Der Sternhimmel im Monat Mai 2015

Der Lauf des Mondes

Am Abend des 1. Mai steht der zuneh­men­de Mond nur 8 ½ Grad nord­west­lich von Spi­ka, dem Haupt­stern des Stern­bilds Jung­frau und einen Abend spä­ter nur 5 Grad öst­lich die­ses Sterns. Am 4. des Monats ist dann auch die Voll­mond­pha­se im Stern­bild Waa­ge erreicht.
Nach der Voll­mond­nacht wird unser Erd­tra­bant jeden Tag mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. In der Nacht vom 5. auf den 6. Mai kön­nen wir ihn nur 5 ½ Grad öst­lich des Ring­pla­ne­ten Saturn und 8 ½ Grad nörd­lich des Haupt­sterns Ant­ares auf­spü­ren. Nach­dem unser stil­ler Beglei­ter der Erde nach­ein­an­der die Stern­bil­der Schlan­gen­trä­ger und Schüt­ze hin­ter sich gelas­sen hat, kön­nen wir ihn am am 11. des Monats als abneh­men­den Halb­mond (letz­tes Vier­tel) im Stern­bild Stein­bock beob­ach­ten. In den dar­auf­fol­gen­den Tagen durch­wan­dert unser Mond Berei­che des Him­mels, die nur schwa­che Ster­ne ent­hal­ten. Am 15. Mai kön­nen wir die dün­ne Mond­si­chel zum letz­ten Mal vor Neu­mond und nied­rig im Osten in der Mor­gen­däm­me­rung ent­de­cken. Am 18. des Monats ist Neu­mond.
Nur einen Abend spä­ter kön­nen wir ver­su­chen, die schma­le und nur 42 Stun­den alte Mond­si­chel dicht über dem WNW Hori­zont in der Abend­däm­me­rung auf­zu­spü­ren. Am 20. Mai gelingt uns das bes­ser. Am 21. Mai befin­det sich die zuneh­men­de Sichel nur 8 ½ Grad süd­lich des Abend­sterns Venus in den Zwil­lin­gen. Am 23. des Monats steht sie 7 ½ Grad süd­west­lich von Jupi­ter. Am Abend des 24. Mai befin­det sich der Mond 8 Grad west­lich und am 25. Mai 7 Grad süd­öst­lich von Regu­lus im Löwen. An die­sem Tag ist auch zuneh­men­der Halb­mond (ers­tes Vier­tel). Am 29. des Monats kön­nen wir den Erd­tra­ban­ten aber­mals in der Nähe von Spi­ka auf­spü­ren. Er befin­det sich an die­sem Abend nur 2 ½ Grad vom Haupt­stern der Jung­frau ent­fernt. Am Monats­en­de steht der Mond aber­mals in der Waa­ge.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur ist noch bis zum ers­ten Monats­drit­tel hin­ein im Stern­bild Stier sehr leicht am Abend­him­mel sicht­bar und kommt am 7. Mai in eine größ­te öst­li­che Elon­ga­ti­on zur Son­ne. Der Abstand zur Son­ne beträgt 21°11′. Damit sehen wir den inners­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems in sei­ner bes­ten Abend­sicht­bar­keit im Jahr 2015. Denn Auf­grund der stei­len Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel und der etwas nörd­li­chen Posi­ti­on Mer­kur auf der Eklip­tik, erreicht der Pla­net einen ordent­li­chen Höhen­un­ter­schied zur Son­ne über dem west­li­chen Hori­zont. Nach sei­ner größ­ten Elon­ga­ti­on nähert er sich schnell unse­rem Zen­tral­ge­stirn und wird ab 13. Mai unsicht­bar. Am 30. Mai steht Mer­kur in unte­rer Kon­junk­ti­on zur Son­ne und befin­det sich 0,468 AE bzw. 70 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Am 2. Mai ist der schein­bar 7,1 Bogen­se­kun­den gro­ße Pla­net zur Hälf­te beleuch­tet, die so genann­te Dicho­to­mie tritt ein. Bis Mit­te des Monats wächst das Pla­ne­ten­scheib­chen auf 12 Bogen­se­kun­den. Sein Beleuch­tungs­grad nimmt ab. Am 1. Mai geht der -0,3 mag hel­le Mer­kur um 22:35 Uhr unter. Bis zur Monats­mit­te ver­spä­ten sich die Unter­gän­ge gering­fü­gig auf 22:40 Uhr Som­mer­zeit. Die Hel­lig­keit hat bis dahin auf 1,6 mag abge­nom­men.

Die Venus ist nach wie vor Glanz­punkt des Abend­him­mels, ver­grö­ßert ihren öst­li­chen Abstand von anfangs 41 auf 45 Grad zur Son­ne wei­ter­hin und stei­gert ihre Hel­lig­keit auf -4,3 mag. Damit ist sie nach dem Mond das hells­te Objekt am Nacht­him­mel und geht erst nach Mit­ter­nacht unter. Außer­dem hält sie sich dabei 26 Grad nörd­lich des Him­mels­äqua­tors auf und ist somit am bes­ten zu sehen. Am 1. Mai zieht der Abend­stern nur 3 Grad süd­lich an Beta Tau­ri vor­bei und wech­selt ab 8. Mai schließ­lich in das Stern­bild Zwil­lin­ge. Ende Mai wan­dert sie in nur 4,2 Grad süd­li­chen Abstand an Pol­lux (Gam­ma Gemi­no­rum) vor­bei. Zu Beginn des Monats geht die Venus um 0:33 Uhr unter. Bis Monats­en­de ver­spä­ten sich ihre Unter­gän­ge gering­fü­gig auf 0:40 Uhr Som­mer­zeit. Bis Ende Mai wächst der schein­ba­re Durch­mes­ser der Venus auf gut 22 Bogen­se­kun­den an. Dabei zeigt sich nahe­zu zur Hälf­te beleuch­tet. Am 21. Mai zieht die zuneh­men­de Mond­si­chel an unse­rem Schwes­ter­pla­ne­ten vor­bei und steht knapp 8 Grad süd­lich der Venus.

Unser roter Nach­bar Mars nähert sich wei­ter von Osten her der Son­ne an. Er strebt sei­ner Kon­junk­ti­on mit ihr ent­ge­gen und bleibt im Mai unsicht­bar. Mit­te Juni steht Mars schließ­lich in Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter ist ein Objekt für die ers­te Nacht­hälf­te und steht schon vor Son­nen­un­ter­gang hoch im Süden. Er bewegt sich wei­ter recht­läu­fig durch den Krebs und zieht sich im Lau­fe des Monats immer mehr aus der zwei­ten Nacht­hälf­te zurück. Der öst­li­che Win­kel­ab­stand zur Son­ne schrumpft im Mai von anfangs 93 auf auf 67 Grad. Die Hel­lig­keit von Jupi­ter nimmt von anfangs -2,1 auf -1,9 ab. Damit ist er aber nach wie vor das auf­fäl­ligs­te Gestirn am Nacht­him­mel, nach­dem die Venus, kurz nach Mit­ter­nacht, im Nord­wes­ten unter­ge­gan­gen ist. Zu Beginn des Monats geht der Rie­sen­pla­net um 3:15 Uhr unter und Ende des Monats bereits um 1:23 Uhr Som­mer­zeit. Im Tele­skop erscheint der Äqutor­durch­mes­ser von Jupi­ter Ende Mai 34,7 Bogen­se­kun­den groß. Am Abend des 21. Mai bie­tet Jupi­ter, zusam­men mit Venus und der schma­len Mond­si­chel, einen hüb­schen Anblick über dem west­li­chen Hori­zont.

Saturn bewegt sich am 12. Mai vom Stern­bild Skor­pi­on kom­mend rück­läu­fig in die Waa­ge und kommt schließ­lich am 23. Mai in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Damit ist der Ring­pla­net die gan­ze Nacht zu beob­ach­ten. Er steht dabei nord­west­lich vom Kopf des Skor­pi­ons. Gleich­zei­tig ist er, mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 0,0 mag, ein auf­fäl­li­ges Objekt am Nacht­him­mel. An die­sem Tag steht Saturn 8,96 AE bzw. 1,341 Mrd. Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Am Oppo­si­ti­ons­tag geht Saturn um 20:36 Uhr auf und über­schrei­tet um 1:03 Uhr den Meri­di­an. Sein Unter­gang erfolgt am nächs­ten Mor­gen um 5:27 Uhr Som­mer­zeit. Sein Äqua­tor­durch­mes­ser erscheint unter einem Win­kel von 18,5 Bogen­se­kun­den und sein mit 25 Grad weit geöff­ne­ter Ring durch­misst schein­bar 42,1 Bogen­se­kun­den. Des wei­te­ren ver­frü­hen sich sei­ne Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten von anfangs 2:36 Uhr auf 0:25 Uhr Som­mer­zeit zum Monats­en­de. Lei­der steht Saturn, für mit­tel­eu­ro­päi­sche Beob­ach­ter betrach­tet, weit im Süden auf der Eklip­tik, so dass er nie grö­ße­re Höhen von knapp 20 Grad über dem Hori­zont erreicht. In der Nacht vom 5. auf den 6. Mai ergibt isch ein inter­es­san­ter Anblick, wenn der Voll­mond in der Nähe von Saturn zu fin­den ist.

Ura­nus bewegt sich recht­läu­fig durch die Fische und stand im Vor­mo­nat in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne. Aller­dings reicht ein west­li­cher Win­kel­ab­stand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn von 49 Grad immer noch nicht aus, um ihn am Mor­gen­him­mel sicht­bar wer­den zu las­sen. Erst im nächs­ten Monat taucht der grün­lich leuch­ten­de Pla­net wie­der am Mor­gen­him­mel auf.

Der 7,9 mag hel­le und äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun im Stern­bild Was­ser­mann ist eben­falls noch nicht am Mor­gen­him­mel beob­acht­bar, weil er sich noch zu nah bei der Son­ne auf­hält und die Eklip­tik ziem­lich flach über dem öst­li­chen Hori­zont ver­läuft. Er ver­grö­ßert aber sei­nen west­li­chen Win­kel­ab­stand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn von anfangs 60 auf 90 Grad.

Der nur 14,1 mag hel­le Zwerg­pla­net (134340) Plu­to bewegt sich rück­läu­fig durch das Stern­bild Schüt­ze. Er ist ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und kul­mi­niert schon zu Beginn der nau­ti­schen Däm­me­rung nied­rig im Süden. Die Auf­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 1:26 Uhr auf 23:23 Uhr Som­mer­zeit.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2014 Q2 (Love­joy) wan­dert in die­sem Monat vom Stern­bild der Kas­sio­peia kom­mend durch den Kepheus wei­ter in das Stern­bild Klei­ner Bär. Am 29. Mai zieht er in nur 1 Grad Ent­fer­nung am Polar­stern und somit dicht am nörd­li­chen Him­mels­pol vor­bei. Mit einer Hel­lig­keit von 7,5 mag Anfang Mai, ist er aber immer noch ein inter­es­san­tes Objekt für das Fern­glas und klei­ne Tele­sko­pe und die gesam­te Nacht über dem Hori­zont sicht­bar. Sei­ne Hel­lig­keit sinkt aber im Lau­fe des Monats auf 9,0 mag ab. Ab 20. Mai zieht Komet Love­joy in gerin­gem Abstand am offe­nen Stern­hau­fen NGC 188 im Stern­bild Kepheus vor­bei.

Der erst am 29. März 2015 ent­deck­te Komet C/2015 F5 (SWAN-Xing­ming) wird nach sei­nem Hel­lig­keits­ma­xi­mum Mit­te April rapi­de schwä­cher und wan­dert durch die Stern­bil­der Fuhr­mann und Dra­che. Der Schweif­stern kann noch bis ins ers­te Monats­drit­tel visu­ell in mitt­le­ren Tele­sko­pen auf­ge­fun­den wer­den.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres kann im Stein­bock auf­ge­fun­den wer­den und stei­gert sei­ne Hel­lig­keit von anfangs 8,8 auf 8,4 mag. Damit ist Ceres schon in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen am Mor­gen­him­mel beob­acht­bar. Die Auf­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 3:30 Uhr auf 1:46 Uhr Som­mer­zeit. Am 3. Mai befin­det sich Ceres nur 7,5 Bogen­mi­nu­ten vom 6,4 mag hel­len Stern SAO 189549 ent­fernt.

Aste­ro­id Nr. 2 Pal­las kann rück­läu­fig im Stern­bild Her­ku­les auf­ge­fun­den wer­den. Ihre Hel­lig­keit steigt nur leicht von anfangs 9,5 auf 9,4 mag. Mit­te nächs­ten Monats steht Pal­las in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Am 1. Mai geht Pal­las um 20:24 Uhr auf und kul­mi­niert um 4:30 Uhr. Am 31. Mai erfolgt ihr Auf­gang bereits um 17:40 Uhr und die Kul­mi­na­ti­on um 2:15 Uhr Som­mer­zeit. Am 10. Mai steht der Aste­ro­id nur 4 Bogen­mi­nu­ten vom 5,6 mag hel­len Stern SAO 85552 ent­fernt.

(11) Par­then­o­pe wan­dert durch die Jung­frau und wird schon in der 1. Mai­wo­che wie­der schwä­cher als 10 mag. Zu Beginn des Monats steht der Aste­ro­id um 0:34 Uhr im Süden und Ende des Monats bereits um 22:16 Uhr Som­mer­zeit.

(20) Mas­sa­lia bewegt sich eben­falls durch das Stern­bild Jung­frau uns ist zu Beginn des Monats noch 9,7 mag hell. Am 10. Mai sinkt die Hel­lig­keit wie­der unter die 10. Grö­ßen­klas­se. Am 1. des Monats steht Mas­sa­lia um 0:08 Uhr im Meri­di­an. Am 31. Mai kul­mi­niert der Him­mels­kör­per bereits um 21:54 Uhr Som­mer­zeit.

Aste­ro­id Nr. 532 Her­cu­li­na kommt am 18. Mai 2015 im Stern­bild Kopf der Schlan­ge wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 9,1 mag. Zu Beginn des Monats steht die jeweils 9,2 mag hel­le Her­cu­li­na um 2:42 Uhr im Süden und am Ende des Monats bereits um 0:13 Uhr Som­mer­zeit.

Meteorströme

Zwi­schen dem 19. April bis 28. Mai sind die Eta-Aquari­den (auch Mai-Aquari­den genannt) sicht­bar. Ihre maxi­ma­le Akti­vi­tät wird zwi­schen dem 5. und 6. Mai erwar­tet, wenn unter opti­ma­len Bedin­gun­gen bis zu 60 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar sind. Die­se Anzahl wird in unse­ren Brei­ten aller­dings nicht erreicht, da sich der Radi­ant vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung in Hori­zont­nä­he auf­hält und sich gegen 1:30 Uhr sogar noch unter dem Hori­zont befin­det. Die Akti­vi­tät des Stern­schnup­pen­stroms ist von Jahr zu Jahr recht varia­bel. Zuletzt kam es im Jahr 2013 zu einer deut­lich höhe­ren Akti­vi­tät mit über 100 Meteo­ren pro Stun­de. Durch den nied­ri­gen Radi­an­ten­stand, im Nord­teil des Stern­bilds Was­ser­mann gele­gen, zei­gen die Stern­schnup­pen, die mit 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen, sehr lan­ge Leucht­spu­ren. Eine süd­li­che Posi­ti­on, z.B. auf den Kana­ri­schen Inseln oder bes­ser auf der Süd­halb­ku­gel der Erde, ist für die erfolg­rei­che Beob­ach­tung die­ses Mete­or­stroms unab­ding­bar. Aller­dings wird der noch fast vol­le Mond mit sei­nem hel­len Licht die Beob­ach­tung des Mete­or­stroms nach­hal­tig stö­ren. Der Ursprungs­kör­per der Mai-Aquari­den ist kein gerin­ge­rer als der Komet 1P/Halley!

Vom 3. bis 14. Mai sind die Eta-Lyri­den sicht­bar, des­sen Radi­ant sich rund 8 Grad nord­öst­lich von Wega befin­det. Der Aus­strah­lungs­punkt der Eta-Lyri­den befin­det sich die gan­ze Nacht über dem Hori­zont und steht, beson­ders in den Stun­den nach Mit­ter­nacht, hoch an unse­rem Him­mel. Das schwach aus­ge­präg­te Maxi­mum wird in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai erwar­tet. Dann sind rund 5 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die mitt­le­re Geschwin­dig­kei­ten von 43 km/s zei­gen. Auch bei die­sem Mete­or­strom stört in die­sem Jahr der abneh­men­de Mond die Beob­ach­tung. Als Mut­ter­kör­per der Eta-Lyri­den gilt der Komet C/1983 H1 IRAS-Ara­ki-Alcock, der im Mai 1983 an der Erde vor­bei zog.

Die im gan­zen Jahr sicht­ba­ren weni­gen eklip­tik­na­hen Meteo­re der Ant­he­lionquel­le kom­men aus einer Regi­on etwas öst­lich des Gegen­son­nen­punk­tes aus dem Bereich der Stern­bil­der Scor­pi­us und Sagit­ta­ri­us. Sie besit­zen Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten um 30 Kilo­me­ter pro Sekun­de, so dass sie sich leicht von übri­gen Mete­or­strö­men in die­sem Monat unter­schei­den.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel im Mai 2015

Der Stern­him­mel am 15. Mai 2015 um 23:00 MESZ

Im Nor­den

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat das Stern­bild Gro­ßer Bär, der im Volks­mund auch als Gro­ßer Wagen bekannt ist, sei­ne höchs­te Stel­lung im Zenit gera­de über­schrit­ten. Die­ser wird bis zum Mor­gen­grau­en hin lang­sam wie­der in Rich­tung Nord­west­ho­ri­zont hin­ab­stei­gen. Eben­so gut zu beob­ach­ten ist auch die gro­ße Spi­ral­ga­la­xie Mes­sier 81 im Gro­ßen Bären, die schon in einem Fern­glas zu sehen ist und im Tele­skop einen präch­ti­gen Anblick bie­tet. Ver­län­gern wir die bei­den hin­te­ren Ster­ne des Wagen­kas­tens um das Fünf­fa­che, fin­den wir den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt und gleich­zei­tig den letz­ten Deich­sels­tern des Stern­bilds Klei­ner Bär mar­kiert. Der Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären befin­det sich nun fast in sei­ner höchs­ten Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont. Das Stern­bild Dra­che, das sich ent­ge­gen­ge­setzt dem Uhr­zei­ger­sinn um den Klei­nen Bären her­um­schlän­gelt, befin­det sich eben­falls hoch oben am Nord­him­mel. Das Stern­bild Kas­sio­peia, auch als “Him­mels W” bekannt, durch­läuft gera­de ihre unte­re Kul­mi­na­ti­on über dem Nord­punkt. Zwi­schen Polar­stern, Dra­che und Kas­sio­peia befin­det sich noch in mitt­le­rer Höhe das Stern­bild des Kepheus.
Nied­rig im Nord­wes­ten kön­nen wir noch die nörd­li­chen Aus­läu­fer des Stern­bilds Per­seus erken­nen. Wei­ter west­lich fun­kelt die gelb­lich leuch­ten­de Kapel­la im Stern­bild Fuhr­mann gemäch­lich vor sich hin. Ober­halb von Per­seus und Fuhr­mann ste­hen die nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Giraf­fe und ein Teil des unschein­ba­ren Stern­bilds Luchs.

Im Osten

In Rich­tung Osten sind schon eini­ge typi­sche Stern­bil­der der kom­men­den Som­mer­mo­na­te auf­ge­gan­gen. Am auf­fäl­ligs­ten sind die Haupt­ster­ne Wega in der Lei­er und Deneb im Schwan, die sich über dem nord­öst­li­chen Hori­zont auf­hal­ten. Bei guter Hori­zont­sicht, dicht über dem Ost­ho­ri­zont, ent­de­cken wir auch Ata­ir im Stern­bild Adler. Die drei Ster­ne bil­den zusam­men das so genann­te Som­mer­drei­eck.
Genau im Osten, in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont, steht noch etwas ober­halb von der Lei­er gele­gen das unschein­ba­re Stern­bild des Her­ku­les, wo unter einem dunk­len Him­mel der Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 als schwa­cher Licht­fleck erkannt wer­den kann. Rechts ober­halb vom Her­ku­les fun­kelt das Halb­rund der Nörd­li­chen Kro­ne und noch wei­ter höher der mäch­ti­ge Bären­hü­ter, mit dem hel­len und oran­ge gefärb­ten Haupt­stern Ark­tur. Bli­cken wir auf die wei­ter öst­lich lie­gen­de Sei­te des Ost­punkts, befin­det sich hoch im Nord­os­ten das Stern­bild des Dra­chen. Vom Stern­bild Her­ku­les aus­ge­hend steht unter­halb im Süd­os­ten der Schlan­gen­trä­ger mit der Schlan­ge. Die bei­den Stern­bil­der sind gera­de eben voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen und wer­den im Lau­fe der Nacht noch wei­ter an Höhe gewin­nen.

Im Süden

Der Süden wird immer noch von einem Groß­teil der Früh­lings­stern­bil­der domi­niert, in dem sich auch die rei­chen Gala­xi­en­fel­der des Früh­lings­him­mels befin­den. Das Stern­bild Jung­frau, mit ihrem hel­len und weiß erschei­nen­den Haupt­stern Spi­ka, hat gera­de die höchs­te Stel­lung im Süden ein­ge­nom­men. In der Jung­frau befin­det sich der Vir­go-Gala­xi­en­hau­fen, wo eini­ge Dut­zend Gala­xi­en selbst mit klei­nen Tele­sko­pen leicht beob­ach­tet wer­den kön­nen. Ober­halb der Jung­frau ent­de­cken wir das Stern­bild Bären­hü­ter mit sei­nem hel­len Haupt­stern Ark­tur. Wei­ter öst­lich vom Bären­hü­ter gele­gen steht die Nörd­li­che Kro­ne. West­lich vom Bären­hü­ter ent­de­cken wir das unschein­ba­re Stern­bild Haar der Bere­ni­ke und noch wei­ter höher die Jad­hun­de. In mitt­le­rer Höhe im Nord­wes­ten befin­det sich der mäch­ti­ge Löwe, der sei­nen höchs­ten Punkt im Süden schon längst über­schrit­ten hat und in den nächs­ten Stun­den im Wes­ten unter­ge­hen wird.
Vom Stern­bild Jung­frau aus­ge­hend befin­det sich unter­halb davon die schwa­chen Ster­ne der Was­ser­schlan­ge, der Becher und der Rabe, die den Meri­di­an schön längst über­schrit­ten haben. Sie berei­ten sich lang­sam aber sicher schon zum Unter­gang vor. Dicht über dem Süd­ost­ho­ri­zont erkennt man schon die Waa­ge und ein Teil des Stern­bilds Skor­pi­on. Im Stern­bild Skor­pi­on steht ein gelb­lich und ruhig leuch­ten­der “Stern”, der nor­ma­ler­wei­se dort nicht hin­ge­hört. Hier­bei han­delt es sich um den Ring­pla­ne­ten Saturn. Ober­halb von Skor­pi­on und Waa­ge steht noch ein Teil des Schlan­gen­trä­gers mit dem Kopf der Schlan­ge.

Im Wes­ten

Im Wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Ster­ne des Win­ter­him­mels unter dem Hori­zont. Pro­kyon im Stern­bild des Klei­nen Hun­des steht wahr­schein­lich schon zu tief über dem West­ho­ri­zont, um ihn sicher erken­nen zu kön­nen. Deut­lich auf­fäl­li­ger sind die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. In den Zwil­lin­gen steht momen­tan unser hel­ler Schwes­ter­pla­net Venus, der kurz nach Mit­ter­nacht unter dem nord­west­li­chen Hori­zont ver­schwin­den wird, Die Venus ist auch das hells­te Objekt nach dem Mond. Tief im Wes­ten befin­det sich noch der unschein­ba­re Krebs, wo sich momen­tan der Rie­sen­pla­net Jupi­ter auf­hält. Der Jupi­ter ist nach der Venus das zweit­hells­te Objekt am Him­mel. Dicht und nahe­zu par­al­lel über dem süd­west­li­chen Hori­zont befin­det sich das Stern­bild der Was­ser­schlan­ge. Dar­über steht der mäch­ti­ge Löwe und noch wei­ter höher die Stern­bil­der Jagd­hun­de und Gro­ßer Bär. Sie befin­den sich nahe des Zenits und dem­nach in aus­ge­zeich­ne­ter Beob­ach­tungs­po­si­ti­on. Deut­lich schwie­ri­ger aus­zu­ma­chen ist der unschein­ba­re Luchs, der sich unter­halb der Vor­der­pfo­ten der Bärin in mitt­le­rer Höhe befin­det und nur unter einem wirk­lich dunk­len Him­mel zu erken­nen ist.
Auf der ande­ren Sei­te des West­punk­tes gele­gen, rechts von den Zwil­lin­gen, ent­de­cken wir noch den Fuhr­mann mit dem hel­len Haupt­stern Capel­la, noch voll­stän­dig über dem Hori­zont, der aber nun immer wei­ter in Rich­tung Nord­ho­ri­zont hin­ab­stei­gen wird.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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  1. […] dickes Paper über ALMA und die Son­ne, das DESI-Instru­ment, noch mehr TMT-Trou­ble – und der Him­mel im Mai. [1:00 […]

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