Der Sternhimmel im Monat Juni 2015

Der Lauf des Mondes

Am Abend des 1. Juni kön­nen wir den fast vol­len Mond nur 1 ½ Grad nörd­lich von Saturn im Stern­bild Waa­ge auf­fin­den. Am nächs­ten Abend ist auch die Voll­mond­pha­se erreicht.
Nach der Voll­mond­nacht befin­det sich der Mond am 3. des Monats in sei­ner süd­lichs­ten Lage auf der Eklip­tik im Stern­bild des Schüt­zen. In den dar­auf­fol­gen­den Näch­ten ver­schie­ben sich die Auf­gän­ge des Mon­des immer mehr in die zwei­te Nacht­hälf­te. Dabei wan­dert er wei­ter in öst­li­cher Rich­tung die Eklip­tik ent­lang und pas­siert nach­ein­an­der die Stern­bil­der Stein­bock und Was­ser­mann. Am 9. Juni steht der abneh­men­de Halb­mond (Letz­tes Vier­tel) in den Fischen. Schließ­lich kön­nen wir den Mond am Mor­gen des 13. Juni zum letz­ten Mal vor Neu­mond als sehr schma­le Sichel in der Däm­me­rung auf­spü­ren. Am 16. des Monats ist Neu­mond.
Am 19. Juni kön­nen wir ver­su­chen, die sehr schma­le Mond­si­chel in der Abend­däm­me­rung über dem west­li­chen Hori­zont zu ent­de­cken. Etwas ober­halb der Sichel steht auch die Venus als unüber­seh­ba­rer Abend­stern. Am dar­auf­fol­gen­den Abend befin­det sich die Sichel schon 8 ½ Grad öst­lich der Venus und nur 5 ½ süd­west­lich vom Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter. Zum Som­mer­an­fang am 21. Juni pas­siert der Mond den Haupt­stern Regu­lus im Löwen 4 ½ süd­lich und erreicht am 24. Juni, als abneh­men­der Halb­mond (Letz­tes Vier­tel), das Stern­bild Jung­frau. In der Nacht vom 26. auf den 27. Juni wan­dert er am Haupt­stern Spi­ka vor­bei. Am 27. des Monats kommt es kurz vor Mit­ter­nacht zu einer Bede­ckung des 5,4 mag hel­len Stern My Librae am dunk­len Mond­rand, die auf einer Linie von Kas­sel über Erfurt bis nörd­lich nach Chem­nitz strei­fend ver­läuft. Zum 28. des Monats erreicht der zuneh­men­de Mond aber­mals den Saturn in der Waa­ge und steht dann 2 ½ nord­west­lich des Ring­pla­ne­ten und am 29. Juni 8 Grad nörd­lich von Ant­ares, dem Haupt­stern des Skor­pi­ons.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur ent­fernt sich nach sei­ner unte­ren Kon­junk­ti­on mit der Son­ne am 30. Mai schnell in west­li­cher Rich­tung und steht am 24. Juni in einer größ­ten west­li­chen Elon­ga­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Trotz 22,5 Grad Win­kel­ab­stand von der Son­ne, reicht es auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Mor­gen­him­mel nicht für eine Mor­gen­sicht­bar­keit des inners­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems für unse­re Brei­ten. Auch die enge Begeg­nung mit der schma­len Mond­si­chel am 15. des Monats, nur einen Tag vor Neu­mond und mit 2 ½ Bogen­mi­nu­ten Abstand, ent­geht uns. Am 2. Juni erreicht Mer­kur das Aphel sei­ner Bahn und ist dann 69,8 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt.

Die Venus beherrscht immer noch den Abend­him­mel und bleibt noch rund 2 Stun­den nach Son­nen­un­ter­gang über dem west­li­chen Hori­zont sicht­bar. Am 6. Juni erreicht die Venus mit 45°24′ ihre größ­te öst­li­che Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Am 3. Juni wech­selt sie vom Stern­bild Zwil­lin­ge kom­mend in den Krebs und anschlie­ßend, ab 26. Juni, in den Löwen. Dabei nähert sich die Venus dem Pla­ne­ten Jupi­ter an und pas­siert ihn in Ende des Monats, in einem Abstand von nur 25 Bogen­mi­nu­ten. Davor, am 13. Juni, steht die Venus weni­ger als 1 Grad nörd­lich der Pra­e­se­pe (M 44) im Krebs und am 20. Juni gesellt sich die schma­le zuneh­men­de Mond­si­chel zum Pla­ne­ten­duo in der Abend­däm­me­rung. Am 6. Juni zeigt sich unser Schwes­ter­pla­net zur Hälf­te beleuch­tet, die so genann­te Dicho­to­mie tritt ein. Die Venus ist dann knapp 24 Bogen­se­kun­den groß. Der Durch­mes­ser wächst bis zum Ende des Monats auf gut 32 Bogen­se­kun­den. Gleich­zei­tig nimmt auch der Beleuch­tungs­grad ab, so dass sich der -4,6 mag hel­le Abend­stern als Sichel zeigt. Am 1. Juni geht die Venus um 0:39 Uhr erst nach Mit­ter­nacht unter. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich die Unter­gangs­zei­ten auf die Zei­ten vor Mit­ter­nacht um 23:26 Uhr Som­mer­zeit.

Unser roter Nach­bar­pla­net Mars im Stern­bild Stier steht am 14. Juni in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und hält sich mit ihr am Tag­him­mel auf. Am Tag der Kon­junk­ti­on befin­det sich der Pla­net 2,57 AE bzw. 384 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Des Wei­te­ren beginnt am 18. des Monats auf der Nord­halb­ku­gel des Mars der Früh­ling. Am 25. Juni wech­selt der Rote Pla­net schließ­lich in die Zwil­lin­ge. Erst im August taucht der Pla­net wie­der am Mor­gen­him­mel auf.

Der -1,8 mag hel­le Jupi­ter ist ein Objekt für die ers­te Nacht­hälf­te und wan­dert am 10. Juni recht­läu­fig vom Stern­bild Krebs kom­mend in den Löwen. Die Sicht­bar­keit des im Tele­skop schein­bar 33 Bogen­mi­nu­ten gro­ßen Pla­ne­ten am Abend­him­mel redu­ziert sich dras­tisch. Die Elon­ga­ti­on zur Son­ne nimmt ab von anfangs 66 Grad auf 43 Grad. Außer­dem wird es auch immer spä­ter dun­kel. Somit steht Jupi­ter bei Ein­bruch der Dun­kel­heit schon tief im Wes­ten. Zu Beginn des Monats sinkt der Rie­sen­pla­net um 1:20 Uhr unter die west­li­che Hori­zont­li­nie und am 30. Juni bereits um 23:32 Uhr Som­mer­zeit. Die Venus nähert sich vom Wes­ten her dem Jupi­ter, so dass es am 20. Juni zu einer net­ten Kon­stel­la­ti­on kommt, zusam­men mit der zuneh­men­den Mond­si­chel, die 5 Grad süd­lich am Rie­sen­pla­ne­ten vor­bei läuft. Am 30. Juni holt die Venus, auf ihrem Lauf ent­lang der Eklip­tik, Jupi­ter schließ­lich ein und zieht etwas weni­ger als eine Voll­mond­brei­te süd­lich am Rie­sen­pla­ne­ten vor­bei.

Saturn stand im Vor­mo­nat in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und bewegt sich wei­ter rück­läu­fig durch die Waa­ge. Der Ring­pla­net steht bei Ein­bruch der Dun­kel­heit nied­rig im Süd­os­ten und ist mit 0,3 mag Hel­lig­keit immer noch ein auf­fäl­li­ges Gestirn am Nacht­him­mel, obwohl er sich lang­sam aber sicher vom Mor­gen­him­mel zurück­zieht. Am 1. Juni steht Saturn um 0:21 Uhr im Süden und geht um 4:49 Uhr unter. Am 30. Juni kul­mi­niert der Pla­net bereits um 22:20 Uhr und sinkt um 2:50 Uhr Som­mer­zeit unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Am 1. und 29. Juni zieht der zuneh­men­de Mond in gerin­gem Abstand am Ring­pla­ne­ten vor­bei.

Ura­nus wird zum Monats­en­de hin am frü­hen Mor­gen­him­mel sicht­bar. Der grün­lich erschei­nen­de, 3,5 Bogen­se­kun­den gro­ße und schein­bar 5,8 mag hel­le Pla­net wan­dert dabei immer lang­sa­mer wer­dend durch die Fische und zieht im letz­ten Monats­drit­tel an Zeta Pisci­um (4,9 mag) vor­bei. Am 1. Juni geht Ura­nus um 3:00 Uhr auf. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich die Auf­gangs­zei­ten auf 1:08 Uhr Som­mer­zeit.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun kommt am 12. Juni im Stern­bild Was­ser­mann zum Still­stand und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Anschlie­ßend bewegt er sich wie­der recht­läu­fig am Him­mel. Mit einer Hel­lig­keit von 7,9 mag und 2,3 Bogen­se­kun­den Durch­mes­ser ist der Pla­net nur ein Objekt für Fern­glä­ser und Tele­sko­pe und steht am frü­hen Mor­gen tief über dem süd­öst­li­chen Hori­zont. Am 1. Juni geht Nep­tun um 1:55 Uhr Som­mer­zeit auf. Am 30. Juni erreicht er die öst­li­che Hori­zont­li­nie bereits zwei Stun­den frü­her.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to kann als 14,1 mag hel­les im Stern­bild Schüt­ze mit 30 cm Öff­nung und mehr auf­ge­fun­den wer­den und ist ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Aller­dings ist er im dich­ten Meer der Hin­ter­grund­ster­ne unser Milch­stra­ße nur schwer zu fin­den. Er bewegt sich rück­läu­fig durch den Schüt­zen und steht erst am 6. Juli in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Am 14. Juli 2015 wird die NASA-Raum­son­de New Hori­zons am Plu­to vor­bei­flie­gen.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Seit einem hal­ben Jahr sehr hel­le Komet C/2014 Q2 (Love­joy) kann in der 1. Monats­hälf­te noch leicht mit einem Fern­glas auf­ge­spürt wer­den. Danach sind klei­ne bis mitt­le­re Instru­men­te erfor­der­lich, um den Kome­ten im Stern­bild Klei­ner Bär auf­zu­fin­den. Er steht auch in den kur­zen und hel­len Juni­näch­ten zir­kum­po­lar hoch in Rich­tung Nor­den und wan­dert am letz­ten Tag des Juni vom Polar­stern kom­mend in Rich­tung Kas­ten des Klei­nen Bären und damit sehr dicht an Beta UMi vor­bei. Die Hel­lig­keit sinkt von anfangs 8,5 auf unter 10 mag ab.

Der peri­odi­sche Komet 22P/Kopf läuft auf sei­ner Bahn durch die Jung­frau in Rich­tung Süden und ist nur in gro­ßen Instru­men­ten beob­acht­bar. Auf sei­ner Wan­de­rung durch die­ses Stern­bild kommt er an zahl­rei­chen Gala­xi­en vor­bei. Mit­te Juni begeg­net der Schweif­stern die 12 mag hel­len Gala­xie NGC 4457. Am 23. und 24. Juni steht der Komet in der Nähe der 11 mag hel­len Gala­xie NGC 4527. Die Hel­lig­keit steigt im Lau­fe des Monats von anfangs 13 auf gut 12,5 mag.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres wird am 6. Juni im Stern­bild Stein­bock rück­läu­fig und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Am 29. Juni wech­selt der Zwerg­pla­net ins Stern­bild Mikro­skop. Die Hel­lig­keit steigt von anfangs 8,3 auf 7,9 mag. Damit ist das größ­te Objekt im Aste­roi­den­gür­tel schon mit einem Fern­glas erkenn­bar. Am 1. Juni geht Ceres um 1:43 Uhr Som­mer­zeit auf und am 30. Juni bereits um Mit­ter­nacht. Zur Zeit umkreist die NASA-Raum­son­de Dawn Ceres und lie­fert reich­lich Daten vom Zwerg­pla­ne­ten.

Der Aste­ro­id Nr. 2 Pal­las kommt am 12. Juni im Stern­bild Her­ku­les wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 9,4 mag. Damit fällt die dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­on des Klein­pla­ne­ten nicht beson­ders güns­tig aus. Zum Monats­en­de hin ist die Hel­lig­keit auf 9,5 mag leicht abge­sun­ken. Zu Beginn des Monats kul­mi­niert Pal­las um 2:10 Uhr. Ende des Monats steht der Aste­ro­id schon um 23:48 Uhr Som­mer­zeit hoch im Süden.

(4) Ves­ta taucht in der Monats­mit­te im Stern­bild Fische wie­der am Mor­gen­him­mel auf und wan­dert bis zum Monats­en­de in den Wal­fisch. Ihre Hel­lig­keit steigt leicht von anfangs 7,7 auf 7,6 mag. Am 1. des Monats geht der Aste­ro­id um 2:53 Uhr auf. Am letz­ten Tag des Monats erreicht sie bereits um 1:24 Uhr Som­mer­zeit die öst­li­che Hori­zont­li­nie. Am 29. Juni kann Ves­ta in der Nähe von 13 Ceti (5,2 mag) auf­ge­fun­den wer­den. Ihr gegen­sei­ti­ge Abstand beträgt am Mor­gen nur 8 Bogen­mi­nu­ten.

(15) Euno­mia bewegt siech durch das Stern­bild Fische und Pega­sus und wird in der zwei­ten Juni­wo­che wie­der hel­ler als 10 mag. Am 1. Juni geht Euno­mia um 1:33 Uhr Som­mer­zeit auf und am 30. Juni, nun 9,7 mag hell, bereits zwei Stun­den frü­her.

Der Aste­ro­id (129) Anti­go­ne kommt am 23. Juni im Grenz­be­reich der Stern­bil­der Schwanz der Schlan­ge und Schlan­gen­trä­ger in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,8 mag. Bis zur zwei­ten Juni­wo­che hin­ein beträgt die Hel­lig­keit noch unter 10 mag. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Him­mels­kör­pers ver­frü­hen sich von anfangs 2:52 Uhr auf 0:32 Uhr Som­mer­zeit. Am 25. Juni steht Anti­go­ne nur 4,5 Bogen­mi­nu­ten vom 5,8 mag hel­len Stern SAO 142083 ent­fernt.

(532) Her­cu­li­na kann im Kopf der Schlan­ge auf­ge­fun­den wer­den und geht zu Monats­be­ginn um 0:08 Uhr durch den Meri­di­an. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich die Meri­diandurch­gän­ge auf 21:58 Uhr Som­mer­zeit. Die Hel­lig­keit geht im Lau­fe des Monats aller­dings von anfangs 9,2 auf 9,8 mag wie­der zurück.

Meteorströme

Vom 19. Mai bis 14. Juni sind die Tau-Her­cu­li­den aktiv. Sie gehen auf den Kome­ten 73P/­Sch­wass­mann-Wach­mann zurück und erzeu­gen ledig­lich 2 Meteo­re pro Stun­de. Die Geschwin­dig­keit der Teil­chen beträgt dabei 15 km/s. Das Maxi­mum der Tau-Her­ku­li­den wird am 3. Juni erwar­tet. Der Radi­ant steht in unse­ren Brei­ten und zum Maxi­mums­zeit­punkt fast im Zenit. In Zukunft, beson­ders in den Jah­ren 2022 und 2049, könn­te es zu höhe­ren Akti­vi­täts­ra­ten kom­men.

Seit 1966 wer­den zwi­schen dem 10. und 20. Juni die Juni-Lyri­den beob­ach­tet. Ihr Akti­vi­täts­ma­xi­mum erreicht der Mete­or­strom am 16. Juni zur Neu­mond­zeit. Gewöhn­lich wer­den kaum mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de regis­triert, die mit einer Geschwin­dig­keit von 31 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Im Jahr 1996 kam es aber zu einer deut­lich höhe­ren Rate. Der Radi­ant befin­det sich im Stern­bild Lei­er, nur weni­ge Grad vom Haupt­stern Wega ent­fernt, und steht dem­zu­fol­ge im Juni sehr hoch am Him­mel. Ein Ursprungs­kör­per für die Juni-Lyri­den ist nicht bekannt.

Die Juni-Booti­den sind vom 22. Juni bis 2. Juli aktiv und stam­men vom kurz­pe­ri­odi­schen Kome­ten 7P/­Pons-Win­ne­cke ab. Das Maxi­mum wird in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni erwar­tet. Aller­dings ist die Zeni­tra­te varia­bel und so gering, dass sie in der Regel kaum auf­fällt. Im Schnitt sind nicht mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar. Der Radi­ant steht im nörd­li­chen Teil des Stern­bilds Bären­hü­ter und dem­zu­fol­ge am Abend sehr hoch am Him­mel. Gegen Mor­gen besitzt der Radi­ant immer noch eine Höhe von 40 Grad. Am bes­ten beob­ach­tet man in Süd­deutsch­land bzw. von Süd­eu­ro­pa aus, da die Näch­te dort noch deut­lich dunk­ler sind als im Nor­den der Repu­blik. Eine Beob­ach­tung lohnt sich, da der Strom in ver­schie­de­nen Jah­ren Akti­vi­täts­aus­brü­che zeig­te. So stieg im Jahr 1998 die Zeni­tra­te für kur­ze Zeit auf 100 Meteo­re pro Stun­de und im Jahr 2004 auf 50 Meteo­re pro Stun­de an. Wei­te­re Aus­brü­che gab es in den Jah­ren 1916 und 1927. Der zuneh­men­den Mond geht in die­sem Jahr aber erst nach 2 Uhr unter und stört die Beob­ach­tung gegen Mit­ter­nacht. Die Teil­chen der Juni-Booti­den erzeu­gen mit 18 km/s extrem lang­sa­me Spu­ren. Somit las­sen sich die Teil­chen des Stroms sehr gut von spo­ra­di­schen Meteo­ren unter­schei­den.

Die eklip­ti­ka­len Meteo­re der Ant­he­lionquel­le (nach älte­ren Quel­len als Sagi­ta­rii­den bezeich­net) sind im gesam­ten Monat Juni aktiv und kom­men im Juni aus Rich­tung des Stern­bilds Schüt­ze. Auf­grund der gerin­gen Höhe des Aus­strah­lungs­punk­tes über dem Hori­zont, sind im Durch­schnitt nur ein bis zwei Meteo­re pro Stun­de sicht­bar. Die Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit der Teil­chen liegt um 30 km/s.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel im Juni 2015

Der Stern­him­mel am 15. Juni 2015 um 23:00 MESZ

Im Nor­den

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat die bekann­te Figur des Gro­ßen Wagens, der zum Stern­bild Gro­ßer Bär gehört, sei­ne höchs­te Stel­lung im Zenit schon längst über­schrit­ten und steigt nun wie­der lang­sam zum Nord­west­ho­ri­zont her­ab. Die bei­den hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens fünf­mal ver­län­gert zei­gen direkt auf den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern ist der letz­te Deich­sels­tern des Klei­nen Bären, des­sen Wagen­kas­ten sich jetzt ziem­lich genau auf 12 Uhr Posi­ti­on und somit in sei­ner höchs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont auf­hält. Direkt rechts und ober­halb des Klei­nen Bären gele­gen erkennt man das Stern­bild Dra­che, der sich um den Klei­nen Bären her­um­win­det. Der rau­ten­för­mi­ge Kopf des Dra­chen wird in der nächs­ten Stun­de eben­falls den Zenit errei­chen.
In mitt­le­rer Höhe im Nord­os­ten, unter­halb von Klei­ner Bär und Dra­che, ent­de­cken wir das Stern­bild Kepheus, in dem man die Form eines Haus­da­ches ver­mu­ten kann. Dar­un­ter befin­det sich die Kas­sio­peia, die die Form des Buch­sta­bens “W” besitzt und dem­zu­fol­ge im Volks­mund auch als Him­mels-W bezeich­net wird. Sie hat ihre unte­re Kul­mi­na­ti­on schon längst über­schrit­ten. Hin­ge­gen hat das Stern­bild Per­seus gera­de sei­ne nied­rigs­te Stel­lung erreicht und befin­det sich nun genau über dem Nord­ho­ri­zont. Eben­falls in Hori­zont­nä­he, west­lich des Per­seus gele­gen, fun­kelt die gelb­lich leuch­ten­de Capel­la im Stern­bild Fuhr­mann gemäch­lich vor sich hin. Ober­halb des Fuhr­manns und unter­halb der schwä­che­ren Ster­nen des Gro­ßen Bären ste­hen noch die aus deut­lich schwä­che­ren Ster­nen bestehen­den unschein­ba­ren Stern­bil­der Luchs und Giraf­fe.

Im Osten

Die öst­li­che Him­mels­ge­gend wird jetzt vom impo­san­ten Som­mer­drei­eck domi­niert, das sich in hal­ber Höhe über dem Hori­zont befin­det. Es wird durch die drei hel­len Ster­ne Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler gebil­det. Genau zwi­schen Adler und Schwan befin­den sich die klei­nen unschein­ba­ren Stern­bil­der Del­fin, Pfeil und Füchs­chen. Das Band unse­rer Hei­mat­ga­la­xie, die Milch­stra­ße, ver­läuft mit­ten durch das Som­mer­drei­eck hin­durch von links oben kom­mend zum süd­öst­li­chen Hori­zont her­ab. Unter einem dunk­len und trans­pa­ren­ten Land­him­mel, sowie bei guter Hori­zont­sicht im Süd­os­ten, soll­te man auch schon die hel­le Schild­wol­ke im Stern­bild Schild, die neben dem Milch­stra­ßen­zen­trum der auf­fäl­ligs­te Teil unse­rer Hei­mat­ga­la­xie ist, erken­nen kön­nen.
Ober­halb des Som­mer­drei­ecks ent­de­cken wir das Stern­bild Her­ku­les und einen Teil des Dra­chen, mit sei­nem mar­kan­ten rau­ten­för­mi­gen Kopf. Im Nord­os­ten gehen schon die ers­ten Ster­ne des Herbst­stern­bilds Pega­sus auf. Dar­über erkennt man das unschein­ba­re und nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Stern­bild der Eidech­se und noch wei­ter höher im Nord­os­ten den Kepheus.

Im Süden

Bli­cken wir hoch in Rich­tung Süden hat das Stern­bild Bären­hü­ter, mit sei­nem auf­fäl­lig hell und oran­ge erschei­nen­den Haupt­stern Ark­tur, den Süd­punkt schon längst über­schrit­ten. Links dane­ben fin­den wir das Stern­bild Nörd­li­che Kro­ne, das gera­de den Meri­di­an pas­siert. Noch wei­ter in Rich­tung Osten steht der Her­ku­les, der in der nächs­ten hal­ben Stun­de sei­nen höchs­ten Punkt im Süden errei­chen wird. Nun ist auch die bes­te Zeit, den Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 im Her­ku­les zu beob­ach­ten. Die­ser befin­det sich etwas unter­halb vom rech­ten obe­ren Kas­tens­tern des Her­ku­les und ist unter einem dunk­len mond­schein­lo­sen Him­mel als blas­ser Licht­fleck mit blo­ßem Auge zu sehen.
Unter­halb des Stern­bilds Nörd­li­che Kro­ne steht der Kopf der Schlan­ge, die vom mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­ger im Süd­os­ten getra­gen wird. Hier steht mit Mes­sier 5 ein wei­te­rer hel­ler Kugel­stern­hau­fen in Reich­wei­te klei­ner Tele­sko­pe. Unter­halb der Schlan­ge geht gera­de das Stern­bild Waa­ge durch den Meri­di­an. Links dane­ben erkennt man den nörd­li­chen Teil des Stern­bilds Skor­pi­on, mit sei­nem röt­lich fun­keln­den Haupt­stern Ant­ares. Ober­halb des Kop­fes des Skor­pi­ons, im Grenz­ge­biet zur Waa­ge, befin­det sich zur­zeit der Ring­pla­net Saturn, der in der nächs­ten hal­ben Stun­den den Meri­di­an über­schrei­ten wird. Halb­hoch im Süd­wes­ten ste­hen noch die Gala­xi­en­ge­bie­te des Stern­bilds Jung­frau, mit dem hel­len und weiß­lich leuch­ten­den Haupt­stern Spi­ca.

Im Wes­ten

Im Wes­ten ver­schwin­den nun lang­sam aber sicher die letz­ten Früh­lings­stern­bil­der. Der mäch­ti­ge Löwe nähert sich jetzt immer wei­ter dem West­ho­ri­zont. Auch der unschein­ba­re Krebs, west­lich des Löwen­kop­fes gele­gen, ist schon im Hori­zont­dunst ver­schwun­den. In die­sem Gebiet ste­hen die bei­den hel­len Pla­ne­ten Jupi­ter und Venus über dem West­ho­ri­zont und bie­ten dem Beob­ach­ter einen beein­dru­cken­den Anblick. Die bei­den Pla­ne­ten wer­den in der nächs­ten Stun­de im Nord­wes­ten unter­ge­hen. Dicht über dem Nord­west­ho­ri­zont fun­keln noch die bei­den hel­len Haupt­ster­ne Kas­tor und Pol­lux in den Zwil­lin­gen mun­ter vor sich hin.
Hoch im Süd­wes­ten steht der Bären­hü­ter, mit dem hel­len Haupt­stern Ark­tur. Das Stern­bild Gro­ßer Bär befin­det sich eben­falls noch in güns­ti­ger Beob­ach­tungs­po­si­ti­on hoch im Wes­ten. Unter­halb der Wagen­deich­sel des Bären ent­de­cken wir das unschein­ba­re Stern­bild der Jagd­hun­de und noch wei­ter tie­fer, das nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Stern­bild Haar der Bere­ni­ke. Unter­halb des Haars der Bere­ni­ke befin­det sich die Jung­frau. Dicht über dem Süd­west­ho­ri­zont ver­schwin­den gera­de die bei­den unschein­ba­ren Stern­bil­der Rabe und Becher unter dem Hori­zont.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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