom 16. bis 25. April tau­chen die Lyri­den auf, deren Aus­strah­lungs­punkt sich rund 7 Grad süd­west­lich von Wega im Stern­bild Lei­er befin­det. Mit 49 km/s han­delt es sich um mit­tel­schnel­le Meteo­re, mit einem nicht sehr aus­ge­präg­ten Maxi­mum in der Nacht vom 22. auf den 23. April. Die bes­te Beob­ach­tungs­zeit liegt in den Stun­den zwi­schen 22 Uhr und 4 Uhr mor­gens. Zum Maxi­mums­zeit­punkt sind im Schnitt etwa 10 bis 20 Stern­schnup­pen zu erwar­ten – dar­un­ter auch eini­ge hel­le Exem­pla­re. Der zuneh­men­de Mond wird mit sei­nem Licht die Beob­ach­tung der Lyri­den nicht stö­ren, weil die­ser schon vor Mit­ter­nacht unter­ge­hen wird. Das eigent­li­che Maxi­mum wird am 23. April, für Mit­tel­eu­ro­pä­er sehr güns­tig, um 2 Uhr mor­gens ein­tre­ten, wenn der Radi­ant der Lyri­den schon in guter Beob­ach­tungs­hö­he am Him­mel steht. Die Lyri­den sind immer wie­der für Über­ra­schun­gen gut: Im Jahr 1982 wur­den zum Bei­spiel 90 Meteo­re pro Stun­de beob­ach­tet. Ein wei­te­rer Aus­bruch fand im Jahr 1922 statt, als 100 Meteo­re pro Stun­de regis­triert wur­den. In den kom­men­den zwei Jah­ren wird außer­dem noch mit einer erhöh­ten Akti­vi­tät die­ses Mete­or­stroms gerech­net. Als Ursprungs­kör­per des Mete­or­stroms gilt der lang­pe­ri­odi­sche Komet C/1961 G1 That­cher, der eine Umlauf­zeit von 415 Jah­ren besitzt.

Die spo­ra­di­schen Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on, auch Ant­he­lionquel­le genannt, sind eben­falls im gesam­ten Monat April zu beob­ach­ten. Die Radi­an­ten­po­si­ti­on bewegt sich dabei vom Stern­bild Jung­frau in die Waa­ge. Durch die süd­li­che Dekli­na­ti­on des Radi­an­ten sind im Schnitt nicht mehr als 1 bis 2 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten von 30 km/s besit­zen.

Im letz­ten Aprild­rit­tel tau­chen auch schon die ers­ten Eta-Aquari­den auf, die Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten von 66 Kilo­me­tern pro Sekun­de besit­zen. Auf­grund der nied­ri­gen Radi­an­ten­stel­lung über dem Hori­zont, erzeu­gen die Eta-Aquari­den lan­ge Spu­ren am Nacht­him­mel.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel im April 2015

Der Stern­him­mel am 15. April 2015 um 23:00 MESZ

Im Nor­den

Bli­cken wir zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit senk­recht nach oben in Rich­tung Zenit, ent­de­cken wir das Stern­bild des Gro­ßen Bären mit der ein­präg­sa­men Figur des Gro­ßen Wagens. Das bekann­tes­te aller Stern­bil­der der Nord­halb­ku­gel hat nun sei­ne höchs­te Stel­lung hoch über unse­ren Köp­fen erreicht. Um den Polar­stern auf­zu­fin­den – und damit die Nord­rich­tung zu bestim­men – ver­län­gern wir die bei­den hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che. Der Polar­stern ist Teil des Stern­bilds Klei­ner Bär, des­sen Kas­ten­ster­ne in der nächs­ten Stun­de ihre höchs­te Stel­lung im Nor­den ein­neh­men wer­den. Wei­ter öst­lich schlän­gelt sich das Stern­bild Dra­che um den Klei­nen Wagen her­um. Wei­ter west­lich vom Klei­nen Bären gele­gen kön­nen auf­merk­sa­me Beob­ach­ter noch die schwa­chen Ster­ne der unschein­ba­ren Stern­bil­der Giraf­fe und Luchs aus­ma­chen.
Unter­halb des Polar­sterns hat soeben der Kepheus sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont über­schrit­ten. West­lich vom Kepheus ent­de­cken wir noch die Kas­sio­peia, das “Him­mels-W”. Im Nord­wes­ten steht der Per­seus und etwas ober­halb davon der hel­le Stern Capel­la im Stern­bild Fuhr­mann. Im Nord­os­ten stei­gen die Som­mer­stern­bil­der Schwan und Lei­er, mit den hel­len Haupt­ster­nen Deneb und Wega, eben­falls lang­sam höher.

Im Osten

In mitt­le­rer Höhe im Osten steht das Stern­bild Bären­hü­ter, des­sen röt­li­cher Haupt­stern Ark­tur der auf­fäl­ligs­te Stern in die­sem Him­mels­ab­schnitt ist. Vom Bären­hü­ter aus gese­hen steht ober­halb die­ses Stern­bilds die Figur des Gro­ßen Wagens, des­sen Deich­sel nun genau in Rich­tung Ost­punkt zeigt. Die Kas­ten­ster­ne befin­den sich noch wei­ter oben im Zenit. Rechts von der Deich­sel aus­ge­hend befin­den sich die Jagd­hun­de und noch wei­ter im Süd­os­ten das Haar der Bere­ni­ke. In die­sem Stern­bild, das nur aus schwa­chen Ster­nen besteht, kann man in einer kla­ren mond­lo­sen Nacht den Coma-Stern­hau­fen Melot­te 111 erken­nen.
Unter­halb des Bären­hü­ters befin­den sich das Halb­rund des Stern­bilds Nörd­li­che Kro­ne, der unschein­ba­re Her­ku­les sowie der Kopf der Schlan­ge, die vom mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­ger getra­gen wird. Die Ster­ne des Schlan­gen­trä­gers befin­den sich aber noch zum größ­ten Teil unter dem Ost­ho­ri­zont. Ein wei­te­rer Stern, dicht über dem Nord­ost­ho­ri­zont, zieht unse­re Bli­cke auf sich. Hier­bei han­delt es sich um den hel­len und weiß leuch­ten­den Haupt­stern Wega im Stern­bild der Lei­er. Noch wei­ter höher steht der rau­ten­för­mi­ge Kopf des Stern­bilds Dra­che.

Im Süden

Die Früh­lings­stern­bil­der haben nun end­lich den gesam­ten Süd­him­mel über­nom­men. Als ers­tes fällt noch in gerin­ger Höhe über dem Süd­ost­ho­ri­zont der hel­le und weiß­lich leuch­ten­de Stern Spi­ca im Stern­bild Jung­frau auf. Das auf­fäl­ligs­te Stern­bild in die­sem Him­mel­ab­schnitt ist aber der mäch­ti­ge Löwe, der soeben sei­nen höchs­ten Punkt im Süden ein­ge­nom­men hat. Die zahl­rei­chen Gala­xi­en des Vir­go-Gala­xi­en­hau­fens, etwas wei­ter öst­lich vom Schwanz des Löwen gele­gen, befin­den sich nun in opti­ma­ler Beob­ach­tungs­po­si­ti­on im Süden. Ober­halb des Löwen steht der unschein­ba­re Klei­ne Löwe. In mitt­le­rer Höhe im Süd­wes­ten, und rechts vom Löwen gele­gen, sind die schwa­chen Ster­ne des Kreb­ses nur unter einem wirk­lich dunk­len Him­mel aus­zu­ma­chen. Im Stern­bild Krebs kön­nen wir auch zur Zeit den Pla­ne­ten Jupi­ter beob­ach­ten, der nach dem Unter­gang des Mon­des und der Venus mit Abstand das hells­te Objekt am Nacht­him­mel ist. Ober­halb der Jung­frau und öst­lich vom Löwen, befin­den sich das unschein­ba­re Stern­bild Haar der Bere­ni­ke und noch wei­ter höher die unschein­ba­ren Jagd­hun­de.
Bli­cken wir in Rich­tung Süd­ho­ri­zont, direkt unter­halb der Stern­bil­der Jung­frau und Löwe, erken­nen wir das Stern­bild Becher und west­lich davon das Stern­bild des Raben. Das eher unschein­ba­re und aus schwa­chen Ster­ne bestehen­de aber sehr aus­ge­dehn­te Stern­bild der Was­ser­schlan­ge schlän­gelt sich vom Süd­wes­ten aus­ge­hend in Rich­tung Süd­ost­ho­ri­zont her­ab.

Im Wes­ten

Im Wes­ten ste­hen noch eini­ge hel­le Ster­ne und Stern­bil­der des Win­ter­him­mels über dem Hori­zont. Zu den auf­fäl­ligs­ten Stern­bil­dern gehö­ren die Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Cas­tor und Pol­lux, die in der nächs­ten Stun­de den West­ho­ri­zont errei­chen wer­den. Rechts von den Zwil­lin­gen gele­gen berei­tet sich auch der Fuhr­mann, mit der hel­len und gelb­lich leuch­ten­den Capel­la, zum Unter­gang vor. Auf der ande­ren Sei­te des West­punk­tes erkennt man noch Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund. Bei opti­ma­ler Hori­zont­sicht fällt auch Betei­geu­ze, der lin­ke Schul­ter­stern des Ori­on, sowie Alde­ba­ran im Stier auf. Im Nord­wes­ten sinkt nun end­lich auch der Per­seus lang­sam zum Hori­zont her­ab. Bei guter Hori­zont­sicht ent­de­cken wir noch im Nord­wes­ten den Abend­stern Venus, der in einer hal­ben Stun­de unter den Hori­zont ver­schwin­den wird und das hells­te Objekt in die­sem Him­mels­ab­schnitt mar­kiert.
In mitt­le­rer Höhe im Süd­wes­ten erken­nen wir in einer mond­schein­lo­sen Nacht den Stern­hau­fen der Pra­e­se­pe, auch Krip­pe genannt, im unschein­ba­ren Stern­bild Krebs. Im Stern­bild Krebs befin­det sich auch ein sehr hel­les Objekt, das nor­ma­ler­wei­se dort nicht hin­ge­hört. Hier­bei han­delt es sich um den Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter, der nun in mitt­le­rer Höhe im Wes­ten steht. Ober­halb vom Krebs befin­det sich der Kopf des mäch­ti­gen Löwen. In Zenit­nä­he kön­nen wir auch das Stern­bild Gro­ßer Bär ent­de­cken. Zwi­schen Zwil­lin­ge, Fuhr­mann und Gro­ßer Bär befin­det sich noch die Ster­nen­ket­te des nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­den Stern­bilds Luchs.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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  1. […] wie­der ein­mal ist “Glo­bal Astro­no­my Month” mit aller­lei Ange­bo­ten. Auch der Stern­him­mel im April 2015, eine Pup­pe mit Gali­leo­scope, über die u.a. hier (Forts., Forts.) und hier dis­ku­tiert wird, eine […]

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